Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

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Siard
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Siard »

Caviteño hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 11:09
Wenn die Maskenpflicht sich nicht deutlich auf das Einkaufsverhalten auswirkt, so wie es bei Euch der Fall ist, bringt allerdings auch ein Gutschein nicht viel.
Nun, wenn er nichts nützt, so schadet er doch weniger. ;D
Caviteño hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 11:09
Ein befristeter Gutschein, beschränkt auf wichtige Dinge (welche sollen das sein?) wäre auch nicht leicht umsetzbar und könnte zu einem Strohfeuer führen.
Es bestände außerdem die Möglichkeit, die Aufwendungen des täglichen Bedarfs mit dem Gutschein zu bezahlen und sie so "einzusparen". Offensichtlich ist die Angst vor der Zukunft wohl so groß, daß alle aufschiebbaren Konsumwünsche zunächst in weiten Kreisen der Bevölkerung zurückgestellt werden.
Tatsächlich in erster Linie die Dinge des täglichen Bedarfs. Am Besten aus dem eigenen Land! (In Österreich darf man das noch sagen.)
Ein Strohfeuer wäre mMn besser, als nichts, hilfreich wäre es auch, wenn gewisse Politiker nicht ständig den Menschen absichtlich Angst machen würden.
Und wie gesagt, es gibt genug, die sich ein Aufschieben nur bedingt leisten können. Nachdem meine Waschmaschine eingegangen ist, mußte ich eine neue anschaffen. Meine Rücklagen sind jetzt deutlich geschrumpft und Arbeit habe ich dank Corona auch nicht. Ich würde mich extrem über mehr Geld freuen und es auch nutzen (da ich kein Schwabe bin und auch Lebensmittel deutlich teurer geworden sind).
Caviteño hat geschrieben:
Samstag 20. Juni 2020, 11:09
Ich bin im Augenblick nicht in D. und kann daher die Stimmung nur anhand der Äußerungen in den sozialen Medien einschätzen. Da wird allerdings häufig vor Lockerungen gewarnt und daß die Teilnehmer an den "Anti-Masken- oder -Corona-Demonstrationen" als "räächts" und "Coronaleugner" verunglimpft werden, kann man immer wieder lesen - twitter ist da schon ziemlich aufschlußreich....
Twitter hat allerdings im Wesentlichen einen Nutzerkreis, der kaum von Geldproblemen betroffen ist.
Die Verunglimpfungen spielen sich vorallem in Wien und ein paar großen Städten ab, für die Mehrheit in Österreich ist eher die Panikmache eines bestimmten Politikers interessant.
Ansonsten gilt für Ältere oft noch: Was sagt meine Partei.

Caviteño
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Caviteño »

In den USA wurde das durchgezogen, was hier diskutiert wird:

Meine Schwägerin (Rentnerin) hat jetzt einen Regierungsscheck über 1.000 USD erhalten, unsere Tochter mit ihrer Familie 3 x 1.200 = 3.600 USD.

Ich bin mal gespannt, welche Maßnahme (D oder USA) wirtschaftlich erfolgreicher sein wird. ;D

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Siard
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Siard »

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 04:12
Ich bin mal gespannt, welche Maßnahme (D oder USA) wirtschaftlich erfolgreicher sein wird. ;D
Wetten, das wir da einer Meinung sind?
Zuletzt geändert von holzi am Sonntag 21. Juni 2020, 05:50, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat korrigiert!

Caviteño
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Caviteño »

Siard hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 05:37
Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 04:12
Ich bin mal gespannt, welche Maßnahme (D oder USA) wirtschaftlich erfolgreicher sein wird. ;D
Wetten, das wir da einer Meinung sind?
Davon gehe ich aus.

Die US-Maßnahme wurde in Berichten, die ich las, tlw. mit dem Adjektiv "populistisch" versehen. Merkwürdigerweise aber nur, wenn aus den USA berichtet wurde. Japan betreibt eine ähnliche Politik - da fehlte diese Bezeichnung.
Sollte Trump - wider den Erwartungen der deutschen Medien - die Wahl gewinnen, wissen wir jetzt, warum.... :D

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taddeo
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von taddeo »

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 09:59
Siard hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 05:37
Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 04:12
Ich bin mal gespannt, welche Maßnahme (D oder USA) wirtschaftlich erfolgreicher sein wird. ;D
Wetten, das wir da einer Meinung sind?
Davon gehe ich aus.

Die US-Maßnahme wurde in Berichten, die ich las, tlw. mit dem Adjektiv "populistisch" versehen. Merkwürdigerweise aber nur, wenn aus den USA berichtet wurde.
Bei Bekannten in den USA, die diesen Scheck auch bekommen haben, war die Reaktion "damit kann sich Trump den A**** auswischen". Die empfinden das als reinen Populismus, als Wahlkampfmanöver und als untauglichen Versuch, vom eigenen Versagen in der Corona-Krise abzulenken.

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martin v. tours
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von martin v. tours »

Ja wenn Sie das so sehen, werden sie hoffentlich die Größe haben diesen Scheck nicht anzunehmen?
Oder zumindestens an Leute weitergeben die sich darüber freuen?
Ich vermute aber eher das beim Geld der Idealismus aufhört.
:tuete: :narr:
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Siard
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Siard »

taddeo hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 11:21
Bei Bekannten in den USA, die diesen Scheck auch bekommen haben, war die Reaktion "damit kann sich Trump den A**** auswischen". Die empfinden das als reinen Populismus, als Wahlkampfmanöver und als untauglichen Versuch, vom eigenen Versagen in der Corona-Krise abzulenken.
Die Agitation von Twitter ist auch populistisch, sogar massiv. Die Vorwürfe des Populismus an Donald J. sind lächerlich, denn diese Art des Handelns ist schon lange fester Bestandteil der usanischen Politik.
Die Pendants zur Hugenberg-Presse in Usa arbeiten aktiv und mit unterschiedlichem Maß messend gegen Trump – das halte ich für grundsätzlich falsch. Social media ist weitestgehend unter der Kontrolle des militärisch-industriellen Komplexes, tut links und demokratisch, folgt aber der Agenda einiger weniger Personen, gegen die Trump ein Lämmchen ist.

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Siard
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Siard »

martin v. tours hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 14:45
Ja wenn Sie das so sehen, werden sie hoffentlich die Größe haben diesen Scheck nicht anzunehmen?
Oder zumindestens an Leute weitergeben die sich darüber freuen?
Ich vermute aber eher das beim Geld der Idealismus aufhört.
:tuete: :narr:
Ich vermute, daß Du richtig liegst. :unbeteiligttu:

Caviteño
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Caviteño »

Ich staune, wenn ich lese, wer einen solchen Regierungsscheck in den USA erhält. Es gibt auch Einkommensgrenzen - aber wo liegen die?
It seeks to deliver $1,200 to every American earning less than $75,000 per year and $500 per child.

It also gives money to directly to state governments, and bolsters the unemployment benefits programme.
https://www.bbc.com/news/world-us-canada-52070718

Also eine Einkommensgrenze von ca. 65.000 € - bei einer Familie von 130.000 € Jahreseinkommen. Da gehört man in D. schon zu den geschmähten "Besserverdienenden", deren "starke Schultern" auch eine höhere Belastung klaglos zu akzeptieren haben.
Auch die in D. viel gelobte Einmalzahlung von 300 € je Kind ist im Vergleich zu den unsozialen USA bescheiden...

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Hubertus
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Hubertus »

martin v. tours hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 14:45
Ja wenn Sie das so sehen, werden sie hoffentlich die Größe haben diesen Scheck nicht anzunehmen?
Oder zumindestens an Leute weitergeben die sich darüber freuen?
Ich vermute aber eher das [sic] beim Geld der Idealismus aufhört.
:tuete: :narr:
:daumen-rauf:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Caviteño
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Caviteño »

Siard hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 05:37
Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 21. Juni 2020, 04:12
Ich bin mal gespannt, welche Maßnahme (D oder USA) wirtschaftlich erfolgreicher sein wird. ;D
Wetten, das wir da einer Meinung sind?
Einen ersten Eindruck, wie das Rennen ausgehen wird, kann man heute im Handelsblatt gewinnen:

Die 500 größten Unternehmen Konzerne im Vergleich: USA immer stärker – Europa fällt zurück

Die europ. Konzerne haben im 1. Quartel zusammen nur ein wenig mehr Gewinn erzielt als allein Apple (11 Mrden € zu 10 Mrden €). Grund ist nicht nur die unterschiedliche Struktur (traditionelle Industrie vs. IT) sondern auch die hohe Exportabhängigkeit, insbesondere der deutschen Wirtschaft. Außerdem arbeiten die US-Unternehmen um über 20% profitabler als die Europäer.
Dabei lagen die europ. Unternehmen bis zur Finanzkrise noch vor den US-Unternehmen:
Mit 537 Milliarden Euro hatten Europas 500 größte Unternehmen 2007, kurz vor Ausbruch der Bankenkrise, ihre US-Wettbewerber noch um über 100 Milliarden Euro hinter sich gelassen. Drei Jahre später kamen die Europäer auf insgesamt 501 Milliarden Euro - das waren knapp zehn Prozent mehr als ihre amerikanischen Wettbewerber schafften.
Doch in der Staatsschuldenkrise als Folge der Finanzkrise kehrten sich die Verhältnisse nachhaltig um. Höhere Steuern für Verbraucher und Unternehmen, um die Staatshaushalte in überschuldeten Ländern wie Spanien, Griechenland und Irland zu konsolidieren, weniger Investitionen, rekordhohe Arbeitslosenzahlen in den Südländern infolge der langen Konjunkturkrise und daraus folgend weniger Konsum - all das schmälerte die Gewinne der Unternehmen.
Für die US-Unternehmen wirkte sich insbesondere die "billionenschwere" Trump-Steuerreform positiv aus, während gleichzeitig der von ihm angezettelte Handelskrieg mit China (und Europa) insbesondere die deutsche Exportindustrie belastet.

Der Rückgang seit der Finanzkrise hat sicherlich mehrere Ursachen. 'Dazu gehört wohl auch, daß D. und Europa sich eine Umstellung ihrer Energieversorgung "gönnen", die zu hohen Preisen führt (und kaum CO² einspart). Sie meinen mit Mrden-Beträgen die Einheitswährung retten zu müssen, obwohl die Beträge im Süden versicker(te)n und sie leisten sich eine Zuwanderung, die Mrden verschlingt und den inneren Frieden bedroht.
Gelder für Innovationsprojekte zeigen keine Wirkung. Die EU wollte bis 2010 zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt" werden (Lissabon-Strategie), der Plan für eine "europäisches google" wurde inzwischen begraben. und auch der Riesenflieger A 380 von Airbus wird nicht mehr weiter gebaut - auch hier wurden Mrden verbrannt.

Da fragt man sich schon, wofür die EU eigentlich gut sein soll....

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Siard
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Siard »

Wir können also selbst sehen, daß die Politik der EU und ihrer Ausführungsbevollmächtigten, ihr Ziel erreicht.

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HeGe
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von HeGe »

Die Bundesrechtsanwaltskammer hat mir heute Hinweise zur Umsatzsteuerabsenkung zugeschickt. Kann man hier auch nachlesen, wen es interessiert:

https://www.brak.de/w/files/01_ueber_di ... enkung.pdf

Man hat nach der Lektüre nicht wenig Lust, nach Berlin zu fahren und irgendwem für diese blödsinnige Umsatzsteuersenkung in den Allerwertesten zu treten... :aergerlich:
Preces meae non sunt dignae: / Sed tu bonus fac benigne, / Ne perenni cremer igne.

Caviteño
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Caviteño »

HeGe hat geschrieben:
Freitag 26. Juni 2020, 15:51
Die Bundesrechtsanwaltskammer hat mir heute Hinweise zur Umsatzsteuerabsenkung zugeschickt. Kann man hier auch nachlesen, wen es interessiert:

https://www.brak.de/w/files/01_ueber_di ... enkung.pdf

Man hat nach der Lektüre nicht wenig Lust, nach Berlin zu fahren und irgendwem für diese blödsinnige Umsatzsteuersenkung in den Allerwertesten zu treten... :aergerlich:
Die dort angesprochenen Probleme (Teilleistungen, Vorschüsse, Besonderheiten bei der Ist-Versteuerung bei Freiberuflern) gab es bei jeder Änderung des Mehrwertsteuersatzes. Darauf hatte ich bereits hingewiesen.
Neu ist, daß diesmal innerhalb von sechs Monaten "vor und zurück" gespielt wird. Nur einfach den Steuersatz in der Buchführung zu ändern - damit ist es häufig nicht getan. Wie in dem Schreiben ausgeführt wird, müssen tlw. die Rechnungen berichtigt werden, wenn dort der falsche Steuersatz ausgewiesen wird.

Alles in allem eine Maßnahme, deren "Erfolg" mehr als fraglich ist, die einen hohen Verwaltungsaufwand mit sich bringt und bei vorsteuerabzugsberechtigten Mandanten ein Nullsummenspiel ist. :patsch:

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Edi
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Re: Umsatzsteuersenkung der Bundesregierung

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben:
Samstag 27. Juni 2020, 05:57
Alles in allem eine Maßnahme, deren "Erfolg" mehr als fraglich ist, die einen hohen Verwaltungsaufwand mit sich bringt und bei vorsteuerabzugsberechtigten Mandanten ein Nullsummenspiel ist. :patsch:
Der "Erfolg" liegt weitgehend nur darin, dass man Beschäftigung schafft für sehr viele Programmierer.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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