Kurze Fragen - kurze Antworten VI

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Tinius
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Tinius » Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:47

Frage zum Bußsakrament:

Kann ein römisch-katholischer Priester, der aus zölibatären Gründen zur alt-katholischen Kirche wechselt, dieses Sakrament gnadenwirksam durchführen? Ist das dann eine Lossprechung von den Sünden, die nach römisch-katholischer Auffassung wirksam ist?

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Hanspeter
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Hanspeter » Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:25

Tinius hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:47
Frage zum Bußsakrament:

Kann ein römisch-katholischer Priester, der aus zölibatären Gründen zur alt-katholischen Kirche wechselt, dieses Sakrament gnadenwirksam durchführen? Ist das dann eine Lossprechung von den Sünden, die nach römisch-katholischer Auffassung wirksam ist?
Prinzipiell nein, er hat ja dann nicht mehr die erforderliche Beichtfacultas seines Bischofs.

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ar26
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von ar26 » Donnerstag 31. Oktober 2019, 12:10

Hanspeter hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 09:25
Tinius hat geschrieben:
Donnerstag 31. Oktober 2019, 08:47
Frage zum Bußsakrament:

Kann ein römisch-katholischer Priester, der aus zölibatären Gründen zur alt-katholischen Kirche wechselt, dieses Sakrament gnadenwirksam durchführen? Ist das dann eine Lossprechung von den Sünden, die nach römisch-katholischer Auffassung wirksam ist?
Prinzipiell nein, er hat ja dann nicht mehr die erforderliche Beichtfacultas seines Bischofs.
Das stimmt, vgl. Can 965 CIC. Zwar bleibt auch der Apostat Priester, allerdings ist zur wirksamen Spendung der Absolution neben der Weihe auch die kirchliche Vollmacht erforderlich. Ausnahme davon ist aber, wenn sich der Pönitent in Todesgefahr befindet, vgl. Can. Can. 976 CIC. Dann wird die Beichtvollmacht durch die Kirche ersetzt. Allerdings muss der apostatische Priester trotzdem bei der Erteilung der Absolution den Willen haben, das zu tun, was die Kirche tut. Da ich nicht über jede Häresie der Altkatholiken informiert bin, kann ich nicht beurteilen, ob dies der Fall ist.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Ralf
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Ralf » Dienstag 12. November 2019, 14:15

Weiß jemand vielleicht, was aus Dr. J. J. Kreier geworden ist? Nachdem er sich aus Saarbrücken zurückgezogen hat, lese ich jetzt diese Meldung vom Juni dieses Jahres:

https://www.kirche-und-leben.de/artikel ... m-beendet/

OH!

Gerade selbst gefunden und für mich nicht überraschend (und doch traurig): er ist orthodox geworden.

https://www.egliserusse.eu/Mardi-Saint- ... a1790.html

Auf dem Bild ganz rechts.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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martin v. tours
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von martin v. tours » Dienstag 12. November 2019, 17:01

Ich habe seine (meist) guten Vorträge gerne gehört. Irgendwie klang seine Sympathie für die Orthodoxie schon durch.
Ich habe mir selbst schon vor Monaten gedacht das er orthodox werden könnte.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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holzi
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von holzi » Dienstag 12. November 2019, 18:01

Wer ist dieser Dr. Kreier? Ich kenne ihn nicht. :detektiv:
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Dienstag 12. November 2019, 18:46

holzi hat geschrieben:
Dienstag 12. November 2019, 18:01
Wer ist dieser Dr. Kreier? Ich kenne ihn nicht. :detektiv:
Schau mal dort:
https://www.youtube.com/user/KlosterundKHGSB
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martin v. tours
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von martin v. tours » Dienstag 12. November 2019, 19:46

https://www.youtube.com/watch?v=i3UZuS2vRpA

1. Guter Vortrag
2. Optisch schon auf dem Weg in die Orthodoxie :)
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Juergen » Dienstag 12. November 2019, 20:05

In alten Kirchenbüchern gibt es bei Aufgeboten und Trauungen die Spalte:
Ob die Eltern oder der Vormund die Einwilligung gegeben und wie solches geschehen.
Manchmal findet man dort den Hinweis, daß beide Elternteile verstorben sind, woraus natürlich resultiert, daß hier keine Erlaubnis gegeben wurde. Dann finden man auch die Aussage: gemäß glaubhafter Aussagen. Das bedeutet wohl, daß Bräutigam und Braut hier gesagt haben: „Das geht schon in Ordnung.“ Und man findet natürlich auch die Hinweise das der Vater oder die Mutter oder beide die Erlaubnis (mündlich oder schriftlich) gegeben haben.
Gerade der Hinweis auf glaubhafte Aussagen, scheint mir doch so, daß es da im Ermessen des Pfarrers lag, ob er der Aussage glaubte oder nicht

Wie war das eigentlich rechtlich geregelt?
Gruß Jürgen

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holzi
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von holzi » Dienstag 12. November 2019, 21:25

@Siard & @Martin v. Tours:
danke! :daumen-rauf:

Mittlerweile dämmert's mir wieder. Katechesen von ihm hatte ich vor etlichen Jahren schon mal gesehen.
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von ad-fontes » Dienstag 3. Dezember 2019, 14:44

Konzelebrieren Äbte im Konventamt?

Wo finden sich die Rubriken zur Konzelebration im NOM (online)?
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von taddeo » Dienstag 3. Dezember 2019, 14:50

ad-fontes hat geschrieben:
Dienstag 3. Dezember 2019, 14:44
Konzelebrieren Äbte im Konventamt?

Wo finden sich die Rubriken zur Konzelebration im NOM (online)?
Ob und wo man entsprechende Rubriken findet, weiß ich auf Anhieb nicht.
Daß ein Abt beim Konventamt konzelebriert (im NOM), habe ich aber schon öfter selber gesehen, etwa in Niederaltaich.

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Protasius » Dienstag 3. Dezember 2019, 14:52

ad-fontes hat geschrieben:
Dienstag 3. Dezember 2019, 14:44
Konzelebrieren Äbte im Konventamt?

Wo finden sich die Rubriken zur Konzelebration im NOM (online)?
In der Grundordnung des Römischen Messbuches sind die diesbezüglichen Rubriken enthalten. Die dritte Editio typica ist im Gegensatz zu fast allen Sprachen, in denen der römische Ritus gefeiert wird, auf deutsch zwar noch nicht promulgiert, aber da monastische Klöster ja oft in lateinischer Sprache das Konventamt feiern, sollten das die richtigen Rubriken sein (zumal ich nicht denke, daß sich an den Konzelebrationsrubriken viel geändert haben kann).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Dienstag 3. Dezember 2019, 16:57

Protasius hat geschrieben:
Dienstag 3. Dezember 2019, 14:52
…, aber da monastische Klöster ja oft in lateinischer Sprache das Konventamt feiern, ….
In den meisten monastischen Klöstern die ich kenne, wird auf Deutsch gebetet.
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Protasius » Dienstag 3. Dezember 2019, 18:03

Siard hat geschrieben:
Dienstag 3. Dezember 2019, 16:57
Protasius hat geschrieben:
Dienstag 3. Dezember 2019, 14:52
…, aber da monastische Klöster ja oft in lateinischer Sprache das Konventamt feiern, ….
In den meisten monastischen Klöstern die ich kenne, wird auf Deutsch gebetet.
Ich habe bei den monastischen Klöstern bislang meist mit Benediktinern und Benediktinerinnen zu tun gehabt, die vllt. nicht ihr Stundengebet, aber doch ihr Konventamt oft in lateinischer Sprache feierten (bspw. Königsmünster und Varensell). Aber wie es auf Englisch so schön heißt: Your Mileage may vary – Deine Erfahrungen mögen andere sein (wörtlich: Dein Kilometerstand mag anders aussehen).
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Siard » Dienstag 3. Dezember 2019, 19:11

Protasius hat geschrieben:
Dienstag 3. Dezember 2019, 18:03
Your Mileage may vary
Damit hast Du recht. Als ich das letzte Mal ein Konventamt in Königsmünster besucht habe, war es auch auf Deutsch.
Hier in Österreich habe ich bisher fast nur "Volks"sprache erlebt (beim Amt und im Stundengebet) – außer im Stift Heiligen Kreuz.
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Ralf
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Ralf » Donnerstag 19. Dezember 2019, 12:13

Kennt jemand Literatur zum Thema der Geschichte und Entwicklung der Fastenregeln in der Katholischen Kirche?

Das Ausführlichste, das ich im Netz finden konnte, war dieses: https://www.quora.com/How-did-Catholic- ... ut-history
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Protasius » Donnerstag 19. Dezember 2019, 12:24

Ralf hat geschrieben:
Donnerstag 19. Dezember 2019, 12:13
Kennt jemand Literatur zum Thema der Geschichte und Entwicklung der Fastenregeln in der Katholischen Kirche?

Das Ausführlichste, das ich im Netz finden konnte, war dieses: https://www.quora.com/How-did-Catholic- ... ut-history
Ich fand die entsprechenden Artikel im Kirchenlexikon von Wetzer und Welte sehr erhellend http://kathenzyklo.bplaced.net/index.html#f, ebenso die Catholic Encyclopedia http://www.newadvent.org/cathen/01067a.htm. Naturgemäß beleuchten diese Nachschlagewerke nur die Entwicklung bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, als sie gedruckt wurden. Die Regelungen haben im 20. Jahrhundert mehrfache Änderungen erfahren, über die mir bislang allerdings keine systematische Abhandlung bekannt ist; verweisen könnte man auf die entsprechenden Canones des CIC (1917), die Abschnitte zeitgenössischer Katechismen und die von den Bischöfen veröffentlichten Fastenordnungen, die je nach Gegend teilweise deutlich variierten. Ihren Abschluß hat diese Entwicklung auf weltkirchlicher Ebene mit Paenitemini, den entsprechenden Canones des CIC (1983) sowie die Partikularnormen der Bischofskonferenzen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Tinius » Samstag 25. Januar 2020, 15:39

Gibt es ein Liturgie bei der sich die Gemeinde auch zur Lesung aus dem Alten Testament erhebt und/oder zu dieser Lesung ein "Hallelujah" anstimmt ?

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von taddeo » Samstag 25. Januar 2020, 16:51

Tinius hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 15:39
Gibt es ein Liturgie bei der sich die Gemeinde auch zur Lesung aus dem Alten Testament erhebt und/oder zu dieser Lesung ein "Hallelujah" anstimmt ?
In der katholischen Messe definitiv nicht, denn sowohl das Stehen als auch das Halleluja sind dort ausschließlich dem Evangelium vorbehalten. Wobei das Halleluja immer vor dem Evangelium gesungen wird.

In Messen, in denen nur eine Lesung gelesen wird (zB wochentags), kann es natürlich vorkommen, daß die Lesung aus dem AT ist und danach das Halleluja folgt (wobei eigentlich vor dem Halleluja noch der Antwortpsalm kommen müßte).

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Protasius » Samstag 25. Januar 2020, 17:14

taddeo hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 16:51
Tinius hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 15:39
Gibt es ein Liturgie bei der sich die Gemeinde auch zur Lesung aus dem Alten Testament erhebt und/oder zu dieser Lesung ein "Hallelujah" anstimmt ?
In der katholischen Messe definitiv nicht, denn sowohl das Stehen als auch das Halleluja sind dort ausschließlich dem Evangelium vorbehalten. Wobei das Halleluja immer vor dem Evangelium gesungen wird.

In Messen, in denen nur eine Lesung gelesen wird (zB wochentags), kann es natürlich vorkommen, daß die Lesung aus dem AT ist und danach das Halleluja folgt (wobei eigentlich vor dem Halleluja noch der Antwortpsalm kommen müßte).
Wenn es nur eine Lesung vor dem Evangelium gibt, darf man auch auswählen, ob man nur Antwortpsalm oder nur Halleluja nimmt (oder im Notfall einen anderen Gesang).
AEM 38 hat geschrieben:Wenn nur eine Lesung vor dem Evangelium vorgetragen wird, kann man den Antwortpsalm oder das Halleluja mit Vers auswählen, oder beides, oder einen Hallelujapsalm. In der Fastenzeit nimmt man entweder den Antwortpsalm oder den Vers vor demEvangelium.
GORM 63 hat geschrieben:Wenn es vor dem Evangelium nur eine Lesung gibt, so gilt Folgendes:
  • a) In der Zeit, in der das Halleluja zu singen ist, kann man einen Psalm, der das Halleluja enthält, oder den Antwortpsalm und das Halleluja mit seinem Vers nehmen.
  • b) In der Zeit, in der das Halleluja nicht zu singen ist, kann der Psalm und der Vers vor dem Evangelium oder nur der Psalm genommen werden.
  • c) Das Halleluja beziehungsweise der Vers vor dem Evangelium können, wenn sie nicht gesungen werden, entfallen.
Wenn man in einem gregorianischen Choralamt ist, gibt es in der Osterzeit übrigens zwei Alleluja statt Graduale und Alleluja im Rest des Jahres bzw. Graduale und Tractus in der Fastenzeit (im usus antiquior bereits ab Septuagesima, aber da gibt es bis auf Quatembertage nur eine Lesung vor dem Evangelium); entsprechend würde an einem Sonntag in diesem Fall nach beiden Lesungen ein Alleluja gesungen, aber diese sind in der Osterzeit immer beide aus dem Neuen Testament. Wie taddeo sagte, wird dabei aber üblicherweise nicht gestanden; ausgenommen ist dabei i.d.R. die Schola, denn im Stehen kann man besser singen (Vorschriften gibt es dazu mW keine, es ist einfach sinnvoll).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Tinius » Samstag 25. Januar 2020, 21:35

taddeo hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 16:51
Tinius hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 15:39
Gibt es ein Liturgie bei der sich die Gemeinde auch zur Lesung aus dem Alten Testament erhebt und/oder zu dieser Lesung ein "Hallelujah" anstimmt ?
In der katholischen Messe definitiv nicht, denn sowohl das Stehen als auch das Halleluja sind dort ausschließlich dem Evangelium vorbehalten. Wobei das Halleluja immer vor dem Evangelium gesungen wird.
Vielen Dank. So finde ich das auch verständlich. Hatte nur zufällig einen Artikel von Prof. Dr. Andreas Krebs gelesen. Er ist Professor für Alt-Katholische Theologie am Alt-Katholischen Seminar der Universität.

Er fordert wegen des "belastenden Antijudaismus", daß Lesungen aus der "Hebräischen Bibel" wie das Evangelium liturgisch zu behandeln seien. Weil die "Hebräische Bibel" das Evangelium (die frohe Botschaft) enthalte.

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von taddeo » Samstag 25. Januar 2020, 22:41

Tinius hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 21:35
taddeo hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 16:51
Tinius hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 15:39
Gibt es ein Liturgie bei der sich die Gemeinde auch zur Lesung aus dem Alten Testament erhebt und/oder zu dieser Lesung ein "Hallelujah" anstimmt ?
In der katholischen Messe definitiv nicht, denn sowohl das Stehen als auch das Halleluja sind dort ausschließlich dem Evangelium vorbehalten. Wobei das Halleluja immer vor dem Evangelium gesungen wird.
Vielen Dank. So finde ich das auch verständlich. Hatte nur zufällig einen Artikel von Prof. Dr. Andreas Krebs gelesen. Er ist Professor für Alt-Katholische Theologie am Alt-Katholischen Seminar der Universität.

Er fordert wegen des "belastenden Antijudaismus", daß Lesungen aus der "Hebräischen Bibel" wie das Evangelium liturgisch zu behandeln seien. Weil die "Hebräische Bibel" das Evangelium (die frohe Botschaft) enthalte.
Naja, so völlig falsch ist der letzte Satz ja auch aus (original-)katholischer Sicht nicht: Das AT weist auf den kommenden Messias hin, enthält unzählige Weissagungen auf Christus hin. Aber es ist noch nicht "DIE" frohe Botschaft. Das AT mit dem Evangelium gleichzustellen, heißt gleichzeitig die Einmaligkeit des Evangeliums abzuwerten, denke ich.

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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten VI

Beitrag von Tinius » Samstag 25. Januar 2020, 23:21

taddeo hat geschrieben:
Samstag 25. Januar 2020, 22:41
Aber es ist noch nicht "DIE" frohe Botschaft. Das AT mit dem Evangelium gleichzustellen, heißt gleichzeitig die Einmaligkeit des Evangeliums abzuwerten, denke ich.
Sehe ich auch so. Denn sonst hätte es eines Jesus Christus nicht bedurft.

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