Was passiert in Brasilien?

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Caviteño
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Re: Was passiert in Brasilien?

Beitrag von Caviteño » Freitag 30. November 2018, 07:17

Nicht nur durch die neue Seidenstraße, die die Länder von China bis Europa betrifft oder die chin. Investitionen in Afrika versucht China Einfluß zu gewinnen. Ein weiteres Ziel ist Brasilien. Es ist die Nr. 3 bei den chin. Direktinvestitionen im Ausland und umgekehrt der Hauptabnehmer brasil. Produkte (vermutlich bis auf Fußballspieler):
Bei den Investitionen denkt China strategisch: Die Digitalisierung und Vernetzung der Investitionen ist nur eine Frage der Zeit. Denn wer Stromnetze, Strassen, Schienenwege, Häfen und bald Telekomnetze kontrolliert, hat einen gewaltigen Vorsprung als Investor, wenn es um die Digitalisierung und Datenkommunikation Brasiliens geht. Diese wachsende Machtkontrolle von Chinas Konzernen hat der rechtspopulistische künftige Präsident Bolsonaro schon im Wahlkampf immer wieder erwähnt: «Sollen wir unserem Strom bald von den Chinesen beziehen?», schimpft er regelmässig.
Chinas Einfluss in Brasilien wächst rasant

Inzwischen sind 25% der Stromverteilung und 8% der Stromerzeugung in chin. Hand und weitere Investitionen sind geplant. Zur chin. Strategie der weltweiten Investitionen in Stromnetze:

China baut das Weltstromnetz

Während die Kenntnisse über China in Brasilien sehr gering sind - man hat dort noch nicht einmal einen Korrespondenten - glänzen die Chinesen mit exzellent ausgebildeten Diplomaten, die nicht nur perfekt Portugiesisch sprechen, sondern auch bestens vernetzt sind. Das gelte auch für die dort tätigen Korrespondenten, Unternehmer und Banker aus dem Reich der Mitte.

Caviteño
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Re: Was passiert in Brasilien?

Beitrag von Caviteño » Sonntag 6. Januar 2019, 01:15

Seit wenigen Tagen ist der neue Präsident in Brasilien im Amt und schon wird die Außenpolitik geändert:

Präsident Bolsonaro offen für US-Militärbasen in Brasilien

Auch in der Innenpolitik hat er eine Duftmarke gesetzt und ehemaligen Bundesrichter als Justizminister berufen. Dieser hatte sich insbesondere durch seinen Kampf gegen die Korruption einen Namen gemacht:
Berühmt wurde Moro als zuständiger Richter für die Operation „Lava Jato“ (Autowäsche), bei der von März 2014 an der Korruptionsskandal um den staatlich kontrollierten Ölkonzern Petrobras und andere Staatsunternehmen aufgedeckt wurde. Unter Moros Amtsführung wanderten führende Köpfe fast aller Parteien ebenso hinter Gitter wie einige der reichsten und bekanntesten Unternehmer des Landes. Den Höhepunkt in Moros Feldzug bildete zweifellos die Verurteilung des ehemaligen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva wegen Geldwäsche und Bestechlichkeit.
Dabei dienten ihm die Maßnahmen der ital. Justiz gegen Mafia und Politiker als Vorbild - er ist Sohn ital. Einwanderer. Sein Erfolgsrezept:
Mit einem Team junger und ehrgeiziger Staatsanwälte und Ermittler, vielfach im Ausland ausgebildet, setzte Moro auf drei wesentliche Elemente: die frühzeitige Inhaftierung und rasche Verurteilung von Korrumpierern und Korrumpierten, das Angebot von Strafmilderung für Kronzeugen sowie eine umfassende Unterrichtung der Öffentlichkeit über den Fortgang der Ermittlungen, um sich gegen den Druck von Politikern und Unternehmern auf Zügelung der Ermittlungstätigkeit zu wehren.

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