Joseph hat geschrieben:Nein es gibt keine "Konkurrenz" zwischen Moskau und Constantinople. Es gibt ungelößte Probleme über jurisdiktionelle Zuständigkeiten auf der ganzen Welt. Aber das hatte ich ja schon oben erklärt.
Von Konkurrenz ist vielleicht übertrieben zu reden, aber dass es nicht gerade einen Ausbund an Herzlichkeit zwischen beiden Kirchenfürsten gibt war zumindest beim letzten Besuch von Kyrill in Istanbul evident.
Man sieht sich schon ein bischen als das dritte Rom in Moskau und das macht's ein wenig delikat, aber wenn grosse Entscheidungen anstehen die die ganze Orthodoxie betreffen werden sie zusammen arbeiten.
Joseph hat geschrieben:Als andere Punkte sind Neuregelungen der Fastenregeln, evtl die Neuregelung des Kalenders und diverse andere Punkte (insgesamt 10) auf der Agenda.
Das mit den Neuregelungen der Fastenregeln würde mich nun schon interessieren (weniger oder mehr?) und die anderen 10 Punkte welche sind die?
Nassos hat geschrieben:Ich habe am Großen Samstag kommuniziert. Natürlich mit vorheriger Beichte (die war auch bitter nötig, by the way...)
Am Sonntag habe ich wieder kommuniziert - ohne nochmal zu beichten.
Man könnte jetzt sagen, in der kurzen Zeit gab es nichts, aber es ist wie beim Autofahren im Regen: die Beichte ist wie der Scheibenwischer, der klare Sicht verschafft, doch die Tropfen der Sünde sind sofort wieder da....
Wäre die Kommunion am Sonntag wie oben beschrieben in der ROKA möglich gewesen?
Wäre sicherlich möglich gewesen, denn wer in der ROKA zur Kommunion will muss in der Regel mit einem der Priester sprechen und meist auch schon bekanntermassen zu vorherigen Liturgien gekommen sein.
Es ist nun mal bei der ROKA so, dass in dieser Kirche eine sehr genaue Beobachtung der Regeln für die Heilige Kommunion gilt. Das ist nicht als Härte gemeint, sondern man ist einfach sehr gewissenhaft damit.
Es gibt allerdings einige Ausnahmen in denen eigentlich Dispens vom Fasten gegeben ist und man dennoch darauf besteht, das Fasten vor der Kommunion einzuhalten oder es geht nicht.
Aber wenn ein Orthodoxer von einer anderen Kirche zur Kommunion zugelassen wird kann er das in seiner angestammten Weise machen wenn er wünscht.
Er muss sich nicht etwa den russischen Gepflogenheiten anpassen.
Nassos hat geschrieben:Zu den Bänken sollte man vielleicht anführen, dass hier nicht durchgehed gesessen wird. Beispielsweise sitzt keiner, wenn der Priester vor der Ikonostase steht oder das Evangelium / Weihrauch "herumführt!"
Eventuell hat sich bei der Bankdiskussion dieser Eindruck ergeben.
Die Leute sitzen nicht beim Evangelium (sehr wohl aber beim Apostel).
Soll keine Ausrede sein, sondern eine Zurechtstellung.
Zur leidigen Bankdiskussion:
Dass manche der Jurisdiktionen Bänke in ihren Kirchen zulassen mag anderen missfallen, aber der Respekt gegenüber den Kirchenoberen und deren Gläubigen sollte einen dann schon zurück halten, immer dagegen anzugehen, nur weil es in der eigenen Kirche anders gehandhabt wird.
Der Glaube ist schliesslich nicht in den Bänken.
Wenn es so ist kann man gleich bei jeder Kirche was finden was nicht richtig ist (in den eigenen Augen) und kritisieren.
Es gibt schliesslich wesentliche Unterschiede in der Handhabung und Ausübung bei Beichte, Kommunion, Bittgebeten und anderem. Deswegen das dann gleich als nicht richtig darzustellen ist nicht rechtens.
Ein wesentlicher Unterschied ist die dezentrale Organisation in der Orthodoxie; das ist für Römer und meist auch für deren "Offsprings" die Protestanten schwer zu akzeptieren.
Alles was in unseren Kirchen geschieht muss man in diesem Kontext sehen, dann kann man auch besser verstehen, weshalb die Verständigung untereinander sich so präsentiert wie hier von Aussenstehenden zitiert wird.
Man möge auch nicht vergessen, dass die Diasporasituation hier in Mitteleuropa sehr extrem ist und erst almählich die Kirchenoberen realisieren, dass man gemeinsam stark ist.
Das Momentum des permanenten Geldmangels kommt auch immer ins Spiel.
Man hat hier keine Kirchensteuergelder zur Verfügung.
Bei aller vordergründigen Verschiedenheit und Nichtorganisation ist man sich doch viel einiger in allem als das die z. B. Katholiken heutzutage untereinander sind.
LG Songul