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Aufstrebend und katholisch? Helden oder Versager?

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 09:58
von sofaklecks
Aus den christlichen TV-Hinweisen abgesplittet. Sofaklecks hat das Thema nicht eröffnet. W.
Knecht Ruprecht hat geschrieben:Der Kreuzritter Richard Löwenherz

Ja, damals war England noch aufstrebend und katholisch.
Entschuldige, Knecht.

Der gute Richard war ein schlichter Versager.

Er hatte sich nicht im Griff und war ein Mamasöhnchen.

Und bitte, was heisst da England? Richard war meines Wissens ganze drei Mal in England. Wenn du sein Grab besuchen willst, such nicht in England, sondern in Frankreich.

Aber Versager werden bewundert. Richard Löwenherz, Heinrich der Löwe oder Friedrich II, der Staufer. Alles echte Männer.

Dumm, aber mutig. Gut, beim Staufer gilt das dumm nur cum grano salis.

sofaklecks

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 10:31
von Robert Ketelhohn
<ächz>

Okay

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 10:45
von sofaklecks
Okay, Robert, nimm den Beitrag wieder raus.


sofaklecks

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 11:35
von Stephen Dedalus
Knecht Ruprecht hat geschrieben: Ja, damals war England noch aufstrebend und katholisch.
Ja. Vor allem katholisch. So katholisch, daß Papst Innozenz III. neun Jahre nach Richard Lionhearts Tod ganz England mit dem Interdikt belegte.

Dein historisches Wissen ist wirklich zum Lachen.
:D :D :D

Re: Okay

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 13:42
von Robert Ketelhohn
sofaklecks hat geschrieben:Okay, Robert, nimm den Beitrag wieder raus.


sofaklecks
Nö, wieso? – Bloß den pauschalen Vorwurf der Dummheit gegen diese drei Fürsten fand ich ein wenig – nun ja, nicht sonderlich klug …

Re: Okay

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 13:50
von holzi
Robert Ketelhohn hat geschrieben:– Bloß den pauschalen Vorwurf der Dummheit gegen diese drei Fürsten fand ich ein wenig – nun ja, nicht sonderlich klug …
Nun, gerade Eure Hoheit argumentieren gelegentlich auch nicht sonderlich differenziert, oder?

Also

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 16:30
von sofaklecks
Also:

Richard Löwenherz riss in Akko das Banner des Österreichers vom Turm, der daraufhin das Kreuzfahrerheer verliess. Anschliessend versuchte er ausgerechnet durch Österreich unerkannt nach England zu gelangen. Natürlich wurde er entdeckt.

Nach dem seine Mama ihn freigekauft hatte, fing er erneut mit den Franzosen Händel an. Bei der Belagerung einer Burg ritt er so nahe und ungedeckt an der Mauer entlang, dass er mühelos von einem Armbrustschützen tödlich verwundet werden konnte. Sein Reich versank im Chaos.

Heinrich der Löwe war der mächtigste Fürst im Reich. Der ganze Osten einschliesslich Bayern war sein. Er legte sich mit Barbarossa an, nachdem er der Schwiegersohn des englischen Königs geworden war, ohne sich allerdings der Rückendeckung seiner Kollegen zu versichern. Er verlor alles bis auf sein Stammland. Bayern bekamen die Wittelsbacher.

Friedrich II. verdankt Sizilien und Apulien dem Geld, dass die Mama von Richard Löwenherz für den gelöhnt hatte. Er legte sich mit dem Papst an. Am Tag der entscheidenden Schlacht beschloss er, ein wenig seiner Jagdleidenschaft zu frönen. Als er zurückkam, war sein Heer vernichtet. Seine Enkel wurden enthauptet.

Berühmte Leute. Tapfere Leute.

Aber alle sehr unklug.

sofaklecks

Re: Also

Verfasst: Donnerstag 3. Mai 2007, 17:39
von Stephen Dedalus
sofaklecks hat geschrieben: Nach dem seine Mama ihn freigekauft hatte, fing er erneut mit den Franzosen Händel an. Bei der Belagerung einer Burg ritt er so nahe und ungedeckt an der Mauer entlang, dass er mühelos von einem Armbrustschützen tödlich verwundet werden konnte. Sein Reich versank im Chaos.
Och.

Unter Johann Ohneland gab es Zoff mit dem Papst, der das Interdikt verhängte. Der Konflikt schwelte das ganze späte Mittelalter über und endete schließlich in der Trennung der Kirche von Rom.

Ebenfalls führte die Schwäche des Königtums 1215 zur Unterzeichnung der Magna Carta Libertatum, die später (weniger ihres Inhalts wegen als vielmehr in der Rezeption) zu einem Fundament des Machtausgleichs zwischen Krone und Parlament wurde.

Zumindest zwei sehr positive Auswirkungen des unklugen Handelns von Richard Löwenherz und des Chaos', das er hinterlassen hat...

Wie sagt man in Norddeutschland so schön: Wat dem eenen sien Uhl, is dem annern sien Nachtigall. ;)