Bürgerschaftswahl in Hamburg

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Caviteño
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Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

Am 15. 2. 215 wird in Hamburg eine neue Bürgerschaft gewählt. Es ist - neben Bremen - die einzige Wahl in einem Bundesland in diesem Jahr.

Wolfram Weimer sieht eine erhöhte Bedeutung, insbesondere für die bürgerlichen Parteien und erwartet ein Debakel für die CDU:
Die Bürgerschaftswahl in Hamburg wäre für die Geschicke Deutschlands normalerweise so wichtig wie eine Hafenrundfahrt des Rotary-Cubs Blankenese. Eine gediegene Sache von örtlicher Bedeutung, für die Republik aber reichlich egal. Doch diesmal ist das anders. Das Land ist nach EZB-Geldflut und Griechenextremismus, nach Pegida-Märschen und islamistischen Attentaten aufgewühlt, und es wird 215 keine wichtigere Wahl mehr geben, denn nur Bremen darf noch an die Urnen.
(...)
Wirklich spannend aber wird die Hamburg-Wahl im bürgerlichen Lager. Gleich drei Signalüberraschungen könnte der Urnengang bringen. Erstens hat die schon mausetot geglaubte FDP eine echte Comeback-Chance. Das liegt nicht nur daran, dass Christian Lindner seiner schwer verwundeten Partei neue Farben und – deutlich wichtiger – ein gutes Stück Würde zurück verliehen hat. Auch die ungewöhnlich sichtbare und umtriebige Spitzenkandidatin Katja Suding spielt dabei eine Rolle.
Das zweite mit Spannung erwartete Ergebnis betrifft die AfD. Nach den hitzigen Debatten um Pegida wird die Hamburg-Wahl eine Art politische Wetterscheide. Hamburg ist das Heimatrevier der AfD-Granden Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel. Sollte die AfD hier an der Fünfprozent-Hürde scheitern, dann wäre die selbst ernannte Alternative schlagartig keine rechte Alternative mehr. Ginge der Aufstieg der konservativen Protestpartei aber weiter, und gelänge ihnen erstmals der Einzug in ein Westparlament - dann wäre die Pegida-Afd-Bewegung auf dem Weg zu einer republikverändernden Größe.
Das dritte und vielleicht am besten verborgene Drama spielt sich in der CDU ab. Denn der Union droht in Hamburg nicht weniger als ein Debakel. Das katastrophale und über Jahre hinweg als historisch einmalig abgetane Tief der vergangenen Wahl droht sich zu wiederholen. Und das ausgerechnet in der Geburtsstadt von Angela Merkel.
Sollte die Union wirklich – wie es Umfragen voraus sagen – nur bei 2 bis 23 Prozent der Stimmen landen, dann wäre das ein Desaster mit internationaler Signalwirkung, denn auch das Ausland schaut nach den Attentaten von Paris, den Demonstrationen von Dresden und den Griechenland-Turbulenzen genau auf das Abschneiden der Kanzlerin-Partei.
(...)
Seit Monaten rumort es bereits in der CDU, dass der Linksschwenk von Angela Merkel und der Großen Koalition viele Stammwähler entfremde. Mindestlohn, Rente mit 63, Mietpreis-Bremse, Doppelpass, Frauenquote, Migrations-Politik, EZB-Schuldensozialismus – die Merkel-Regierung würde lauter sozialdemokratische Projekte durchsetzen, die klassischen Kernthemen der Union wie Sicherheit, Wirtschaft, Werte, Familie, Religion spielten dagegen kaum noch eine Rolle.
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 4738.html

Dazu kommt, daß die Hamburger keine Scheu haben, neue Parteien zu wählen - man denke nur an die inzwischen wieder verschwundene "Schill-Partei".

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Plueschmors
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Plueschmors »

Moin,

ich nehme an, daß es in Hamburg keine Überraschung geben wird, die Bürger hier sind satt und zufrieden, Brot und Spiele gibt es genug. Die CDU kann froh sein, wenn sie überhaupt 20% bekommt, die SPD klettert vielleicht sogar auf über 50%, also alles in allem ähnlich wie 2011. Olaf Scholz, gewissermaßen Hamburgs Papst, da unfehlbar (http://www.mopo.de/buergerschaftswahl/i ... 1280.html), kann sich seiner Sache ganz souverän sicher sein.
Caviteño hat geschrieben:Dazu kommt, daß die Hamburger keine Scheu haben, neue Parteien zu wählen - man denke nur an die inzwischen wieder verschwundene "Schill-Partei".


Die "Partei Rechtsstaatlicher Offensive" war eine Protest-Reaktion auf die viel zu lasche Handhabung des damaligen Senats mit der Kriminalität in Hamburg, ähnlich wie die PEGIDA-Bewegung heute. Olaf Scholz, in Hamburg auch als "Brechmittel-Olaf" bekannt, da er als damaliger Innensenator den Einsatz von Brechmitteln gegenüber Drogenhändlern einführte, bewies bereits eine harte Hand, so daß keine Veranlassung besteht, eine "härtere Partei" zu wählen. Die öffentlichen Straßen und Plätze in Hamburg sind seit Olaf Scholz und der "Schill-Partei" sauber. Man darf also zufrieden sein.

Liebe Grüße, Plueschmors.
"Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob" (Röm 15,7).

Caviteño
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

Danke Plueschmors für die Einschätzung.

Du siehst die CDU bei (ggfs. sogar unter) 20%. Das wäre ja das Desaster, das Weimer in seinem Artikel anspricht. Wie sieht es denn bei der bürgerlichen Konkurrenz aus? Wie schätzt Du die Chancen von FDP und AfD ein?

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Plueschmors
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Plueschmors »

Hallo Caviteño,

ich denke, da Hamburg eine relativ stabile linke Szene hat, daß die LINKE um die 8 bis 10 Prozent haben wird, die Grünen etwas mehr. Die FDP halte ich für abgetan, die werden um die 5%-Hürde dümpeln, was ich das eigentlich und einzig Spannende an der Wahl finde. Die AfD wird sich aus konservativen CDU-Wählern, die unzufrieden sind, Protestlern und rechten Revolutionären rekrutieren. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da mehr als 7% drin sind; Hamburg ist traditionell kein rechtes Pflaster. Dazu wird es wieder zig Klein- und Kleinstparteien geben, die alle zusammen weniger als 5% erreichen werden. Sollte mich schwer wundern, wenn es anders kommt; ich sehe jedenfalls die SPD als strahlenden Sieger und die CDU weiter verlieren. Hier mein Tipp:

SPD: 47%
CDU: 19%
Grüne: 12%
LINKE: 8%
AfD: 7%
FDP: 4%
Sonstige: 3%

Liebe Grüße, Plueschmors.
"Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob" (Röm 15,7).

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overkott
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von overkott »

Ich denke, die Mehrheitsverhältnisse sind in Hamburg andersrum als im Bund. Vor allem bei der CDU. Die FDP wird über 5 Prozent kommen und die AfD auch. SPD und Grüne werden gemeinsam wohl auf 55 Prozent kommen. SPD und CDU auf 57 Prozent.

Caviteño
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

overkott hat geschrieben:Ich denke, die Mehrheitsverhältnisse sind in Hamburg andersrum als im Bund. Vor allem bei der CDU. Die FDP wird über 5 Prozent kommen und die AfD auch. SPD und Grüne werden gemeinsam wohl auf 55 Prozent kommen. SPD und CDU auf 57 Prozent.
Beim letzten Mal erreichte die SPD 48% und die CDU 22% - also zusammen 70%. Das beide ca. 13% verlieren, erscheint nicht realistisch.

Wenn SPD und CDU zusammen auf 57% kommen, müßte
a) wenn die CDU bei ca. 20% liegt die SPD nur 37%
bzw.
b) wenn die SPD bei ca. 45% liegt die CDU nur 12%

der Stimmen erhalten. Beide Ergebnisse halte ich für abwegig - aber man weiß ja nie..... (wobei mir die Alternative b) sympathischer wäre...)

Caviteño
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

Mich hat das sehr gute Abschneiden der FDP und das miserable Ergebnis der CDU überrascht. Auch die Steigerung bei den Linken um über 2% ist bemerkenswert.

Dem Ergebnis liegen natürlich Hamburger Besonderheiten zugrunde und man kann es nicht bundesweit hochrechnen. Ob allerdings im nächsten Bundestag wiederum nur vier Parteien vertreten sein werden, erscheint nach den letzten Wahlen nicht gesichert.
Im Mai sind Wahlen in Bremen. Ich bin einmal gespannt, ob die CDU dort auch ein ähnlich miserables Ergebnis einfährt.

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Heinrich II
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Heinrich II »

Gestern hat Merkel sich natürlich nicht blicken lassen...

Mich freuen die Ergebnisse der CDU und der AfD.
Wer euch ein anderes Evangelium verkündet, als ihr angenommen habt, der sei verflucht. Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott?

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overkott
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von overkott »

Caviteño hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Ich denke, die Mehrheitsverhältnisse sind in Hamburg andersrum als im Bund. Vor allem bei der CDU. Die FDP wird über 5 Prozent kommen und die AfD auch. SPD und Grüne werden gemeinsam wohl auf 55 Prozent kommen. SPD und CDU auf 57 Prozent.
Beim letzten Mal erreichte die SPD 48% und die CDU 22% - also zusammen 7%. Das beide ca. 13% verlieren, erscheint nicht realistisch.

Wenn SPD und CDU zusammen auf 57% kommen, müßte
a) wenn die CDU bei ca. 2% liegt die SPD nur 37%
bzw.
b) wenn die SPD bei ca. 45% liegt die CDU nur 12%

der Stimmen erhalten. Beide Ergebnisse halte ich für abwegig - aber man weiß ja nie..... (wobei mir die Alternative b) sympathischer wäre...)
45 % und 16 % macht zusammen? Die Hamburger CDU lag 28 noch bei 42,6 %. Seit die Schwulen die CDU dominieren, erodiert die Basis.

http://www.mopo.de/politik/dietrich-wer ... 32142.html

Tinius
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Tinius »

overkott hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Ich denke, die Mehrheitsverhältnisse sind in Hamburg andersrum als im Bund. Vor allem bei der CDU. Die FDP wird über 5 Prozent kommen und die AfD auch. SPD und Grüne werden gemeinsam wohl auf 55 Prozent kommen. SPD und CDU auf 57 Prozent.
Beim letzten Mal erreichte die SPD 48% und die CDU 22% - also zusammen 7%. Das beide ca. 13% verlieren, erscheint nicht realistisch.

Wenn SPD und CDU zusammen auf 57% kommen, müßte
a) wenn die CDU bei ca. 2% liegt die SPD nur 37%
bzw.
b) wenn die SPD bei ca. 45% liegt die CDU nur 12%

der Stimmen erhalten. Beide Ergebnisse halte ich für abwegig - aber man weiß ja nie..... (wobei mir die Alternative b) sympathischer wäre...)
45 % und 16 % macht zusammen? Die Hamburger CDU lag 28 noch bei 42,6 %. Seit die Schwulen die CDU dominieren, erodiert die Basis.

http://www.mopo.de/politik/dietrich-wer ... 32142.html
Klar. Wo bekommt der dumpfe, tumbe, klassische CDU-Wähler vom Lande denn heute noch seine stramme Einstellung gespiegelt? Nicht bei der CDU, wo sich inzwischen sogar schon junge Nachwuchspolitiker zum Schwulsein bekennen.
Schwul sind wohl 2 bis 4 Prozent der Bevölkerung. Da sind ganz schön viele in der Politik...

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overkott
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von overkott »

Tinius hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Ich denke, die Mehrheitsverhältnisse sind in Hamburg andersrum als im Bund. Vor allem bei der CDU. Die FDP wird über 5 Prozent kommen und die AfD auch. SPD und Grüne werden gemeinsam wohl auf 55 Prozent kommen. SPD und CDU auf 57 Prozent.
Beim letzten Mal erreichte die SPD 48% und die CDU 22% - also zusammen 7%. Das beide ca. 13% verlieren, erscheint nicht realistisch.

Wenn SPD und CDU zusammen auf 57% kommen, müßte
a) wenn die CDU bei ca. 2% liegt die SPD nur 37%
bzw.
b) wenn die SPD bei ca. 45% liegt die CDU nur 12%

der Stimmen erhalten. Beide Ergebnisse halte ich für abwegig - aber man weiß ja nie..... (wobei mir die Alternative b) sympathischer wäre...)
45 % und 16 % macht zusammen? Die Hamburger CDU lag 28 noch bei 42,6 %. Seit die Schwulen die CDU dominieren, erodiert die Basis.

http://www.mopo.de/politik/dietrich-wer ... 32142.html
Klar. Wo bekommt der dumpfe, tumbe, klassische CDU-Wähler vom Lande denn heute noch seine stramme Einstellung gespiegelt? Nicht bei der CDU, wo sich inzwischen sogar schon junge Nachwuchspolitiker zum Schwulsein bekennen.
Schwul sind wohl 2 bis 4 Prozent der Bevölkerung. Da sind ganz schön viele in der Politik...
Keine Heterodiskriminierung, bitte. Heterosexuelle Wähler lassen sich auf Dauer keine Mogelpackung unterjubeln.

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overkott
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von overkott »

Hamburg ist sicher auch eine Niederlage für die Tauber-Fraktion. Die Schwulreform, die zum Rücktritt von Beust geführt hat, hat die CDU nachhaltig nach unten gerissen.

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Juergen
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Juergen »

Achtung! Die vorstehenden Beiträge sind fünf Jahre alt.
____________________________________________________________________________________

Aktuelle Prognose:
- Partei ---- ARD ------ ZDF ---- Ergebnis 2015 -
SPD37,53845,7
CDU11,51115,9
Grüne25,525,512,3
Linke9,09,58,5
FDP5,05,07,4
AfD4,74,86,1
Sonst6,86,24,2
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

Caviteño
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

Die Prognose, daß die AfD unter 5% liegen würde, führte zu Jubelstürmen im Staatsfernsehen und man verwehrte dem Spitzenkandidaten der AfD auch den Auftritt in der Spitzenkandidaten-Runde.

Inzwischen liegt das vorläufige amtliche Endergebnis vor und die AfD erzielte 5,3% der Stimmen und ist mit voraussichtlich 7 Sitzen in der Bürgerschaft erneut vertreten.

https://www.wahlen-hamburg.de/storage/s ... onntag.pdf

Interessant auch der "Wahlerfolg" der CDU:
2004 = 47,2%
2008 = 42,6%
2011 = 21,9%
2015 = 15,9%
2020 = 11,2%

Innerhalb von 16 Jahren um über 75% abgestürzt - 36 Prozentpunkte verloren und nur noch knapp vor der Einstelligkeit. Da werden Erinnerungen an die SPD in ihren Hochburgen wach.
Aber auch die Wah"sieger", die SPD, hat trotz gestiegener Wahlbeteiligung Federn lassen müssen. Sie verlor über 50.000 Wähler und 7 Sitze in der Bürgerschaft. Erstaunlich, daß die Partei trotz des cum-ex-Skandals noch so gut abgeschnitten hat.

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ar26
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von ar26 »

In Hamburg dürfte es kaum Milieus für eine konservative Partei geben. Die CDU hatte unter von Beust versucht, hierauf zu reagieren und sich als 'liberale Großstadtpartei' neu erfunden. Das war augenscheinlich nicht nachhaltig. Denn mit den Grünen und auch der SPD hat sie hier Konkurrenten, die das auf Dauer besser können.

Letztlich sind solche Stadtstaaten ohnehin Biotope. Wer dort leben mag, bitteschön. Meines wär das nicht.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Vinzenz Ferrer
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 04:07
Die Prognose, daß die AfD unter 5% liegen würde, führte zu Jubelstürmen im Staatsfernsehen
Habe den Jubel auch mitbekommen. Journalismusattrappe sage ich dazu.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

Caviteño
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

ar26 hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 10:54
Letztlich sind solche Stadtstaaten ohnehin Biotope.
Das erinnert mich an den Brexit, als man auch meinte, aufgrund der Stimmung in London auf die Stimmung im Lande schließen zu können. Ein weiteres Beispiel sind die USA und die Wahl von Trump. Kalifornien und die Ostküste stehen nicht stellvertretend für das gesamte Land.

In D. haben von den drei Stadtstaaten zwei ganz erhebliche finanzielle Probleme und HH steht zwar finanziell noch ganz gut dar und ist Nettozahler im Länderfinanzausgleich. Gleichwohl wird man Bilder wie beim G20-Gipfel ehr der Rigaer Straße in Berlin zuordnen als der feinen Hansestadt Hamburg. Ob rot-grün hier eine Kehrtwende einleiten wird, darf bezweifelt werden. Vermutlich wird sich die Stadt mehr Richtung Berlin als Richtung München entwickeln.

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taddeo
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von taddeo »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 14:55
HH steht zwar finanziell noch ganz gut dar und ist Nettozahler im Länderfinanzausgleich
Hamburg hat bei ca. 1,8 Millionen Einwohnern eine Verschuldung von gut 33 Milliarden €, Bayern zB bei ca. 13 Millionen Einwohnern gut 13 Milliarden (jeweils 2019, laut Statistischem Bundesamt). "Gut dastehen" ist wohl was anderes. :unbeteiligttu:

Caviteño
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Re: Bürgerschaftswahl in Hamburg

Beitrag von Caviteño »

taddeo hat geschrieben:
Montag 24. Februar 2020, 16:35
Hamburg hat bei ca. 1,8 Millionen Einwohnern eine Verschuldung von gut 33 Milliarden €, Bayern zB bei ca. 13 Millionen Einwohnern gut 13 Milliarden (jeweils 2019, laut Statistischem Bundesamt). "Gut dastehen" ist wohl was anderes. :unbeteiligttu:
Der Maßstab, ob Schulden tragfähig sind, sind nicht die Schulden pro Kopf sondern deren Höhe im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (s.a. Maastricht-Kriterien). Da liegt HH nach Bayern, Sachsen, B.-W. und Hessen (noch) auf einem akzeptablen fünften Platz.
Auch der Zuwachs an Schulden betrug von 2007 - 2017 nur 3,6% . Zum Vergleich: NRW = 25,3% und Hessen = 44,2%. Damit liegt HH im Mittelfeld der Länder - Platz 7.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... rschuldung

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