Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

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Hubertus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Hubertus »

Christian hat geschrieben:
Sonntag 29. November 2020, 11:43
Ein wenig in den Parteitag reingeschaut. Die AFD erinnert mich an die Grünen chaotisch und zerstritten.
Auch mich hat dieser Parteitag extrem ernüchert zurückgelassen, muß ich gestehen; nicht aus diesem (das war bei der Partei schon immer so), sondern aus einem andern Grund: Daß er gestern erst mit halbstündiger Verspätung begann, hatte ich noch als den doch teilweise sehr langen Anreisewegen geschuldet angesehen. Danach wurde ja auch recht gut gearbeitet. — Daß sich aber heute, als das Gros der Delegierten bereits vor Ort war, der - ohnehin recht großzügig auf zehn Uhr angesetzte - Beginn um sage und schreibe eine volle Stunde verzögerte (!), weil viele - wie Christian Loose zurecht scharf kritisierte - anscheinend vorher noch ausgiebig frühstücken wollten und daher "auf den letzten Drücker" erschienen, war schon eine starke Zumutung.

Weitere Frustation setzte ein, als deutlich wurde, daß sich bereits am Nachmittag der Saal deutlich zu leeren begann. Daß es dann auch noch ausgerechnet Norbert Kleinwächter war, der am frühen Abend den Abbruch der noch offenen Tagesordnungspunkte verlangte und damit die m.E. wichtige Bergkarabach-Resolution - welche früher zu behandeln man sich gestern geweigert hatte - gleich mit "begrub", nehme ich ihm (den ich eigentlich immer sehr schätzte) nicht nur persönlich übel; ich bin insgesamt sehr enttäuscht, wie es um die Moral doch großer Teile des Personals dieser Partei bestellt zu sein scheint. :/
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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holzi
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von holzi »

Am einfachsten entzaubert man Parteien, indem man ihren Exponenten Verantwortung überträgt. So schnell schaust du gar nicht, wie die heiligen Grundsätze plötzlich über Bord geschmissen werden, wenn Posten und Pfründe in greifbare Nähe kommen. War bei den Grünen und den Linken schon so. Und wird hier auch so sein.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

Christian
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Christian »

Hubertus hat geschrieben:
Sonntag 29. November 2020, 18:23
Christian hat geschrieben:
Sonntag 29. November 2020, 11:43
Ein wenig in den Parteitag reingeschaut. Die AFD erinnert mich an die Grünen chaotisch und zerstritten.
Auch mich hat dieser Parteitag extrem ernüchert zurückgelassen, muß ich gestehen; nicht aus diesem (das war bei der Partei schon immer so), sondern aus einem andern Grund: Daß er gestern erst mit halbstündiger Verspätung begann, hatte ich noch als den doch teilweise sehr langen Anreisewegen geschuldet angesehen. Danach wurde ja auch recht gut gearbeitet. — Daß sich aber heute, als das Gros der Delegierten bereits vor Ort war, der - ohnehin recht großzügig auf zehn Uhr angesetzte - Beginn um sage und schreibe eine volle Stunde verzögerte (!), weil viele - wie Christian Loose zurecht scharf kritisierte - anscheinend vorher noch ausgiebig frühstücken wollten und daher "auf den letzten Drücker" erschienen, war schon eine starke Zumutung.

Weitere Frustation setzte ein, als deutlich wurde, daß sich bereits am Nachmittag der Saal deutlich zu leeren begann. Daß es dann auch noch ausgerechnet Norbert Kleinwächter war, der am frühen Abend den Abbruch der noch offenen Tagesordnungspunkte verlangte und damit die m.E. wichtige Bergkarabach-Resolution - welche früher zu behandeln man sich gestern geweigert hatte - gleich mit "begrub", nehme ich ihm (den ich eigentlich immer sehr schätzte) nicht nur persönlich übel; ich bin insgesamt sehr enttäuscht, wie es um die Moral doch großer Teile des Personals dieser Partei bestellt zu sein scheint. :/
Ich habe Sonntag nach der Messe das Fernsehen angemacht und habe mir dann das Theater angeschaut. Danach habe ich mir die Rede von Meuthen im Netz angeschaut und bin der Meinung das er recht hat. Jeder erhält eine Bühne und mit Leuten die Trump in Berlin wissen und und sich auf die Reichstagstreppe stellen oder Hildmann kannst nicht politisch überleben. Auch Kalbitz mit der Teilnahme oder Mitgliedschaft bei Neonaziveranstaltungen gehen nicht. Ich habe immer das Gefühl das Provokateure eingeschleust werden um unliebsame Parteien zu diskreditieren.

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño »

Die NZZ - wie man sie kennt und schätzt:

Der Geheimdienst, die AfD und die Wahl: wenn Verfassungsschützer zum Verdachtsfall werden
Es ist schön für die «SZ» und die Handvoll anderer Medien, dass sie so genau darüber Bescheid wissen, wie der Geheimdienst die AfD einschätzt. Aber es ist schlecht für die demokratische Kultur im Land, dass es alle anderen nicht wissen. Das gilt für den Souverän, und es gilt für die grösste Oppositionspartei. Die AfD ist in dieser Auseinandersetzung die Angeklagte, aber sie kann sich nicht vernünftig verteidigen. Die 1100 Seiten, auf deren Grundlage sie in den kommenden Landtagswahlkämpfen und im Bundestagswahlkampf von allen anderen Parteien als demokratiefeindlicher «Verdachtsfall» gebrandmarkt werden kann und wird, kennt sie nicht. Weil es sich offiziell um eine «Verschlusssache» handelt.
(...)
Wenn Deutschlands Verfassungsschützer überzeugt sind, dass sie ausreichende Anhaltspunkte für eine extremistische, also nicht nur radikale, sondern verfassungsfeindliche Ausrichtung der gesamten AfD haben, dann müssen sie diese umgehend offenlegen. Alles andere macht diesen Geheimdienst selbst zum Verdachtsfall.
Es gäbe ja auch die Möglichkeit eines Verbotsverfahrens vor dem BVerfG....

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Libertas Ecclesiae
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 4. März 2021, 16:02
Die NZZ - wie man sie kennt und schätzt:

Der Geheimdienst, die AfD und die Wahl: wenn Verfassungsschützer zum Verdachtsfall werden

[...]

Es gäbe ja auch die Möglichkeit eines Verbotsverfahrns vor dem BVerfG....

Verwaltungsgericht Köln untersagt Verfassungsschutz vorerst Beobachtung der AfD
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño »

Das Verfahren könnte zu einem Rohrkrepierer werden. Es ist ja nur eine der Gerichtsentscheidungen, bei denen die Bundes- oder eine Landesregierung eine Schlappe kassiert hat:
Bereits 2019 gab das Kölner Verwaltungsgericht der AfD gegenüber dem Bundesamt für Verfassungsschutz recht – als es gegen die öffentliche Einstufung der Partei als „Prüffall“ urteilte. Die Partei so zu nennen sei „rechtswidrig und auch unverhältnismäßig“ gewesen, erklärte das Gericht.
Erst vor zwei Tagen hatte der hessische Verwaltungsgerichtshof den Landesverfassungsschutzbericht 2019 kassiert: Das Landesamt hatte dort von „bis zu 600“ Rechtsradikalen im hessischen AfD-Landesverband gesprochen – das entspräche fast 20 Prozent der Mitglieder. Das Gericht stellte nach AfD-Klage fest, dass dieser Behauptung die „ausreichende Grundlage“ fehle.
Gericht untersagt Bundesverfassungsschutz die Einordnung der AfD als Verdachtsfall

Der "influencer" neverforgetniki (245.000 you-tube-Abonnenten) twittert dazu:
Viele meiner Zuschauer und Leser wollten eigentlich gar nicht mehr die AfD wählen.
Jetzt bekomme ich unzählige Nachrichten von Menschen, die es "Jetzt erst Recht!" tun werden.
Die politisch gewollte Verfassungsschutz-Beobachtung geht für Merkel nach hinten los!
https://twitter.com/nikitheblogger/stat ... 4035290113

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