Situation der deutschen Medienlandschaft

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Caviteño
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Dienstag 16. April 2019, 19:13

Eigentlich wäre es die Aufgabe investigativer deutscher Medien ein wenig Licht in den Fall der Bundeswehroberleutnants und "syrischen Flüchtlings" Franco A. zu bringen. Diese Aufgabe hat die NZZ in einer dreiteiligen umfangreichen Artikelserie übernommen. Der erste Teil stellt den Menschen Franco A. dar, dem der Generalbundesanwalt die "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" vorwirft. Das OLG Frankfurt hat die Vorwürfe verneint, die Revision ist noch nicht entschieden:

Der Fall Franco A., erster Teil: «Mein Sohn war Staatsfeind Nummer 1»
In einem zweiten Teil möchten wir die Ereignisse rund um den mutmasslichen Angriff des jungen Offiziers auf den deutschen Staat rekonstruieren. Ein dritter Text wird dann versuchen, ein vorläufiges Fazit zu ziehen: War und ist Franco A. ein Staatsfeind – oder wurde er dazu gemacht? In dem Zusammenhang wird es auch um jene Menschen gehen, die viele Überzeugungen des Angeklagten teilen. Handelt es sich um harmlose Prepper, die sich mit Konservendosen und Zigaretten in ihren Kellern auf den Kriegsfall vorbereiten? Oder gehört A. zu einer «Schattenarmee», die dem Land noch gefährlich werden könnte?
Die Teile zwei und drei erscheinen morgen und übermorgen in der NZZ. Man kann erwarten, daß sie ähnlich gut recherchiert sein werden wie der erste Teil.

In den deutschen Medien nicht erwähnt wurde dieses Detail:
Ihr Sohn habe das Flüchtlingsgeld übrigens auch nicht angerührt, sagt sie, was nachweislich stimmt. Franco A. hat sich an seiner Doppelexistenz nicht bereichert.
Damals hieß es immer, er habe sich ein Zubrot verdienen wollen....

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Niels
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Niels » Mittwoch 17. April 2019, 11:23

Kann man auch mal verwechseln, gell? Das Tal der Ahnungslosen scheint ein paar tausend Kilometer westwärts gewandert zu sein:
https://www.welt.de/vermischtes/live191 ... r-Dom.html
Surrexit Christus spes mea

Caviteño
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Samstag 11. Mai 2019, 09:42

Die Anweisungen zum bildgerechten Umgang mit der Kanzlerin bei Veanstaltungen:
Wer die deutsche Bundeskanzlerin zu einer Veranstaltung einlädt, bekommt vom Bundespresseamt eine fünfseitige Liste dazu, wie der Termin mit Angela Merkel zu gestalten sei.
(...)
Während der Veranstaltung soll die Presse einen Abstand von 25 Metern zu Merkel nicht überschreiten. Platzbedarf pro Kameramann: 70 Zentimeter. Stufenhöhe, falls die Journalisten auf einem Podest stehen müssen: 40 bis 50 Zentimeter.
(...)
Für die Grundfarbe des Bühnenhintergrunds empfiehlt das Presseamt einen «mittleren Farbton». Als Beispiel wird «Hellblau oder Mittelgrau» genannt. Wichtig: kein Glänzen, kein Reflektieren.
Wenn Merkel kommt, ist der Zufall nicht erwünscht

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Samstag 11. Mai 2019, 13:30

Caviteño hat geschrieben:
Samstag 11. Mai 2019, 09:42

Wenn Merkel kommt, ist der Zufall nicht erwünscht
Während der Veranstaltung soll die Presse einen Abstand von 25 Metern zu Merkel nicht überschreiten.
Überschreiten? :roll:
Gruß
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Libertas Ecclesiae
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Montag 20. Mai 2019, 13:53

Manfred Weber lobt die Veröffentlichung des Strachevideos als „starken Beweis“ für freie Medien in Deutschland:

https://twitter.com/AnneWillTalk/status ... 9503154178

:patsch:
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Amigo
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Amigo » Montag 20. Mai 2019, 14:07

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 13:53
Manfred Weber lobt die Veröffentlichung des Strachevideos als „starken Beweis“ für freie Medien in Deutschland:
Immerhin wurde dieses Video, das ja österreichische und nicht deutsche (Ex)Politiker betrifft, ausschließlich deutschen und keinen österreichischen Medien zugespielt. Man kann das als Indiz dafür sehen, dass die Video-Zuspieler die deutschen Medien für freier erachten als die österreichischen. Oder für schlagkräftiger. Jedenfalls in gewisser Hinsicht für relevanter für diesen Zweck als die österreichischen.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 20. Mai 2019, 14:17

Amigo hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 14:07
Immerhin wurde dieses Video, das ja österreichische und nicht deutsche (Ex)Politiker betrifft, ausschließlich deutschen und keinen österreichischen Medien zugespielt. Man kann das als Indiz dafür sehen, dass die Video-Zuspieler die deutschen Medien für freier erachten als die österreichischen. Oder für schlagkräftiger. Jedenfalls in gewisser Hinsicht für relevanter für diesen Zweck als die österreichischen.
Oder verlogener.
Als der Grüne Kretschmann sich auf einem Parteitag der Grünen in einem Zwiegespräch die Begrenzung der Zulassung für Verbrennungsmotoren bis 2030 als "Schwachsinnstermin" bezeichnete, reagierte das Prantl-Blatt ganz anders:
So, wie es aussieht, hat ein den Grünen nicht wohl gesonnenes Nachrichtenportal auf deren Parteitag sehr zielstrebig darauf gewartet, Pannen, Fehler, Widersprüche zu entdecken. Und es hat dabei heimlich Filmaufnahmen gemacht. Heimlich deshalb, weil Kretschmann und Kollege nicht wussten, dass sie da aufgenommen würden. Das jedenfalls beteuern sie im Rückblick.
Moralisch einwandfrei also ist das Handeln der Filmchenmacher nicht; außerdem steht es außer Frage, dass es höchst problematisch wäre, wenn auf einem solchen Parteitag jeder in jeder Sekunde damit rechnen müsste, heimlich gefilmt und danach öffentlich aufgespießt zu werden.
Kretschmanns Wut und ihre Folgen

auch: „Ibiza-Gate“, oder das verlogene Miststück namens Süddeutsche Zeitung

Aber, wie wir inzwischen wissen: Im Kampf gegen "rechts" ist alles erlaubt; da gelten auch nicht mehr die eigenen Grundsätze und Leitlinien, die nur benutzt werden, wenn es paßt...

PS: Warum muß ich da an Frau Merkel und ihre Entscheidungen bei Energie"wende", Euro"rettung" und "Flüchtlings"politik denken.... :hmm:

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Siard
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Siard » Montag 20. Mai 2019, 16:56

Amigo hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 14:07
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 13:53
Manfred Weber lobt die Veröffentlichung des Strachevideos als „starken Beweis“ für freie Medien in Deutschland:
Immerhin wurde dieses Video, das ja österreichische und nicht deutsche (Ex)Politiker betrifft, ausschließlich deutschen und keinen österreichischen Medien zugespielt. Man kann das als Indiz dafür sehen, dass die Video-Zuspieler die deutschen Medien für freier erachten als die österreichischen. Oder für schlagkräftiger. Jedenfalls in gewisser Hinsicht für relevanter für diesen Zweck als die österreichischen.
Man kann es auch als Indiz für den Urheber werten. Die österreichische Presse ist sicher der FPÖ sicher nicht freundlicher gesonnen.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Dienstag 28. Mai 2019, 17:14

Frau Kramp-Karrenbauer (AKK) hat sich für besondere Regeln ausgesprochen, die im Wahlkampf zu gelten hätten. Grund ist das Video eines YouTubers mit dem Namen „Rezo“, das innerhalb einer Woche auf 12 Mio Aufrufe brachte. Eine solche Einschaltquote erreicht selbst die Tagesschau nicht annähernd - von politischen Sendungen ganz zu schweigen.

Die CDU wurde vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt und reagiert beleidigt. Mit dem Thema beschäftigt sich Thomas Spahn:

Rezo darf das natürlich: „Regeln, die im Wahlkampf gelten“ – Das Demokratieverständnis der AKK

Er verweist auch auf die Zustimmung der Unionsabgeordneten zum NetzDG, "mit dem erstmals originäre Aufgaben der Strafverfolgungsbehörden an private Institutionen übertragen wurden, welche gleichzeitig die Rolle von Staatsanwalt- und Richterschaft übernahmen."

Mit den neuen Möglichkeiten des Internets komme die Union offensichtlich nicht klar, sie habe hier eine offene Flanke:
Hintergrund ist, dass es nach Jahrzehnten eines gesunden Misstrauens zwischen Politik und Medien gelungen war, die veröffentlichte Meinung aus Print, Funk und TV auf Staatslinie zu bringen. Ob Tageszeitung oder Relotius-Press, ob Morgenmagazin oder Abendschau – ernsthafte, fundierte Kritik am Regierungshandeln fand seit Jahren kaum noch statt. Die etablierte Medienöffentlichkeit hatte sich zu einem Geleitzug entwickelt, in deren Mitte unangreifbar die Frau Bundeskanzler fuhr. Jeder Angriff auf ihr Handeln und dessen Konsequenzen wurde entweder zur FakeNews oder – wenn es ganz hart kam – zur HateSpeech.
Spahn ist der Meinung, daß AKK als Kanzlerin nicht geeignet sei. Sie sei in totalitären Denkstrukturen verfangen, in dem Andersdenkende zu kuschen hätten, bis der Weg von der Führung vorgegeben werde.

Dem von Jürgen hier geposteten Video mit dem "EU-Parlament-Auslaufmodell Elmar Brok" wird bescheinigt, daß die CDU mit " solchem Schmonz die Partei nicht einmal mehr die Generation 60+" erreiche.
Sie halt hat die Entwicklung des Internets verschlafen - ist ja auch Neuland....

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 29. Mai 2019, 20:47


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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Montag 3. Juni 2019, 19:20

Die neue Art der Verschwörungs­theorie: Es zählt die krude Behauptung

Im Internet macht ein neuer Typ Verschwörungs­theorie die Runde. Ziel ist nicht das Widerlegen, sondern das Delegitimieren. Attackiert wird gezielt die Glaubwürdigkeit von Menschen und Institutionen mit gesellschaftlich tragenden Rollen – also die freie Presse, Universitäten oder Regierungseinrichtungen. Über die Gefährlichkeit eines neuen Phänomens.…
Gruß
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Siard » Montag 3. Juni 2019, 20:09

Juergen hat geschrieben:
Montag 3. Juni 2019, 19:20
Die neue Art der Verschwörungs­theorie: Es zählt die krude Behauptung

Im Internet macht ein neuer Typ Verschwörungs­theorie die Runde. Ziel ist nicht das Widerlegen, sondern das Delegitimieren. Attackiert wird gezielt die Glaubwürdigkeit von Menschen und Institutionen mit gesellschaftlich tragenden Rollen – also die freie Presse, Universitäten oder Regierungseinrichtungen. Über die Gefährlichkeit eines neuen Phänomens.…
Das ist nicht nötig. Die genannten Einrichtungen demontieren ihre Glaubwürdigkeit schon selbst äußerst effizient.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Samstag 15. Juni 2019, 12:05

Es betrifft zwar (noch) nicht die deutschen Medien, doch wenn irgendwo einer damit anfängt, greift sowas ja um sich:

NZZ: New York Times verzichtet auf Karikaturen.
Es geht nicht um Cartoons, es geht um Journalismus überhaupt: warum die «New York Times» den logischen Schritt macht, wenn sie keine politischen Karikaturen mehr abdruckt

Die «New York Times» beschliesst, keine politischen Cartoons mehr abzudrucken, und wird dafür von allen Seiten kritisiert. Dabei ist der Entscheid konsequent – die Folge eines Klima, in dem politische Korrektheit mehr gilt als demokratische Debatten.

Entweder ganz – oder dann gar nicht: Es ist wie der Rücktritt eines Politikers nach massivem Fehlverhalten. Bestimmte Dinge gehen eben nicht, und manchmal muss einfach Schluss sein mit allem. Am Montag hat die «New York Times» verkündet, ab Juli auf den Abdruck politischer Cartoons zu verzichten. Etwa einen Monat zuvor war die internationale Ausgabe der Zeitung mit einem Cartoon, der als antisemitisch empfunden worden war, in massive Kritik geraten.
Gruß
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Freitag 21. Juni 2019, 20:13

Grün ist die Redaktion – die deutschen Mainstream-Medien haben aus der Flüchtlingskrise nichts gelernt
Während Interviews mit liberalen oder konservativen Politikern inquisitorischen Verhören gleichen, muss das grüne Spitzenpersonal kaum fürchten, dass sein moralischer Rigorismus mit praktischen Einwänden blossgestellt wird. Schliesslich entstammt man oft genug demselben postmaterialistischen, städtischen Milieu und teilt die grünen Ängste. Sorgen der Rechten, etwa wegen «ungesteuerter Zuwanderung» oder «Ausländerkriminalität», werden hingegen als böse Phobien abgetan. Eine Redaktorin des ZDF-Hauptstadtstudios erklärt via Twitter kurzerhand alle zu Nazis, die «nicht Grün wählen».

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 1. Juli 2019, 21:39

Neues vom durch die "Demokratieabgabe" geförderten Staatsfunk:

Bild

https://twitter.com/AfDBerlin/status/11 ... 8138037248

Kommentar von Michael Klonovsky:
Unabhängiges Fernsehen, Demokratieabgabe... Es bleibt die Danisch-Frage: Wer glaubt denen noch was? Wer wählt so was?
https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna - 01. 07. 2019

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Montag 1. Juli 2019, 22:34

Caviteño hat geschrieben:
Montag 1. Juli 2019, 21:39
Neues vom durch die "Demokratieabgabe" geförderten Staatsfunk:

Bild

https://twitter.com/AfDBerlin/status/11 ... 8138037248

Kommentar von Michael Klonovsky:
Unabhängiges Fernsehen, Demokratieabgabe... Es bleibt die Danisch-Frage: Wer glaubt denen noch was? Wer wählt so was?
https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna - 01. 07. 2019
Bild
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Dienstag 2. Juli 2019, 09:35

Merke: Man entschuldigt sich (nicht: man bittet um Entschuldigung), daß der tweet nicht abgestimmt war.

So etwas darf natürlich nicht öffentlich kommuniziert werden - das "könnte die Bevölkerung beunruhigen".
Andererseits hat man offensichtlich Angst davor, der AfD ein Forum zu bieten - die Antworten der AfD könnten auf Zustimmung stoßen und zeigen, daß es tatsächlich "Alternativen" zur Politik der Altparteien gibt. Kippt erst einmal die Deutungshoheit, könnte auch die Mehrheit in Gefahr sein und ein noch größerer Teil der Wähler Änderungen einfordern.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Freitag 5. Juli 2019, 14:40

Was nicht paßt, wird passend gemacht
Deutsche Touristen werden in Mallorca der Gruppenvergewaltigung an einer Landsfrau beschuldigt. Endlich deutsche Täter bei einem Delikt, das aufgrund leidvoller Erfahrung von vielen sofort mit Migranten in Verbindung gebracht wird.
Was so ins eigene Weltbild paßt, darf freilich nicht durch Fakten verwässert werden, dachte sich wohl die Nachrichtenganetur dpa und ließ in ihrer Meldung zu dem Vorfall ein entscheidendes Detail weg. Spanische Medien berichteten, was dpa verschwieg: Bei den Tätern handelt es sich um Deutsch-Türken.
Der spanische Artikel spricht von "turcoalemanes":

https://www.ultimahora.es/sucesos/ultim ... edia-video

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Vinzenz Ferrer » Mittwoch 10. Juli 2019, 10:35

Hans-Georg Maaßen über die NZZ: "'NZZ' so was wie Westfernsehen"
Die Lückenpresse schäumt.
https://www.n-tv.de/politik/Maassen-Twe ... 35367.html
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 10. Juli 2019, 12:20

Tja - da hat er wohl eine Lawine losgetreten. Den deutschen Medien eine Art Gleichschaltung wie in der DDR (tagesschau = Aktuelle Kamera) zu attestieren, können die natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Erreicht wird wahrscheinlich das Gegenteil. Wer bisher nur selten einen Blick in die Schweizer Presse geworfen hat, könnte dies jetzt öfter machen.
Die NZZ sowie ihr D-Korrespondent Marc Felix Serrao kommentieren auf twitter wie folgt:
Notiz in eigener Sache: Wir sind kein Westfernsehen. Dieser Vergleich ist unpassend und Geschichtsklitterung. Auch bei deutschen Medien arbeiten ausgezeichnete Journalisten und Journalistinnen.
https://twitter.com/NZZ/status/1148854987977625606
Wir sehen uns nicht als «Westfernsehen». Wir haben uns diesen Begriff nie zu eigen gemacht. Der deutsche Medienmarkt ist groß und vielfältig, und in vielen Redaktionen arbeiten hervorragende Kolleginnen und Kollegen
https://twitter.com/MarcFelixSerrao/sta ... 6779416576

Die Kommentare zu den beiden tweets sagen im Grunde alles.... :D

PS: Warum sind die Auflagezahlen der Zeitungen insbesondere seit dem Sommer 2015 so eingebrochen? :hmm:

Die Antwort von Herrn Maaßen auf den in dem Artikel verlinkten tweet von Herrn Volker Beck ist hervorragend gekontert:
Volker Beck:
Wir haben also nach Ihrer Ansicht, geschätzter Herr @HGMaassen, in Deutschland Zensur & staatlich gelenkte Medien wie in der DDR? Habe ich Sie richtig verstanden, dass damit die FDGO, die Sie als Verfassungsschutzpräsident schützen sollten, Ihrer Meinung bereits außer Kraft ist?
Antwort Maaßen:
Wir haben zu viele Relotiusse
https://twitter.com/HGMaassen/status/11 ... 9456275462

In weiteren tweets verweist Maaßen dann auf die Studie der Otto-Brenner-Stiftung zur Rolle der Medien während der Flüchtlingskrise, das Framing Manual der ARD und zitiert den Springer CEO Döpfner mit der Aussage "Wenn Medien pol. Positionen der Bevölkerung so verzerrt repräsentieren, führt das auf die Dauer zu einer Entkoppelung."

https://twitter.com/HGMaassen/status/11 ... 7755238402

https://twitter.com/HGMaassen/status/11 ... 4334461953

https://twitter.com/HGMaassen/status/11 ... 4422930432

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Donnerstag 11. Juli 2019, 07:42

Markus Werner auf Twitter hat geschrieben:
Es gibt natürlich keine staatliche Gleichschaltung der Medien, sondern einen „informellen journalistischen Grundkonsens“ im ÖRR und einigen „Leitmedien“. Dadurch werden manche Dinge nicht berichtet oder thematisiert und wenn, dann regelhaft mit einem tendenziell linken „Spin“.
:daumen-rauf:
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Edi » Mittwoch 17. Juli 2019, 13:48

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Dienstag 23. Juli 2019, 10:25

In der Bräsigkeits-Falle

Talkshows verlieren massiv Zuschauer
Die politischen Talkshows entwickeln sich nicht mehr weiter. Die Zuschauer wenden sich ab. Dabei haben die Bürger das Interesse an Politik neu entdeckt.
Hier die negative Zuschauerbilanz der Saison 2018/19 gegenüber der Saison 2017/18:

„Anne Will“: 3.360.000 (minus 400.000 oder minus 10,6 Prozent)

„Hart aber fair“: 2.520.000 (minus 430.000 oder minus 14,6 Prozent)

„Maybrit Illner“: 2.450.000 (minus 150.000 oder minus 5,8 Prozent)

„Maischberger“: 1.250.000 (minus 240.000 oder minus 16,1 Prozent)
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Dienstag 23. Juli 2019, 18:33

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Dienstag 23. Juli 2019, 10:25
In der Bräsigkeits-Falle

Talkshows verlieren massiv Zuschauer
Filme wie „Didi der Doppelgänger“ oder ähliche haben heute sicher auch weniger Zuseher wie in den 80ern.
Heutzutage lachen die Leute eben über andere Dinge. – In 90% übrigens über Dinge, über die ich nicht lachen kann. Dann doch lieber Didi gucken.

Gruß
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von martin v. tours » Dienstag 23. Juli 2019, 18:51

Wer sich diesen "scripted reality" Mist vulgo deutsche politische Talkshow noch antut ist ohnehin ein Masochist .
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Dienstag 23. Juli 2019, 19:45

martin v. tours hat geschrieben:
Dienstag 23. Juli 2019, 18:51
Wer sich diesen "scripted reality" Mist vulgo deutsche politische Talkshow noch antut ist ohnehin ein Masochist .
Gruß
Jürgen
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von lifestylekatholik » Dienstag 23. Juli 2019, 21:19

@Juergen: :kugel: :daumen-rauf:
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von CIC_Fan » Mittwoch 24. Juli 2019, 08:57

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Dienstag 23. Juli 2019, 10:25
In der Bräsigkeits-Falle

Talkshows verlieren massiv Zuschauer
Die politischen Talkshows entwickeln sich nicht mehr weiter. Die Zuschauer wenden sich ab. Dabei haben die Bürger das Interesse an Politik neu entdeckt.
Hier die negative Zuschauerbilanz der Saison 2018/19 gegenüber der Saison 2017/18:

„Anne Will“: 3.360.000 (minus 400.000 oder minus 10,6 Prozent)

„Hart aber fair“: 2.520.000 (minus 430.000 oder minus 14,6 Prozent)

„Maybrit Illner“: 2.450.000 (minus 150.000 oder minus 5,8 Prozent)

„Maischberger“: 1.250.000 (minus 240.000 oder minus 16,1 Prozent)
ich habe nie verstanden wie man sich sowas anschauen kann oder als Diskutant daran mitwirken

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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Mittwoch 24. Juli 2019, 11:15

lifestylekatholik hat geschrieben:
Dienstag 23. Juli 2019, 21:19
@Juergen: :kugel: :daumen-rauf:
Das gibt es auch im längeren Zusammenhang – ohne Hallervorden-Maske :roll:
Gruß
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 25. Juli 2019, 11:50

Fake news im "Schweinefleisch-Streit" - ausgelöst durch die Aufforderung von zwei Kitas in Leipzig (Sachsen!), künftig weder Schweinefleisch noch Gummibärchen zuzulassen.

n-tv:
Kitas wegen Speiseplan unter Polizeischutz
Um mögliche Gefahren abzuwehren, stehe ein Polizeiauto vor den beiden benachbarten Einrichtungen, sagte ein Polizei-Sprecher.
Merkur:
Sie hatten bereits die Polizeiwagen vor der Türe stehen: Die Entscheidung zweier Leipziger Kitas, „aus Respekt gegenüber einer sich verändernden Welt“ - wie es in der offiziellen Ankündigung hieß - künftig kein Schweinefleisch mehr zu servieren, stieß auf große Kritik. So sollten mögliche Gefahren durch die Polizeipräsenz abgewehrt werden. Nun lenken Kindergärten allerdings wieder ein.
Schweinefleisch-Verbot in Kitas: Heftige Diskussion entbrannt - Einrichtungen ergreifen Maßnahme

Spiegel online:
Nachdem am Dienstag eine heftige Diskussion über den Verzehr von Schweinefleisch in zwei Leipziger Kitas entbrannt ist, schickte die örtliche Polizei einen Einsatzwagen zu den beiden benachbarten Einrichtungen. Ein Sprecher sagte, die Beamten sollten "mögliche Gefahren" abwehren.
Schweinefleisch-Debatte ruft Polizei auf den Plan

Stellungnahme der Polizei Leipzig zu dem Vorfall
Es ist nicht richtig, dass es dort Polizeischutz gibt oder gab. Es wurde heute lediglich Kontakt mit der Leitung aufgenommen. Bei Bedarf kann sich diese direkt an das Revier oder die Polizeidirektion wenden.
https://twitter.com/PolizeiSachsen/stat ... 1944127493

und ausführlicher:
Publico fragte bei der Polizei nach, wie das vermeintliche Belegbild mit dem Polizisten zustande kam.
„Kollegen von uns haben gestern ein präventives Gespräch mit den Verantwortlichen des Kindergartens geführt“, sagt Katharina Geyer, Sprecherin der Polizei Leipzig. Mit anderen Worten – sie fragten, ob alles in Ordnung sei. Und das war es wohl auch. Nie sei ein Polizeischutz gewünscht oder gar für nötig gehalten worden. „Da waren Kollegen vor Ort, sind ausgestiegen, reingegangen, und dann wieder weggefahren. Bei der Gelegenheit muss irgendjemand fotografiert haben“, so Geyer: „Zack, ist es in der Welt.“
https://www.publicomag.com/2019/07/fake ... sch-kitas/

Tja - mit solchen fake-news kann man gut Stimmung machen.... :D

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HeGe
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von HeGe » Donnerstag 25. Juli 2019, 12:14

Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Caviteño
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Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 25. Juli 2019, 12:56

Im Mai 2019 wurde -zusammen mit der Wahl zum EU-Parlament- in Sachsen auch auf Kommunalebene gewählt. Der öffentl.-rechtl. MDR meldete damals:

CDU trotz Verlusten stärkste Kraft

Nach acht Wochen(!) wird jetzt vom Landeswahlleiter das Ergebnis veröffentlicht und es zeigt, daß mitnichten die Union stärkste Kraft geworden ist. Sie erzielte 23,8% der Stimmen, während die Wählervereinigungen auf 25,8% der Stimmen kamen.

https://wahlen.sachsen.de/gemeinderatsw ... -6925.html

Bemerkenswert die Verluste der Union: Fast 10%-Punkte - von 33,3% auf unter 24%; die SPD liegt jetzt unter 10% (7,6%); die Linke näherte sich der 10%-Marke (12,2% - von 16,4%).
Hinzugewonnen haben AfD (von 2,5% auf 15,3%) und die Grünen (von 5,7% auf 8,4%), während sich die Wählervereinigungen nur leicht verbessern konnten (24% auf 25,8%).

Neben der späten Veröffentlichung des Gesamtergebnisses fällt auch noch auf, daß man die Ergebnisse 2019 und 2014 getrennt darstellt. Den sonst üblichen Vergleich über die Gewinne und Verluste der einzelnen Parteien muß man sich dann auf zwei Internetseiten zusammensuchen.

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