Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten [ARCHIV]

Rund um den traditionellen römischen Ritus und die ihm verbundenen Gemeinschaften.
koukol
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von koukol »

Der Präfekt der Bischofskongregation, S.E Kardinal Marc Ouellet zelebriert am Freitag den 27. Juni ein Pontifikalamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus in der französischen Abteikirche des traditionellen Benediktinerklosters Le Barroux.
aus gloria.tv

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Sursum Corda
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Sursum Corda »

Ich brauche Eure Hilfe. Wenn nach dem Hochamt noch Aussetzung und Segen ist, wie endet dann nach den 62er Rubriken die Meßfeier? Wird "ite missa est" oder "Benedicamus Domino" gesungen? Entfällt der Schlußsegen oder wird er wie üblich erteilt?
Herzlichen Dank im voraus!
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Linus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Linus »

ich kenns so daß der Schlußsegen dann sakramental ist - und nach der Anbetung gibts nochmal Segen samt Tantum Ergo etc...
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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iustus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von iustus »

Sursum Corda hat geschrieben:Ich brauche Eure Hilfe. Wenn nach dem Hochamt noch Aussetzung und Segen ist, wie endet dann nach den 62er Rubriken die Meßfeier? Wird "ite missa est" oder "Benedicamus Domino" gesungen? Entfällt der Schlußsegen oder wird er wie üblich erteilt?
Herzlichen Dank im voraus!
Hierzulande wird der Schlusssegen wie üblich erteilt. Es folgt, ebenfalls wie üblich, das Schlussevangelium. Während Kelch und Messbuch vom Altar genommen werden, zieht der Priester das Messgewand aus und den Chormantel an. Dann Aussetzung, Anbetung und Sakramentaler Segen.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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gambericotti
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von gambericotti »

Schickt die FSSP auch Seminaristen zum studieren nach Rom (ins Germanicum?)

CIC_Fan

Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von CIC_Fan »

nein eventuell Priester um akademische Grade zu erwerben

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Hubertus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Hubertus »

Hubertus hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben:
Wahlkatholik hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Das ist aber ein Bild von der Beisetzung von Otto von Habsburg, die im ordentlichen Ritus stattfand, wie an den vielen Priestern in Kasel zu erkennen ist. Dort sollte ja bekanntermaßen die Stola immer gerade nach unten hängen, ob Priester oder Bischof.
Soweit ich weiß ist es im ordentlichen Ritus nicht mehr geregelt.
Doch, das ist ausdrücklich geregelt in der Allgemeinen Einführung in das Römische Meßbuch (AEM) von 1975, Nr. 302: "Der Priester trägt die Stola, ohne sie zu kreuzen ..."
Einfache Lösung: Die Stola wird im gekreuzten Zustand mit einer kleinen Sicherheitsklammer fixiert.
Dann braucht sie der Priester nicht mehr zu kreuzen und der Vorschrift ist genüge getan. :narr:

taddeo hat geschrieben:
Es gibt viele Priester, die die Stola auch in der ordentlichen Form gekreuzt tragen.
Das ist eindeutig falsch.
Also, ich kenne das schon. Aber "viele" sind es sicherlich nicht.
Aktuelles Beispiel: Primizmesse von Bruno Bibinger in Schliersee - Fotostrecke

Hier recht gut zu sehen.



N.B. Es handelt sich um eine hl. Messe in der ordentlichen Form.
Die Frage war in vorliegendem Strang erörtert worden, daher hier der Hinweis.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

michaelis
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Re: "Online-Bibliothek" zu Liturgiegeschichte und Rubrizistik

Beitrag von michaelis »

Kann mir vielleicht jemand helfen?

Ich meine mich zu erinnern, daß irgendwo im Hartmann erläutert war, warum einzelne Textpassagen in unterschiedlichen Schriftarten gedruckt sind.
Allerdings kann ich eine solche Erläuterung beim besten Willen nicht mehr finden.

CIC_Fan

Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von CIC_Fan »

welche texte meinst du den Unterschied zwischen den Gebetstexten und den Rubriken ?

michaelis
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von michaelis »

CIC_Fan hat geschrieben:welche texte meinst du den Unterschied zwischen den Gebetstexten und den Rubriken ?
Nein, ich spreche ja nicht vom Messbuch.

Im Hartmann gibt es mindestens drei verschiedene Schriften (Fraktur, "normale" Druckschrift, Kursiv).
Meiner Erinnerung nach stehen diese für die Verbindlichkeit des Textes; also ob der entsprechende Abschnitt auf Rubriken, Deekreten oder auf Kommentaren von Rubrizisten beruht. Und genau dies wurde irgendwo im Buch erläutert - zumindest erinnere ich mich so.

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Gallus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Gallus »

Ganz doofe Frage, die hier eigentlich nur sehr am Rande hingehört aber auch sonst nirgends passt. Egal: Wenn man in Berlin in fußläufiger Entfernung des Instituts St. Philipp Neri wohnen wollte – wäre das eine passable Wohngegend oder eher nicht so?

iustus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von iustus »

Gallus hat geschrieben:Ganz doofe Frage, die hier eigentlich nur sehr am Rande hingehört aber auch sonst nirgends passt. Egal: Wenn man in Berlin in fußläufiger Entfernung des Instituts St. Philipp Neri wohnen wollte – wäre das eine passable Wohngegend oder eher nicht so?
Wenn ich mich recht erinnere, ist da der Prenzlauer Berg zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Das wäre eine sehr passable Wohngegend.

Aber auch in direkter Nähe des Instituts sah es meines Erachtens ordentlich aus.
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Gallus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Gallus »

iustus hat geschrieben:
Gallus hat geschrieben:Ganz doofe Frage, die hier eigentlich nur sehr am Rande hingehört aber auch sonst nirgends passt. Egal: Wenn man in Berlin in fußläufiger Entfernung des Instituts St. Philipp Neri wohnen wollte – wäre das eine passable Wohngegend oder eher nicht so?
Wenn ich mich recht erinnere, ist da der Prenzlauer Berg zu Fuß in wenigen Minuten erreichbar. Das wäre eine sehr passable Wohngegend.
Ah, das klingt ja ganz gut. Danke!

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Juergen
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Juergen »

Bei mir hängt in der Küche ein sog. liturgischer Abreißkalender.
Der enthält allerdings nur die Daten nach der Reform des lit. Kalenders; mithin also die für den NOM.

Frage: Gibt es so etwas auch passend zum Meßbuch von 1962?

(Wenn NEIN – Warum nicht?)
Gruß Jürgen

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iustus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von iustus »

Juergen hat geschrieben:Bei mir hängt in der Küche ein sog. liturgischer Abreißkalender.
Der enthält allerdings nur die Daten nach der Reform des lit. Kalenders; mithin also die für den NOM.

Frage: Gibt es so etwas auch passend zum Meßbuch von 1962?

(Wenn NEIN – Warum nicht?)
Liturgische Kalender für die ao Form gibt's ja. Als Heft oder auch als Download im Netz.

Zum Abreißen ist mir aber keiner bekannt (falls es Dir aufs Abreißen ankommt).
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Juergen
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Juergen »

iustus hat geschrieben:Zum Abreißen ist mir aber keiner bekannt (falls es Dir aufs Abreißen ankommt).
Andere Wandkalender auf denen die Heiligen etc. des Tagen drauf steht habe ich (z.B. von Institut Christ-König). Mit kommt es in der Tat darauf an, daß jeweils nur ein Tag sichtbar ist. Das geht eben am einfachsten mit einem Abreißkalender. Notfalls täte es natürlich auch einer um Umblättern, was natürlich umständlicher ist, aber Kalender mit 365 Blättern zum Umblättern habe ich noch nicht gesehen. Der wäre ja auch mordsmäßig dick.
Gruß Jürgen

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Salmantizenser
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Salmantizenser »

Juergen hat geschrieben:
iustus hat geschrieben:Zum Abreißen ist mir aber keiner bekannt (falls es Dir aufs Abreißen ankommt).
Andere Wandkalender auf denen die Heiligen etc. des Tagen drauf steht habe ich (z.B. von Institut Christ-König). Mit kommt es in der Tat darauf an, daß jeweils nur ein Tag sichtbar ist. Das geht eben am einfachsten mit einem Abreißkalender. Notfalls täte es natürlich auch einer um Umblättern, was natürlich umständlicher ist, aber Kalender mit 365 Blättern zum Umblättern habe ich noch nicht gesehen. Der wäre ja auch mordsmäßig dick.
Abreißkalender dieser Art scheint es tatsächlich nicht zu geben. Ich vermute einfach mal, dass es zu aufwendig und der Bedarf dafür zu klein ist - selbstgestaltete Monatskalender dagegen kann man an jeder Ecke drucken lassen.

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Juergen
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Juergen »

Mit den Mysterien des Kalenders und der Feste habe ich mich (bisher) nicht weiter auseinander gesetzt.
Heute wurde die Messe in grün (9. Sonntag nach Pfingsten, 2. Klasse, grün) gefeiert.
Wäre nicht eigentlich der Hl. Laurentius (2. Klasse, rot) dran gewesen oder hätte kommemoriert werden können/sollen/müssen?
Oder ist der Sonntag höherrangig?
Oder besteht da Wahlfreiheit?
:hmm:
Gruß Jürgen

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Protasius
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Protasius »

Juergen hat geschrieben:Mit den Mysterien des Kalenders und der Feste habe ich mich (bisher) nicht weiter auseinander gesetzt.
Heute wurde die Messe in grün (9. Sonntag nach Pfingsten, 2. Klasse, grün) gefeiert.
Wäre nicht eigentlich der Hl. Laurentius (2. Klasse, rot) dran gewesen oder hätte kommemoriert werden können/sollen/müssen?
Oder ist der Sonntag höherrangig?
Oder besteht da Wahlfreiheit?
:hmm:
Wahlfreiheit besteht nicht. Seit der Neuordnung des Kalenders unter Pius XII. und der Rubrikenvereinfachung unter Johannes XXIII. ist ein Sonntag höherrangig als Feste 2. Klasse, ausgenommen Herrenfeste. Kommemoriert wird ein verdrängtes Fest nur in den Laudes, Konventämtern und Stillmessen. Im Hochamt werden nur privilegierte Kommemorationen gesungen, wie die Kommemoration des Apostels Paulus an Festen des Apostels Petrus.

Damit ein Fest 2. Klasse gefeiert wird, darf der Rang der Tagesmesse nicht höher als 3. Klasse sein, ausgenommen Herrenfeste, die den Sonntag verdrängen (z.B. dieses Jahr Kreuzerhöhung).
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Juergen
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Juergen »

Herzlichen Dank :daumen-rauf:
Gruß Jürgen

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Protasius
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Protasius »

[Zitat eines entfernten Beitrages herausgenommen. Hubertus als Mod.]

Wieso, die Vorrangtabelle des neuen Kalenders ist doch genauso kompliziert. Die 1960er Kommemorationsregeln sind zwar Murks - die älteren waren einfacher, als schlicht alles kommemoriert wurde -, aber besser als das Fest gänzlich zu übergehen oder wie in unserer Propsteikirche heute den Sonntag gänzlich zu übergehen.
Zuletzt geändert von Hubertus am Montag 11. August 2014, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat eines entfernten Beitrages herausgenommen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Fragesteller »

War die Kanonstille vor der Liturgiereform in allen lateinischen Riten üblich oder nur im römischen (+ den ihm enger verwandten)?

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Fragesteller »

Zwei Fragen zum Gregorianischen Choral in der Alten Messe:

a) Wenn zur Kommunion außer der Communio-Antiphon noch Psalmverse gesungen werden (was ja bisweilen geschieht), sind diese dann optionaler Teil des offiziellen Messtexts oder freie musikalische Gestaltung (vergleichbar einer Orgelimprovisation oder einem Lied - freilich sinnvoller zur Communio passend)?

b) Welche rubrizistischen Regeln gibt es (oder: was wäre theologisch/historisch sinnvoll), wie priesterliches Handeln und Chorgesang am Anfang der Messe (Introitus und Kyrie) zu synchronisieren ist? Nach meiner Beobachtung setzt das Kyrie meist ein, während der Altar beräuchert wird. Ist das der "richtige" Punkt? Oder vielmehr die Stelle, wo der Priester selbst das Kyrie spricht? Oder ist das alleine davon abhängig zu machen, wann der Introitus beendet ist?

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Protasius
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Protasius »

a) Im Graduale Romanum gibt es einen Abschnitt De ritibus servandis in cantu Missae. Dort steht, daß man bei der Communio Psalmverse aus dem selben Psalm oder - falls die Communio nicht einem Psalm entstammt - aus einem anderen passenden Psalm singen darf. Man kann aber auch einen anderen lateinischen Gesang nehmen (cantiuncula könnte man wohl auch gut mit Lied übersetzen). Im deutschen Sprachraum darf es aufgrund eines Indults aus der Zeit des 2. Weltkriegs auch ein landessprachlicher Gesang sein.
Inwiefern man hier zwischen optionalem Teil des Meßtextes und freier musikalischer Gestaltung wirklich unterscheiden könnte, weiß ich auf die Schnelle nicht.

b) Dort steht ebenfalls, daß die Schola das Kyrie anfängt, wenn der Introitus vorbei ist. Falls der Weg zum Altar sehr lange dauert, hindert jedoch nichts beim Introitus weitere Verse desselben Psalms zusingen.
Im Hochamt ist es, wenn das Kyrie nicht sehr melismatisch ist, meistens so, daß der Priester mit dem Kyrie etwa gleichzeitig mit dem Chor fertig ist, wenn der Chor das Kyrie beim Altarinzens anfängt. Regel ist das nicht, aber ein sinnvoller Erfahrungswert. Meiner Erfahrung nach ergibt sich das aber von selbst, wenn man den Introitus anfängt, wenn der Priester am Altar ankommt.

Gleichzeitig mit dem Priester das Kyrie anzufangen ist meines Erachtens nicht sinnvoll, denn der Priester braucht deutlich weniger Zeit für das Kyrie als der Chor. Außerdem holt er Introitus und Kyrie ja deshalb nach, weil er während des Gesangs derselben durch den Chor mit Stufengebet und Inzens beschäftigt war. Darum ist es auch sinnvoll, daß der Priester Epistel und Evangelium nach den 1962er Rubriken nicht mehr selbst liest, wie es etwa im Dominikanerritus bis ins 16. Jahrhundert der Fall war und erst unter römischem Einfluß eingeführt wurde.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Fragesteller »

Herzlichen Dank, das ging ja schnell.
Protasius hat geschrieben:a) [...] Im deutschen Sprachraum darf es aufgrund eines Indults aus der Zeit des 2. Weltkriegs auch ein landessprachlicher Gesang sein.
Inwiefern man hier zwischen optionalem Teil des Meßtextes und freier musikalischer Gestaltung wirklich unterscheiden könnte, weiß ich auf die Schnelle nicht.
Ich war davon ausgegangen, dass die eigentlichen Messformulare auf Dinge wie Lieder, Instrumentalmusik etc. gar nicht eingehen, diese also immer freie Zutat seien, während ich mir für die Psalmverse schon einen offizielleren Status hätte vorstellen können. Unter den von Dir genannten Voraussetzungen ist die Differenzierung natürlich nicht so sinnvoll.
Darum ist es auch sinnvoll, daß der Priester Epistel und Evangelium nach den 1962er Rubriken nicht mehr selbst liest, wie es etwa im Dominikanerritus bis ins 16. Jahrhundert der Fall war und erst unter römischem Einfluß eingeführt wurde.
Du meinst, wegen der Synchronisierungsschwierigkeit ist eine Reduktion der Doppelungen sinnvoll? (Sonst verstehe ich den Satz nicht ...)

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Protasius
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Protasius »

Fragesteller hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Darum ist es auch sinnvoll, daß der Priester Epistel und Evangelium nach den 1962er Rubriken nicht mehr selbst liest, wie es etwa im Dominikanerritus bis ins 16. Jahrhundert der Fall war und erst unter römischem Einfluß eingeführt wurde.
Du meinst, wegen der Synchronisierungsschwierigkeit ist eine Reduktion der Doppelungen sinnvoll? (Sonst verstehe ich den Satz nicht ...)
Nein, das ist falsch rübergekommen. Wenn man das von der Warte des Klerus im Chor betrachtet, sind Introitus und Kyrie etwas, das alle gemeinsam vortragen; die im Chorgestühl singen es, der Klerus am Altar holt es dann still nach, weil er mit Stufengebet und Altarinzens beschäftigt war. Die Epistel hingegen ist etwas, das nur vom Subdiakon vorgetragen wird, während alle anderen zuhören. Die Zwischengesänge werden wieder von allen im Chor gesungen, der Klerus am Altar betet sie still, weil sie noch die Weihraucheinlegung und den Segen des Diakons zu verrichten haben. Im Dominikanerritus war es z.B. vorgesehen, daß bei der stillen Rezitation der Gesänge der zelebrierende Priester sozusagen die Rolle des Kantors übernahm und die Leviten und Akolythen die des Chores (wird bei Kyrie, Gloria etc. deutlich, bei denen Diakon und Subdiakon zum Priester an den Altar treten und mit ihm gemeinsam die Gesänge still rezitieren).

Man kann das mit den Psalmen und Lesungen im Stundengebet vergleichen: alle singen die Psalmen, die Lesungen dagegen werden nur vom Lektor gesungen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Fragesteller »

Protasius hat geschrieben:
Fragesteller hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Darum ist es auch sinnvoll, daß der Priester Epistel und Evangelium nach den 1962er Rubriken nicht mehr selbst liest, wie es etwa im Dominikanerritus bis ins 16. Jahrhundert der Fall war und erst unter römischem Einfluß eingeführt wurde.
Du meinst, wegen der Synchronisierungsschwierigkeit ist eine Reduktion der Doppelungen sinnvoll? (Sonst verstehe ich den Satz nicht ...)
Nein, das ist falsch rübergekommen. Wenn man das von der Warte des Klerus im Chor betrachtet, sind Introitus und Kyrie etwas, das alle gemeinsam vortragen; die im Chorgestühl singen es, der Klerus am Altar holt es dann still nach, weil er mit Stufengebet und Altarinzens beschäftigt war. Die Epistel hingegen ist etwas, das nur vom Subdiakon vorgetragen wird, während alle anderen zuhören. Die Zwischengesänge werden wieder von allen im Chor gesungen, der Klerus am Altar betet sie still, weil sie noch die Weihraucheinlegung und den Segen des Diakons zu verrichten haben. Im Dominikanerritus war es z.B. vorgesehen, daß bei der stillen Rezitation der Gesänge der zelebrierende Priester sozusagen die Rolle des Kantors übernahm und die Leviten und Akolythen die des Chores (wird bei Kyrie, Gloria etc. deutlich, bei denen Diakon und Subdiakon zum Priester an den Altar treten und mit ihm gemeinsam die Gesänge still rezitieren).

Man kann das mit den Psalmen und Lesungen im Stundengebet vergleichen: alle singen die Psalmen, die Lesungen dagegen werden nur vom Lektor gesungen.
Ah, OK, das ist interessant. D. h. die Doppelung der Gesänge ist auch ursprünglicher als die der Lesungen?

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Protasius
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Protasius »

Fragesteller hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:
Fragesteller hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben:Darum ist es auch sinnvoll, daß der Priester Epistel und Evangelium nach den 1962er Rubriken nicht mehr selbst liest, wie es etwa im Dominikanerritus bis ins 16. Jahrhundert der Fall war und erst unter römischem Einfluß eingeführt wurde.
Du meinst, wegen der Synchronisierungsschwierigkeit ist eine Reduktion der Doppelungen sinnvoll? (Sonst verstehe ich den Satz nicht ...)
Nein, das ist falsch rübergekommen. Wenn man das von der Warte des Klerus im Chor betrachtet, sind Introitus und Kyrie etwas, das alle gemeinsam vortragen; die im Chorgestühl singen es, der Klerus am Altar holt es dann still nach, weil er mit Stufengebet und Altarinzens beschäftigt war. Die Epistel hingegen ist etwas, das nur vom Subdiakon vorgetragen wird, während alle anderen zuhören. Die Zwischengesänge werden wieder von allen im Chor gesungen, der Klerus am Altar betet sie still, weil sie noch die Weihraucheinlegung und den Segen des Diakons zu verrichten haben. Im Dominikanerritus war es z.B. vorgesehen, daß bei der stillen Rezitation der Gesänge der zelebrierende Priester sozusagen die Rolle des Kantors übernahm und die Leviten und Akolythen die des Chores (wird bei Kyrie, Gloria etc. deutlich, bei denen Diakon und Subdiakon zum Priester an den Altar treten und mit ihm gemeinsam die Gesänge still rezitieren).

Man kann das mit den Psalmen und Lesungen im Stundengebet vergleichen: alle singen die Psalmen, die Lesungen dagegen werden nur vom Lektor gesungen.
Ah, OK, das ist interessant. D. h. die Doppelung der Gesänge ist auch ursprünglicher als die der Lesungen?
:ja: Im Prämonstratenserorden z.B. war das schon seit Beginn des Ordens so.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Kilianus »

Wo werden bei der FSSPX getaufte Menschen in Matrikel eingetragen?

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Maurus
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Beitrag von Maurus »

Kilianus hat geschrieben:Wo werden bei der FSSPX getaufte Menschen in Matrikel eingetragen?
Heimatpfarrei?

iustus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von iustus »

Maurus hat geschrieben:
Kilianus hat geschrieben:Wo werden bei der FSSPX getaufte Menschen in Matrikel eingetragen?
Heimatpfarrei?
:ja:

http://www.kath.net/news/13551 vom 4. Mai 26
Im neuesten Verordnungsblatt der Erzdiözese Salzburg wird über den Status der Priesterbruderschaft St. Pius X. wie folgt informiert wie stjosef.at berichtet. Gemäß einer Auskunft der Päpstlichen Kommission "Ecclesia Dei" steht rechtlich gesehen hinsichtlich der Priesterbruderschaft St. Pius X. folgendes fest:

(...) Es ist nicht angebracht, Kinder, die in den Kapellen der Priesterbruderschaft St. Pius X. getauft wurden, als nicht-katholisch zu betrachten und ihre Ehen mit einem anderen Katholiken als Mischehen zu behandeln. Wenn die Taufe durch einen Priester der Priesterbruderschaft St. Pius X. schriftlich bestätigt wird und die Eltern des Täuflings in der Priesterbruderschaft St. Pius X. nicht die einzig wahre Kirche sehen, kann mit dieser Bestätigung ein Eintrag in das Taufbuch der jeweiligen Taufpfarre mit Reihenzahl erfolgen. Aufgrund dieser Eintragung kann ein Taufschein ausgestellt werden.

Die Verordnung bezüglich der Eheschließung mit einem Gläubigen, der in einer Kapelle der Priesterbruderschaft St. Pius X. getauft wurde (VBl. 25, 126), ist nur anzuwenden, wenn der Gläubige in der Priesterbruderschaft St. Pius X. die einzig wahre Kirche sieht und dies im äußeren Bereich sichtbar macht.

Um Missverständnissen vorzubeugen, wird jeder Einzelfall vom Erzb. Ordinariat geprüft.
Erzb. Ordinariat, 1. Mai 26, Prot.Nr. 579/6
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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Hubertus
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Re: Kurze Fragen, kurze Antworten, kurze Nachrichten

Beitrag von Hubertus »

Warum lautet die Antwort auf das Schlußevangelium eigentlich Deo gratias und nicht laus tibi, Christe?
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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