Situation der deutschen Medienlandschaft

Aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Weltgeschehen.
Caviteño
Beiträge: 9836
Registriert: Sonntag 14. März 2010, 02:31
Wohnort: Diözesen Imus und Essen

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Dienstag 16. April 2019, 19:13

Eigentlich wäre es die Aufgabe investigativer deutscher Medien ein wenig Licht in den Fall der Bundeswehroberleutnants und "syrischen Flüchtlings" Franco A. zu bringen. Diese Aufgabe hat die NZZ in einer dreiteiligen umfangreichen Artikelserie übernommen. Der erste Teil stellt den Menschen Franco A. dar, dem der Generalbundesanwalt die "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat" vorwirft. Das OLG Frankfurt hat die Vorwürfe verneint, die Revision ist noch nicht entschieden:

Der Fall Franco A., erster Teil: «Mein Sohn war Staatsfeind Nummer 1»
In einem zweiten Teil möchten wir die Ereignisse rund um den mutmasslichen Angriff des jungen Offiziers auf den deutschen Staat rekonstruieren. Ein dritter Text wird dann versuchen, ein vorläufiges Fazit zu ziehen: War und ist Franco A. ein Staatsfeind – oder wurde er dazu gemacht? In dem Zusammenhang wird es auch um jene Menschen gehen, die viele Überzeugungen des Angeklagten teilen. Handelt es sich um harmlose Prepper, die sich mit Konservendosen und Zigaretten in ihren Kellern auf den Kriegsfall vorbereiten? Oder gehört A. zu einer «Schattenarmee», die dem Land noch gefährlich werden könnte?
Die Teile zwei und drei erscheinen morgen und übermorgen in der NZZ. Man kann erwarten, daß sie ähnlich gut recherchiert sein werden wie der erste Teil.

In den deutschen Medien nicht erwähnt wurde dieses Detail:
Ihr Sohn habe das Flüchtlingsgeld übrigens auch nicht angerührt, sagt sie, was nachweislich stimmt. Franco A. hat sich an seiner Doppelexistenz nicht bereichert.
Damals hieß es immer, er habe sich ein Zubrot verdienen wollen....

Benutzeravatar
Niels
Beiträge: 23237
Registriert: Donnerstag 2. Oktober 2003, 11:13

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Niels » Mittwoch 17. April 2019, 11:23

Kann man auch mal verwechseln, gell? Das Tal der Ahnungslosen scheint ein paar tausend Kilometer westwärts gewandert zu sein:
https://www.welt.de/vermischtes/live191 ... r-Dom.html
Surrexit Christus spes mea

Caviteño
Beiträge: 9836
Registriert: Sonntag 14. März 2010, 02:31
Wohnort: Diözesen Imus und Essen

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Samstag 11. Mai 2019, 09:42

Die Anweisungen zum bildgerechten Umgang mit der Kanzlerin bei Veanstaltungen:
Wer die deutsche Bundeskanzlerin zu einer Veranstaltung einlädt, bekommt vom Bundespresseamt eine fünfseitige Liste dazu, wie der Termin mit Angela Merkel zu gestalten sei.
(...)
Während der Veranstaltung soll die Presse einen Abstand von 25 Metern zu Merkel nicht überschreiten. Platzbedarf pro Kameramann: 70 Zentimeter. Stufenhöhe, falls die Journalisten auf einem Podest stehen müssen: 40 bis 50 Zentimeter.
(...)
Für die Grundfarbe des Bühnenhintergrunds empfiehlt das Presseamt einen «mittleren Farbton». Als Beispiel wird «Hellblau oder Mittelgrau» genannt. Wichtig: kein Glänzen, kein Reflektieren.
Wenn Merkel kommt, ist der Zufall nicht erwünscht

Juergen
Beiträge: 23266
Registriert: Mittwoch 1. Oktober 2003, 21:43
Kontaktdaten:

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Juergen » Samstag 11. Mai 2019, 13:30

Caviteño hat geschrieben:
Samstag 11. Mai 2019, 09:42

Wenn Merkel kommt, ist der Zufall nicht erwünscht
Während der Veranstaltung soll die Presse einen Abstand von 25 Metern zu Merkel nicht überschreiten.
Überschreiten? :roll:
Gruß
Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Benutzeravatar
Libertas Ecclesiae
Moderator
Beiträge: 1853
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 10:46

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Montag 20. Mai 2019, 13:53

Manfred Weber lobt die Veröffentlichung des Strachevideos als „starken Beweis“ für freie Medien in Deutschland:

https://twitter.com/AnneWillTalk/status ... 9503154178

:patsch:
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

Benutzeravatar
Amigo
Beiträge: 489
Registriert: Freitag 12. Dezember 2003, 16:58
Wohnort: Wien

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Amigo » Montag 20. Mai 2019, 14:07

Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 13:53
Manfred Weber lobt die Veröffentlichung des Strachevideos als „starken Beweis“ für freie Medien in Deutschland:
Immerhin wurde dieses Video, das ja österreichische und nicht deutsche (Ex)Politiker betrifft, ausschließlich deutschen und keinen österreichischen Medien zugespielt. Man kann das als Indiz dafür sehen, dass die Video-Zuspieler die deutschen Medien für freier erachten als die österreichischen. Oder für schlagkräftiger. Jedenfalls in gewisser Hinsicht für relevanter für diesen Zweck als die österreichischen.

Caviteño
Beiträge: 9836
Registriert: Sonntag 14. März 2010, 02:31
Wohnort: Diözesen Imus und Essen

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Caviteño » Montag 20. Mai 2019, 14:17

Amigo hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 14:07
Immerhin wurde dieses Video, das ja österreichische und nicht deutsche (Ex)Politiker betrifft, ausschließlich deutschen und keinen österreichischen Medien zugespielt. Man kann das als Indiz dafür sehen, dass die Video-Zuspieler die deutschen Medien für freier erachten als die österreichischen. Oder für schlagkräftiger. Jedenfalls in gewisser Hinsicht für relevanter für diesen Zweck als die österreichischen.
Oder verlogener.
Als der Grüne Kretschmann sich auf einem Parteitag der Grünen in einem Zwiegespräch die Begrenzung der Zulassung für Verbrennungsmotoren bis 2030 als "Schwachsinnstermin" bezeichnete, reagierte das Prantl-Blatt ganz anders:
So, wie es aussieht, hat ein den Grünen nicht wohl gesonnenes Nachrichtenportal auf deren Parteitag sehr zielstrebig darauf gewartet, Pannen, Fehler, Widersprüche zu entdecken. Und es hat dabei heimlich Filmaufnahmen gemacht. Heimlich deshalb, weil Kretschmann und Kollege nicht wussten, dass sie da aufgenommen würden. Das jedenfalls beteuern sie im Rückblick.
Moralisch einwandfrei also ist das Handeln der Filmchenmacher nicht; außerdem steht es außer Frage, dass es höchst problematisch wäre, wenn auf einem solchen Parteitag jeder in jeder Sekunde damit rechnen müsste, heimlich gefilmt und danach öffentlich aufgespießt zu werden.
Kretschmanns Wut und ihre Folgen

auch: „Ibiza-Gate“, oder das verlogene Miststück namens Süddeutsche Zeitung

Aber, wie wir inzwischen wissen: Im Kampf gegen "rechts" ist alles erlaubt; da gelten auch nicht mehr die eigenen Grundsätze und Leitlinien, die nur benutzt werden, wenn es paßt...

PS: Warum muß ich da an Frau Merkel und ihre Entscheidungen bei Energie"wende", Euro"rettung" und "Flüchtlings"politik denken.... :hmm:

Benutzeravatar
Siard
Beiträge: 5326
Registriert: Dienstag 25. August 2009, 22:31
Wohnort: Die Allzeit Getreue

Re: Situation der deutschen Medienlandschaft

Beitrag von Siard » Montag 20. Mai 2019, 16:56

Amigo hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 14:07
Libertas Ecclesiae hat geschrieben:
Montag 20. Mai 2019, 13:53
Manfred Weber lobt die Veröffentlichung des Strachevideos als „starken Beweis“ für freie Medien in Deutschland:
Immerhin wurde dieses Video, das ja österreichische und nicht deutsche (Ex)Politiker betrifft, ausschließlich deutschen und keinen österreichischen Medien zugespielt. Man kann das als Indiz dafür sehen, dass die Video-Zuspieler die deutschen Medien für freier erachten als die österreichischen. Oder für schlagkräftiger. Jedenfalls in gewisser Hinsicht für relevanter für diesen Zweck als die österreichischen.
Man kann es auch als Indiz für den Urheber werten. Die österreichische Presse ist sicher der FPÖ sicher nicht freundlicher gesonnen.

Antworten Vorheriges ThemaNächstes Thema