Auswandern

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guatuso
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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Freitag 22. Januar 2016, 22:47

Dieter hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:[Curd Jürgens] "Hier kann ich reden wie mir die Schnauze gewachsen ist!"
@guatuso
Das geht Dir hier im Forum doch sicher auch so!?

Jedenfalls hast Du ganz wunderbar deutsch über alle, die Dir auf den Zwirn gehen, vom Leder gezogen. Das ist sympathisch! Mir fehlt sowas hier in Lateinamerika.
Jedenfalls hast Du ganz wunderbar deutsch über alle, die Dir auf den Zwirn gehen, vom Leder gezogen.
Kannst du dafür ein Beispiel nennen? (Ich meine nicht Tinius, der mich immer wieder angreift.)
Overkott etwa.

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taddeo
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Re: Auswandern

Beitrag von taddeo » Freitag 22. Januar 2016, 22:47

Tinius hat geschrieben:
taddeo hat geschrieben: Aber die ehrliche Herzlichkeit sovieler Menschen, mit denen ich in meinem Leben zu tun hatte, hat mich nie daran zweifeln lassen, daß ich hier am besten aufgehoben bin.
Und jetzt laßt mich bitte nicht auf dem Glauben, daß das daran liegt, daß ich überwiegend mit Altbaiern zu tun hatte und habe.
Doch ....[Punkt] Sei froh, dass du das mit den Altbaiern erleben darfst. Wenn es mir dort nicht zu kalt wäre, würde ich im Ruhestand sofort in das Dorf gehen, wo ich mit Dreiviertel von denen verwandt bin. Meine Urgroßmutter hatte 17 Kinder, meine Grußmutter sechs. Eine meiner Tanten sieben...
Dort wär es mir auch zu kalt ... :D

Übrigens, noch eine Anekdote aus eben dieser Gegend:
Ein alter (natürlich stockkatholischer) Bauer aus dem tiefsten Bayerischen Wald liegt im Sterben, man holt den Pfarrer, um ihm die Sterbesakramente zu spenden. Als sie allein sind, sagt der Bauer: "Hochwürdn, ich hätt an dringenden Wunsch. I möcht evangelisch werdn." Der Pfarrer ist entsetzt: "Aber um Himmelwillen, warum denn das?" - " Ja wissn S', Hochwürdn, i hob nimma lang, i muaß boid sterbn. Und i denk ma hoid, es is bessa, es stirbt oana vo dene als oana vo uns!" ;D :pfeif:

Caviteño
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Re: Auswandern

Beitrag von Caviteño » Samstag 23. Januar 2016, 01:32

Tinius hat geschrieben:
Richtig. Das deutsche Wesen.........
Na ja, das deutsche Wesen....

Zu Deiner Episode:
Ich kenne es eigentlich auf allen Flughäfen nur so, daß vor dem Einsteigen die Reihenfolge aufgerufen wird und da heißt es immer: Familien mit kleinen Kindern und Personen, die beim Einsteigen Unterstützung brauchen, zuerst....
Ich würde den Fehler daher nicht beim "deutschen Wesen" suchen, obwohl das immer wieder gerne gemacht wird. Es handelt sich um einen Fehler des Bodenpersonals, insbesondere wenn der Flug nach D. geht. Deutsche verstehen und akzeptieren meist klare und eindeutige Ansagen. Das sollte sich eigentlich bis zum letzten Provinzflughafen, auf dem Charterflieger nach D. starten herumgesprochen haben.

Im übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, daß man im Ausland relativ schnell auch die Seiten in D. schätzen lernt, die man bisher wenig beachtet hat. Nun ist Kanada mit Sicherheit nicht mit den PH zu vergleichen, aber häufig wird ja gerade die "Freundlichkeit" der Menschen dort bzw. das "ruhigere Leben" im jeweiligen Lande gelobt. Das mag zwar tlw. richtig sein, trotzdem schätze ich die Effizienz der ALDI-Kassiererinnen im Vergleich zu den Supermärkten hier, wo man dem Personal problemlos beim Laufen die Hose bügeln kann. Auch die vielgeschmähte deutsche "Bürokratie" sieht man ein wenig anders, wenn man in anderen Ländern mit den dortigen Behörden zu tun hat. Die Ausbildung bzw. Kenntnis des Personals und insbesondere der Handwerker ist manchmal ein blanke Katastrophe. Besonders schwierig wird es, wenn man falsche Auskünfte bekommt, weil der Antwortende "sein Gesicht nicht verlieren will".

Du kannst Dich mit Sicherheit auf viele neue Erfahrungen freuen und Du wirst manches am "deutschen Wesen" schätzen lernen, was Du bisher noch nicht erkannt hast.

Dieter
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Re: Auswandern

Beitrag von Dieter » Samstag 23. Januar 2016, 10:14

Sempre hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:Kannst du dafür ein Beispiel nennen?
Ich spreche nicht Dich sondern guatuso an und beziehe mich auf seinen jüngsten Beitrag in diesem Strang.

ok

Dieter
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Re: Auswandern

Beitrag von Dieter » Samstag 23. Januar 2016, 10:15

guatuso hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:[Curd Jürgens] "Hier kann ich reden wie mir die Schnauze gewachsen ist!"
@guatuso
Das geht Dir hier im Forum doch sicher auch so!?

Jedenfalls hast Du ganz wunderbar deutsch über alle, die Dir auf den Zwirn gehen, vom Leder gezogen. Das ist sympathisch! Mir fehlt sowas hier in Lateinamerika.
Jedenfalls hast Du ganz wunderbar deutsch über alle, die Dir auf den Zwirn gehen, vom Leder gezogen.
Kannst du dafür ein Beispiel nennen? (Ich meine nicht Tinius, der mich immer wieder angreift.)
Overkott etwa.

Ich kann nicht gemeint sein, denn ich habe NIE etwas gegen Overkott gesagt.

Dieter
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Re: Auswandern

Beitrag von Dieter » Samstag 23. Januar 2016, 10:29

Caviteño hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:
Richtig. Das deutsche Wesen.........
Na ja, das deutsche Wesen....

Zu Deiner Episode:
Ich kenne es eigentlich auf allen Flughäfen nur so, daß vor dem Einsteigen die Reihenfolge aufgerufen wird und da heißt es immer: Familien mit kleinen Kindern und Personen, die beim Einsteigen Unterstützung brauchen, zuerst....
Ich würde den Fehler daher nicht beim "deutschen Wesen" suchen, obwohl das immer wieder gerne gemacht wird. Es handelt sich um einen Fehler des Bodenpersonals, insbesondere wenn der Flug nach D. geht. Deutsche verstehen und akzeptieren meist klare und eindeutige Ansagen. Das sollte sich eigentlich bis zum letzten Provinzflughafen, auf dem Charterflieger nach D. starten herumgesprochen haben.

Im übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, daß man im Ausland relativ schnell auch die Seiten in D. schätzen lernt, die man bisher wenig beachtet hat. Nun ist Kanada mit Sicherheit nicht mit den PH zu vergleichen, aber häufig wird ja gerade die "Freundlichkeit" der Menschen dort bzw. das "ruhigere Leben" im jeweiligen Lande gelobt. Das mag zwar tlw. richtig sein, trotzdem schätze ich die Effizienz der ALDI-Kassiererinnen im Vergleich zu den Supermärkten hier, wo man dem Personal problemlos beim Laufen die Hose bügeln kann. Auch die vielgeschmähte deutsche "Bürokratie" sieht man ein wenig anders, wenn man in anderen Ländern mit den dortigen Behörden zu tun hat. Die Ausbildung bzw. Kenntnis des Personals und insbesondere der Handwerker ist manchmal ein blanke Katastrophe. Besonders schwierig wird es, wenn man falsche Auskünfte bekommt, weil der Antwortende "sein Gesicht nicht verlieren will".

Du kannst Dich mit Sicherheit auf viele neue Erfahrungen freuen und Du wirst manches am "deutschen Wesen" schätzen lernen, was Du bisher noch nicht erkannt hast.

Im übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, daß man im Ausland relativ schnell auch die Seiten in D. schätzen lernt, die man bisher wenig beachtet hat. Nun ist Kanada mit Sicherheit nicht mit den PH zu vergleichen, aber häufig wird ja gerade die "Freundlichkeit" der Menschen dort bzw. das "ruhigere Leben" im jeweiligen Lande gelobt. Das mag zwar tlw. richtig sein, trotzdem schätze ich die Effizienz der ALDI-Kassiererinnen im Vergleich zu den Supermärkten hier, wo man dem Personal problemlos beim Laufen die Hose bügeln kann. Auch die vielgeschmähte deutsche "Bürokratie" sieht man ein wenig anders, wenn man in anderen Ländern mit den dortigen Behörden zu tun hat. Die Ausbildung bzw. Kenntnis des Personals und insbesondere der Handwerker ist manchmal ein blanke Katastrophe. Besonders schwierig wird es, wenn man falsche Auskünfte bekommt, weil der Antwortende "sein Gesicht nicht verlieren will".

Da gebe ich dir völlig Recht. Erst vom Ausland aus sieht man die positiven und die negativen Seiten des eigenen Landes.

Man muss nur kurz in ein romanisches Land fahren, etwa nach Frankreich oder in den französischen Teil Belgiens. An der Kasse des Supermarktes unterhalten sich die Mitarbeiter in aller Ruhe, während sich eine Schlange von Kunden bildet. Sagt man etwas, wird das überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Allein schon die gelangweiten Gesichter des Personals....

Es ist richtig - wenn man wieder zuhause ist, ist man dankbar für die ALDI-Kassiererin!

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Sarandanon
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Re: Auswandern

Beitrag von Sarandanon » Samstag 23. Januar 2016, 11:06

guatuso hat geschrieben:Ich ging also (auch) wegen der Situation in Deutschland, der unertraeglich, selbstgerechten Menschen, die alles besser wissen, die keine Freundlichkeit im Herzen tragen, die einem arrogant von oben herabkanzeln, die alle privaten Motivationen ins kriminelle ziehen; eine Situation in der bei Wahlkaempfen von Hasstiraden zu hoeren ist, von Kinderschaendung und Boshaftigkeit bis zum erbrechen. Ich ging unter anderem wegen einer deutschen Gesellschaft, in der Altersrassismus herrscht, die Pornographie als Lebenszweck begruendet wird und Maenner der letzte Dreck sind fuer Frauen.
Naja, das beurteilt vmtl. jeder für sich individuell und Du siehst das aus einem besonders krassen Blickwinkel. Und eine solche Beurteilung unterliegt ja auch der persönlichen Erfahrung. Ich habe hier in D. viele (aus meiner Sicht) Bekloppte, Asoziale und Ar...löcher aber auch in der Mehrheit viele freundliche, nette und sympathische Menschen kennengelernt. Berufsbedingt habe ich mich knapp 15 Jahre immer wieder im außereuropäischen Ausland aufgehalten, von Nordamerika, Südamerika, Afrika bis Nahost.

Und mal abgesehen von frappierenden kulturellen Unterschieden und tw. weitaus größeren gesellschaftlichen Problemen stellte es sich im Ausland mit den Menschen genauso dar wie in D. Und auch, wenn es manch schöne Erlebnisse gab, war ich jedesmal froh, wenn ich wieder zu Hause war. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, in einem anderen Land zu leben. Und das ist bis heute so. Obwohl mir manchmal dieses Angst- und Meckergehabe des deutschen Wesens tüchtig auf den Zwirn geht. Ich finds trotzdem schön hier.

Wenn dennoch jemand auswandern möchte, finde ich das völlig o.k. Diese Freiheit hat man ja nunmal.

@Tinius: Viel Glück und einen guten Start in Kanada ;) . Gottes Segen für Dich.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

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Marion
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Re: Auswandern

Beitrag von Marion » Samstag 23. Januar 2016, 12:09

Dieter hat geschrieben:Erst vom Ausland aus sieht man die positiven und die negativen Seiten des eigenen Landes.
Das stimmt! Ich mag in Brasilien am meisten das Wetter, Tag und Nacht frische Luft, und in Deutschland am meisten die Leute.
Man sagt hier, daß die Deutschen kalt sind. Das liegt wohl aber nur daran, daß sie im Allgemeinen nicht mit dem Nächstbesten über alles mögliche, vor allem persönliches, was nun mal nicht jeden was angeht, reden und erst mal ne Weile gucken und etwas Abstand bewahren wollen. Auch von wildfremden Leuten, die halt einer kennt, den man kennt, beim Begrüßen in den Arm genommen zu werden und Küsschen auf der Wange einzufangen ist ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Freundlichkeiten und auch Unfreundlichkeiten kenne ich hier wie auch dort. Ämterbürokratie ist hier wie dort unter aller Kanone. Wie die Familien hier zusammenhalten ist etwas, was man in Deutschland selten sieht. Bewundernswert! Hoffentlich bleibt es so. Weihnachten wird hier unmöglich gefeiert, mit Böllern und hupen auf der Straße und natürlich ohne Schnee. Die Feste sind hier alle sehr ausgelassen mit Churrasco, Caipirinha und Musik und lauter fröhliche Gesichter, wie im Film. Europäische Ausländer sind sehr gern gesehen und willkommen, ernstere Diskussionen nicht so sehr. Es ist so, daß Meinungsverschiedenheiten bei denen die man noch nicht lange kennt so gut es geht gemieden werden. Oftmals auch bei denen die man lange kennt. Das ist etwas, was ich an Meinesgleichen mag. Mit denen, mit den meisten auf jeden Fall, kann man sofort loslegen :)

Internet ist Klasse! Es würd mir fehlen, wenn ich nicht mit Deutschen schwätzen könnte, wie mir eben der Schnabel gewachsen ist. Die Schwätzmentalität ist eine ganz andere. Auch wenn es vereinzelte hier gibt, die so drauf sind, aber eben nur vereinzelte.
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Re: Auswandern

Beitrag von Dieter » Samstag 23. Januar 2016, 12:23

Auch von wildfremden Leuten, die halt einer kennt, den man kennt, beim Begrüßen in den Arm genommen zu werden und Küsschen auf der Wange einzufangen ist ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Ausländer, die nach Deutschland kommen, sagen immer wieder, dass es schwierig sei, Deutsche auf der Straße oder in der Öffentlichkeit kennenzulernen. Sie seien unfreundlich, abweisend und kühl.

Das ändere sich jedoch, wenn man bei Deutschen in ihre Wohnung eingeladen werde. Dann seien die Deutschen herzlich, gesprächig und hilfbereit.

Dieses Phänomen verstärkt sich, je weiter man nach Osten kommt. Nirgendwo in Europa sind die Menschen in der Öffentlichkeit so abweisend und unfreundlich wie z.B. in russischen Großstädten. Nirgendwo in Europa wird man aber so herzlich behandelt und erlebt man eine so große Gastfreundschaft wie bei Russen, bei denen man zuhause eingeladen ist.

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Marion
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Re: Auswandern

Beitrag von Marion » Samstag 23. Januar 2016, 12:54

Ja Dieter, der Unterschied der Behandlung zwischen Fremden, Bekannten und Freunden ist in Deutschland größer, viel größer, als in Brasilien.
Das hat seine angenehmen und auch unangenehmen Seiten. Du weißt immer gleich, wo du dran bist, aber es dauert bis das Gegenüber "warm" ist.
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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Samstag 23. Januar 2016, 14:59

Marion und Sempre, ihr sitzt ja eh noch im deutschesten Teil von Brasilien, da ist alles in allem, wie ich selbst im August/September feststellen konnte, weitgehend europäisch geprägt. Ich musste dort im Gegensatz zu São Paulo nur noch wenig für meine Mitfahrer übersetzen, weil die Deutschstämmigen derart zahlreich waren, dass sich immer der eine oder andere davon gefunden hat.
Ausserdem ist es in und um Floripa bis rauf ins Vale do Itajaí landschaftlich ausnehmend reizvoll, sauber und wirtschaftlich recht prosperierend. Da könnte ich es vermutlich auch aushalten. Nach São Paulo dagegen könnten mich keine 100 Pferde hinschleppen! Zu viel Lärm, zu viel Stau, zu viel Dreck, zu viel Hektik und zu viel Assalto, die ständige Angst vor allem, das Eingesperrtsein - nix für mich. Minas Gerais und Espirito Santo wären mir zu langweilig, dazu noch die gesamte bucklige Verwandtschaft meiner Frau, in Bahia gibt's schöne Flecken, aber auf Dauer sind mir die Leute dort zu "entspannt" - zum Ausspannen im Urlaub dagegen genial. Und von irgend einer Arbeit müsste ich auch leben, und davon gibts dort nix interessantes. Und weiter im Nordosten ist es mir für längere Zeit zu heiß. In Pará kommt noch die Feuchte und die Wild-West-Mentalität dazu (erst Schießen, dann fragen - vor einem Jahr haben Pistoleiros einen Onkel meiner Frau dort wegen Grundstücksangelegenheiten erschossen), das ich auch nicht auf Dauer haben kann.
Ihr habt Euch da schon eines der feinsten Sahnestückchen von Brasilien rausgepickt, Gratulation!
Allerdings würde ich noch abwarten, wie sich die momentane Wirtschafts- und Regierungskrise in Brasilia entwickeln. Dilma & Co haben ziemlich verschissen, aber in die Opposition habe ich keinen Deut mehr Vertrauen als in die PT. Aber alles in allem ist Brasilien auch für mich der "Plan B", wenn ich mal wegmüsste. Danach schaut's aber momentan nicht aus.
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Re: Auswandern

Beitrag von taddeo » Samstag 23. Januar 2016, 16:12

Marion hat geschrieben:Du weißt immer gleich, wo du dran bist, aber es dauert bis das Gegenüber "warm" ist.
Das klingt wie eine Beschreibung der Oberpfälzer. :D
Wenn man sich richtig bei denen integriert, werden sie nach 25, 30 Jahren auch "warm". :pfeif:

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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Samstag 23. Januar 2016, 16:47

Genau, der Oberpfälzer ist manchmal schroff, abweisend, meint es aber auch genau so. :breitgrins:
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Sempre
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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Samstag 23. Januar 2016, 17:11

@holzi

Wir waren zuerst im Bundesland São Paulo. Hatten aber das Glück, weitestgehend standortunabhängig zu sein und haben uns das hier vor bald 20 Jahren nach dem Kriterium Lebensqualität ausgesucht. Hauptstadt eines Agrarstaats. Keine Schwerindustrie, kein Hafen. Insel. Hervorragende Luftqualität. Die Fenster 10 Monate im Jahr den ganzen Tag lang offen.

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 23. Januar 2016, 22:39

Dieter hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Sempre hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:[Curd Jürgens] "Hier kann ich reden wie mir die Schnauze gewachsen ist!"
@guatuso
Das geht Dir hier im Forum doch sicher auch so!?

Jedenfalls hast Du ganz wunderbar deutsch über alle, die Dir auf den Zwirn gehen, vom Leder gezogen. Das ist sympathisch! Mir fehlt sowas hier in Lateinamerika.
Jedenfalls hast Du ganz wunderbar deutsch über alle, die Dir auf den Zwirn gehen, vom Leder gezogen.
Kannst du dafür ein Beispiel nennen? (Ich meine nicht Tinius, der mich immer wieder angreift.)
Overkott etwa.

Ich kann nicht gemeint sein, denn ich habe NIE etwas gegen Overkott gesagt.
Vielleicht ein Missverstaendnis, ich habe es so verstanden dass ICH mal sagen soll wer etwa mich angreift, und da schrieb ich Overkott.
Magst du gewesen sein der antworten sollte? Dann entschuldige!

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 23. Januar 2016, 22:46

Marion hat geschrieben: Wie die Familien hier zusammenhalten ist etwas, was man in Deutschland selten sieht. Bewundernswert! Hoffentlich bleibt es so. Weihnachten wird hier unmöglich gefeiert, mit Böllern und hupen auf der Straße und natürlich ohne Schnee. Die Feste sind hier alle sehr ausgelassen mit Churrasco, Caipirinha und Musik und lauter fröhliche Gesichter, wie im Film. .
DICK UND SCHWARZ UNTERSTRICHEN ! :emil:
(wie bei uns)

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 23. Januar 2016, 22:51

Sempre hat geschrieben:@holzi

Wir waren zuerst im Bundesland São Paulo. Hatten aber das Glück, weitestgehend standortunabhängig zu sein und haben uns das hier vor bald 20 Jahren nach dem Kriterium Lebensqualität ausgesucht. Hauptstadt eines Agrarstaats. Keine Schwerindustrie, kein Hafen. Insel. Hervorragende Luftqualität. Die Fenster 10 Monate im Jahr den ganzen Tag lang offen.
Mich wollte einst eine Samba-Managerin aus Sao Paulo heiraten (sie war zu Besuch in CR) , dazu haette ich aber nach Sao Paulo ziehen muessen.
Dem sprach entgegen :heul: der, nun ja, Koerperumfang der Auserwaehlten und die Contaminacion Sao Paulos.
Ich freue mich dass hier noch weitere aus Lateinamerika sind. Saludos para todos y un prospero año.

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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Sonntag 24. Januar 2016, 08:14

Sempre hat geschrieben:@holzi

Wir waren zuerst im Bundesland São Paulo. Hatten aber das Glück, weitestgehend standortunabhängig zu sein und haben uns das hier vor bald 20 Jahren nach dem Kriterium Lebensqualität ausgesucht. Hauptstadt eines Agrarstaats. Keine Schwerindustrie, kein Hafen. Insel. Hervorragende Luftqualität. Die Fenster 10 Monate im Jahr den ganzen Tag lang offen.
Darf ich dann mal unverschämt fragen, wovon ihr lebt? Habt ihr dort Arbeit oder das große Glück, z.B. von Mieteinnahmen aus Deutschland versorgt zu werden. Das macht nämlich ein Freund von mir, der in Pernambuco sitzt. Der hatte nach etlichen Jahren als Versicherungsmathematiker zwar unglaubliches Geld verdient, aber die Schnauze voll gehabt und ist dann mit seiner Frau nach Itamaracá gezogen. Die gesparte Kohle stecke er in Immobilien und davon lebt er ganz gut.

Meinen Stiefsohn dagegen ist auf Einladung seines Onkels vor einigen Jahren zurück nach Pindamonhangaba (SP) gegangen, um gemeinsam in seinem Baugeschäft zu arbeiten. Hat ihm natürlich mundos e fundos versprochen und ihn dann beschissen bis dorthinaus. Nach eineinhalb Jahren sind sie wieder zurück zu uns. Er konnte die Mentalität dort nicht mehr ab, hatte sich zu sehr an die relative Ehrlichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit in Deutschland gewöhnt, auch die bei uns zwar oft nervige Verwaltung ist dort um Welten ineffiziente und durchwegs korrupt bis in die Knochen. Kein Auftrag geht ohne mindestens 10% Kickback etc...
Vielleicht hätte er doch in den Süden gehen sollen? Egal, die Entscheidung ist gefallen, er hat es probiert. Wäre er gleich hier geblieben, würde er wohl immer noch der vergebenen Chance beim Onkel hinterher trauern.
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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Sonntag 24. Januar 2016, 18:27

@holzi

Auf der Ilha de Itamaracá war ich mal, aber nur kurz zwecks Besuchs des Forte de Santa Cruz. Das dortige Museum zeigte eine Ausstellung über Hans Staden und seine schaurige aber Warhaftige Historia und beschreibung eyner Landtschafft der Wilden Nacketen, Grimmigen Menschfresser-Leuthen in der Newenwelt America gelegen, in der er über seinen Schiffbruch an der Küste von Santa Catarina und seine Gefangenschaft bei den Tupinambá von Ubatuba (SP) im 16. Jahrhundert berichtet.

Ist wohl ansonsten reine Urlaubergegend. Da kann man es als sozusagen Frührentner mit Mieteinnahmen aus Deutschland sicher gut aushalten. Die gegenwärtige Entwicklung des Wechselkurses gleicht die hiesige Inflation locker aus. Anders als viele Brasilianer, die ebenfalls vergleichsweise recht früh in Rente gehen (können, weil es mit dem Nachwuchs noch nicht ganz so katastrophal aussieht), werde ich wohl noch diverse Jahre arbeiten müssen.

Was hier in meinen Augen eher unangenehm ist, ist die mangelnde Trennung von Freundschaft und Geschäft, von Dienst und Schnaps. Was Familie und Geschäft angeht, kann ich nicht sagen, ob die von Dir berichtete Erfahrung repräsentativ ist. Es geht hier allerdings ganz allgemein sehr materiell zu. Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.

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Re: Auswandern

Beitrag von Dieter » Sonntag 24. Januar 2016, 18:37

Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.
Das ist auch meine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe.

Speziell Romanen können sehr egoistisch sein. Das hat leider zur Folge, dass man als Deutscher diesen Leuten gegenüber mißtrauisch und vorsichtig wird.

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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Sonntag 24. Januar 2016, 18:44

guatuso hat geschrieben:Ich freue mich dass hier noch weitere aus Lateinamerika sind. Saludos para todos y un prospero año.
Beijos e abraços! :blinker: :tuete:

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Sonntag 24. Januar 2016, 20:10

Sempre hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:Ich freue mich dass hier noch weitere aus Lateinamerika sind. Saludos para todos y un prospero año.
Beijos e abraços! :blinker: :tuete:
También te sentirías abraza! :P :huhu:

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Re: Auswandern

Beitrag von Tinius » Sonntag 24. Januar 2016, 21:41

Dieter hat geschrieben:
Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.
Das ist auch meine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe.

Speziell Romanen können sehr egoistisch sein. Das hat leider zur Folge, dass man als Deutscher diesen Leuten gegenüber mißtrauisch und vorsichtig wird.
Klar, dass diese Sache wieder von dir kommt. War ja schon beim Dreibund so, oder?

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Montag 25. Januar 2016, 02:06

Dieter hat geschrieben:
Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.
Das ist auch meine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe.

Speziell Romanen können sehr egoistisch sein. Das hat leider zur Folge, dass man als Deutscher diesen Leuten gegenüber mißtrauisch und vorsichtig wird.
Komisch, da muss ich auf einer anderen Welt leben, ich, der seit 20 Jahren dort lebe, habe genau die umgekehrte Erfahrung gemacht. Hilfsbereit Romanen ohne Geld zu wollen. "Die" Deutschen aber waren Egoistisch und Betruegerisch (5 Schreibkontrakte mit Deutschen, 4 haben mich um mein redliches Honorar beschissen! Und das obwohl ich 6 Kinder hatte wie alle wussten, aber kaltschnaeuzig mir mein Geld verweigert, ich liebe diese strikte Redlichkeit, der man voller Vertrauen begegnen darf!). Und uebrigens, alle Griechen betruegen, alle Italiener luegen, alle Polen klauen und alle Russen stechen dir das Messer in den Ruecken!

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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Montag 25. Januar 2016, 08:36

guatuso hat geschrieben:Und uebrigens, alle Griechen betruegen, alle Italiener luegen, alle Polen klauen und alle Russen stechen dir das Messer in den Ruecken!
Paulus in Tit1,12 hat geschrieben:Es hat einer von ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche.
Was soll man dem noch hinzufügen? :breitgrins:
Gibt halt immer solche und solche. Meiner Erfahrung nach nimmt diese Freigebigkeit und Gastfreundschaft in Brasilien reziprok zum relativen Reichtum der jeweiligen Personen ab. Also im Klartext: bei Favelados und Landarbeitern wurden wir auf das herzlichste bewirtet und die Advokaten haben sich von uns aushalten lassen! :roll:
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Re: Auswandern

Beitrag von Dieter » Montag 25. Januar 2016, 09:22

guatuso hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.
Das ist auch meine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe.

Speziell Romanen können sehr egoistisch sein. Das hat leider zur Folge, dass man als Deutscher diesen Leuten gegenüber mißtrauisch und vorsichtig wird.
Komisch, da muss ich auf einer anderen Welt leben, ich, der seit 20 Jahren dort lebe, habe genau die umgekehrte Erfahrung gemacht. Hilfsbereit Romanen ohne Geld zu wollen. "Die" Deutschen aber waren Egoistisch und Betruegerisch (5 Schreibkontrakte mit Deutschen, 4 haben mich um mein redliches Honorar beschissen! Und das obwohl ich 6 Kinder hatte wie alle wussten, aber kaltschnaeuzig mir mein Geld verweigert, ich liebe diese strikte Redlichkeit, der man voller Vertrauen begegnen darf!). Und uebrigens, alle Griechen betruegen, alle Italiener luegen, alle Polen klauen und alle Russen stechen dir das Messer in den Ruecken!


Ich hatte mich auf die o.a. Aussage von Sempre bezogen.

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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Dienstag 26. Januar 2016, 02:44

Dieter hat geschrieben:
guatuso hat geschrieben:
Dieter hat geschrieben:
Hinter der äußerlichen Freundlichkeit verstecken sich in der Regel irgendwelche Interessen.
Das ist auch meine Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe.

Speziell Romanen können sehr egoistisch sein. Das hat leider zur Folge, dass man als Deutscher diesen Leuten gegenüber mißtrauisch und vorsichtig wird.
Komisch, da muss ich auf einer anderen Welt leben, ich, der seit 20 Jahren dort lebe, habe genau die umgekehrte Erfahrung gemacht. Hilfsbereit Romanen ohne Geld zu wollen. "Die" Deutschen aber waren Egoistisch und Betruegerisch (5 Schreibkontrakte mit Deutschen, 4 haben mich um mein redliches Honorar beschissen! Und das obwohl ich 6 Kinder hatte wie alle wussten, aber kaltschnaeuzig mir mein Geld verweigert, ich liebe diese strikte Redlichkeit, der man voller Vertrauen begegnen darf!). Und uebrigens, alle Griechen betruegen, alle Italiener luegen, alle Polen klauen und alle Russen stechen dir das Messer in den Ruecken!


Ich hatte mich auf die o.a. Aussage von Sempre bezogen.
Sorry!! Diese vielen Zitate der Zitate zu zitieren verwirren mich doch sehr. Ich bins einfach gewohnt. Du sagen "Geld" ich sagen "Danke" , nix Diskussion, Basta.
(gez. Tarzan)

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overkott
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Re: Auswandern

Beitrag von overkott » Freitag 29. Januar 2016, 00:17

Auswandern ist eine Alternative.

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Sempre
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Re: Auswandern

Beitrag von Sempre » Freitag 29. Januar 2016, 02:22

overkott hat geschrieben:Auswandern ist eine Alternative.
Wenn man die Voraussetzungen mitbringt. Neuer Nachbar in Deutschland zu werden, ist wohl zur Zeit nicht so schwer. Für Brasilien etwa braucht man entweder hinreichend Kapital, das man in eine Firma investiert, oder garantierte Rentenzahlungen, oder einen Job, für den es nachweislich keinen geeigneten Brasilianer gibt. Es sei denn man hat einen brasilianischen Ehepartner oder ein brasilianisches Kind.

Caviteño
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Re: Auswandern

Beitrag von Caviteño » Freitag 29. Januar 2016, 03:59

Sempre hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:Auswandern ist eine Alternative.
Wenn man die Voraussetzungen mitbringt.
:daumen-rauf:
Die entsprechenden Länderforen sind voll mit Berichten oder Anfragen von "Träumern", die ein easy-living mit Baccardi-feeling in tropischen Ländern erwarten.

Selbst relativ sichere Einkünfte in D., z.B. Rente, Miet- oder Kapitaleinnahmen, sind keine Garantie. Zum einen liegt die Inflationsrate in vielen Ländern erheblich höher als im Euroraum, zum anderen kann die Wechselkursentwicklung einen Strich durch die - knappe - Rechnung machen. Der Euro ist z.B. gegenüber dem phil. Peso von 1:70 auf gegenwärtig 1:50 gefallen - eine Einbuße von 30%. Die geringen Rentensteigerungen kompensieren die Inflationsrate, die wohl tatsächlich nicht bei 2% sondern bei 5%+ liegen dürfte, ebenfalls nicht.

Wer einen Job annimmt/hat und mit seiner Familie hier ist, hat Kosten, die in D. nicht anfallen - insbesondere die Schulausbildung der Kinder, die z.B. in der Deutschen Schule Manila zwischen 3.000 € - 4.000 € p.a. (nur Schulgebühren, ohne zusätzliche Ausgaben für Einschreibung usw.) betragen.

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Re: Auswandern

Beitrag von holzi » Freitag 29. Januar 2016, 19:59

Sempre hat geschrieben:[[...] Es sei denn man hat einen brasilianischen Ehepartner oder ein brasilianisches Kind.
Bei mir wäre das der Fall, aber es rechnet sich für mich einfach derzeit nicht, nach Brasilien zu gehen. Die Preise sind höher als hier, die Gehälter dafür nur ein Bruchteil. Und - wie mehrmals gesagt - ist mir die politische Situation momentan dort zu instabil. Aber Brasilien bleibt immer mein "Plan B".
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Re: Auswandern

Beitrag von guatuso » Samstag 30. Januar 2016, 02:03

overkott hat geschrieben:Auswandern ist eine Alternative.
Ich bin in der gluecklichen Lage niemals ausgewandert, sondern endlich angekommen zu sein. Ein bedeutender Unterschied.
Angekommen ist, als treffe der Mann endlich die Frau seines Lebens, nach der er sich sein Leben lang verzehrte, ohne es bewusst zu wissen.Erst als sie vor ihm stand schlug es ein.
Auswandern ist, als gingest du eine reine Vernunftsehe ein, die zwar funktionieren kann, in der aber die Liebe fehlt.

Ich kenne viele Ausgewanderte, die die Schuld am Scheitern ihrer Plaene den Einheimischen geben weil die nix koennen,keine Puenktlichkeit haben,alle betruegen ect.pp. Das bedeutet, sie wurden niemals Teil dieser Gesellschaft, denn sie vergassen einen wichtigen Spruch aus ihrer Kindheit: Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Ich kannte einen, der kam mit 500.000 US Dollar,sprach kein Wort spanisch, sagte mir aber, er wolle jetzt mal den Ticos zeigen wie man Geschaefte macht.
Nach 2 Jahren war er Bankrott und lebte vom kuemmerlichen Verdienst seiner Freundin, die ihm ab und zu was zusteckte.
Die meisten,die ich kenne und hier seit eine oder zwei Generationen leben, haben Lehrgeld bezahlt,aber nicht aufgegeben weil sie aus der Liebe zur neuen Heimat sich durchgebissen haben.
Ich selber kam mit sage und schreibe 500 Dollar an, aber ich hatte einen Vorteil, ich hatte weiterhin in Deutschland im Rundfunk meine Arbeit ( was Hemingway konnte koennen wir auch,meinte mein Redakteur, du schickst mir jede Woche einen literarischen Bericht) und konnte so die ersten Jahre mein gutes Geld verdienen, bis es sich erschoepft hatte und ich dann auch via Reiseleitung ging.

Im uebrigen ist auch der Selbstmord eine Alternative. Und das Tauchen. Ebenso wie das Reiten. Alles ist Alternativ, also gar nix.

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