Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Liebe Irmgard,

ich versuche mal einige Antworten oder Hinweise zu geben:
  1. „Rassistisches Gedankengut“ ist nur eine zahlreicher möglicher Haltungen, die – nicht nur – aus Sicht des überlieferten Glaubens der Kirche zu verwerfen sind, überdies nur eine sekundäre und abgeleitete. Ich könnte zahlreiche weitere nennen, ja ohne weiteres Bücher darüber schreiben. (Vielleicht kommt auch demnächst mal eins.) Ich verzichte an dieser Stelle darauf: Das grundsätzliche Problem sind die Ideologien der Moderne in toto.
  2. Diese Ideologien, so antichristlich und kirchenfeindlich, ja naturwidrig und menschenfeindlich sie ihrem Wesen nach sind, haben doch weithin Besitz von Hirnen und Herzen der Menschen ergriffen.
  3. Das hier herrschende politische System, dessen ursprünglicher Ordnung sich eine geschlossene politmediale Kaste bemächtigt hat, ruht vollständig auf dem Fundament solcher menschenfeindlichen Ideologien (deren Analyse am gründlichsten vielleicht vorliegt im Gesamt der gesellschaftspolitisch relevanten Enzykliken des elften Pius).
  4. Die AfD ist davon durchaus auch betroffen, im Gegensatz zu den Systemparteien finde ich aber durchaus manch Klarsichtigen und eine größere Zahl „Ahnender“, die zumindest verstehen, daß am herrschenden System etwas grundsätzlich faul ist, ohne es recht bestimmen und ausdrücken zu können.
  5. Ein spezifisches Rassismus-Problem liegt bei der AfD nicht vor.
  6. Soweit gesellschaftlicher Rassismus insgesamt sich in den letzten Jahren verstärkt haben mag, ist das die nötige, erwartbare, von mir vor fünf Jahren auch bereits vorhergesagte und – behaupte ich – beabsichtigte Folge der ab 2015 initiierten rechtswidrigen Masseninvasion. (Wer kann, lese oder höre hierzu den italienischen marxistischen Philosophen Diego Fusaro. Keiner hat die Vorgänge so messerscharf und treffend analysiert wie er.)
  7. Wichtiges Herrschaftsmittel obengenannter politmedialer Kaste ist die Massenpsychologie nach Gustave Le Bon und Eduard Bernays, samt PR, PC, Framing etc.
  8. Eine Rettung aus dieser Falle – die andernfalls unweigerlich in eine den Gläubigen geoffenbarte finale historische Phase mündet – ist, wenigstens für jetzt, nur möglich, wenn im ersten Schritt das alles erdrückende, geschlossene Diskurssystem aufgebrochen wird, wenn wir die Freiheit des politischen, gesellschaftlichen, philosophischen Diskurses wiedergewinnen, die zur Zeit nicht mehr besteht und deren Reste in diesen Tagen mit rapider Beschleunigung abgebaut werden.
  9. Im aktuellen Parteiensystem kann ich nur die AfD erkennen, durch welche – jedenfalls in wesentlichen Teilen – solches Aufbrechen des Systems und Wiedergewinnung menschlicher Freiheit möglich werden könnte.
  10. Diejenigen Teile der AfD, die genau dafür stehen – also der politmedialen Kaste oder besser den Bürgern vor dem Hintergrund dieser Kastenherrschaft die Systemfrage stellen –, sind dieselben, welche das Framing der Systemmedien auszugrenzen versucht.
  11. Daneben stehen andere Teile, denen es augenscheinlich eher um Teilhabe am bisherigen System geht, um einen „Platz an der Sonne“ unter Anbringung einiger korrigierender Justierungen; nenn es meinetwegen eine Art Erich-Mende-FPD oder Alfred-Dregger-CDU (wenigstens in deren Vorstellung, ich möchte die beiden Genannten damit nicht beleidigt haben).
  12. Die „Möchtegern-Teilhaber“ haben gerade den Versuch unternommen, eine Zentralfigur der „Systemgefährder“ auszugrenzen und kaltzustellen. Wie das ausgeht, wird juristisch geklärt werden.
  13. Ginge ich jetzt noch auf die kirchlichen Implikationen des Themas ein, würde das hier zu weit führen. Nur so viel: Wer zeternd und verdammend auf diesen oder jenen Irrtum auf seiten der AfD weist (oft, aber sicher nicht immer zu Unrecht), auf der andern Seite aber die Grünen hätschelt, die diabolische Inkarnation aller ideologischen Abwege, ja zugelassen hat, daß das einstige katholische Milieu (welches einmal besser als vernunftgemäße Einsicht verhütet hat, daß Katholiken in größerer Zahl auf die Nazis hereinfielen) vielerorts in eine olivgrüne, ökofaschistische Multikulti- und Gendersauce mutiert worden ist, der hat sich vom apostolischen Glauben der Kirche, wie er vor neunzig oder achtzig Jahre noch lebendig war, prinzipiell getrennt.
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Irmgard
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Irmgard »

Lieber Robert,

vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme, mit der ich mich gerne auch noch mal inhaltlich auseinandesetzen werde. In aller Kürze: ich verfolge regelmäßig die Bundestagsdebatten, und ich wundere mich doch sehr, was dort einige AFD-Abgeordnete von sich geben. Natürlich wundere ich mich auch, was Abgeordnete anderer Parteien von sich geben, aber dies doch in deutlich geringerem Maße.

Ich mache es mir grundsätzlich zur Pflicht, mir ein eigenes Bild, soweit möglich, zu machen. Insofern diskutiere ich auch gerne mit unseren Volksvertretern in Land und Bund unabhängig von der Parteizugehörigkeit über Sachthemen. Ich muss zugeben, die Diskussion mit AFD-Abgeordneten ist schwierig, sehr schwierig. Mein grundsätzliches Bemühen, sachorientiert zu argumentieren kann man (hoffentlich) auch in diesem Forum sehen. Ich bin da im Realleben nicht anders, freundlich, sachlich. Ich kann auch zuhören und bin lernwillig.

Aber es gibt Grenzen, die ich für mich ziehe und die ich freundlich auch vertrete. Die Erzählungen meiner Familie aus dem 3. Reich sind mir noch sehr präsent, ebeso wie die Erzählungen meiner Schwiegereltern aus der DDR. Beides hätte ich nicht gerne noch einmal. Die Würde eines jeden Menschen ist mir wichtig.

Gruß
Irmgard

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Hubertus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Hubertus »

Irmgard hat geschrieben:
Sonntag 17. Mai 2020, 18:37
Aber es gibt Grenzen, die ich für mich ziehe und die ich freundlich auch vertrete. Die Erzählungen meiner Familie aus dem 3. Reich sind mir noch sehr präsent, ebeso wie die Erzählungen meiner Schwiegerelternaus der DDR. Beides hätte ich nicht gerne noch einmal. Die Würde eines jeden Menschen ist mir wichtig.
Das geht mir nicht anders. Ich werde nie vergessen, was meine Großväter über diese Zeit erzählten.

Auch ich verfolge die Genese und Entwicklung dieser Partei sehr genau. Ich bin auch weit entfernt davon, jede Äußerung jedes Vertreters der AfD zu unterschreiben. Aber die Partei in toto auch nur halbwegs in die Nähe des "Dritten Reichs" zu bringen, kann ich bisher absolut nicht nachvollziehen* und bitte um entsprechende Nachweise.

* Am meisten stößt mir sauer auf, daß man angekündigt hatte, die Partei "inhaltlich zu stellen". Das passiert bis heute nicht. Statt Sachargumenten wird allzuoft pauschal die "Nazikeule" ausgepackt und daher eine inhaltliche Auseinandersetzung gemieden. So gewinnt man auf jeden Fall kein Vertrauen zurück.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño »

Irmgard hat geschrieben:
Sonntag 17. Mai 2020, 18:37
ich verfolge regelmäßig die Bundestagsdebatten, und ich wundere mich doch sehr, was dort einige AFD-Abgeordnete von sich geben. Natürlich wundere ich mich auch, was Abgeordnete anderer Parteien von sich geben, aber dies doch in deutlich geringerem Maße.
Kannst Du da bitte mal Beispiele nennen, über die man diskutieren kann?
Der berühmte "Fliegensch..s" von Gauland wird zwar immer wieder aufgeführt, wurde aber nicht im Parlament geäußert, kann also hier nicht zutreffen.

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ar26
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 »

Irmgard hat geschrieben:
Sonntag 17. Mai 2020, 18:37
Lieber Robert,

vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme, mit der ich mich gerne auch noch mal inhaltlich auseinandesetzen werde. In aller Kürze: ich verfolge regelmäßig die Bundestagsdebatten, und ich wundere mich doch sehr, was dort einige AFD-Abgeordnete von sich geben. Natürlich wundere ich mich auch, was Abgeordnete anderer Parteien von sich geben, aber dies doch in deutlich geringerem Maße.

Ich mache es mir grundsätzlich zur Pflicht, mir ein eigenes Bild, soweit möglich, zu machen. Insofern diskutiere ich auch gerne mit unseren Volksvertretern in Land und Bund unabhängig von der Parteizugehörigkeit über Sachthemen. Ich muss zugeben, die Diskussion mit AFD-Abgeordneten ist schwierig, sehr schwierig. Mein grundsätzliches Bemühen, sachorientiert zu argumentieren kann man (hoffentlich) auch in diesem Forum sehen. Ich bin da im Realleben nicht anders, freundlich, sachlich. Ich kann auch zuhören und bin lernwillig.

Aber es gibt Grenzen, die ich für mich ziehe und die ich freundlich auch vertrete. Die Erzählungen meiner Familie aus dem 3. Reich sind mir noch sehr präsent, ebeso wie die Erzählungen meiner Schwiegereltern aus der DDR. Beides hätte ich nicht gerne noch einmal. Die Würde eines jeden Menschen ist mir wichtig.

Gruß
Irmgard
Persönlich schätze ich eine polit. Partei oder ihre Parlamentsvertreter streng nach Leistungsgesichtspunkten ein. Dies bedeutet, die Rhetorik usw. sind mir egal. Wichtig ist ihr Abstimmungs- und Entscheiderverhalten. Bei der AfD konkret ihr Abstimmungsverhalten im Bundestag. Wo liegt hier für mich der Maßstab als kath. Wähler? Ganz klar beim Naturrecht, wie es die Kirche rezipiert. Hier gab es in der noch laufenden Legislaturperiode eine relevante Abstimmungen, bei der sich Spreu vom Weizen schied. Da hätten wir zB die Abstimmung zu § 219a StGB, wir hätten die Abstimmung zur Neuregelung der Organspende, wir hätten die glücklicherweise vorerst abgeblasene "Reform" von Art. 6 GG. In all diesen Punkten war die AfD anders als die anderen Fraktionen stabil naturrechtlich. Daher bereue ich meine Wahl 2017 nicht. Daneben gibt es weitere Punkte, wo starke Übereinstimmung herrscht, namentlich die Finanzpolitik

Ein kleiner Höhepunkt war die Nummer in Thüringen. Da hab ich mich schon extrem gefreut. Wir sind ja 1989 auf die Straße gegangen, damit so Leute wie diese Hennig-Wellsow maximal noch Kassierin bei Aldi werden. Daher schau ich mir die Szene, wo sie den Blumenstrauß hinwirft, gern an. Das hat Björn Höcke einfach toll gemacht.

Ich würde mir wünschen, dass Du konkretes Abstimmungsverhalten im Bundes- oder in Landtagen nennst, wo die AfD Deiner Ansicht nach falsch gehandelt hat. Das wäre für mich dann eine Grundlage zum Weiterdiskutieren.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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ar26
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sonntag 17. Mai 2020, 18:00
Liebe Irmgard,

ich versuche mal einige Antworten oder Hinweise zu geben:
  1. „Rassistisches Gedankengut“ ist nur eine zahlreicher möglicher Haltungen, die – nicht nur – aus Sicht des überlieferten Glaubens der Kirche zu verwerfen sind, überdies nur eine sekundäre und abgeleitete. Ich könnte zahlreiche weitere nennen, ja ohne weiteres Bücher darüber schreiben. (Vielleicht kommt auch demnächst mal eins.) Ich verzichte an dieser Stelle darauf: Das grundsätzliche Problem sind die Ideologien der Moderne in toto.
  2. Diese Ideologien, so antichristlich und kirchenfeindlich, ja naturwidrig und menschenfeindlich sie ihrem Wesen nach sind, haben doch weithin Besitz von Hirnen und Herzen der Menschen ergriffen.
  3. Das hier herrschende politische System, dessen ursprünglicher Ordnung sich eine geschlossene politmediale Kaste bemächtigt hat, ruht vollständig auf dem Fundament solcher menschenfeindlichen Ideologien (deren Analyse am gründlichsten vielleicht vorliegt im Gesamt der gesellschaftspolitisch relevanten Enzykliken des elften Pius).
  4. Die AfD ist davon durchaus auch betroffen, im Gegensatz zu den Systemparteien finde ich aber durchaus manch Klarsichtigen und eine größere Zahl „Ahnender“, die zumindest verstehen, daß am herrschenden System etwas grundsätzlich faul ist, ohne es recht bestimmen und ausdrücken zu können.
  5. Ein spezifisches Rassismus-Problem liegt bei der AfD nicht vor.
  6. Soweit gesellschaftlicher Rassismus insgesamt sich in den letzten Jahren verstärkt haben mag, ist das die nötige, erwartbare, von mir vor fünf Jahren auch bereits vorhergesagte und – behaupte ich – beabsichtigte Folge der ab 2015 initiierten rechtswidrigen Masseninvasion. (Wer kann, lese oder höre hierzu den italienischen marxistischen Philosophen Diego Fusaro. Keiner hat die Vorgänge so messerscharf und treffend analysiert wie er.)
  7. Wichtiges Herrschaftsmittel obengenannter politmedialer Kaste ist die Massenpsychologie nach Gustave Le Bon und Eduard Bernays, samt PR, PC, Framing etc.
  8. Eine Rettung aus dieser Falle – die andernfalls unweigerlich in eine den Gläubigen geoffenbarte finale historische Phase mündet – ist, wenigstens für jetzt, nur möglich, wenn im ersten Schritt das alles erdrückende, geschlossene Diskurssystem aufgebrochen wird, wenn wir die Freiheit des politischen, gesellschaftlichen, philosophischen Diskurses wiedergewinnen, die zur Zeit nicht mehr besteht und deren Reste in diesen Tagen mit rapider Beschleunigung abgebaut werden.
  9. Im aktuellen Parteiensystem kann ich nur die AfD erkennen, durch welche – jedenfalls in wesentlichen Teilen – solches Aufbrechen des Systems und Wiedergewinnung menschlicher Freiheit möglich werden könnte.
  10. Diejenigen Teile der AfD, die genau dafür stehen – also der politmedialen Kaste oder besser den Bürgern vor dem Hintergrund dieser Kastenherrschaft die Systemfrage stellen –, sind dieselben, welche das Framing der Systemmedien auszugrenzen versucht.
  11. Daneben stehen andere Teile, denen es augenscheinlich eher um Teilhabe am bisherigen System geht, um einen „Platz an der Sonne“ unter Anbringung einiger korrigierender Justierungen; nenn es meinetwegen eine Art Erich-Mende-FPD oder Alfred-Dregger-CDU (wenigstens in deren Vorstellung, ich möchte die beiden Genannten damit nicht beleidigt haben).
  12. Die „Möchtegern-Teilhaber“ haben gerade den Versuch unternommen, eine Zentralfigur der „Systemgefährder“ auszugrenzen und kaltzustellen. Wie das ausgeht, wird juristisch geklärt werden.
  13. Ginge ich jetzt noch auf die kirchlichen Implikationen des Themas ein, würde das hier zu weit führen. Nur so viel: Wer zeternd und verdammend auf diesen oder jenen Irrtum auf seiten der AfD weist (oft, aber sicher nicht immer zu Unrecht), auf der andern Seite aber die Grünen hätschelt, die diabolische Inkarnation aller ideologischen Abwege, ja zugelassen hat, daß das einstige katholische Milieu (welches einmal besser als vernunftgemäße Einsicht verhütet hat, daß Katholiken in größerer Zahl auf die Nazis hereinfielen) vielerorts in eine olivgrüne, ökofaschistische Multikulti- und Gendersauce mutiert worden ist, der hat sich vom apostolischen Glauben der Kirche, wie er vor neunzig oder achtzig Jahre noch lebendig war, prinzipiell getrennt.
Du bist ein echter Optimist. Einiges davon würde ich unterschreiben, anderes scheint mir Wunschdenken. Der Sache mit Kalbitz würde ich insgesamt keinen so hohen Wert beimessen.
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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

ar26 hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 00:07
Du bist ein echter Optimist. Einiges davon würde ich unterschreiben, anderes scheint mir Wunschdenken.
Was denn genau?
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ar26
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 »

VIII. halte ich für Wunschdenken. Aber probieren kann man es.
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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

ar26 hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 00:17
VIII. halte ich für Wunschdenken. Aber probieren kann man es.
Das ist das optimistisch sehe, habe ich nicht gesagt. Es besteht eine Chance. Diese eine.
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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

ar26 hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 00:07
....
Der Sache mit Kalbitz würde ich insgesamt keinen so hohen Wert beimessen.
Markus Krall von der Atlas-Initiative hat in seinem Buch "Die Bürgerliche Revolution" (hier) der AfD nur eine dauerhafte Chance eingeräumt, wenn sie ihr Verhältnis zum äußersten rechten Rand des politischen Spektrums auch personell klärt. :hmm:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
(Georg Christoph Lichtenberg)

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño »

Raphael hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 08:32
Markus Krall von der Atlas-Initiative hat
in seinem Buch "Die Bürgerliche Revolution" (hier) der AfD nur eine dauerhafte Chance eingeräumt, wenn sie ihr Verhältnis zum äußersten rechten Rand des politischen Spektrums auch personell klärt. :hmm:
Da gebe ich allerdings zu bedenken, daß der Höcke-Flügel bei der Wahl in Thüringen ein sehr respektables Ergebnis eingefahren hat und mit 23,4% deutlich vor der CDU lag.
Ob die geforderte Abgrenzung zum rechten Rand tatsächlich dazu führen würde, daß die Partei sich dauerhaft etabliert, ist mE nicht sicher. Es kann ebenso sein, daß die ausgeschlossenen Parteimitglieder eine andere Partei gründen und sich die Wählerbasis dann aufteilt. Dann könnten beide Parteien Schwierigkeiten mit der 5%-Hürde bekommen. Die beiden "Neu"gründungen auf der linken Seite (Grüne und Linke) zeigen, daß radikalere Stimmen auch ihr Wählerpotential haben; die SPD hat es bisher nicht geschafft, dies rückgängig zu machen.

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 09:09
Raphael hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 08:32
Markus Krall von der Atlas-Initiative hat
in seinem Buch "Die Bürgerliche Revolution" (hier) der AfD nur eine dauerhafte Chance eingeräumt, wenn sie ihr Verhältnis zum äußersten rechten Rand des politischen Spektrums auch personell klärt. :hmm:
Da gebe ich allerdings zu bedenken, daß der Höcke-Flügel bei der Wahl in Thüringen ein sehr respektables Ergebnis eingefahren hat und mit 23,4% deutlich vor der CDU lag.
Ob die geforderte Abgrenzung zum rechten Rand tatsächlich dazu führen würde, daß die Partei sich dauerhaft etabliert, ist mE nicht sicher. Es kann ebenso sein, daß die ausgeschlossenen Parteimitglieder eine andere Partei gründen und sich die Wählerbasis dann aufteilt. Dann könnten beide Parteien Schwierigkeiten mit der 5%-Hürde bekommen. Die beiden "Neu"gründungen auf der linken Seite (Grüne und Linke) zeigen, daß radikalere Stimmen auch ihr Wählerpotential haben; die SPD hat es bisher nicht geschafft, dies rückgängig zu machen.
Diese innerparteiliche Auseinandersetzung erinnert stark an die Streitigkeiten zwischen Fundis und Realos bei den Grünen. Die Grabenkämpfe waren hart und nervenzehrend; um nicht zu sagen: -zerfetzend.
Da traten Leute mit Tränen in den Augen und zittriger Stimme vor die Mikrofone von ARD und ZDF. Dort kamen dann doch etliche aus ihrer "Komfortzone"!

Es liegt nicht allzu fern, wenn man in diesen Auseinandersetzungen auch den (Mit-)Grund für den Selbstmord von Petra Kelly und Gert Bastian sucht. :hmm:
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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 09:09
Raphael hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 08:32
Markus Krall von der Atlas-Initiative hat
in seinem Buch "Die Bürgerliche Revolution" (hier) der AfD nur eine dauerhafte Chance eingeräumt, wenn sie ihr Verhältnis zum äußersten rechten Rand des politischen Spektrums auch personell klärt. :hmm:
Da gebe ich allerdings zu bedenken, daß der Höcke-Flügel bei der Wahl in Thüringen ein sehr respektables Ergebnis eingefahren hat und mit 23,4% deutlich vor der CDU lag.
Ob die geforderte Abgrenzung zum rechten Rand tatsächlich dazu führen würde, daß die Partei sich dauerhaft etabliert, ist mE nicht sicher. Es kann ebenso sein, daß die ausgeschlossenen Parteimitglieder eine andere Partei gründen und sich die Wählerbasis dann aufteilt. Dann könnten beide Parteien Schwierigkeiten mit der 5%-Hürde bekommen. Die beiden "Neu"gründungen auf der linken Seite (Grüne und Linke) zeigen, daß radikalere Stimmen auch ihr Wählerpotential haben; die SPD hat es bisher nicht geschafft, dies rückgängig zu machen.
Nachtrag noch zur Person Björn Höcke:
Aus meiner Sicht kann eigentlich jeder erkennen, daß Björn Höcke von den MSM zur Haßfigur aufgebaut worden ist. Dies hat vermutlich seine Ursache in der theoretischen Erkenntnis der linken Vordenker wie Habermas, Mitscherlich, Adorno usw., daß das Volk* irgendwo seine Emotionen kanalisieren soll.

Wenn man sich jedoch seine biographischen Daten anschaut, dann kommt Björn Höcke aus der Mitte der Gesellschaft:
  • protestantisch sozialisiert,
  • verheiratet,
  • Familienvater mit vier Kindern,
  • jahrelang tätig als Lehrer (tlw. als Vertrauenslehrer)
Man muß schon sehr verbohrt sein, wenn man aus so Jemanden "einen neuen Hitler" strickt! :patsch:



* Man sollte sich im Klaren sein, daß in dem linken Milieu dieser Begriff ausschließlich negativ konnotiert ist.
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 09:09
Da gebe ich allerdings zu bedenken, daß der Höcke-Flügel bei der Wahl in Thüringen ein sehr respektables Ergebnis eingefahren hat und mit 23,4% deutlich vor der CDU lag.
Nicht nur da. Ebenso in Sachsen, Sachsen-Anhalt und der Mark Brandenburg.
Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 09:09
Ob die geforderte Abgrenzung zum rechten Rand tatsächlich dazu führen würde …
Da wir hier uns nicht beim System anbiedern wollen, läßt uns dessen Forderung auch kalt. Im übrigen geht es um kein Rechts-Links-Schema und um keinen rechten Rand. Wir müssen uns außerhalb der Koordinaten des korrupten Systems placieren.
Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 09:09
… daß die Partei sich dauerhaft etabliert …
Eine etablierte Systempartei wollen und dürfen wir gerade nicht werden.
Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 09:09
Es kann ebenso sein, daß die ausgeschlossenen Parteimitglieder eine andere Partei gründen und sich die Wählerbasis dann aufteilt.
Daraus würde nichts, siehe Poggenburg.
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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 10:11
Da wir hier uns nicht beim System anbiedern wollen, läßt uns dessen Forderung auch kalt. Im übrigen geht es um kein Rechts-Links-Schema und um keinen rechten Rand. Wir müssen uns außerhalb der Koordinaten des korrupten Systems placieren.
Und das wird die AfD nur schaffen, wenn sich in ihr eine starke Mitte etabliert! :)
Erst diese wäre in der Lage, die Interessen der eher sozial Orientierten und die der stärker patriotisch Orientierten auszutarieren.
Man sollte schließlich nicht außer Acht lassen, daß sich in der AfD Ex-SPD-ler, Ex-CDU-ler, Ex-Grüne und noch viele Andere politisch engagieren. Das kann nur ein "gäriger Haufen" ( © Alexander Gauland) sein! ;D


In der alten CDU vor Kohl und auch noch zu Kohl's Zeiten ist dies auch gelungen.
Zuletzt geändert von Raphael am Montag 18. Mai 2020, 10:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 »

Ich halte diese Flügelfixierung in der AfD für quatsch. Die Frage, warum Menschen in Mittel- oder Ostdeutschland AfD wählen, ist eine interessante. Sie mit dem Verweis auf Namen wie Höcke oder Kalbitz zu beantworten, ist verfehlt.

Freilich hat Höcke in diesem Jahr an Format gewonnen, zudem ist er in der Tat ein sehr bürgerlicher Typ. Da er das gemacht hat, was man eher von einer CDU 2.0.erwarten würde, nämlich die Kommunisten bekämpfen, hat er in diesen Milieus an Format gewonnen und ist gegenwärtig sakrosankt. Kalbitz sehe ich dagegen eher in der Liga Pockenburg.
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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

ar26 hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 10:48
Kalbitz sehe ich dagegen eher in der Liga Poggenburg.
Das ist eine Fehleinschätzung.
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Bruder Donald
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Bruder Donald »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 10:11
Da wir hier uns nicht beim System anbiedern wollen, läßt uns dessen Forderung auch kalt. Im übrigen geht es um kein Rechts-Links-Schema und um keinen rechten Rand. Wir müssen uns außerhalb der Koordinaten des korrupten Systems placieren.
Ich denke, die AfD wird irgendwann, nachdem sie auch mal Regierungsverantwortung übernommen hat, genau dort landen: in der korrupten Mitte des Systems.
Alles andere halte ich persönlich für naives Wunschdenken.
So sind die Spielregeln und die AfD wird mMn es nicht schaffen, an diesen Regeln etwas zu ändern, sondern sich irgendwann an diese anpassen. Aber das wird wahrscheinlich noch gute 10 - 20 Jahre dauern.
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

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Vinzenz Ferrer
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:13
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 10:11
Da wir hier uns nicht beim System anbiedern wollen, läßt uns dessen Forderung auch kalt. Im übrigen geht es um kein Rechts-Links-Schema und um keinen rechten Rand. Wir müssen uns außerhalb der Koordinaten des korrupten Systems placieren.
Ich denke, die AfD wird irgendwann, nachdem sie auch mal Regierungsverantwortung übernommen hat, genau dort landen: in der korrupten Mitte des Systems.
Alles andere halte ich persönlich für naives Wunschdenken.
So sind die Spielregeln und die AfD wird mMn es nicht schaffen, an diesen Regeln etwas zu ändern, sondern sich irgendwann an diese anpassen. Aber das wird wahrscheinlich noch gute 10 - 20 Jahre dauern.
Ja, nicht zu viel Hoffnung setzen auf eine einzige Partei. Wichtig ist, dass sich „zivilgesellschaftlich“ (schlimmes Wort) etwas tut. Wir brauchen ein patriotisches Milieu.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Bruder Donald
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Bruder Donald »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:30
Ja, nicht zu viel Hoffnung setzen auf eine einzige Partei. Wichtig ist, dass sich „zivilgesellschaftlich“ (schlimmes Wort) etwas tut. Wir brauchen ein patriotisches Milieu.
Es ist wichtig und richtig, dass es die AfD gibt und diese auf vielen Ebenen mitmischt.
Demokratie soll ja angeblich vom Pluralismus leben. Es entlarven sich die Systempartien und Systemmedien, wenn sie gewisse Meinungen und Optionen vom offenen Diskurs fernhalten wollen.
Man merkt, dass die Systemparteien alt, fett und selbstgenügsam geworden sind und sie meinen, mit ihren Programmen überzeugen zu können, weil sie ja CDU, SPD etc. sind, aber nicht mehr im Wettbewerb durch gute Argumente überzeugen können (und wollen).
Daher wohl auch die Angst vom Kapitalismus: im Kapitalismus muss man durch harte Arbeit am Ball bleiben. Einmal nicht aufgepasst und schon kann es bergab gehen. Die Systempartien sind wettbewerbsfaul und meinen durch "korrekte Gesinnung" hätten sie ein Anrecht auf ihre Stammplätze.
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Vinzenz Ferrer
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:47
Die Systempartien sind wettbewerbsfaul und meinen durch "korrekte Gesinnung" hätten sie ein Anrecht auf ihre Stammplätze.
So ist es.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:30
Wir brauchen ein patriotisches Milieu.
Sicher. Martins Rede.
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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:47
Daher wohl auch die Angst vom Kapitalismus: im Kapitalismus muss man durch harte Arbeit am Ball bleiben.
Der „Kapitalismus“ ist die eigentliche Wurzel des Übels.
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Bruder Donald
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Bruder Donald »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:01
Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:47
Daher wohl auch die Angst vom Kapitalismus: im Kapitalismus muss man durch harte Arbeit am Ball bleiben.
Der „Kapitalismus“ ist die eigentliche Wurzel des Übels.
Was ist deine Alternative?
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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:30
Wir brauchen ein patriotisches Milieu.
Schließlich ist die Vaterlandsliebe – dem Aquinaten zufolge - eine der drei Merkmale von gerechter Herrschaft! :ja:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:02
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:01
Bruder Donald hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:47
Daher wohl auch die Angst vom Kapitalismus: im Kapitalismus muss man durch harte Arbeit am Ball bleiben.
Der „Kapitalismus“ ist die eigentliche Wurzel des Übels.
Was ist deine Alternative?
Na, fangen wir mal an mit Vix pervenit plus Quadragesimo anno.
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Bruder Donald
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Bruder Donald »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:25
Na, fangen wir mal an mit Vix pervenit plus Quadragesimo anno.
Im Anbetracht dieser Antwort stellen sich mir paar Fragen zu dir in deiner Rolle als AfD-"Funktionär". Ich würde mich freuen, wenn du sie beantworten könntest, vor allem im Hintergrund des Thread-Themas, ob und warum die AfD für Christen, speziell Katholiken, wählbar sein sollten.

1. Auf den Kapitalismus entgegnest du mit Päpstlichen Schreiben. Inwieweit bringst du diese Positionen bei Diskussionen in deinem Kreisverband ein? Trittst du dort auch als strammer, überzeugter Katholik auf oder trittst du da nicht so offensiv damit auf, damit Parteimitglieder nicht "irritiert" sind?

2. Wirbst du bei deinen Argumenten und Positionen mit offiziellen Päpstlichen Schreiben oder verpackst du diese eher säkular, damit ein atheistischer Parteifreund was damit anfangen kann?

3. Da ich dich persönlich nicht kenne, aber mir doch vorstellen kann, dass du dich offen als katholisch "outest", wie gehen deine Parteifreunde damit um? Hast du vielleicht den einen oder anderen die katholische Denkweise näherbringen können oder hast du vielleicht das Gefühl, sie stehen zu dir solange du eben die "richtigen" Sachen sagst und dein Fundament spielt eigentlich keine Rolle?

4. Bist du der Meinung, du kannst mit katholischer Denkweise etwas in und mit der Partei bewegen? Ist es übehaupt dein Ziel?

5. Wie seit ihr im Kreisverband denn so aufgestellt? Gibt es viele Atheisten? Seid ihr mehr Protestanten, wenn ja, wie sind die so drauf (nehmen sie ihren Glauben ernst oder eher weniger)? Gibt es "interkonfessionelle" Reibereien oder schmiedet euch die gemeinsame Sache zusammen?
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño »

Den in Vix pervenit geforderten Zinsverzicht haben wir ja inzwischen (fast) flächendeckend erreicht. ;D

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:56
Den in Vix pervenit geforderten Zinsverzicht haben wir ja inzwischen (fast) flächendeckend erreicht. ;D
Der in Vix pervenit geforderte Zinsverzicht ist kein Zinsverzicht! :doktor:
Es wird nur der Wucherzins verboten.
Ein marktgerechter Zins ist zulässig, wenn in ihm das Ausfallrisiko und ein mäßiges Nutzungsentgelt abgebildet ist.

Hermann Josef Abs sagte dereinst: Der Zins ist 3%! ;D
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Vinzenz Ferrer
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:56
Den in Vix pervenit geforderten Zinsverzicht haben wir ja inzwischen (fast) flächendeckend erreicht. ;D
Nein, denn ein wahrer Zinsverzicht würde natürlich auch Negativzinsen einschließen.
Glaube heißt Widerstand gegen die Schwerkraft. (Benedikt XVI.)

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Vinzenz Ferrer
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Vinzenz Ferrer »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:59
Vinzenz Ferrer hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 11:30
Wir brauchen ein patriotisches Milieu.
Sicher. Martins Rede.
Ja, sicher auch Martins Rede; aber in erster Linie die Rede von Nikolai A.* :)

[*Name der Redaktion bekannt ;) ]
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Robert Ketelhohn
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Robert Ketelhohn »

Raphael hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 13:09
Caviteño hat geschrieben:
Montag 18. Mai 2020, 12:56
Den in Vix pervenit geforderten Zinsverzicht haben wir ja inzwischen (fast) flächendeckend erreicht. ;D
Der in Vix pervenit geforderte Zinsverzicht ist kein Zinsverzicht! :doktor:
Es wird nur der Wucherzins verboten.
Ein marktgerechter Zins ist zulässig, wenn in ihm das Ausfallrisiko und ein mäßiges Nutzungsentgelt abgebildet ist.
Falsch. Wucher ist ein Synonym für Zins, ja es das eigentliche deutsche Wort für das, was wir heute „Zins“ zu nennen gewohnt sind (oder gewöhnt worden sind).

Das habe ich dir vor über acht Jahren schon mal erklärt:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
Sonntag 1. Januar 2012, 12:33
Raphael hat geschrieben:1. die Zinsnahme moralisch generell erlaubt ist
2. die Zinszahlung ebenfalls
3. auch die Wucherzinszahlung ist moralisch erlaubt
4. einzig die Wucherzinsnahme ist moralisch verwerflich.
Insofern du unter 1. den Geldzins aus Darlehens- oder Kreditvertrag meinst, ist deine Aussage falsch, grob irreführend und moralisch ebenso zu qualifizieren wie die Schwuchtelpropaganda der Sodomitenlobby. Dieser Geldzins ist exakt das, was die Lehre der Kirche usura nennt, früher allgemein als Wucher benannt. „Wucherzins“ gibt es nicht. Die semantische Verschiebung des Wucherbegriffs von usura allein auf überhöhte Preise oder Zinsen geht einher mit dem Schwinden des Bewußtseins vom Unrecht der Geldzinsnahme auf Darlehen und hat sich gewiß nicht zufällig vollzogen. Um so entschiedener ist sie zu bekämpfen, denn sie dient, dem ausgebeuteten Volk die Hirne waschend, nur dem Interesse der Herren des Geldes.
Die ganze Sammlung findest du da:
https://kreuzgang.org/search.php?keywor ... bmit=Suche
Im übrigen sollten wir diese Diskussion in diesem Strang führen:
https://kreuzgang.org/viewtopic.php?f=4&t=14319
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