Papst Franz I. - 2. Akt

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Pilgerer
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Pilgerer »

taddeo hat geschrieben:Sie müssen erst mal das Glauben an Gott lernen, bevor sie sich überhaupt an die einzelnen Gebote halten können.
Wichtig ist, dass wir Christen keinen anderen Gott haben als den in Jesus geoffenbarten.
Reinhard hat geschrieben:1.) "Barmherzigkeit" ist absolut nicht ein "durch die Finger-sehen" oder "Auge zudrücken", sondern ausdrücklich im Kontext der Seelsorge und Beichte gesagt:
Barmherzigkeit bedeutet auch, die Gefangenschaft der Sünder in der Sünde zu sehen und deshalb zu sehen, dass die gewöhnlichen Sünder nicht wirklich böse sind. Zudem ist Barmherzigkeit für das göttliche Gericht wichtig, wie Jakobus sagt: "13 Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat; Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht." (Jakobus 2,13) Es ist also allein schon aus egoistischen Gründen geboten, gegenüber anderen barmherzig zu sein.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Reinhard
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Re: Papst Franziskus

Beitrag von Reinhard »

Pilgerer hat geschrieben:Barmherzigkeit bedeutet auch, die Gefangenschaft der Sünder in der Sünde zu sehen und deshalb zu sehen, dass die gewöhnlichen Sünder nicht wirklich böse sind. ...
Und genau das ist der Blödsinn, den die "humanistischen" Selbsterlöser uns andauernd einreden wollen ! - Scheiße. "Der Mensch", ist nicht gut, ich auch nicht.

Natürlich ist der "gewöhnliche Sünder" böse. Auch wenn ich ein erlöster Sünder bin, aber die Bosheit steckt in mir drin.
(und wenn ich mir nicht einen in die Tasche lüge, dann merke ich das auch, andauernd !)
Findet Paulus übrigens auch:
Röm. 7:21 hat geschrieben:Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will.

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lutherbeck
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von lutherbeck »

Ist das, was die Katholische Kirche lehrt, wahr - oder ist es
die Lehre der Protestanten. Beides gleichzeitig geht nämlich
nicht.
Ich sehe da nicht soooo viele Unterschiede - der Kern ist derselbe!
Verschaff' Dir geeignete Literatur (auf Wunsch wird man Dir
hier sicher geeignete Werke nennen können) und lege Dir die
entscheidenen Fragen selber vor. Wenn Du dann nach Über-
legung und Gebet zu einer Entscheidung kommen solltest,
folge ihr.
Literatur? Gerne - nur als Akademiker mache ich mir mein eigenes Bild! Gebet? Sowieso!
Aber mach' Deine Absichten nicht von Leuten hier im Forum
abhängig. Menschen bleiben immer hinter dem zurück, was
der Herr von ihnen fordert (das wissen Katholiken nur zu gut);
zudem wirst Du von den Aussagen der User hier im Forum
kaum auf ihre tatsächliche Persönlichkeit schließen können.
So?
"Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel."
Warum also sollte es quasi "schizophrene" User geben? Also Leute, die hier schlimmes schreiben, privat aber vorbildliche Christen sind? Geht mir nicht in den Kopf! Sorry!
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Marion
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Marion »

Vorbildliche Christen suchst du?

Nimm lieber die Vorbilder da zum nachahmen! :blinker:
http://www.heiligenlegenden.de/
Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat

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Hubertus
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Hubertus »

Vielleicht mit ein Grund für die unterschiedlichen Bewertungen der Papstaussagen:
Der Papst betonte, er stehe mit seinen Ansichten auf dem Boden der Lehre der Kirche.
Allerdings habe er mit Interviews oft Probleme, schränkte er ein: "Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete."
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... abtreibung

Es gibt Menschen, die können spontan druckreif sprechen - Papst Benedikt war da so ein Beispiel (und selbst bei ihm gab es ja Aussagen, die für Aufregung sorgten). Wenn man es selbst nicht so kann, dann sollte man es besser lassen. Dem Papst kann nicht daran gelegen sein, daß jeder seine Aussagen so interpretieren kann, wie er gerade lustig ist.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Hubertus
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Hubertus »

lutherbeck hat geschrieben:So?
"Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel."
Warum also sollte es quasi "schizophrene" User geben? Also Leute, die hier schlimmes schreiben, privat aber vorbildliche Christen sind? Geht mir nicht in den Kopf! Sorry!
Also bei mir haben zwei Forumstreffen schon sehr dazu beigetragen, einige Aussagen bestimmter Nutzer besser einordnen zu können.
Seitdem bin ich viel vorsichtiger geworden, Leute nach dem beurteilen zu wollen, was man in Foren von ihnen so zu lesen bekommt. :ja:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Lisieux
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Lisieux »

Steht denn demnächst ein FT an? Sorry weiss nicht ob es dazu einen Extra thred gibt.

Lisieux

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Reinhard
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Re: Papst Franziskus

Beitrag von Reinhard »

Hubertus hat geschrieben:Es gibt Menschen, die können spontan druckreif sprechen - Papst Benedikt war da so ein Beispiel (und selbst bei ihm gab es ja Aussagen, die für Aufregung sorgten). Wenn man es selbst nicht so kann, dann sollte man es besser lassen. Dem Papst kann nicht daran gelegen sein, daß jeder seine Aussagen so interpretieren kann, wie er gerade lustig ist.
Äh, ... schon mal was vom Heiligen Geist gehört ?
" ... macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst."
(Lk 12,11b-12)

Genau das exerziert uns dieser Papst vor ! - Schau einfach hin, welcher Segen darauf liegt. (-> denn das ist die Nagelprobe im Sinne der Unterscheidung der Geister !)

ad_hoc
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von ad_hoc »

Hier steht's, lieber Reinhard:
Allerdings habe er mit Interviews oft Probleme, schränkte er ein: "Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete."
Bei den mehr oder weniger unvorbereiteten Interviews erkennt er anschließend, was er wie ausgesagt hat. Anscheinend nicht das, was er eigentlich ausdrücken wollte.
Wo liegt da der Segen? So blind und berufshörig darf man nicht sein.
Bei den Entscheidungen, die er bislang getroffen hat, sind die Folgen und Konsequenzen für ihn auch, aber erst viel später, zu sehen; da fällt eine Korrektur wohl sehr schwer.
So kommt nur heraus: Unerklärlicher Eigenwille gepaart mit Rumgeeiere. Siehe die allgemeinen Reaktionen. Wie heißt es: "Deine Rede sei Ja, Ja, Nein, Nein".

Der Hl. Pfarrer von Ars konnte infolge nahezu ununterbrochenen Beichthörens sich kaum noch auf die Predigten vorbereiteten. Deshalb bat er den Hl. Geist darum, ihm bei den Predigten die richtigen Worte einzugeben.
Daran sollten sich viele ein Beispiel nehmen. Aber vielleicht mangelt es hier schon am Vertrauen.

Gruß, ad_hoc
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Reinhard
cum angelis psallat Domino
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Reinhard »

ad_hoc hat geschrieben:
Allerdings habe er mit Interviews oft Probleme, schränkte er ein: "Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete."
Bei den mehr oder weniger unvorbereiteten Interviews erkennt er anschließend, was er wie ausgesagt hat.
Anscheinend nicht das, was er eigentlich ausdrücken wollte. ...
Moment, das schiebst Du ihm unter !
- er sagt überhaupt nichts davon, dass er falsch 'rübergekommen wäre,
sondern ausdrücklich, dass er sich selbst nicht wiedererkannt hat, wie er über den Schatten seiner Mentalität gesprungen ist !

Wörtlich sagt er direkt davor:
... hat der Papst mir gegenüber geäußert, dass er große Schwierigkeiten habe, Interviews zu geben. Er sagt mir, er ziehe es vor nachzudenken, statt in Augenblicksinterviews vorbereitete Antworten zu geben.
Du unterschlägst hier den Kontext, um Deine Theorie zu "beweisen" !

quasimodo
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von quasimodo »

ad_hoc hat geschrieben:Hier steht's, lieber Reinhard:
Allerdings habe er mit Interviews oft Probleme, schränkte er ein: "Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete."
Bei den mehr oder weniger unvorbereiteten Interviews erkennt er anschließend, was er wie ausgesagt hat.
hat er nicht das gesagt, was er sagen wollte?
was hat er denn letztendlich sagen wollen, oder was hat er letztendlich zu verstehen gegeben, wenn nicht das, was er gesagt hat?
:)

ad_hoc
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von ad_hoc »

Ich ging davon aus, dass Reinhard den entsprechenden Link des von Hubertus eingestellten Links gelesen hätte; wäre also der Kontext zur weiteren Aussage-Erklärung notwendig gewesen, hätte er dies sicher ergänzt. :))

Wenn der Papst darauf hinweist, dass ihm spontane Erklärungen weniger liegen und er stattdessen lieber die Zeit hätte, vor seinen Antworten nachzudenken, dann ist daraus konsequenterweise festzustellen, dass ihm bewusst sein sollte, in der Regel spontane Antworten zu unterlassen, sowohl in Interviews als auch in Abweichungen von der Predigt.
Denn genau diese spontanen Aussagen sind es, die, ebenfalls in der Regel, Missverständnisse verursachen. Das ist dann gefährlich, wenn bei wichtigen Themen zweideutige Auslegungen dadurch ermöglicht werden.
Das ist sicher nicht das gewollte Ziel seiner Aussagen, aber er verursacht durch Gut-Denken-Wollen und gleichzeitig unter Außerachtlassung der Maßgabe, auf das hinzuweisen, was nach der Lehre der katholischen Kirche statthaft ist und was nicht, unnötige Irritationen. Auf der einen Seite ist die Liebe und die Barmherzigkeit, auf der anderen Seite die Belehrung und die Gerechtigkeit. Beide Seiten dürfen nicht voneinander getrennt werden.
Hier trennt der Papst indem er das eine benennt, das andere unbenannt belässt - und in diesem Punkt verfährt er nicht anders als beispielsweise viele deutsche Theologen, Priester und Bischöfe.
Das Kirchenvolk braucht nicht nur die Wahrheit, sondern auch die Klarheit der Unterscheidungen.

Man muss für Papst Franziskus viel beten. Ansonsten ist zu befürchten, dass sich diese Verfahrensweise durch sein ganzes Pontifikat hindurchzieht, wobei die derzeitige Situation in der katholischen Kirche nicht besser, sondern eher noch schlechter werden wird.

Gruß, ad_hoc

Während ich dies scheibe, höre ich im Hintergrund auf EWTN die Wiederholung des Interviews der vier Journalisten und des damaligen Papstes Benedikt XVI. Vorbei, vorbei.
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PigRace
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von PigRace »

Reinhard hat geschrieben:
ad_hoc hat geschrieben:
Allerdings habe er mit Interviews oft Probleme, schränkte er ein: "Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete."
Bei den mehr oder weniger unvorbereiteten Interviews erkennt er anschließend, was er wie ausgesagt hat.
Anscheinend nicht das, was er eigentlich ausdrücken wollte. ...
Moment, das schiebst Du ihm unter !
- er sagt überhaupt nichts davon, dass er falsch 'rübergekommen wäre,
sondern ausdrücklich, dass er sich selbst nicht wiedererkannt hat, wie er über den Schatten seiner Mentalität gesprungen ist !

Wörtlich sagt er direkt davor:
... hat der Papst mir gegenüber geäußert, dass er große Schwierigkeiten habe, Interviews zu geben. Er sagt mir, er ziehe es vor nachzudenken, statt in Augenblicksinterviews vorbereitete Antworten zu geben.
Du unterschlägst hier den Kontext, um Deine Theorie zu "beweisen" !
Hi Reinhard,

ich habe nochmal die betreffende Stelle des Interviews nachgelesen: Deine Aussage, wonach der Papst gesagt habe, daß er sich selbst nicht wiedererkannt hat, wie er über den Schatten seiner Mentalität gesprungen ist, stimmt so nicht. Der von mir hervorgehobene Teil ist von Franziskus zumindest an dieser Stelle nicht gesagt worden.

Handelt es sich vllt. lediglich um Deine Interpretation des von ihm gesagtem? Ich beziehe mich immer auf das in "Stimmen der Zeit" abgedruckte Interview in Teil 1 und Teil 2

Hier nochmal der komplette Abschnitt:
Franziskus hat geschrieben:Kurz vor der Audienz, die er den Jesuiten der Civiltà Cattolica gewährte, hat der Papst mir gegenüber geäußert, dass er große Schwierigkeiten habe, Interviews zu geben. Er sagt mir, er ziehe es vor nachzudenken, statt in Augenblicksinterviews vorbereitete Antworten zu geben. Er spüre, dass ihm die richtigen Antworten erst kommen, nachdem er die erste Antwort gegeben hat. „Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete“, sagt er zu mir.
Außerdem steht unmittelbar vor dem "sich selbst nicht wiedererkennen" nicht (nur) die Sache mit den "Augenblicksinterviews", sondern (auch), daß Franzsikus von sich selbst behaupten würde, daß ihm die richtigen Antworten erst kämen, wenn er die erste Antwort gegeben habe.

Vor allem diese Aussage Franziskus' über sich selbst läßt mir ad_hocs Eindruck deutlich näherliegender erscheinen als Deine Interpretation.

Ich gehe in diesem Punkt wirklich konform mit Hubertus:
Hubertus hat geschrieben:Es gibt Menschen, die können spontan druckreif sprechen. [...] Wenn man es selbst nicht so kann, dann sollte man es besser lassen. Dem Papst kann nicht daran gelegen sein, daß jeder seine Aussagen so interpretieren kann, wie er gerade lustig ist.
100% agree!

Viele Grüße!

PigRace

@ all: sorry, indirekte Rede in deutsch ist leider, leider mein ganz großes Manko...

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Pit
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Pit »

Ad_hoc,dem stimme ich unumwunden zu,denn so eine unbedacht-spontane Antwort von ihm kann je nach Aussage dazu führen,dass ihn die eine Seite als nicht mehr katholisch empfindet und die andere als Revolutionär und warscheinlich beide danebenliegen.
Vieleicht war manchen Papst Benedikt zu sachlich,zu nüchtern, aber wenn er in einem Interview antwortete,dann war die Antwort druckreif oder er unterliess sie.
ad_hoc hat geschrieben: ...
Wenn der Papst darauf hinweist, dass ihm spontane Erklärungen weniger liegen und er stattdessen lieber die Zeit hätte, vor seinen Antworten nachzudenken, dann ist daraus konsequenterweise festzustellen, dass ihm bewusst sein sollte, in der Regel spontane Antworten zu unterlassen, sowohl in Interviews als auch in Abweichungen von der Predigt.
Denn genau diese spontanen Aussagen sind es, die, ebenfalls in der Regel, Missverständnisse verursachen. Das ist dann gefährlich, wenn bei wichtigen Themen zweideutige Auslegungen dadurch ermöglicht werden.
....
Gruß, ad_hoc

Während ich dies scheibe, höre ich im Hintergrund auf EWTN die Wiederholung des Interviews der vier Journalisten und des damaligen Papstes Benedikt XVI. Vorbei, vorbei.
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Samuel
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Samuel »

Hat eigentlich schon mal jemand das ganze Interview gelesen? - Ich finde es sehr beachtenswert.
Man findet es hier. (Ganz unten ist ein link zum zweiten Teil).
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PaceVeritas
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von PaceVeritas »

» Sic enim dilexit Deus mundum ... «
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Florianklaus
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Florianklaus »

Papst Franziskus ist offensichtlich doch nicht besser als seine reaktionären Vorgänger: http://kath.net/news/42981

ad_hoc
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von ad_hoc »

Florianklaus hat geschrieben:Papst Franziskus ist offensichtlich doch nicht besser als seine reaktionären Vorgänger: http://kath.net/news/42981
Vielleicht, lieber Florianklaus, verstehe ich Deine Aussage nicht im gewünschten Sinne.
Auch wenn der Papst eine richtige Entscheidung trifft, gibt es welche, denen dies auch nicht recht ist.
Aber nur so unterscheidet man die Geister.

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holzi
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von holzi »

Du hast mal wieder FlorianKlausens Ironie nicht verstanden.

ad_hoc
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von ad_hoc »

holzi hat geschrieben:Du hast mal wieder FlorianKlausens Ironie nicht verstanden.
Warum mal wieder so angriffslustig, und dies ohne Notwendigkeit?
Ich habe die Ironie schon verstanden, wollte aber unbedingt meinen Satz los werden.

Gruß, ad_hoc
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holzi
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von holzi »

ad_hoc hat geschrieben:Warum mal wieder so angriffslustig, und dies ohne Notwendigkeit?
Ich hab das einfach so ad hoc gemacht! :D

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Samuel
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Friedliche Überlegungen zur Diskussion um Papst Franziskus

Beitrag von Samuel »

Die folgenden Überlegungen sind friedlich gemeint. Ich hoffe, damit niemand zu verletnzen.

Es gibt Menschen, die im Glauben vor allem Sicherheit, klare Wegweisung, Orientierung... suchen.
Für solche Menschen war Benedikt ein wahres Gottesgeschenk: Sein Leitthema Wahrheit, seine Hermeneutik der Kontinuität, dazu eine große Weisheit und intellektuelle Redlichkeit, so dass derjenige, der ihm zuhörte nicht befürchten musste, in engstirnige Einseitigkeiten geführt zu werden.

Einen anderen Akzent setzt etwa ein Satz von Karl Rahner SJ: "Glauben heißt: Die Unbegreiflichkeit Gottes ein Leben lang aushalten."
Überhaupt wird sich jemand, der im Glauben vor allem Sicherheit sucht, bei einem Schüler des Heiligen Ignatius nicht sehr geborgen fühlen. Für Ignatius ist Gott der "Deus semper maior", der je größere Gott, und entsprechend predigt er den Grundsatz "Omnia ad maiorem Dei gloriam", alles zur größeren Ehre Gottes. Das bedeutet etwa, dass es für Jesuiten kaum feste Regeln gibt. Vielmehr geht es darum, stets verfügbar zu sein, stets bereit, die derzeitige Praxis auf den Prüfstand zu stellen, ob sich nicht auf andere Weise wirkungsvoller zur größeren Ehre Gottes arbeiten lässt. Hervorragende Instrumente für diese Überprüfung sind die Exerzitien sowie die tägliche Gewissenserforschung. Ein Jesuit hat mir einmal als Beispiel für diese Verfügbarkeit erzählt, wie ihn sein Vorgesetzter über eine bevorstehende Versetzung informiert hat: "Morgen sind Sie in Rom. Ihre Koffer sind schon dort."

Ein sehr schönes Beispiel für einen Glauben, der Sicherheit gibt, sehe ich hingegen im Benediktinerorden: Die Mönche haben einen festen Tagesablauf mit fest verankerten Gebetszeiten. Ich glaube, diese feste Verankerung im eigenen Glauben bewirkt auch, dass Benediktiner oft mit großer Gelassenheit und Offenheit auf Menschen mit anderer Ausrichtung zugehen können.

Das wäre auch mein Wunsch an diejenigen, die sich durch das Pontifikat Franziskus' verunsichert fühlen: Dass sie den eigenen Weg konsequent gehen, treu die tägliche Gebetsstunde (oder mehr) einhalten, im Gottesdienst sich mit ganzem Herzen Gott zuwenden... und dadurch hoffentlich genügend innere Festigkeit gewinnen, auf manches, was ihnen bei Franziskus befremdlich erscheint, gelassen zu reagieren.
Wer einen Menschen verurteilt, kann irren. Wer ihm verzeiht, irrt nie. (Heinrich Waggerl)

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Linus
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Linus »

Exilfranke hat geschrieben:Er greift ja auch nicht korrigierend ein und sagt: Ihr Medien, hört auf, meine Worte zu verdrehen.

Nicht?

"Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit den Verhütungsmethoden. Das geht nicht. Ich habe nicht viel über diese Sachen gesprochen. Das wurde mir vorgeworfen. Aber wenn man davon spricht, muss man den Kontext beachten. Man kennt ja übrigens die Ansichten der Kirche, und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen.” (Papst Franz)

Hervorherhnung durch mich.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

PigRace
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von PigRace »

Linus hat geschrieben:
Exilfranke hat geschrieben:Er greift ja auch nicht korrigierend ein und sagt: Ihr Medien, hört auf, meine Worte zu verdrehen.

Nicht?

"Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit den Verhütungsmethoden. Das geht nicht. Ich habe nicht viel über diese Sachen gesprochen. Das wurde mir vorgeworfen. Aber wenn man davon spricht, muss man den Kontext beachten. Man kennt ja übrigens die Ansichten der Kirche, und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen.” (Papst Franz)

Hervorherhnung durch mich.
Hi Linus,

nur... wer von den Kirchenoberen spricht denn überhaupt "endlos" von diesen drei Themen?

Ist es denn nicht eher so, daß es sich bei allen drei Themen um "hot topics" handelt, die in den öffentlichen Äußerungen der Kirche (in der Bundesrepublik zumindest...) meist verklausuliert umschifft, wenn nicht gar gänzlich totgeschwiegen werden??

Wer sind denn prominente Beispiele von Katholiken, die Gefahr laufen würden, "endlos" über diese Themen zu sprechen (und den Diskurs auf diese Themen zu verengen)? :achselzuck:

Da fällt mir spontan eigentlich niemand ein...

Kann mir da jemand helfen? Sonst wirkt diese Aussage von Franziskus so seltsam "weltfremd", wenn Ihr versteht was ich meine...

Thx all!

PigRace

PS: Danke Samuel für Deinen schönen Beitrag ! :daumen-rauf:

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Gamaliel
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Gamaliel »

Im Vatikan wächst Sorge vor Verwirrung im Zusammenhang mit Telefonaten

Daraus:
In den vergangenen Wochen war bekanntgeworden, dass sich Franziskus mehrfach telefonisch bei Menschen in Problemlagen gemeldet hatte, um ihnen Mut zuzusprechen.

Laut "New York Times" wächst im Vatikan mittlerweile die Sorge vor Verwirrungsstiftung im Zusammenhang mit den Telefonaten - sei es durch Fake-Anrufe, Stimmenimitatoren oder verärgerten Schreibern, die nicht angerufen würden.
:D

ad_hoc
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von ad_hoc »

So was vorherzusehen, war natürlich unmöglich. 8)
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ad_hoc
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von ad_hoc »

Lesenswert - Bedenkenswert;
http://katholisches.info/213/9/26/bes ... ranziskus/

Gruß, ad_hoc
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Lilaimmerdieselbe
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Lilaimmerdieselbe »

"Die kirchlichen Erneuerungsversuche von Benedikt XVI. bei Klerus und Liturgie werden von Papst Franziskus gestoppt."
Das kann man, muß man aber nicht, so sehen.
Dass das die wichtigsten Bestrebungen Papst Benedikts gewesen sein sollen, bestreite ich.

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Peti
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Wohnort: Landkreis München

Re: Papst Franz I.

Beitrag von Peti »

Papst Franziskus verstehen:

..."Dass nämlich Franziskus aufgrund seiner langen pastoralen Erfahrung weiß, wie kontraproduktiv es ist, Menschen, die sich von der Lehre der Kirche entfernt und im Leben – auch große – Fehler gemacht haben, immer zuerst mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen."

http://www.die-tagespost.de/Im-Blickpun ... 456,146148
Was für ein Glück für uns, dass wir wissen können, dass die Barmherzigkeit Gottes unendlich ist.
Johannes Maria Vianney

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Pit
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Pit »

Damit ist Einiges deutlich gesagt,auch wenn manche "Reformer" damit nicht einverstanden sein werden,wie ich befürchte.
Linus hat geschrieben: ...
"Man kennt ja ...die Ansichten der Kirche, und ich bin ein Sohn der Kirche....” (Papst Franz)

Hervorherhnung durch mich.
carpe diem - Nutze den Tag !

Stefan

Re: Papst Franz I.

Beitrag von Stefan »

Gamaliel hat geschrieben:Im Vatikan wächst Sorge vor Verwirrung im Zusammenhang mit Telefonaten

Daraus:
In den vergangenen Wochen war bekanntgeworden, dass sich Franziskus mehrfach telefonisch bei Menschen in Problemlagen gemeldet hatte, um ihnen Mut zuzusprechen.

Laut "New York Times" wächst im Vatikan mittlerweile die Sorge vor Verwirrungsstiftung im Zusammenhang mit den Telefonaten - sei es durch Fake-Anrufe, Stimmenimitatoren oder verärgerten Schreibern, die nicht angerufen würden.
:D
Irgendwann hat er noch ne Klage am Hals wegen unerwünschter Anrufe.

Didymus
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Re: Papst Franz I.

Beitrag von Didymus »

ad_hoc hat geschrieben:Lesenswert - Bedenkenswert;
http://katholisches.info/213/9/26/bes ... ranziskus/

Gruß, ad_hoc
Danke für den Link. So was in der Art war zu erwarten. Das Bergoglio-Pontifikat scheint zumindest in Teilen unter dem Motto "Zurück-in-die-Siebziger" zu stehen. Reform der Reform war gestern. Aber mal ehrlich - das war zu erwarten. Schon die Wahl des Kardinals, der von der liberalen Fraktion bereits 25 gegen Ratzinger in Stellung gebracht wurde und die ersten optischen Signale (aber die spielen ja sowas von überhaaaaaupt keine Rolle...) sowie die Freude von Hummes, Kasper, Re, Sodano, Mahony usw. über den neuen Papst ließen das befürchten.

Papst Franziskus mag persönlich ein heiligmäßiger Mann sein, aber den Kurs, den er personalpolitisch setzt, dürfte einer Liberalisierung der Kirche Vorschub leisten.

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