Fürbitte durch Maria- warum?

Rund um Anglikanertum, Protestantismus und Freikirchenwesen.
Allons
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Beitrag von Allons »

taddeo hat geschrieben: Das ist im Grunde der ganze Kern der christlichen Marienfrömmigkeit. Es ist ein bißchen so wie in einer "normalen" Familie: Man fragt lieber die Mama, bevor man den Papa belästigt - die kennt den Papa so gut, daß sie besser weiß, wie man ihm kommen muß, um sein Ziel auch zu erreichen.
Da bislang kein (für mich) erkenntlicher Katholos widersprochen hat - ist das Konsens?

Gruß, Allons!

Raphaela
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Beitrag von Raphaela »

Allons hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Das ist im Grunde der ganze Kern der christlichen Marienfrömmigkeit. Es ist ein bißchen so wie in einer "normalen" Familie: Man fragt lieber die Mama, bevor man den Papa belästigt - die kennt den Papa so gut, daß sie besser weiß, wie man ihm kommen muß, um sein Ziel auch zu erreichen.
Da bislang kein (für mich) erkenntlicher Katholos widersprochen hat - ist das Konsens?

Gruß, Allons!
ich hatte mal für Janet eine Bibelstelle angegeben:
Lukas 1, 48 b:
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter

Das heißt für mich, dass ich sie auch im Gebet preisen darf und nicht "nur" preisend reden darf.

Allons
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Beitrag von Allons »

Raphaela hat geschrieben: Lukas 1, 48 b:
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter
Danke Raphaela, hatte ich notiert, nun betrifft diese Stelle nicht unmittelbar das zitierte, deshalb hatte ich es nicht erwähnt. :)

Gruß, Allons!

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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Allons hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Das ist im Grunde der ganze Kern der christlichen Marienfrömmigkeit. Es ist ein bißchen so wie in einer "normalen" Familie: Man fragt lieber die Mama, bevor man den Papa belästigt - die kennt den Papa so gut, daß sie besser weiß, wie man ihm kommen muß, um sein Ziel auch zu erreichen.
Da bislang kein (für mich) erkenntlicher Katholos widersprochen hat - ist das Konsens?

Gruß, Allons!
Nein, weil ich nicht weiß, welche dieser unsinnigen Behauptungen ich als erste aufgreifen soll, hab ich's bisher gelassen.

- Mama Gott, also der viereinige Gott?
- mein Ziel erreichen, ich will sein Ziel erreichen.
- Christus und der HG vertreten mich vollkommen und
ausreichend, das kann kein Mensch, auch wenn er schon verstorben ist.
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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Allons hat geschrieben:
Raphaela hat geschrieben: Lukas 1, 48 b:
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter
Danke Raphaela, hatte ich notiert, nun betrifft diese Stelle nicht unmittelbar das zitierte, deshalb hatte ich es nicht erwähnt. :)

Gruß, Allons!
.......das hat aber nichts damit zu tun, dass zu Maria gebeten wird, wenn man ihren großen Glauben rühmt.
Du hast ja sicher die Seligpreisungen gelesen, in diesem Rahmen kann das Bibelzitat verstanden werden.
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Kurt
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Beitrag von Kurt »

Die Frage ist doch nicht primär, on man zu Maria "beten" darf (das wäre Juristerei), sondern, wo die Toten bzw. die Heiligen sind. Wenn die Heiligen schon bei Gott sind, dann können sie auch ein gutes Wort einlegen, darum kann man auch bitten. Und man verliert sie nicht aus dem Gedächtnis.

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Edi
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Beitrag von Edi »

Kurt hat geschrieben:Die Frage ist doch nicht primär, on man zu Maria "beten" darf (das wäre Juristerei), sondern, wo die Toten bzw. die Heiligen sind. Wenn die Heiligen schon bei Gott sind, dann können sie auch ein gutes Wort einlegen, darum kann man auch bitten. Und man verliert sie nicht aus dem Gedächtnis.
Du beschreibst genau das Problem: Fürbitten von lebenden und unvollkommenen Menschen sind auch in ev. Richtungen gefragt. Fürbitten von Gläubigen aber, die nicht mehr leben, werden abgelehnt, obwohl man sie wie im Falle Marias ganz gewiss in Himmel wissen kann. Zu Lebzeiten sollen wir für andere beten, und im Himmel, wo wir alle eigenen irdischen Nöte und Belange nicht mehr haben, da sitzen wir herum oder schlafen. Das gilt erst recht für Maria.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Fürbitten von Gläubigen aber, die nicht mehr leben, werden abgelehnt,
Entschuldige, dich korrigieren zu müssen. Sie sind (abge)gestorben, aber leben tun die sehr wohl. Vielmehr: Ich muß zweifeln ob ich lebe, der leider viel zu sehr an der Sünde hängt, als daß ich zweifeln könnte an der Lebendigkeit der Heiligen, die bei Ihm schon sind.
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Edi hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:Die Frage ist doch nicht primär, on man zu Maria "beten" darf (das wäre Juristerei), sondern, wo die Toten bzw. die Heiligen sind. Wenn die Heiligen schon bei Gott sind, dann können sie auch ein gutes Wort einlegen, darum kann man auch bitten. Und man verliert sie nicht aus dem Gedächtnis.
Du beschreibst genau das Problem: Fürbitten von lebenden und unvollkommenen Menschen sind auch in ev. Richtungen gefragt. Fürbitten von Gläubigen aber, die nicht mehr leben, werden abgelehnt, obwohl man sie wie im Falle Marias ganz gewiss in Himmel wissen kann. Zu Lebzeiten sollen wir für andere beten, und im Himmel, wo wir alle eigenen irdischen Nöte und Belange nicht mehr haben, da sitzen wir herum oder schlafen. Das gilt erst recht für Maria.
Nein das genau beschreibt nicht das Problem, das eigentliche Problem ist die Kontaktaufnahme zu verstorbenen, die uns untersagt ist.
Nur zu Christus, der vor seiner Menschwerdung war und nach seinem Leiblichen Tod aus dem Tod zurück kam, sollen/dürfen wir beten, da wir wissen dass er der Ewige unser Mittler zum Vater Gott ist.
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Edi
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Beitrag von Edi »

asderrix hat geschrieben:Nein das genau beschreibt nicht das Problem, das eigentliche Problem ist die Kontaktaufnahme zu verstorbenen, die uns untersagt ist.
Nur zu Christus, der vor seiner Menschwerdung war und nach seinem Leiblichen Tod aus dem Tod zurück kam, sollen/dürfen wir beten, da wir wissen dass er der Ewige unser Mittler zum Vater Gott ist.
Verboten ist uns nur der spiritistische Kontakt zu Verstorbenen und die Totenbefragung, aber doch nicht die Bitte um Fürbitten an Christen, die bereits im Himmel sind. Ich weiss nicht warum du oder wer auch immer das nicht unterscheiden könnt oder wollt.

Im AT sind auch (Götzen)Bilder verboten und doch kann man Bilder von Jesus, Maria, Heiligen haben. Ich hatte mal ein Jesusbild rein zufällig in der Hemdtasche und war durch einem Bekannten, der kein Auto hat und den ich zu Leuten fahren musste, zu sog. Bibeltreuen gekommen. Als ich während eines Gesprächs das Bild aus der Tasche zog, sind sie fast wild geworden und haben auf das Bilderverbot des AT hingewiesen. Als ich ihnen sagte, ich habe kein Götzenbild in der Tasche sondern ein Bild von JESUS DEM HERRN, haben sie das auch nicht begriffen. Wir kann man nur so voreingenommen sein! Hier ist doch zu unterscheiden mit WEM man es zu tun hat. Man kann doch Maria oder Heilige nicht mit Verstorbenen vergleichen, die sich in der Unterwelt befinden, aber das machst du hier und nichts anderes.

Allons
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Beitrag von Allons »

Kurt hat geschrieben:Die Frage ist doch nicht primär, on man zu Maria "beten" darf (das wäre Juristerei), sondern, wo die Toten bzw. die Heiligen sind. Wenn die Heiligen schon bei Gott sind, dann können sie auch ein gutes Wort einlegen, darum kann man auch bitten. Und man verliert sie nicht aus dem Gedächtnis.
Hallo Kurt,

zunächst: meine Absicht ist weniger auf irgentjemand Füßen rumzutreten sondern zu verstehen.

* wir sagen, die Heiligen (Maria analog) legen ein gutes Wort ein (für wen auch immer)
* wenn das mit dem guten Wort Sinn haben soll muß das gute Wort der Hl. also ein Plus sein zu dem Wort, dass wir in eigener Sache sprechen.
* Ein Plus heißt doch nun, dass entweder das Anliegen an sich verbessert ist oder die Rezeption unseres Anliegens?
* Vermag also die angenommene Fürsprache der Hl. etwas an unserem Anliegen selbst zu verändern? Nein. (Ich blende mal aus, dass der Gläubige durch das Gebet selbst systemisch eine Veränderung erfährt)
* Vermag die Fürbitte dann wenigstens die Rezeption zu verändern? Das ist ja der Kern der Aussage bei taddeo wenn ich ihn richtig verstanden habe. Doch nur dann wenn man die Rezeption des Originals selbst entweder für verfälscht (der Babba hats nicht richtig verstanden oder bedacht) oder für unkorrekt (der Babba hat unser Anliegen aus unsachlichen Gründen verworfen) hält, was aber jetzt durch die Fürsprache wieder ins rechte Licht gerückt wird.
* Es gibt noch eine Möglichkeit: Der Babba hats richtig verstanden und auch richtig bedacht, läßt sich aber zu Liebe des Fürsprechers zu einer anderen Entscheidung hinreissen als er sie eigentlich gefällt hätte wenn es die Fürsprache nicht gegeben hätte. (wie man ihm kommen muß, um sein Ziel auch zu erreichen.).
* Welchen Zweig wir auch immer nehmen, wir kommen notwendig dabei heraus dass die Fürsprache der Hl. nur dann sinnvoll ist wenn der Vater unvollkommen ist. Entweder nicht allgütig (ich erlaube mir hier summa Güte mit summa Gerechtigkeit gleichzusetzen und das nicht noch zusätzlich zu schreiben) oder nicht onmipräsent.
* Erbitte ich die Fürsprache der Hl. drücke ich (nach meinem unmaßgeblichen Verständnis) also implizit damit aus, dass ich die Befürchtung habe, der alte Herr selbst sei zur Zeit nicht allgütig oder nicht omnipräsent (eventuell beides). Ich enthalte mich hier einer Wertung.

Deine Wertung , lieber Kurt, scheint mir daher genau andersherum richtig zu sein. Die Frage, ob man zu Maria & den Heiligen beten darf ist ziemlich relevant, und wer meinem büschen Geschreibsel hier folgt, wird sie so wie sie hier formuliert ist verneinen, zumindest soweit es die Fürbitte betrifft.

Gruß, Allons!

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Allons hat geschrieben:* wenn das mit dem guten Wort Sinn haben soll muß das gute Wort der Hl. also ein Plus sein zu dem Wort, dass wir in eigener Sache sprechen.
* Ein Plus heißt doch nun, dass entweder das Anliegen an sich verbessert ist oder die Rezeption unseres Anliegens?
An diesem Punkt gehe ich nicht mit. Die Heiligenverehrung kann nicht abstrakt hergeleitet werden, schon gar nicht utilitaristisch. Sie ist ein m.E. recht natürlicher Vorgang mitten aus dem Leben. Wer einen geliebten Menschen verliert, wird sich über seinen Tod hinaus mit ihm beschäftigen. Ihn sogleich zu vergessen wäre ein Akt der Kaltherzigkeit. Der Glaube an die Auferstehung nimmt dem Tod den entscheidenden Stachel, so dass der geliebte Mitmensch in unseren Herzen weiterlebt. Dass die irdische Dimension der Zeitlichkeit im Himmelreich aufgehoben ist, führt dazu, dass die Heiligen natürlich nicht erst auf einen Auferstehungstermin warten müssen, sondern im Jenseits bereits Gott schauen dürfen. Sie um Fürsprache zu bitten ist dann ein Akt der Konkretisierung: Wir Menschen verhalten uns so, wie wir es gewohnt sind: Wir wenden uns an das Bekannte, an den geliebten Menschen, bzw. an das Vorbild im Glauben. Das ist zwar nicht notwendig, das ist klar. Aber es ist auch nichts Verwerfliches. Und das ist der entscheidende Punkt: Wir haben kein Recht, die Praxis der Heiligenverehrung zu verurteilen. Wir haben aber auch keine Verpflichtung, sie zu praktizieren. Es ist ein Ausdruck des persönlichen Glaubensleben. Es ist keine Frage des Nutzens oder des "Plus".

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Hallo Kurt

Nur, damit Du mit Deiner richtigen Auffassung nicht allein stehst.
Selbstverständlich teile ich diese!
Zu Allofs Meinung kann ich nur mein Unverständnis bzgl. seiner Begründung ausdrücken. Und selbstverständlich hat er Unrecht!

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

Allons
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Beitrag von Allons »

Kurt hat geschrieben:
Allons hat geschrieben:* wenn das mit dem guten Wort Sinn haben soll muß das gute Wort der Hl. also ein Plus sein zu dem Wort, dass wir in eigener Sache sprechen.
An diesem Punkt gehe ich nicht mit. Die Heiligenverehrung kann nicht abstrakt hergeleitet werden, schon gar nicht utilitaristisch.
Du mußt nicht mitgehen, schon allein deshalb nicht weil ich da auch nicht hinwollte. Mein Text bezieht sich ausschliesslich auf die Fürbitte verstanden als Anrufung der Hl, in einem bestimmten Anliegen direkt oder vermittelnd tätig zu sein. Verehrung ist eine ganz andere Baustelle.
Kurt hat geschrieben:Sie ist ein m.E. recht natürlicher Vorgang mitten aus dem Leben. Wer einen geliebten Menschen verliert, wird sich über seinen Tod hinaus mit ihm beschäftigen. Ihn sogleich zu vergessen wäre ein Akt der Kaltherzigkeit. Der Glaube an die Auferstehung nimmt dem Tod den entscheidenden Stachel, so dass der geliebte Mitmensch in unseren Herzen weiterlebt. Dass die irdische Dimension der Zeitlichkeit im Himmelreich aufgehoben ist, führt dazu, dass die Heiligen natürlich nicht erst auf einen Auferstehungstermin warten müssen, sondern im Jenseits bereits Gott schauen dürfen.
Keine Fragen Euer Ehren :)
Kurt hat geschrieben: Sie um Fürsprache zu bitten ist dann ein Akt der Konkretisierung: Wir Menschen verhalten uns so, wie wir es gewohnt sind: Wir wenden uns an das Bekannte, an den geliebten Menschen, bzw. an das Vorbild im Glauben.
Vorausschickend, das es jetzt wohl doch um Fürsprache geht: Der geliebte und wohlbekannte Mensch steht dem Gläubigen also aufgrund seiner Menschlichkeit nahe. Verstanden. Wir Menschen verhalten uns so, wie wir es gewohnt sind: Ebenfalls verstanden.

Heißt das also, das sich der Gläubige mit seiner Fürbitte an die Hl. wendet weil ihm sozusagen das Format vertrauter ist?

Grüße, Allons

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Beitrag von Kurt »

Allons hat geschrieben:Heißt das also, das sich der Gläubige mit seiner Fürbitte an die Hl. wendet weil ihm sozusagen das Format vertrauter ist?
Ich glaube, das ist ein wichtiger Beweggrund, warum es überhaupt die Heiligenverehrung und damit verbunden deren Anrufung und Bitte um Fürsprache gibt. Das Martyrium von Christen ist Glaubenszeugnis und insofern Vermittlung zum Glauben. Ähnliches gilt z.B. auch für die farbigen Kirchenfenster in den alten Kirchen, die oft die Katechese wirksamer und eindringlicher vollbrachten als schwierige Texte oder Predigten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Heiliger mehr als tausend Bilder.

Allons
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Beitrag von Allons »

Kurt hat geschrieben:
Allons hat geschrieben:Heißt das also, das sich der Gläubige mit seiner Fürbitte an die Hl. wendet weil ihm sozusagen das Format vertrauter ist?
Ich glaube, das ist ein wichtiger Beweggrund, warum es überhaupt die Heiligenverehrung und damit verbunden deren Anrufung und Bitte um Fürsprache gibt. Das Martyrium von Christen ist Glaubenszeugnis und insofern Vermittlung zum Glauben. Ähnliches gilt z.B. auch für die farbigen Kirchenfenster in den alten Kirchen, die oft die Katechese wirksamer und eindringlicher vollbrachten als schwierige Texte oder Predigten. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, ein Heiliger mehr als tausend Bilder.
Hi Kurt,

Deinen Ausführungen zu Kirchenfenstern und Bildern würde ich gerne auch einige Lieder zufügen :jump:

Nun heißt dieser Thread: Fürbitte durch Maria, warum

Dem "Warum" mag etwas utilitaristisches anhaften, es kann nichts dafür. Der Verehrung stimme ich ja völlig zu. Der Wunsch einer Fürbitte wird ja nun von einem Zweck getragen sein. Und geht dieser Zweck über die dargestellte Erleichterung bei Format nun hinaus ?

Best, Allons

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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Edi hat geschrieben:Im AT sind auch (Götzen)Bilder verboten und doch kann man Bilder von Jesus, Maria, Heiligen haben.
Dachte schon das hat der Martin auch schon wieder falsch übersetzt 8) , aber die Einheitsübersetzung schreibt Ex. 20, 4 auch, du sollst dir kein Gottesbild machen, nischt mit Götzen, damit ist dein ganzer Beitrag ohne Fundament.
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Edi
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Beitrag von Edi »

asderrix hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Im AT sind auch (Götzen)Bilder verboten und doch kann man Bilder von Jesus, Maria, Heiligen haben.
Dachte schon das hat der Martin auch schon wieder falsch übersetzt 8) , aber die Einheitsübersetzung schreibt Ex. 20, 4 auch, du sollst dir kein Gottesbild machen, nischt mit Götzen, damit ist dein ganzer Beitrag ohne Fundament.
Das war für das AT gültig, weil man auch Gott nicht darstellen konnte, denn niemand hat ihn gesehen. Bei Jesus ist es aber anders: ER hat als Mensch gelebt, ist gesehen und sogar berührt worden und hätte, sofern man damals die Technik gehabt hätte, auch fotografiert werden können. Mir scheint du lebst mit deinen Vorstellungen noch im AT, wogegen die Offenbarung Gottes durch den Neuen Bund erweitert wurde.
Zudem war das Bild Gottes, damit meine ich seine Offenbarung und sein Wesen, damals auch noch unvollständig und ist erst mit Jesus ganz ins Sichtbare getreten.
Was du treibst ist reine Bibelwillkür, die nicht einmal das berücksichtigt, was tausende Menschen auch durch Bilder des Herrn z.B. mit Gott erfahren haben. Das erinnert mich an das, was vor über einem Jahr ein Brudergemeindler zu mir sagte, als ich den Film von Mel Gibson erwähnte, durch den sich auch etliche Menschen bekehrt hatten. Er hat in seiner Einseitigkeit gemeint diesselben Leute seien wieder rückfällig geworden, nur weil er so einen Film ablehnt. Dss sin seiner Gemeinde auch ohne einen soölchen Film Leute rückfällig wurden, hat er geflissentlich vergessen zu erwähnen. Ein anderer aus einer ähnlichen Richtung meinte Jesus habe ja anders ausgesehen als der Schauspieler. Man sieht schon daran wie wenige diese Leute Ahnung vom Wirken des hlg. Geistes haben, wenn sie nur aufs Äussere sehen. Als ob es wichtig gewesen wäre ob Jesus rote Haare oder schwarze oder blonde hatte. Die Leute sind steckengeblieben im irdischen Denken und mit diesem Denken gehen sie auch an solche Themen heran.

Die Kirche hat vor weit über 1000 Jahren das Thema Bilder diskutiert und zwar sehr, sehr lange Zeit und ist schliesslich zur Feststellung gelangt, dass sie nicht abgelehnt werden können. Viele Leute konnten bis zum 18. Jahrhundert nicht oder kaum lesen und daher waren Bilder auch aus dem Grunde schon sinnvoll. Alte Lutherbibeln enthalten genug Bilder über die biblischen Ereignisse, sogar aus dem AT, ebenso wie aus dem NT. Bilder prägen sich oft besser ein als Texte und jeder von uns macht sich im Geiste ein Bild, wenn man ihm diese oder jene Geschichte erzählt, was natürlich auch für biblische Geschichten gilt. Warum sollte dann Gott Bilder verbieten, zumal sein Sohn auf Erden sichtbar war. Früher hatten die Leute, auch die Evangelischen oft Bilder aus dem Leben Jesu an der Wand hängen, wir zuhause auch. Das soll jetzt alles verkehrt sein, nur weil ein par engstirnige Leute das so sehen.

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Beitrag von Kurt »

Allons hat geschrieben:Nun heißt dieser Thread: Fürbitte durch Maria, warum
Die Ausführungen zu den Heiligen treffen natürlich erst Recht für die erste unter den Heiligen, die Gottesmutter, zu.
Dem "Warum" mag etwas utilitaristisches anhaften, es kann nichts dafür. Der Verehrung stimme ich ja völlig zu. Der Wunsch einer Fürbitte wird ja nun von einem Zweck getragen sein. Und geht dieser Zweck über die dargestellte Erleichterung bei Format nun hinaus ?
Diese Frage kann für den gesamten Glauben gestellt werden: Warum glaubt man. Die Fürbitte an die Hll. ist dann eher eine Frage des "Wie glaubt man".

Die Frage nach dem Warum ist allerdings zeittypisch, denn sie hat ja nicht nur etwas utilitaristisches, sondern misst dem Glauben auch eine Funktion bei. Ein funktionales Glaubensverständnis mündet aber m.E. sehr schnell in wettbewerbsfähigere Alternativen, und tendieren zum Diesseitigen.

Die Frage nach dem Wesen des Glaubens, und damit auch die Frage nach dem Wesen der Fürsprache trägt uns näher an die Notwendigkeit bzw. die Zulässigkeit. Manches daran ist vielleicht auch etwas verspielt kindlich, man kann sagen nutzlos. Aber ich halte das für christlich.

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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Edi, Christus selbst sagte, das er das Gesetz(AT) nicht aufhebt, sondern erfüllt.
Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, richtig, aber alles was wir uns nun als Bild machen kann zur Verstehenshilfe dienen, nicht mehr.

Das goldene Kalb wurde in guter Absicht von Aaron hergestellt, war es deshalb richtig?

Heiligenbilder, Altäre mit Christus, Maria oder auch Bildern von Gott Vater, vor denen angebetet wird, widersprechen nach wie vor dem Willen Gottes der sich nicht ändert. Das ist unabhängig davon, welche falschen Entscheidungen Menschen vor 1000 Jahren oder früher trafen!
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Beitrag von Edi »

asderrix hat geschrieben:Edi, Christus selbst sagte, das er das Gesetz(AT) nicht aufhebt, sondern erfüllt.
Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, richtig, aber alles was wir uns nun als Bild machen kann zur Verstehenshilfe dienen, nicht mehr.
Wenn du das ernst meinst mit deinem ersten Satz bis in alle Einzelheiten, dann halte mal die 613 mosaischen Ge- und Verbote ein. Das wäre nämlich die Konsequenz aus dieser wortwörtlichen Auffassung. Nach meiner Kenntnis kriegen das nicht einmal die Juden fertig, heute erst recht nicht, geschweige denn die Christen und die Christen wollen das auch nicht.
Christus selber ist die Erfüllung des Gesetzes, darum brauchen wir die mosaischen Gesetze auch nicht einzuhalten, wohl aber die 10 Gebote, was aber nur mit Christus möglich ist.

Zum andern sehe ich nicht ein warum man vor einen Jesusbild den Herrn nicht anbeten können soll. Als ob Gott, der bekanntlich die Herzenshaltung ansieht und bewertet, Gebete zu ihm davon abhängig machen würde, dass kein Bild vor einem steht. Das Bild wird ja nicht angebetet, sondern der Herr selber. Ein Bildnis kann nur der Anlass sein zu einem Gebet, ebenso wie es genug andere Anlässe zum Beten gibt.

Im AT hat Gott sogar einmal die Herstellung eines Bildnisses befohlen. Ich weiss nur nicht mehr wo das zu finden ist. Erich, der hier schon lange nicht mehr war, hatte das mal erwähnt und auch die Stelle zitiert.

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Beitrag von asderrix »

Edi hat geschrieben:
asderrix hat geschrieben:Edi, Christus selbst sagte, das er das Gesetz(AT) nicht aufhebt, sondern erfüllt.
Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, richtig, aber alles was wir uns nun als Bild machen kann zur Verstehenshilfe dienen, nicht mehr.
Wenn du das ernst meinst mit deinem ersten Satz bis in alle Einzelheiten, dann halte mal die 613 mosaischen Ge- und Verbote ein. Das wäre nämlich die Konsequenz aus dieser wortwörtlichen Auffassung. Nach meiner Kenntnis kriegen das nicht einmal die Juden fertig, heute erst recht nicht, geschweige denn die Christen und die Christen wollen das auch nicht.
Christus selber ist die Erfüllung des Gesetzes, darum brauchen wir die mosaischen Gesetze auch nicht einzuhalten, wohl aber die 10 Gebote, was aber nur mit Christus möglich ist.
Oki, dann sag mir mal welche von diesen 613 falsch waren und deshalb nicht mehr für uns gelten.
Wenn wir das genau wie die Juden nicht erfüllen können heißt das nicht das es außer Kraft gesetzt ist.
Oder ist die Straßenverkehrsordnung außer Kraft gesetzt weil sie niemand einhalten kann?
Zum andern sehe ich nicht ein warum man vor einen Jesusbild den Herrn nicht anbeten können soll. Als ob Gott Gebete zu ihm davon abhängig machen würde, dass kein Bild vor einem steht. Das Bild wird ja nicht angebetet, sondern der Herr selber. Ein Bildnis kann nur der Anlass sein zu einem Gebet, ebenso wie es andere Anlässe zum Beten gibt.
Tröste dich, ich habe nicht damit gerechnet dass du das einsiehst, aber siehe unten.
Im AT hat Gott sogar einmal die Herstellung eines Bildnisses befohlen. Ich weiss nur nicht mehr wo das zu finden ist. Erich, der hier schon lange nicht mehr war, hatte das mal erwähnt und auch die Stelle zitiert.
4. Mose 21, 4-9, aber
siehe dazu 2. Könige 18,4
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Edi
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Beitrag von Edi »

asderrix hat geschrieben:Oki, dann sag mir mal welche von diesen 613 falsch waren und deshalb nicht mehr für uns gelten.
Wenn wir das genau wie die Juden nicht erfüllen können heißt das nicht das es außer Kraft gesetzt ist.
Oder ist die Straßenverkehrsordnung außer Kraft gesetzt weil sie niemand einhalten kann?
Der Vergleich mit der StVO passt nicht, die kann man mit gutem Willen weitgehend einhalten, wenn man nicht gerade ein Schild übersieht. Aber lassen wir das.
Die 613 mosaischen Gesetzen wird schon vom Umfang her keiner kennen, geschweige denn einhalten und schon Paulus hat sie den nichtjüdischen Christen nicht auferlegt, siehe seine Ausführungen dazu.
In den mos. Gesetzen stehen Dinge drin, die gar nicht machbar sind, heute noch weniger als früher sind und auch nicht nötig. Um die im Einzelnen abzuhandeln, bräuchte man viele Threads hier. Das muss aber nicht sein, das wir das alles wissen.

Die Liebe zu Gott ist des Gesetzes Erfüllung, anderes braucht man nicht und vieles sind nur äusserliche Vorschriften. Das das so ist. kommt ja auch immer in den Diskussionen zwischen Jesus und den Schriftgelehrten zum Ausdruck, die auf genaueste Einhaltung (selbstgemachter) Vorschriften drängten und dabei den Menschen vergassen. Siehe u.a. Beispiel barmherziger Samariter oder Heilungen am Sabbat.

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asderrix
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Beitrag von asderrix »

Edi hat geschrieben: Die 613 mosaischen Gesetzen wird schon vom Umfang her keiner kennen, geschweige denn einhalten und schon Paulus hat sie den nichtjüdischen Christen nicht auferlegt, siehe seine Ausführungen dazu.
In den mos. Gesetzen stehen Dinge drin, die gar nicht machbar sind,
Das ist nicht nur falsch, das ist sogar gefährlich was du hier schreibst.
Entweder es sind mosaische Gesetze also von Gott durch Mose gegeben, dann sind sie erfüllbar, oder es sind Durchführungsbestimmungen der Juden, also keine Bestimmungen Gottes, dann ist es möglich das sie unrealistisch sind.
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Edi
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Beitrag von Edi »

asderrix hat geschrieben:
Edi hat geschrieben: Die 613 mosaischen Gesetzen wird schon vom Umfang her keiner kennen, geschweige denn einhalten und schon Paulus hat sie den nichtjüdischen Christen nicht auferlegt, siehe seine Ausführungen dazu.
In den mos. Gesetzen stehen Dinge drin, die gar nicht machbar sind,
Das ist nicht nur falsch, das ist sogar gefährlich was du hier schreibst.
Entweder es sind mosaische Gesetze also von Gott durch Mose gegeben, dann sind sie erfüllbar, oder es sind Durchführungsbestimmungen der Juden, also keine Bestimmungen Gottes, dann ist es möglich das sie unrealistisch sind.
Entscheidend ist, dass wir (Christen) sie nicht zu erfüllen haben. Andere können das halten wie sie wollen. Die Juden erfüllen sie übrigens auch nicht und umgehen sie heute. Ich denke hier nur an das Nichtbeackern des Landes je alle sieben Jahre, das mit Tricks umgangen wird. Biologisch gesehen hat das aber durchaus einen gewissen Sinn, denn das Land kann sich in der Zeit erholen. Es gab ja auch bei in christlichen Ländern früher immer so etwas Ähnliches. Ob alle diese 613 Ge- und Verbote von Gott kommen, ist die Frage. Sicher aber ist dass manches durchaus Sinn macht oder gemacht hat. Wenn ich mich nicht täusche, sollen sogar Männer ohne Bart des Todes schuldig sein. Welchen Sinn hätte das? Aber wie gesagt, das wäre ein extra Thema und ist wegen der Vielzahl der Ge- und Verbote ungeheuer umfangreich, man kommt an kein Ende damit. Da ist der christliche Glaube an einen Erlöser doch etwas einfacher als die ganze Gesetztlichkeit, die man hier findet.

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Beitrag von Allons »

Johannes XXIII. hat geschrieben: Und Maria ist ja als erstem Menschen die ganze Fülle der göttlichen Gnade zu Teil geworden (das meint ja die leibliche und seelische Aufnahme Mariens in den Himmel).
Hi,

soweit kenne ich das auch. Nun habe ich hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_%28Mutter_Jesu%29

nachgesehen und Wikipedia nennt als letzte Stelle ihrer biblischen Erwähnung die Apostelgeschichte. Ist o.a. Aufnahme Marien also kirchliche Tradition oder ist die Wikipedia schlicht falsch? Oder habe ich etwas übersehen?

Gruß, Allons

EinChrist
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Beitrag von EinChrist »

Allons hat geschrieben:
Johannes XXIII. hat geschrieben: Und Maria ist ja als erstem Menschen die ganze Fülle der göttlichen Gnade zu Teil geworden (das meint ja die leibliche und seelische Aufnahme Mariens in den Himmel).
Hi,

soweit kenne ich das auch. Nun habe ich hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_%28Mutter_Jesu%29

nachgesehen und Wikipedia nennt als letzte Stelle ihrer biblischen Erwähnung die Apostelgeschichte. Ist o.a. Aufnahme Marien also kirchliche Tradition oder ist die Wikipedia schlicht falsch? Oder habe ich etwas übersehen?

Gruß, Allons
Nun ja, "Wiki" als Schnellübersicht O.K., aber ansonsten, danke.

Interessantes, vor allem katholischer gibt es hier:

http://www.kathpedia.com/index.php?title=Muttergottes

Es grüßt,
EinChrist
Ave Maria
Totus tuus

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asderrix
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Beitrag von asderrix »

EinChrist hat geschrieben:
Allons hat geschrieben:
Johannes XXIII. hat geschrieben: Und Maria ist ja als erstem Menschen die ganze Fülle der göttlichen Gnade zu Teil geworden (das meint ja die leibliche und seelische Aufnahme Mariens in den Himmel).
Hi,

soweit kenne ich das auch. Nun habe ich hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_%28Mutter_Jesu%29

nachgesehen und Wikipedia nennt als letzte Stelle ihrer biblischen Erwähnung die Apostelgeschichte. Ist o.a. Aufnahme Marien also kirchliche Tradition oder ist die Wikipedia schlicht falsch? Oder habe ich etwas übersehen?

Gruß, Allons
Nun ja, "Wiki" als Schnellübersicht O.K., aber ansonsten, danke.

Interessantes, vor allem katholischer gibt es hier:

http://www.kathpedia.com/index.php?title=Muttergottes

Es grüßt,
EinChrist
Da steht aber auch nicht, dass nach der Apg. Mariea noch mal erwähnt wurde, oder hab ich was überlesen?
Jedes Gedächtnismahl sagt: Das Beste kommt noch!

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Marcus
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Beitrag von Marcus »

Vielleicht wäre es gar nicht mal so schlecht, Johannes von Damaskus (orthodoxer Kirchenvater) zu Wort kommen zu lassen, dessen Argumentation zur Bilderverehrung die Entscheidungen des 7. ökumenischen Konzils mitgeprägt haben.

http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1691-15.htm (Bilderverehrung)
http://www.unifr.ch/bkv/kapitel1691-14.htm (Verehrung der Heiligen und ihrer Reliquien)


Mag. theol. Karl Veitschegger (kath. Theologe) zur Heiligen- und Bilderverehrung

http://members.surfeu.at/veitschegger/texte/heilige.htm
http://members.surfeu.at/veitschegger/t ... ilige2.htm
http://members.surfeu.at/veitschegger/t ... tsbild.htm

Und zum Schluss noch die lutherische Auffassung der evangelisch-lutherischen Freikirche zum Thema Bilderverehrung:

16. Warum fehlt in unserem Katechismus das Bilderverbot (2Mose 20,4f)?
a. Das Bilderverbot ist nur eine besondere Auslegung des ersten Gebotes. Es schließt sich unmittelbar an das erste Gebot an und bringt demgegenüber nichts neues.
b. Es verbietet:
· Gott in selbstgewählten Bildern aus der Natur darzustellen,
· Bilder wie Gott zu verehren oder
· abergläubisch zu benutzen (z.B. ein Kreuz als Talisman).
a. Es verbietet aber nicht:
· die Bilder darzustellen, durch die Gott selbst in der Bibel sein Wesen offenbart hat,
· Christus darzustellen, in dem Gott sichtbare Gestalt angenommen hat,
· solche Bilder zu gebrauchen, die an Gottes Wort und Offenbarung erinnern (z.B. Kruzifix, Krippe).

Quelle: http://www.elfk.de/katechismus/1geb.htm
Nicht, dass ich hinter allen Argumenten aus den verlinkten Schriften und Beiträgen unbedingt voll dahinter stünde, aber ich denke, so kann man Vertreter (Theologen) von einzelnen konfessionellen Richtungen wenigstens mal m.o.w. ausführlich zu Wort kommen lassen.

Allons
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Beitrag von Allons »

asderrix hat geschrieben: Da steht aber auch nicht, dass nach der Apg. Mariea noch mal erwähnt wurde, oder hab ich was überlesen?
Nope, es sei denn es kam hier zu einer spontanen Massenüberlesung. In der Schrift gibts offenkundig nichts dazu, also Tradition i.d.F. Dogma seit 1950.
Pius XII. hat geschrieben:"In der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und auch kraft Unserer eigenen verkündigen, erklären und definieren Wir: Es ist ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die immerwährende Jungfrau Maria, die makellose Gottesgebärerin, als sie den Lauf des irdischen Lebens vollendete, mit Leib und Seele zur himmlischen Glorie aufgenommen wurde."

Beste Grüße, Allons!

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Clemens
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Beitrag von Clemens »

Natürlich steht in der Bibel nach Apg 1 nichts weiter über Maria drin, sonst würde ja der Protestantismus, dessen Wurzel einstmals im Biblizismus lag, nicht so kategorisch alle Mariendogmen ablehnen!

Schade aber, dass auch viele Katholiken das nicht zu wissen scheinen!

Freundlich grüßt
Clemens

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Clemens hat geschrieben:Natürlich steht in der Bibel nach Apg 1 nichts weiter über Maria drin, sonst würde ja der Protestantismus, dessen Wurzel einstmals im Biblizismus lag, nicht so kategorisch alle Mariendogmen ablehnen!

Schade aber, dass auch viele Katholiken das nicht zu wissen scheinen!
Die Marienfrage ist ein Schmelztiegel, an dem der "Konfessionen-"streit auf die Spitze getrieben wird. Um Sachfragen geht es nur zweitrangig; die biblizistische Sichtweise wird als nützliche Argumentationkrücke in den Vordergrund geschoben.

Die frühen Konzilien haben sich ja ausgiebig mit Maria beschäftigt: Jungfrauenschaft, Gottesmutterschaft etc. Die nachfolgenden Dogmen sind lediglich Konsequenzen daraus.

Es gilt eben nicht: Sola Scriptura, sondern: Solum Verbum Dei.

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