Was sagt er denn?Pelikan hat geschrieben:Selbst das, wobei man ihn erwischt hat, bestreitet er noch immer. Gerade das ist doch so empörend.
Rund um den Freiherrn zu Guttenberg
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Dass er als junger Familienvater und Vollzeitpolitiker überfordert war, daneben noch eine fehlerfreie Dissertation zu verfassen, was im Nachhinein wohl der Versuch der Quadratur des Kreises war.
(*)Das ist für die Wissenschaft der Anlass.
Als er die Dissertation abgegeben hat, hat er sich anscheinend nicht gefragt, ob das den höchsten Ansprüchen, die er selbst an seine Verantwortung legt, genügt.http://www.morgenpost.de/politik/articl ... tlaut.html
"Ich habe die Bundeskanzlerin in einem freundschaftlichen Gespräch informiert, dass ich mich von meinen politischen Ämtern zurückziehen werde – und um meine Entlassung gebeten. Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens.
Ich gehe ihn nicht allein wegen meiner so fehlerhaften Doktorarbeit – wiewohl ich verstehe, dass dies für große Teile der Wissenschaft ein Anlass wäre(*). Der Grund liegt im Besonderen in der Frage, ob ich den höchsten Ansprüchen, die ich selbst an meine Verantwortung anlege, noch nachkommen kann.
(*)Das ist für die Wissenschaft der Anlass.
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Ob Altnazis oder 68er Randalierer, das lässt sich alles verschmerzen und entschuldigen. Aber wehe, du warst bei der Stasi.Marcus hat geschrieben:Aber auch der Auftritt der Opposition war mehr als peinlich. Ich wüsste nicht, weshalb jemand, der unlauter zur Doktorwürde gekommen ist, weniger glaubwürdig und ministrabel sein soll als jene Alt-68er, welche früher einst auf die Straße gingen, um ihr Missfallen gegen die staatliche Ordnung zum Ausdruck zu bringen oder gar gewaltsam dagegen kämpften. Leider sind solche Leute später ebenfalls in die höchsten Staatsämter gekommen. Und einer durfte sein Amt gar noch behalten, als Fotos von ihm auftauchten, die ihn als „Polizistenschläger“ zeigen.
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Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Das wäre durchaus denkbar, da die Erfahrung zeigt, dass ein aufrichtiges!! Bekenntnis des eigenen Versagens, oftmals den Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt und sie evtl. sogar auch im Gewissen anspricht.Pelikan hat geschrieben:Weder noch. Selbst das, wobei man ihn erwischt hat, bestreitet er noch immer. Gerade das ist doch so empörend.Edi hat geschrieben:Die Frage wäre nur, ob Guttenberg eingeräumt hat, weil er erwischt wurde oder wie man anderswo meint, er habe sozusagen alles in Bundestag gebeichtet.
Wenn er dem Bundestag tatsächlich gebeichtet hätte, wäre er wahrscheinlich noch im Amt.
Zuletzt geändert von Edi am Samstag 5. März 2011, 16:29, insgesamt 1-mal geändert.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
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Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Der Punkt ist wohl der, dass es sich um Dinge gehandelt hat, die viele Jahre her sind. Da kann man manches auch unter Jugendsünden buchen, die man ja jemand nicht unbedingt zeitlebens anrechnen muss, denn die eine oder andere Sache macht ja nicht jeder für immer, wenn er mal etwas an Alter zugelegt hat.Marcus hat geschrieben: Aber auch der Auftritt der Opposition war mehr als peinlich. Ich wüsste nicht, weshalb jemand, der unlauter zur Doktorwürde gekommen ist, weniger glaubwürdig und ministrabel sein soll als jene Alt-68er, welche früher einst auf die Straße gingen, um ihr Missfallen gegen die staatliche Ordnung zum Ausdruck zu bringen oder gar gewaltsam dagegen kämpften. Leider sind solche Leute später ebenfalls in die höchsten Staatsämter gekommen. Und einer durfte sein Amt gar noch behalten, als Fotos von ihm auftauchten, die ihn als „Polizistenschläger“ zeigen.
Nur hat Guttenberg einen CSU-Mann, der als Jugendlicher angeblich den Hitlergruss gemacht hat, also gut und gerne 16 Jahre danach, auch entlassen. Im Entlassen war Guttenberg ja Spitze.
Zuletzt geändert von Edi am Samstag 5. März 2011, 22:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Allerdings kam im Radio heute auch die Meldung, daß etliche dieser angekündigten Pro-Guttenberg-Demos nicht stattfanden, weil einfach niemand kam.Edi hat geschrieben:Ich halte das Theater auch für absurd. Wegen einem Mann, der zurücktreten musste, so einen Hype zu veranstalten, das grenzt doch an Götzendienst. Suchen da viele wieder eine Leitfigur, Lichtgestalt usw?Dottore Cusamano hat geschrieben:Einfach peinlich diese Guttenbergs:
http://www.bild.de/BILD/politik/211/3 ... hland.html
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Das meldet "Welt online" auch: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... rasse.html
Hier ein Bericht über die Demo in Berlin: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... klaut.html
Hier ein Bericht über die Demo in Berlin: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... klaut.html
Iúdica me, Deus, et discérne causam meam de gente non sancta
-
Benedikt
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Hier ein Video mit dem Mann, der in Berlin, die "Pro"-Guttenberg-Demo angemeldet hat:
http://www.youtube.com/watch?v=gD5rBF5HNAw
Seine Unterstützer sind genausowenig echt wie er selber.
http://www.youtube.com/watch?v=gD5rBF5HNAw
Seine Unterstützer sind genausowenig echt wie er selber.
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Der Vater von K.T. greift jetzt zum Totschlagargument:
Wie man mit Geburtsjahr 7/1946 zu eigenen Erlebnissen aus dem Jahr 1945 Stellung nehmen kann, die man bewusst erlebt hat, ist mir allerdings ein Raetsel. Es entspricht aber in gewisser Weise auch der "Begleitung des Boersengangs des Rhoen-Klinikums" durch den gerade 18jaehrigen Abiturienten K.T..
Der Umfang der Pro-Guttenberg-Rallys wird wie folgt dargestellt:
http://www.faz.net/s/Rub1EDC28BBA14AC ... ntent.html
(Hervorhebung von mir, Quelle s.u.)Guttenbergs Vater, Enoch zu Guttenberg, kritisierte die „Häme und Selbstgerechtigkeit“, mit der über seinen Sohn hergezogen worden sei. Dies habe er seit 1945 so nicht mehr erlebt. Die Kritik an seinem Sohn in der Plagiats-Affäre bezeichnete der 64 Jahre alte Dirigent als „Menschenjagd“.
Wie man mit Geburtsjahr 7/1946 zu eigenen Erlebnissen aus dem Jahr 1945 Stellung nehmen kann, die man bewusst erlebt hat, ist mir allerdings ein Raetsel. Es entspricht aber in gewisser Weise auch der "Begleitung des Boersengangs des Rhoen-Klinikums" durch den gerade 18jaehrigen Abiturienten K.T..
Der Umfang der Pro-Guttenberg-Rallys wird wie folgt dargestellt:
http://www.faz.net/s/Rub1EDC28BBA14AC ... ntent.html
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Guttenberg neigt auch sonst zu unwahren und hochstaplerischen Angaben wie sein "freier Journalist" und anderes mehr wie hier auch schon erwähnt wurde. Man konnte das noch vor wenigen Tagen auf der Webseite des Bundestags lesen. Er hat aber lediglich ein Praktikum gemacht und ist kein gelernter Journalist. Warum muss so ein Mann sich und seine Vergangenheit grösser darstellen, als es der Wahrheit entspricht? Leidet er etwa an Komplexen?
Prof. Oliver Lepsius aus Bayreuth, der Nachfolger seines Doktorvaters, kommt doch auch zu dem Schluß, dass betrogen wurde. Denn so ein umfangreiches Plagiieren entsteht doch nicht einfach durch Unachtsamkeit. Betrug aber ist etwas anderes als nur einen Fehler zu machen.
Ich bin auch der Meinung, dass die Diskussion jetzt immer noch so läuft wie sie läuft, weil seine Anhänger ihn auf eine unmögliche Art verteidigen und den Fall hernehmen, um gewaltig auf seine politischen Gegner einzuschlagen. Die Gegner sind aber nicht schuld an seinen Plagiaten. Das sie den Fall für ihre Zwecke nutzen, war vorherzusehen und wäre umgekehrt auch so gelaufen.
Prof. Oliver Lepsius aus Bayreuth, der Nachfolger seines Doktorvaters, kommt doch auch zu dem Schluß, dass betrogen wurde. Denn so ein umfangreiches Plagiieren entsteht doch nicht einfach durch Unachtsamkeit. Betrug aber ist etwas anderes als nur einen Fehler zu machen.
Ich bin auch der Meinung, dass die Diskussion jetzt immer noch so läuft wie sie läuft, weil seine Anhänger ihn auf eine unmögliche Art verteidigen und den Fall hernehmen, um gewaltig auf seine politischen Gegner einzuschlagen. Die Gegner sind aber nicht schuld an seinen Plagiaten. Das sie den Fall für ihre Zwecke nutzen, war vorherzusehen und wäre umgekehrt auch so gelaufen.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
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Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Eine gute Stellungnahme heute in der FAZ:
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41441 ... ntent.html
http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF41441 ... ntent.html
Ein wirklich lesenswerter Artikel, nicht die uebliche schwarz-weiss Malerei.Kompliziert wird es in Guttenbergs Sicht, weil er sich optimal und systemkonform verhalten hat - nur eben im falschen System. Guttenbergs Vorgehensweise ist in der Wissenschaft verwerflich, in der hohen Politik allerdings vorbildlich: Da ist das kunstfertige Nutzen fremden Wissens und der Ideen der anderen kein Plagiat, sondern Tugend. Für die Erfüllung seiner öffentlichen Rolle braucht jeder Politiker gute Autoren und Mitarbeiter, die in keiner Fußnote genannt werden. Die bedeutendsten Staatsmänner ließen ihre Bücher und Reden - nach ausführlichen Gesprächen - durch Personen ihres Vertrauens schreiben.
...
Nikolaus Blome, der Chef der Berliner „Bild“-Büros, hat in seinem neuen, lesenswerten Buch „Der kleine Wählerhasser“ eine unheilvolle Dialektik beschrieben: Die Wähler sind enttäuscht, weil die Politiker nichts verändern, also wenden sie sich von den Wahlen und dem politischen Alltag ab. Demgegenüber wissen die Politikprofis, dass Reformfreude zu Wahlverlust führt. Sie haben dann Erfolg, wenn sie Kontinuität versprechen, egal wie - „Wegen neuer Schulden hat noch keiner eine Wahl verloren“, zitiert Blome eine Politikerweisheit. Karl-Theodor zu Guttenberg kommt auch darin vor, und obwohl Blome in den letzten Wochen so etwas wie Guttenbergs Anwalt in den Talkshows der Republik war, ist es ein skeptisches Porträt, unter anderem nennt er ihn „einen Spieler“ und jemanden, dem es gelingt, als ein sympathischer Seiteneinsteiger zu wirken, obwohl er nie einen anderen Beruf ausübte als den des Politikers. Guttenberg sollte das Buch in Berlin vorstellen, nun hat er abgesagt. Für die Rolle des Erneuerers fällt er dauerhaft aus, doch es muss sich etwas ändern. Diese Unfähigkeit, einen Skandal zu erkennen und entsprechend zu behandeln, die ideologisch gefestigte Verherrlichung des Status quo werden langsam unheimlich.
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Guttenberg
Aufstieg und Fall des Ka-The-Gu
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... riere.html
Kathegu als Mogelpeter
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... Herrn.html
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Kathegu als Mogelpeter
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Gruß Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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civilisation
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Doktor-Pfusch
Plagiatsvorwurf gegen Stoiber-Tochter
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
daraus:
Plagiatsvorwurf gegen Stoiber-Tochter
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
daraus:
Ihre Doktorarbeit soll in wesentlichen Teilen aus nicht genannten Quellen abgeschrieben sein. Die Dissertation hatte Saß im Jahr 28 an der Uni Konstanz eingereicht. Ein Jura-Professor, der die Arbeit gelesen hat, sagte SPIEGEL ONLINE, für eine wissenschaftliche Karriere habe die Dissertation "nicht gereicht". Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen habe die Doktorandin Saß ausgeschlagen als klar war, dass es zum Titel reicht.
Glaubt man dem Informanten, könnte es sich bei der umstrittenen Dissertation der Juristin also um einen klassischen Karriere-Doktor handeln. Ein schmückendes Dr. vor dem Namen, das Türen öffnen kann und gerade für Juristen oft als unverzichtbar gilt. Inzwischen arbeitet die 33-jährige Saß in einer Münchner Anwaltskanzlei.
Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Das ist ja echt ein starkes Stück. Ich weiß zwar nicht, in wiefern sich das Studium bei den Juristen von dem bei den brotlosen Künstlern (sprich: Dr. phil) unterscheidet, aber eigentlich gilt eine Arbeit, wenn sie eingereicht wird, als eingereicht und nachträgliche Veränderungen sind nicht zulässig.civilisation hat geschrieben:Doktor-Pfusch
Plagiatsvorwurf gegen Stoiber-Tochter
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
daraus:Ihre Doktorarbeit soll in wesentlichen Teilen aus nicht genannten Quellen abgeschrieben sein. Die Dissertation hatte Saß im Jahr 28 an der Uni Konstanz eingereicht. Ein Jura-Professor, der die Arbeit gelesen hat, sagte SPIEGEL ONLINE, für eine wissenschaftliche Karriere habe die Dissertation "nicht gereicht". Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen habe die Doktorandin Saß ausgeschlagen als klar war, dass es zum Titel reicht.
Glaubt man dem Informanten, könnte es sich bei der umstrittenen Dissertation der Juristin also um einen klassischen Karriere-Doktor handeln. Ein schmückendes Dr. vor dem Namen, das Türen öffnen kann und gerade für Juristen oft als unverzichtbar gilt. Inzwischen arbeitet die 33-jährige Saß in einer Münchner Anwaltskanzlei.
Außerdem kann ich nicht verstehen, wass der Sinn einer Dissertation ohne wissenschaftlichen Wert sein soll. Abgesehen davon, daß sie es einem ermöglichen kann, einen akademischen Grad zu führen.
Aber Leute, die quasi nur als akademische Kürzel existieren sind mir auch suspekt.
???
Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Die Erstellung einer Dissertation bespricht der Doktorand natürlich abschnittsweise mit dem Doktorvater. Dieser gibt natürlich auch Hinweise und Hilfestellungen. Was der Doktorand daraus macht ist seine Sache.anneke6 hat geschrieben:Das ist ja echt ein starkes Stück. Ich weiß zwar nicht, in wiefern sich das Studium bei den Juristen von dem bei den brotlosen Künstlern (sprich: Dr. phil) unterscheidet, aber eigentlich gilt eine Arbeit, wenn sie eingereicht wird, als eingereicht und nachträgliche Veränderungen sind nicht zulässig.civilisation hat geschrieben:Doktor-Pfusch
Plagiatsvorwurf gegen Stoiber-Tochter
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
daraus:Ihre Doktorarbeit soll in wesentlichen Teilen aus nicht genannten Quellen abgeschrieben sein. Die Dissertation hatte Saß im Jahr 28 an der Uni Konstanz eingereicht. Ein Jura-Professor, der die Arbeit gelesen hat, sagte SPIEGEL ONLINE, für eine wissenschaftliche Karriere habe die Dissertation "nicht gereicht". Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen habe die Doktorandin Saß ausgeschlagen als klar war, dass es zum Titel reicht.
Glaubt man dem Informanten, könnte es sich bei der umstrittenen Dissertation der Juristin also um einen klassischen Karriere-Doktor handeln. Ein schmückendes Dr. vor dem Namen, das Türen öffnen kann und gerade für Juristen oft als unverzichtbar gilt. Inzwischen arbeitet die 33-jährige Saß in einer Münchner Anwaltskanzlei.
Das ist doch ne ganze Menge. Für den Einstieg in eine Kanzlei kann das ein echtes Pfund sein. Man muss natürlich auch im Alltag kompetent sein. Und genau da interessieren sich Anwaltkanzleien gerade nicht für die, die ein Faible für wissenschaftliches Arbeiten (im Sinne einer Forschungstätigkeit) haben. Das sind bisweilen Leute, die aus jedem Fall eine Doktorarbeit machen und nichts vom Tisch bekommen. Ich habe in Juristenkreisen von Fällen gehört, in denen Einserjuristen aus diesem Grund die Probezeit nicht überstanden haben.Außerdem kann ich nicht verstehen, wass der Sinn einer Dissertation ohne wissenschaftlichen Wert sein soll. Abgesehen davon, daß sie es einem ermöglichen kann, einen akademischen Grad zu führen.
Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Klar, Besprechung während der Erstellung, das gibt es natürlich auch bei uns. Aber nachträgliche Korrekturen nachdem die Dissertation angenommen wurde (das Datum steht bei uns mit drauf) sind nicht mehr möglich…und so klang es für mich beim Lesen des Textes.
Meistens zeigt sich schon während des Studiums, ob ein Kandidat für die Wissenschaft geeignet ist oder nicht. Bei den Geisteswissenschaftlern ist das Investieren in eine Promotion im negativen Fall dann nur noch Zeitverschwendung — denn bei uns ist sie keine Garantie, einen besseren Arbeitsplatz zu bekommen.
Daß das bei den im Recht Klugen anders aussieht, kann ich nachvollziehen…nicht ohne Grund gehören Juristen neben Ärzten, Zahnärzten und vielleicht noch Tierärzten zu den wenigen Berufsgruppen, die ihren Grad tatsächlich führen. Allerdings frage ich mich, ob ein Verhalten wie das von der Stoibertochter auf Dauer nicht zu einer Abwertung des Doktorgrades führt.
anneke6, ihren Grad nicht führend. Bitte nennt mich bei meinem Vornamen.
Meistens zeigt sich schon während des Studiums, ob ein Kandidat für die Wissenschaft geeignet ist oder nicht. Bei den Geisteswissenschaftlern ist das Investieren in eine Promotion im negativen Fall dann nur noch Zeitverschwendung — denn bei uns ist sie keine Garantie, einen besseren Arbeitsplatz zu bekommen.
Daß das bei den im Recht Klugen anders aussieht, kann ich nachvollziehen…nicht ohne Grund gehören Juristen neben Ärzten, Zahnärzten und vielleicht noch Tierärzten zu den wenigen Berufsgruppen, die ihren Grad tatsächlich führen. Allerdings frage ich mich, ob ein Verhalten wie das von der Stoibertochter auf Dauer nicht zu einer Abwertung des Doktorgrades führt.
anneke6, ihren Grad nicht führend. Bitte nennt mich bei meinem Vornamen.
???
Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Dr. Usilla? oder Dr. Aisine?anneke6 hat geschrieben:anneke6, ihren Grad nicht führend. Bitte nennt mich bei meinem Vornamen.
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"Black holes are where God divided by zero. - Einstein
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civilisation
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Mein Vater selig - seines Zeichens Polizeibeamter - hatte mal in den späten 70ern eine Dienstaufsichtsbeschwerde eines "Herrn Dr. med. xy" am Hals, weil er diesen während einer Kfz-Kontrolle nicht mit "Herr Dr. xy" anredete.
Das war ein Nachtreten des Arztes, weil er alkoholisiert fuhr und der Führersschein einkassiert worden ist.
Denn man merke: Der "Dr." war offenbar Namensbestandteil.
Das war ein Nachtreten des Arztes, weil er alkoholisiert fuhr und der Führersschein einkassiert worden ist.
Denn man merke: Der "Dr." war offenbar Namensbestandteil.
- Dottore Cusamano
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Nächstes "Opfer" der Plagiatsjäger: Veronika Saß (Edmund Stoibers Tochter):
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)
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civilisation
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Die Meldung ist fast schon verjährt.Dottore Cusamano hat geschrieben:Nächstes "Opfer" der Plagiatsjäger: Veronika Saß (Edmund Stoibers Tochter):
http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,.html
siehe hier:
http://www.kreuzgang.org/viewtopic.php?p=51275#p51275
- Dottore Cusamano
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Weiteres Mitglied einer Unionspartei unter Plagiatsverdacht:
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 29965.html
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 29965.html
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Tja, damit wird er wohl auch nicht der einzige oder letzte sein - gute Zeiten für Journalisten!Dottore Cusamano hat geschrieben:Weiteres Mitglied einer Unionspartei unter Plagiatsverdacht:
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten ... 29965.html
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".
Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
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der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.
Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.
- Dottore Cusamano
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Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Eine offene und ehrliche Aufarbeitung der Affäre - wie von Guttenberg angeblich gewünscht - sieht anders aus.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 46,.html
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 46,.html
Der Spiegel hat geschrieben:Die Aufklärung der Plagiatsaffäre, so beteuerte Guttenberg Anfang März in seiner Rücktrittsrede, sei ihm "ein aufrichtiges Anliegen". Doch nach SPIEGEL-Informationen hat er bislang nicht mündlich vor der Prüfungskommission Stellung genommen.
"Da erhob sich ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und auch der Drache und seine Engel kämpften. Doch sie richteten nichts aus und es blieb kein Platz mehr für sie im Himmel." (Offb 12, 7-8)
Re: Kurzmeldungen / Nachrichten II
Es ist unglaublich, erst von Aufklärung reden und jetzt die Anwälte schicken.Dottore Cusamano hat geschrieben:Eine offene und ehrliche Aufarbeitung der Affäre - wie von Guttenberg angeblich gewünscht - sieht anders aus.
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 46,.html
Der Spiegel hat geschrieben:Die Aufklärung der Plagiatsaffäre, so beteuerte Guttenberg Anfang März in seiner Rücktrittsrede, sei ihm "ein aufrichtiges Anliegen". Doch nach SPIEGEL-Informationen hat er bislang nicht mündlich vor der Prüfungskommission Stellung genommen.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
-
Stefan
Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin
Hier der nächste Freßnapf:
Koch Mehrin soll abgekupfert haben
Über 10% ihrer Arbeit sind abgeschrieben, die Universität Heidelberg wurde bereits informiert, und die Täterin verweigert jede Auskunft:
Koch Mehrin soll abgekupfert haben
Über 10% ihrer Arbeit sind abgeschrieben, die Universität Heidelberg wurde bereits informiert, und die Täterin verweigert jede Auskunft:
Mehrere Medien berichten, Koch-Mehrin habe sich auf Nachfrage nicht zu den Vorwürfen äußern wollen. Der "Süddeutschen Zeitung" ließ sie über einen Mitarbeiter per Mail ausrichten, "sich bei Fragen über den Inhalt oder eine Überprüfung der Dissertation von Frau Dr. Koch-Mehrin an die zuständigen Gremien der Universität Heidelberg zu wenden."
Die Universität Heidelberg sei von den VroniPlag-Wiki-Betreibern am Morgen informiert worden, schreibt "Spiegel Online". Pressesprecherin Marietta Fuhrmann-Koch sagte, man wolle die Vorwürfe prüfen und "mit großem Druck" klären. Der Rektor der Universität und der Dekan der Philosophischen Fakultät seien informiert worden. Koch-Mehrins Doktorvater Volker Sellin, der inzwischen emeritiert ist, hat noch keine Stellungnahme abgegeben.
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin
Ich bin gespannt, ob unser geschätzter Dottore im Fall der FDP-Politikerin Koch-Mehrin zu einer ähnlichen Kaskade willens und fähig ist, wie im Fall des nun sehr schweigsamen Herrn Barons.
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)
-
civilisation
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- Registriert: Montag 17. November 2008, 20:15
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin
Täterin.Stefan hat geschrieben: ... Über 10% ihrer Arbeit sind abgeschrieben, die Universität Heidelberg wurde bereits informiert, und die Täterin verweigert jede Auskunft: ...
Hättest Du "vermeintliche" geschrieben, hätte ich mich nicht zu Wort gemeldet.
Aber noch gilt die Unschuldsvermutung.
-
Stefan
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin
Na gut.civilisation hat geschrieben:Hättest Du "vermeintliche" geschrieben, hätte ich mich nicht zu Wort gemeldet.
Aber noch gilt die Unschuldsvermutung.
(Ich dachte, für FDP-Politiker gilt die Schuldvermutung)
Re: Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin
Unschuldsvermutung für Politiker ist Quatsch. Ich sag nur "Alle in einen großen Sack..." - wie der Spruch weitergeht, weißt du vermutlich.Stefan hat geschrieben:Na gut.civilisation hat geschrieben:Hättest Du "vermeintliche" geschrieben, hätte ich mich nicht zu Wort gemeldet.
Aber noch gilt die Unschuldsvermutung.
(Ich dachte, für FDP-Politiker gilt die Schuldvermutung)