Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

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Miserere Nobis Domine
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

cantus planus hat geschrieben:Wir sollten die Tradiszene prinzipiell nicht überschätzen. Wenn die Berufung da ist, hat man auch heute schon die Möglichkeit, die Alte Messe zu feiern und traditionelle Theologie zu studieren. Institute gibt es dafür in ausreichendem Maße. Wir sollten uns davor hüten, zu glauben, von einem Tag auf den anderen würden die traditionellen Seminare im Falle einer Einigung aus allen Nähten platzen.
Mein Eindruck ist, dass sie bereits jetzt aus allen Nähnten platzen.
cantus planus hat geschrieben:Zu gerne ist von Tradiseite aus auch behauptet worden, wenn die Alte Messe freigegeben würde, würde sie in ganz Deutschland innerhalb kürzester Zeit den NOM verdrängen. Das war immer illusorisch, weil das Problem des Traditionalismus kein liturgisches ist.
In kürzester Zeit verdrängen? Wer hat dann denn gesagt... Seit dem motu proprio ist aber die Zahl der tridentinischen Messen in Deutschland sprunghaft gestiegen.

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cantus planus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von cantus planus »

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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

Petur hat geschrieben:Was hab' ich über den gemeinsamen Nenner geschrieben?
Wie meinen?

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Maurus hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Was hab' ich über den gemeinsamen Nenner geschrieben?
Wie meinen?
Nein, diese Antwort war nicht Dir gewidmet. :)

Funnemann
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Funnemann »

Es gibt selbstverständlich viele Gründe, die wir als Ursache des Priestermangels diskutieren können. Ich glaube auch nicht, dass das Zölibat oder die FO die alleinige Lösung sein kann.
Aber z. B. bei der FO gibt es überhaupt keine Begründung, außer es ist halt verboten.
Über das Zölibat kann man sehr wohl diskutieren, aber nicht über das Verbot der FO,
außer das es in der kath. Kirche keine Gleichberechtigung gibt. Wie schlimm diese mangelnde Gleichberechtigung bei uns ist, zeigt ja auch die völlig blödsinnige Infragestellung mancher
Glaubensbrüder zur Ministrantinnenfrage. Hierbeit sieht man nun die wirkliche Frauenfeindlichkeit einiger Konservativer in unserer Kirche.

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Christ86
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Christ86 »

Funnemann hat geschrieben:Es gibt selbstverständlich viele Gründe, die wir als Ursache des Priestermangels diskutieren können. Ich glaube auch nicht, dass das Zölibat oder die FO die alleinige Lösung sein kann.
Aber z. B. bei der FO gibt es überhaupt keine Begründung, außer es ist halt verboten.
Über das Zölibat kann man sehr wohl diskutieren, aber nicht über das Verbot der FO,
außer das es in der kath. Kirche keine Gleichberechtigung gibt. Wie schlimm diese mangelnde Gleichberechtigung bei uns ist, zeigt ja auch die völlig blödsinnige Infragestellung mancher
Glaubensbrüder zur Ministrantinnenfrage. Hierbeit sieht man nun die wirkliche Frauenfeindlichkeit einiger Konservativer in unserer Kirche.
Jetzt rumpelt's dann gleich...

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cantus planus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von cantus planus »

Äh, ja... Funnemann ist ja nun schon seit 2006 dabei. Aber trotzdem herzlich willkommen. :breitgrins:

Weihe ist keine Frage der Gleichberechtigung. Das Argument führt schon per se ad absurdum. Demnach müssten ja auch jene geweiht werden, die dazu keine Berufung haben, aber sich für den Job interessieren... Schlimm genug, dass sowas in Einzelfällen ohnehin vorkommt.
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Christ86
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Christ86 »

cantus planus hat geschrieben:Äh, ja... Funnemann ist ja nun schon seit 2006 dabei. Aber trotzdem herzlich willkommen. :breitgrins:
Jetzt bin ich auch noch zu blöd, zu lesen :kugel: Aber ich dachte, wenn jemand pro FO kommt, dann muss er neu sein, sonst wäre es ihm ausgetrieben worden oder er hätte die Diskusison aufgegeben :D
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Raphaela
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Raphaela »

Ob jemand den Ruf zum Priester spürt und dann auch wirklich wahr nimmt, hängt ganz viel mit dem Pfrarrer einer Gemeinde zusammen.
Als Beispiel möchte ich Schrobenhausen nennen. Der jetzige Bischof Mixa war dort 25 Jahre lang Pfarrer. In dieser Zeit sind 20(!) - in Worten zwanzig - Priester aus der Gemeinde hervorgegangen.
Ich habe mich mal bei einen dieser Priester erkundigt, wie die möglich war. Nun, ganz einfach: Er ging auf die Leute zu, hat die Ministranten auch mal einfach so unter tags zum ministrieren eingeladen, wenn er sie gerade gesehen hat, er hat andere Meinungen nicht verurteilt, aber stand treu zu seiner Meinung und hat sich von dieser und dem Glauben nicht abbringen lassen. Er unterrichtete auch den Leistungskurs Religion am Gymnasium

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Maurus hat geschrieben:
Eine Abweichung der Zulassungsbeschränkungen hätte dagegen nur aufschiebende Wirkung: Ohne Zweifel gäbe es erstmal eine Art "Priesterschwemme" (die sich die deutschen Diözesen allerdings nicht leisten könnten, wird gern verschwiegen). Problem: Nur weil der Zölibat abgeschafft wird, wird keiner zum Katholiken oder Kirchgänger. Die Ursachen des heutigen "Priestermangels" blieben allesamt bestehen, allein ihre Auswirkungen würden um ein paar Jahrzehnte hinausgezögert. Irgendwann gibt es dann auch nicht mehr genug verheiratete Männer und Frauen, die Priester werden wollen.

Unter diesen Gesichtspunkten kann man sich hinsichtlich der Problematik des "Priestermangels" eine dauernde Erörterung der Zulassungsbeschränkungen schenken.

Eine Jugendarbeit dagegen, die der Kirche eine große Zahl glaubensstarker junger Priester brächte, würde das Problem des Priestermangels von sich aus obsolet machen.
Das ist mMn nicht so einfach. Die reformierte Kirche Ungarns (und ich nehme an, dass auch die lutherische) hat so viele Kandidaten/Kandidatinnen für das kirchliche Amt, dass ein nicht geringer Teil von ihnen nach der Ordination keine Pfarrstelle oder "traditionelle Position" bekommen kann, man soll diesen Personen neue, spezielle Aufgaben im Bereich des pastoralen Dienstes suchen. Auch die griech.-kath. Christen Ungarns haben keine Probleme mit dem Priesternachwuchs. Es geht nicht um "Minikirchen". Die Zahl der aktiven Gottesdienstbesucher ist in den obigen Fällen - zumindest bei den Protestanten, die Daten der "Griechen" kenne ich leider nicht - jedoch nicht höher als im Falle der lateinischen Katholiken, bei denen der Priestermangel groß ist.

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Die höhere Zahl der Geistlichen bedeutet natürlich nicht unbedingt mehr Gottesdienstbesucher, doch die Chancen sind so ganz sicher besser. Wenn man aber weniger Geistliche hat, ist es mMn sehr wahrscheinlich, dass das auch die Zahl der Gottesdienstbesucher - die Qualität des pastoralen Dienstes jedoch zweifelsohne - sehr negativ beeinflusst.

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Jacinta
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Jacinta »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:
Jacinta hat geschrieben:--- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO --- Gegen FO ---
Du bist ja nur dagegen, weil man dich bei der Einführung der FO zur Priesterweihe drängen würde .Die Modernisten würden sagen, du bist so katholisch und damit die perfekte Priesterin. Und wenn du dann nach der Weihe den Geschiedenen und Protestanten die Eucharistie nicht gibst, geht der grosse Streit los. :D
:narr: Du hast es erfaßt! :narr:
"In necessariis unitas, in non-necessariis libertas, in utrisque caritas."
"Man muss sich aber klarmachen, dass Krisenzeiten des Zölibats auch immer Krisenzeiten der Ehe sind." BXVI.

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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

Petur hat geschrieben:Die höhere Zahl der Geistlichen bedeutet natürlich nicht unbedingt mehr Gottesdienstbesucher, doch die Chancen sind so ganz sicher besser. Wenn man aber weniger Geistliche hat, ist es mMn sehr wahrscheinlich, dass das auch die Zahl der Gottesdienstbesucher - die Qualität des pastoralen Dienstes jedoch zweifelsohne - sehr negativ beeinflusst.
Warum sollen dann die Chancen besser sein? Und klar: Mit mehr Geistlichen kann man die Arbeit vor Ort verbessern. Für dieses "mehr" reicht es mE jedoch, die beschriebenen Maßnahmen zu ergreifen.

Miserere Nobis Domine
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Miserere Nobis Domine »

Petur,

In Wien feiern verheiratete Uniatenpriester bereits fleissig den NOM, da nicht genug zölibatäre Priester zur Verfügung stehen. Wird das auch in Ungarn so gemacht?

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Bernado
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Bernado »

cantus planus hat geschrieben:Wir sollten die Tradiszene prinzipiell nicht überschätzen. Wenn die Berufung da ist, hat man auch heute schon die Möglichkeit, die Alte Messe zu feiern und traditionelle Theologie zu studieren. Institute gibt es dafür in ausreichendem Maße. Wir sollten uns davor hüten, zu glauben, von einem Tag auf den anderen würden die traditionellen Seminare im Falle einer Einigung aus allen Nähten platzen. Zu gerne ist von Tradiseite aus auch behauptet worden, wenn die Alte Messe freigegeben würde, würde sie in ganz Deutschland innerhalb kürzester Zeit den NOM verdrängen. Das war immer illusorisch, weil das Problem des Traditionalismus kein liturgisches ist.
Das sehe ich etwas anders. Wer in einer "normalen" deutschen Diözese (ein, zwei Ausnahmen eingeräumt) in den Verdacht gerät, die alte Liturgie zu schätzen, wird auch heute noch gemobbt und mit einiger Wahrscheinlichkeit aussortiert. Geht er zu Petrus oder sonstwohin, sieht er beim heutigen Stand der Dinge keine Perspektive für eine Beteiligung an der regulären Seelsorge.

Recht gebe ich dir in der Skepsis bezüglich eines "Verdrängungswettbewerbs" (mal ganz abgesehen von der Frage, ob man den NOM tatsächlich verdrängen oder gar abschaffen müßte). Jahrzehntelange Praktizierung des NOM mit entsprechender neuer (relativistischer) Theologie und Sparflammen-Katechetik usw haben die Zusammensetzung der Gemeinden doch stark beeinflusst - Stichwort "Basisökumene". Die in Deutschland noch sehr seltenen Beispiele dafür, daß Pfarrer von sich aus beide Formen des ritus praktizieren und anbieten, zeigen, daß man hier sehr behutsam vorgehen muß, um nicht einen weiteren Exodus auszulösen.

Und was Aufgabe des Zölibats und FO betrifft: Letztere geht nicht und braucht man nicht drüber zu diskutieren, wer sie praktiziert, scheidet aus der Ökumene aus. Das Zölibat ist nicht in diesem Sinne prinzipiell unverfügbar. Aber in der heutigen Situation ist es wie die FO eine der Brechstangen derer, die die Kirche von ihrem von Christus gewiesenen Weg abbringen wollen. also braucht man die nächsten Jahrzehnte darüber auch nicht zu reden - und danach auch nur mit der größten Zurückhaltung.

Viri Probati (wobai das "probatus" ein beträchtliches Lebensalter voraussetzt) kann ich mir dann, wenn mal der aggressive Dampf aus der Diskussion raus ist, vorstellen, aber schon eine Praxis wie bei der Orthodoxie erscheint mir für die römische Kirche untunlich. Mit dem Priestermangel hat die Frage sicher viel weniger zu tun, als gerne behauptet wird. Wenn die Kirche so verändert würde, wie die KvU-Richtung das fordert, hätten wir vielleicht keinen Priestermangel mehr - aber wahrscheinlich auch keine Priester.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Miserere Nobis Domine hat geschrieben:Petur,

In Wien feiern verheiratete Uniatenpriester bereits fleissig den NOM, da nicht genug zölibatäre Priester zur Verfügung stehen. Wird das auch in Ungarn so gemacht?
Ich habe über einen gr.-kath. Priester gehört, der auch den NOM feiern darf. Er zelebriert so aber nicht regelmäßig.

HeGe
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von HeGe »

Maurus hat geschrieben:Ein zweiter Punkt: Ich bin seit fast einem Jahrzehnt sonntäglicher Kirchgänger. Ich bin auch in der Gemeinde engagiert. Es hat mich aber noch nie einer direkt gefragt, ob ich mir nicht einen "pastoralen Beruf", wie man so schön sagt, vorstellen könnte. Viele Leute kommen sicher von selbst auf ihre Berufung. Aber genauso viele brauchen eine Bemerkung von "außen", so dass ihnen wie der Blitz die Erleuchtung kommt: "Das ist es, das mache ich." Viele Seelsorger scheuen aber offenbar davor zurück, Jugendliche mit so einer Frage zu behelligen. Das ist ein Fehler.
Raphaela hat geschrieben:Ob jemand den Ruf zum Priester spürt und dann auch wirklich wahr nimmt, hängt ganz viel mit dem Pfrarrer einer Gemeinde zusammen.
Als Beispiel möchte ich Schrobenhausen nennen. Der jetzige Bischof Mixa war dort 25 Jahre lang Pfarrer. In dieser Zeit sind 20(!) - in Worten zwanzig - Priester aus der Gemeinde hervorgegangen.
Ich habe mich mal bei einen dieser Priester erkundigt, wie die möglich war. Nun, ganz einfach: Er ging auf die Leute zu, hat die Ministranten auch mal einfach so unter tags zum ministrieren eingeladen, wenn er sie gerade gesehen hat, er hat andere Meinungen nicht verurteilt, aber stand treu zu seiner Meinung und hat sich von dieser und dem Glauben nicht abbringen lassen. Er unterrichtete auch den Leistungskurs Religion am Gymnasium
Diese beiden Aussagen möchte ich noch einmal unterstreichen, an dieser direkten Ansprache und "Werbung" vor Ort fehlt es m.E. heute am meisten.

Es gibt hier zwar eine Diözesanstelle, die für die kirchlichen Berufungen zuständig ist, aber die sitzt zentral in Köln und ich habe hier bei uns in der Kirche noch nicht einmal ein Programm- oder Informationsheft von denen gesehen, geschweige denn einen Mitarbeiter.

Die Pfarrer vor Ort,meinetwegen auch die anderen Mitarbeiter oder sogar die Ehrenamtlichen müssten viel mehr direkte Gespräche führen. Mein Vater hat mir noch erzählt, dass er in seiner Messdienerzeit damals ganz selbstverständlich gefragt wurde, ob er nicht sich überlegen möchte, Priester zu werden. Wenn es dann nicht so ist, dann eben nicht, aber mir scheint, viele scheuen schon die Frage, weil sie Angst haben, dafür ausgelacht zu werden.
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incarnata
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von incarnata »

Schluss mit der Überhäufung von Priestern mit Verwaltungsarbeiten und der Degradierung zum "Sakramentenverwalter",der nur noch von Ort zu Ort hetzt.Und Schluss mit der Klerikalisierung der Laien: Priester sollten glaubhaft vorleben,dass sie freudig aus dem Glauben ,in und für Christus exsistieren im täglichen Umgang mit den Menschen ;das Gebet und die Eucharistie sollten für jeden erkennbar Zentrum ihres Sein sein.Dann gibt´s auch wieder Berufungen.Und die Laien dürfen sich dafür um Organisatorisches ,Soziales,Geldfragen,Baumassnahmen etc. kümmern,auch ohne dass der Priester jedes Ding abnicken muss.
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taddeo
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von taddeo »

incarnata hat geschrieben:Schluss mit der Überhäufung von Priestern mit Verwaltungsarbeiten und der Degradierung zum "Sakramentenverwalter",der nur noch von Ort zu Ort hetzt.Und Schluss mit der Klerikalisierung der Laien: Priester sollten glaubhaft vorleben,dass sie freudig aus dem Glauben ,in und für Christus exsistieren im täglichen Umgang mit den Menschen ;das Gebet und die Eucharistie sollten für jeden erkennbar Zentrum ihres Sein sein.Dann gibt´s auch wieder Berufungen.Und die Laien dürfen sich dafür um Organisatorisches ,Soziales,Geldfragen,Baumassnahmen etc. kümmern,auch ohne dass der Priester jedes Ding abnicken muss.
Das wäre genau der Weg, der sinnvoll wäre. Allerdings steht dem bislang sowohl der CIC im Wege als auch das Staatskirchenrecht in Deutschland. Bei uns hier ist jede Pfarrei als "Pfarrkirchenstiftung" organisiert, in der der Pfarrer qua Amt das letzte Wort haben MUSS, ob er will oder nicht. Der Kirchenpfleger ist zwar sozusagen der Finanzvorstand, aber der Aufsichtsratsvorsitzende ist der Pfarrer. Hier was zu ändern könnte segensreich sein - oder brandgefährlich, wenn dann plötzlich die "engagierten Laien" dem Pfarrer den Geldhahn abdrehen, weil ihnen seine Ansichten nicht passen. Das wird wohl auch der Grund sein, warum auf rechtlicher Ebene in dieser Hinsicht kein (klerikaler) Mensch was ändern will.

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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

taddeo hat geschrieben:
incarnata hat geschrieben:Schluss mit der Überhäufung von Priestern mit Verwaltungsarbeiten und der Degradierung zum "Sakramentenverwalter",der nur noch von Ort zu Ort hetzt.Und Schluss mit der Klerikalisierung der Laien: Priester sollten glaubhaft vorleben,dass sie freudig aus dem Glauben ,in und für Christus exsistieren im täglichen Umgang mit den Menschen ;das Gebet und die Eucharistie sollten für jeden erkennbar Zentrum ihres Sein sein.Dann gibt´s auch wieder Berufungen.Und die Laien dürfen sich dafür um Organisatorisches ,Soziales,Geldfragen,Baumassnahmen etc. kümmern,auch ohne dass der Priester jedes Ding abnicken muss.
Das wäre genau der Weg, der sinnvoll wäre. Allerdings steht dem bislang sowohl der CIC im Wege als auch das Staatskirchenrecht in Deutschland. Bei uns hier ist jede Pfarrei als "Pfarrkirchenstiftung" organisiert, in der der Pfarrer qua Amt das letzte Wort haben MUSS, ob er will oder nicht. Der Kirchenpfleger ist zwar sozusagen der Finanzvorstand, aber der Aufsichtsratsvorsitzende ist der Pfarrer. Hier was zu ändern könnte segensreich sein - oder brandgefährlich, wenn dann plötzlich die "engagierten Laien" dem Pfarrer den Geldhahn abdrehen, weil ihnen seine Ansichten nicht passen. Das wird wohl auch der Grund sein, warum auf rechtlicher Ebene in dieser Hinsicht kein (klerikaler) Mensch was ändern will.
Ich sehe da weniger ein Problem. In meiner Heimatgemeinde war es so, dass die Pfarrstelle dauerhaft vakant war und die Pfarrvikarie von der benachbarten Pfarrei versorgt wurde/wird. Der dortige Pfarrer wäre eigentlich Verwaltungsratsvorsitzender qua Amt gewesen, aber es besteht die Möglichkeit, darauf schriftlich zu verzichten, was er auch getan hat. Der Verwaltungsrat aber darf sich aufgrund seiner Finanzkompetenz nicht zur Pfarreiregierung aufschwingen, er muss alles abnicken, solange das Geld reicht. Ich habe auch noch nie gehört, dass sich der Verwaltungsrat mal quergestellt hat.

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taddeo
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von taddeo »

Maurus hat geschrieben:Ich sehe da weniger ein Problem. In meiner Heimatgemeinde war es so, dass die Pfarrstelle dauerhaft vakant war und die Pfarrvikarie von der benachbarten Pfarrei versorgt wurde/wird. Der dortige Pfarrer wäre eigentlich Verwaltungsratsvorsitzender qua Amt gewesen, aber es besteht die Möglichkeit, darauf schriftlich zu verzichten, was er auch getan hat. Der Verwaltungsrat aber darf sich aufgrund seiner Finanzkompetenz nicht zur Pfarreiregierung aufschwingen, er muss alles abnicken, solange das Geld reicht. Ich habe auch noch nie gehört, dass sich der Verwaltungsrat mal quergestellt hat.
Daß ein Pfarrer auf diese Funktion verzichten dürfte, wäre mir neu - aber das Stiftungsrecht ist, soweit ich mich erinnere, nicht für die ganze DBK einheitlich geregelt, sondern nach föderal nach den Geltungsbereichen der einzelnen Konkordate. Es kann also durchaus sein, daß im Erzbistum Mainz was anderes gilt als in Bayern.

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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

taddeo hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Ich sehe da weniger ein Problem. In meiner Heimatgemeinde war es so, dass die Pfarrstelle dauerhaft vakant war und die Pfarrvikarie von der benachbarten Pfarrei versorgt wurde/wird. Der dortige Pfarrer wäre eigentlich Verwaltungsratsvorsitzender qua Amt gewesen, aber es besteht die Möglichkeit, darauf schriftlich zu verzichten, was er auch getan hat. Der Verwaltungsrat aber darf sich aufgrund seiner Finanzkompetenz nicht zur Pfarreiregierung aufschwingen, er muss alles abnicken, solange das Geld reicht. Ich habe auch noch nie gehört, dass sich der Verwaltungsrat mal quergestellt hat.
Daß ein Pfarrer auf diese Funktion verzichten dürfte, wäre mir neu - aber das Stiftungsrecht ist, soweit ich mich erinnere, nicht für die ganze DBK einheitlich geregelt, sondern nach föderal nach den Geltungsbereichen der einzelnen Konkordate. Es kann also durchaus sein, daß im Erzbistum Mainz was anderes gilt als in Bayern.
Im Fall meiner Heimatgemeinde ist es Limburg ;). Erzbistum ist Mainz auch schon ne ganze Weile nicht mehr. Dieses Stiftungsrecht ist doch durch den CIC gar nicht mehr gedeckt, oder? Die Pfarrei hat doch jetzt selbst Rechtspersönlichkeit.

civilisation
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von civilisation »

Ich habe zwar erst 12 min des Vortrags von Prof. Dr. Georg May (em. Kirchenrechtler aus Mainz) gehört, aber der Prof. sagt genau das aus, was Priestermangel bedeutet.

Der ist nämlich selbstgemacht.

Nun will ich aber weiterhören.

http://gloria.tv/?media=37882

P.S.: Ein großartiger Kirchenrechtler, Analytiker und Priester.

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Maurus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Maurus »

civilisation hat geschrieben:P.S.: Ein großartiger Kirchenrechtler, Analytiker und Priester.
:ja:

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Priestermangel? Wir sind gerettet! Die (Ex)Anglikaner kommen! :kugel:

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Petur hat geschrieben:Priestermangel? Wir sind gerettet! Die (Ex)Anglikaner kommen! :kugel:
Im Ernst: ich denke, der Priesternachwuchs der neuen exangl. Ordinariate ist sofort am Anfang "erledigt" worden.

conscientia
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von conscientia »

Petur hat geschrieben:
Petur hat geschrieben:Priestermangel? Wir sind gerettet! Die (Ex)Anglikaner kommen! :kugel:
Im Ernst: ich denke, der Priesternachwuchs der neuen exangl. Ordinariate ist sofort am Anfang "erledigt" worden.
Hi, was meist du denn damit?

Dass von vornherein darauf geachtet wird, dass im anglikanisch-unierten Teil der lateinischen Kirche kein Verheirateter Priester wird?

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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

Ja, genau.

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cantus planus
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von cantus planus »

Darauf kann man natürlich nur kommen, wenn man den Zölibat als Quell der Berufungsschwierigkeiten ausmacht. Wer etwas tieferen Einblick hat, weiss, dass das nicht stimmt. Die Probleme sind weitaus tiefgreifender.
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Petur
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Petur »

cantus planus hat geschrieben:Darauf kann man natürlich nur kommen, wenn man den Zölibat als Quell der Berufungsschwierigkeiten ausmacht. Wer etwas tieferen Einblick hat, weiss, dass das nicht stimmt. Die Probleme sind weitaus tiefgreifender.
In der Tat, aber der Pflichtzölibat ist trotzdem ein fundamentales Element in dieser Frage. Wer etwas tieferen Einblick hat und aufrichtig ist, soll das anerkennen.

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Yeti
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Yeti »

Petur hat geschrieben:Ja, genau.
cantus planus hat geschrieben:Darauf kann man natürlich nur kommen, wenn man den Zölibat als Quell der Berufungsschwierigkeiten ausmacht. Wer etwas tieferen Einblick hat, weiss, dass das nicht stimmt. Die Probleme sind weitaus tiefgreifender.
Ja mei, die Zeitgeistlichen halt. Oder man hat das Video von Prof. Mays Vortrag nicht gesehen - oder man hat es gesehen, ist aber beratungsresistent und weilt damit in guter deutscher episkopaler Gesellschaft.
Petur hat geschrieben:Pflichtzölibat
Das scheint mir ein etwas phrasenhafter Kampfbegriff zu sein, schliesslich wird ja kein Mensch zum Priestertum gezwungen.
Petur hat geschrieben:Wer etwas tieferen Einblick hat und aufrichtig ist, soll das anerkennen.
Dann klär uns doch mal über deine tiefen Einblicke auf, damit wir aufrichtig anerkennen können. Wo wird denn der Zölibat zum Problem? Und vor allem zum Problem für wen? Steht dahinter nicht doch die Ansicht, dass die Ehe keine Berufung ist, sondern ein Menschenrecht?

Gruß, Yeti
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Yeti
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Re: Mangel an Priesterberufungen? Ursachen? Folgen?

Beitrag von Yeti »

civilisation hat geschrieben:Ich habe zwar erst 12 min des Vortrags von Prof. Dr. Georg May (em. Kirchenrechtler aus Mainz) gehört, aber der Prof. sagt genau das aus, was Priestermangel bedeutet.

Der ist nämlich selbstgemacht.

Nun will ich aber weiterhören.

http://gloria.tv/?media=37882

P.S.: Ein großartiger Kirchenrechtler, Analytiker und Priester.
Ein ganz wunderbarer und gehaltvoller Vortrag über die wahren Gründe des "Priestermangels" in hiesigen Gefilden. Er hält gleichwohl auch eine gute Vortragsstunde in Homiletik! Da ist keiner eingeschlafen. Ganz hervorragend! Ich habe den Link gleich weiter meinen Freunden gesandt.

Gruß, Yeti
#gottmensch statt #gutmensch

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