Gibt es Liebe zwischen den Menschen?
Verfasst: Freitag 24. August 2007, 20:52
Gibt es Liebe unter dem Menschen?
.
Zunächst ist einmal festzustellen, dass die Menschen unter diesem Begriff der Liebe unendlich viele verschiedene Ideen, Meinungen und Gedanken haben.
Das erste Mal, da uns dieses Gefühl begegnet, ist es die Liebe der Eltern zu ihrem Kind. Die Mutter, die das Kind 9 Monate in ihrem Leib getragen hat, empfindet das Kind in den meisten Fällen als ein Teil von ihr selbst. Dieses Gefühls des Besitzes ist, wenn die Mutter nicht lernt, loszulassen und das Kind nur als eigenständiges Wesen zu lieben, ein Problem, unter dem unzählige Menschen leiden. Denn dieses Empfinden von:
"Du bist ein Teil von mir und wirst es immer bleiben"
ist ein Teil der Freud'schen Problematik und hat mit Liebe nichts zu tun.
Der Vater sieht in dem Kind ein neues Wesen, das, je nach Charakter des Vaters, unterschiedliche Empfindungen zwischen Stolz und unterschwelliger Ablehnung aufzeigt. Dabei spielt sicher die Erwartung eine Rolle je nach dem ob ein Mädchen und Jungen erhofft wurde.
So können wir feststellen, dass bereits auf dieser Ebene der Begriff Liebe ganz verschiedenartig verstanden wird.
Sicher lieben wir alle unsere Kinder, aber am meisten dann, wenn sie sich so verhalten wie wir es für richtig erachten.
Nun aber zu der Frage, wie lieben Kinder die Eltern? Schnell haben selbst kleinste Babys herausgefunden, wie man die Eltern manipulieren kann. Ob durch Schreien, dem Stuhlgang, später mit bewußtem Nichterfolg in der Schule, spätes Nachhausekommen etc, Kinder wissen sehr bald, wie sie von den Eltern das bekommen können, was sie wollen. Wo bleibt da die Liebe? Ich habe da wohl vergessen, dass die lieben Kleinen über Jahre hinweg eingetrichtert bekommen:
"Du sollst Deine Eltern lieben!"
Liebe auf Befehl? Was tun eigentlich die Eltern, um von den Kindern geliebt zu werden?
Nun klingt das alles sehr kritisch, aber wenn wir uns umsehen, wieviele Kinder entsprechen den Wünschen der Eltern und erreiche die Ziele im Leben, die die Eltern erwünscht haben?
Wie geht es dann mit der Liebe weiter?
Wenn die ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht erfolgen, entwickelt sich in den Kindern, irgendeinmal zwischen dem 5. und dem 10. Lebensjahr zarte Gefühle, die oft von den Eltern unterstützt, leider aber noch zu oft unterbunden werden.
Später, in der Pubertät, erscheint der Druck der Sexualität, zunächst bei den jungen Männern, aber auch bald bei den Mädchen. Hier entscheidet sich oft, welchen Weg die jungen Menschen in diesem Bereich in ihrem Leben gehen werden, denn hier spielt das Beispiel der Eltern, die Art, wie Eltern mit Verboten und behutsamen Ratschlägen umgehen, eine übergeordnete Rolle.
Eine Frage: Bin ich ein gutes Beispiel für meine Kinder?
In dieser Zeit der Proteste und des Abnabelns ist das Beispiel der Eltern wichtigster Faktor der spirituellen Entwicklung der Jugendlichen in Richtung Partnerschaft und Liebe. Und gerade hier haben unzählige Eltern versagt, arbeite mit Strenge, mit Verboten, mit Drohungen und Warnungen etc. statt mit Verständnis, Gesprächen, mit Lob und Erklärung, mit Liebe und Weisheit.
Die Erfolge sind bekannt, nach meiner Meinung haben wir in unserer Zivilisation keine Jugend- sondern nur Elternprobleme.
So beginnen viele junge Menschen ihr Erwachsenenleben mit Mißerfolgserlebnissen, haben die verschiedensten Formen der "Liebe" in der Jugend kennen und ablehnen gelernt. Die negativen Beispiele werden dann an die nächste Generation weitergegeben und so fort.
Schlimmer noch ist es im Alter. Der Eine wird noch grantiger und unausstehlicher, der Nächste wehleidig und jammernd. Können wir so von den anderen geliebt werden, lieben wir uns so selbst? Eigentlich sind es wenige, die im Alter glücklich sind
Ich möchte diese Liste nicht unnötig fortsetzen.
Wir sind ein Freundeskreis und treffen uns einmal die Woche, begrüßen uns mehr oder weniger herzlich. Ist eigentlich der, der den anderen rechts und links küßt liebevoller als der, der nur die Hand schüttelt?
Jeder von uns kann die Spannung und auch die Gleichgültigkeit spüren, mit der sich begegnen.
Wie selten bekommt gerade der, der es braucht, die seelische Unterstützung der andern, wie selten bekommt die Anerkennung, das ernstgemeinte Lob für die Arbeit und die
Mühen, die er sich mit seiner gemacht hat.
Wie oft wird gerade der Abwesende, mit dem einer oder auch mehrere ein Problem haben, kritisiert?
Ich muß an dieser Stelle zugeben, dass ich mich auch als einen Menschen sehe, der nicht immer mit allen liebevoll umgeht, der schnell mit der Kritik zur Hand ist, vielleicht kann ich deshalb uns allen, mich eingeschlossen, den Spiegel vorhalten.
Kann die Liebe zwischen dem Menschen etwas in unserer Welt verbessern?
Wie sollen wir uns verhalten um nach innen und außen unsere Ideale besser zu zeigen?
Zusammenfassend möchte ich noch folgendes sagen:
Um Lieben zu können, muß der Mensch zuerst bei sich selbst anfangen.
Geliebt werden kann nur der, der sich selbst so annimmt, wie er ist und sich bewußt lieben kann.
Einen anderen Menschen lieben kann ich nur, wenn ich dieses Gefühl der Liebe zu mir kenne und es als ein kostbares Geschenk weitergeben will. Wie kann ich etwas verschenken, was ich nicht habe?
Zur Liebe gehört Verständnis und Toleranz, dem anderen seine Ansichten, seinen Glauben und seine Meinung zu lassen.
Mein tiefer innerer Glaube ist, dass die Liebe die Macht ist, mit der wir Kriege und Leid verhindern können, uns selbst und den anderen Kraft geben und unser gemeinsames Ziel, das irgendwo mit dem Begriff GLÜCK zu tun hat, zu erreichen.
Pierre
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Zunächst ist einmal festzustellen, dass die Menschen unter diesem Begriff der Liebe unendlich viele verschiedene Ideen, Meinungen und Gedanken haben.
Das erste Mal, da uns dieses Gefühl begegnet, ist es die Liebe der Eltern zu ihrem Kind. Die Mutter, die das Kind 9 Monate in ihrem Leib getragen hat, empfindet das Kind in den meisten Fällen als ein Teil von ihr selbst. Dieses Gefühls des Besitzes ist, wenn die Mutter nicht lernt, loszulassen und das Kind nur als eigenständiges Wesen zu lieben, ein Problem, unter dem unzählige Menschen leiden. Denn dieses Empfinden von:
"Du bist ein Teil von mir und wirst es immer bleiben"
ist ein Teil der Freud'schen Problematik und hat mit Liebe nichts zu tun.
Der Vater sieht in dem Kind ein neues Wesen, das, je nach Charakter des Vaters, unterschiedliche Empfindungen zwischen Stolz und unterschwelliger Ablehnung aufzeigt. Dabei spielt sicher die Erwartung eine Rolle je nach dem ob ein Mädchen und Jungen erhofft wurde.
So können wir feststellen, dass bereits auf dieser Ebene der Begriff Liebe ganz verschiedenartig verstanden wird.
Sicher lieben wir alle unsere Kinder, aber am meisten dann, wenn sie sich so verhalten wie wir es für richtig erachten.
Nun aber zu der Frage, wie lieben Kinder die Eltern? Schnell haben selbst kleinste Babys herausgefunden, wie man die Eltern manipulieren kann. Ob durch Schreien, dem Stuhlgang, später mit bewußtem Nichterfolg in der Schule, spätes Nachhausekommen etc, Kinder wissen sehr bald, wie sie von den Eltern das bekommen können, was sie wollen. Wo bleibt da die Liebe? Ich habe da wohl vergessen, dass die lieben Kleinen über Jahre hinweg eingetrichtert bekommen:
"Du sollst Deine Eltern lieben!"
Liebe auf Befehl? Was tun eigentlich die Eltern, um von den Kindern geliebt zu werden?
Nun klingt das alles sehr kritisch, aber wenn wir uns umsehen, wieviele Kinder entsprechen den Wünschen der Eltern und erreiche die Ziele im Leben, die die Eltern erwünscht haben?
Wie geht es dann mit der Liebe weiter?
Wenn die ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht erfolgen, entwickelt sich in den Kindern, irgendeinmal zwischen dem 5. und dem 10. Lebensjahr zarte Gefühle, die oft von den Eltern unterstützt, leider aber noch zu oft unterbunden werden.
Später, in der Pubertät, erscheint der Druck der Sexualität, zunächst bei den jungen Männern, aber auch bald bei den Mädchen. Hier entscheidet sich oft, welchen Weg die jungen Menschen in diesem Bereich in ihrem Leben gehen werden, denn hier spielt das Beispiel der Eltern, die Art, wie Eltern mit Verboten und behutsamen Ratschlägen umgehen, eine übergeordnete Rolle.
Eine Frage: Bin ich ein gutes Beispiel für meine Kinder?
In dieser Zeit der Proteste und des Abnabelns ist das Beispiel der Eltern wichtigster Faktor der spirituellen Entwicklung der Jugendlichen in Richtung Partnerschaft und Liebe. Und gerade hier haben unzählige Eltern versagt, arbeite mit Strenge, mit Verboten, mit Drohungen und Warnungen etc. statt mit Verständnis, Gesprächen, mit Lob und Erklärung, mit Liebe und Weisheit.
Die Erfolge sind bekannt, nach meiner Meinung haben wir in unserer Zivilisation keine Jugend- sondern nur Elternprobleme.
So beginnen viele junge Menschen ihr Erwachsenenleben mit Mißerfolgserlebnissen, haben die verschiedensten Formen der "Liebe" in der Jugend kennen und ablehnen gelernt. Die negativen Beispiele werden dann an die nächste Generation weitergegeben und so fort.
Schlimmer noch ist es im Alter. Der Eine wird noch grantiger und unausstehlicher, der Nächste wehleidig und jammernd. Können wir so von den anderen geliebt werden, lieben wir uns so selbst? Eigentlich sind es wenige, die im Alter glücklich sind
Ich möchte diese Liste nicht unnötig fortsetzen.
Wir sind ein Freundeskreis und treffen uns einmal die Woche, begrüßen uns mehr oder weniger herzlich. Ist eigentlich der, der den anderen rechts und links küßt liebevoller als der, der nur die Hand schüttelt?
Jeder von uns kann die Spannung und auch die Gleichgültigkeit spüren, mit der sich begegnen.
Wie selten bekommt gerade der, der es braucht, die seelische Unterstützung der andern, wie selten bekommt die Anerkennung, das ernstgemeinte Lob für die Arbeit und die
Mühen, die er sich mit seiner gemacht hat.
Wie oft wird gerade der Abwesende, mit dem einer oder auch mehrere ein Problem haben, kritisiert?
Ich muß an dieser Stelle zugeben, dass ich mich auch als einen Menschen sehe, der nicht immer mit allen liebevoll umgeht, der schnell mit der Kritik zur Hand ist, vielleicht kann ich deshalb uns allen, mich eingeschlossen, den Spiegel vorhalten.
Kann die Liebe zwischen dem Menschen etwas in unserer Welt verbessern?
Wie sollen wir uns verhalten um nach innen und außen unsere Ideale besser zu zeigen?
Zusammenfassend möchte ich noch folgendes sagen:
Um Lieben zu können, muß der Mensch zuerst bei sich selbst anfangen.
Geliebt werden kann nur der, der sich selbst so annimmt, wie er ist und sich bewußt lieben kann.
Einen anderen Menschen lieben kann ich nur, wenn ich dieses Gefühl der Liebe zu mir kenne und es als ein kostbares Geschenk weitergeben will. Wie kann ich etwas verschenken, was ich nicht habe?
Zur Liebe gehört Verständnis und Toleranz, dem anderen seine Ansichten, seinen Glauben und seine Meinung zu lassen.
Mein tiefer innerer Glaube ist, dass die Liebe die Macht ist, mit der wir Kriege und Leid verhindern können, uns selbst und den anderen Kraft geben und unser gemeinsames Ziel, das irgendwo mit dem Begriff GLÜCK zu tun hat, zu erreichen.
Pierre