Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

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umusungu
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von umusungu » Montag 23. April 2018, 23:35

"Für die nächsten 20 Jahre kommen wir mit den Priestern aus."
Was dieser Herr so alles weiß.

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Niels
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Niels » Dienstag 24. April 2018, 01:01

umusungu hat geschrieben:
Montag 23. April 2018, 23:35
"Für die nächsten 20 Jahre kommen wir mit den Priestern aus."
Was dieser Herr so alles weiß.
Natürlich nicht soviel wie Du - logisch.
:ikb_notworthy:
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
an deinem Tisch wir finden.

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Petrus
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus » Dienstag 24. April 2018, 11:37

Aus meiner Lebensgeschichte, zum Thema:

ich bin während meines Theologiestudiums konvertiert, und war Seminarist für die Diözese X im Georgianum. In X hat man überlegt - nuja, fromm ist er ja, den schicken wir noch ein bißchen ins Seminar, und dann können wir den ganz schnell weihen (er ist fromm, und hat gute Referenzen).

Mir war das (ich hatte nur ein ganz komisches Gefühl), ein bißchen arg schnell und unheimlich. Also entschloß ich mich, mich abzumelden als Priesteramtskandidat für die Diözese X und anzumelden als Priesteramtskandidat für die Erzdiözese München und Freising, mit den Worten an meinen damaligen Regens der Diözese X: "Auch in München ist Kirche Gottes". Und habe für das Erzbistum München und Freising studiert. Eines Wohnortwechsels (meine Eltern haben mich anläßlich meiner Konversion rausgeschmissen, sich aber beide kurz vor Ihrem Tod wieder mit mir versöhnt, also war mein Erstwohnsitz meine jeweilige "Studentenbude") bedurfte es nicht, da ja damals das Münchner Priesterseminar im Hzgl. Georgianum zur Miete war.

Was ich heute weiß: Bitte nicht alles weihen, was einem unter die Finger kommt - Priestermangel hin oder her.

Was ich heute weiß: ich hatte keine Berufung zum Priester der röm.kath. Kirche (manche meiner Priesterfreunde sehen das zwar immer noch anders, aber das macht mir nix aus).

so. soweit meine unsortierten Gedanken,
aus meinem Lebens- und Glaubensweg.

Peter.

p.s. ich war ja öfters zu Gast als Seminarist im Priesterseminar der Diözese X. Zwei Erlebnisse:

1) hä? die Seminaristen haben gar keinen eigenen Hausschlüssel? Warum denn das? (ich kannte das anders: in unserem Georgianum hatte jeder von uns selbstverständlich seinen Hausschlüssel).

2) nettes Erlebnis: Zum Abendessen gab es Bier (ist ja normal). Der Tischdienst hat erst mal das Bier von der Brauerei Bischofshof herumgefahren. Das war ein Ritus. niemand hat da ein Bier gewollt. ich habe dann gefragt: Hä? was ist das? Ja, die Brauerei Bischofshof gehört dem Bistum. Deswegen müssen wir das Bier der Brauerei Bischofshof herumfahren. Schmeckt aber greislich. So. Brauereibischofshofbier hat die Ehrenrunde gedreht, wurde dann a g'scheits Bier angeboten. Und gern genommen und getrunken :)
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von HeGe » Mittwoch 25. April 2018, 14:10

katholisch.de... :roll:

Wer Priester will, braucht keine "Berufungen"

Aber klar, in der Entwicklung der Kirchen-NGO stört dieses ganze religiöse Gottesgedöns ja auch irgendwie nur.
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Iuxta crucem
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Iuxta crucem » Montag 4. Juni 2018, 20:56

Bei einem hat der Artikel aber recht, es braucht zwar eine Berufung zum Priesteramt, aber eine Stimme vom Himmel kommt recht selten. Ist schade, dann hätte man die Gewissheit, so versucht einem das Umfeld diese spinnerte Idee wieder auszutreiben.

Aber dass das Priesteramt hier als „normaler“ Beruf dargestellt wird, ist nicht realistisch, wenn ich einmal geweiht bin, dann bin ich mit Haut und Haar Priester, Kündigung geht da nicht.
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holzi
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von holzi » Montag 4. Juni 2018, 22:06

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 24. April 2018, 11:37
[...]Hä? was ist das? Ja, die Brauerei Bischofshof gehört dem Bistum. Deswegen müssen wir das Bier der Brauerei Bischofshof herumfahren. Schmeckt aber greislich. So. Brauereibischofshofbier hat die Ehrenrunde gedreht, wurde dann a g'scheits Bier angeboten. Und gern genommen und getrunken :)
Mittlerweile kann man das Bier gut trinken, das Weizen und das Dunkle sind richtig gut. Helles und Pils so lala.
Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus » Dienstag 5. Juni 2018, 09:31

holzi hat geschrieben:
Montag 4. Juni 2018, 22:06
Petrus hat geschrieben:
Dienstag 24. April 2018, 11:37
[...]Hä? was ist das? Ja, die Brauerei Bischofshof gehört dem Bistum. Deswegen müssen wir das Bier der Brauerei Bischofshof herumfahren. Schmeckt aber greislich. So. Brauereibischofshofbier hat die Ehrenrunde gedreht, wurde dann a g'scheits Bier angeboten. Und gern genommen und getrunken :)
Mittlerweile kann man das Bier gut trinken, das Weizen und das Dunkle sind richtig gut. Helles und Pils so lala.
danke Dir, holzi, für Deine Fachberatung, und für Deinen Denk-Anstoß, weil:

Regensburg mag ich, und meinem ehemaligen Bischof Rudolf Graber (Gott hab' ihn selig) statte ich dort immer gern einen Besuch ab.

ich möchte gern wieder mal dahin.

Peter.
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Protasius
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Protasius » Sonntag 1. Juli 2018, 13:14

Kürzlich bin ich auf ein paar interessante englischsprachige Videos gestoßen, die in den 60ern von den Franziskanern bzw. Paulisten zur Berufungsförderung gedreht wurden.



Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Sonntag 1. Juli 2018, 18:59

kath.net hat geschrieben:Theologe: Junge Generation der Seminaristen konservativ geworden.

Spiritual des überdiözesanen Priesterseminars St. Georgen in Frankfurt: "Insofern mögen sie die jetzige Gestalt der Kirche nicht, weil ihnen momentan viel zu viel offen erscheint und in Frage gestellt wird".
Schon interessant, daß diese Nachricht aus einem Seminar kommt, dessen Hoch­schule in der Ver­gan­gen­heit an Modernismus und Offenheiten kaum zu überbieten war. — Jesuiten halt.
Gruß
Jürgen

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holzi
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von holzi » Montag 2. Juli 2018, 06:38

Petrus hat geschrieben:
Dienstag 5. Juni 2018, 09:31
danke Dir, holzi, für Deine Fachberatung, und für Deinen Denk-Anstoß, weil:

Regensburg mag ich, und meinem ehemaligen Bischof Rudolf Graber (Gott hab' ihn selig) statte ich dort immer gern einen Besuch ab.

ich möchte gern wieder mal dahin.

Peter.
Gerne!
PN, wenn's soweit ist!
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Petrus » Montag 2. Juli 2018, 10:55

danke, ich freu' mich drauf. :ja:

Peter.
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Arkadi
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Arkadi » Donnerstag 5. Juli 2018, 00:46

Für mich treffen zu der Frage nach dem Priesterbild folgende Bibelstellen aufeinander:

"3 1 Das Wort ist glaubwürdig: Wer das Amt eines Bischofs anstrebt, der strebt nach einer großen Aufgabe. 2 Deshalb soll der Bischof ein Mann ohne Tadel sein, nur einmal verheiratet" 1. Timotheus 3, 1-2

"Denn manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer es erfassen kann, der erfasse es." Mätthäus 19, 12

"Der Geist aber sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, 2 getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. 3 Sie verbieten die Heirat.." 1. Timotheus 4, 1-3

"Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. 19 Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein" Matthäus 16, 18-19

Wie ich das sehe: Grundsätzlich bin ich nicht gegen das Zölibat, sehe darin durchaus viele Vorteile, wenn es denn freiwillig ist. Enthaltsamkeit ist generell jedem zu empfehlen, aber nun kommen wir zu den Bibelstellen:

Die erste sagt ganz klar, dass ein Bischof einmal verheiratet sein darf. Die zweite Stelle sagt: Nicht jeder ist zur Ehe bestimmt. Die dritte sagt: Wer die Heirat verbietet, ist ein Lügner. Und die vierte Stelle rechtfertigt letztlich das Zölibat in der Katholischen Kirche, alles was auf Erden von der Kirche bestimmt wird, gilt auch im Himmel, es kann aber auch gelöst werden, somit gäbe es mehr Männer, die Priester werden würden.

Wenn man dann noch diesen ganzen ketzerischen Wissenschaftskram aus dem Theologiestudium entfernen würde und die Priesterausbildung nur aus Glaubensgrundsätzen bestehen würde, dann würde ich sofort wieder mein Theologiestudium fortführen. Aber unter diesen Umständen, dass es an einer Uni gelehrt wird, die alles dafür tut, dass man nicht glaubt, sehe ich keine Zukunft.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Gott daran Gefallen hat. Natürlich ist kritisches Denken wichtig, aber permanent im Studium von Dozenten zu hören, dass die Bibel erstunken und erlogen ist, ist auf Dauer anstrengend und nervig, weshalb ich mein Theologiestudium abgebrochen habe.

Meine Vorstellung von dem Studium war eher, dass ich meinen Glauben mit anderen teilen kann, stattdessen traf das Gegenteil ein. Ich bewundere Priester, die soviel Durchhaltevermögen haben, sich diese ganzen Humbug über 5 Jahre anzuhören.

Ich stelle die Katholische Kirche nicht infrage und verstehe auch die Gründe, wieso das Zölibat besteht, aber letztlich wissen alle, dass Priester nur Menschen sind und es besser ist mit einer Frau in einer Ehe zu schlafen, als sich die Befriedigung woanders zu suchen. Es sind Menschen und es ist eben nicht einfach enthaltsam zu leben, die Gefahr besteht auch, dass der Feind umso mehr Macht bekommt, weil man es nicht aushält so zu leben, das auch einige Missbrauchsvorfälle gezeigt haben, wo Priester den inneren Kampf verloren haben, das ich auch nicht verurteile, da sie auch härter auf die Probe gestellt wurden und nicht durchgehalten habeny

Ich denke auch viele Priester und Bischöfe wollen nicht, dass etwas geändert wird, weil sie selbst ihr Leben dafür geopfert haben und nun andere es einfacher haben würden. Vielleicht ist das nicht fair, aber letztlich wünschen wir uns Priester, die auch glücklich sind und freiwillig darüber entscheiden, ob sie heiraten wollen oder nicht. Vielleicht wird Papst Franziskus das Zölibat wieder lösen, da die Bibel an keiner Stelle die Heirat verbietet, jedoch der Kirche die Vollmacht gibt, selbst darüber zu entscheiden. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Sonnabend 14. Juli 2018, 12:57


Da singt er auch noch.
Gruß
Jürgen

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Arkadi » Sonntag 15. Juli 2018, 19:03

Ich denke der liebe "Theophilos" wird schnell merken, dass "man nicht zwei Herren dienen kann, Gott und dem Mammon." Sein Zimmer beschreibt genau sein Innenleben: Auf der einen Seite ist Gott und die immaterielle Welt, auf der anderen Seite die materielle, die er nicht loslassen kann; er steht genau in der Mitte und glaubt eine Balance zu finden, aber das funktioniert nicht so, wie er sich das vorstellt.

Er ist noch jung und wird sich bald für eine Seite in seinem Zimmer entscheiden müssen, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg und Gottes Wege sind bekanntlich unergründlich.

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Sonntag 15. Juli 2018, 19:32

Mir scheint auch – zu­min­dest wenn man sich Blog und You­tu­be­ka­nal an­guckt – daß er wohl erst im ers­ten oder zwei­ten Se­mes­ter ist. Da sind die Leu­te noch nicht de­sil­lu­sio­niert. Das kommt spät­er. Daß er für DIE Diö­zese of­fen­bar als Vor­zei­ge­stu­dent gilt, ver­wun­dert nicht.
Gruß
Jürgen

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Arkadi » Sonntag 15. Juli 2018, 20:14

Er soll sich lieber eine hübsche Freundin suchen, heiraten, Kinder kriegen und nebenbei die Bibel studieren. Ich denke nicht, dass er das Zölibat durchhalten würde, er hat einfach zu viele offensichtliche Komplexe.

Ich sehe ihn eher in einem Job, indem er etwas verkaufen kann: Versicherungen, Kredite, Immobilien oder so. Aber er wird schon seinen Weg gehen und dass er überhaupt die Bibel liest, finde ich schonmal richtig gut. Schließlich können das die Wenigsten von sich behaupten. Der gute Wille ist da und auch wenn er wie eine Lachnummer rüberkommt, gefällt mir, dass er versucht sich zu reflektieren. Ich denke er ist sich diesem inneren Konflikt auch bewusst und versucht auf seine Art Lösungen zu finden.

Es gibt manche Christen, die sich eher von weltlichen Dingen distanzieren, nehmen Abstand von den meisten Menschen und andere, wie er, gehen auf Konfrontationskurs mit der Welt und stellen sich ihren Versuchungen.

Beide Wege sind schwierig. Ersteres kann zu Traurigkeit und Einsamkeit führen, letzteres zu verwirrten Gedanken und Enttäuschungen. Ein Christ hat es in jeder Hinsicht nicht einfach. Ich bevorzuge für mich den ersten Weg und gehe lieber Dingen aus dem Weg, die mich verwirren könnten: "Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach", viele kennen sich selbst und ihre Schwächen: Wenn man sich selbst auf die Probe stellt und sein Schicksal herausfordert, kann das auch mächtig in Hose gehen.

Auch wenn Gott für jede Versuchung einen Ausweg hat und keine Versuchung für den Menschen zu groß ist; sind und bleiben wir nur Menschen.

Als Christ kann man keine Kompromisse eingehen. Man hält sich entweder an das Wort Gottes oder lässt es lieber ganz bleiben. Mit halben Sachen belügt man sich nur selbst. Man kann nicht nur Dinge aus der Bibel herausnehmen, die einem gefallen und alles andere ignorieren.

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Juergen
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Juergen » Sonntag 15. Juli 2018, 23:13

Solche psychologischen Ferndiagnosen halte ich für sinnfrei.
Gruß
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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Raphaela » Sonntag 5. August 2018, 16:10

Arkadi hat geschrieben:
Sonntag 15. Juli 2018, 19:03
Ich denke der liebe "Theophilos" wird schnell merken, dass "man nicht zwei Herren dienen kann, Gott und dem Mammon." Sein Zimmer beschreibt genau sein Innenleben: Auf der einen Seite ist Gott und die immaterielle Welt, auf der anderen Seite die materielle, die er nicht loslassen kann; er steht genau in der Mitte und glaubt eine Balance zu finden, aber das funktioniert nicht so, wie er sich das vorstellt.
Er hat seine Anschauung und das ist gut so! Er treibt Sport und das ist - laut Ignatius von Loyola - auch gut.
Für Ignatius steht an 1. Stelle genügend Schlaf, an zweiter Stelle Bewegung/Sport. - Was also hier gemacht wird kann laut Ignatius gar nicht so schlecht sein.
Philipp Neri wiederum hat gesagt: Was würde Ignatius raten? - Dann mach genau das Gegenteil"

Was ich damit sagen will: Er wird seinen Weg machen und niemand von uns hat zu urteilen, ob es funktioniert oder nicht, ob er seine Mitte gefunden hat. Das weiß Gott allein, der jeden seinen je eigenen Weg gehen lässt.
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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Re: Fragen zu Priesterbild/-seminar/-nachwuchs

Beitrag von Raphaela » Sonntag 5. August 2018, 16:11

Juergen hat geschrieben:
Sonntag 15. Juli 2018, 23:13
Solche psychologischen Ferndiagnosen halte ich für sinnfrei.
:daumen-rauf: :daumen-rauf: :daumen-rauf:
Ich bin gerne katholisch, mit Leib und Seele!

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