Clemens hat geschrieben:Ach Sempre, jetzt fängst du wieder da an, wo ich mit Marion schon vor ein paar Stunden war.
Wenn du von mir verlangst, dass ich beweise, dass das Holz des Kreuzes und das des Paradiesbaumes nicht identisch waren, weißt du hoffentlich sehr gut, dass man diesen Beweis mangels Vergleichsdaten unmöglich erbringen kann. Was soll das also?
Umgekehrt kannst du doch nicht alles für wahr halten, was man nicht widerlegen kann!
Natürlich halte ich nicht alles für wahr, was man nicht widerlegen kann. Ein Kritiker wird Dich aber so oder so belächeln, wenn Du all das unglaublich Scheinende für wahr hältst, was die Kirche kanonisiert hat, nur weil die Kirche es kanonisiert hat. Ich belächele Dich, wenn Du weiterhin alles andere unglaublich Scheinende für falsch hältst.
Clemens hat geschrieben:Dir bleibt nur die Möglichkeit, zu behaupten, dass der Heilige Geist dem JdV eingegeben oder die Weisheit gegeben hat, die wahren Legenden von den falschen zu unterscheiden und damit basta. Das muss man dann schlucken, oder es bleiben lassen.
Nein. Ich gehe nicht davon aus, dass JdV die Absicht hatte, nur solche Berichte weiterzugeben, von denen er persönlich fest überzeugt war, dass sie auf wahren Begebenheiten beruhen. Nur sagt das überhaupt nichts darüber aus, ob und wieviel davon Dichtung und wieviel Wahrheit ist.
Clemens hat geschrieben:Dass außer dieser Rechthabensvermutung zugunsten des seligen Jacobus aber gar nichts dafür spricht, dass die genannte Legende, die irgendein Syrer im 5.Jahrhundert sich ausgedacht hat, der historischen Wirklichkeit entspricht, ignorierst du genauso stur, wie Marion.
Das ist wahr. Der Unterschied zwischen Dir und mir ist: Du hast Angst, ausgelacht zu werden, etwas für wahr zu halten, was nicht auch von aktuellen weltlichen Autoritäten der Wissenschaft als wahr angesehen wird. Ich habe kein Problem damit.
Ob etwa das Holz des Kreuzes aus dem Paradies stammt, ist eine praktisch ziemlich unbedeutende Frage. Sollte es so sein, dann ist die Herkunft der Information eher übernatürlich als natürlich. Solange niemand nachweist, dass es sich nicht so verhält, und da ein handfester Nachweis wohl eher schwierig wäre, kann man das glauben oder halt nicht glauben. Genau das empfiehlt auch Erzbischof Jakobus. Kann man glauben, muss man aber nicht. Und das ist wohl vernünftig. Und unvernünftig ist Deine Angst und Deine Scham für den Fall, dass die Herren Historiker Dich belächeln. Das tun sie sowieso, wenn Du glaubst, der Herr habe Wasser in Wein verwandelt.
Clemens hat geschrieben:Vielleicht fallen anderen Kreuzgängern oder Theologen, denen ihr mehr Vertrauen entgegen bringt, bessere Argumente ein, um euch "zur Vernunft" zu bringen. Ich geb´s auf.
Du hast Doch bereits zugegeben, dass Du Dich von der Angst, belächelt zu werden, leiten lässt. Dich muss man zur Vernunft bringen.
Gruß
Sempre