KatholischAB hat geschrieben:Lutheraner hat geschrieben:Hallo KatholischAB,
ich möchte niemandem etwas wegnehmen. Aber wer hat denn die Vollmacht Christi? Die hat doch nur die Kirche und diese ist wiederum dort wo das Evangelium unverfälscht verkündet wird.
Ja, hallo Lutheraner,
mal eine Gegenfrage: Wer ist den
DIE Kirche? Und was bedeutet
unverfälscht?
Überall dort, wo eine Mitwirkung des Menschen am Heilsgeschehen oder gar eine Art Selbsterlösung gelehrt wird, dort wird das Evangelium verfälscht und dort ist die Kirche m.E. nicht mehr klar sichtbar.
KatholischAB hat geschrieben:
Ist es schon eine Verfälschung des Evangeliums, wenn ich es in bestimmte Lebenssituationen hinein interpretiere? Oder muss ich da etwas zutun oder weglassen? Und was ist eigentlich DAS Evangelium?
Natürlich kann man das Evangelium in eine bestimmte Lebenssituation hinein interpretieren, man darf es aber nicht verändern.
KatholischAB hat geschrieben:
Joh 20,22b+23 wird eindeutig eine Vollmacht an bestimmte Menschen verliehen, nämlich an die Apostel, dass sie Sünden vergeben können, in den Berichten über das letzte Abendmahl Jesu wird den anwesenden Aposteln die Vollmacht gegeben, das Altarsakrament zu spenden, in Mt 28 werden sie dann auch noch gesendet in alle Welt, zu taufen und zu lehren.
Wer besitzt also Vollmacht? Antwort: Derjenige, der bevollmächtigt wurde. Von wem? Von Christus über die Apostel und Bischöfe bis auf die Pfarrer (bitte jetzt nicht wieder die apostl. Sukzession diskutieren!). Die Vollmacht Christi ist keine frei herumschwebende Sache, die irgendwie da ist. Sondern in der Person ihrer geweihten Amtsträger hat die Kirche die Vollmacht Christi.
Das Amt kommt nicht aus der Gemeinde heraus, sondern ist von Christus gestiftet und an Personen gebunden (CA 5 und ApolConf 13).
Ich stimmt mit Dir überein, dass das Predigtamt durch die Ordination an bestimmte Personen gebunden ist. Aber es kann nicht von der Kirche getrennt werden. Das "magische Verständnis", das die Katholische Kirche hat, ist falsch. Nach ihrer Vorstellung kann ein Bischof das Amt beliebig weitergeben - auch wenn er die Katholische Kirche verlässt und eine Sekte gründet. Das deckt sich weder mit der Schrift, noch mit den Bekenntnisschriften der evang.-luth. Kirche.
KatholischAB hat geschrieben:
Die Konsequenz aus deiner Argumentation hat MND ja oben schon genau richtig aufgespießt. Letztendlich führt das ins Sektierertum; denn du bestimmst, was reine Lehre ist, und somit, was Kirche ist, wo Realpräsenz eintritt usw. Natürlich nimmst du niemandem wirklich etwas weg, aber du behauptest, dass nur du es hast und alle anderen angeblich das Evangelium verfälschen. Zumindest habe ich (und wie man sieht auch andere) dich so verstanden.
Es liegt mir fern festlegen zu wollen, was die reine Lehre ist. Aber ich verlasse mich hier auf die Schrift und die Lehre der evang.-luth. Kirche. Jede Grenzziehung wäre willkürlich und deshalb ziehe ich keine. Ich möchte mich aber auf keine falsche Toleranz einlassen, die andere von der Umkehr abhalten könnte. Wir können nicht sagen, dass wir uns in statu confessionis befinden (was ja gerade in einem anderen Thread diskutiert wird) und gleichzeitig der anderen Seite zugestehen, dass mit ihr fast alles in Ordnung sei. Dazu haben wir keine Recht, es wäre unwahr.
Vielleicht klingt das was ich schreibe schärfer und unfreundlicher als es gemeint ist. Ich gestehe der Katholischen Kirche zu, dass es in ihr weiterhin Elemenete von "Kirchlichkeit" (wenn man es so nennen möchte) gibt und es gibt in ihr natürlich Pfarrer, die das Evangelium predigen, Gemeinden, wo oft das Evangelium gepredigt wird und Gläubige, die dem Evangelium vertrauen. Aber das alles geschieht in einem gewissen Widerspruch zur offiziellen Lehre.
Mir hat ein hochkirchlicher Pfarrer der Landeskirche einmal vorgeschlagen darüber nachzudenken, ob es für mich nicht vorstellbar wäre zur Katholischen Kirche zu konvertieren. Als ich vom Ablaß anfing, lachte er und meinte: "Den gibt es noch?". Ja, den gibt es noch. Man soll nicht alles unangenehme ausblenden, auch wenn man es gut meint.
"Ta nwi takashi a huga bakashi. Ta nwi takashi maluka batuka"