Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

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Caviteño
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Jetzt hat auch "Muttis Klügster" seinen Hut in den Ring geworfen und will CDU-Vorsitzender werden. Röttgen ist der vierte Kandidat und alle kommen aus NRW.

Nach Muttis Willen sollte ihr Klügster nach der Wahl 2012 in NRW bleiben und dort die Partei aus der Opposition wieder aufbauen. Ob sie wirklich das Wohl des Landesverbandes dabei im Auge hatte und nur einen -künftigen- Konkurrenten "in die Wüste" schicken wollte - darüber läßt sich trefflich streiten.
Röttgen wollte nicht, wollte Minister in Berlin bleiben und so mußte Laschet die Aufgabe übernehmen. Er siegte in 2017 gegen Frau Kraft und dürfte jetzt die stärkste Position von allen vier Kandidaten haben, während Röttgen wohl kaum auf dem Siegertreppchen stehen wird.
Daran zeigt sich, daß man mitunter auch mal von einem angenehmen Posten zurücktreten und sich bescheiden muß. Ein gutes Beispiel ist Helmut Kohl, der seinen MP-Posten in Rheinland-Pfalz aufgab, um Oppositionsführer im Bundestag zu werden. Wahrlich keine angenehme Aufgabe bei dem beliebten Kanzler Helmut Schmidt, zumal aus Bayern noch immer die Querschüsse und Besserwisserei kamen.

Röttgen war der Minister, der die Sprunghaftigkeit von Merkel in der Energiepolitik umsetzte. Erst Laufzeitverlängerung und dann Sofortabschaltung. Nach der Niederlage in NRW entließ Merkel ihren "Klügsten". In einem Kommentar der FAZ hieß es dazu:
Die CDU-Vorsitzende hat auch nicht nur die innerparteiliche Karriere eines ehrgeizigen und ambitionierten Politikers beendet. Angela Merkel hat einem ganzen Flügel der CDU den Kopf abgeschlagen.
Norbert Röttgen stand für den Teil der CDU, der sich mit Begriffen wie „Schwarz-Grün“, „Öffnung zu neuen Wählerschichten“, „Liberales Bürgertum“ umschreiben lässt. Dessen intellektuellen Wortführer („Vordenker“) hat sie vom Hof der Macht gejagt.
Enthauptungsschlag

Ein interessanter - acht Jahre alter - Artikel, der damaligen Personal- und Machtverhältnisse beschreibt. Ein Vergleich mit heute bietet sich an und zeigt, wie weit Merkel die Union nach links verschoben hat.

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ar26
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von ar26 »

Sieht ganz danach aus, als ob Nobbi R. mit diesem Schritt versucht, Teil einer künftigen Lösung zu werden, die sich ggf. aus einem Pakt der Kandidaten ergeben könnte. Ganz im Sinne eines jetzt oder nie.

Interessant ist dabei, dass die CDU Erwägungen über Regionalpoporze derzeit nicht machen kann. Alle 4 + die irgendwie mitzuversorgenden Ziemiak, Brinkhaus usw. kommen aus NRW. Andere große Landesverbände wie Hessen, Ba-Wü, Niedersachsen sind ins 2. Glied gedrängt. Nennenswerte Personalresourcen in Mittel- und Ostdeutschland hat die CDU kaum mehr. P. Amthor vielleicht.
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Caviteño
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Für den Osten würde mir allerdings sofort Euer MP in Sachsen, Kretschmer, einfallen. Er konnte verhindern, daß die AfD stärkste Kraft wurde und dürfte dadurch ein höheres Gewicht in der CDU-Spitze haben.

Im Westen hat die CDU in der Ländern verloren. Hier kam meist der Nachwuchs her, z.B. Kohl und Kiesinger. Jetzt regiert die Union nur noch in S.-H. und in NRW. In Hessen stellt sie zwar auch den MP, aber der zeigt kein Interesse an der Bundespolitik und ihre Bastionen in Baden-Württemberg hat die Union an die Grünen und in Niedersachsen an die SPD verloren.

Das unter diesen Umständen auch die Personalressourcen in den Ländern schwinden, kann nicht ausbleiben. Nur Oppositionsarbeit im Landesparlament oder zweite Geige in einer Landesregierung dürfte auf Dauer frustierend sein. Dann versucht man an die Futtertröge in Berlin zu kommen, aber da wird es wahrscheinlich ab 2021 auch weniger Stellen geben. Deswegen machen die Ersten bereits den Abflug: Oliver Wittke, Staatssekretär und MdB geht in in die Immobilienwirtschaft....

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ar26
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von ar26 »

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 19. Februar 2020, 01:47
Für den Osten würde mir allerdings sofort Euer MP in Sachsen, Kretschmer, einfallen. Er konnte verhindern, daß die AfD stärkste Kraft wurde und dürfte dadurch ein höheres Gewicht in der CDU-Spitze haben.

Im Westen hat die CDU in der Ländern verloren. Hier kam meist der Nachwuchs her, z.B. Kohl und Kiesinger. Jetzt regiert die Union nur noch in S.-H. und in NRW. In Hessen stellt sie zwar auch den MP, aber der zeigt kein Interesse an der Bundespolitik und ihre Bastionen in Baden-Württemberg hat die Union an die Grünen und in Niedersachsen an die SPD verloren.

Das unter diesen Umständen auch die Personalressourcen in den Ländern schwinden, kann nicht ausbleiben. Nur Oppositionsarbeit im Landesparlament oder zweite Geige in einer Landesregierung dürfte auf Dauer frustierend sein. Dann versucht man an die Futtertröge in Berlin zu kommen, aber da wird es wahrscheinlich ab 2021 auch weniger Stellen geben. Deswegen machen die Ersten bereits den Abflug: Oliver Wittke, Staatssekretär und MdB geht in in die Immobilienwirtschaft....
Der Umstand, dass die AfD hinter der CDU landete, ist nicht auf MP Pumuckl zurückzuführen. Die Marke CDU ist hier nicht ganz verschrammt. Viele erinnern sich noch an Kohl&Biedenkopf. Zudem ist die AfD hier personell blass. Es verwundert fast, dass die 27% holen konnten und zudem CDU-Wähler in einigen WK mit CDU-Zweitstimmenmehrheit bei der Erststimme der AfD den Vorzug gaben um die willkürliche Listenkürzung zu korrigieren.
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Die CDU kreist um ihren Fixstern AfD
Trotzdem hat es die AfD geschafft, die CDU aus ihrer gewohnten Umlaufbahn herauszuholen. Führungslos trudelt sie dem Untergang entgegen. Sie hat es ihren politischen Wettbewerbern überlassen, welche Gesinnung in dieser Gruppe namens CDU zu finden sein soll.
(...)
In dieser Konstellation hat die Union allerdings ein grundsätzliches Problem: Die Mehrheit ihrer Mitglieder und Wähler in Ostdeutschland wollen nicht in das linke Lager wechseln. Die Übernahme des linken Selbstverständnisses wird ihr somit wenig nutzen: Wähler mit dieser Gesinnung hatten schon bisher genügend Optionen im Parteiensystem.
Deutlich wird das im Verhalten der Union zu einem MP Ramelow. Sie muß darauf verzichten, Oppositionsarbeit zu machen, denn ihre Gesetzesvorlagen könnten mit den Stimmen der AfD Gesetz werden - "unverzeihlich" und "sofort rückgängig zu machen".
Die Union läßt sich also von der AfD vorschreiben, welche Politik sie machen darf - eine selbstbewußte Partei sollte das eigentlich selbst entscheiden.

Wie soll sich eine Partei beim Wähler profilieren, wenn sie peinlich darauf achten muß, nur Gesetzesvorlagen einzubringen, denen auch die Regierungsparteien zustimmen können?

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Edi
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 23. Februar 2020, 12:24
Wie soll sich eine Partei beim Wähler profilieren, wenn sie peinlich darauf achten muß, nur Gesetzesvorlagen einzubringen, denen auch die Regierungsparteien zustimmen können?
Es ist ja nicht sicher, ob der Ramelow wieder gewählt wird, im ersten Wahlgang dazu noch.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Edi hat geschrieben:
Sonntag 23. Februar 2020, 12:59
Caviteño hat geschrieben:
Sonntag 23. Februar 2020, 12:24
Wie soll sich eine Partei beim Wähler profilieren, wenn sie peinlich darauf achten muß, nur Gesetzesvorlagen einzubringen, denen auch die Regierungsparteien zustimmen können?
Es ist ja nicht sicher, ob der Ramelow wieder gewählt wird, im ersten Wahlgang dazu noch.
Dann wird solange gewählt, bis er die Mehrheit hat; zur Not wird die Wahl wiederholt (auf Anweisung aus Berlin).

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Söder will die Union weiter "in die Mitte" führen und gibt die AfD-Wähler auf.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Auffassung von Friedrich Merz (CDU) widersprochen, wonach es möglich sei, die Hälfte der AfD-Wähler zur Union zurückzuholen. Viele AfD-Wähler seien „Menschen, die sich schon vor Jahren von der Demokratie verabschiedet haben“, sagte Söder dem Fränkischen Tag.
(...)
Statt darauf zu schielen, AfD-Wähler zurückzuholen solle die Union „die gesellschaftliche Mitte“ nicht aus den Augen verlieren. „Ich glaube tatsächlich, daß der Weg in die Mitte entscheidend ist“, betonte er.
Söder: Die AfD ist Feind, kein Herausforderer

Ob er damit Erfolg haben, sehe ich allerdings kritisch. In der sog. "Mitte" tummeln sich inzwischen ja viele - da ist es ziemlich eng. Wie will er denn dort neue Wähler gewinnen? Die müßte er den Grünen und der SPD wegnehmen und mit welchem Programm soll das geschehen? :vogel: :achselzuck:

Nur zur Erinnerung: Gauland wurde nach der BTW 2017 gerügt, weil er die anderen Parteien vor sich "hertreiben" wollte - der bayerische MP benutzt die Militärvokabel "Feind". Man stelle sich einmal vor, Gauland hätte die CDU als "Feind" bezeichnet....

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Jetzt sind es nur noch drei:

Laschet will Parteichef werden - Spahn Vize

Spahn ist jung und clever. Er hat Zeit und kann sehen, ob Laschet es schafft und ggfs. nicht nur Vorsitzender sondern auch Kanzler(kandidat) wird. Scheitert Laschet, fällt Spahn nicht mit ihm. Sollte Laschet erfolgreich sein, wird Spahn sein Nachfolger. Er wird schon darauf achten, daß ihm niemand seine jetzt zugesicherte Kronprinzenrolle streitig macht. Mit 39 wäre Spahn auch noch ein wenig jung für den Kanzlerjob - er ist ja kein Sebastian Kurz. Laschet ist 59 - nach zwei, drei Legislaturperioden (ob mit oder ohne CDU-Kanzler) ist Spahn in dem richtigen Alter, dürfte bis dahin auch ausreichend Erfahrung als Minister oder Oppositionsführer gesammelt haben.

Für Merz (64 Jahre alt) ist es die letzte Chance und Röttgen wäre zwar mit 54 im richtigen Alter, dürfte aber kaum eine Chance haben.
Bei einem Duell Merz gegen Laschet sehe ich Laschet im Vorteil. Er führt den größten Landesverband, hat die Wahl in NRW in 2017 gewonnen und zeigt durch die Zusammenarbeit mit Spahn, das er in der Lage ist, auch Konkurrenten einzubinden.

Die Delegierten dürften auch ehr Laschet als Merz zutrauen, eine Koalition mit den Grünen zu führen. Diese Koalition ist nach den gegenwärtigen Umfragen nach der BTW wahrscheinlich, sofern es für R2G nicht reichen sollte. Werden viele konservative Wähler zur Wahlenthaltung getrieben, dürfte die AfD ihre Sperrwirkung verlieren und die drei Parteien (Union, FDP und AfD) erreichen keine Mehrheit. Dann käme es zu einer R2G-Regierung unter einem Kanzler Habeck... :auweia: :traurigtaps:

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Siard
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Siard »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 25. Februar 2020, 09:45
[…] Dann käme es zu einer R2G-Regierung unter einem Kanzler Habeck... :auweia: :traurigtaps:
Ob Blackrock besser wäre?
Ich sehe in der CDU niemanden, der ernsthaft für eine Partei in der Tradition der vormerkelschen Ära steht.

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Vinzenz Ferrer
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 25. Februar 2020, 09:45
Die Delegierten dürften auch ehr Laschet als Merz zutrauen, eine Koalition mit den Grünen zu führen. Diese Koalition ist nach den gegenwärtigen Umfragen nach der BTW wahrscheinlich, sofern es für R2G nicht reichen sollte. Werden viele konservative Wähler zur Wahlenthaltung getrieben, dürfte die AfD ihre Sperrwirkung verlieren und die drei Parteien (Union, FDP und AfD) erreichen keine Mehrheit. Dann käme es zu einer R2G-Regierung unter einem Kanzler Habeck... :auweia: :traurigtaps:
Habeck könnte auch bei einer schwarz-grünen Regierung Kanzler werden, wenn die CDU/CSU entsprechend mit Schlüsselposten (Inneres, Wirtschaft, Finanzen) entschädigt werden würde.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

Caviteño
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Dienstag 25. Februar 2020, 12:02
Habeck könnte auch bei einer schwarz-grünen Regierung Kanzler werden, wenn die CDU/CSU entsprechend mit Schlüsselposten (Inneres, Wirtschaft, Finanzen) entschädigt werden würde.
Wenn die Union eine Parlamentsmehrheit erreichen sollte, wird sie ihren Anspruch auf das Kanzleramt nicht aufgeben, selbst wenn sie alle klassischen Ministerien als Ausgleich erhalten könnte. Der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und er kann jederzeit den BP um die Entlassung von Ministern bitten. Das würde zwar zu einem Bruch der Koalition führen, aber man weiß ja nicht, wie dann die Stimmung für Neuwahlen wäre.
Insofern halte ich einen Kanzler Habeck bei einer schwarz-grünen Regierung für ausgeschlossen.
ME ist es sogar möglich, das R2G eine Mehrheit erhält - dann würden sich diese Gedankenspiele sowieso erübrigen.
Siard hat geschrieben: Ich sehe in der CDU niemanden, der ernsthaft für eine Partei in der Tradition der vormerkelschen Ära steht.
Das stimmt - die laufen alle dem Zeitgeist hinterher. Vielleicht wäre eine R2G-Regierung tatsächlich nicht so schlecht. Die Union und ihre Protagonisten würden dann sehen, daß sie bei einer Anbiederung nach links keine Regierungsmehrheit erhalten können, sogar zur Regierungsbildung nicht notwendig sind. Dann könnte ein Umdenken einsetzen und die jetzige Führungsmannschaft wird abgelöst, um den Bruch mit der Merkel-Ära deutlich zu machen.
Ausgeschlossen ist das mE nicht, denn grün-links dürfte keine Lösungsmöglichkeiten für die Herausforderungen haben, die sich schon abzeichnen. Weder sind die Menschen zu einem unbegrenzten Verzicht zugunsten des "Klimas" bereit, noch wollen sie eine ungehinderte Migration oder einen europ. Bundesstaat mit D. als Zahlmeister.

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ar26
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von ar26 »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 25. Februar 2020, 09:45
Jetzt sind es nur noch drei:

Laschet will Parteichef werden - Spahn Vize

Spahn ist jung und clever. Er hat Zeit und kann sehen, ob Laschet es schafft und ggfs. nicht nur Vorsitzender sondern auch Kanzler(kandidat) wird. Scheitert Laschet, fällt Spahn nicht mit ihm. Sollte Laschet erfolgreich sein, wird Spahn sein Nachfolger. Er wird schon darauf achten, daß ihm niemand seine jetzt zugesicherte Kronprinzenrolle streitig macht. Mit 39 wäre Spahn auch noch ein wenig jung für den Kanzlerjob - er ist ja kein Sebastian Kurz. Laschet ist 59 - nach zwei, drei Legislaturperioden (ob mit oder ohne CDU-Kanzler) ist Spahn in dem richtigen Alter, dürfte bis dahin auch ausreichend Erfahrung als Minister oder Oppositionsführer gesammelt haben.

Für Merz (64 Jahre alt) ist es die letzte Chance und Röttgen wäre zwar mit 54 im richtigen Alter, dürfte aber kaum eine Chance haben.
Bei einem Duell Merz gegen Laschet sehe ich Laschet im Vorteil. Er führt den größten Landesverband, hat die Wahl in NRW in 2017 gewonnen und zeigt durch die Zusammenarbeit mit Spahn, das er in der Lage ist, auch Konkurrenten einzubinden.

Die Delegierten dürften auch ehr Laschet als Merz zutrauen, eine Koalition mit den Grünen zu führen. Diese Koalition ist nach den gegenwärtigen Umfragen nach der BTW wahrscheinlich, sofern es für R2G nicht reichen sollte. Werden viele konservative Wähler zur Wahlenthaltung getrieben, dürfte die AfD ihre Sperrwirkung verlieren und die drei Parteien (Union, FDP und AfD) erreichen keine Mehrheit. Dann käme es zu einer R2G-Regierung unter einem Kanzler Habeck... :auweia: :traurigtaps:
Im großen und ganzen Zustimmung. Nur beim letzten Absatz kann ich nicht ganz folgen. Wird Laschet Kanzlerparteivorsitzender dürfte er Wähler, die auch bei den Grünen ihr Kreuz machen könnten, binden. Merz wird diese Wähler nicht einbinden können. Ob er das durch rechte Wähler kompensieren kann, ist unsicher. Hier bei uns in Mittel- und Ostdeutschland dürfte er als "Bonze" nicht so gut ankommen. Vlt. aber in der West-Hochburg BaWü oder Bayern.

Im Ergebnis sehe ich daher eine Unionsgeführte Jamaika-Koalition eher mit ihm. Wird es Merz, halte ich G2R für wahrscheinlicher. Richtig spannend wäre es, wenn die FDP an der Hürde scheitern würde. Dann hätte G2R wohl mehr als schwarz und blau.

Natürlich wäre G2R ein Hammer. Aber er könnte auch bislang nicht vorhandende Kräfte unter den behäbigen und mutlosen bürgerlichen Wählern freisetzen. Außerdem wären dann verfassungsändernde Projekte unwahrscheinlich, da die Lager sich feindlich gegenüberstehen und keines eine 2/3-Mehrheit hat.
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Caviteño
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Die Frage, ob es eine R2G Regierung geben kann, hängt davon ab, ob Union, FDP und AfD mehr als 50% der Sitze im BT haben werden.

Mit dem Trommelfeuer gegen die AfD kann sich die Union ihrer Regierungsmöglichkeit berauben. Bleiben diese Wähler zu Hause, weil sie zur Union kein Vertrauen mehr haben, sprich: einen "Denkzettel" durch die Wahl einer anderen Partei aber nicht erteilen dürfen, fehlt Union, FDP und AfD die strukturelle Mehrheit und R2G wäre möglich. Ich bin sicher, daß Habeck bei einem solchen Ergebnis die Union in die Oppositionsrolle schicken und eine R2G-Regierung bilden würde.

Ob die Verunglimpfungen der AfD (z.B. als "Feind, s. Söder) besonders hilfreich sind, wage ich daher zu bezweifeln. Selbst wenn man jegliche Zusammenarbeit mit der Partei ablehnt, sollte man im Hinterkopf haben, daß nur diese Partei eine Mehrheit des bürgerlichen Lagers gewährleisten kann. Das Dilemma der CDU ist, auf die Grünen als Koalitionspartner angewiesen zu sein. Die Grünen haben u.U. auch eine andere Möglichkeit. Schon allein aus dieser strategischen Erwägung wäre es mE klüger, bei der Beurteilung der AfD durch Union und FDP ein wenig Zurückhaltung zu zeigen und nicht zu versuchen, den medialen Hype noch zu toppen, wie Söder es machte.

Deine Überlegungen bzgl. der Auswirkungen einer R2G-Regierung auf die Union habe ich auch, bin allerdings nicht sicher, ob es wirklich zu einer Neubesinnung käme. Schließlich sitzen an den wichtigen Posten nur "Merkelianer" und die werden niemals zugeben, daß die 16 Jahre Merkel eine Trümmerwüste hinterlassen haben. Man sollte auch die mediale Unterstützung für einen Kanzler Habeck nicht unterschätzen. Da werden die Medien schon peinlich darauf achten, daß auch die Opposition nicht vom "richtigen" Kurs abweicht, will sie nicht als "Nazi" oder "Faschisten" gebrandmarkt werden. Thüringen kann da durchaus als Probelauf gewertet werden.

Caviteño
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Nachtrag:

Ein Beispiel, wie es anders geht, ohne sich bei der AfD anzubiedern, zeigt ausgerechnet heute der Grünenpolitiker Boris Palmer in der FAZ:

Der AfD nicht voreilig Mitschuld für Hanau geben

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Vinzenz Ferrer
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 26. Februar 2020, 06:15
Wenn die Union eine Parlamentsmehrheit erreichen sollte, wird sie ihren Anspruch auf das Kanzleramt nicht aufgeben, selbst wenn sie alle klassischen Ministerien als Ausgleich erhalten könnte. Der Kanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und er kann jederzeit den BP um die Entlassung von Ministern bitten. Das würde zwar zu einem Bruch der Koalition führen, aber man weiß ja nicht, wie dann die Stimmung für Neuwahlen wäre.
Insofern halte ich einen Kanzler Habeck bei einer schwarz-grünen Regierung für ausgeschlossen.
ME ist es sogar möglich, das R2G eine Mehrheit erhält - dann würden sich diese Gedankenspiele sowieso erübrigen.
Du gehst offenbar davon aus, dass die CDU bei der Bundestagswahl ein Ergebnis auf Volksparteiniveau einfährt.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 13:33
Du gehst offenbar davon aus, dass die CDU bei der Bundestagswahl ein Ergebnis auf Volksparteiniveau einfährt.
Nach den gegenwärtigen Umfragen könnte sie bei 30% + ./. 5% landen, wobei nach unten mehr Luft ist als nach oben. Ob das noch Volksparteiniveau ist, liegt im Auge des Betrachters. Es sind allerdings noch ca. 18 Monate bis zur Wahl und da kann noch viel passieren.

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 14:16
Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 13:33
Du gehst offenbar davon aus, dass die CDU bei der Bundestagswahl ein Ergebnis auf Volksparteiniveau einfährt.
Nach den gegenwärtigen Umfragen könnte sie bei 30% + ./. 5% landen, wobei nach unten mehr Luft ist als nach oben. Ob das noch Volksparteiniveau ist, liegt im Auge des Betrachters. Es sind allerdings noch ca. 18 Monate bis zur Wahl und da kann noch viel passieren.
Genau. Und so lange Merkel Kanzlerin bleibt, kann sich der neue Chef gar nicht entfalten. Diese Situation wirkt sich negativ auf das Gesamterscheinungsbild der CDU/CSU aus. Gas geben und bremsen gleichzeitig kommt nicht gut an.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

Juergen
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Juergen »

Laschet will alles zusammenhalten:
In der Bundespartei müssten "Christlich-Soziale, Liberale, Konservative - alle zusammen für unsere gemeinsamen Werte" an einem Strang ziehen. Das forderte der Chef der NRW-CDU beim politischen Aschermittwoch des Landesverbands am Mittwoch in Lennestadt vor 650 Teilnehmern…
Er zählt damit das auf, was vor im April 2018 AKK twitterte:
Die CDU hat drei Wurzeln – die christlich-soziale, die liberale und die konservative. Alle drei sind uns gleichermaßen wichtig. Bei unserem beginnenden Grundsatzprogramm-Prozess können sich unsere Mitglieder einbringen. Dazu sind alle in der @CDU eingeladen. #ZuhörTour
Beide haben bei der Aufzählung noch links und grün vergessen. :tuete:
Eine Partei die alle Richtungen vertreten will, kann nur farblos sein, weil sie kein klares Profil mehr hat. Sie will für alle links von der AfD da sein.
Ob so etwas als Profil reicht und ob die Bürger so etwas wählen, bleibt abzuwarten.
Gruß Jürgen

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Edi »

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 17:37
Laschet will alles zusammenhalten:
In der Bundespartei müssten "Christlich-Soziale, Liberale, Konservative - alle zusammen für unsere gemeinsamen Werte" an einem Strang ziehen. Das forderte der Chef der NRW-CDU beim politischen Aschermittwoch des Landesverbands am Mittwoch in Lennestadt vor 650 Teilnehmern…
Er zählt damit das auf, was vor im April 2018 AKK twitterte:
Die CDU hat drei Wurzeln – die christlich-soziale, die liberale und die konservative. Alle drei sind uns gleichermaßen wichtig. Bei unserem beginnenden Grundsatzprogramm-Prozess können sich unsere Mitglieder einbringen. Dazu sind alle in der @CDU eingeladen. #ZuhörTour
Beide haben bei der Aufzählung noch links und grün vergessen. :tuete:
Eine Partei die alle Richtungen vertreten will, kann nur farblos sein, weil sie kein klares Profil mehr hat. Sie will für alle links von der AfD da sein.
Ob so etwas als Profil reicht und ob die Bürger so etwas wählen, bleibt abzuwarten.
Die christliche und die konservative Wurzel hat die CDU unter Merkel doch längst aufgegeben, denn sie hat einen Linksschwenk gemacht. Kein Wunder, dass sich eine neue Partei gebildet hat, der auch nicht wenige ehemalige CDU-Mitglieder angehören und nicht wenige ehemalige Wähler der CDU haben die neue Partei gewählt. Wie Merz, falls dieser neuer Vorsitzender werden sollte, diese Wähler zurückholen will, da wäre ich mal gespannt darauf. Ein Laschet, der nach Meinung vieler CSU-Anhänger sogar den passenden Namen hat, wird jedenfalls so weiter machen wie Merkel.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Hubertus
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Hubertus »

Edi hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 20:53
Die christliche und die konservative Wurzel hat die CDU unter Merkel doch längst aufgegeben, denn sie hat einen Linksschwenk gemacht. Kein Wunder, dass sich eine neue Partei gebildet hat, der auch nicht wenige ehemalige CDU-Mitglieder angehören und nicht wenige ehemalige Wähler der CDU haben die neue Partei gewählt. Wie Merz, falls dieser neuer Vorsitzender werden sollte, diese Wähler zurückholen will, da wäre ich gespannt darauf.
Daran wäre ich auch interessiert. De facto ist es so, daß die AfD ohnehin in nennenswertem Maße keine Stimmen abgibt, auch nicht an die Union. Dies kann man gerade erst wieder an den neuesten Zahlen aus Hamburg sehen:


Die Verfemung der AfD und v.a. ihrer politischen Ziele hat m.E. "das Tischtuch zerschnitten" und den Weg der (größtenteils) ehemaligen Unions-wähler zur CDU verunmöglicht. Es ist - analog zur WASG, die später in der Linkspartei aufging - dauerhaft eine eigenständige politische Kraft entstanden, mit der sich die Union höchstens noch arrangieren kann. "Zurückholen" wird sie diese nicht mehr können, maximal sich mit ihr arrangieren.

Aber der Blick der Union ist ja ohnehin fest nach links geheftet.

(Bildquelle)
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Hubertus hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 21:07
Die Verfemung der AfD und v.a. ihrer politischen Ziele hat m.E. "das Tischtuch zerschnitten" und den Weg der (größtenteils) ehemaligen Unions-wähler zur CDU verunmöglicht. Es ist - analog zur WASG, die später in der Linkspartei aufging - dauerhaft eine eigenständige politische Kraft entstanden, mit der sich die Union höchstens noch arrangieren kann. "Zurückholen" wird sie diese nicht mehr können, maximal sich mit ihr arrangieren.
Ein "Zurückholen" wäre vor einigen Jahren noch möglich gewesen, wenn die CSU bundesweit angetreten wäre. Das hat man unterlassen, weil die CSU ihre Alleinherrschaft in Bayern nicht mit der CDU teilen wollte. Jetzt liegt man dort auch deutlich unter 50%, hat sogar -früher unvorstellbar- eine 3 vorne stehen. Die Ergebnisse der Zeiten Stoibers (mit einer 6 vorne) sind in weite Ferne gerückt und ob ein ergrünter Söder sie jemals wieder erreichen kann, da habe ich ganz erhebliche Zweifel. Markige Worte werden nicht reichen, an "ihren Taten sollt Ihr sie erkennen."

Ob sich die Union mit der AfD "arrangieren" kann, dahinter mache ich ein ganz großes Fragezeichen. Jede "Annäherung" wird sofort in den Medien hochgespielt - das beste Beispiel ist Thüringen. Duldungen, gar Koalitionen erscheinen ausgeschlossen. Selbst Gesetzentwürfe müssen eine eigenständige Mehrheit haben; Gesetzeskraft nur aufgrund der Zustimmung der AfD - das geht überhaupt nicht. Die Union folgt dieser "roten Linie" und ich sehe auch niemanden, der die Kraft hätte davon abzuweichen. Sie läßt sich ihre Oppositionspolitik vom politischen Gegner und den Medien vorschreiben. Wer braucht so eine Partei?

Man kann nur noch fassungslos beobachten, wie hilflos die Union reagiert. Verluste in dieser Größenordnung würden bei jedem Unternehmen zu einem Komplettaustausch der ersten und zweiten Reihe und zu einer grundlegenden Änderung der Strategie führen. Die Union macht weiter so und beschimpft ihre abtrünnigen Wähler (Kunden), weil sie die neue Politik (=Produkt)e nicht unterstützen (=kaufen) wollen. :patsch:

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Edi
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben:
Donnerstag 27. Februar 2020, 23:34
Ob sich die Union mit der AfD "arrangieren" kann, dahinter mache ich ein ganz großes Fragezeichen. Jede "Annäherung" wird sofort in den Medien hochgespielt - das beste Beispiel ist Thüringen. Duldungen, gar Koalitionen erscheinen ausgeschlossen. Selbst Gesetzentwürfe müssen eine eigenständige Mehrheit haben; Gesetzeskraft nur aufgrund der Zustimmung der AfD - das geht überhaupt nicht. so eine Partei?
Das ist ja das Absurdeste, was es gibt. Eine Partei, die bestimmte Meinungen vertritt, die sie für gut und richtig hält, kann diesen nicht mehr zustimmen bzw. entsprechend im Parlament abstimmen nur weil eine andere Partei, die man nicht mag, die gleiche Meinung hat. Im Bundestag hat sich diese Vorgehensweise ja zum Teil auch schon gezeigt. Was ist das für eine Demokratie bzw. eine Partei, die so handelt. Das geht doch in Richtung Diktatur der Medien und der politischen Konkurrenten, die hier auf übelste Weise die politische Meinung besetzen. Ein Bürger, der keiner Partei angehört und versucht so sachlich wie möglich zu urteilen, was sicher keinem hundertprozentig gelingen wird, der muss doch das Grausen bekommen vor so einem Zustand.
Ich kann hier nur über mich reden: Ich könnte bei manchen Themen und Sachfragen mal der einen oder anderen Partei zustimmen, von rechts bis links und von Fall zu Fall auch Parteien, die ich nicht sonderlich oder gar nicht mag, die aber in der einen oder anderen Frage einen meiner Meinung nach richtigen Vorschlag machen. Kluge Leute aber haben schon vor Jahren gesagt, ich glaube es war auch Karl Jaspers darunter, wir hätten in Deutschland eine Parteiendiktatur, die die Interessen der Bürger vielfach missachte.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Die letzten Umfragen zeigen, daß der nächste Kanzler nicht unbedingt aus den Reihen der Union kommen muß. Zwei von drei Umfragen geben einer GR2-Regierung eine leichte Mehrheit im Parlament. Zwar wäre natürlich auch schwarz-grün möglich. Vor der Wahl gestellt, Koch oder Kellner zu sein, dürfte für die Grünen die Wahl klar sein.

http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

Erschwerend kommt für die Union mE hinzu, daß ihr Kanzlerkandidat ohne Amtsbonus in den Wahlkampf ziehen muß. Sollte Merkel wirklich so beliebt sein, wie uns die Medien immer wieder erzählen, dürften die jetzigen Umfrageergebnisse auch aufgrund ihrer Person so hoch ausfallen.
Wer auch immer das Rennen um die Kanzlerkandidatur machen wird, er muß zunächst Merkel aus dem Kanzleramt drängen. Ohne Amtsbonus dürften seine Chancen nur gering sein, zumal ihm Merkel durch ihre Politik erfolgreich "Knüppel zwischen die Beine" werfen kann (und wird, wenn er nicht ihren Wünschen entspricht).

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Libertas Ecclesiae
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Libertas Ecclesiae »

Eine sehr gute Analyse von Hans-Hermann Tiedje – natürlich in der NZZ, dem neuen „Westfernsehen“:

Nach 15 Jahren Merkel ist die CDU ohne Kompass

Markante Zitate daraus:
Angst breitete sich aus im Land, von Merkel und Gesundheitsminister Spahn perfekt gemanagt.
[„Perfekt gemanagt“ bezieht sich natürlich nicht auf das Land, sondern auf die Angst.]
Virologische Experten, die zunächst einhellig den Gebrauch von Masken ablehnten, um ihn kurz darauf vehement zu fordern, fluteten das Fernsehen und schütten das Publikum seither zu mit Zahlen, die allesamt falsch sind, weil die Bezugsgrössen fehlen.
Merkel hat Deutschland seit 15 Jahren, diskret unterstützt von geneigten Medien, umgewandelt in ein Heim für betreutes Leben. Und bei Corona hat sie es – wieder vor gütiger Medienkulisse – dann dichtgemacht. Der deutsche Mensch will offenbar vom Staat an die Hand genommen werden, er hat nichts gegen Führung, auch wenn diese ihm den Friseurbesuch verbietet oder das Sitzen auf der Parkbank.
Die einzige wirkliche Konstante in Merkels Wirken ist, dass sie als Kanzlerin alles Mögliche anders gemacht hat als vorher von ihr als Parteichefin versprochen und dass die Wähler es nicht bemerkt haben.
Alternativlos war nichts, wie sich herausstellte, aber manches unverzeihlich.
Dieses Land ist heute eine Mediokratie voller Hysterie und Gesinnungsschnüffelei.
Heute steht alles von liberal bis konservativ unter Rechtsverdacht.
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Caviteño »

Jetzt dürfte die Frage des CDU-Vorsitzes und der Kanzlerschaft entschieden sein - bei dem Vorfahren:

Laschet-Familie glaubt an Abstammung von Karl dem Großen
Die Familie des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (59) meint, direkt von Karl dem Großen abzustammen. Laschets Bruder Patrick habe detailliert Stammbäume zusammengetragen und eine Auflistung erstellt, die von Karl dem Großen (747/748-814) in insgesamt 40 Schritten zu Laschet und seinen Brüdern führe.
:D :kugel:

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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von HeGe »

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 16. September 2020, 16:43
Jetzt dürfte die Frage des CDU-Vorsitzes und der Kanzlerschaft entschieden sein - bei dem Vorfahren:

Laschet-Familie glaubt an Abstammung von Karl dem Großen
Die Familie des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (59) meint, direkt von Karl dem Großen abzustammen. Laschets Bruder Patrick habe detailliert Stammbäume zusammengetragen und eine Auflistung erstellt, die von Karl dem Großen (747/748-814) in insgesamt 40 Schritten zu Laschet und seinen Brüdern führe.
:D :kugel:
Es gibt doch bestimmt irgendeinen mittelalterlichen Biographen, der die Abstammung Karls des Großen bis auf König David oder die römischen Kaiser zurückgeführt hat. Mit denen wäre Armin Laschet dann also vermutlich auch noch verwandt. :D
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Juergen
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Juergen »

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 16. September 2020, 16:48
Es gibt doch bestimmt irgendeinen mittelalterlichen Biographen, der die Abstammung Karls des Großen bis auf König David oder die römischen Kaiser zurückgeführt hat. Mit denen wäre Armin Laschet dann also vermutlich auch noch verwandt. :D
Ich komme bei meiner Genealogie nicht so recht weiter, weil die wichtigsten Unterlagen bei der Sintflut verloren gegangen sind.
:hmm:
Gruß Jürgen

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Siard
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Siard »

Caviteño hat geschrieben:
Mittwoch 16. September 2020, 16:43
Jetzt dürfte die Frage des CDU-Vorsitzes und der Kanzlerschaft entschieden sein - bei dem Vorfahren:

Laschet-Familie glaubt an Abstammung von Karl dem Großen
Die Familie des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (59) meint, direkt von Karl dem Großen abzustammen. Laschets Bruder Patrick habe detailliert Stammbäume zusammengetragen und eine Auflistung erstellt, die von Karl dem Großen (747/748-814) in insgesamt 40 Schritten zu Laschet und seinen Brüdern führe.
:D :kugel:
Das dürfte für den größten Teil der indigenen Bevölkerung zutreffen.

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Niels
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Re: Die CDU vor dem Wechsel - wie geht es weiter mit Partei und Regierung?

Beitrag von Niels »

Jetzt wurde eine Umfrage bestellt, wo Spahni vorne liegt:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... -vorn.html
In einer Umfrage des Instituts Kantar für die Funke Mediengruppe (Samstag) gaben 22 Prozent an, sie trauten am ehesten Spahn zu, ein guter CDU-Vorsitzender zu werden. Allerdings bewirbt sich der Gesundheitsminister gar nicht für den Parteivorsitz, sondern tritt im Team mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an.

19 Prozent trauten in der Umfrage Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz am ehesten zu, ein guter CDU-Chef zu sein, 17 Prozent nannten Laschet und 8 Prozent den Außenpolitiker Norbert Röttgen. (...)
:nuckel: (Hier fehlt noch ein Smilie mit Maske.)

Außer, es kommt noch einer ins Rennen zum Kanzleramt:
Anders sieht es in der Frage aus, welchem Unionspolitiker zugetraut wird, ein guter Bundeskanzler zu werden. Hier liegt in der Kantar-Umfrage CSU-Chef Markus Söder mit 34 Prozent vorn, obwohl der bayerische Ministerpräsident immer wieder betont, sein Platz sei in Bayern. Merz kam hier nur auf 12 Prozent, Spahn auf 8, Laschet auf 7 und Röttgen auf 5 Prozent.
:zirkusdirektor: :anton: (Hier fehlt noch ein Smilie mit einer Bayernmaske.)
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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