Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

SPON hat geschrieben:"Der engagierte Katholik mit dem weißen Vollbart..."
Dieser Satz hätte auch gereicht. Komisch, dass manche Stereotypen eigentlich fast immer passen. Das ist doch der da:

Bild

Der wirkt ja so richtig jugendlich. Entspricht wahrscheinlich dem Altersdurchschnitt von KvU. Überhaupt würde ich gern mal sein Domizil sehen. Alle 400 m² aus Ökoholz, klar. Nur die Verbaldesiderate müssten noch klimaneutraler werden, z.B. weniger heiße Luft.
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iustus
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von iustus »

Zeitung: Papst schickt Aufseher nach Limburg

In den Konflikt über die Amts- und Lebensführung des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst greift jetzt offenbar der Vatikan unmittelbar ein. Am Montag werde Kardinal Giovanni Lajolo (78) in Deutschland erwartet, meldet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Der ehemalige vatikanische Spitzendiplomat solle sich als «Apostolischer Visitator» unter anderem im Gespräch mit Bischöfen und Mitgliedern der Bistumsleitung ein Bild von der Lage in Limburg verschaffen.
http://www.kath.net/news/42731
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

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kreuzzeichen
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von kreuzzeichen »

Da hier so über Bischofsresidenzen diskutiert wird ... Ich könnte noch das Sprechzimmer beim Bischof von Münster im Bild anbieten:
Bild
Bild
Man beachte die luxoriösen Möbel und die exclusive Ausstattung ;-).

Was mir sonst so über den Streit im Bistum Limburg durch den Kopf ging habe ich hier aufgeschrieben:
http://www.kreuzzeichen.blogspot.de
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iustus
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von iustus »

Hier ein Besprechungszimmer des Bischofs von Linz: http://www.dioezese-linz.at/redaktion/d ... immer1.JPG.
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Vir Probatus
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Vir Probatus »

iustus hat geschrieben:
Zeitung: Papst schickt Aufseher nach Limburg

In den Konflikt über die Amts- und Lebensführung des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst greift jetzt offenbar der Vatikan unmittelbar ein. Am Montag werde Kardinal Giovanni Lajolo (78) in Deutschland erwartet, meldet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Der ehemalige vatikanische Spitzendiplomat solle sich als «Apostolischer Visitator» unter anderem im Gespräch mit Bischöfen und Mitgliedern der Bistumsleitung ein Bild von der Lage in Limburg verschaffen.
http://www.kath.net/news/42731
Das und diese neue Offenheit passen dann kaum zu den auch hier verbreiteten News, man habe TVE in Rom den Rücken gestärkt.
Unter Rücken stärken verstehe ich, jemandem zu sagen "Du hast alles richtig gemacht, mach weiter so."
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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

Vir Probatus hat geschrieben:Das und diese neue Offenheit passen dann kaum zu den auch hier verbreiteten News, man habe TVE in Rom den Rücken gestärkt.
Unter Rücken stärken verstehe ich, jemandem zu sagen "Du hast alles richtig gemacht, mach weiter so."
Das kommt ganz auf die eigene Erwartungshaltung an. Vielleicht hat TVE in Rom auch um Hilfe gegen die Hetzer im Bistum gesucht und gefunden. Man wird nicht vernünftigerweise erwarten dürfen, dass sich ein italienischer Kurienkardinal die KvU-Dogmen zu eigen macht. Im Gegenteil.
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Gallus
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Gallus »

Es gibt offenbar keine Visitation.

http://www.kath.net/news/42731

Ich vermute, bei der FAZ war man mit der Terminologie nicht vertraut und hat den Begriff etwas voreilig verwendet.

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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

kreuzzeichen hat geschrieben:Was mir sonst so über den Streit im Bistum Limburg durch den Kopf ging habe ich hier aufgeschrieben:
http://www.kreuzzeichen.blogspot.de
Der Artikel ist nicht direkt schlecht, aber er interpretiert die Spaltungen der deutschen Katholiken falsch. Das sind keine Randgruppen, sondern der Riss geht quer durch die deutsche Ortskirche. Außerdem wird da versucht, TVE keinem Lager zuzuordnen - aber in diesem Ringkampf hat er ein ziemlich klares Lager und es scheint mir keinesfalls so, dass er "vereinnahmt" wird, im Gegenteil. Er bezieht Position, schon indem er eben einen Führungsstil zeigt, der nicht neu ist, sondern der früher von jedem Bischof erwartet wurde, bis sich das "Rätesystem" aufmachte, die Reformen durchboxen zu wollen, die es nicht beim II. Vatikanum verwirklichen konnte. Und "Entweltlichung" kann auch anders geschehen als durch den Verzicht auf teure Gebäude - die Personalkosten sind z.B. immer der höchste Posten in einem Bistum. Und dass manche Ortskirchen mehr ungeweihtes Personal haben, als es ihre allererste Aufgabe - nämlich die Seelsorge - erfordert, halte ich für evident. Es fehlt nicht an Führungsqualität, Einfühlungsvermögen oder Kritikfähigkeit - es fehlt der Glaube. Deshalb wäre eine finanzielle Trennung von Staat und Kirche wünschenswert. Kein Glaube, kein Geld, keine Pöstchen, keine unnötigen Sitzungen, keine Betroffenheitsrhetorik und keine Sozialarbeiterattitüde.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

Gallus hat geschrieben:Es gibt offenbar keine Visitation.

http://www.kath.net/news/42731

Ich vermute, bei der FAZ war man mit der Terminologie nicht vertraut und hat den Begriff etwas voreilig verwendet.
Wenn diese "konspirative" Haltung der FAZ wirklich mit der ostentativen Kündigung TVE des Abonnements mit zusammenhängen sollte, sind die dort echt kleinkarierte Würstchen. Da laufen jetzt genau die richtigen Heuchler auf, die sonst auf die FAZ schimpfen.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von iustus »

Yeti hat geschrieben:
Vir Probatus hat geschrieben:Das und diese neue Offenheit passen dann kaum zu den auch hier verbreiteten News, man habe TVE in Rom den Rücken gestärkt.
Unter Rücken stärken verstehe ich, jemandem zu sagen "Du hast alles richtig gemacht, mach weiter so."
Das kommt ganz auf die eigene Erwartungshaltung an. Vielleicht hat TVE in Rom auch um Hilfe gegen die Hetzer im Bistum gesucht und gefunden.
:ja: Das Schreiben aus Rom lässt das erfoffen: http://www.bistumlimburg.de/fileadmin/r ... ion_1.pdf
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phylax
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von phylax »

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umusungu
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von umusungu »

"Vorsitz in der Liebe" ... wunderbar!

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taddeo
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von taddeo »

umusungu hat geschrieben:"Vorsitz in der Liebe" ... wunderbar!
Hast Du den unmittelbar anschließenden Nebensatz auch gelesen? :hmm:
Das ist exakt die Formulierung, mit der das II. Vaticanum die Unfehlbarkeit des Papstes umschreibt.
Heißt also: Lajolo schaut nach, was Sache ist, und dann: Roma locuta, causa finita.

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phylax
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von phylax »

Klingt, wie du das schreibst, nach dem gordischen Knoten, der da zerhauen werden soll.
Eine solche Vorgehensweise würde aber kaum zu der allenthalben geforderten Heilung der Wunden auf allen Seiten führen. Sie steht eher für das Prinzip Dominanz versus Unterwerfung
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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

phylax hat geschrieben:Klingt, wie du das schreibst, nach dem gordischen Knoten, der da zerhauen werden soll.
Eine solche Vorgehensweise würde aber kaum zu der allenthalben geforderten Heilung der Wunden auf allen Seiten führen. Sie steht eher für das Prinzip Dominanz versus Unterwerfung
Erinnert mich etwas an Drewermann: Tiefenpsychologie und keine Exegese...prophylaktisch übt man sich also schon mal in Betroffenheitsrhetorik.
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taddeo
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von taddeo »

phylax hat geschrieben:Klingt, wie du das schreibst, nach dem gordischen Knoten, der da zerhauen werden soll.
Eine solche Vorgehensweise würde aber kaum zu der allenthalben geforderten Heilung der Wunden auf allen Seiten führen. Sie steht eher für das Prinzip Dominanz versus Unterwerfung
Ich wollte nur darauf hinweisen, daß man Texte GENAU lesen sollte, bevor man anläßlich EINES darin vorkommenden Schlagwortes in Euphorie verfällt.
Dieser Papst ist nicht halb so konfliktscheu, wie er sich vordergründig gibt.

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umusungu
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von umusungu »

taddeo hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:"Vorsitz in der Liebe" ... wunderbar!
Hast Du den unmittelbar anschließenden Nebensatz auch gelesen? :hmm:
Das ist exakt die Formulierung, mit der das II. Vaticanum die Unfehlbarkeit des Papstes umschreibt.
Heißt also: Lajolo schaut nach, was Sache ist, und dann: Roma locuta, causa finita.
davon kann überhaupt keine Rede sein!

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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

taddeo hat geschrieben:Dieser Papst ist nicht halb so konfliktscheu, wie er sich vordergründig gibt.
Ich glaube auch nicht, dass er sich in Argentinien von irgendwelchen religiös im Vorbeigehen angehauchten Alt-68-ern ans Bein pinkeln hat lassen. Eher im Gegenteil.
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taddeo
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von taddeo »

umusungu hat geschrieben:davon kann überhaupt keine Rede sein!
Wir werden ja sehen. Du scheint den Papst ziemlich zu unterschätzen. Das ist nie gut, wenn man es mit einem Jesuiten zu tun hat.

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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von iustus »

Und wieder mal zu Eltz:
"Die Führungskrise im Bistum Limburg ist nur innerkirchlich zu lösen", erklärte zu Eltz in dem Interview mit dem Stadtanzeiger. Wenn die Ortskirche selbst dazu nicht in der Lage sei, bedürfe es eines Eingriffs der Kirchenleitung in Rom.

Er werde Kardinal Lajolo in aller Offenheit sagen, dass er den Bischof in der Ausübung seines Dienstes behindert sehe, "weil sich das Bistum in einer tiefgreifenden, zerstörerischen Vertrauenskrise befindet", kündigte zu Eltz weiter an.
http://www.hr-online.de/website/rubrike ... t_49557247

Der Kurs der Versöhnung ist ihm natürlich ein Dorn im Auge. Der Bischof soll sich schleichen und dafür möchte er sorgen.

Es kann der frömmste Bischof nicht in Frieden leben, wenn es dem Stadtdekan nicht gefällt. :(
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umusungu
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von umusungu »

Offene Worte sind immer gut - auch in kirchlichen Konfliktsituationen!

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kreuzzeichen
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von kreuzzeichen »

Noch was zu YETI: „der Artikel ist nicht direkt schlecht“ - oh, danke für das Lob. Ich nehme das jetzt mal westfälisch, also als Zustimmung und Lob... Ansonsten ist die Frage der Situation der deutschen Katholiken und deren "Ränder" ein interessantes Streitthema. Egal wie man das betrachtet, an dem abschließenden Lösungsvorschlag geht kaum ein Weg vorbei. Ich beobachte all das seit 22 Jahren mitten aus der Kirche heraus, als hauptberuflicher Seelsorger. Daher habe ich vielleicht eine andere Perspektive oder sehe mehr als die, die sich in Scharmützeln zwischen IKvU und Initiativkreis kath. Priester und Laien verlieren. Ich kann auch nur sagen, wie ich TvE bisher erlebt habe (ich kenne ihn seit 1996) und halte an der Charakterisierung fest. Sie erscheint mir deutlich zutreffender als die zugespitzte Zuschreibung interessierter Kreise (die über die Ränder aus denen sie stammen hinaus sicher auch in der Mitte Unterstützung finden.) Ich erkenne nicht, dass er sich in seiner Zeit als Domvikar bis heute wesentlich verändert hat. Gut, es gibt eine gewisse Zuspitzung. Im Bistum Münster war ich auch einige Zeit in diözesanen Räten – beide Bischöfe, ob Lettmann oder Genn haben deren Rat und die Beratungen durchaus geschätzt. Aber hier wackelt der Hund mit dem Schwanz, nicht umgekehrt. Alle Räte haben i.d.R. akzeptiert und mitgetragen, wenn der Bischof aus seiner Verantwortung heraus anderer Meinung war. Ich sehe keinen Grund die Räte , auch die kanonischen (bei sicher auch berechtigter Kritik) in irgendeiner Weise zu verunglimpfen. Das „Entweltlichung“ auch Personalausgaben betrifft ist keine Frage. Da wäre es nur besser gewesen die Verwaltung insgesamt nicht so aufzublähen. Das ist aber nicht auf dem „Mist“ der Räte oder der Gemeinden gewachsen, sondern dadurch, dass Verwaltungsaufgaben hinzu kamen und Verwaltung insgesamt einfach dazu neigt zu wachsen. Na und der Rest des Kommentars ist so platt, dass man darauf gar nicht ernsthaft antworten kann. Wenn es alles so einfach wäre. Mir ist das alles zu schwarz-weiß. So kommen wir nicht weiter und mit dieser Brille bekomme ich keinen klaren Blick, auch nicht auf die Situation im Bistum Limburg. Das sind lauter Lieblingsideen bestimmter Kreise, die den Praxistest nicht bestehen werden.
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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

kreuzzeichen hat geschrieben:Ich sehe keinen Grund die Räte , auch die kanonischen (bei sicher auch berechtigter Kritik) in irgendeiner Weise zu verunglimpfen.
Da liegt wahrscheinlich der Hase im Pfeffer. Und ich meine nicht nur die aufgeblähte Verwaltung, sondern dass man seit 22 Jahren glaubt, man wäre als Pastoralreferent Seelsorger, auch wenn's für die cura animarum ohne Sakramentenspendung meinetwegen stimmen mag. Wir brauchen gute Priester, keine Klerikal-Attrappen. Nichts gegen Pastoralreferenten, ich kenne auch ganz nette. Aber von denen, die sich ihre eigene Suppe kochen wollen...na ja. Da fehlt das "sentire cum ecclesia", das ist meist schon im Studium in den kirchlichen Mentoraten ausgetrieben worden.
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umusungu
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von umusungu »

Yeti hat geschrieben:Wir brauchen gute Priester, keine Klerikal-Attrappen. Nichts gegen Pastoralreferenten, ich kenne auch ganz nette. Aber von denen, die sich ihre eigene Suppe kochen wollen...na ja. Da fehlt das "sentire cum ecclesia", das ist meist schon im Studium in den kirchlichen Mentoraten ausgetrieben worden.
Pastoralreferenten und Gemeinderefenten sind selbstverständlich Seelsorger .... Seelsorge ist doch nicht auf Sakramentenspendung reduziert.

Getulio
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Getulio »

Yeti hat geschrieben:Da fehlt das "sentire cum ecclesia", das ist meist schon im Studium in den kirchlichen Mentoraten ausgetrieben worden.
Das mag es sicherlich geben unter Pastoralreferenten, aber aus dem Blogbeitrag von Kreuzzeichen lese ich persönlich nichts derartiges heraus, im Gegenteil.

Dir, Kreuzzeichen, danke für diesen Beitrag, über den ich eben erst "gestolpert" bin und der sich für mich als "Nicht-Limburger" und "Nicht TvE-Kenner" sehr überzeugend liest. :daumen-rauf: :klatsch:

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Yeti
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

umusungu hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Wir brauchen gute Priester, keine Klerikal-Attrappen. Nichts gegen Pastoralreferenten, ich kenne auch ganz nette. Aber von denen, die sich ihre eigene Suppe kochen wollen...na ja. Da fehlt das "sentire cum ecclesia", das ist meist schon im Studium in den kirchlichen Mentoraten ausgetrieben worden.
Pastoralreferenten und Gemeinderefenten sind selbstverständlich Seelsorger .... Seelsorge ist doch nicht auf Sakramentenspendung reduziert.
In der eigentlichen Bedeutung des Begriffs schon. Sonst kommt man ja in gewisser Weise in Erklärungsnot, was denn die Sakramente überhaupt sollen - "magisches Beiwerk" für die paar "blöden Vorgestrigen"? Darauf läuft's ja hinaus.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von ad_hoc »

Pastoralreferenten und Gemeinderefenten sind selbstverständlich Seelsorger .... Seelsorge ist doch nicht auf Sakramentenspendung reduziert.
...das hätten solche wohl gerne. Seelsorger sind solche, die eine Weihe haben!
Diejenigen, die diese Bezeichnung ebenfalls für sich reklamieren möchten, sind entweder Priester, denen das korrekte Weiheverständnis abhanden gekommen ist, und(oder Leute, die ihren Dienst, der allein dasjenige betreffen kann, welches den Priester in seiner Seelsorge-Tätigkeit behindern könnte, lt. Aufgabenzuweisung zu übernehmen haben.

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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

Getulio hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Da fehlt das "sentire cum ecclesia", das ist meist schon im Studium in den kirchlichen Mentoraten ausgetrieben worden.
Das mag es sicherlich geben unter Pastoralreferenten, aber aus dem Blogbeitrag von Kreuzzeichen lese ich persönlich nichts derartiges heraus, im Gegenteil.

Dir, Kreuzzeichen, danke für diesen Beitrag, über den ich eben erst "gestolpert" bin und der sich für mich als "Nicht-Limburger" und "Nicht TvE-Kenner" sehr überzeugend liest. :daumen-rauf: :klatsch:
Na ja, ihn als Mensch zu bezeichnen, der "Hof hält" und etwas unnahbar scheint und das als Malus zu deuten...da müssten Schlaftabletten wie Zollitsch und Fürst zuerst genannt werden. Da wird mir zu sehr im Artikel so getan, als wäre man neutral. Ist der Verfasser aber gar nicht. Weshalb schreibt er sonst so viel, stellt eine Vermutung auf, um sie zwei Zeilen später wieder zu relativieren oder zu entkräften oder zumindest abzuschwächen, durchwürzt mit subjektiven Eindrücken und Bauchgefühlen. Dadurch liest sich das fast wie ein Rahner-Text und als Aufsatz ist es in der Form nicht nur schwer lesbar, sondern auch unstrukturiert, wenn's denn eine Erörterung sein soll, wird nicht klar, ob's eine lineare oder dialektische EÖ ist. Wie gesagt, das ist Methode, aber keine gute. Er gibt den Zauderer, der er gar nicht ist. Der Mann hat eine "Mission" und solche Leute gibt's im Netz zuhauf. Kirchliches Räte-Establishment in Reinkultur. Und Bischof Lettmann und "auf den Tisch hauen"...ja, ja (zweimal traf ich ihn, zweimal Schlaftablette):
Kreuzzeichen hat geschrieben:„Das Münsterland ist katholisches Stammland, steht trotz mancher Erosion bis heute in Treue fest zum Glauben. Das Bistum Limburg liegt zwischen dem behäbigen Westerwald und dem wachen, kritischen Frankfurt. Im Münsterland wird mit Weihrauch nicht gegeizt, in Frankfurt gilt Weihrauch schnell als traditionsverhaftet, geradezu rückständig. Vor allem hat das Bistum Limburg ein schwieriges Verhältnis zu Rom.“
Das ist Folklore. Bestenfalls. Und das katholische Münsterland ist leider auch ein Märchen geworden. Man braucht sich nur anzuschauen, was seine Exzellenz da auf die Lehrstühle in der Fakultät hat kommen lassen. Er steht Zollitsch in nichts nach, aber wahrscheinlich eher mit Saier zu vergleichen. Ein herzensguter Mensch, aber eher zum Abt als zum Bischof geeignet.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Yeti »

ad_hoc hat geschrieben:
Pastoralreferenten und Gemeinderefenten
...das hätten solche wohl gerne. Seelsorger sind solche, die eine Weihe haben!
Diejenigen, die diese Bezeichnung ebenfalls für sich reklamieren möchten, sind entweder Priester, denen das korrekte Weiheverständnis abhanden gekommen ist, und(oder Leute, die ihren Dienst, der allein dasjenige betreffen kann, welches den Priester in seiner Seelsorge-Tätigkeit behindern könnte, lt. Aufgabenzuweisung zu übernehmen haben.

ad_hoc
Manchmal sind das ja Leute, die eine verhinderte Priester-Biographie haben und die Kirche dafür büßen lassen wollen. Wenn sie vor Progressivität nicht kaum noch geradeaus laufen könnten, würden sie gerne mit Albe, Rauchmantel und allem drum und dran einziehen. Die größten Kritiker der Elche waren früher nicht nur selber welche, sondern sind's u.U. heute noch. Und wo's Elche gibt, gibt's auch Trolle.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von Vir Probatus »

ad_hoc hat geschrieben:
Pastoralreferenten und Gemeinderefenten sind selbstverständlich Seelsorger .... Seelsorge ist doch nicht auf Sakramentenspendung reduziert.
...das hätten solche wohl gerne. Seelsorger sind solche, die eine Weihe haben!
Diejenigen, die diese Bezeichnung ebenfalls für sich reklamieren möchten, sind entweder Priester, denen das korrekte Weiheverständnis abhanden gekommen ist, und(oder Leute, die ihren Dienst, der allein dasjenige betreffen kann, welches den Priester in seiner Seelsorge-Tätigkeit behindern könnte, lt. Aufgabenzuweisung zu übernehmen haben.

ad_hoc
Das führt hier vom Thema weg, ist aber sicher wert, diskutiert zu werden. Ich kenne keine Internetseite einer Gemeinde, wo die Damen und Herren Pastoral-/Gemeinde-/etc. Referenten/Referentinnen/Helfer(innen) nicht unter den Seelsorgern aufgeführt sind.
Zuletzt geändert von Vir Probatus am Montag 9. September 2013, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von kreuzzeichen »

Yeti, finde ich interessant, was da bei mir zu finden sein soll. Und was da alles zwischen den Zeilen stecken könnte. Die Diskussion "Seelsorger" kann man natürlich lange führen. Man kann auch anfangen über Sinn und Unsinn pastoraler Laienberufe zu streiten. Gerne mal an anderer Stelle, oder? Angeblich soll TvE ja einmal gesagt haben (was er später anders erklärt hat), dass er den Seelsorgerbegriff auf Priester beschränken möchte. Aber solange mein Bischof (ich habe beide - anders als manche Kommentatoren sehr geschätzt) mich als Seelsorger sieht und ausdrücklich diesen Begriff verwendet - sehe ich mich auch so. Wenn er auf eine andere Idee kommt - fehlt mir auch nichts, oder? Die interessante Frage ist doch wirklich die: Was macht den Priester aus, was sind seine Aufgaben im Rahmen der Seelsorge und in der Leitung der Gemeinde(n). Wenn man als Pastoralreferent direkt - allein durch den Beruf in eine Schublade gesteckt wird wird es auch mit der Diskussion schwierig.
Was die Kritik an meinem Schreibstil angeht: Das bin ich, ich kann nicht anders! Ich schreib auch nicht, um Dich von einer Position zu überzeugen, sondern um einfach meine Sicht darzustellen. Anders als Deine Deutung YETI kann ich mit einer gewissen Ambivalenz leben. Ich stelle mich nicht hinter TvE, weil ich mich seinem kirchenpolitischen Lager zurechne und ich stelle mich auch nicht gegen ihn, weil er mir vielleicht nicht sympathisch genug ist. Welche "Mission" sollte ich vertreten? Ich denke, was ich geschrieben habe ist offen und ehrlich genug. Ich schaue mit einer gewissen Skepsis auf die Situation in Limburg, weil auch TvE seine Anteile daran hat ... und trotzdem bin ich überzeugt, dass es nur die Lösung gibt, die ich im Schlusssatz meines Textes skizziert habe. So schwierig das sein wird.
Die von Dir kritisierten Sätze sind zumindest teilweise Zitate z.B. gewisser Journalisten. Schau noch mal genau nach!
Davon ab habe ich sicher sowohl die Bischöfe Lettmann, TvE wie auch Genn häufiger und näher erlebt als die "Schlaftablette-Begegnung", die Du schilderst.
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Re: Bischof von Limburg: Franz-Peter Tebartz-van Elst

Beitrag von kreuzzeichen »

Ach, wegen der "verhinderten Priesterbiografie" ... das halte ich (es mag solche Beispiele geben) für populistischen Unfug, der nirgendwohin führt. Ich habe eine verhinderte Ordensbiografie... Was sich bis heute in meiner Wertschätzung für Orden und Gemeinschaften ausdrückt. Man wolle deshalb "die Kirche büßen lassen" - warum denn? Auch wenn Vater sein auch schon mal anstrengend ist. Das ist mein Weg und meine Berufung! Ich wollte nie Priester werden und arbeite seit 22 Jahren vertrauensvoll und gut mit meinen Priestern zusammen. Arbeit, Aufgaben, Engagement habe ich auch ohne Predigtdienst, Tauf- und Traubeauftragung ... mehr als genug.
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