Zeno Kortin hat geschrieben: ↑Mittwoch 17. Juni 2026, 21:16
Was mich allerdings noch beschäftigt ist das Verhältnis von Lefebvre zu seinen deutschen Kollegen. Ich kann mir gut vorstellen, daß ein Franzose sich zu dieser Zeit ungern etwas von einem Deutschen etwas sagen läßt, wenn es z B. um die Ökumene geht.
Sicher, für einen Deutschen ist die Ökumene ein Hauptanliegen nach Stalingrad aber nicht für einen Franzosen oder Italiener etc.
Das ist eine super Frage. Ich tu mir allerdings schwer Belege für das eine oder andere beizubringen. Soweit ich den Erzbischof kenne, hat er nie irgendwelche Vorbehalte oder Animositäten gezeigt, die mit der Nationalität zu tun haben.
Während seiner ganzen kirchlichen Laufbahn hatte er stets mit unterschiedlichsten Nationalitäten zu tun, ob beim Studium in Rom, als Missionar und Missionsbischof in Afrika, als Generaloberer eines Missionsordens und dann natürlich als Oberer der FSSPX mit Seminaristen aus aller Welt.
Hinsichtlich der Deutschen würde ich vor allem darauf verweisen, daß der mit P. Schmidberger ausgerechnet einen Deutschen zu seiner rechten Hand und zu seinem Nachfolger als Generaloberer der FSSPX gemacht hat (1982).
Natürlich hat er deutsche Theologen und Bischöfe (Kasper, Lehmann,...) kritisiert, aber nicht aus persönlichen oder nationalistischen Gründen, sondern es war immer eine sachliche Kritik auf theologischer Ebene.
Am Konzil selbst ging es immer um Inhalte. Eine spezielle Aversion gegen Deutsche ist nicht zu erkennen. Er hätte im übrigen viel mehr Gründe gehabt gegen seine französischen Mitbischöfe vorzugehen, die ihm wirklich übel mitgespielt haben (z.B. nach seiner Rückkehr aus der Mission) und ihn nicht leiden konnten.