Deutsche Nation und deutsche Identität

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Sempre
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Sempre » Freitag 18. März 2016, 23:52

Tinius hat geschrieben:Deutsche sind als Touristen beliebt, weil sie ein ganz ordentliches verstehbares British-English in der Schule lernen.
Dann gibts also doch Deutsche?!

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umusungu
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von umusungu » Sonnabend 19. März 2016, 00:03

Sempre hat geschrieben:Tinius und Palmesel, Ihr habt 'nen Ratsch!
haben sie überhaupt nicht.
Erst ab 1933 wurde diese Deutschtümelei propagiert.
Donauschwaben habe ich in Rumänien kennengelernt.

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ar26
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von ar26 » Sonnabend 19. März 2016, 00:34

haben sie überhaupt nicht.
Erst ab 1933 wurde diese Deutschtümelei propagiert.
Donauschwaben habe ich in Rumänien kennengelernt.
Nö, das begann während der Befreiungskriege, als Vehikel der liberalen Ideen, daher nationalliberale Bewegung, die in das kleindeutsche Reich mündete. Ihrerseits war diese "Deutschtümmelei" wiederum eine Reaktion auf den französischen Patriotismus der Grande Nation in den napoleonischen Kriegen. Und woher kommt der französische Patriotismus? Der war das Schmiermittel der französischen Revolution. Denn nur dadurch konnte man unter den Angehörigen des Dritten Standes jenes für die Ablehnung der Monarchie erforderliche Gemeinschaftsgefühl herstellen. Trikolore statt fleurs de lis. Lernt man eigentlich alles in der gymnasialen Oberstufe in Geschichte.
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SIMONBLN
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von SIMONBLN » Sonnabend 19. März 2016, 02:02

Die Frage soll jetzt nicht wertend gemeint sein:
Viele Schreiberlinge hier sind schon eher älteren Semesters oder?

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von SIMONBLN » Sonnabend 19. März 2016, 02:12

Ich finde hier herrscht auch nen ganz schön rauer Umgangston...

Ist das typisch Deutsch? ;-)

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Juergen
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Juergen » Sonnabend 19. März 2016, 02:21

umusungu hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Ich erkenne Deutsche im Ausland immer dann, wenn sie versuchen Englisch zu sprechen. :D
wirst Du also immer sofort erkannt?
Nein, dafür habe ich zu lange im englischsprachigem Ausland gelebt. :P
Gruß
Jürgen

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Florianklaus
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Florianklaus » Sonnabend 19. März 2016, 07:52

ar26 hat geschrieben:
haben sie überhaupt nicht.
Erst ab 1933 wurde diese Deutschtümelei propagiert.
Donauschwaben habe ich in Rumänien kennengelernt.
Nö, das begann während der Befreiungskriege, als Vehikel der liberalen Ideen, daher nationalliberale Bewegung, die in das kleindeutsche Reich mündete. Ihrerseits war diese "Deutschtümmelei" wiederum eine Reaktion auf den französischen Patriotismus der Grande Nation in den napoleonischen Kriegen. Und woher kommt der französische Patriotismus? Der war das Schmiermittel der französischen Revolution. Denn nur dadurch konnte man unter den Angehörigen des Dritten Standes jenes für die Ablehnung der Monarchie erforderliche Gemeinschaftsgefühl herstellen. Trikolore statt fleurs de lis. Lernt man eigentlich alles in der gymnasialen Oberstufe in Geschichte.
Eben, Nationalismus ist antikatholisch und eine Frucht der gottlosen Aufklärung und Ursache für viel Elend in den letzten zwei Jahrhunderten bis heute. Darüber sollten hier einige mal nachdenken.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 19. März 2016, 08:25

Fragt doch mal einen Ausländer, der D. kennt, weil er hier z.B. gelebt hat oder öfter hier ist, was er unter "deutsch" versteht.

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ar26
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von ar26 » Sonnabend 19. März 2016, 08:29

Florianklaus hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:
haben sie überhaupt nicht.
Erst ab 1933 wurde diese Deutschtümelei propagiert.
Donauschwaben habe ich in Rumänien kennengelernt.
Nö, das begann während der Befreiungskriege, als Vehikel der liberalen Ideen, daher nationalliberale Bewegung, die in das kleindeutsche Reich mündete. Ihrerseits war diese "Deutschtümmelei" wiederum eine Reaktion auf den französischen Patriotismus der Grande Nation in den napoleonischen Kriegen. Und woher kommt der französische Patriotismus? Der war das Schmiermittel der französischen Revolution. Denn nur dadurch konnte man unter den Angehörigen des Dritten Standes jenes für die Ablehnung der Monarchie erforderliche Gemeinschaftsgefühl herstellen. Trikolore statt fleurs de lis. Lernt man eigentlich alles in der gymnasialen Oberstufe in Geschichte.
Eben, Nationalismus ist antikatholisch und eine Frucht der gottlosen Aufklärung und Ursache für viel Elend in den letzten zwei Jahrhunderten bis heute. Darüber sollten hier einige mal nachdenken.
Antikatholisch ist es, relative Güter über absolute Güter zu setzen. Wer die Nation als relatives Gut über das absolute Gut, nämlich die universelle aka katholische Kirche setzt, ist akatholisch. Diesen Vorwurf würde ich aber nicht gegenüber jedem, der sich als "Nationalist" versteht, erheben, gegenüber manchem schon. Selbst ein Eichendorff, der als einer der wenigen profiliert katholischen Schriftsteller in unserer kulturprotestantischen Nation gilt, würde nach heutigen Maßstäben als Nationalist gelten, obwohl er natürlich deutlich abseits der nationalliberalen Bewegung stand und schon von klein auf die slawisch-polnische Nuance seiner deutsch-schlesischen Herkunft verstecken musste.

Nicht gesagt ist dabei im übrigen, ob man als Katholik zur Verhinderung einer gesellschaftlichen Kräfteverschiebung zu Gunsten des Islams auch mit Nationalisten kooperieren kann oder sollte. Ebenfalls nicht gesagt ist damit, ob ich es als deutscher Katholik nicht zumindest mögen darf, in einer Gesellschaft zu leben, in der alle meine Muttersprache sprechen und die gleichen Sitten und Gebräuche haben. Vielleicht kann man ja auf dieser Basis halbwegs sachlich weiter diskutieren.
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 19. März 2016, 11:06

ar26 hat geschrieben:Nicht gesagt ist dabei im übrigen, ob man als Katholik zur Verhinderung einer gesellschaftlichen Kräfteverschiebung zu Gunsten des Islams auch mit Nationalisten kooperieren kann oder sollte.
Dazu fällt mir spontan folgendes ein:
Beugt euch nicht mit Ungläubigen unter das gleiche Joch. (2.Kor 6,14)
Führt man sich vor Augen, welches Bild Paulus hier benutzt (zwei Ochsen, die einen Pflug ziehen), dann wird klar, was er meint: Lasst euch von den anderen nicht für ihre Ziele einspannen, geht keine taktischen Allianzen ein, nur weil ihr glaubt, daß ihr momentan oder partiell die selben Ziele verfolgt wie sie. Dasselbe Bild zieht sich quer durch die Heilige Schrift, angefangen im AT:
Du sollst nicht Ochse und Esel zusammen vor den Pflug spannen. (Dtn 22,1)
Auch hier geht es nicht wirklich um Ochsen und Esel, sondern um uns, was Paulus an anderer Stelle klar macht: "Sorgt sich Gott etwa um die Ochsen? Oder redet er nicht überall um unseretwillen?" (1.Kor 9, 9bf).

Wie winzig die Schnittmenge zwischen den "Nationalen" und der Kirche wirklich ist, müsste nach dem sogenannten Kulturkampf in den 187er Jahren bekannt sein:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkampf hat geschrieben: ... Bei Beendigung des Konflikts waren 18 katholische Pfarrer ins Gefängnis gebracht und Kircheneigentum im Wert von 16 Millionen Goldmark (entspricht dem Gegenwert von 111 Millionen Euro) beschlagnahmt worden.[8] Zu den auf Grund dieser Gesetze Verurteilten zählte unter anderem der Erzbischof von Posen Mieczysław Halka Ledóchowski und der Trierer Bischof Matthias Eberhard. Ledóchowski wurde zur Höchststrafe von zwei Jahren verurteilt. Matthias Eberhard wurde als zweiter preußischer Bischof am 6. März 1874 verhaftet und zu einer Geldstrafe von 13. Goldmark und neun Monaten Haft verurteilt.[8] Er starb sechs Monate nach seiner Haftentlassung auf dem Höhepunkt des Kulturkampfes. Zum Zeitpunkt seines Todes waren 25 Priester vor Gericht gestellt worden, und 23 von 731 Pfarreien seiner Diözese waren vakant.[9] Der Bischof von Münster, Johannes Bernhard Brinkmann, floh ins Exil, der ihn unterstützende preußische Landrat Heinrich von Droste zu Hülshoff wurde abgesetzt. ...

Dieter
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Dieter » Sonnabend 19. März 2016, 11:33

Deutscher ist, wer Deutsch als Muttersprache hat.

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Juergen
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Juergen » Sonnabend 19. März 2016, 12:12

Dieter hat geschrieben:Deutscher ist, wer Deutsch als Muttersprache hat.
Und was, wenn die Mutter als Muttersprache Deutsch, der Vater aber als Muttersprache eine andere Sprache hat und diese beiden nun ihre Kinden konsequent zweisprachig erziehen?
Welche „Muttersprache“ hat dann das Kind? Die der Mutter oder die des Vaters?

NACHTRAG – Beispiel:
Ich hatte näheren Kontakt zu einer Familie auf Malta: Sie war Deutsche, er – Gott hab ihn selig – war Malteser. Sie sprach mit ihm vielfach Deutsch, er antwortete meist auf Maltesisch. Ihre Tochter wuchs mehrsprachig auf. Deutsch, Maltesisch, Englisch sowie die Fremdsprachen, die sie zudem noch auf der Schule lernte. Die Tochter hat die maltesische Staatsbürgerschaft, doch sie wohnt – soweit ich weiß – in Deutschland.
Zuletzt geändert von Juergen am Sonnabend 19. März 2016, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Jürgen

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 19. März 2016, 12:15

Dieter hat geschrieben:Deutscher ist, wer Deutsch als Muttersprache hat.
Nein.

Es gibt Angehöriger anderer Nationen, die Deutsch als Muttersprache haben: Schweizer, Österreicher, Ostbelgier, Luxemburger, Südtiroler ("Italiener") ...

Und es gibt Deutsche, die andere Sprachen als Deutsch als Muttersprache haben:
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von ar26 » Sonnabend 19. März 2016, 12:36

@ RomanesEuntDomus
Ob sich die Sorben wirklich als Deutsche betrachten oder nur als deutsche Staatsbürger sorbischer Nationalität, solltest Du die Betroffenen selbst fragen. Ich glaube, daß gibt ein zumindest uneinheitliches Bild.

Das Spannungsfeld meiner Erwägung zu taktischen Allianzen oder auch nur dem schlichten Konstatieren von Übereinstimmungen ist mir durchaus bewusst, lässt sich aber keinesfalls mit zwei Bibelversen oder dem Verweis auf den Kulturkampf klären, zumal dieser wesentlich von den (National-)Liberalen betrieben wurde. Ich bin mir keineswegs sicher, ob man Adalbert Falk als Nationalisten bezeichnen kann, Liberaler ist er in jedem Fall gewesen. Lothar Gall beschreibt in seiner Bismarck-Biographie, daß der Kulturkampf die zahlenmäßig natürlich geringen echten protestantischen Konservativen in eine ziemliche Zwickmühle gebracht hatte, aus der sie erst Wilhelm II befreite.

Wenn es Übereinstimmungen gibt, kann man diese nutzbar machen. Dies hat die Kirche beispielsweise im Zuge der konstantinischen Wende und dem arbeitsfreien Sonntag getan, ohne sich mit den Sonnenanbetern vor den gleichen Pflug spannen zu lassen. Gleiches könnte sie heute tun, wenn sie die Bedeutung des christlichen Erbes für Deutschland und Europa herausstellt, natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, daß jeder Mensch auf dieser Welt sich dieses Erbe zu eigen machen kann, wenn er hierher kommt. Die Rückkehr des Nationalen resultiert doch aus dem Kontrast der kultur- und religionsfremden Einwanderung. Immerhin hat die Einwanderung von Millionen Polen oder Italienern nicht zu einer Rückkehr des Nationalen geführt, weil sich davon allenfalls harte Blut- und Bodennationalisten politisch herausgefordert fühlten.
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Dieter » Sonnabend 19. März 2016, 13:12

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Deutscher ist, wer Deutsch als Muttersprache hat.
Nein.

Es gibt Angehöriger anderer Nationen, die Deutsch als Muttersprache haben: Schweizer, Österreicher, Ostbelgier, Luxemburger, Südtiroler ("Italiener") ...

Und es gibt Deutsche, die andere Sprachen als Deutsch als Muttersprache haben:
Bild


Auf diesen Einwand hatte ich gewartet. Deutsch ist der Kulturraum, in denen Deutsch gesprochen wird. Auch die Österreicher, Ost-Belgier usw sind Deutsche im kulturellen Sinne.

Natürlich gibt es Minderheiten, die aber alle, ohne Ausnahme, perfekt deutsch sprechen. Bekanntestes Beispiel ist Stanislaw Tillich, Ministerpräsident.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 19. März 2016, 14:01

Dieter hat geschrieben:Natürlich gibt es Minderheiten, die aber alle, ohne Ausnahme, perfekt deutsch sprechen.
Um was geht es dir denn jetzt? Um Deutsch als Muttersprache, wie du zuerst oben geschrieben hast, oder nur darum, möglichst fließend ("perfekt") Deutsch zu sprechen? Klär das bitte erstmal für dich.

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Palmesel
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Palmesel » Sonnabend 19. März 2016, 14:13

Torsten hat geschrieben:"Das Deutsche", das ist vor allem auch die Sprache. Kompliziert, komplex, ein messerscharfes Instrument der Dichtung und Philosophie von Weltbedeutung. Gott spricht deutsch.
Wenn Gott aber doch einfach, fundamental und butterweich vorzieht - war nicht die Sprache Jesu eine aramäische?
Dieter hat geschrieben:Deutsch ist der Kulturraum, in denen Deutsch gesprochen wird. Auch die Österreicher, Ost-Belgier usw sind Deutsche im kulturellen Sinne.
Da werden die Schweizer imo nicht mitspielen. Die deutsche Sprache ist sicher nur ein Aspekt eines "deutschen Kulturraumes".

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von RomanesEuntDomus » Sonnabend 19. März 2016, 14:23

Palmesel hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:"Das Deutsche", das ist vor allem auch die Sprache. Kompliziert, komplex, ein messerscharfes Instrument der Dichtung und Philosophie von Weltbedeutung. Gott spricht deutsch.
Wenn Gott aber doch einfach, fundamental und butterweich vorzieht - war nicht die Sprache Jesu eine aramäische?
Ihr habt alle keine Ahnung.

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Palmesel
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Palmesel » Sonnabend 19. März 2016, 14:33

RomanesEuntDomus hat geschrieben:Ihr habt alle keine Ahnung.
Verdammt, na klar: ich hätte es wissen sollen - Gott ist ein weißer, männlicher Amerikaner! :panisch:

:kugel:

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Juergen
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Juergen » Sonnabend 19. März 2016, 14:36

Gruß
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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Torsten » Sonnabend 19. März 2016, 14:47

Gott spricht auch - und vor allem (?) - deutsch. :P

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Torsten » Sonnabend 19. März 2016, 14:48

Palmesel hat geschrieben:
RomanesEuntDomus hat geschrieben:Ihr habt alle keine Ahnung.
Verdammt, na klar: ich hätte es wissen sollen - Gott ist ein weißer, männlicher Amerikaner! :panisch:
Und Mitglied der NRA.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Christian » Sonnabend 19. März 2016, 18:47

Eine Frage die schon viele umtreibt und am besten von Ernst Moritz Arndt beantwotet wurde damals wie heute befand sich unser Volk in einer Findungsphase hoffen und beten wir das wir diesesmal mehr Glück haben :
. Das ganze Deutschland soll es sein!
O Gott vom Himmel sieh darein
Und gib uns rechten deutschen Mut,
Dass wir es lieben treu und gut!
|: Das soll es sein! Das soll es sein!
Das ganze Deutschland soll es sein! :

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von guatuso » Sonnabend 19. März 2016, 18:55

umusungu hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Als ein im Ausland lebender Deutscher bin ich fassungslos ueber die Nationalverachtung, die in Deutschland zum tragen kommt.
Es ist Zeitgeist geworden alles zu verachten was Deutsch ist: deutsche Volks-Lieder, deutsche Trachten, Deutsche Heimat, Deutsche Eigenschaften. Wir sind modern und aufgeschlossen, wir stammeln nur noch "eh alter eh, mach dir alle", wir bauen eine Moschee nach der anderen (nichts gegen einn Moschee an sich!), wir erwarten dass wir uns den Zugezogenen anpassen und nicht etwa umgekehrt, so demuetig sind wir Deutsche geworden. In Zukunft werden die Namen der neugeborenen deutschen Kinder lauten: Ali, Isis, Muhamed und Achmed. Dann erst sind wir stolz.
Gute Nacht.
Das ist National-Nostalgie eines Auslands-Deutschen. Das Deutschland der Zeit Deiner Auswanderung gibt es nicht mehr.
Deutschland - wie jedes andere Land auch - ändert sich fortlaufend. Es ist fast unmöglich, von außen her ein richtiges Bild zu behalten.
Jahrzehntelang gab es keine Diskussion um die Frage "wer ist Deutscher?" oder 2as ist das deutsche Volk?". Niemand hat etwas vermisst ...
Ich brauche auch heute keine Antwort auf diese überflüssige Frage.
Kind Gottes, ich habe eine allgemeine Antwort gegeben und bin nicht auf der derzeitige politische Lage eingegangen . Deine Diskrimination kannst du dir ansonst in den Arsch stecken wo sie hingehoert.
Ich wusste nicht dass Walter von der Vogelweide sich in den letzten 20 Jahren geaendert hat und keinen Status mehr besitzt. Dummkopf.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von guatuso » Sonnabend 19. März 2016, 18:58

Tinius hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Vielleicht ist das ja in Deutschland nicht mehr so, daß die Deutschen sich gegenseitig erkennen. Im Ausland erkennen die sich sofort. An was? Ja, das sieht man und das hört man.
Ich erkenne Deutsche im Ausland immer dann, wenn sie versuchen Englisch zu sprechen. :D
Deutsche sind als Touristen beliebt, weil sie ein ganz ordentliches verstehbares British-English in der Schule lernen.
:patsch: :patsch: :patsch:

Als deutscher Reiseleiter im Ausland erlebe ich die verzweifelten, teils grausamen Englischbemuehungen der Deutschen, und ich darf dir versichern, die British-englisch sprechenden Deutschen sind anscheinend nur in den Laendern zu finden wo du dich rumtreibst. Bei mir garantiert nicht.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von guatuso » Sonnabend 19. März 2016, 19:07

Florianklaus hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:
haben sie überhaupt nicht.
Erst ab 1933 wurde diese Deutschtümelei propagiert.
Donauschwaben habe ich in Rumänien kennengelernt.
Nö, das begann während der Befreiungskriege, als Vehikel der liberalen Ideen, daher nationalliberale Bewegung, die in das kleindeutsche Reich mündete. Ihrerseits war diese "Deutschtümmelei" wiederum eine Reaktion auf den französischen Patriotismus der Grande Nation in den napoleonischen Kriegen. Und woher kommt der französische Patriotismus? Der war das Schmiermittel der französischen Revolution. Denn nur dadurch konnte man unter den Angehörigen des Dritten Standes jenes für die Ablehnung der Monarchie erforderliche Gemeinschaftsgefühl herstellen. Trikolore statt fleurs de lis. Lernt man eigentlich alles in der gymnasialen Oberstufe in Geschichte.
Eben, Nationalismus ist antikatholisch und eine Frucht der gottlosen Aufklärung und Ursache für viel Elend in den letzten zwei Jahrhunderten bis heute. Darüber sollten hier einige mal nachdenken.
Tja, was soll man zu solchem Unsinn sagen.
Da lebe ich in einem Land das sei 1821 unabhaengig und demokratisch ist, also fast 200 Jahre, ein Land das sehr nationalistisch is, ein Land das kein Militaer besitzt, keine externen "militaerischen Berater", kein Waffenhandel, keine Waffenfabrik, ein Land das bisher, in 200 Jahren, in keinen einzigen Krieg mit anderen Nationen verwickelt war, ein Land das geruehmt wird als Vorbild. Ein Land das hauptsaechlich katholisch ist und die Nationalflagge sogar in der Kirche neben der Vaticanflagge haengen hat.
Wie kompatibel ist also deine "antikatholische, gottlose, elende" Behauptung mit den von mir erwaehnten Wirklichkeiten?
Irgendwer hier faselt Unsinn, die er in der linken TAZ und bei den Gruenen gelernt hat denke ich.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von guatuso » Sonnabend 19. März 2016, 19:11

SIMONBLN hat geschrieben:Die Frage soll jetzt nicht wertend gemeint sein:
Viele Schreiberlinge hier sind schon eher älteren Semesters oder?
Was hat deine Frage mit Nationalem Bewustsein oder Nationalen Identitaet zu tun?
Nur weil es laut Facebook 71 Geschlechter gibt, ist das Geschlecht von Mann und Frau deshalb noch lange nicht weg vom Fenster, falls du diese Kurve als junger Mensch verstehen solltest (schau mal, ob du dazu einen App hast, der es dir erklaert ohne selber denken zu muessen... :pfeif:

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von guatuso » Sonnabend 19. März 2016, 19:22

Ehrlich gesagt, so eine Frage ueber Deutsche Nation und duetsche Identitaet kann nur aus Deutschland kommen.
Ich bin stolz der costaricanischen Nation anzugehoeren und die Ticos,wie sie sich nennen, sind noch stolzer darauf. Die kaemen nie auf den Gedanken sich sowas zu fragen. Aber seit Ende der Nazizeit haben die Deutschen ihre nationalen Identitaetsverluste, die an ihnen nagen und nagen und nagen.
Im uebrigen, da Sprache mehr ist als nur Transportmittel von spontanen Gedanken, sondern auch von unbewusten Einfluessen die seit Jahrtausenden in uns sind (man lese doch mal C.G.Jung) sollte man die Sprache als Nationale Identitaetsfindung nicht unterschaetzen. Sprache ist auch besetzt von Erfahrung. Nach dem Mauerfall konnte man das feststellen, dass, wenn der Westler von Freiheit sprach er etwas ganz anderes meint, als wenn der Ostler von Freiheit sprach.
Insofern unterscheidet sich das Deutsch sprechen eines Oestereichers oder Schweizers gravierend vom Deutsch sprechen eines Deutschen Westlers.
Und nun, schlag euch weiterhin -womoeglich noch mit Bibelzitaten- die Koepfe ein und schaemt euch der deutschen Nation anzugehoeren. Es lebe Bushido (!) "ich kille meinen Vater,ich ficke meine Mutter", deutsch im wahrem Sinne.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Florianklaus » Sonnabend 19. März 2016, 20:16

guatuso hat geschrieben:
Florianklaus hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:
haben sie überhaupt nicht.
Erst ab 1933 wurde diese Deutschtümelei propagiert.
Donauschwaben habe ich in Rumänien kennengelernt.
Nö, das begann während der Befreiungskriege, als Vehikel der liberalen Ideen, daher nationalliberale Bewegung, die in das kleindeutsche Reich mündete. Ihrerseits war diese "Deutschtümmelei" wiederum eine Reaktion auf den französischen Patriotismus der Grande Nation in den napoleonischen Kriegen. Und woher kommt der französische Patriotismus? Der war das Schmiermittel der französischen Revolution. Denn nur dadurch konnte man unter den Angehörigen des Dritten Standes jenes für die Ablehnung der Monarchie erforderliche Gemeinschaftsgefühl herstellen. Trikolore statt fleurs de lis. Lernt man eigentlich alles in der gymnasialen Oberstufe in Geschichte.
Eben, Nationalismus ist antikatholisch und eine Frucht der gottlosen Aufklärung und Ursache für viel Elend in den letzten zwei Jahrhunderten bis heute. Darüber sollten hier einige mal nachdenken.
Tja, was soll man zu solchem Unsinn sagen.
Da lebe ich in einem Land das sei 1821 unabhaengig und demokratisch ist, also fast 200 Jahre, ein Land das sehr nationalistisch is, ein Land das kein Militaer besitzt, keine externen "militaerischen Berater", kein Waffenhandel, keine Waffenfabrik, ein Land das bisher, in 200 Jahren, in keinen einzigen Krieg mit anderen Nationen verwickelt war, ein Land das geruehmt wird als Vorbild. Ein Land das hauptsaechlich katholisch ist und die Nationalflagge sogar in der Kirche neben der Vaticanflagge haengen hat.
Wie kompatibel ist also deine "antikatholische, gottlose, elende" Behauptung mit den von mir erwaehnten Wirklichkeiten?
Irgendwer hier faselt Unsinn, die er in der linken TAZ und bei den Gruenen gelernt hat denke ich.
Wie ar26 schon richtig anmerkte, lernt man alles in der Oberstufe in Geschichte. Da hast Du wohl nicht richtig aufgepasst. Ich bin i.Ü. Leser der FAZ.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von Juergen » Sonnabend 19. März 2016, 20:37

guatuso hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Marion hat geschrieben:Vielleicht ist das ja in Deutschland nicht mehr so, daß die Deutschen sich gegenseitig erkennen. Im Ausland erkennen die sich sofort. An was? Ja, das sieht man und das hört man.
Ich erkenne Deutsche im Ausland immer dann, wenn sie versuchen Englisch zu sprechen. :D
Deutsche sind als Touristen beliebt, weil sie ein ganz ordentliches verstehbares British-English in der Schule lernen.
:patsch: :patsch: :patsch:

Als deutscher Reiseleiter im Ausland erlebe ich die verzweifelten, teils grausamen Englischbemuehungen der Deutschen, und ich darf dir versichern, die British-englisch sprechenden Deutschen sind anscheinend nur in den Laendern zu finden wo du dich rumtreibst. Bei mir garantiert nicht.
Wenn Deutsche versuchen Englisch zu sprechen, ist das meist schon etwas speziell und vor allen Dingen sind sie daran sofort zu erkennen.

Aber auch Menschen aus anderen Ländern haben so ihre Probleme:
Guckstu:
Gruß
Jürgen

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von umusungu » Sonnabend 19. März 2016, 23:06

Noch vor dem Umsturz in Ungarn bin ich sowohl bei einer Diakonen- wie auch einer Priesterweihe gewesen.
Vor dem Segen wurde jedes Mal die Nationalhymne gesungen - für mich sehr merkwürdig.

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Re: Deutsche Nation und deutsche Identität

Beitrag von guatuso » Sonntag 20. März 2016, 01:27

Florianklaus hat geschrieben:
Wie ar26 schon richtig anmerkte, lernt man alles in der Oberstufe in Geschichte. Da hast Du wohl nicht richtig aufgepasst. Ich bin i.Ü. Leser der FAZ.
Nicht alles was du in der Schule gelernt hast muss richtig und Heilig sein, mitunter gibt es andere Erkenntnisse, dazu aber muss man seinen Horizont erweitern.
Im uebrigen geht es hier nicht um Deutschtuemmelei (darunter versteht eh jeder was anderes) sondern um Nation und Identitaet. Darum ist dein Hinweis auf die Schule einfach nur dummdreist, Thema verfehlt.

FAZ? Ja und, du brauchst dich jetzt nicht zu schaemen, weil du das gleiche Blatt lesen darfst wie ich. Auch Zwerge wollen wichtig sein.
Und auch in der FAZ melden sich Wichtigtuer wie du. Mich stoerts nicht, ich bin tolerant, lies also weiter.

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