Zukunftsprognosen

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Juergen
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Zukunftsprognosen

Beitrag von Juergen » Samstag 11. Mai 2019, 15:37

Jüngst haben wir uns auch hier im Forum über eine Studie zu der Entwicklung der Mitgliederzahlen in den nächsten Jahren/Jahrzehnten unterhalten.

Doch war ist von solchen Zukunftsprognosen und Hochrechnungen zu halten?

Hier mal ein Beispiel aus dem Jahre 1972.
Dort machte man sich in einer Vorschau auf die Welt von Morgen Gedanken, wie wir im Jahre 2000 leben werden.


Gruß
Jürgen
Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Caviteño
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Re: Zukunftsprognosen

Beitrag von Caviteño » Samstag 11. Mai 2019, 16:24

Hochrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung unterscheiden sich mE grundlegend von Vorhersagen zur technischen Zukunft.

Bei Dir verlinkten Vorhersage geht es um die Zahl der Kirchenmitglieder im Jahre 2060 in Deutschland. Diese Aussage ist relativ sicher, denn
- ein großer Teil der dann lebenden Kirchenmitglieder ist bereits geboren (Lebenserwartung 80 Jahre bedeutet Geburtsjahr 1980);
- die Anzahl der Geburten kann ziemlich sicher geschätzt werden. Gründe für eine grundlegende Änderung sind zwar denkbar, aber nicht wahrscheinlich. Gleiches gilt im übrigen auch für die Sterberate, die anhand der durchschnittlichen Lebenserwartung ermittelt werden kann. Auch hier können natürlich durch äußere Umstände (Epidemien, med. Fortschritt) Änderungen eintreten.
- Weniger vorhersagbar sind dagegen Änderungen durch Austritte bzw. Eintritte. Bei Eintritten könnte man an eine massive Zuwanderung aus kath. Ländern denken und innerkirchliche Ereignisse könnten zu höheren Austritten führen.

Ob sich die Mitgliederzahl nun bis 2060 halbiert oder bei 40% bzw. 60% der heutigen Zahl liegt ist mE nicht so sehr von Bedeutung. Wichtiger ist mE der regionale Schwund, der sicherlich unterschiedlich sein wird.
Im Bistum Essen leben ca. 780.000 Katholiken. Die Zahl würde sich auf ca. 400.000 vermindern, wenn die Vorhersagen der Studie einträfen. ME wird sie weitaus geringer sein, denn viele Gläubige sind alt und der Nachwuchs ist fortgezogen. Muß es aber für 200 - 300.000 Gläubige noch ein eigenes Bistum geben? :nein:

Hier könnte man - wie bei den Pfarreien einmal über eine Zusammenlegung nachdenken....

Juergen
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Re: Zukunftsprognosen

Beitrag von Juergen » Samstag 11. Mai 2019, 16:37

Caviteño hat geschrieben:
Samstag 11. Mai 2019, 16:24
Hochrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung unterscheiden sich mE grundlegend von Vorhersagen zur technischen Zukunft.
Genau das glaube ich nicht. Beides ist nicht klar vorhersehbar. Ich will es an zwei Beispielen verdeutlichen.

Ein Hochrechnung zur Bevölkerungsentwicklung im Jahre 1985 hätte z.B. nicht die dt. Wiedervereinigung ab 1989 berücksichtigt, weil sie nicht abzusehen war. Ebensowenig den danach folgende Zusammenbruch des sog. Ostblocks; den Fall des „eisernen Vorhangs“ die Osterweiterung der EU mit den offenen Grenzen EU-weit.

Eine Hochrechnung im Jahre 1976 hätte nicht die islamische Revolution (1979) berücksichtigt, deren Auswirkungen wir bis heute spüren. Die Entstehung des IS und der Flüchtlingsproblematik entspringen letztlich auch dieser Revolution. Natürlich weiß man nicht, wie sich der Nahe Osten ohne isl. Revolution entwickelt hätte.

Nein, Zukunftsprognosen egal in welchem Bereich über längere Zeiträume (bei der Kirchenprognose 40 Jahre) sind immer problematisch, da die immer Dinge passieren können, mit denen niemand hat rechnen können.

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Aber mal weg von der Kirchenstatistik und hin zum Film

Manches von dem, was am Anfang des Films gezeigt wurde hat sich in groben Zügen entwickelt. Der Hochfrequenzofen (Mikrowelle) steht tatsächlich in fast jeder Küche. Fertigessen kennen wir ebenso wie Satelliten-TV.

Bei manchen Dingen war der Film zu optimistisch was die Entwicklung betraf. Manche Dinge kamen erst später als 2000 in Mode: Bildtelephonie; Datenbanken, die Wissen verkaufen (google, facebook etc.); große, flache Fernseher, die an der Wand hängen.

Gerade am Ende wurde der Film zu pessimistisch. Dort wurde z.B. davon gesprochen, daß der Eriesee 50 Jahre braucht, bis er sich erholt. Es ging erheblich schneller, wenngleich später wieder neue Probleme auftraten.

Manches hat sich (noch) nicht bewahrheitet oder wird sich (vielleicht) auch nicht bewahrheiten.
Gruß
Jürgen
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