Auswandern

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guatuso
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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 30. Januar 2016, 02:16

Caviteño hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Auswandern ist eine Alternative.
Wenn man die Voraussetzungen mitbringt.
:daumen-rauf:
Die entsprechenden Länderforen sind voll mit Berichten oder Anfragen von "Träumern", die ein easy-living mit Baccardi-feeling in tropischen Ländern erwarten.

Selbst relativ sichere Einkünfte in D., z.B. Rente, Miet- oder Kapitaleinnahmen, sind keine Garantie. Zum einen liegt die Inflationsrate in vielen Ländern erheblich höher als im Euroraum, zum anderen kann die Wechselkursentwicklung einen Strich durch die - knappe - Rechnung machen. Der Euro ist z.B. gegenüber dem phil. Peso von 1:70 auf gegenwärtig 1:50 gefallen - eine Einbuße von 30%. Die geringen Rentensteigerungen kompensieren die Inflationsrate, die wohl tatsächlich nicht bei 2% sondern bei 5%+ liegen dürfte, ebenfalls nicht.

Wer einen Job annimmt/hat und mit seiner Familie hier ist, hat Kosten, die in D. nicht anfallen - insbesondere die Schulausbildung der Kinder, die z.B. in der Deutschen Schule Manila zwischen 3.000 € - 4.000 € p.a. (nur Schulgebühren, ohne zusätzliche Ausgaben für Einschreibung usw.) betragen.
Ja, stimmt, das mit der Rente ist eine Schweinerei, mir fehlen auch die 30 Prozent! Und zwar richtig satt. Aber Hauptsache die Milliarden Euros sind ploetzlich doch in Deutschland vorhanden fuer den raschen Bau tausender neuen Wohnungen der Neuankoemmlinge, wer haette das gedacht?
Aber das greinen hilft nichts, unsere Kinder sind Gottseidank aus der Ausbildungszeit raus und ich habe lediglich noch meine Lieblingstochter N. die ich so heftig wie moeglich finanziell unterstuetze, weil junge Frauen brauchen das doch....und ich habe mein Leben gelebt.

Caviteño
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Re: Auswandern

Beitrag von Caviteño » Samstag 30. Januar 2016, 12:41

guatuso hat geschrieben: Ja, stimmt, das mit der Rente ist eine Schweinerei, mir fehlen auch die 30 Prozent! Und zwar richtig satt.
Ich wollte gerade schreiben, daß dies geändert wurde - habe dann aber festgestellt, daß die Änderung nur EU-Länder bzw. Länder mit Sozialversicherungsabkommen betrifft.

Ja - da hast Du Recht - eine Riesensauerei und soweit ich weiß, nie verfassungsrechtlich überprüft. Das einzige Unterscheidungsmerkmal in zwei gleichgelagerten Fällen ist nur die Staatsangehörigkeit. Ob das zulässig ist? :hmm:
Allerdings betrifft das die meisten hier auf den PH nicht, es sind ja deutsche Rentenempfänger, für die die Regelung nicht gilt. Auch die ehem. phil. Ehefrauen haben häufig/meist die deutsche Staatsangehörigkeit und bei Witwenrenten gilt das - soweit mir bekannt - auch nicht.

Die von mir erwähnte Kürzung von 30% beruht allerdings auf dem Wechselkursverlust des Euros gg. USD und phil. Peso (ja PHP - man glaubt es kaum, mit der DM wär das nicht passiert). Wenn man eine Rente von 1.000 € bekommt, gab es vor einigen Jahren noch 70.000 PHP, jetzt nur noch 50.000 PHP. Dazu kommen die höheren Preissteigerungsraten, die natürlich mit den deutschen Rentenerhöhungen nicht Schritt halten.

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Marion
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Re: Auswandern

Beitrag von Marion » Samstag 30. Januar 2016, 12:47

Hier ist es gerade andersrum. Letztes Jahr um die Zeit gab es für 1 Euro 3 Reais - jetzt 4,5 Reais.

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guatuso
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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 30. Januar 2016, 23:25

Vielleicht - nein, wahrscheinlich, nein, ganz sicher bin ich wirtschaftlich ein voelliger Laie, daher wage ich zu sagen: als es noch die DM gab, war die Wahrung hart. Heute, der Euro, ich verstehs nicht wieso der auf einmal - bzw. schleichend- um 30 Prozent gefallen ist,wie ja auch der Franken. Nochmal: Schweinerei, denn im Ausland kann man nicht eben mal zur "Tafel" oder sonstwie einen Ausgleich finden.
Und wenn ich dran denke, dass ich als 13. jaehriger Stepke bereits arbeiten gehen musste, um dieses deutsche Land mit aufzubauen und heute als Danekschoen fuer meine Ackerei als halbes Kind dafuer einen Tritt hinten rein bekomme, bzw. mir die Taler hinten rausgezogen werden, krieg ich sooooo einen Hals und noch mehr Wut auf diese ganze verlogene politische Bande, die sich den Wamst vollpruendet und der "kleine" Buerger kann schauen wo er bleibt. Ja ja, die Rente ist sicher. Fragt sich nur wie.

Wie machen das eigentlich die deutschen Renter, denen fehlen doch auch die 30 Prozent denke ich.
Oder erhalten die einen Ausgleich?

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taddeo
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Re: Auswandern

Beitrag von taddeo » Samstag 30. Januar 2016, 23:35

Die DM hat in ihrer Zeit wesentlich stärker an Kaufkraft eingebüßt als der Euro. Die Inflation war seit Einführung des Euro einfach viel niedriger.
Und im Verhältnis zum Dollar ist der Euro heute immer noch wesentlich stärker als gleich zu Beginn, als er zeitweise bei knapp 85 US-Cent lag (derzeit ca. 1,08 $).

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guatuso
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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 30. Januar 2016, 23:45

taddeo hat geschrieben:Die DM hat in ihrer Zeit wesentlich stärker an Kaufkraft eingebüßt als der Euro. Die Inflation war seit Einführung des Euro einfach viel niedriger.
Und im Verhältnis zum Dollar ist der Euro heute immer noch wesentlich stärker als gleich zu Beginn, als er zeitweise bei knapp 85 US-Cent lag (derzeit ca. 1,08 $).
Hm.... ist mir nie aufgefallen mit der DM. Ich habe nur noch im Kopf dass der Euro vor ein paar Jahren schoen stark war und jetzt nicht mehr.

Morgen habe ich eine kleine Tour, Tagesverdienst 125 Dollar, einmal hoch zum Vulkan Poas und dann in ein Beneficio, wo die Kunden sehen wie Kaffee gepflueckt und aufbereitet wird. Erklaere ich natuerlich alles. So bessere ich mir hin und wieder mein kaergliches hartes Brot auf....Wasser hole ich mir mit einem gefundenem Plastikbecherlein aus dem naechsten verseuchtem Fluss....als Rentner hat mans im Ausland nicht einfach....(Spenden werden untertaenigst entgegengenommen auf das naechste Konto bei ihrer Bank)

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Re: Auswandern

Beitrag von Caviteño » Sonntag 31. Januar 2016, 01:21

taddeo hat geschrieben:Die DM hat in ihrer Zeit wesentlich stärker an Kaufkraft eingebüßt als der Euro. Die Inflation war seit Einführung des Euro einfach viel niedriger.
Und im Verhältnis zum Dollar ist der Euro heute immer noch wesentlich stärker als gleich zu Beginn, als er zeitweise bei knapp 85 US-Cent lag (derzeit ca. 1,8 $).
Bei Einführung des Euros lag das Verhältnis bei 1,1789 USD zu 1 €.

http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/ ... elect=1999

Der Kaufkraftverlust der DM insbesondere in den 7'iger Jahren wurde durch entsprechende Lohnsteigerungen und Zinssätze kompensiert. Der ÖTV gelang in 1974 eine zweistellige Lohnsteigerung, Zinssätze von 8% waren nicht ungewöhnlich.
Außerdem lagen die Inflationsraten in anderen Ländern noch viel höher. Von 1974/75 und von 1979 bis 1981 hatten die USA Inflationsraten im zweistelligen Bereich, die Spitze lag im März 198 bei 14,8% p.a..

http://www.usinflationcalculator.com/in ... ion-rates/

Langfristig hatte die DM gegenüber dem USD und den allermeisten anderen Währungen (tlw. sogar gegenüber dem Schweizer Franken) immer an Wert gewonnen. Damit waren Rentner im Ausland an der Sonnenseite: Die Währung stieg und die Renten wurden aufgrund der höheren Lohnabschlüsse in D. ebenfalls kräftig erhöht. Heute steigen die Renten kaum und ein steigender Devisenkurs des Euros ist auch unwahrscheinlich, weil dadurch die Exporte der schwachen Südländer zusammenbrechen würden. Gleichzeitig liegt die Inflation in vielen Gastländern deutlich über der Rate im Euroraum bzw. der Rentenerhöhung.

Weltweit ist die Inflationsrate gefallen, das ist also kein deutsches oder europ. Phänomen und schon gar nicht dem Euro oder einer "klugen" Geldpolitik der EZB zuzuschreibe. Die tut im Gegenteil alles, um die Inflationsrate wieder zu steigern.
Über den Grund der fallenden Inflationsraten streiten sich die Experten. Er liegt vermutlich darin, daß neue "player" auf dem Markt erschienen sind. Werden Waren preiswert in China oder in anderen Teilen der Welt hergestellt, können die Löhne in Europa eben nicht mehr so stark steigen, ohne daß es zu Produktionsverlagerungen oder Absatzeinbrüchen kommt. Bei der insbesondere in D. ausgeprägten "Geiz ist geil"- Mentalität wird eben das preiswerteste Angebot gekauft.

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Re: Auswandern

Beitrag von overkott » Sonntag 31. Januar 2016, 23:33

Caviteño hat geschrieben:Über den Grund der fallenden Inflationsraten streiten sich die Experten. Er liegt vermutlich darin, daß neue "player" auf dem Markt erschienen sind. Werden Waren preiswert in China oder in anderen Teilen der Welt hergestellt, können die Löhne in Europa eben nicht mehr so stark steigen, ohne daß es zu Produktionsverlagerungen oder Absatzeinbrüchen kommt. Bei der insbesondere in D. ausgeprägten "Geiz ist geil"- Mentalität wird eben das preiswerteste Angebot gekauft.
Eine monetäre Betrachtung geht davon aus, dass in Dienstleistungsgesellschaften die Produktion auch für die Preisbildung eine untergeordnete Rolle spielt. Von größerer Bedeutung ist die Geldmenge, die über Verschuldung des Staates und Geldmengenpolitik der Zentralbanken gesteuert wird.

In Dienstleistungsgesellschaften führt über die Player Staat, Banken und Versicherungen Geld ein virtuelles Eigenleben: Geld ist die virtuelle Hauptware, die aus Zukunftsphantasien produziert wird. Der Staat verspricht, künftig mehr Geld zurückzuzahlen, als er heute leiht. Langfristiges Wachstum bei schrumpfender Industriegesellschaft wird also durch die Produktion von Geld aufrecht erhalten. Immer weniger Verbraucher, die immer mehr Geld haben, sind irgendwann satt. Dann fallen die Preise.

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Re: Auswandern

Beitrag von overkott » Sonntag 31. Januar 2016, 23:54

Sempre hat geschrieben:@holzi

Auf der Ilha de Itamaracá war ich mal, aber nur kurz zwecks Besuchs des Forte de Santa Cruz. Das dortige Museum zeigte eine Ausstellung über Hans Staden und seine schaurige aber Warhaftige Historia und beschreibung eyner Landtschafft der Wilden Nacketen, Grimmigen Menschfresser-Leuthen in der Newenwelt America gelegen, in der er über seinen Schiffbruch an der Küste von Santa Catarina und seine Gefangenschaft bei den Tupinambá von Ubatuba (SP) im 16. Jahrhundert berichtet.

Ist wohl ansonsten reine Urlaubergegend. Da kann man es als sozusagen Frührentner mit Mieteinnahmen aus Deutschland sicher gut aushalten. Die gegenwärtige Entwicklung des Wechselkurses gleicht die hiesige Inflation locker aus. Anders als viele Brasilianer, die ebenfalls vergleichsweise recht früh in Rente gehen (können, weil es mit dem Nachwuchs noch nicht ganz so katastrophal aussieht), werde ich wohl noch diverse Jahre arbeiten müssen.

Was hier in meinen Augen eher unangenehm ist, ist die mangelnde Trennung von Freundschaft und Geschäft, von Dienst und Schnaps. Was Familie und Geschäft angeht, kann ich nicht sagen, ob die von Dir berichtete Erfahrung repräsentativ ist. Es geht hier allerdings ganz allgemein sehr materiell zu. Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.
Welchen Erwerb gehen sie in Brasilien nach, Sempre?

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Sempre
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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Sonntag 31. Januar 2016, 23:55

overkott hat geschrieben:Welchen Erwerb gehen sie in Brasilien nach, Sempre?
Dem Broterwerb.

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umusungu
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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von umusungu » Mittwoch 25. Mai 2016, 22:08

die Krise treibt die Menschen aus dem Land:

http://www.ardmediathek.de/tv/report-M% ... d=35547608

hoffentlich lernen diese Leute schnell Ungarisch.

maliems
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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von maliems » Mittwoch 25. Mai 2016, 22:36

Habs jetzt nicht gesehen, aber letzte Woche ein Gespräch mit meinem Onkel, einem Alt-68er:

er: Man weiß nicht, ob nicht die westliche Politik, um von den Problemen abzulenken, demnächst einen Krieg anzettelt.
ich: ja, oder Sozialismus.
er: och, den haben wir ja schon.
ich: ja, und wenn immer mehr Einwanderer kommen, wandere ich halt aus, in die West-Ukraine.

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umusungu
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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von umusungu » Mittwoch 25. Mai 2016, 23:12

maliems hat geschrieben:Habs jetzt nicht gesehen, aber letzte Woche ein Gespräch mit meinem Onkel, einem Alt-68er:

er: Man weiß nicht, ob nicht die westliche Politik, um von den Problemen abzulenken, demnächst einen Krieg anzettelt.
ich: ja, oder Sozialismus.
er: och, den haben wir ja schon.
ich: ja, und wenn immer mehr Einwanderer kommen, wandere ich halt aus, in die West-Ukraine.
viel Spass in der West-Ukraine! Und schön Sprache lernen nicht vergessen .....

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ar26
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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von ar26 » Mittwoch 25. Mai 2016, 23:23

umusungu hat geschrieben:
maliems hat geschrieben:Habs jetzt nicht gesehen, aber letzte Woche ein Gespräch mit meinem Onkel, einem Alt-68er:

er: Man weiß nicht, ob nicht die westliche Politik, um von den Problemen abzulenken, demnächst einen Krieg anzettelt.
ich: ja, oder Sozialismus.
er: och, den haben wir ja schon.
ich: ja, und wenn immer mehr Einwanderer kommen, wandere ich halt aus, in die West-Ukraine.
viel Spass in der West-Ukraine! Und schön Sprache lernen nicht vergessen .....
Ich hab's ja immer gesagt, wenn's ganz schlimm, gehen wir in die schlesische Heimat meiner Frau. Da dort heute vorwiegend polnisch gesprochen wird, oczywiście nauczyłem się języka polskiego.

Vielen Dank für das Video über Ungarn. So kehrt auch hier wieder ein Stück Normalität nach Europa zurück. Die Ungarndeutschen waren Jahrhunderte lang ein prägender Teil des Landes. Nicht ohne Grund hat die Regierung Orban den Ungarndeutschen umfangreiche Minderheitenrechte gewährt. In Polen ist man zwar politisch offiziell ein bisschen anders drauf, gleichwohl hoffen dort auch viele Polen, daß sich möglichst viele Rentner aus Deutschland ansiedeln. Da müssen die weiblichen Pflegekräfte nicht mehr Deutschland fahren.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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umusungu
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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von umusungu » Mittwoch 25. Mai 2016, 23:37

diese deutschen Rentner sollen dann bitte auch Ungarisch oder Polnisch lernen!

Ich befürchte allerdings, dass sie diese Ingrationsarbeit nicht leisten können, wollen und werden.

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guatuso
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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von guatuso » Donnerstag 26. Mai 2016, 02:55

umusungu hat geschrieben:diese deutschen Rentner sollen dann bitte auch Ungarisch oder Polnisch lernen!

Ich befürchte allerdings, dass sie diese Ingrationsarbeit nicht leisten können, wollen und werden.
Ja ja, das werden die gleichen Rentner sein, die auch bei uns weder spanisch lernen, noch sich integrieren wollen.
Und dann, wie auch (!) in Thailand, in Gettho hausen wo nur Deutsche sind und ueber die Einheimischen laestern ( etwa dass die nicht mal richtig Karneval feiern koennen....).

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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 26. Mai 2016, 12:34

umusungu hat geschrieben:diese deutschen Rentner sollen dann bitte auch Ungarisch oder Polnisch lernen!

Ich befürchte allerdings, dass sie diese Ingrationsarbeit nicht leisten können, wollen und werden.
Der deutsche Rentner kann - im Gegensatz zu den hier ankommenden sog. "Flüchtlingen" - seinen Lebensunterhalt im Gastland aus eigenen Mitteln bestreiten. Er kann sich also einen Dolmetscher leisten und er erwartet von den staatlichen Einrichtungen weder Unterkunft, Verpflegung noch einen kostenlosen "Integrationskurs". Er beabsichtigt auch nicht, sich in den Wettbewerb mit der lokalen Bevölkerung um einen Arbeitsplatz zu begeben. Er will dort die paar Jahre, die ihm noch verbleiben, in Ruhe und Frieden leben, ohne sich ständig über die ihm immer fremder werdende Heimat ärgern zu müssen.

Rentner, lieber umusungu, sind eine andere Klientel als "Merkels Gäste" bei uns. Dementsprechend gibt es sogar Länder - Du wirst es kaum glauben - die sich sehr aktiv um Rentner bemühen, die ihren Lebensabend dort verbringen sollen. Sie preisen ihr Klima, die medizinische Versorgung und niedrigen Lebenshaltungskosten an und gewähren den Rentnern viele Vorteile, z.B. einfache Verfahren, um eine Daueraufenthaltserlaubnis zu bekommen oder Steuerfreiheit für ausl. Einkünfte.

http://www.pra.gov.ph/main/why_retire?page=1

Warum bemühen sich diese Länder um Rentner?
Weil die Geld (Devisen!) ins Land bringen, Leute (Fahrer, maid, Gärtner, Dolmetscher, später evtl. Pfleger) beschäftigen, einen relativ hohen Konsum haben und somit die Wirtschaft ankurbeln. Ältere Leute haben in den allermeisten Fällen keinen Ärger mit den Ordnungsbehörden, sie versuchen sich soweit wie möglich anzupassen, weil sie wissen, das sie Gäste sind. Sie lungern nicht in den Innenstädten herum oder belästigen die Einheimischen. In Südost-Asien leben sie meist mit einem einheimischen Partner zusammen. Fehlende Sprachkenntnisse und das andere Aussehen führen auf den Märkten zu höheren Preisen; mit dieser Art des Rassismus muß man eben leben.

Der Unterschied zu den Menschen, die (häufig illegal) nach D. kommen und dort Jahrzehnte bleiben und ihre (Groß)Familie nachholen wollen, ist damit klar. Von diesen Menschen kann erwartet werden, daß sie sich integrieren, weil sie auf Kosten der Steuerzahler leben. Es ist wohl nicht zuviel verlangt, wenn sie die Sprache lernen, damit sie eine - wenn auch geringe - Chance haben, einen Arbeitsplatz zu finden.

Im übrigen sind die verlinkten Berichte - wie im öffentl.-rechtl. Fernsehen nicht selten - verzerrt. Die meisten Renten werden in die Schweiz, die USA und nach Österreich überwiesen. In Thailand leben über 4. Rentner, in ganz Asien nur 1.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/vo ... 98264.html
Zuletzt geändert von Hubertus am Donnerstag 26. Mai 2016, 18:17, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Durch Moderationsmaßnahme obsolet gewordene Inhalte entfernt.

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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von guatuso » Donnerstag 26. Mai 2016, 20:46

Caviteño hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Der deutsche Rentner kann - im Gegensatz zu den hier ankommenden sog. "Flüchtlingen" - seinen Lebensunterhalt im Gastland aus eigenen Mitteln bestreiten. Er kann sich also einen Dolmetscher leisten..."

"... gewähren den Rentnern viele Vorteile, z.B. einfache Verfahren, um eine Daueraufenthaltserlaubnis zu bekommen oder Steuerfreiheit für ausl. Einkünfte. "

Sie lungern nicht in den Innenstädten herum oder belästigen die Einheimischen.
Uff.
Bei aller Korrektheit was den Unterschied zwischen Deutschen auswandernden Rentnern und Hilfesuchenden in Deutschland ausmacht, und worin du absolut Recht hast (!), sind hier aber ein paar gravierende Irritationen.
Fangen wir mit Nummer eins an, und dabei geht es nicht um die Phillipinen, aber einiges gilt auch fuer dort:

Nummer 1: Den Renter, der in Lateinamerika lebt, und sich extra einen Dolmetscher einstellt, der ihm Tag fuer Tag den Dialog mit der Muchacha (dem Hausmaedchen) und dem Gaertner uebersetzt, den Renter will ich sehen!

Der Dolmetscher kostet pro Stunde 20.000 Colon, also 40 Dollar, sind von morgens 6 Uhr, wenn die Muchacha kommt, bis abends 18 Uhr wenn der Garetner geht, 12 Stunden, mal 40, sind 480 Dollar am Tag, mal dreissig sind knapp 1500 Dollar nur weil der trottel sich weigert Spanisch zu lernen.
Kannst du mir diesen Rentner vermitteln? Ich braeuchte das Geld! Ich machs fuer tausend Dollar. Und bringe sogar meinen eigenen Kaffee mit!

Nummer 2: Sie lungern nicht in den Innenstaedten....und belaestigen Einheimische...
Die meisten Prostituierten sind in den Innenstaedten, arme Maedchen aus der DomRep, Venecuela, ect.pp. und es werden haufenweise auch anstaendige junge Frauen von deutschen, US- canadischen- franzosischen- und sonstigen Rentnern belaestigt, die in der Innenstadt in den Hotelvorcafes herumlungern und die mal schnell einen guten Geschlechtsverkehr gegen einen schaebigen Kaffee suchen, denn diese Rentner sidn die Geizigsten, die ich kenne. Oder die zumindest den Traum eines Sexualkontakts ersehnen, wenn Prostata noch mitmacht....Dass auch Schulmaedchen Haufenweise belaestigt werden,ist leider eine Tatsache.

Nummer 3: "einfache Verfahren, um eine Daueraufenthaltserlaubnis zu bekommen "
Also bei uns garantiert nicht ! Wenn du nicht glatte 150.000 Dollar hinterlegst, kriegst du keine Aufenthaltsgenehmigugn fuer ein einziges Jahr. Das muss dann Jahr fuer Jahr erneuert werden.
Sicher sind Deutschlands Renter so beguetert, dass sie eben mal locker 150.000 Dollar aus der Tasche ziehen um gerade mal ein Jahr hier zu leben.

Mein lieber, du malst da ein Traumbild des deutschen Rentners der in Ruhe seinen Lebensabend unter heisser Sonne geniessen will. Du ahnst aber nicht wieviel Paedophile hier her kommen und bei wie vielen Rentnern man fragen muss: Und, wann darfst du wieder zurueck nach Deutschland?

Ich kannte einen Haufen dieser Rentner, die sich strikt weigerten auf nur ein Brocken Spanisch zu lernen, aber wie die alten geilen Boecke hinter Schulmaedchen herstiefelten, und mich, ausgerechnet mich der eine Handvoll Kinder (Maedchen) hatte, um Uebersetzung fuer die Liebesdienste baten.

Dass es Rentner gibt die ihren Lebensabend in Ruhe geniessen wollen, das will ich natuerlich auf gar keinen Fall bezweifeln. Aber Pauschal kann man das nicht sagen.

Tut mir leid, mein zweiter Name ist Rentnertraumzerstoerer.

Ich empfehle solchen Rentnern: Mach es wie ich, nimmt eine Einheimische Frau dir dir gleich sechs Kinder mitbringt, dann schluckst du, schuettelst den Kopf und haust ab, oder du schluckst und sagst dir, alt genug bist du, Kinder wolltest du immer, und Liebe hat nichts mit eigener Zeugung , sondern mit deinem Herzen zu tun und umarmst alle sieben Personen. Dann, wenn du geheiratet hast und die Kinder dich mit "Papi Papi" umjubeln, sich an deine Beine klammern und kitzeln, und du alle mit Geschenken belegst, wie sich das fuer einen anstaendigen Papa gehoert, weil alle Kinder Schokolade lieben, dann kriegst du deine Daueraufenthaltsgenehmigung ohne bezahlen zu muessen. Freue dir.
Ich empfehle dir aber um Himmels willen niemals auf die rassistischen und menschenverachtenden Sprueche deiner deutschen Zeitgenossen zu hoeren, die deine Entscheidung dann dreckig kommentieren.
Und dein Lebensabend wird, das garantiere ich dir, alles andere als ruhig sein. Er wird Sorgenvoll, Problembeladen, aber lebendig und geliebt sein.
Und das Schoene ist, du kannst immer denken du waerst der Chef des Ganzen. Das glaubt dir zwar kein Schwein, die denken, ach, lass den alten Kerl doch quasseln, aber dein Gefuehl ist wenigstens gut.

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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Freitag 27. Mai 2016, 01:09

Der brasilianische Staat freut sich über Rentner, die Devisen mitbringen. Ein Rentner, der R$6000 pro Monat Rente mitbringt, erhält ein Dauervisum. Er kann zwei weitere Personen mitbringen, die ebenfalls ein Dauervisum erhalten. Pro weitere Person werden weitere R$2000 pro Monat Rente erforderlich. Das macht R$2000 pro Monat und Kopf. Sprachkenntnisse werden nicht verlangt, man muss sich aber natürlich mit den Behörden kommunizieren können.

R$2000 sind z.Zt. ‎€500, in den vergangenen zehn Jahren waren es zwischen €500 und €800. Das Durchschnittseinkommen lag hier 2015 bei R$1.113 pro Kopf.

Wer 60 Jahre alt ist und einmal eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat, braucht diese nie wieder verlängern.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Freitag 27. Mai 2016, 03:50

Sempre hat geschrieben: Wer 60 Jahre alt ist und einmal eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat, braucht diese nie wieder verlängern.
Anders als bei uns. Die Aufenthaltsgenehmigung gilt nur ein Jahr und muss jedes Jahr erneuert werden. An dem 5. Jahr kann er die Residenz permanente beantragen. Sie erlaubt ihm jedoch weder Geschaefte zu taetigen noch zu arbeiten.
Costa Rica ist halt kein Einwanderungsland.

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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Freitag 27. Mai 2016, 03:54

guatuso hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:Wer 60 Jahre alt ist und einmal eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat, braucht diese nie wieder verlängern.
Anders als bei uns. Die Aufenthaltsgenehmigung gilt nur ein Jahr und muss jedes Jahr erneuert werden. An dem 5. Jahr kann er die Residenz permanente beantragen. Sie erlaubt ihm jedoch weder Geschaefte zu taetigen noch zu arbeiten. Costa Rica ist halt kein Einwanderungsland.
Gemeint ist eine permanente Aufenthaltsgenehmigung. Die muss vorher erst alle zwei, später dann alle zehn Jahre renoviert werden, ab 60 dann nicht mehr. Eine nicht-permanente Aufenthaltsgenehmigung ist ein Touristen-Visum oder sonst ein befristetes Visum für Akademiker oder ein Jobgebundenes Visum usf. Rentner erhalten eine permanente Aufenthaltsgenehmigung.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Das politische System der Bundesrepublik ist in der Krise

Beitrag von Caviteño » Freitag 27. Mai 2016, 12:07

@guatuso:

Na, da scheint Costa Rica wohl kaum als Destination für Rentner in Frage zu kommen.

zu Nr. 1 - Lebenshaltungskosten
Die allermeisten Dienstleistungen (vom Friseur bis zum Handwerker) sind auf den PH erheblich billiger (Haarschnitt z.B. 1 € auf den PH) als in D.
Die Kosten für eine maid liegen auf den PH bei ca. 4.000 PHP, sind weniger als 100 USD im Monat, Unterkunft und Verpflegung frei, sechs Tage die Woche. Mit Dolmetscher meinte ich keinen speziellen Dolmetscher sondern z.B. einen Freund, Bekannten, die Frau eines Bekannten, der/die bei Behördengängen dolmetscht. Ist allerdings auf den PH nicht notwendig, da Englisch Amtssprache ist (Dank an den amerikanischen Kolonialherren).
De Preise in Thailand sollen von den PH nicht stark abweichen, während Malaysia und Singapur teurer, Laos, Kambodscha und Myanmar (erheblich) preiswerter sein sollen. Es kommt natürlich auch darauf an, wo man wohnt. Großstädte und Touristenorte haben höhere Preise als eine ländliche Region.


zu Nr. 3 - Daueraufenthalt
Wie ich oben schon verlinkt habe, relativ einfach. Wie aus diesem Artikel zu ersehen ist, sind die Regelungen in den Ländern Südost-Asiens zwar unterschiedlich, aber generell ist es möglich, dort ein Daueraufenthaltsrecht zu bekommen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Man kann wohl festhalten, daß die "attraktiven" Länder hohe Hürden haben. Einen Daueraufenthalt für Neuseeland oder Australien zu erhalten ist als Rentner schwierig, in den USA (fast) unmöglich.

Die Hauptschwierigkeiten für die meisten Rentner sind bei einer dauerhaften Wohnsitzverlegung nach meiner Beobachtung anderer Natur:
1. Krankenversicherung
Außerhalb der EU zahlt die gesetzliche deutsche Krankenversicherung nicht. Man kann sich wohl als Rentner von der KV-Pflicht befreien lassen, wenn man dauerhaft im Ausland lebt. Ob die damit verbundene Erhöhung der Rente aber einen Krankenversicherungsschutz im Ausland ermöglicht, darf bezweifelt werden. Deutsche Auslandskrankenversicherungen zahlen nur für die ersten Monate und sind danach nutzlos. Zwar kann es (staatliche) Krankenversicherungen geben, allerdings ist deren Leistungsangebot gering.
Fazit: Der "normale" Arztbesuch ist kein Problem, bei Krankenhausaufenthalt, Operation oä wird es (richtig) teuer. Für die Operation des grauen Stars hatten wir bei meiner Frau einen Kostenvoranschlag, der sich auf deutschem Niveau bewegte.
Sofern sie über die notwendigen Mittel verfügen und es nicht akut ist, fliegen die Rentner dann zu den Operationen nach D.. In jedem Flug kann man einige Personen kennenlernen, die mit einer neuen Hüfte oä sich wieder auf den Weg in ihre Wahlheimat machen.

2. Inflation
Die Inflation in vielen Ländern liegt über der Rentenerhöhung, die der Rentner erwarten kann bzw. erhält. Zu DM-Zeiten wurde das häufig durch den ständig steigenden Wechselkurs aufgefangen. Inzwischen besteht die Gefahr, daß der Euro sogar im Verhältnis zu den lokalen Währungen an Wert verliert bzw. stagniert. Während es vor einigen Jahren für einen Euro z.B. 70 PHP gab, liegt der augenblickliche Kurs bei ca. 50 PHP. Verbunden mit einer Inflationsrate von z.B. 7% oder 8% und kaum meßbaren Rentenerhöhungen kann man sich ausrechnen, wann das Limit erreicht ist.

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holzi
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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Freitag 27. Mai 2016, 12:41

@caviteno: wie weit ist eigentlich noch das Spanische auf den Philippinen im Gebrauch? Die Spanier waren ja auch über mehrere Jahrhunderte als Kolonialisten dort aktiv.
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Caviteño
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Re: Auswandern

Beitrag von Caviteño » Freitag 27. Mai 2016, 15:33

In Gebrauch ist es überhaupt nicht mehr. Die Spanier und die spanische Kolonialzeit sind im Gegensatz zu den US-Amerikanern verhasst; dementsprechend wird der früher vorgeschriebene Spanisch-Unterricht inzwischen nur noch auf freiwilliger Basis angeboten und stößt kaum auf Interesse. Zwei Ereignisse prägen die Einstellung: Erstens, der Tod von Magellan 1521 in einer Schlacht bei Cebu und zweitens, daß die Spanier den Nationalhelden Rizal zum Tode verurteilten und erschossen haben.

Gleichwohl haben die phil. Dialekte (im Grunde sind es meist eigene Sprachen) viele Lehnwörter aus dem Spanischen. Das gilt insbesondere für das Cebuano, bei dem nicht nur die Zahlen und Wochentage, sondern auch viele Begriffe aus dem Spanischen verwandt werden. In Tagalog (wird auch als Filipino bezeichnet und in Manila und der Umgebung gesprochen) ist das nicht so ausgeprägt.
Man trifft manchmal auch noch Nachkommen alter spanischer Einwanderer, die sich ihr Spanisch erhalten haben. Die Familie Zobel de Ayala ist spanisch-deutschen Ursprungs und gehört zu den reichsten Familien des Landes.

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holzi
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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Freitag 27. Mai 2016, 16:03

Danke! An den Personennamen merkt man aber noch stark das spanische Erbe.
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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Freitag 27. Mai 2016, 16:38

Panama waere auch ein Rentnerziel. Preisguenstig (wesentlich billiger als in Costa Rica), in vielen groesseren Staedten recht modern (US-amerikanisiert) und die Aufenthaltsgenehimigung gibt es leicht. Allerdings gibt es keine Pflicht-Krankenversicherung, man muss sie also selber bezahlen, und das kann bei aelteren Leuten recht teuer werden.
Nur das Essen auf den Schnellstrassen ist mitunter grauenhaft chinesisch durcnwuergt: Es ist wird alles in Schweineschmalz gekocht, gesotten und gebraten. So schmeckts auch.
Ist zwar mal spanisch gewesen, aber seit dem Kanalbau ziemlich Gringohaft, und so gibt es zwei Landessprachen, spanisch und englisch, und zwei Landeswaehrungen, Balboa und Dollar, beide stehen gleichwertig.
Naeheres unter: Panama-Forum.

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Re: Auswandern

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 27. Mai 2016, 18:03

Als junge Frau wäre ich gerne für ein paar Jahre in eine große Stadt gezogen, am liebsten nach Barcelona, aber ich hätte auch Avignon, Dublin, Straßburg, Rom oder Mailand oder selbst Berlin genommen, wenn es sich ergeben hätte. Jetzt will ich die meiste Zeit hier bleiben, länger als drei Monate kriegt man mich nirgends mehr hin..

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Re: Auswandern

Beitrag von Caviteño » Freitag 27. Mai 2016, 19:14

holzi hat geschrieben:Danke! An den Personennamen merkt man aber noch stark das spanische Erbe.
Stimmt - rein phil. Familiennamen sind selten. Im übrigen gilt - wie überall in Asien - eine weiße Haut als Schönheitsideal, wie sie den "mestizos(as)" häufig zu eigen ist. Nicht umsonst wurde Pia Wurtzbach, die Tochter eines Deutschen und einer Pinay, als "Binibining Pilipinas 2015" zum Miss Universe Contest geschickt, den sie auch gewann.

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Freitag 27. Mai 2016, 19:19

Caviteño hat geschrieben:
holzi hat geschrieben:Danke! An den Personennamen merkt man aber noch stark das spanische Erbe.
Stimmt - rein phil. Familiennamen sind selten. Im übrigen gilt - wie überall in Asien - eine weiße Haut als Schönheitsideal, wie sie den "mestizos(as)" häufig zu eigen ist. Nicht umsonst wurde Pia Wurtzbach, die Tochter eines Deutschen und einer Pinay, als "Binibining Pilipinas 2015" zum Miss Universe Contest geschickt, den sie auch gewann.
Aber das zuschauende Volk jubelte erst mal hochbegeistert der wunderschoenen Ariadna Gutiérrez zu, da war nix mit heller Haut. Die haetten auch einem gelben Eskimo mit schwarzen Vorfahren zugejubelt meine ich.
Es war eine riesige Peinlichkeit und Demuetigung, wie das abgelaufen ist.

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Re: Auswandern

Beitrag von DarPius » Freitag 27. Mai 2016, 23:29

Also ich bin zum 1.1.2035 - so Gott will - in Polen, es sei denn bin früher in Kämpfen um eure und unsere Freiheit gefallen.
'Et portae inferi non praevalebunt eam'

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Re: Auswandern

Beitrag von Christian » Mittwoch 1. Juni 2016, 21:16

DarPius hat geschrieben:Also ich bin zum 1.1.2035 - so Gott will - in Polen, es sei denn bin früher in Kämpfen um eure und unsere Freiheit gefallen.
Sei lieber früher in Polen bevor du für meine Freiheit fällst.

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Re: Auswandern

Beitrag von umusungu » Mittwoch 1. Juni 2016, 21:24

DarPius hat geschrieben:Also ich bin zum 1.1.2035 - so Gott will - in Polen, es sei denn bin früher in Kämpfen um eure und unsere Freiheit gefallen.
Warum gehst Du nicht sofort nach Polen?

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