Fragen zum Thema Orthodoxie

Ostkirchliche Themen.
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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias » Mittwoch 18. März 2015, 16:06

ad-fontes hat geschrieben:
Jeremias hat geschrieben: - Ein Ausdruck der persönlichen Frömmigkeit wird, direkt oder indirekt, zur Pflicht gemacht
Das Problem ist: es ist eben kein Ausdruck persönlicher Frömmigkeit (von Frauen, ein Kopftuch zu tragen; von Männern, in der Kirche genau anders herum keine Kopfbedeckung zu tragen, außer sie gehören zum Klerus oder Mönchtum), sondern das es ein Kirchengesetz ist, was eben in einigen (slawischen) Jurisdiktionen pflichtschuldiger beachtet wird, in anderen hingegen nicht mehr, so dass sich erst so DEIN Eindruck bilden konnte, das Kopftuchtragen sei Ausdruck persönlicher Frömmigkeit (außer bei Nonnen) - und dann wäre es in der Tat unerhört, nicht verschleierte Frauen als weniger orthodox zu bezeichnen oder sie zum Tragen zu drängen.
Bevor ich jetzt 7 Seiten durchforste (http://orthodoxe-bibliothek.de/index.ph ... cat_id=31), kannst du mir bitte sagen, wo dieses Kirchengesetz herkommt?
An anderer Stelle wird dieses nämlich als freiwillige Sitte (http://www.deutsch-orthodox.de/29/12/frauenkopftuch/) bezeichnet. Ansonsten finde ich nur Verweise auf Paulus, welcher (aufgrund der Zeit) natürlich keinerlei Ausnahmen für irgendwen kennt.
ad-fontes hat geschrieben:
Jeremias hat geschrieben: - Die in der Orthodoxie grassierende schiefe Behandlung der beiden Geschlechter
Wie meinst du das? Spielt es eine Rolle ob Männlein oder Weiblein, werden nicht alle Laien gleich behandelt?
Noch nichtmal in der sonst eher liberalen griechischen Metropolie... "Frauen sollen nicht singen", "Mädchen dürfen keine Messdiener sein", "Frauen sollen nicht hinter die Ikonostase".
Mancherorts werden atheistische Filmteams in den Altarraum gelassen, aber keine orthodoxen Frauen?
Von einer korrekten Behandlung sind wir weit entfernt.

Das mit dem Klerus will ich hierbei gar nicht ansprechen. Das Faß müssen wir nicht aufmachen.
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Fragesteller » Mittwoch 18. März 2015, 20:04

Jeremias hat geschrieben:Ich habe mit dem Kopftuch als Ausdruck persönlicher Frömmigkeit keinerlei Problem. Ich habe dann ein Problem, wenn unterschwellig oder offensichtlich solche Dinge zum Ausdruck besonders toller Orthodoxie erhoben werden.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie die wirklich freie Entscheidung für diesen "Ausdruck persönlicher Frömmigkeit" funktionieren soll. Wenn nicht in irgendeiner Form eine Norm oder Wertvorstellung im Hintergrund ist, die das Kopftuch (als Sonderregel für Frauen) "zum Ausdruck besonders toller Orthodoxie" erhebt, ist es ja gerade kein "Ausdruck persönlicher Frömmigkeit", sondern ein reines Modeaccessoire. (Dir ist allerdings insofern rechtzugeben, als diese Norm oder Wertvorstellung nicht notwendig die Form einer Pflicht annehmen oder Anlass zur Überheblichkeit derer, die sie befolgen, sein müsste).

Mary
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary » Mittwoch 18. März 2015, 22:49

Fragesteller hat geschrieben:
Jeremias hat geschrieben:Ich habe mit dem Kopftuch als Ausdruck persönlicher Frömmigkeit keinerlei Problem. Ich habe dann ein Problem, wenn unterschwellig oder offensichtlich solche Dinge zum Ausdruck besonders toller Orthodoxie erhoben werden.
Ich kann mir nicht vorstellen, wie die wirklich freie Entscheidung für diesen "Ausdruck persönlicher Frömmigkeit" funktionieren soll. Wenn nicht in irgendeiner Form eine Norm oder Wertvorstellung im Hintergrund ist, die das Kopftuch (als Sonderregel für Frauen) "zum Ausdruck besonders toller Orthodoxie" erhebt, ist es ja gerade kein "Ausdruck persönlicher Frömmigkeit", sondern ein reines Modeaccessoire. (Dir ist allerdings insofern rechtzugeben, als diese Norm oder Wertvorstellung nicht notwendig die Form einer Pflicht annehmen oder Anlass zur Überheblichkeit derer, die sie befolgen, sein müsste).
Der Ausdruck persönlicher Frömmigkeit kann sein, die Paulusstelle auf sich zu beziehen und deshalb das Tuch zu tragen. Oder es kann sein, sich in Demut an lokale Gepflogenheiten anzupassen.
Es gibt also durchaus noch Abstufungen zwischen "besonders toller Orthodoxie" und "reiner Mode".

lg Mary
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Jeremias
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Jeremias » Donnerstag 19. März 2015, 08:24

Was Mary sagt.
Auch bei uns gibt die Äthioperin, die sich zur Kommunion ein Kopftuch anzieht. Muss bei uns wirklich nicht sein (Griechen halt), aber ich finds OK. Wenn sie das für sich haben möchte, gerne.
Warum sie das tut, das geht mich schlicht nix an. Das kann sie mit ihrem Gewissen, wahlweise ihrem persönlichem Beichtvater ausmachen. Da habe ich nichts dran zu kamellen.
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Alles Titel, mit denen man mich bedenken kann, die deswegen mich trotzdem nicht gänzlich beschreiben.

Kirchenjahr
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Kirchenjahr » Mittwoch 23. September 2015, 20:12

Aus aktuellem Anlaß habe ich mal drei Fragen bezüglich der göttlichen Liturgie:

1. Bisher kannte ich es, dass vor Beginn der Liturgie (parallel zu den Vorbereitungsgesängen) in der ROK gebeichet wurde. Letzten Sonntag haben vor der Kommunion der Gläubigen bestimmt nochmals fünf Gläubige gebeichet. Entspricht dem normalen Ablauf oder ist das dem Umstand geschuldet, dass den (spät) beichtenden die Möglichkeit zur Kommunionspendung noch eingeräumt werden soll?

2. Nach den Herrenworten hat der Priester eine kleine Metanie und nach der Epiklese eine große Metanie gemacht. Das hatte ich so bisher noch nicht gesehen oder eben nicht darauf geachtet.

3. Manche Gebete singt der Priester schneller, als ein Deutscher je reden würde.

Mary
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary » Mittwoch 23. September 2015, 21:50

Hallo, Kirchenjahr,
Kirchenjahr hat geschrieben: Letzten Sonntag haben vor der Kommunion der Gläubigen bestimmt nochmals fünf Gläubige gebeichet. Entspricht dem normalen Ablauf oder ist das dem Umstand geschuldet, dass den (spät) beichtenden die Möglichkeit zur Kommunionspendung noch eingeräumt werden soll?
Das kommt vor und es können auch deutlich mehr sein. Gern gesehen ist es nicht, und der Priester versucht auch, klar zu machen, dass man bitte vor der Liturgie oder am besten am Vorabend nach der Vesper beichten soll.
Besonders für Gläubige, die einen sehr langen Anfahrtsweg haben oder für Mütter mit kleinen Kindern ist die Beichte direkt vor der Kommunion manchmal der einzige Weg.
Kirchenjahr hat geschrieben: 2. Nach den Herrenworten hat der Priester eine kleine Metanie und nach der Epiklese eine große Metanie gemacht. Das hatte ich so bisher noch nicht gesehen oder eben nicht darauf geachtet.
Nicht drauf geachtet, denke ich. Dazu können Dir andere wohl mehr erklären.
Kirchenjahr hat geschrieben:3. Manche Gebete singt der Priester schneller, als ein Deutscher je reden würde.
Was ist hierzu deine Frage?

Lg Mary
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Anselmus
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Anselmus » Donnerstag 24. September 2015, 10:02

Kirchenjahr hat geschrieben: 2. Nach den Herrenworten hat der Priester eine kleine Metanie und nach der Epiklese eine große Metanie gemacht. Das hatte ich so bisher noch nicht gesehen oder eben nicht darauf geachtet.
Ja, so wird es normalerweise gemacht. Allerdings wird auch nur an Werktagen eine große Metanie gemacht. An Sonn- und Feiertagen wird auch nach der Epiklese nur eine kleine Metanie gemacht.

Kirchenjahr
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Kirchenjahr » Donnerstag 24. September 2015, 18:40

Mary hat geschrieben:
Kirchenjahr hat geschrieben:3. Manche Gebete singt der Priester schneller, als ein Deutscher je reden würde.
Was ist hierzu deine Frage?

Lg Mary
Warum ist das so? Ich bin dann immer ein wenig irritiert.

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary » Donnerstag 24. September 2015, 20:10

Kirchenjahr hat geschrieben: Warum ist das so?
Keine besondere Begründung.
Kirchenjahr hat geschrieben:Ich bin dann immer ein wenig irritiert.
Weshalb irritiert Dich das?

lg Mary
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Kirchenjahr » Donnerstag 24. September 2015, 21:55

Nunja, es befremdet mich. Hier in Deutschland ist es z. B. im Vergleich zu Spanien oder auch Russland nicht üblich so schnell zu reden. Wenn dann auch noch schneller gesungen wird, alswenn man normalerweise spricht, dann ist das noch mal eine Schüppe drauf.

Nichtsdestotrotz empfinde ich 2 Stunden göttliche Liturgie trotzdem als Interesse erweckend und authentisch, was ich für Gottesdienste anderer Glaubensgemeinschaften nicht empfinde.

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary » Donnerstag 24. September 2015, 22:06

Kirchenjahr hat geschrieben:Nunja, es befremdet mich.
Mit gings beim ersten Hören ähnlich.
Ich selbst bete oder psalmodiere zuhause auch nicht sooo schnell wie unser Lektor.

Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt und finde es eigentlich schön, sich von den Gebeten einfach mittragen zu lassen. Und Gott hört schon so schnell... denke ich mal ;)
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Juergen
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Juergen » Sonntag 18. Oktober 2015, 13:03

Auf der Internetseite der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Deuschland wird der Patriarch mit
»Seine dreiselige Heiligkeit«
betitelt. Woher kommt der Titel und was hat es mit dem „dreiselig“ auf sich?
:hmm:
Gruß
Jürgen

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Raphael
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Raphael » Dienstag 7. Juni 2016, 07:52

To whom it may concern:
dpa hat geschrieben:Ein türkischer Fernsehsender hat den islamischen
Fastenmonat Ramadan mit einer religiösen Sendung aus der Hagia Sophia
in Istanbul eröffnet - und damit Kritik in Griechenland ausgelöst.
Griechische Medien spekulierten, dies sei ein erster Schritt zur seit
Jahren von islamisch-religiösen Kreisen in der Türkei geforderten
Rückumwandlung der einstigen byzantinischen Kirche in eine Moschee.
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Tinius » Dienstag 7. Juni 2016, 15:07

Raphael hat geschrieben:To whom it may concern:
dpa hat geschrieben:Ein türkischer Fernsehsender hat den islamischen
Fastenmonat Ramadan mit einer religiösen Sendung aus der Hagia Sophia
in Istanbul eröffnet - und damit Kritik in Griechenland ausgelöst.
Griechische Medien spekulierten, dies sei ein erster Schritt zur seit
Jahren von islamisch-religiösen Kreisen in der Türkei geforderten
Rückumwandlung der einstigen byzantinischen Kirche in eine Moschee.
Die Hagia Sophia ist derzeit ein Musuem. Die faschistische Erdoganadministration wird nicht eher Ruhen, bis hier wieder eine Moschee komplett eingerichtet ist.
Türkiche (erdogankritische) Freunde tippen auf den 29. Mai 2023 als großes Erdogan-Fest mit Einweihung der Moschee und dann auf den 29. Oktober 2023 als Diktator-Fest in Ankara.

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offertorium
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von offertorium » Dienstag 7. Juni 2016, 18:38

Sie scheinen schon soweit zu sein: "Die Hagia Sophia in Istanbul wird für die Dauer des islamischen Fastenmonats Ramadan wieder zur Moschee."

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... er-moschee

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Fragesteller » Mittwoch 13. Juli 2016, 16:45

Wenn ich Bilder von armenishcen Liturgien sehe, sieht das für mich von der Optik her (Kirchenraumgestaltung, aber auch Mitren) irgendwie ziemlich klassisch westlich aus. Ist das Zufall? Falls nein: Welche Einflüsse waren hier relevant?

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ad-fontes
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von ad-fontes » Mittwoch 13. Juli 2016, 19:29

Fragesteller hat geschrieben:Wenn ich Bilder von armenishcen Liturgien sehe, sieht das für mich von der Optik her (Kirchenraumgestaltung, aber auch Mitren) irgendwie ziemlich klassisch westlich aus. Ist das Zufall? Falls nein: Welche Einflüsse waren hier relevant?
Naja, der große Vorhang, die Vielzahl an Diakonen und Altardiener etc. das sieht für mich schon noch "klassisch orientalisch" aus. Aber dein Eindruck ist insofern richtig, daß der armenische Ritus tatsächlich eine Latinisierung erfahren hat. Der wikipedia Artikel gibt leider nicht viel Brauchbares her:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Armenischer_Ritus

Der Gebrauch von Azymen (ungesäuertem Brot) ist jedoch älter als die Latinisierung, die wohl während und nach den Kreuzzügen stattfand, und dem armenischen Ritus bereits im 1. Jt. zu eigen.

Die Bekreuzigung von der linken zur rechten Schulter finden sich hingegen auch in den übrigen altorientalischen Kirchen (einschließlich der ostsyrischen/assyrischen Kirche).

Die Stellung des Credo nach dem Evangelium wäre eine weitere Parallele zum römischen Ritus.

Warum genau die armenische Liturgie latinisiert ist, weiß ich leider auch nicht. Stand die jetzige selbständige (monophysitische) Kirche zeitweise in Union mit Rom, so wie die jetzige "Apostolische Kirche des Ostens", während die heutige unierte "chaldäische Kirche" erst später mit Rom in Gemeinschaft trat? Auch die "maronitische Kirche" hat ihren Ritus latinisiert (ohne daß dies von außen aufgezwungen war, wie bei den Thomaschristen in Indien).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von PascalBlaise » Sonntag 21. August 2016, 21:10

Spricht etwas dagegen, Prosphoren zu essen, wenn sie einem angeboten werden? Würdet Ihr eher höflich annehmen oder ablehnen?
Ist eurer Meinung nach etwas prinzipiell dagegen einzuwenden, orthodoxe Gemeinschaften zu unterstützen: finanziell (ich meine jetzt nicht nur mal 2 €) und/oder durch persönlichen Arbeitseinsatz?
Es scheint für einen Katholiken unbedingt geboten zu sein, zuerst die katholische Kirche zu berücksichtigen, wenn man sich schon engagieren möchte...
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holzi
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von holzi » Sonntag 21. August 2016, 22:28

PascalBlaise hat geschrieben:Spricht etwas dagegen, Prosphoren zu essen, wenn sie einem angeboten werden? Würdet Ihr eher höflich annehmen oder ablehnen?
Annehmen und artig bedanken! Es ist Zeichen von großem Respekt, wenn der orth. Priester sie Dir als "Hetero" anbietet.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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martin v. tours
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von martin v. tours » Sonntag 29. Januar 2017, 20:25

Alexej Veselov hat geschrieben:
Sonntag 4. August 1974, 12:21
Grüß Gott!

Wegen der Diskussion zur Wiederheirat in der Orthodoxen Kirche, die oben stattgefunden hat:

Es ist tatsächlich so, dass in der orthodoxen Kirche einer Person nur einmal das Sakrament der Ehe gespendet wird. Einen Ritus der Scheidung gibt es nicht. Die zweite und die dritte Ehe tragen keinen sakramentalen Charakter mehr, sie sind ein von der Kirche gesegneter Bund von zwei Menschen, nur gebilligt, damit die Menschen, die nach einer Scheidung sowieso eine weitere Beziehung eingehen, nicht in Sünde leben. Die dritte Ehe wird von den Vätern "Gebändigte Unzucht" genannt. Für die zweite und dritte Ehe gibt es einen speziellen Ritus, siehe S. 24 ff http://www.obkd.de/Texte/OrdnungderKroenung-213.pdf

Entschuldigung das ich diese alte Frage rauskrame. Wie die orthodoxe Kirche die "Wiederverheiratung von Geschiedenen" sieht, ist mir jetzt klar.
Was mich interessieren würde: Seit wann gibt es diese Regelung in der orthodoxen Kirche?
Schon immer? Wenn es diese Regelung schon zur Zeit der Kirchenväter (gebändigte Unzucht) gegeben hat, war dann die Regelung im Osten anders als im Westen (vor der Kirchenspaltung).
Oder ist diese orthodoxe Praxis des gesegneten Bundes bei einer "zweiten Ehe" jüngeren Datums ?
Danke für eure Antworten.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Marcus, der mit dem C » Montag 30. Januar 2017, 07:25

martin v. tours hat geschrieben:
Montag 16. September 1974, 14:56
Alexej Veselov hat geschrieben:
Sonntag 4. August 1974, 12:21
Grüß Gott!

Wegen der Diskussion zur Wiederheirat in der Orthodoxen Kirche, die oben stattgefunden hat:

Es ist tatsächlich so, dass in der orthodoxen Kirche einer Person nur einmal das Sakrament der Ehe gespendet wird. Einen Ritus der Scheidung gibt es nicht. Die zweite und die dritte Ehe tragen keinen sakramentalen Charakter mehr, sie sind ein von der Kirche gesegneter Bund von zwei Menschen, nur gebilligt, damit die Menschen, die nach einer Scheidung sowieso eine weitere Beziehung eingehen, nicht in Sünde leben. Die dritte Ehe wird von den Vätern "Gebändigte Unzucht" genannt. Für die zweite und dritte Ehe gibt es einen speziellen Ritus, siehe S. 24 ff http://www.obkd.de/Texte/OrdnungderKroenung-213.pdf

Entschuldigung das ich diese alte Frage rauskrame. Wie die orthodoxe Kirche die "Wiederverheiratung von Geschiedenen" sieht, ist mir jetzt klar.
Was mich interessieren würde: Seit wann gibt es diese Regelung in der orthodoxen Kirche?
Schon immer? Wenn es diese Regelung schon zur Zeit der Kirchenväter (gebändigte Unzucht) gegeben hat, war dann die Regelung im Osten anders als im Westen (vor der Kirchenspaltung).
Oder ist diese orthodoxe Praxis des gesegneten Bundes bei einer "zweiten Ehe" jüngeren Datums ?
Danke für eure Antworten.
Ich kann keinerlei Fachkenntnis auf dem Gebiet mein Eigen nennen, meine mich aber zu erinnern gelesen zu haben, daß die Erlaubnis zur Zweit- und Drittehe mit dem Oströmischen (Byzantinischen) Kaisertum zusammenhängt. Ich weiß noch, daß ich dabei dachte, sowas hatten wir später ja auch in England unter Henry VIII.

Bei einer schnellen Googlesuche fand ich folgendes Zitat: "Der Hl. Basilius sagt: Eine zweite und dritte Ehe ist zwar eine Schande für die Kirche aber es ist besser als wenn diese Menschen in offener Hurerei leben (wilde Ehe)- getrennt von der Kirche." Echtheit nicht durch mich verbürgt. Das spricht für eine Praxis, die bis ins 4te Jahrhundert zurückreicht.
"Das katholische Modell ist ja seit 2000 Jahren am Scheitern und daher dringend ablösungsbedürftig"

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von martin v. tours » Montag 30. Januar 2017, 19:34

Danke für die Antwort. Das dies bis an die Kirchenväterzeit zurückreicht ha ja auch Alexej Veselov so gepostet.
Wenn dies so wichtig ist bleibt die Frage wie das zu dieser zeit im "Westen" gehandhabt wurde.
Damals war die Orthodoxe und die Katholische Kirche ja noch eine Kirche. Das es, gerade in einem solchen Bukt unterschiedliche Regelungen gegeben hätte, würde mich wundern.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Amigo
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Amigo » Montag 7. Januar 2019, 10:56

Kleine Frage: Wie ist es eigentlich um den "längerfristigen Trend zum Meßbesuch" in orthodoxen Gemeinden bestellt? In der deutschsprachigen Welt ist ja in den letzten Jahrzehnten eine unübersehbare Schrumpfung der "offiziellen Katholikenzahlen" zu sehen, sowohl in absoluten Zahlen als auch als Bevölkerungsanteil. Der Anteil von Sonntags-Meßbesuchern unter den Katholiken ist hingegen seit ca. 20 Jahren einigermaßen konstant (in Österreich ca. 12%). In gewissen Kreisen der katholischen Kirche wird ja dieser Schwund mit dem 2. Vatikanum und der Liturgiereform ursächlich in Verbindung gebracht. Mich würde interessieren, ob die Orthodoxen - die ja kein Konzil und keine Liturgiereform hatten, aber ansonsten ebenso in "modernistischen Gesellschaften" agieren - ähnliche Trends erleben.

Lazzaro
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Lazzaro » Sonntag 13. Januar 2019, 07:49

Also: "Messbesuch" gibt es bei uns nicht. Wir reden von Gottesdienstbesuch.

Zur Frage: Statistiken werden bei uns kaum geführt, wenn dann höchstens auf Gemeindeebene.

Als theoretische Gemeindemitglieder werden einfach alle Menschen mit dem entsprechenden nationalen Nachnahmen angegeben.
Das führt dann bei den Russen zu Doppelzählungen mit der jüdichen Gemeinde. Aus W. weiß ich das ganz konkret.
Kurz: Nichts genaues weiß man nicht.

Gesammtorthodox ist der Gottesdienst ist der Gottesdienstbesuch relativ stabil. Das liegt möglicherweise auch an dem Zuzug neuer Arbeitnehmer aus Osteuropa. Es gibt aber überall Schwankungen.

Der Fundamentale unterschied zu den Lateinern ist der, daß wir unsere Gottesdienste nach dem Kirchenjahr und nicht nach den zu erwartenden Gläubigen festliegen. Daher sind wir an Statistiken weniger interessiert.

Lazarus

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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von Mary » Dienstag 15. Januar 2019, 16:03

Lazzaro hat geschrieben:
Sonntag 13. Januar 2019, 07:49

Der Fundamentale unterschied zu den Lateinern ist der, daß wir unsere Gottesdienste nach dem Kirchenjahr und nicht nach den zu erwartenden Gläubigen festliegen. Daher sind wir an Statistiken weniger interessiert.

Lazarus
Genau so. Das kann dann auch mal sein, dass in einer Vesper unter der Woche weniger Gläubige in der Kirche stehen als in der Chorecke und im Altar. Aber das macht nichts.
Ebenso ist eine Verschiebung von Festen auf den nächstliegenden Sonntag bei uns keine Option. ;)
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Re: Fragen zum Thema Orthodoxie

Beitrag von fyndig » Donnerstag 17. Januar 2019, 22:41

Amigo hat geschrieben:
Montag 7. Januar 2019, 10:56
In gewissen Kreisen der katholischen Kirche wird ja dieser Schwund mit dem 2. Vatikanum und der Liturgiereform ursächlich in Verbindung gebracht. Mich würde interessieren, ob die Orthodoxen - die ja kein Konzil und keine Liturgiereform hatten, aber ansonsten ebenso in "modernistischen Gesellschaften" agieren - ähnliche Trends erleben.
Sicher eine interessante Frage, aber Orthodoxe in der Diaspora sind bestimmt nicht repräsentativ: Für die erste Einwanderergeneration ist die Kirche auch Heimatverein, die folgenden Generationen suchen vielleicht schon nach ihren Wurzeln bzw. nach Identität in einer pluralen Gesellschaft. Das ist nicht negativ gemeint, sondern ein ganz normaler Prozess.

Ich habe mal versucht, ein paar Zahlen zum Gottesdienstbesuch aus verschiedenen Ländern herauszufinden. Aber auch die halte ich für wenig aussagekräftig, da jedes Land seine eigene historische und soziale Entwicklung durchgemacht hat und die Frage nach der Liturgie bei der Häufigkeit des Gottesdienstbesuchs wohl kaum eine Rolle spielen dürfte. Wichtiger ist eher, ob Religion gefördert oder unterdrückt war, welchen Ruf die Kirchen haben usw.

Das Pew Research Center hat eine interessante Studie zu Mittel- und Osteuropa herausgebracht. Bei den wöchentlichen Gottesdienstbesuchern (aller Religionen) ist natürlich Polen an der Spitze mit 41% der Bevölkerung, dann folgen das multireligiöse Bosnien, das kath. Kroatien und das orth. Rumänien mit je 24%.
http://www.pewforum.org/2017/05/10/reli ... practices/

Interessanter ist natürlich die Frage, wie hoch der Prozentsatz der Gläubigen ist, die wöchtentlich in die Kirche gehen. Da haben die Katholiken klar die Nase vorne (Katholiken in Bosnien 54%, Polen 45%, Ukraine - überwiegend byzant. Ritus- 43%, Kroatien 27%..., Orthodoxe in Rumänien 21%, Georgien 17%, Griechenland 17%, Moldavien 13%...Russland 6%!...).
http://www.pewforum.org/2017/05/10/reli ... rn-europe/

Ein paar Gedanken dazu: Es handelt sich um Selbstauskünfte. Möglicherweise neigen die Katholiken wg. der Sonntagspflicht zur Überschätzung? Katholiken sind oft in der Minderheit (z.B. Bosnien, Belarus). Da sind vielleicht Zusammenhalt und soziale Kontrolle höher?

Interessant ist ein Vergleich zwischen Serbien und Kroatien - jahrzehntelang Teile Jugoslawiens, quasi gleiche Sprache, homogene Bevölkerung mit je ca. 85% orthodox bzw. katholisch, außerdem sind Religion und Nationalität/Nationalismus jeweils ähnlich stark miteinander verquickt. 6% der orthodoxen Serben gehen wöchentlich in den Gottesdienst, aber 27% der katholischen Kroaten.

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