"Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

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Juergen
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Dienstag 26. Mai 2015, 12:22

Juergen im Strang zur Abschaffung des Pfingstmontags hat geschrieben:Hier noch ein anderes Beispiel (KLICK): Im ganzen Pastoralverbund, der aus 11 Gemeinden besteht, gibt es nur eine einzige Messe am Pfingstmontag. Diese findet nicht in einer Kirche statt, sondern draußen in einem Reitstadion (bei Schloß Wocklum). Die Gemeinden sollen alle als „Sternwallfahrt“ dorthin pilgern.
Der Pfarrer muß ja eigentlich froh sein, daß heutzutage nur noch 1% der Katholiken in die Messe gehen und bei solchen Veranstaltungen noch einige weniger. Ansonsten hätte es heute Morgen mit 1. Messbesuchern zu tun gehabt.
Gekommen sind dann rund 8 (< 8%) Gläubige zu der Messe in der ein Neupriester, der vorher dort Diakon war, seine Nachprimiz gefeiert hat. — Aber das nur 8 Leute kamen lag natürlich alles nur am Wetter, wie man in der Zeitung lesen kann. Das ist praktisch, dann brauchen die Verantworlichen im Pastoralverbund die Gründe nicht bei sich selbst suchen. Für das Wetter kann ja nun wirklich niemand was.
211 und 212 waren es rund 14–15 Gläubige, 213 fiel die Wallfahrt aus, weil durch Regen der Platz in Wocklum nicht zu benutzen war. Die Messe fand in Balve in der Pfarrkirche statt. 214 führte die Wallfahrt nach Garbeck. Dort haben etwa 1 Leute Platz. Als „Zugpferd“ war der aus dem Karneval bekannte „Bergische Jung“ dort.
Innerhalb von 4 Jahren sank die Zahl um 43% von 14 auf 8


Berichte und Bildern:
- Text: http://www.derwesten.de/staedte/balve/8 ... 9565.html
- Bilder: http://www.derwesten.de/staedte/balve/h ... 9847.html
- Text: http://www.come-on.de/lennetal/balve/st ... 43147.html
- Bilder: http://www.come-on.de/lennetal/balve/st ... 4283.html


Feierliche Regieanweisung an die Kommunionhelferinnen…

Ich frage mich, warum man bei 8 Gläubigen und 11 oder 12 anwesenden geweihten Amtsträgern inkl. eines Weihbischofs überhaupt Kommunionhelfer braucht?
:umkuck:
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Donnerstag 28. Mai 2015, 13:18

http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... 19323.html

Farbe Grün bestimmt das Zukunftsbild
Wenden. Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Dekanates Südsauerland sind zuversichtlich. In Wenden gaben sie ihrer Hoffnung Ausdruck, mit dem verabschiedenen Zukunftsbild auf dem richtigen Weg zu sein.

…Denn die hauptamtlichen Mitarbeiter der Gemeinden im Dekanat Südsauerland waren aufgefordert, ein Glas Wasser entweder ganz oder auch nur in Teilen in ein Behältnis ihrer Wahl zu leeren. „Ich habe die Hoffnung“ (grün), „Ich habe die Sorge“ (gelb) und „Ich bezweifle“ (rot) waren die Auswahlmöglichkeiten – deutlich setzte sich die Hoffnung durch, mit dem im Oktober verabschiedeten Zukunftsbild im Erzbistum auf dem richtigen Weg zu sein…
:patsch:
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Donnerstag 28. Mai 2015, 13:20

Juergen hat geschrieben:
http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... 19323.html

Farbe Grün bestimmt das Zukunftsbild
Wenden. Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Dekanates Südsauerland sind zuversichtlich. In Wenden gaben sie ihrer Hoffnung Ausdruck, mit dem verabschiedenen Zukunftsbild auf dem richtigen Weg zu sein.

…Denn die hauptamtlichen Mitarbeiter der Gemeinden im Dekanat Südsauerland waren aufgefordert, ein Glas Wasser entweder ganz oder auch nur in Teilen in ein Behältnis ihrer Wahl zu leeren. „Ich habe die Hoffnung“ (grün), „Ich habe die Sorge“ (gelb) und „Ich bezweifle“ (rot) waren die Auswahlmöglichkeiten – deutlich setzte sich die Hoffnung durch, mit dem im Oktober verabschiedeten Zukunftsbild im Erzbistum auf dem richtigen Weg zu sein…
:patsch:
In der Tat peinlich.
Ich hätte das Glas einfach ausgetrunken... :emil: :nuckel:

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Vir Probatus » Donnerstag 28. Mai 2015, 16:15

Juergen hat geschrieben:
http://www.derwesten.de/staedte/nachric ... 19323.html

Farbe Grün bestimmt das Zukunftsbild
Wenden. Die hauptamtlichen Mitarbeiter des Dekanates Südsauerland sind zuversichtlich. In Wenden gaben sie ihrer Hoffnung Ausdruck, mit dem verabschiedenen Zukunftsbild auf dem richtigen Weg zu sein.

…Denn die hauptamtlichen Mitarbeiter der Gemeinden im Dekanat Südsauerland waren aufgefordert, ein Glas Wasser entweder ganz oder auch nur in Teilen in ein Behältnis ihrer Wahl zu leeren. „Ich habe die Hoffnung“ (grün), „Ich habe die Sorge“ (gelb) und „Ich bezweifle“ (rot) waren die Auswahlmöglichkeiten – deutlich setzte sich die Hoffnung durch, mit dem im Oktober verabschiedeten Zukunftsbild im Erzbistum auf dem richtigen Weg zu sein…
:patsch:
Wer in diesem Erzbistum am Zukunftsbild zweifelt, der zweifelt an Gott. Das ist ein Dogma.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Gallus » Donnerstag 28. Mai 2015, 17:13

Juergen hat geschrieben: :patsch:
Irgendwann werden sich Kirchenhistoriker fragen, wann der Niedergang der Kirche in Deutschland begonnen hat. Die Antwort: Damals, als die Pastoral und die Kirche insgesamt zu einer Spielwiese wurden für Leute, die eigentlich Sonderpädagogen für Kleinstkinder sein wollten.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Sonntag 31. Mai 2015, 15:51

Oh, ein Professor an der Theologischen Fakultät in Paderborn wagt den Widerspruch gegen die Dogmen der Struktur-Pastoral.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... ozessen-ab

Zurück zur Seelsorge
Paderborner Theologe Haslinger übt scharfe Kritik an diözesanen Strukturprozessen
Die Kirche in Deutschland wandelt "offensichtlich auf einem Irrweg", befindet der Paderborner Theologe Herbert Haslinger. In einem Beitrag für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Herder Korrespondenz" rechnet der Professor für Pastoraltheologie, Homiletik und Religionspädagogik mit diözesanen Strukturprozessen zur Neuordnung der Seelsorgestrukturen ab. Statt das Gemeindeleben auf immer mehr Aktivität auszurichten, fordert Haslinger eine "Rückkehr zur Seelsorge"…
…Die unter diesen Umständen neu geschaffenen Strukturen "basieren nicht wirklich auf einer theologischen Orientierung", urteilt der Theologe. Sozialwissenschaftlich klingende Schlagworte dienten letztlich nur dazu, die Unzulänglichkeiten der Konzepte zu verschleiern…
…"Wenn an den derzeitigen Strukturbildern festgehalten wird, geht die pastorale Praxis in den Gemeinden und gehen die Gemeinden als Ort pastoraler Praxis zugrunde."…
:klatsch:
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Cath1105 » Sonntag 31. Mai 2015, 18:29

Juergen hat geschrieben:
Juergen im Strang zur Abschaffung des Pfingstmontags hat geschrieben:Hier noch ein anderes Beispiel (KLICK): Im ganzen Pastoralverbund, der aus 11 Gemeinden besteht, gibt es nur eine einzige Messe am Pfingstmontag. Diese findet nicht in einer Kirche statt, sondern draußen in einem Reitstadion (bei Schloß Wocklum). Die Gemeinden sollen alle als „Sternwallfahrt“ dorthin pilgern.
Der Pfarrer muß ja eigentlich froh sein, daß heutzutage nur noch 1% der Katholiken in die Messe gehen und bei solchen Veranstaltungen noch einige weniger. Ansonsten hätte es heute Morgen mit 1. Messbesuchern zu tun gehabt.
Gekommen sind dann rund 8 (< 8%) Gläubige zu der Messe in der ein Neupriester, der vorher dort Diakon war, seine Nachprimiz gefeiert hat. — Aber das nur 8 Leute kamen lag natürlich alles nur am Wetter, wie man in der Zeitung lesen kann. Das ist praktisch, dann brauchen die Verantworlichen im Pastoralverbund die Gründe nicht bei sich selbst suchen. Für das Wetter kann ja nun wirklich niemand was.
211 und 212 waren es rund 14–15 Gläubige, 213 fiel die Wallfahrt aus, weil durch Regen der Platz in Wocklum nicht zu benutzen war. Die Messe fand in Balve in der Pfarrkirche statt. 214 führte die Wallfahrt nach Garbeck. Dort haben etwa 1 Leute Platz. Als „Zugpferd“ war der aus dem Karneval bekannte „Bergische Jung“ dort.
Innerhalb von 4 Jahren sank die Zahl um 43% von 14 auf 8


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- Bilder: http://www.come-on.de/lennetal/balve/st ... 4283.html


Feierliche Regieanweisung an die Kommunionhelferinnen…

Ich frage mich, warum man bei 8 Gläubigen und 11 oder 12 anwesenden geweihten Amtsträgern inkl. eines Weihbischofs überhaupt Kommunionhelfer braucht?
:umkuck:
Tja, ich war auch nicht dort. Es wird zu verschmerzen sein. Ein Gläubiger, mehr oder weniger, darauf kommt es doch wirklich nicht an. Bleibt die Frage nach dem, was sich heute nicht alles "Heilige Messe" nennt ....
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von umusungu » Sonntag 31. Mai 2015, 18:34

Cath1105 hat geschrieben:Bleibt die Frage nach dem, was sich heute nicht alles "Heilige Messe" nennt ....
und warum sollte dies keine "heilige Messe" gewesen sein in deinen Augen?

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Cath1105 » Sonntag 31. Mai 2015, 18:36

Meine Augen sind da relativ unbedeutend - frag mal zum Beispiel die FSSPX danach.
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Sonntag 31. Mai 2015, 18:41

Cath1105 hat geschrieben:Meine Augen sind da relativ unbedeutend - frag mal zum Beispiel die FSSPX danach.
Die FSSPX ist da nicht maßgebend. Auch wenn mir nicht gefällt, was der Pfarrer dort und nicht nur dort macht, so sind die Messen gültig, obwohl sie nicht streng nach dem Meßbuch gefeiert werden.
Die Frage nach der Würdigkeit und der Angemessenheit der Art wie Liturgie gefeiert wird, ist natürlich eine ganz andere.
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Cath1105 » Sonntag 31. Mai 2015, 18:42

Ach, Jürgen - wenn Du wüsstest ...
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Sonntag 31. Mai 2015, 19:05

Juergen hat geschrieben:Oh, ein Professor an der Theologischen Fakultät in Paderborn wagt den Widerspruch gegen die Dogmen der Struktur-Pastoral.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... ozessen-ab

Zurück zur Seelsorge
Paderborner Theologe Haslinger übt scharfe Kritik an diözesanen Strukturprozessen
Die Kirche in Deutschland wandelt "offensichtlich auf einem Irrweg", befindet der Paderborner Theologe Herbert Haslinger. In einem Beitrag für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Herder Korrespondenz" rechnet der Professor für Pastoraltheologie, Homiletik und Religionspädagogik mit diözesanen Strukturprozessen zur Neuordnung der Seelsorgestrukturen ab. Statt das Gemeindeleben auf immer mehr Aktivität auszurichten, fordert Haslinger eine "Rückkehr zur Seelsorge"…
…Die unter diesen Umständen neu geschaffenen Strukturen "basieren nicht wirklich auf einer theologischen Orientierung", urteilt der Theologe. Sozialwissenschaftlich klingende Schlagworte dienten letztlich nur dazu, die Unzulänglichkeiten der Konzepte zu verschleiern…
…"Wenn an den derzeitigen Strukturbildern festgehalten wird, geht die pastorale Praxis in den Gemeinden und gehen die Gemeinden als Ort pastoraler Praxis zugrunde."…
:klatsch:
Bei der Herder-Korrespondez gibt es einen Kommentar online
https://www.herder-korrespondenz.de/hef ... berghuette

Sehr geehrter Prof. Hasslinger,
aus dem Artikel ist ein große Unzufriedenheit herauszulesen. Allerdings sehe ich in Ihren Ausführungen erstens einen viel zu undifferenzierten Blick auf die Situation den deutschen Diözesen, zweitens verfallen Sie in das selbe Denkmuster, welches Sie kritisieren. Sie "rechnen" sich die Pfarreigrößen unabhängig von der Lebenswelt der Menschen zurecht. Ihr Argumentation entlarvt sich dadurch selbst.
Dieser Kommentar stammt von einem Dechanten des Bistums Trier, der im Priesterrat sitzt. Ein Funktionär, der aktiv und „mittendrin“ in dem Schlamassel mitarbeitet, kritisiert den Autor.
Wie war das mit dem Baum und den Haustier…
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von umusungu » Sonntag 31. Mai 2015, 19:05

dann sag es uns bitte!

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Vir Probatus » Sonntag 31. Mai 2015, 21:55

Juergen hat geschrieben:Oh, ein Professor an der Theologischen Fakultät in Paderborn wagt den Widerspruch gegen die Dogmen der Struktur-Pastoral.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... ozessen-ab

Zurück zur Seelsorge
Paderborner Theologe Haslinger übt scharfe Kritik an diözesanen Strukturprozessen
Die Kirche in Deutschland wandelt "offensichtlich auf einem Irrweg", befindet der Paderborner Theologe Herbert Haslinger. In einem Beitrag für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Herder Korrespondenz" rechnet der Professor für Pastoraltheologie, Homiletik und Religionspädagogik mit diözesanen Strukturprozessen zur Neuordnung der Seelsorgestrukturen ab. Statt das Gemeindeleben auf immer mehr Aktivität auszurichten, fordert Haslinger eine "Rückkehr zur Seelsorge"…
…Die unter diesen Umständen neu geschaffenen Strukturen "basieren nicht wirklich auf einer theologischen Orientierung", urteilt der Theologe. Sozialwissenschaftlich klingende Schlagworte dienten letztlich nur dazu, die Unzulänglichkeiten der Konzepte zu verschleiern…
…"Wenn an den derzeitigen Strukturbildern festgehalten wird, geht die pastorale Praxis in den Gemeinden und gehen die Gemeinden als Ort pastoraler Praxis zugrunde."…
Da wird der Mann wohl Ärger kriegen: Die Leitlinien sind "Gesetz".
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Sonntag 31. Mai 2015, 21:57

Vir Probatus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Oh, ein Professor an der Theologischen Fakultät in Paderborn wagt den Widerspruch gegen die Dogmen der Struktur-Pastoral.
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... ozessen-ab

Zurück zur Seelsorge
Paderborner Theologe Haslinger übt scharfe Kritik an diözesanen Strukturprozessen
Die Kirche in Deutschland wandelt "offensichtlich auf einem Irrweg", befindet der Paderborner Theologe Herbert Haslinger. In einem Beitrag für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Herder Korrespondenz" rechnet der Professor für Pastoraltheologie, Homiletik und Religionspädagogik mit diözesanen Strukturprozessen zur Neuordnung der Seelsorgestrukturen ab. Statt das Gemeindeleben auf immer mehr Aktivität auszurichten, fordert Haslinger eine "Rückkehr zur Seelsorge"…
…Die unter diesen Umständen neu geschaffenen Strukturen "basieren nicht wirklich auf einer theologischen Orientierung", urteilt der Theologe. Sozialwissenschaftlich klingende Schlagworte dienten letztlich nur dazu, die Unzulänglichkeiten der Konzepte zu verschleiern…
…"Wenn an den derzeitigen Strukturbildern festgehalten wird, geht die pastorale Praxis in den Gemeinden und gehen die Gemeinden als Ort pastoraler Praxis zugrunde."…
Da wird der Mann wohl Ärger kriegen: Die Leitlinien sind "Gesetz".
Nö.
Der ist ordentlicher Professor: der darf das. :pfeif:
Gruß
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Montag 1. Juni 2015, 11:38

Heilige Kühe dürfen nicht geschlachtet werden. Also muss flugs eine Replik zu Haslingers Artikel her, in der zwei "junge Seelsorger" zu Wort kommen (müsste es nicht eigentlich "Seelsorgende" heißen? :narr: )...

"Zunächst einmal sehe ich diese Probleme, die Haslinger kritisiert, in der Praxis so gar nicht", sagt Christian Schröder. Er ist Pastoralassistent in der Innenstadtpfarrei Franziska von Aachen und dort zuständig für die Jugendkirche "kafarna:um".: :emil:

Den ganzen Artikel gibt's hier: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... k-ins-dorf
:zirkusdirektor: :nuckel:

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Montag 1. Juni 2015, 11:45

Niels hat geschrieben:Heilige Kühe dürfen nicht geschlachtet werden. Also muss flugs eine Replik zu Haslingers Artikel her, in der zwei "junge Seelsorger" zu Wort kommen (müsste es nicht eigentlich "Seelsorgende" heißen? :narr: )...

"Zunächst einmal sehe ich diese Probleme, die Haslinger kritisiert, in der Praxis so gar nicht", sagt Christian Schröder. Er ist Pastoralassistent in der Innenstadtpfarrei Franziska von Aachen und dort zuständig für die Jugendkirche "kafarna:um".: :emil:

Den ganzen Artikel gibt's hier: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... k-ins-dorf
:zirkusdirektor: :nuckel:
Auch junge Priester denken heute in Stufen der Karriereleiter.


Daraus:
"Das wäre für die Kirche nicht klug, weil sich einfach die Lebenssituationen der Menschen verändert haben", antwortet Schröder. Die Gläubigen würden die Kirche oftmals nicht an ihrem Wohnort suchen, sondern dort, wo sich etwa ihr Freizeitleben abspielt.
Richtig. Aber auch an dem Ort, wo sich das Freizeitleben abspielt, gibt es in der neuen Pastoral keine „Kirche vor Ort“ mehr. Auch dort gibt es keine „Gemeinde der Freizeitler“. Dort gibt es hin und wieder Angebote, die mal passen und man nicht passen. Es gibt aber keine Gemeinde, geschweige denn eine Gemeinschaft.
Überhaupt sei der Wunsch, alle seelsorglichen Bedürfnisse in der Gemeinde vor Ort stillen zu können, "der Wunsch einer kleinen Minderheit."…
Ja, es ist eine kleine Minderheit. In Prozentzahlen ausgedrückt sind es die 8–1% die sonntags noch in die Kirche gehen.
Wenn in einer solchen Situation das kirchliche Leben aus dem Dorf verschwindet, müsse man eben pragmatisch sein, so Krems. "Die Gläubigen müssen mobiler werden. In anderen Lebensbereichen sind sie es ja auch."
Was die Leute „müssen“ und was nicht, sollten die Leute mal selbst entscheiden.
Gruß
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Reinhard » Montag 1. Juni 2015, 13:18

Bemerkenswert ist, dass sich diese Aachener Seelsorger nur auf einen kleinen Nebenaspekt konzentrieren, nämlich die gemeindliche Zuordnung. (egal warum, ob sie das Hauptanliegen Hasslingers nicht verstanden haben, oder ihm "intuitiv ausweichen" sprich: es verdrängen)
Damit ist es inhaltlich überhaupt keine Widerlegung der Kritik Hasslingers.

Ähnliches erlebe ich auch in unserem Bistum: da entwickelt das Generalvikariat ein "Zukunftsbild", das sich liest wie frisch vom Unternehmensberater, bringt es mit großem Getöse unter die Leute und versucht, damit zu begeistern.
Das klappt natürlich nur strohfeuermäßig, wenn überhaupt.

Es fehlt jede Nachhaltigkeit, z.B. kommt "Gebet" darin überhaupt nicht vor. Dabei wäre das überhaupt erstmal der erste Angelpunkt, um etwas inhaltlich in Bewegung zu setzen ...

Aber gut, es nützt nichts, jetzt den Rohrspatz zu geben und zu schimpfen. Das einzig sinnvolle ist, das Alternativprogramm ganz ruhig zu benennen und vorzuleben: selber zu beten, allein und in Gebetsgruppen. Und die wirklichen Grundlagen des Glaubens in Gesprächen rechts und links zu vertreten, die Leute einzuladen, sich existentiell auf Gott zu verlassen.
Mehr ist nicht nötig. Die faktische Macht dieser Waffen wird für sich selber sprechen. :ja:

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Montag 1. Juni 2015, 13:30

Bei Dingen wie z.B. dem sogenannten „Zukunftsbild“ des Erzbistums Paderborn finde ich es interessant, wer da mitgearbeitet hat.
http://kikreukreu.blogspot.de/214/1/d ... chert.html

Be­reits im Ju­li ver­mel­de­te die Wer­be­agen­tur „die Eta­gen“ aus Os­na­brück je­doch schon ih­ren Er­folg auf ih­rer Ho­me­pa­ge:
  • »Eta­gen si­chern sich das Bud­get des ka­tho­li­schen Erz­bis­tums Pa­der­born
    In Deutsch­land gibt es ins­ge­samt 7 ka­tho­li­sche Erz­bi­stümer – ei­nes da­von ist das Erz­bis­tum Pa­der­born. Die Eta­gen konn­ten sich im Pitch zur Neu­aus­rich­tung des Erz­bis­tums durch­set­zen. Das neue Leit­bild im Zu­ge des Diö­ze­sa­nen Fo­rums wird aus der Hand der Os­na­brücker Krea­ti­ven kom­men.
    Das Eta­gen-Team freut sich auf die­se span­nen­de Her­aus­for­de­rung, auf vi­su­el­le Wei­se die Ver­än­de­rung der ka­tho­li­schen Kir­che zu spie­geln und in die Ge­mein­den zu trans­por­tie­ren.«
Wenn man die viele der hohlen Phrasen in dem Zukunftsbild liest, sollte man immer bedenken, daß da eine Werbeargentur die Finger im Spiel hatte.


Zu dem „Zukunftsbild“ gibt es seit kurzem ein „Werkbuch“
-> http://zukunftsbild-paderborn.de/beitra ... unftsbild/
Derzeit ist es nur in digitaler Form zugänglich. Eine Publikation in Papierform ist aber geplant.

Das ganze Buch liest sich wie eine umfangreiche Beschäftigungstherapie für Haupt- und Ehrenamtliche. Am Ende können sie alle sicher sein, zumindest irgendwas gemacht zu haben.
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. Juni 2015, 14:22

Die ersten Folgen der neuen pastoralen Ansätze, Strukturrefomen etc. werden langsam offensichtlich:
http://www.soester-anzeiger.de/lokales/ ... 63211.html

Pfarrer Ludger Eilebrecht wechselt an den Möhnesee

Möhnesee - Um die „Kirche am See“ wird sich künftig Pfarrer Ludger Eilebrecht (50) aus Höxter kümmern. Der bisherige Pfarrdechant des Pastoralverbunds Corvey gibt seine dortige Tätigkeit im August ab und wird zum Herbst an den Möhnesee umziehen.


Pfarrer Eilebrecht hat am Sonntagabend in einem Gottesdienst in Boffzen bei Höxter seinerseits seinen Wechsel bekannt gemacht. In dieser persönlichen Stellungnahme hatte er erklärt, dass er zum 15. August auf seine Pfarrstelle in Höxter verzichte, um sich frei von Organisations- und Verwaltungsaufgaben ganz der seelsorglichen Tätigkeit zu widmen. Für den Pastoralverbund Corvey kam diese Entscheidung völlig überraschend, berichtet das Westfalenblatt am Montag. Eilebrecht hatte seinen Schritt mit der hohen Belastung begründet, die sein Amt als Pfarrdechant an St. Nikolai Höxter und Leiter des Pastoralverbundes Corvey mit sich bringe.
Gruß
Jürgen

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Die Kirche ist……?

Beitrag von Juergen » Donnerstag 4. Juni 2015, 11:46

Früher hätte man den Halbsatz: „Die Kirche ist…“ vielleicht mit „…der mystische Leib Christi“ oder ähnlichem ergänzt. Heute sind offenbar ganz andere Worte zu finden, um etwas über die Kirche auszusagen. Schickt man zum Beispiel auf der Internetseite einer deutschen Diözese eine Online-Bewerbung an die Personalabteilung des Generalvikariats ab, so erhält man folgende Rückmeldung:
Ihre Bewerbung wurde gespeichert.
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen.
Wir werden uns kurzfristig mit Ihnen in Verbindung setzen.
Die Kirche ist also ein Unternehmen.
Gruß
Jürgen

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Re: Die Kirche ist……?

Beitrag von Dieter » Donnerstag 4. Juni 2015, 11:49

Natürlich ist die Kirche -auch- ein Unternehmen. Was denn sonst? Eine Organisation mit Millionen von Mitgliedern kann nur nach straffen unternehmerischen Grundsätzen geführt werden.

Was die Kirche theologisch ist, darüber gehen die Meinungen ja bekanntlich auseinander.

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Re: Die Kirche ist……?

Beitrag von Juergen » Donnerstag 4. Juni 2015, 12:10

Dieter hat geschrieben:Natürlich ist die Kirche -auch- ein Unternehmen. Was denn sonst? Eine Organisation mit Millionen von Mitgliedern kann nur nach straffen unternehmerischen Grundsätzen geführt werden.
Ich erinnere daran, was Kardinal Cordes vor kurzem sagte
Wie bewerten Sie nun die Äußerung, wonach die deutsche Kirche keine „Filiale von Rom“ sei?

Als Sozialethiker mag sich Kardinal Marx in der Abhängigkeit der Filialen von Großunternehmen auskennen. Im Kontext Kirche passen solche Aussagen eher an den Stammtisch.
Für die Rede von der Kirche als Unternehmen gilt diese Aussage analog.
Gruß
Jürgen

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Re: Die Kirche ist……?

Beitrag von Vir Probatus » Freitag 5. Juni 2015, 20:46

Juergen hat geschrieben:Früher hätte man den Halbsatz: „Die Kirche ist…“ vielleicht mit „…der mystische Leib Christi“ oder ähnlichem ergänzt. Heute sind offenbar ganz andere Worte zu finden, um etwas über die Kirche auszusagen. Schickt man zum Beispiel auf der Internetseite einer deutschen Diözese eine Online-Bewerbung an die Personalabteilung des Generalvikariats ab, so erhält man folgende Rückmeldung:
Ihre Bewerbung wurde gespeichert.
Vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Unternehmen.
Wir werden uns kurzfristig mit Ihnen in Verbindung setzen.
Die Kirche ist also ein Unternehmen.
Solche Dinge gehen oft gar nicht an das "Unternehmen" sondern an eine mit der Sichtung beauftragte Agentur.
Und das ist deren automatische Antwort.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Niels » Freitag 5. Juni 2015, 21:33

Juergen hat geschrieben:Die ersten Folgen der neuen pastoralen Ansätze, Strukturrefomen etc. werden langsam offensichtlich:
http://www.soester-anzeiger.de/lokales/ ... 63211.html

Pfarrer Ludger Eilebrecht wechselt an den Möhnesee

Möhnesee - Um die „Kirche am See“ wird sich künftig Pfarrer Ludger Eilebrecht (50) aus Höxter kümmern. Der bisherige Pfarrdechant des Pastoralverbunds Corvey gibt seine dortige Tätigkeit im August ab und wird zum Herbst an den Möhnesee umziehen.


Pfarrer Eilebrecht hat am Sonntagabend in einem Gottesdienst in Boffzen bei Höxter seinerseits seinen Wechsel bekannt gemacht. In dieser persönlichen Stellungnahme hatte er erklärt, dass er zum 15. August auf seine Pfarrstelle in Höxter verzichte, um sich frei von Organisations- und Verwaltungsaufgaben ganz der seelsorglichen Tätigkeit zu widmen. Für den Pastoralverbund Corvey kam diese Entscheidung völlig überraschend, berichtet das Westfalenblatt am Montag. Eilebrecht hatte seinen Schritt mit der hohen Belastung begründet, die sein Amt als Pfarrdechant an St. Nikolai Höxter und Leiter des Pastoralverbundes Corvey mit sich bringe.
Juergen hat geschrieben:Die ersten Folgen der neuen pastoralen Ansätze, Strukturrefomen etc. werden langsam offensichtlich:
http://www.soester-anzeiger.de/lokales/ ... 63211.html

Pfarrer Ludger Eilebrecht wechselt an den Möhnesee

Möhnesee - Um die „Kirche am See“ wird sich künftig Pfarrer Ludger Eilebrecht (50) aus Höxter kümmern. Der bisherige Pfarrdechant des Pastoralverbunds Corvey gibt seine dortige Tätigkeit im August ab und wird zum Herbst an den Möhnesee umziehen.


Pfarrer Eilebrecht hat am Sonntagabend in einem Gottesdienst in Boffzen bei Höxter seinerseits seinen Wechsel bekannt gemacht. In dieser persönlichen Stellungnahme hatte er erklärt, dass er zum 15. August auf seine Pfarrstelle in Höxter verzichte, um sich frei von Organisations- und Verwaltungsaufgaben ganz der seelsorglichen Tätigkeit zu widmen. Für den Pastoralverbund Corvey kam diese Entscheidung völlig überraschend, berichtet das Westfalenblatt am Montag. Eilebrecht hatte seinen Schritt mit der hohen Belastung begründet, die sein Amt als Pfarrdechant an St. Nikolai Höxter und Leiter des Pastoralverbundes Corvey mit sich bringe.
Da will wohl jemand "Gott in Frankreich" spielen... :vogel: :zirkusdirektor:

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Juergen
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Montag 8. Juni 2015, 12:57

http://www.lz.de/lippe/oerlinghausen/20 ... elegt.html

Katholische Gemeinden werden zusammengelegt

…Im pastoralen Prozess sollen die vier Pfarrgemeinden St. Michael Oerlinghausen, St. Peter und Paul Lage, St. Kilian Schötmar und Liebfrauen Bad Salzuflen zusammengeführt werden. 2,5 Priesterstellen werde es geben…
Gruß
Jürgen

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Dienstag 9. Juni 2015, 14:51

Die Folgen der neuen pastoralen Ansätze, Strukturrefomen etc. werden offensichtlich. Vor wenigen Tagen hatte ich schon einmal einen ähnlichen Artikel verlinkt; – jetzt dies:
http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh ... Herne.html

Pfarrdechant wechselt im Herbst nach Herne
Meinolf Mika kündigt seinen Abschied an

…Nach Angaben von Besuchern des Gottesdienstes begründete Mika seine überraschende und für viele bestürzende Entscheidung mit der seit Jahren stetig steigenden Belastung durch die Verwaltungsarbeit als Leiter des Pastoralverbundes Reckenberg. Er sei aber Priester geworden, um sich als Seelsorger um seine Gemeinde zu kümmern. In der Stadt Herne werde er sich als einfacher Pastor ohne Leitungsfunktion wieder ganz dieser Seelsorge widmen können…
Gruß
Jürgen

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Edi
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Edi » Dienstag 9. Juni 2015, 16:56

Da muss man sich doch die mal generell die Frage stellen, ob denn die Kirche die Verwaltungsarbeiten nicht durch Verwaltungsleute machen lassen kann wie sie auch in den Ordinariaten hundertfach sitzen, statt die Pfarrer damit zu belasten.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Juergen » Dienstag 9. Juni 2015, 17:23

Edi hat geschrieben:Da muss man sich doch die mal generell die Frage stellen, ob denn die Kirche die Verwaltungsarbeiten nicht durch Verwaltungsleute machen lassen kann wie sie auch in den Ordinariaten hundertfach sitzen, statt die Pfarrer damit zu belasten.
Die Fra­ge stellt man sich durch­aus schon und es gibt mei­nes Wis­sens auch in ver­ein­zel­ten Pas­to­ra­len Räum­en sol­che Ver­wal­tungs­leu­te. Grundsätz­lich ist aber im­mer der Pfar­rer der Letzt­ver­ant­wort­li­che, der am En­de die Un­ter­schrift drun­ter set­zen muß und den Kopf hin­hal­ten muß. Es kann prin­zi­pi­ell nicht al­les de­le­giert wer­den.
…er­in­nert mich jetzt ge­ra­de an Bi­schof Franz-Pe­ter…

Die „Es­se­ner Lösung“ bei der Pfar­rei­en auf­gelöst und zu Großpfar­rei­en zu­sam­men­ge­legt wur­den wäre auch ei­ne Al­ter­na­ti­ve. Dann gibt es nämlich nicht mehr in je­der Pfar­rei des Pfarr­ver­bun­dens bzw. Pas­to­ra­len Raums einen ei­ge­nen Haus­halt etc., son­dern nur noch einen ein­zi­gen für die Großpfar­rei.

Es ist letzt­lich aber ein Rum­dok­torn an Sym­pto­men und der ver­zwei­fel­te Ver­such ei­ne Fassa­de auf­recht zu er­hal­ten. – Pot­jom­kin­sches Dörfer
Gruß
Jürgen

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ziphen
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von ziphen » Dienstag 9. Juni 2015, 22:15

Was sind denn in den Bistümern die vorgeschobenen und wirklichen Gründe für die Reduzierung der Pfarrstellen?

Bei mir in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers ist es, so wie ich das sehe, der Sparwille. Man geht von zukünfig sinkenden Einnahmen aus, beschließt deshalb auf Ebene der Landeskirche eine Reduzierung der Haushaltsmittel für Pfarrstellen, die den Kirchenkreisen zugewiesen werden und die Kirchenkreise schauen dann, wie viele Pfarrstellen sie sich damit noch leisten können und teilen diese Pfarrstellen oder Pfarrstellenanteile dann nach verschiedentlich gewichteten Kriterien auf die Kirchengemeinden auf.
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

Paul Gerhardt: O Welt, sieh hier dein Leben

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Irmgard
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von Irmgard » Dienstag 9. Juni 2015, 23:16

Juergen hat geschrieben:Die Folgen der neuen pastoralen Ansätze, Strukturrefomen etc. werden offensichtlich. Vor wenigen Tagen hatte ich schon einmal einen ähnlichen Artikel verlinkt; – jetzt dies:
http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh ... Herne.html

Pfarrdechant wechselt im Herbst nach Herne
Meinolf Mika kündigt seinen Abschied an

…Nach Angaben von Besuchern des Gottesdienstes begründete Mika seine überraschende und für viele bestürzende Entscheidung mit der seit Jahren stetig steigenden Belastung durch die Verwaltungsarbeit als Leiter des Pastoralverbundes Reckenberg. Er sei aber Priester geworden, um sich als Seelsorger um seine Gemeinde zu kümmern. In der Stadt Herne werde er sich als einfacher Pastor ohne Leitungsfunktion wieder ganz dieser Seelsorge widmen können…
"...mit der seit Jahren stetig steigenden Belastung durch die Verwaltungsarbeit als Leiter des Pastoralverbundes. Er sei aber Priester geworden, um sich als Seelsorger um seine Gemeinde zu kümmern."
Diese Begründung habe ich in den letzten Monaten schon öfter gehört. Und zwar aus fusionierten Großgemeinden. Da bröckeln mühsam zusammengefügte "Seelsorgeteams" wieder auseinander. Aber wer kann des den Leuten auch verdenken. Die Seelsorger gehen, aber die Gemeindemitglieder müssen bleiben.

Bei der drastisch rückläufigen Priesterzahl kann es doch gar nicht ohne weitere hauptamtliche Leitungsfunktionen gehen. Und ja, es gibt bestimmt Dinge, die nicht den Priester als Endverantwortlichen erfodern.

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marcus-cgn
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Re: "Den Weg der Erneuerung weiter gehen" - bis der Arzt kommt

Beitrag von marcus-cgn » Donnerstag 11. Juni 2015, 13:54

Letztlich ist auch dies - nämlich die Arbeitsbelastung in der Großgemeinde - ein Frage der Prioritätensetzung:
Wenn das tägliche Opfer, die Spendung der Sakramente und das Gebet konsequent in den Mittelpunkt gerückt werden und alles andere - scheinbar noch so wichtige - dahinter zurücktritt, wird sich ganz automatisch das Wichtige vom Unwichtigen scheiden.

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