obsculta hat geschrieben:Ich finde die Schreiberei der Zeitungen,dieses
Aufblasen eines täglich x-mal vorkommenden Deliktes zur Titelseitennachricht
vollkommen bigott!
Aufgeklärt werden muß es,aber nicht,weil die Fahrerin Frau Käßmann ist.
Und aufgeklärt muß auch,wer diese Indiskretion begangen hat.
Es ist nichts passiert,niemand kam zu Schaden,aber weil es ein religiös positionierter
und umstrittener Mensch ist,deswegen wurde doch erst die Nachricht daraus,die
im übrigen auch hier im KG Seite um Seite füllt.
Wäre es Heinz K. aus Hinterposemuckelsdorf gewesen,hätte der seine Strafe bekommen und kein Schw...hätte sich dafür interessiert.Wenn das mal nicht verlogen ist.Es geht nicht um Werte,Moral und Vorbilder blablabla,es geht um die
Diffamierung einer Person ,die Alkfahrt wird zum Instrument.
Mit dem letzten Teilsatz hat Du tatsächlich Recht.
Viele Leute haben es satt, daß FÜR ALLES Verständnis aufgebracht wird!
Wunderbar glasklar herausgearbeitet findest Du das in dem Kommentar
hier.
Mein Eindruck ist, daß der Fall Käßmann eine Art Zeitenwende eingeleitet hat.
Die Menschen fühlen, daß es uns diese Verständniskultur die Katastrophe führt, weil sich natürlich jede menschliche Verfehlung irgendwie nachvollziehen läßt.
Mit dieser Trunkenheitsfahrt gab es nun eben einen Fall, bei dem bald jedem klar vor Augen stand, daß es keinerlei Grenze mit dem Verständnishaben gibt.
Wenn wir für Trunkenheit am Steuer Verständnis haben, weil Frau Dr. Käßmann eben viel um die Ohren hat, dann hätte man vielleicht auch für einen Besuch bei einer Prostiuierten von Dr. Wolfgang Huber haben müssen. Der hatte es bestimmt auch nicht leicht. Oder für den verlassenen Ehemann, der sich an Kindern vergreift. Ist ja klar, irgendwo muß er den Druck ja rauslassen. Ebenso müssen wir für den islamischen Terroristen Verständnis haben, weil die USA ja so abgrundtief böse sind.
Freilich kann man alles verstehen, aber vom Verstehenkönnen zum Verständnishaben ist es nicht weit. Und es ist ja viel einfacher Verständnis zu zeigen, als sich mit irgendwem anzulegen. Da könnte man ja Ärger bekommen! Also bemüht man sich konform zu sein und Verständnis zu zeigen. Verständnis zeigen klingt menschlich und wer will schon aus der Herde ausscheren ...
Verstehst Du worum es geht?
Wir haben einen Verständnis-Konformismus, der ebenso feige und vielleicht nicht weniger fatal ist, wie ein Konformismus, bei dem sofort nach der Steinigung gerufen wird.
In beiden Fällen führen
Denkfaulheit und Konformismus dazu, daß man die Dinge halt so laufen läßt, wie sie laufen ...
So soll es aber nicht sein: "Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut
und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören." (Eph. 4, 29)
Manchmal ist eben auch "notwendig", daß jemand die Leviten gelesen bekommt.
Denjenigen, den es betrifft, schmerzt das dann vielleicht, aber wie soll er denn sonst etwas lernen?
Nächstenliebe kann auch bedeuten, daß man mal Fraktur redet.
Auch der gütige Vater im Himmel, der uns straft, tut das nur weil Er uns liebt.
Du tust Gutes deinem Knecht, HERR, nach deinem Wort. Lehre mich heilsame Einsicht und Erkenntnis; denn ich glaube deinen Geboten. Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort. Du bist gütig und freundlich, lehre mich deine Weisungen. Die Stolzen erdichten Lügen über mich, ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle. Ihr Herz ist völlig verstockt; ich aber habe Freude an deinem Gesetz. Es ist gut für mich, dass du mich gedemütigt hast, damit ich deine Gebote lerne. Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold und Silber. (Psalm 119, 65-72)
Und wie sollen denn moralische Prinzipien aufrecht erhalten werden, wenn man es sich verbietet die rhetorische Zuchtrute zu benutzen?
Es wird doch niemand gesteinigt bei uns. Wenn wir sagen, daß die Trunkenheitsfahrt Frau Dr. Käßmann "den Kopf gekostet" hat, dann ist das ja nicht mehr, als eben ein Sprichwort.
Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. (Mt. 5, 37)
Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. (2. Kor. 10,4)