Was tut sich in Rußland?

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Yeti
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Yeti »

Der Mord an Boris Nemzow - Fakten und offene Fragen
Der Mord am russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow hat weltweit Bestürzung ausgelöst. Die Tat wirft viele Fragen auf, über den Tathergang und das Motiv kursieren Spekulationen, die Ermittlungen der russischen Behörden werden aus dem Westen kritisch beäugt.
...und das aus vermutlich guten Gründen. Es wäre ja nicht das erste Mal. Die kritische Presse lebt gefährlich in Russland.
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Tritonus
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Tritonus »

Eine weitere offene Frage, die sich wahrscheinlich seine Frau, seine Freundin, seine Sekretärin sowie seine vier Kinder, die er mit diesen drei verschiedenen Frauen hat, stellen werden, die aber wahrscheinlich in unserer Presse niemals auftauchen wird:

Was macht(e) dieser verheiratete 55-jährige Mann eigentlich neuerdings mit dem 23-jährigen "Model", die ihn in Moskau offensichtlich regelmäßig "besucht(e)"? Und was meinte bespielsweise die 26-jährige Anastassija Ognewa dazu, über die er noch letztes Jahr, nachdem er dummerweise mit ihr fotografiert worden war, in seinem Blog ( http://b-nemtsov.livejournal.com/139614.html ) schrieb, dass sie "jetzt" ein Paar seien? (Damals waren öffentliche Vergleiche zwischen Nemzow und Berlusconi an der schmutzigen Tagesordnung.) Könnte der Mord vielleicht einfach etwas mit der ihm eigenen Ausprägung eines "pro-westlichen" Lebenswandels zu tun gehabt haben und eine Beziehungstat gewesen sein?
Zuletzt geändert von Tritonus am Montag 2. März 2015, 16:45, insgesamt 2-mal geändert.

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Torsten
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Torsten »

spon hat geschrieben:Attentat in Moskau: Der Mord an Boris Nemzow - Fakten und offene Fragen

Was wir wissen
-Der Kreml-kritische Oppositionspolitiker wurde in der Nacht zum Samstag in Moskau ermordet. Die Tat ereignete sich gegen 23.30 Uhr Ortszeit auf einer Brücke in der Nähe des Roten Platzes, keine 200 Meter von den Mauern des Kreml entfernt.
Wie ich anderswo(auf jeden Fall nicht bei Spiegel-Online) gelesen habe, hat er dort in der Nähe seine Wohnung. Ich weiß nicht, ob das so ist. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass er zentral wohnt. Aber: "Keine 500 Meter von seiner Wohnung entfernt", klingt halt nicht so gut wie:"Keine 200 Meter von den Mauern des Kreml". Was ja nicht falsch ist, nur ... ihr versteht was ich meine.

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Yeti
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Yeti »

Tritonus hat geschrieben:Eine weitere offene Frage, die sich wahrscheinlich seine Frau, seine Freundin, seine Sekretärin sowie seine vier Kinder, die er mit diesen drei verschiedenen Frauen hat, stellen werden, die aber wahrscheinlich in unserer Presse niemals auftauchen wird:
Wenn das Ausmaß der Glaubwürdigkeit bzw. der Lauterkeit seiner politischen Einstellung reziprog mit seinem privaten Lebenswandel steigt bzw. sinkt, müsste Willy Brandt des Hochverrats angeklagt werden. Oder Gerhard Schröder...oder Joseph Fischer...
Tritonus hat geschrieben:Was macht(e) dieser verheiratete 55-jährige Mann eigentlich neuerdings mit dem 23-jährigen "Model", die ihn in Moskau offensichtlich regelmäßig "besucht(e)"?
Da fragst du am besten die oben Genannten, die wissen bestimmt, was man mit einem 23-jährigen Model macht. Für Nemzow war sie offenbar seine Lebensgefährtin.
Tritonus hat geschrieben:Könnte der Mord vielleicht einfach etwas mit der ihm eigenen Ausprägung eines "pro-westlichen" Lebenswandels zu tun gehabt haben und eine Beziehungstat gewesen sein?
Klar, "Ehrenmorde" gab es in Russland sicher auch schon immer. Aber ich glaube doch, dass hier die "Ehre" eines ganz hohen Tieres in "Gefahr" war. Der "Zufall", dass justament in dem Augenblick, in welchem er erschossen wurde, keine einzige von den vielen Kameras in Betrieb war oder wegen fehlender freier Sicht keine klaren Bilder liefern konnte, scheint mir allein dadurch doch etwas zu sehr "zufällig" zu sein.
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Torsten
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Torsten »

Die Tat wirft viele Fragen auf, über den Tathergang und das Motiv kursieren Spekulationen, die Ermittlungen der russischen Behörden werden aus dem Westen kritisch beäugt.
Es sind so viele Motive denkbar. Aber eines wäre wirklich bitter:
Der Mord am russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow hat weltweit Bestürzung ausgelöst.
Ein Mord aus dem Grund, der westlichen Presse Schlagzeilen zu liefern. Im weitergehenden Interesse ..

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Yeti
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Yeti »

Torsten hat geschrieben:Ein Mord aus dem Grund, der westlichen Presse Schlagzeilen zu liefern. Im weitergehenden Interesse ..
Da stellt sich halt die Frage, was man für wahrscheinlich hält. Ich fände es auch "bitter", wenn Adolf Hitler mit UFOs am Südpol auf die Rückeroberung Europas warten würde.

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Tritonus
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Tritonus »

Yeti hat geschrieben:Wenn das Ausmaß der Glaubwürdigkeit bzw. der Lauterkeit seiner politischen Einstellung reziprog mit seinem privaten Lebenswandel steigt bzw. sinkt, müsste Willy Brandt des Hochverrats angeklagt werden. Oder Gerhard Schröder...oder Joseph Fischer...
Na endlich. Das musste einfach mal wieder raus, oder? :gaehn:

Die schlechte Nachricht für Dich: Du hast mal wieder an dem Thema, für das Du selbst weiter oben das Stichwort geliefert hast ("Fakten und offene Fragen") vorbeigelabert. Es geht hier weder um moralische Beurteilungen von Brandt, Fischer, Wulff, Seehofer und wie die Kasperles alle heißen noch um Hochverratsprozesse gegen sie oder gar um ihre "Glaubwürdigkeit", selbst dann nicht, wenn sie "reziprog" :kugel: sein sollte, sondern einfach um ein mögliches Mordmotiv, das in unserer Presse, so weit ich weiß, nicht vorkommt.
Torsten hat geschrieben:Ein Mord aus dem Grund, der westlichen Presse Schlagzeilen zu liefern. Im weitergehenden Interesse ..
Gorbatschow hat sich dahingehend öffentlich geäußert. Er vermutet einen False-Flag-Mord mit dem Ziel, Russland zu destabilisieren.

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Yeti
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Yeti »

Tritonus hat geschrieben: Na endlich. Das musste einfach mal wieder raus, oder? :gaehn:

Die schlechte Nachricht für Dich: Du hast mal wieder an dem Thema, für das Du selbst weiter oben das Stichwort geliefert hast ("Fakten und offene Fragen") vorbeigelabert. Es geht hier weder um moralische Beurteilungen von Brandt, Fischer, Wulff, Seehofer und wie die Kasperles alle heißen noch um Hochverratsprozesse gegen sie oder gar um ihre "Glaubwürdigkeit", selbst dann nicht, wenn sie "reziprog" :kugel: sein sollte, sondern einfach um ein mögliches Mordmotiv, das in unserer Presse, so weit ich weiß, nicht vorkommt.
Klar musste das raus. Das reizt doch, wenn da so ein Freak sitzt mit tausend Zündschnüren, die nur darauf warten, angesteckt zu werden. Da nehme ich auch den verbalen Jauchekübel in Kauf. Übrigens schön, dass es nicht um moralische Beurteilungen geht. Ich dachte, da klänge so was an im Zusammenhang mit Nemzow.
Tritonus hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:Ein Mord aus dem Grund, der westlichen Presse Schlagzeilen zu liefern. Im weitergehenden Interesse ..
Gorbatschow hat sich dahingehend öffentlich geäußert. Er vermutet einen False-Flag-Mord mit dem Ziel, Russland zu destabilisieren.
Also doch die UFOs.
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Torsten
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Torsten »

Die Schlagzeilen der westlichen Presse sind Fakt, aber sicher kein weltweites Phänomen. Ich persönlich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass Putin den Befehl für diese Ermordung gab.

Die Frage ist: Herrscht unter Putin ein politisches Klima, in dem solche Morde begünstigt werden, und wenn ja: Warum?
Ich sage: Ich kenne Russland zu wenig und die Befindlichkeiten dort. Ich kann nur spekulieren. Möglicherweise sorgt die Präsidentschaft Putins für solch ein Klima. Und das warum des Mordes ergibt sich aus der jüngeren Geschichte, aus dem millionenfachen Elend der Zeit des "Umbruchs", und dem daraus erwachsenen Zorn. Der bei "gewissen Elementen", die ihre Bestätigung aus der Person Putins schöpfen, zu solchen Taten führen kann.

Ich hoffe, du (Yeti) weißt mein Entgegenkommen und meine differenziertere Betrachtung (im Vergleich zu ..) zu schätzen.

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Torsten
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Torsten »

Tritonus hat geschrieben:Gorbatschow hat sich dahingehend öffentlich geäußert. Er vermutet einen False-Flag-Mord mit dem Ziel, Russland zu destabilisieren.
Das habe ich auch gelesen.

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Yeti
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Yeti »

Torsten hat geschrieben:Die Schlagzeilen der westlichen Presse sind Fakt, aber sicher kein weltweites Phänomen. Ich persönlich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass Putin den Befehl für diese Ermordung gab.
Wieso erscheint es dir so unwahrscheinlich? Es gab doch in der Vergangenheit sehr ähnliche Fälle, auch im Ausland, bei denen die Spur zu staatlichen russischen Organen führte.
Torsten hat geschrieben:Die Frage ist: Herrscht unter Putin ein politisches Klima, in dem solche Morde begünstigt werden, und wenn ja: Warum?
Ich sage: Ich kenne Russland zu wenig und die Befindlichkeiten dort. Ich kann nur spekulieren. Möglicherweise sorgt die Präsidentschaft Putins für solch ein Klima. Und das warum des Mordes ergibt sich aus der jüngeren Geschichte, aus dem millionenfachen Elend der Zeit des "Umbruchs", und dem daraus erwachsenen Zorn. Der bei "gewissen Elementen", die ihre Bestätigung aus der Person Putins schöpfen, zu solchen Taten führen kann.
Ich war zweimal in Russland und beide Male hatte ich nach Gesprächen mit vielen Russen den Eindruck, dass sie sich seit dem Ende der Sowjetunion national gedemütigt fühlen. Bei den Intellektuellen darunter war das anders. Aber die waren auch mehrheitlich eher westlich orientiert.
Torsten hat geschrieben:Ich hoffe, du (Yeti) weißt mein Entgegenkommen und meine differenziertere Betrachtung (im Vergleich zu ..) zu schätzen.
O ja! Mit dir kann man gut reden und diskutieren.
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Gamaliel
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Gamaliel »

Überlegungen vom Innsbrucker Politikwissenschaftler Gerhard Mangott:

Nemcovs Tod

Daraus:
Im Gegensatz zu vielen Kollegen, weiss ich nicht, wer Boris Nemcov ermordet hat.
[...]
Ich glaube eher nicht an einen Auftragsmord von Vladimir Putin.
[...]
Möglich wäre ein Mord durch radikale siloviki, die Putin zu einer noch autoritäreren und repressiveren Führung drängen wollen.
[...]
Möglich ist auch ein Mord durch rechtsnationalistische Kreise, die Nemcov wegen seiner Haltung in der Ukrainekrise ermordet haben könnten.

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Torsten
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Torsten »

Gamaliel hat geschrieben:
Möglich wäre ein Mord durch radikale siloviki, die Putin zu einer noch autoritäreren und repressiveren Führung drängen wollen.
[...]
Möglich ist auch ein Mord durch rechtsnationalistische Kreise, die Nemcov wegen seiner Haltung in der Ukrainekrise ermordet haben könnten.
Von Patrioten ermordet. Oder der Familie der Lebensgefährtin.
Die Wahrheit schmeckt bitter. Ohne zu wissen, was hier die Wahrheit ist: Der bitterste Geschmack wäre die Ermordung durch die lange und kalte Hand des Verrats. Der sich mit einem Mord nicht eines Problems entledigt, sondern diesen benutzt, um eines zu schaffen.

Caviteño
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Caviteño »

Yeti hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:Die Schlagzeilen der westlichen Presse sind Fakt, aber sicher kein weltweites Phänomen. Ich persönlich halte es für extrem unwahrscheinlich, dass Putin den Befehl für diese Ermordung gab.
Wieso erscheint es dir so unwahrscheinlich? Es gab doch in der Vergangenheit sehr ähnliche Fälle, auch im Ausland, bei denen die Spur zu staatlichen russischen Organen führte.
Du meinst wahrscheinlich den Mord durch eine Polonium-Vergiftung in London.

Aber wahrscheinlich handelt es sich wieder nur um pöse, pöse westliche Propaganda. Der mutmaßliche Täter Aldrei Lugowoi war nie Mitglied des Geheimdienstes (nach eigenen Angaben) und sitzt als Abgeordneter in der Duma.....

http://de.wikipedia.org/wiki/Andrei_Kon ... ch_Lugowoi

@Torsten:
ist mir in dem Zusammenhang aufgefallen:
Die paranoide Gedankenwelt, die in Moskau um sich greift, spiegelt sich auch in einem Gesetz wider, welches das russische Parlament im Juli 26 verabschiedete: Es erlaubt ausdrücklich die Ermordung von sogenannten Extremisten durch russische Staatsorgane im Ausland. Zu Extremisten zählt das Gesetz auch jene, die "den Staatspräsidenten verleumden". Die Entscheidung über staatliche Hinrichtungen außerhalb der geltenden Gesetze fällt demnach allein der Präsident.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/f ... 95225.html

Soweit hergeholt erscheint mir - angesichts einer solchen "Rechtslage" - die Vermutung einer direkten Anordnung des Staatschefs nicht.

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Edi
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben: @Torsten:
ist mir in dem Zusammenhang aufgefallen:
Die paranoide Gedankenwelt, die in Moskau um sich greift, spiegelt sich auch in einem Gesetz wider, welches das russische Parlament im Juli 2006 verabschiedete: Es erlaubt ausdrücklich die Ermordung von sogenannten Extremisten durch russische Staatsorgane im Ausland. Zu Extremisten zählt das Gesetz auch jene, die "den Staatspräsidenten verleumden". Die Entscheidung über staatliche Hinrichtungen außerhalb der geltenden Gesetze fällt demnach allein der Präsident.
Nun hat der amerikanische Präsident auch schon Leute ermordet wie Bin Laden und andere und braucht offenbar dafür nicht einmal ein besonderes Gesetz. Er schickt dazu einfach manchmal seine Drohnen oder Soldaten und wenn Lafontaine ihn richtig zitiert hat, hat er auch gesagt: ich bin gut im Töten.
Wie auch immer: Die Herren und Damen in vielen Regierungen haben oft genug Dreck am Stecken und das nicht wenig. Im Westen wird aber immer nur vom Rechtsstaat gesprochen und der würde im Falle von Terroristen eine Anklage voraussetzen. Macht man aber oft nicht, man macht es wie es möglicherweise auch in Rußland gemacht wird. Wobei man in dem jetzigen Falle bisher gar nichts über die Hintergründe weiß. Wenn schon die Hells Angels für einige zig tausend Euro Auftragsmörder bestellen können, wie leicht wird es dann für einen Geheimdienst sein, das zu bewerkstelligen und unliebsame Zeitgenossen zu beseitigen. Der israelische ist auch bekannt für solche Taten und wenn er mal die Falschen erwischt, steht er nicht mal dafür gerade.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Fragesteller
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Fragesteller »

Recht plausibel, muss ich leider zugeben, kam mir die Argumentation der Bild-Zeitung :tuete: vor, die es bemerkenswert fand, dass das Täterauto ohne Nummernschild "seelenruhig" im perfekt überwachten Bereich vor dem Kreml herumfahren konnte. Das könnte ja in der Tat auf Kontakte zu den Sicherheitsorganen hindeuten. --Gut, andererseits erinnert man sich ja auch an den Eindringling ins Weiße Haus; Lücken gibt es immer.
Zuletzt geändert von Fragesteller am Dienstag 3. März 2015, 10:03, insgesamt 1-mal geändert.

Fragesteller
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Fragesteller »

Torsten hat geschrieben: Die Frage ist: Herrscht unter Putin ein politisches Klima, in dem solche Morde begünstigt werden, und wenn ja: Warum?
Ich sage: Ich kenne Russland zu wenig und die Befindlichkeiten dort. Ich kann nur spekulieren. Möglicherweise sorgt die Präsidentschaft Putins für solch ein Klima. Und das warum des Mordes ergibt sich aus der jüngeren Geschichte, aus dem millionenfachen Elend der Zeit des "Umbruchs", und dem daraus erwachsenen Zorn. Der bei "gewissen Elementen", die ihre Bestätigung aus der Person Putins schöpfen, zu solchen Taten führen kann.
Ein "Klima" ermordet doch niemanden. Das war kein Lynchmord oder sonst spontaner Zornausbruch, sondern ein anspruchsvolles Attentat, das wer auch immer geplant hat.

Tritonus
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Tritonus »

Fragesteller hat geschrieben:Recht plausibel, muss ich leider zugeben, kam mir die Argumentation der Bild-Zeitung :tuete: vor, die es bemerkenswert fand, dass das Täterautor ohne Nummernschild "seelenruhig" im perfekt überwachten Bereich vor dem Kreml herumfahren konnte. Das könnte ja in der Tat auf Kontakte zu den Sicherheitsorganen hindeuten. --Gut, andererseits erinnert man sich ja auch an den Eindringling ins Weiße Haus; Lücken gibt es immer.
Hmmm, die Sache mit der Überwachung halte ich für wenig plausibel. Die Brücke, auf der der Mord geschehen ist, kenne ich recht gut. Sie ist eine der Hauptverkehrsadern in die Innenstadt und kann in beiden Richtungen vierspurig befahren werden. An jedem Werktag wälzen sich da wer-weiß-wieviele zigtausend Autos und auf den Randstreifen tausende Fußgänger drüber, eine endlos scheinende, erst an den Abenden oder zum Wochenende langsam abnehmende Kolonne. Wie soll man dort jemanden überwachen, und dann auch noch "perfekt"? Oft steht man gerade dort bzw. an den Ufern der Moskwa, unmittelbar an der Kremlmauer, in einem kilometerlangen Stau. (Allein die Stadt Moskau hat etwa so viele Einwohner wie das gesamte Ruhrgebiet, dazu kommen täglich noch die Pendler aus dem Umland.)

Bild

Von einem "perfekt überwachten Bereich" rund um den Kreml kann m.E. überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil ... jetzt, wo Du's ansprichst: Nicht nur in Berlin rund um den Reichstag, sondern in jedem deutschen Kaufhaus und in jeder Fußgängerzone fühle ich mich um ein Vielfaches gründlicher (kamera-)überwacht als in unmittelbarer Nähe des Kremls. Oder umgekehrt ausgedrückt und auf diesen Mordfall bezogen: Das Risiko, gerade im Moskauer Zentrum in einem Auto mit einem gefälschten oder auch ganz ohne Nummernschild aufzufallen bzw. von der Polizei angehalten zu werden, ist wahrscheinlich wesentlich geringer als in jedem deutschen Dorf.

P.S. Im Gegensatz zum Weißen Haus muss man kein "Eindringling" sein, um in den Kreml hineinzukommen. Man kauft einfach eine Eintrittskarte wie all die anderen Touristen auch, und schon ist man drin. :umkuck:

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Ewald Mrnka
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Ewald Mrnka »

"Nur ein Gedanke zur Ermordung des russischen Politikers Boris Nemzow: Der tote Nemzow schadet Putin weit mehr, als es der lebende je fertiggebracht hätte."

Quelle:
http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Niels
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Niels »

Ewald Mrnka hat geschrieben:"Nur ein Gedanke zur Ermordung des russischen Politikers Boris Nemzow: Der tote Nemzow schadet Putin weit mehr, als es der lebende je fertiggebracht hätte."

Quelle:
http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna
Eben.
Nie vergessen: Cui bono?

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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Fragesteller »

Naja, dann halten Westfreunde dagegen (weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe), Putin sei das dadurch beschädigte Ansehen im Westen egal, es gehe darum, im eigenen Land ein Exempel zu statuieren. Klingt auch plausibel. Gut möglich, dass Ihr trotzdem recht habt, aber so einfach nachweisen lässt sich das m. E. nicht.

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Ewald Mrnka
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Ewald Mrnka »

Niels hat geschrieben:
Ewald Mrnka hat geschrieben:"Nur ein Gedanke zur Ermordung des russischen Politikers Boris Nemzow: Der tote Nemzow schadet Putin weit mehr, als es der lebende je fertiggebracht hätte."

Quelle:
http://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna
Eben.
Nie vergessen: Cui bono?
Eben.

Boris Nemzow hat übrigens erst durch seinen Tod für ganz kurze Zeit etwas an Bedeutung gewonnen; in ein paar Tagen hat sich der Sturm im Wasserglas gelegt, und man wird neue Säue finden, die sich durchs Dorf treiben lassen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Rumkugel
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Rumkugel »

-> http://lepenseur-lepenseur.blogspot.de/ ... ossen.html

So kugeln die Journaliste mit der Wahrheit rum.
Wenn um Rumkugeln Rumkugeln rumkugeln,
kugeln um Rumkugeln Rumkugeln rum.

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Niels
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Niels »

Hm... http://www.stern.de/politik/ausland/wo- ... 79884.html

Ich wünsche Herrn Putin jedenfalls ein langes und gesundes Leben... :ja:

Lilaimmerdieselbe
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe »

Das tun auch die meisten seiner Feinde im Westen. Dass Russland nach ihm stabiler wird, wagt niemand zu hoffen. Wer dann Verfügungsmacht über die Atomwaffen hat, kann einem wirklich Angst machen.

Fragesteller
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Fragesteller »

Fragesteller hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben: Die Frage ist: Herrscht unter Putin ein politisches Klima, in dem solche Morde begünstigt werden, und wenn ja: Warum?
Ich sage: Ich kenne Russland zu wenig und die Befindlichkeiten dort. Ich kann nur spekulieren. Möglicherweise sorgt die Präsidentschaft Putins für solch ein Klima. Und das warum des Mordes ergibt sich aus der jüngeren Geschichte, aus dem millionenfachen Elend der Zeit des "Umbruchs", und dem daraus erwachsenen Zorn. Der bei "gewissen Elementen", die ihre Bestätigung aus der Person Putins schöpfen, zu solchen Taten führen kann.
Ein "Klima" ermordet doch niemanden. Das war kein Lynchmord oder sonst spontaner Zornausbruch, sondern ein anspruchsvolles Attentat, das wer auch immer geplant hat.
Anders verhält es sich freilich mit folgenden Ereignissen:
taz.de hat geschrieben: So zeigte der russische Sender NTW einen Clip mit dem Titel „Die Patrioten erteilen den Menschenrechtsanwälten eine Lektion“. Darin stürmen undefinierbare Leute ein NGO-Büro, richten ein Chaos an und ziehen den Mitarbeitern Plastiktüten über den Kopf. [...] Nachrichten von russisch-orthodoxen Aktivisten, die irgendwo eindringen, Sachen zerstören und Menschen jagen, gehören mittlerweile zum Alltag. 2011 wurde auf das Autodach von Nemzow eine Toilettenschüssel geworfen. Als er als Bürgermeister für Sotschi kandidierte, schüttete ihm jemand Ammoniak ins Gesicht. Seine privaten Telefonate wurden während der Proteste im Winter 2011 im Sender Life News veröffentlicht. Niemand wurde zur Rechenschaft gezogen.
Was ist hier zur Verteidigung des putinaffinen "Klimas" zu sagen? Ist das wahr, was hier berichtet wird? Ist die Allianz dieser Gewalttäter mit der gegenwärtigen Regierung tatsächlich so eng? Wenn ja, könnte ich die putinfeindliche Positionierung der hiesigen Medien wieder deutlich besser nachvollziehen.

Tritonus
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Tritonus »

@Fragesteller

Der Autor des Originalartikels, Alexandr Baunow, ist Chefschreiber bei der Moskauer Zweigstelle des US-Thinktanks "Carnagie Endowment" mit Hauptsitz in Washington D.C. Er verfasste den Originalartikel im Februar auf Russisch und veröffentlichte ihn am 28.2. auf carnagie.ru. Dort steht er auch auf Englisch. Hat ja ganz schön lange gedauert, ihn den taz-Lesern als brandaktuelles Lesefutter auf Deutsch zur Verfügung zu stellen. ;D

Ich habe mir aus dem Artikel mal eine einzige kurze Passage rausgepickt. (Die habe ich gewählt, weil mich der Inhalt schon ein bisschen an die "antifaschistischen Hausbesuche" und gesponsorten gewaltsamen "Gegendemonstrationen" mit obligatorischem Medienjubel erinnert, die in letzter Zeit in Deutschland in Mode gekommen sind.) Die Passage lautet in der taz:
So zeigte der russische Sender NTW einen Clip mit dem Titel „Die Patrioten erteilen den Menschenrechtsanwälten eine Lektion“. Darin stürmen undefinierbare Leute ein NGO-Büro, richten ein Chaos an und ziehen den Mitarbeitern Plastiktüten über den Kopf.
Im Original besteht diese Passage aus einem einzigen Satz:
По НТВ показывают сюжет «Патриоты проучили правозащитников», где какие-то люди врываются в офис, сбрасывают со столов бумаги и надевают присутствующим на голову полиэтиленовые пакеты.

( http://carnegie.ru/215/2/28/%D1%83%D ... D%B/i33b )
Zuerst fällt auf, dass bei der Übersetzung dieses willkürlich herausgepickten einzelnen Satzes einige unwesentliche Details für die taz-Leser geändert bzw. frei dazuerfunden wurden:
1. Das Wort "undefinierbar" fehlt im Originaltext.
2. Aus dem Originaltext "werfen Papiere von Tischen herunter" wurde in der taz "richten ein Chaos an".
3. "Anwälte", egal welcher Art, kommen im Original überhaupt nicht vor.
4. Von "NGO" ist im Original keine Rede, von "Mitarbeitern" auch nicht. Na ja, eigentlich kann von einer Übersetzung keine Rede mehr sein ...

Es handelt sich wie gesagt nur um ein paar Kleinigkeiten in diesem Satz. :roll: Wahrscheinlich muss ja die arme Übersetzerin der taz-Redaktionsleitung auch irgendwie ihre ideologische Zuverlässigkeit und ihren Eifer demonstrieren; da bietet es sich doch geradezu an, einfach ein paar Worte hinzuzufügen, erstens weil Übersetzer pro Zeile bezahlt werden, und zweitens um einen etwas zu schlaffen Originaltext im Zuge des Übersetzungsvorgangs gleich mal ein bisschen auf Linie zu bringen, vor allem auch so, dass der deutsche Leser keinesfalls Assoziationen an die Zustände bekommt, die inzwischen in seinem eigenen Land herrschen.

Wesentlich erscheint mir hingegen, dass der angebliche Titel der NTW-Sendung -- "Die Patrioten erteilen den Menschenrechtsanwälten eine Lektion" bzw. «Патриоты проучили правозащитников» -- in keiner einzigen Suchmaschine auftaucht, weder bei Google noch bei Yandex noch sonstwo. Wenn ich den Titel als Suchbegriff eingebe, erhalte ich nur jeweils einen einzigen Treffer: den taz-Artikel, der die Existenz einer solchen Fernsehsendung behauptet, bzw. der russischsprachige Originalartikel aus dem US-Thinktank.
(Falls jemand mehr findet, bitte melden. Mich würde vor allem ein Video brennend interessieren. Das wäre doch der absolute Kracher und würde es locker bis in unsere Nachrichtensendungen schaffen. Falls es jemals existiert hat.)

Fragesteller
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Fragesteller »

Danke. Die Abweichungen lassen sich m. E. teils wegdiskutieren, aber die Nichtexistenz des Videos ist interessant. Wenn die wirklich mit solchen Tricks arbeiten ... Allerdings: das russische Publikum wird sich davon wohl kaum täuschen lassen, oder? Soll die russische Fassung nur die Glaubwürdigkeit der Übersetzungen steigern, oder was bezweckt das?

Tritonus
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Tritonus »

:achselzuck: Keine Ahnung. Irgendwas wird bei den Lesern schon hängenbleiben, wenn man es nur oft genug wiederholt ...

Es sind einfach immer die gleichen Textbausteine, die je nach Bedarf neu zusammengestellt oder auch weggelassen werden können. Ob davon irgendetwas stimmt und/oder die zweitrangige Frage, ob das Zeugs richtig übersetzt wird, ist doch unerheblich. Hauptsache, die grobe Richtung passt ins Redaktionskonzept. Baunows Lieblingsthema (die Pussy-Riot-Heldenlegende natürlich -- was sonst?), das er im Originalartikel selbstverständlich auch noch mal kurz streift, fällt beispielsweise in der taz-"Übersetzung" gleich komplett weg, ohne dass die propagandistische Gesamtaussage irgendwie darunter leidet.

(Und -- wie gesagt -- ich kann ja, wie die meisten anderen Leser solcher Artikel, erst einmal nicht ausschließen, dass es eine solche Sendung im russischen Fernsehen wirklich gegeben hat. Ich kann nur keine Spur davon finden. Und das ist doch merkwürdig, weil eine solche Sendung ja ein gefundenes Fressen für all jene sein müsste, die die Einschüchterug der Opposition in Russland beweisen wollten.)

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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Yeti »

Brief-Diplomatie: Putin schrieb Altkanzler Kohl wegen der Ukraine-Krise Entweder werden die sanktionsgeplagten Oligarchen Putin unangenehm oder es steckt wirklich was Ernstes dahinter. Auf jeden Fall ist es eine Ohrfeige für Merkel. Oder für Steinmeier - je nachdem, wie man's sieht.
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Juergen
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Juergen »

Yeti hat geschrieben:Brief-Diplomatie: Putin schrieb Altkanzler Kohl wegen der Ukraine-Krise Entweder werden die sanktionsgeplagten Oligarchen Putin unangenehm oder es steckt wirklich was Ernstes dahinter. Auf jeden Fall ist es eine Ohrfeige für Merkel. Oder für Steinmeier - je nachdem, wie man's sieht.
Ein Schreck fährt durch die Glieder,
denn Helmut ruft: „Da bin ich wieder!“
Gruß Jürgen

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Isidor_von_Sevilla
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Re: Was tut sich in Rußland?

Beitrag von Isidor_von_Sevilla »

Offensichtlich soll der Wirtschaftskrieg intensiviert werden:
AFP hat geschrieben:Moskau droht Ländern bei Kontensperrungen mit Gegenmaßnahmen
Russische Vermögenswerte wegen Yukos-Streits eingefroren

Nach der Sperrung russischer Konten im Streit mit früheren Aktionären des Ölkonzerns Yukos hat Russland allen Ländern mit Gegenmaßnahmen gedroht, die russische Vermögenswerte einfrieren. «Wer es wagt, das zu tun, muss verstehen, dass es Vergeltungsmaßnahmen geben wird», sagte der russische Vizeaußenminister Wassili Nebenzia laut der Nachrichtenagentur
Interfax. Außenminister Sergej Lawrow sagte seinerseits, die «Gegenseitigkeit» sei in dieser Angelegenheit «unvermeidlich». Dies sei die Verfahrensweise in den internationalen Beziehungen.
Das russische Außenministerium hatte am Donnerstag erklärt, Belgien habe die Konten der russischen Botschaft sowie von Russlands Missionen bei der EU und der Nato eingefroren. Wie der Yukos-Mehrheitsaktionär GML mitteilte, wurden auch in Frankreich russische Konten in 40 Banken gesperrt sowie «acht oder neun Immobilien». Laut dem GML-Direktor Tim Osborne betrifft dies Vermögenswerte der Regierung, nicht aber aus dem diplomatischen Bereich.
Die Kontensperrungen gehen auf ein Urteil des internationalen Schiedsgerichts in Den Haag von Juli 2014 zurück. Das Gericht hatte Russland dazu verurteilt, ehemaligen Yukos-Aktionären Entschädigungen von insgesamt 50 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro) zu zahlen. Die Aktionäre hatten vor dem Gerichtshof wegen Zwangsenteignung geklagt. Yukos war in einem undurchsichtigen Auktionsverfahren an russische Staatsunternehmen um den Energiekonzern Rosneft verkauft worden.
Russland reagierte am Donnerstag erbost auf die Sperrung der Konten in Belgien. Es handele sich um eine «grobe Verletzung der Normen des Völkerrechts», kritisierte das Ministerium und drohte mit Gegenmaßnahmen. Zudem wurde der belgische Botschafter Alex Van Meeuwen in Moskau einbestellt, um ihm den Protest der Regierung mitzuteilen. Moskau lehnt eine Entschädigung der ehemaligen Aktienbesitzer mit der Begründung ab, dass die Gerichtsentscheidung unrechtmäßig sei.
Laut dem GML-Direktor Osborne wird derzeit auch in Großbritannien und den USA die Sperrung von Konten vorbereitet. Weitere Länder würden folgen. Der frühere Yukos-Chef und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski begrüßte auf Twitter die Einfrierung der Vermögenswerte. Chodorkowski war nach Kritik an der Politik des Kreml zu langen Haftstrafen verurteilt worden, Ende 2013 aber von Russlands Präsident Wladimir Putin begnadigt worden. Er lebt heute in der Schweiz.
Es gibt auch solche, die wohl die Sprache verehren, nicht aber DAS WORT anbeten!

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