nomads hat geschrieben: ↑Dienstag 8. September 2026, 09:03
logoschristus hat geschrieben: ↑Sonntag 6. September 2026, 16:48
Wenn ich mir das geschichtlich anschaue, wirkt die Einfügung des Filioque jetzt nicht unbedingt wie ein Fremdkörper in der Entwicklung der Glaubensbekenntnisse, sondern eher ziemlich stimmig in diesem Gefüge.
Habe ich noch etwas übersehen oder hat jemand noch hilfreiche Ergänzungen ?
Seit 2-3 Tagen überlege ich schon, worauf Du eigentlich hinaus willst (wenn überhaupt)?
Wir glauben, dass der Geist ewig ist, da er von Anfang an da war (Gen 1,2) und wir glauben, dass Jesus ihn gesandt hat (Joh 15,26) deshalb sehe ich da keinen „Fehler“ und keinen Wiederspruch in unserem Glaubensbekenntnis:
„…Ich glaube an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche“...
Zumal auch der Sohn ewig ist (Joh 8,58)
Die Position der orthodoxen Gemeinschaften, wobei hier die Vokabel "orthodox" in einem konfessionalistischen Sinne verwendet wird, ist folgende:
In den ersten ausformulierten Credos wäre festgelegt worden, daß der Hl. Geist nur und ausschließlich vom Vater ausgeht. Wenn man nun das
filioque einfügt, würde dies die Majestät des Vaters unterminieren und den Sohn über Gebühr erhöhen.
Man kann sich das an dem Satz "Der Vater zeugte den Sohn durch den Hl. Geist!" verdeutlichen.
Wenn man diesen Satz in einer zeitlichen Weise interpretiert, dann ergibt sich eine Rangfolge zwischen den göttlichen Personen:
1. der Vater
2. der Sohn im Hl. Geist
So gesehen hebt diese Interpretation eher auf die Dreifaltigkeit des einen Gottes ab!
Die katholische Interpretation ist jedoch überzeitlich.
Der Satz "Der Vater zeugte den Sohn durch den Hl. Geist!" ist ohne zeitliche Interpretation zu verstehen. Das, was der Satz aussagt, geschieht sozusagen "gleichzeitig". Hierbei ist die Prämisse eben wichtig, daß Gott ein zeitloses Wesen ist. In IHM gibt es keine Zeit. Wenn man bei innertrinitarischen Vorgängen die Vokabel "gleichzeitig" nutzt, dann tut man dies in einer uneigentlichen Weise.
Die katholische Interpretation hebt demzufolge eher auf die Dreieinigkeit des einen Gottes ab!