Irak

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Fichtel-Wichtel
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Irak

Beitrag von Fichtel-Wichtel »

Die Wahlbeteiligung von 60% war recht erstaunlich. Auch die Freudenausbrüche der Iraker waren sehr erfreulich.
Den Ölscheichs und den übrigen arabischen Herrschern scheint es die Sprache verschlagen zu haben!

Gruß,
Elisabeth


Konnte keinen direkten IRAK-Thread finden, falls es den bereits gibt, kann bitte"fusioniert" werden. Danke!

Uwe Schmidt
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Beitrag von Uwe Schmidt »

Verwundert eigentlich nicht weiter. Die schiitische Mehrheit, die unter Saddam immer unterdrückt war, wittert eben ihre Chance, an die Macht zu kommen.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Na, dann haben sich ja die vielen zehntausend Tote so richtig gelohnt. Die Amis sind und bleiben nun mal die beglückenden Freiheitsbringer aller unterdrückten Nationen.

Daß dabei auch Porzellan zu Bruch geht, muß hingenommen werden. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.

Zu Nebenwirkungen amerikanischer Befreiungskampagnen fragen sie bitte die ältere Bevölkerung von Hamburg & Dresden.

ad_hoc
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Beitrag von ad_hoc »

Zu Nebenwirkungen amerikanischer Befreiungskampagnen fragen sie bitte die ältere Bevölkerung von Hamburg & Dresden.


Lieber lasse ich mich von den Amerikanern befreien, als von den Russen oder den Moslems. Und Sie?
Übrigens meinten Sie nicht nur die Amerikaner im o. a. Beispiel, sondern auch die Engländer, oder nicht?

Solches unüberlegte anti-amerikanische Nach-Geschwafel geht mir ganz schön auf den Geist.

Darüber hinaus: In Kriegen gibt es grundsätzlich Ungerechtigkeiten. Nicht nur von den Amerikanern, sondern von allen beteiligten Völkern.

Gruß, ad_hoc
quidquid cognoscitur, ad modum cognoscentis cognoscitur (n. Thomas v. Aquin)

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Vor der Freiheit, zu der George Bush uns mit Feuer und Schwert befreien will, bewahre uns Gott.
Im übrigen schütze uns auch Wladimir Wladimirowisch.
Propter Sion non tacebo, | ſed ruinas Romę flebo, | quouſque juſtitia
rurſus nobis oriatur | et ut lampas accendatur | juſtus in eccleſia.

Uwe Schmidt
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Beitrag von Uwe Schmidt »

Für die Schiiten hat sich die amerikanische Invasion jedenfalls gelohnt. Da sie ohnehin die Mehrheit im Lande stellen, werden sie wohl das Land regieren, wobei sie aber natürlich immer Kompromisse mit den Amerikanern werden machen müssen. Nicht schmecken dürfte diesen wiederum, dass die geistliche Autorität der Schiiten SÎSTÂNÎ (der übrigens nie lacht, das muss so sein) aus dem Ostiran, eben aus dem Sîstân, kommt und mit Sicherheit zu den iranischen Mullahs halten wird. Es wird also auf jeden Fall spannend.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

wsws.org hat geschrieben:USA lügen und morden im Irak: Die Ermordung von Generalmajor Mowhoush


Von Barry Grey – 13. August 2005
(Aus dem Englischen – 5. August 2005)


Am Mittwoch vergangener Woche veröffentlichte die Washington Post einen Bericht über die Folterung und Ermordung eines gefangenen irakischen Generals der Republikanischen Garden im November 2003 durch das US-Militär. Der Artikel des Washington Post -Journalisten Josh White mit der Überschrift »Dokumente belegen brutale Improvisationen von GIs« zeigt auf der Grundlage von Militärgerichtsakten, Interviews und durchgesickerter vertraulicher Dokumente die brutale Behandlung und letztendliche Ermordung von Generalmajor Abed Hamed Mowhoush in allen Einzelheiten auf.

Das US-Militär hielt Mowhoush für eine zentrale Figur im bewaffneten Widerstand gegen die amerikanische Besatzung im nordwestlichen Irak. Im Verlauf seiner Befragung wurde er von irakischen Paramilitärs mit dem Kodenamen Scorpions, die mit den Verhörspezialisten der CIA und der Armee zusammenarbeiteten, immer wieder brutal geschlagen. Am 26. November 2003 wurde er von einem Vernehmungsoffizier und einem Wachsoldaten in einen Schlafsack gesteckt und mit einem Elektrokabel verschnürt. In diesem Schlafsack starb der General, während der Armeevernehmer auf ihm stand.

Es lohnt sich, den Anfang des Washington-Post-Artikels zu zitieren, der das Verbrechen in beklemmender Kürze schildert:

»Der irakische Generalmajor Abed Hamed Mowhoush gab seinen amerikanischen Bewachern nicht nach, und auch wiederholte heftige Prügel und kreative Verhörmethoden reichten nicht, um seinen Willen zu brechen. Am Morgen des 26. November 2003 ergriffen ein Vernehmer der US-Armee und eine Militärwache einen grünen Schlafsack, stopften Mowhoush hinein, umwickelten ihn mit einem Elektrokabel, legten ihn auf den Boden und begannen, ihn zu bearbeiten. Immer wieder.

Der 56-jährige Gefangene tat in diesem Schlafsack auf dem Boden des Verhörraum Nr. 6 in der Wüste des irakischen Westens mit gebrochenen Rippen seinen letzten Atemzug, während ein amerikanischer Soldat auf ihm stand. Zwei Tage vorher hatte eine von der CIA unterstützte Gruppe irakischer Paramilitärs in Zusammenarbeit mit Verhörspezialisten der Armee Mowhoush mit Fäusten, einem Knüppel und einem Gummischlauch bewusstlos geprügelt, wie Geheimdokumenten zu entnehmen ist.«

Der Artikel der Washington Post [weiter]
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Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Lassen wir doch mal den Antichristen, den Satanas, selbst zu Wort kommen:
http://www.whitehouse.gov/infocus/iraq/part4.html

Vielleicht auch noch das:
http://neweuropean.grabinski.ch/2005/07 ... -irak-lebt

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Den Washington Post Artikel gibt's auch online. Man muß sich er allerdings kostenlos registrieren.


(Wenn wer 550,-USD übrig hat, könnte man ihn hier auch komplett veröfffentlichen) :roll:
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
wsws.org hat geschrieben:USA lügen und morden im Irak: Die Ermordung von Generalmajor Mowhoush
Schlimm, Robert, wirklich schlimm.
Aber das kann doch nur den überraschen, der glaubt, die US-Army wäre die Schweizer Garde oder eine Gruppe christlicher Missionare, oder die GI's wären zum Datteln- und Falaffelessen in den Irak geflogen. Wer da schon immer realistischer war, wundert sich über nichts mehr.
Zum Glück bin ich ein unverbesserlicher Realist!

Wirst Du demnächst auch über die Lügen und Morde des Saddam-Regimes berichten? Wirst Du berichten, wie unschuldige Menschen im Irak gefoltert und geschlachtet wurden und nicht ein General der Republikanischen Garden? Wirst Du davon berichten, wie die "Widerstandskämpfer" bei den Wahlen im Irak geistig Behinderten Sprengstoff umgehängt haben, sie in ein Wahllokal schickten und die Bombe dann fernzündeten? Wirst Du berichten, wie kriminelle Islamisten in eine Gruppe Kinder fahren und ein Blutbad anrichten? Wirst Du davon berichten, dass die "Gotteskrieger" Hunden Sprengstoff umhängen und den dann zünden, wenn das Tier in eine Gruppe Menschen läuft?

Ich weiß, Robert, Du wirst es tun, denn Du lässt Dir nicht vorwerfen, Du habest über einen General der Republikanischen Garden, der solcherart im "Widerstand" gewirkt hat, Krokodilstränen geweint!

BerndH
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Beitrag von BerndH »

Tacitus hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
wsws.org hat geschrieben:USA lügen und morden im Irak: Die Ermordung von Generalmajor Mowhoush
Schlimm, Robert, wirklich schlimm.
Aber das kann doch nur den überraschen, der glaubt, die US-Army wäre die Schweizer Garde oder eine Gruppe christlicher Missionare, oder die GI's wären zum Datteln- und Falaffelessen in den Irak geflogen. Wer da schon immer realistischer war, wundert sich über nichts mehr.
Zum Glück bin ich ein unverbesserlicher Realist!

Wirst Du demnächst auch über die Lügen und Morde des Saddam-Regimes berichten? Wirst Du berichten, wie unschuldige Menschen im Irak gefoltert und geschlachtet wurden und nicht ein General der Republikanischen Garden? Wirst Du davon berichten, wie die "Widerstandskämpfer" bei den Wahlen im Irak geistig Behinderten Sprengstoff umgehängt haben, sie in ein Wahllokal schickten und die Bombe dann fernzündeten? Wirst Du berichten, wie kriminelle Islamisten in eine Gruppe Kinder fahren und ein Blutbad anrichten? Wirst Du davon berichten, dass die "Gotteskrieger" Hunden Sprengstoff umhängen und den dann zünden, wenn das Tier in eine Gruppe Menschen läuft?

Ich weiß, Robert, Du wirst es tun, denn Du lässt Dir nicht vorwerfen, Du habest über einen General der Republikanischen Garden, der solcherart im "Widerstand" gewirkt hat, Krokodilstränen geweint!
Aus Deinen Vergleichen spricht der wahre Humanismus, nicht war?
Natürlich muss man Misshandlungen gegen amerikanische Gefangene und Verstöße gegen das Menschenrecht relativeren, wenn es Menschen (?) betrifft, die einem inhumanen und menschenverachtenden Regime angehören! Sonst wüsste man
ja gar nicht mehr, von welcher Form der Demokratie und Freiheit man beglückt werden soll.

Bernd

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Im Zeitalter der Humanität & Demokratie hat man offenbar die Fähigkeit verloren, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Heute ist es entscheidend, auf welcher Seite man steht und zu welcher Partei man zählt.

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Juergen
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Beitrag von Juergen »

Tacitus hat geschrieben:....
Nun Tacitus, du hast es ja selbst angedeutet, wennauch wohl nicht ganz ernst gemeint, aber man erwartet doch wohl von einer "Weltpolizei", die für sich den Anspruch erhebt Recht, Ordnung und Demokratie zu schaffen, daß sie sich auch selbst entsprechend verhält.

Daß das Saddam-Regime schlimme und vielfach menschenverachtend war, darüber braucht man nicht zu streiten; ebensowenig darüber, daß Attentate und Anschläge auf Unschuldige aufs schäfste zu verurteilen sind.

Aber das Unrecht, das die einen tun, kann doch nicht Legitimation dafür sein, daß andere ihnen mit "gleicher Münze" vergelten und ebenfalls Unrecht tun.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ewald hat geschrieben:Im Zeitalter der Humanität & Demokratie hat man offenbar die Fähigkeit verloren, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Heute ist es entscheidend, auf welcher Seite man steht und zu welcher Partei man zählt.
Das allerdings war vor achthundert Jahren schon nichts anders im christlichen Abendlande. Am unmittelbarsten und eindringlichsten an der Geschichte der italienischen Kommunen zu studieren.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Jürgen hat geschrieben:Daß das Saddam-Regime schlimme und vielfach menschenverachtend war, darüber braucht man nicht zu streiten; ebensowenig darüber, daß Attentate und Anschläge auf Unschuldige aufs schärfste zu verurteilen sind.
Die terroristischen »Attentate und Anschläge auf Unschuldige« haben allerdings nichts mit Saddam Hussein und seinen möglicherweise verbliebenen Anhängern zu tun, sondern sind erst eine Folge des britisch-amerikanischen Angriffs und der nachfolgenden Okkupation, indem nämlich Terroristen genau aus jenen Kommandostrukturen einsickerten, welche die angelsächsischen Dienste im Verein mit dem pakistanischen einst selbst zum Kampf gegen die sowjetische Armee in Afghanistan aufgebaut, ausgebildet und ausgerüstet haben.

Natürlich rekrutieren diese Kommandostrukturen mittlerweile Verzweifelte und Extremisten aus aller muselmanischen Herren Ländern, auch aus dem Irak selbst. Dazu trägt die katastrophale Situation im Lande ihr Teil bei. Denn anders, als uns mancher seinen Anweisungen folgende Tintenkleckser unserer Presse weismachen will, ändert sich keineswegs alles zum Guten oder wenigstens Beßren. Die Zustände sind katastrophal, Wirtschaft und Recht sind gleichermaßen zusammengebrochen.

Es herrscht Arbeitslosigkeit, die alles, was wir Anfang der dreißiger Jahre kannten, in den Schatten stellt. Es regiert Anarchie, es regieren kriminelle Banden, der Staat ist ohne Macht, der ehrliche Bürger leidet, wird ausgepreßt, beraubt, entführt. Die Besatzungsarmeen? Die kümmert’s nicht. Sie müssen sich ja drum kümmern, daß Uncle Dick’s Halliburton noch ein paar weitere Milliarden einstreicht.
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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Ewald hat geschrieben:Im Zeitalter der Humanität & Demokratie hat man offenbar die Fähigkeit verloren, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Heute ist es entscheidend, auf welcher Seite man steht und zu welcher Partei man zählt.
Das allerdings war vor achthundert Jahren schon nichts anders im christlichen Abendlande. Am unmittelbarsten und eindringlichsten an der Geschichte der italienischen Kommunen zu studieren.
Ich meine (belegen kann ich es in der Kürze nicht), daß man vor der Aufklärung wenigstens ein Gewissen, ein Bewußtsein von Sünde hatte. Das ist vorbei. Heute ist man, wenn man auf der "richtigen" Seite steht, selbst Gewissen. Wenn man aber Gewissen ist, dann braucht man kein Gewissen zu haben.

Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

BerndH hat geschrieben:Natürlich muss man Misshandlungen gegen amerikanische Gefangene und Verstöße gegen das Menschenrecht relativeren, wenn es Menschen (?) betrifft, die einem inhumanen und menschenverachtenden Regime angehören!
Ich habe nichts relativiert, BerndH. Ich verurteile Menschenrechtsverletzungen in jeder Form, begangen von wem auch immer.
Immerhin bezeichnest Du Saddams Regime als inhuman und menschenverachtend. Das ist ja schon mal was.

Wie wär's, wenn Du meine Beiträge ernst nehmen würdest?

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Amis, sharon & Saddam & Co - zwei Seiten einer Medaille

Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Juergen hat geschrieben:... man erwartet doch wohl von einer "Weltpolizei" ...
Das nenne ich "sich selbst auf den Leim gehen", Juergen. "Weltpolizist" ist ein für die USA pejorativ verwendeter Ausdruck von denen, die in den USA das schlechthin Böse sehen, nicht aber eine Selbstbezeichnung der Amis. Völker sind keine Polizisten oder sonstwas, Völker - der Spruch ist allseits bekannt - haben Interessen. Die Frage ist nur welche und werden sie dem eigenen Anspruch auch gerecht.
Im ureigensten Interesse der USA - und en passant auch unserer - steht es, demokratisches Gedankengut und freien Handel zu unterstützen. Werden sie diesem selbstgesetzten Anspruch nicht gerecht, sind sie zu kritisieren.

Der Ausdruck "Weltpolizist" führt in die Irre.

Dem Rest Deines Beitrages, lieber Juergen, stimme ich zu.

Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Die Besatzungsarmeen? Die kümmert’s nicht. Sie müssen sich ja drum kümmern, daß Uncle Dick’s Halliburton noch ein paar weitere Milliarden einstreicht.
Es ist schwieriger ein Vorurteil, als ein Atom zu zerstören.
Einstein, Albert, Mathematiker und Physiker (1879 - 1955)

BerndH
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Beitrag von BerndH »

Tacitus hat geschrieben:
BerndH hat geschrieben:Natürlich muss man Misshandlungen gegen amerikanische Gefangene und Verstöße gegen das Menschenrecht relativeren, wenn es Menschen (?) betrifft, die einem inhumanen und menschenverachtenden Regime angehören!
Ich habe nichts relativiert, BerndH. Ich verurteile Menschenrechtsverletzungen in jeder Form, begangen von wem auch immer.
Immerhin bezeichnest Du Saddams Regime als inhuman und menschenverachtend. Das ist ja schon mal was.

Wie wär's, wenn Du meine Beiträge ernst nehmen würdest?
Die Tatsache, dass ich antworte ziegt, dass ich Deinen Beitrag ernst nehme. Ich gehe mal davon aus, dass Du ein wenig missvertändlich formuliert hast und ich darauf dann angesprungen bin!
OK?

Bernd

Ragnar
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Beitrag von Ragnar »

Tacitus hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Die Besatzungsarmeen? Die kümmert’s nicht. Sie müssen sich ja drum kümmern, daß Uncle Dick’s Halliburton noch ein paar weitere Milliarden einstreicht.
Es ist schwieriger ein Vorurteil, als ein Atom zu zerstören.
Einstein, Albert, Mathematiker und Physiker (1879 - 1955)
Die Amis einfach als "Besatzungsarmee abzutun, ist recht einfach.
Auch wenn ich gegen den Einmarsch der USA und derer Verbündeter war,
so ist es nur richtig, dass nun, nach erfolgtem Einmarsch, die US-Armee im Lande bleibt,
solange bis sich eine Regierung, ein System gebildet hat,
das den Weg in die Demokratie einnehmen kann
(denn ohne die "Besatzungsarmee wäre Saddam schonlange wieder im Amt).
Das schlechte Beispiel Bush sen. wäre sofort in Erinnerung,
und liesse die verbleibenen Saddam Anhänger wieder erstarken.
Ob sich "Uncle Dick's Halliburton" ein paar Milliarden einstreicht,
oder sich deutsche Industrielle bei dem Verkauf von irgend welchen Giftgasstoffen bereichern...

und dem lieben Ewald:
bei aller Kritik an den Amerikanern,
sind sie in keiner Weise mit Saddam auf eine Stufe zu stellen!
Dein Antiamerikanismus lässt selbst Kritik Robert Ketelhohns verblassen.

(dass ich mal die us-administration in schutz nehmen würde,
habe ich mir auch nicht träumen lassen) :ikb_angel_not:

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Tacitus hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Die Besatzungsarmeen? Die kümmert’s nicht. Sie müssen sich ja drum kümmern, daß Uncle Dick’s Halliburton noch ein paar weitere Milliarden einstreicht.
Es ist schwieriger ein Vorurteil, als ein Atom zu zerstören.
Einstein, Albert, Mathematiker und Physiker (1879 - 1955)
Wie wahr, wie wahr.
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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Tacitus hat geschrieben:Das nenne ich "sich selbst auf den Leim gehen", Juergen. "Weltpolizist" ist ein für die USA pejorativ verwendeter Ausdruck von denen, die in den USA das schlechthin Böse sehen, nicht aber eine Selbstbezeichnung der Amis.
[/color]
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Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Drei Selbstmordattentäter haben heute in Bagdad mindestens 60 Menschen getötet und 75 Menschen verletzt. :cry:

http://www.welt.de/data/2005/08/17/761370.html

Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Grade gefunden. Aus dem Jahr 2003, aber heute noch genauso lesenswert wie damals.
DER IRAK ? - DAS SIND WIR !
Offener Brief der irakischen Opposition an die Menschen in Deutschland

Deutschland spricht vom Frieden. - Von unserem nicht. Seit 30 Jahren kennen wir keinen Frieden. Wohl aber zwei Kriege mit Millionen Toten. Das Regime, das wir bekämpfen, hat unsere Menschen mehrfach wie Insekten behandelt und mit Giftgas besprüht. Über 4 Millionen Menschen ins Exil gezwungen. Hunderttausende zwangsumgesiedelt und vertrieben. Allein in Irakisch Kurdistan zerstörte Saddam Hussein 4000 Dörfer. 182 000 Menschen sind spurlos verschwunden. Der unendlich andauernde, nie beendete Terror des Ba'th-Regimes richtete sich nicht nur nach außen, sondern vor allem auch nach innen.

Die unabhängige französische Menschenrechtsorganisation "Alliance Internationale pour la Justice" (AIJ) präsentiert die Liste jener Verbrechen, die im Irak seit Saddams Machtergreifung begangen wurden: Eine Million Tote, also 5 % der Bevölkerung, seien - kriegs- und embargounabhängig - seit 1979 dem Regime zum Opfer gefallen. Weitere 1,5 Mio. Menschen wurden zwangsweise innerhalb des Landes "umgesiedelt". Nicht zu vergessen die gewaltsame Trockenlegung der Marschgebiete des Flüsse-Deltas im Süden, als eines der größten ökologischen Verbrechen moderner Zeit. Dieser Terror ohne Ende findet tägliche Fortsetzung in der Zwangsvertreibung der Kurden in den vom Regime kontrollierten Gebieten nahe Kirkuk. In andauernden Militäroperationen gegen die Schiiten im Süden. Gipfelte allein in den vergangenen drei Jahren in der Enthauptung von mehreren hundert Frauen als angebliche "Prostituierte" und in den staatlich verordneten chirurgischen Amputationen der Zungen sogenannter Staatsfeinde.

Alle diese Verbrechen wurden von Europa und in den Ländern des Westens übersehen, geleugnet und überhört. Keine Friedensbewegung ging deshalb auf die Straße. Nicht einmal als beweisbar wurde, daß deutsche Waffen und Giftgastechnologie zu unserer Vernichtung geliefert worden waren, erhob sich Protest. Keine Delegation von Kirchenleuten oder Politikern besuchte das vernichtete Halabja. Unsere Opfer erfuhren bis auf diesen Tag keine Rehabilitation, oder Entwicklungshilfe. Niemand unterstützte uns bei unserem Kampf gegen die andauernde Diktatur. Gegen Krieg und Unterdrückung.
...
Es lohnt sich, den ganzen Brief zu lesen!
http://www.wadinet.de/news/iraq/nw1318_ ... indwir.htm

Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Die Demokratisierung des Irak schreitet voran.

Der Verfassungskonvent hat den neue Verfassungsentwurf verabschiedet. Leider haben einige Sunniten dagegen gestimmt.
http://www.netzeitung.de/spezial/irak/355139.html
Hoffentlich entwickelt sich im Irak jetzt bald mehr politische Stabilität und wirtschaftliche Prosperität.

Leider ist es aber irrig zu meinen, Terroristen, die glauben, durch das Abschlachten von Menschen eine islamische Diktatur errichten zu können, würden sich davon beeindrucken lassen. Wer verliert schon gerne seinen todsicheren Arbeitsplatz.

Tacitus
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Beitrag von Tacitus »

Sieh da, meine Hoffnung vom 28.08.05 hat nicht ganz getrogen: Irak hat die Verfassung angenommen, wenn auch - leider, leider - ohne die volle Zustimmung der Sunniten.
http://www.welt.de/data/2005/10/25/793985.html

Ein schwacher Trost: Bayern hat das Grundgesetz zunächst auch abgelehnt - als einziges Bundesland, mit der Begründung, bayerische Interessen würden zu wenig berücksichtigt.
Und was ist heute draus geworden? Bayern ist das gebildetste und wirtschaftsstärkste Bundesland der Republik. Die Interessen Bayerns werden national zwar noch immer zuwenig berücksichtigt, aber wir sind heute stark genug, unsere Bedingungen diktieren zu können.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Der Irak wird keinen Frieden finden. Leider. Dabei ist es völlig unerheblich, ob er "demokratisch","autokratisch" oder womöglich theokratisch regiert wird. Die wirklichen Probleme und Ursachen sitzen tiefer und sie sind primär eben nicht auf den Irak beschränkt. Man muß die gesamte Region im Auge behalten und den Kampf um die Weltherrschaft.

Letzlich ist der Irak ein Nebenkriegsschauplatz von WKIII. Der 11.9. war dabei der Auftakt des großen Spiels, ähnlich wie der Prager Fenstersturz von 1618.

Ragnar
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Beitrag von Ragnar »

Tacitus hat geschrieben:Sieh da, meine Hoffnung vom 28.08.05 hat nicht ganz getrogen: Irak hat die Verfassung angenommen, wenn auch - leider, leider - ohne die volle Zustimmung der Sunniten.
http://www.welt.de/data/2005/10/25/793985.html

Ein schwacher Trost: Bayern hat das Grundgesetz zunächst auch abgelehnt - als einziges Bundesland, mit der Begründung, bayerische Interessen würden zu wenig berücksichtigt.
Und was ist heute draus geworden? Bayern ist das gebildetste und wirtschaftsstärkste Bundesland der Republik. Die Interessen Bayerns werden national zwar noch immer zuwenig berücksichtigt, aber wir sind heute stark genug, unsere Bedingungen diktieren zu können.
ich wusste es doch,
Baiern sind Araber :freude:

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Robert Ketelhohn
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Britische Besatzer liquidieren irakisches Kripo-Revier

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Irak: Britische Besatzer liquidieren irakisches Kripo-Revier

Ging es um die Befreiung eigener Sonderagenten?

Basra, 25.12.2006 (kreuzgang.org) – In Basra, der südirakischen Metropole am persischen Golf, spitzt sich die Konfrontation zwischen britischer Besatzungsarmee und dem von den Besatzern selbst installierten Marionettenrégime weiter zu.

Am frühen Weihnachtsmorgen stürmten britische Sondereinheiten den örtlichen Sitz einer irakischen Polizeiabteilung zur Bekämpfung von Schwerstkriminalität und befreiten 76 dort festgehaltene mutmaßliche Gewalt- und Schwerverbrecher. Nach Angaben des Sprechers der britischen Besatzungstruppe im Irak, Major Charles Burbridge, hätten Hinweise vorgelegen, die irakische Polizeieinheit sei im Begriff gewesen, Gefangene hinzurichten.

Bereits am Freitag hatten die Briten den Leiter der irakischen Polizeieinheit gefangengesetzt. Bei der Kommandoaktion am Weihnachtsmorgen wurden nicht nur die 76 Kriminellen befreit, sondern das gesamte Polizeigebäude mit schweren Waffen zerstört. Sieben Angehörige der irakischen Polizei, die offenbar heftige Gegenwehr leistete, wurden britischen Angaben zufolge getötet. Über Verluste auf britischer Seite verlautete zunächst nichts.

Die Lage in Basra ist angespannt, seit die irakische Polizei im September 2005 zwei getarnte Agenten des britischen SAS (Special Air Service) festgenommen hatte, die dabei waren, in der Stadt eine Autobombe zu placieren. Bereits damals hatte die britische Besatzungstruppe im Südirak in einer Kommandoaktion die beiden agents provocateurs aus dem Polizeigefängnis der eigentlich verbündeten irakischen Regierung befreit.

Nach Ansicht hochrangiger Experten dürfte es den Briten nun erneut um die Befreiung eigener Agenten gegangen sein. Die britische Angabe, die Hinrichtung einiger Inhaftierter habe kurz bevor gestanden, wird als durchaus plausibel angesehen. In Basra herrsche de facto ein verdeckter Krieg zwischen Besatzern und irakischen Autoritäten. Ein erheblicher Teil der Terroranschläge in der Region werde von den Geheimdiensten der Besatzungstruppen gesteuert oder selbst durchgeführt.
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Gott strafe England.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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