Die Flüchtlingsfrage

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Mauritius
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Mauritius »

Es herrscht Unordnung in den Begrifflichkeiten!

Ein Christ aus Polen ist mein Bruder, für alle die hier herkommen und vorher ihre Pässe und Christen ins Meer schmeissen gilt
Matthäus 7:6 !

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Reinhard
cum angelis psallat Domino
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Reinhard »

Mauritius hat geschrieben:... Unordnung ...

... für alle die hier herkommen und vorher ihre Pässe und Christen ins Meer schmeissen gilt Matthäus 7:6 !
Falls Du das ernst gemeint haben solltest, wäre das ja wirklich übelste Steinbruchexegese ... ("Man merkt die Absicht und man ist verstimmt.")

Aber jetzt im Ernst, und in bester exegetischer Ordnung:
Wenn wir einen biblischen Hinweis suchen, wie man in der politischen Gemeinde mit Flüchtlingen, Zugezogenen und sonstigen Fremden umzugehen hat, wird man in Lev. 19 fündig:
33 Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.
34 Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.
So hat es Gott im Gesetz verfügt für Israel, wo politische Gemeinde und religiöse Gemeinde zusammen fielen.

Dies und nichts anderes wäre im Analogieschluss anzuwenden auf unsere politische Verantwortung als Christen, wenn wir denn biblische Maßstäbe suchen.
(Man schaue mal in der Übersicht, wie konsequent sich diese Haltung durch die Hl. Schrift hindurch zieht !)
n.b.: Hieraus folgt durchaus nicht, dass wir alle aufzunehmen hätten, die anklopfen. Aber diejenigen, die hier leben, die haben wir bittesehr genau so zu aufzunehmen, ohne Unterschied.

Mauritius
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Mauritius »

"Der Fremde" wird hier auch nicht unterdrückt, praktisch herrschen hier schon alttestamentarische Zustände!

Deshalb bleibe ich lieber beim Neuen Testament und wiederhole nochmal das ein Christ aus Polen mein Bruder
ist. Ich kann nicht alle lieb haben, die vom materiellen Wohlstand angezogen werden und hier leben wollen.

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Reinhard
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Reinhard »

Ok, dann machen wir es neutestamentlich, mit Jesu eigenen Worten:     (dies müsste sogar Ipsissima Vox Jesu sein, also Jesu Originaltext ! </historisch-kritisch betrachtet>)
34 Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!
35 Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.
36 Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. ...
(40) Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
(Mt. 25)
Das ist noch einen Zahn schärfer: Jesus macht sogar die ewige Seligkeit von unserem Verhalten gegenüber den Fremden abhängig.

Wie Du es auch drehst und wendest: biblisch gesehen kommst Du aus der Nummer nicht heraus.

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DarPius
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von DarPius »

Reinhard hat geschrieben: Wie Du es auch drehst und wendest: biblisch gesehen kommst Du aus der Nummer nicht heraus.
Und umgekehrt
http://w2.vatican.va/content/john-paul- ... -23.html
Durch die Förderung einer schrittweisen Integration aller Migranten – wobei ihre Identität zu achten und zugleich das Kulturgut der sie aufnehmenden Bevölkerungen zu bewahren ist – besteht weniger die Gefahr einer Konzentration der Einwanderer in regelrechten »Ghettos«, in denen die Immigranten sich vom sozialen Kontext absondern und gelegentlich sogar den Wunsch hegen, sich nach und nach des Territoriums zu bemächtigen.
JPII sieht eindeutig jene Ghettos als Gefahr. Und die Landnahme hat er auch gesehen. Nur das sind 13 Jahre her. Und in dieser Zeit lief so ziemlich alles schief, was schief laufen konnte, so dass die Lage noch schlimmer geworden ist.

Also wie man sieht, ist die Aufnahme nicht bedingungslos.
6. Selig, die Frieden stiften! So spricht der Herr (Mt 5,9). In ihrem Streben nach der brüderlichen menschlichen Gemeinschaft finden die Christen ihre Quelle und ihr Vorbild in Gott, der dem Wesen nach einer und dreieinig in den Personen ist.
Wenn die hier Unruhe stiften, Bomben legen und die heilige katholische Kirche unterdrücken wollen, gilt eben Widerstandspflicht.

Weiter
48. Eine besondere Gefahr für den Glauben erwächst übrigens aus dem gegenwärtigen religiösen Pluralismus, wenn er als Relativismus und Synkretismus auf dem Gebiet der Religion verstanden wird. Um diese Gefahr abzuwenden, ist es nötig, neue pastorale Initiativen zu ergreifen, die erlauben, in angemessener Weise dem Phänomen entgegen zu treten, das sich als eines der schwierigsten pastoralen Probleme der heutigen Zeit erweist zusammen mit dem Überhandnehmen der Sekten.
z.B. Islam.
62. Weiter dürfen die katholischen Schulen (vgl. EEu 59 und PaG 52) ihre besonderen Eigenheiten und ihr christlich orientiertes Erziehungskonzept nicht verleugnen, wenn Kinder von Migranten anderer Religionen als Schüler aufgenommen werden.
Wenn sollen unsere männlichen Flüchtlinge heiraten?
63. Von einer Heirat zwischen Katholiken und nichtchristlichen Migranten wird man mit unterschiedlichen Nachdruck je nach Religion abraten müssen, mit Ausnahme der besonderen Fälle, die in den Vorschriften des CIC und des CCEO beschrieben sind. Man wird nämlich mit den Worten von Papst Johannes Paul II. an Folgendes erinnern müssen: „In den Familien, in denen beide Eltern Katholiken sind, ist es leichter, den gemeinsamen Glauben mit den Kindern zu teilen. Wenn zwar mit Dankbarkeit anzuerkennen ist, dass es Mischehen gibt, denen es gelingt, den Glauben sowohl der Eheleute wie der Kinder zu fördern, ermuntert [die Kirche] doch die pastoralen Kräfte, Ehen zwischen Personen desselben Glaubens zu fördern.“
Also ich sehe Widersprüche in dem Dokument: wenn nicht untereinder geheiratet werden soll (was völlig klar und logisch ist), dann sind Paralellgeselschaften vorprogrammiert
'Et portae inferi non praevalebunt eam'

Caviteño
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

Edi hat geschrieben: Ich habe schon oft gesagt und wiederhole es immer wieder: Es wäre viel besser mit unserem Geld in den Ländern, wo die Leute herkommen, etwas aufzubauen womit den Menschen dort geholfen wird, zumal unser Geld dort viel mehr wert ist als hier. Ich denke hier geschieht viel zu wenig.
Afrika - und daher kommt ein großer Teil der "Flüchtlinge" hat in den letzten Jahrzehnten Mrden an Entwicklungshilfe erhalten - hat sich dort etwas verbessert? :nein:

Natürlich kann meinen, man würde aus den Fehlern lernen und z.B. die Entwicklungshilfe "direkt" und "vor Ort" geben, nur sollte man dann auch erklären wie man sich vorstellt:
- an den (korrupten) Regierungen (den sog. "Eliten") vorbei in einem Land tätig zu werden;
- wer dort etwas (was?) "aufbauen" soll.

Natürlich gibt es auch gelungene Beispiele, aber die findet man überwiegend in Südostasien. Thailand, Vietnam, die Philippinen exportieren mehr nach D. als Griechenland. Aber neben dem chinesischen Geschäftstalent haben auch die "global players", die dort Produktionsstätten errichtet haben, zu dieser Erfolgsstory beigetragen. Es reicht nicht aus, nur Früchte oder Gemüse zu pflanzen und zu hoffen, dies nach Europa verkaufen zu können. Dafür benötigt man Marktkenntnis und eine funktionierende Logistik. Wo findet man das in Afrika oder im Nahen Osten?

Insofern erscheint es auch nicht zielführend, mehr Entwicklungshilfe zu fordern. Regierungen können keine produktiven Arbeitsplätze schaffen; sie können auch die Konzerne nicht zwingen dort zu investieren. Ein investitionsfreundliches Klima muß schon von den Staaten selbst geschaffen werden.
Die Konsumenten in Europa können helfen, wenn sie erkennen, daß es ein Widerspruch ist, einerseits zu fordern, dort etwas aufzubauen, damit die Menschen die Heimat nicht verlassen müssen und dann andererseits den Kauf dieser Produkte aus vorgegebenen moralischen Gründen (Umwelt, Lohnniveau) abzulehnen. Wovon soll die wachsende Bevölkerung denn leben, wenn sie ihre Produkte nicht verkaufen kann? :hae?:

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Edi
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben:
Edi hat geschrieben: Ich habe schon oft gesagt und wiederhole es immer wieder: Es wäre viel besser mit unserem Geld in den Ländern, wo die Leute herkommen, etwas aufzubauen womit den Menschen dort geholfen wird, zumal unser Geld dort viel mehr wert ist als hier. Ich denke hier geschieht viel zu wenig.
Afrika - und daher kommt ein großer Teil der "Flüchtlinge" hat in den letzten Jahrzehnten Mrden an Entwicklungshilfe erhalten - hat sich dort etwas verbessert? :nein:

Ich habe das ganz allgemein formuliert und nicht aud Afrika allein bezogen. Daß das nicht überall und ohne Weiteres klappt, ist bekannt.
Was Afrika angeht, wird ja manchmal von Entwicklungshelfern berichtet, daß die z.B. Brunnen gebaut, eine Pumpe usw. installiert haben und den dort lebenden Menschen die nötigen Infos zur Bedienung und Wartung gegeben haben. Als die Helfer nach etlichen Jahren wieder dort hingekommen sind, war alles kaputt. Muß natürlich nicht überall in Afrika so gehen, aber die Gefahr scheint des öfteren da zu sein, daß es so kommt.
Daß man da wohl wenig machen kann, wo korrupte Regierungen sind, erst recht, wenn man denen die Gelder zukommen lässt, ist auch nichts Neues. Da hat z.B. die deutsche Regierung auch schon viel Geld in den Sand gesetzt. Man sollte eben vorher prüfen - soweit das geht - wie die Lage ist und vor allem auch ob die Gelder sinnvoll eingesetzt werden. Daß selbst das in solchen Ländern nicht immer funktionieren wird, ist auch Fakt. Wahrscheinlich geschieht das Überwachen und Prüfen aber auch viel zu wenig, sonst wären möglicherweise die Ergebnisse auch besser oder man würde die Sache rechtzeitig ganz einstellen, wenn man sieht, es bringt nichts.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Caviteño
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

Edi hat geschrieben: Was Afrika angeht, wird ja manchmal von Entwicklungshelfern berichtet, daß die z.B. Brunnen gebaut, eine Pumpe usw. installiert haben und den dort lebenden Menschen die nötigen Infos zur Bedienung und Wartung gegeben haben. Als die Helfer nach etlichen Jahren wieder dort hingekommen sind, war alles kaputt. Muß natürlich nicht überall in Afrika so gehen, aber die Gefahr scheint des öfteren da zu sein, daß es so kommt.
Das beschreibt auch eine Erfahrung, die vermutlich jeder schon mal gemacht hat:
Güter, die man nicht selbst erarbeitet hat, werden häufig weniger pfleglich behandelt als Gegenstände, die man "im Schweiße seines Angesichts" erworben hat.

Ein anderes Problem ist die "Helferindustrie", die von der umfangreichen Entwicklungshilfe gut lebt. Nicht nur die GIZ, die immerhin ein Volumen von knapp 2 Mrden € und fast 16.000 Beschäftigte hat. Auch unsere allseits geliebten politischen Parteistiftungen tummeln sich dort, auf den Philippinen sind alle vertreten: die Friedrich Naumann Stiftung, die Konrad Adenauer Stiftung, die Friedrich Ebert Stiftung und die Hans-Seidel-Stiftung. Man sitzt natürlich in klimatisierten Büros im Geschäftsbezirk der Hauptstadt (Makati oder Pasig) und koordiniert (...) eine Vielzahl von Programmen, die zur Stärkung des Demokratisierungsprozesses in den Philippinen beitragen. Das ist natürlich auch viel angenehmer, als bei 30 Grad Brunnen zu graben oder beim Gemüseanbau zu helfen.

Was würde denn geschehen, wenn man die Entwicklungshilfe, wie es vielen vorschwebt, direkt zweckgebunden an die "Ärmsten der Armen" geben würde oder - falls das nicht möglich ist - eine Kürzung vornimmt? Den Aufschrei der Politik über den Fortfall dieser attraktiven Auslandsjobs für ihre Mitarbeiter kann man sich doch vorstellen.
Wenn man sich hier über die "korrupten Eliten" in anderen Ländern aufregt, sollte man sich auch einmal mit der Nützlichkeit der Arbeiten der politischen Stiftungen in den Entwicklungsländern befassen.

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Edi
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben: Was würde denn geschehen, wenn man die Entwicklungshilfe, wie es vielen vorschwebt, direkt zweckgebunden an die "Ärmsten der Armen" geben würde.
Das ist auch ein Problem, nämlich, daß man immer eher die großen Konzerne fördert, die z.B. Agrarwirtschaft im großen Stil betreiben oder fördern wollen, um ihre Geschäfte zu machen als den kleinen Leuten am Ort zu helfen.

http://www.oxfam.de/informieren/landwirtschaft
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der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Caviteño
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

Edi hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben: Was würde denn geschehen, wenn man die Entwicklungshilfe, wie es vielen vorschwebt, direkt zweckgebunden an die "Ärmsten der Armen" geben würde.
Das ist auch ein Problem, nämlich, daß man immer eher die großen Konzerne fördert, die z.B. Agrarwirtschaft im großen Stil betreiben oder fördern wollen, um ihre Geschäfte zu machen als den kleinen Leuten am Ort zu helfen.

http://www.oxfam.de/informieren/landwirtschaft
Natürlich sind die großen Agrokonzerne keine Heiligen und arbeiten mit vielen miesen Tricks. Andererseits trägt auch die Regierung und die Bevölkerung einen Teil der Schuld.
Ein Beispiel:
Meine Frau hat zusammen mit anderen Verwandten eine Farm in Kidapawan (South Cotabato) geerbt, auf der bisher Kokosnüsse gepflanzt waren. Eines Tages kam ein großer US-Konzern (Del Monte) und bot den Verwandten an, das Land zu übernehmen und dort Bananen zu pflanzen. Ausländer dürfen auf den PH kein Land kaufen, also sollte es für eine gewisse Anzahl von Jahren gepachtet werden. Die Pacht wird im voraus gezahlt (natürlich wird werbewirksam ein Geldkoffer mitgebracht) und gleichzeitig wird pro xhektar ein Arbeitsvertrag mit einer Person geschlossen, die der Verpächter benennen kann.
Wie verhalten sich die Menschen? Da kann man noch soviel warnen, sie gehen natürlich auf das Angebot ein - und erhalten nach Ablauf der Pachtzeit ausgelaugte und überdüngte Felder zurück.

Warum erläßt die Regierung keine Bestimmungen über Düngung usw.? Warum werden die Leute nicht aufgeklärt? Warum wird das Verhalten der Konzerne nicht in Funk und Fernsehen dargestellt?
Die Antwort ist immer die Gleiche: Korrupte Eliten auf der einen Seite und eine uninteressierte und nicht über den Tag hinaus denkende Bevölkerung. Daran ändern auch alle wohlmeinenden NGO in Europa und den USA nichts - man kann ein Volk nicht umerziehen. Die NGO's können außerdem nur in einem ganz kleinen Teil des Landes tätig werden.

Europa und die USA sind nicht immer an allem Unglück der Welt alleine schuld - obwohl es oft so dargestellt wird.

Tritonus
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Tritonus »

Edi hat geschrieben:Ich habe schon oft gesagt und wiederhole es immer wieder: Es wäre viel besser mit unserem Geld in den Ländern, wo die Leute herkommen, etwas aufzubauen womit den Menschen dort geholfen wird, zumal unser Geld dort viel mehr wert ist als hier. Ich denke hier geschieht viel zu wenig.
Leider funktioniert das nicht einmal innerhalb Europas richtig. Jedenfalls dann nicht, wenn humanitäre Interessen wesentlich durch andere Interessen überlagert oder überhaupt nur vorgeschoben werden.

Es müsste doch zu denken geben, dass die Leute ausgerechnet und vorzugsweise unserem tollen neuen Protektorat (nämlich dem Kosovo), das wir selbst seit vielen Jahren liebevoll (auch) mit massenhaft deutschen Steuergeldern hochpäppeln, angewidert den Rücken kehren und sich einen Ort zum Leben anderswo suchen, zum Beispiel in Deutschland.

Die Webseite der Bundeswehr, die stolz verkündet ...
Seit 1999 haben über 1. Männer und Frauen der Bundeswehr Dienst bei der Kosovo Force geleistet.

http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/ ... dOh-jqJJFQ!!/
... bringt einen da schon auf mancherlei Ideen:

Man könnte zum Beispiel die Leute, die aus dem Kosovo hierher kommen, zeitweilig genau dort unterbringen, wo durch den heldenhaften Einsatz von Deutschen im Kosovo Wohnraum in Deutschland frei wird. Da wären die Zugereisten auch gleich voll integriert, in den Wohnungen und Familien der KFOR-Angehörigen. So eine Art Austauschprogramm ...
:narr:

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Edi
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi »

Tritonus hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Ich habe schon oft gesagt und wiederhole es immer wieder: Es wäre viel besser mit unserem Geld in den Ländern, wo die Leute herkommen, etwas aufzubauen womit den Menschen dort geholfen wird, zumal unser Geld dort viel mehr wert ist als hier. Ich denke hier geschieht viel zu wenig.
Leider funktioniert das nicht einmal innerhalb Europas richtig. Jedenfalls dann nicht, wenn humanitäre Interessen wesentlich durch andere Interessen überlagert oder überhaupt nur vorgeschoben werden.

Es müsste doch zu denken geben, dass die Leute ausgerechnet und vorzugsweise unserem tollen neuen Protektorat (nämlich dem Kosovo), das wir selbst seit vielen Jahren liebevoll (auch) mit massenhaft deutschen Steuergeldern hochpäppeln, angewidert den Rücken kehren und sich einen Ort zum Leben anderswo suchen, zum Beispiel in Deutschland.

Dss ist auch wieder richtig. Vor wenigen Tagen erst hat ein deutscher Minister ich glaube Müller war es, gesagt, man wohl war das die EU gemeint, Milliarden in den Balkan investiert und doch sei wenig heraus gekommen.
Zuletzt geändert von Edi am Mittwoch 6. Mai 2015, 23:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

Edi hat geschrieben: Dss ist auch wieder richtig. Vor wenigen Tagen erst hat ein deutscher Minister ich glaube Müller war es, gesagt, man wohl war das die EI gemeint, Milliarden in den Balkan investiert und doch sei wenig heraus gekommen.
Balkan - man muß doch nur nach GR blicken, da sieht es auch nicht anders aus.

Wenn man dann einen Blick auf die "Beitrittskandidaten" der EU wirft, weiß man auch, wohin sich der EU-Laden entwickeln wird.... - Länder wie Norwegen, die Schweiz oder Island wollen aus guten und für jedermann nachvollziehbaren Gründen kein Mitglied werden und andere (GB) überlegen, den Verein zu verlassen. Einer der entscheidenden Punkte betrifft dabei die Zuwanderung, die innerhalb der EU zu den sog. "Grundfreiheiten" gehört:
Kommt es zu Verhandlungen über die Mitgliedsbedingungen mit der EU, kann kein britischer Premier eine Volksabstimmung über den EU-Verbleib wagen, ohne die eigene Entscheidungshoheit bei der Einwanderung auf die Insel zurückgewonnen zu haben. Dann verdrängt der drohende Brexit endgültig den Grexit aus den Schlagzeilen der europäischen Presse.
http://www.rolandtichy.de/kolumnen/goer ... on-grexit/

Zur Einwanderung gehört nicht nur der ungehinderte Zuzug von anderen Unionsbürgern, sondern auch das gemeinsame Asylverfahren und die geplante gemeinsame "Flüchtlings"politik. Auch in D. könnte das Thema angesichts steigender "Flüchtlings"zahlen an Brisanz gewinnen: Nur die Hälfte der unmittelbar ausreisepflichtigen "Asylbewerber" wird tatsächlich abgeschoben. In NRW werden überdies im Verwaltungswege noch weitere Hindernisse aufgebaut, die eine zügige Abschiebung unmöglich machen - wie 15 OB's aus der Ruhrregion "ihrer" (SPD-) Ministerpräsidentin in einem Brief dargelegt haben:
15 Oberbürgermeister und Landräte aus der Ruhr-Region haben in einem Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) weitere Maßnahmen angemahnt. Sie fordern in dem Schreiben vom 1. März dieses Jahres, das der "Welt" vorliegt, "dass die Voraussetzungen, bestandskräftig abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückzuführen, nicht unnötig und auf dem Verordnungswege für Nordrhein-Westfalen erschwert werden". Sie beziehen sich auf Erlasse, die "geradezu kontraproduktiv" seien, wonach man in Nachgang bei festgestellten Ausreiseverpflichtungen noch einmal in Einzelfallprüfungen eintritt und Familien nicht zu trennen seien.
"Stattdessen benötigen wir alle Unterstützung, Menschen mit bestandskräftig festgestellten Ausreiseverpflichtungen in ihre Heimatländer zurückzuführen, um die notwendigen Plätze für um ihr Leben fürchtende Flüchtlinge freizuziehen", schreiben die Stadtoberhäupter aus Dortmund, Essen, Oberhausen, Mülheim an der Ruhr, Duisburg, Hamm, Hagen, Bochum, Gelsenkirchen, Bottrop, Herne sowie Landräte aus den Kreisen Recklinghausen, Unna, Ennepe-Ruhr und Wesel.
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... ungen.html

Auch zu den Kosten der Kommunen gibt es in dem oa Artikel interessante Ausführungen:
Wie schwierig die kommunale Lage ist, zeigt sich beispielhaft an der Stadt Hagen. Dort leben aktuell 719 Flüchtlinge, vor drei Jahren waren es etwa 2. Der Zuschuss des Landes NRW für die Unterbringung steigt nach städtischen Angaben von 628.695 Euro (212) auf voraussichtlich 2,7 Millionen Euro in diesem Jahr. Der Zuschussbedarf für die Stadt Hagen selbst erhöht sich parallel in diesem Zeitraum von 2,4 Millionen auf voraussichtlich 4,5 Millionen Euro, Personalkosten nicht mit eingerechnet.
Die Landesregierung NRW sonnt sich in ihrem "Gutmenschentum" und reicht die Kosten an die Kommunen weiter. Bestellen und nicht bezahlen.... - da fällt mir doch spontan etwas anderes ein...
Bei den Kommunen weiß man sich nicht zu helfen und muß die Steuern und Gebühren erhöhen, Schwimmbäder schließen und die Straßenbeleuchtung ausschalten.....
Zumindest ist es gut, wenn die Kommunalpolitiker ihre Parteigenossin auf die Probleme hingewiesen haben.

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Edi
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben: Zumindest ist es gut, wenn die Kommunalpolitiker ihre Parteigenossin auf die Probleme hingewiesen haben.
Das ist richtig. Nur leider wollen die Ideologen in den oberen Parteiebenen davon nichts hören und erst recht keine unserem Recht entsprechenden Konsequenzen ziehen und auch nicht mehr bezahlen, obwohl sie die Mehrkosten mit verschulden. Das ist ja das Heuchlerische dieser verlogenen Linksideologen, zu denen auch die Grünen zählen.
Hält sich der kleine Mann in recht unbedeutenden Dingen mal nicht streng an die Gesetze, dann wird ihm gnadenlos zugesetzt und gedroht und er wird abgestraft. Diese Lumpen, anders kann man sie ja nicht bezeichnen, brechen die Vorschriften und Gesetze aber am laufenden Band. Die den Politikern willfährigen Medien und das sind die meisten, bringen diese Dinge nicht oder selten deutlich genug ans Licht. Wir werden doch zunehmend von Rechtbrechern in Bund und Ländern regiert. Das betrifft ja auch andere Gebiete.

Die Frau eines meiner Vettern arbeitet bei der Polizei in der Verwaltung. Die kann einem genug berichten, was da alles im Asylrecht und anderen Dingen schief läuft und wo der Staat nichts unternimmt.
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

In der Printausgabe der FAZ ist heute ein Interview mit dem Präsidenten des Städtetages. Der wies darauf hin, daß die Kommunen beim Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt morgen weder eingeladen noch vertreten seien. Das Interview ist leider noch nicht online.

Ein anderes Problem ist die Bereitstellung von Wohnraum. Dieser ist besonders in den großen Städten kaum zu erhalten. Ein Neubauprogramm wäre notwendig, allerdings gibt es eine Schwierigkeit: Die niedrigen Zinsen. Der Präsident wies in dem Interview darauf hin, daß sich für eine Zinsersparnis von 1% wohl kaum jemand finden würde, der dafür ein Belegungsrecht der Stadt in Kauf nehmen würde. Man müsse also etwas Neues auflegen, nur was das genau sei - darüber hüllte er sich in Schweigen.
Sehr interessant waren auch die Zeiträume, die zum Beginn eines Asylverfahrens anfallen. Wenn alles sehr gut läuft, beginnt es nach ca. 3 Monaten. :pfeif:

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Edi
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi »

Caviteño hat geschrieben: Sehr interessant waren auch die Zeiträume, die zum Beginn eines Asylverfahrens anfallen. Wenn alles sehr gut läuft, beginnt es nach ca. 3 Monaten. :pfeif:

Ich habe vo Jahren ein Asylverfahren eines Mannes aus Bangladesch, der hier eine Freundin hatte, mitbekommen, das hat mit Gericht und Pipapo über 2 Jahre gedauert. Seine Freundin hat selber eingeräumt, daß der Mann ein reiner Wirtschaftsflüchtling ist.
Mein Vetter sagt schon seit längerer Zeit, warum kann man die Asylanträge nicht in der deutschen Botschaft des jeweiligen Landes bearbeiten, bevor die Leute überhaupt ausreisen. Erst vor kurzem war irgendwo in den Medien ein ähnlicher Vorschlag zu lesen. Wahrscheinlich ist so ein Vorschlag nicht immer gangbar, aber doch wenigstens in manchen Ländern machbar.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von HeGe »

Edi hat geschrieben:Mein Vetter sagt schon seit längerer Zeit, warum kann man die Asylanträge nicht in der deutschen Botschaft des jeweiligen Landes bearbeiten, bevor die Leute überhaupt ausreisen. Erst vor kurzem war irgendwo in den Medien ein ähnlicher Vorschlag zu lesen. Wahrscheinlich ist so ein Vorschlag nicht immer gangbar, aber doch wenigstens in manchen Ländern machbar.
Berechtigte Asylanträge haben Verfolgungen in der Heimat zum Hintergrund. Willst du den Leuten wirklich sagen, dass sie diese Situation vor der Einreise noch ein bis zwei Jahre ertragen müssen, bis der deutsche Amtsschimmel gewiehert hat? Da kann man ja froh sein, wenn die dann noch leben.

Du musst die Interessen und potentiellen Nachteile zweier Gruppen gegeneinander abwägen. Die erste Gruppe sind die wirklich Verfolgten, die zweite Gruppe diejenigen, die mittels Asyl ihre Einwanderung erreichen wollen. Ich würde trotz der Kosten immer zuerst alle ins Land holen, da die möglichen Nachteile für die erste Gruppe wesentlich höher sind, wenn sie im Ursprungsland verbleiben, als für die zweite Gruppe, wenn sie dann nach ein oder zwei Jahren wieder nach Hause müssen. Wer einen Asylantrag stellt, obwohl er die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist trotz aller wirtschaftlicher Nöte auch nicht völlig gutgläubig.
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Edi »

HeGe hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:Mein Vetter sagt schon seit längerer Zeit, warum kann man die Asylanträge nicht in der deutschen Botschaft des jeweiligen Landes bearbeiten, bevor die Leute überhaupt ausreisen. Erst vor kurzem war irgendwo in den Medien ein ähnlicher Vorschlag zu lesen. Wahrscheinlich ist so ein Vorschlag nicht immer gangbar, aber doch wenigstens in manchen Ländern machbar.
Berechtigte Asylanträge haben Verfolgungen in der Heimat zum Hintergrund. Willst du den Leuten wirklich sagen, dass sie diese Situation vor der Einreise noch ein bis zwei Jahre ertragen müssen, bis der deutsche Amtsschimmel gewiehert hat? Da kann man ja froh sein, wenn die dann noch leben.

Du musst die Interessen und potentiellen Nachteile zweier Gruppen gegeneinander abwägen. Die erste Gruppe sind die wirklich Verfolgten, die zweite Gruppe diejenigen, die mittels Asyl ihre Einwanderung erreichen wollen. Ich würde trotz der Kosten immer zuerst alle ins Land holen, da die möglichen Nachteile für die erste Gruppe wesentlich höher sind, wenn sie im Ursprungsland verbleiben, als für die zweite Gruppe, wenn sie dann nach ein oder zwei Jahren wieder nach Hause müssen. Wer einen Asylantrag stellt, obwohl er die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist trotz aller wirtschaftlicher Nöte auch nicht völlig gutgläubig.
Oben habe ich geschrieben: Wahrscheinlich ist so ein Vorschlag nicht immer gangbar, aber doch wenigstens in manchen Ländern machbar.
Wo dann machbar? Da wo es keine Verfolgung gibt. Inzwischen wird ja auch einigen Politikern klar, daß die meisten Asylanten z.B. vom Balkan nicht verfolgt sind. Rund 70 % bekommen schliesslich auch keine Anerkennung.
Inzwischen ist man ja längst soweit, daß Leute aus manchen Ländern grundsätztlich gar kein Asyl mehr bekommen können. Wie das dann in der Praxis gehandhabt wird, weiß ich aber nicht. Wahrscheinlich dürfen die dann auch einreisen und bekommen ein Schnellverfahren wie auch immer.
Zuletzt geändert von Edi am Donnerstag 7. Mai 2015, 18:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Tritonus
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Tritonus »

Edi hat geschrieben: ... klar, daß die meisten Asylanten z.B. vom Balkan nicht verfolgt sind. Rund 70 % bekommen schliesslich auch keine Anerkennung.
Bist Du wirklich der Ansicht, dass Asylbewerber, die hier "keine Anerkennung" finden, in ihrem Heimatland tatsächlich "nicht verfolgt" werden/wurden? Da melden sich bei mir nämlich schon erhebliche Zweifel.

Als Beispiel wieder mal die Leutchen aus dem Kosovo: Was glaubst Du, würde in Deutschland (politisch) passieren, wenn man sich hier eingestehen müsste, dass 15 Jahre KFOR-Gedöns und Wer-weiß-wieviel-Steuergelder samt allgemeiner Berieselung und Propaganda nicht nur zum Fenster rausgeschmissen waren, sondern dass sie die Lage für die Leute im Kosovo nur noch viel schlimmer gemacht haben, als sie dort vorher war? Und dass wir dort, übrigens mit tatkräftiger Islamistenhilfe (UCK usw.), einen Popanz von Staat mitaufgebaut haben, der für die eigene Bevölkerung ein Unglück und auf Dauer keinesfalls überlebensfähig ist, was eigentlich von Anfang an jedem hätte klar sein können?

Aus Sicht von CDUSPDFDPGrüne hilft da nur eines: Kein einziger Asylbewerber von dort darf anerkannt werden. Zack -- 100 Prozent Ablehnung für die glücklichen Bewohner unseres sonnigen Protektorats. Schafft uns bloß das undankbare Volk aus den Augen, das hier auftaucht und unsere Wohltaten nicht zu würdigen weiß!

Caviteño
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

Tritonus hat geschrieben: Bist Du wirklich der Ansicht, dass Asylbewerber, die hier "keine Anerkennung" finden, in ihrem Heimatland tatsächlich "nicht verfolgt" werden/wurden? Da melden sich bei mir nämlich schon erhebliche Zweifel.

Als Beispiel wieder mal die Leutchen aus dem Kosovo: Was glaubst Du, würde in Deutschland (politisch) passieren, wenn man sich hier eingestehen müsste, dass 15 Jahre KFOR-Gedöns und Wer-weiß-wieviel-Steuergelder samt allgemeiner Berieselung und Propaganda nicht nur zum Fenster rausgeschmissen waren, sondern dass sie die Lage für die Leute im Kosovo nur noch viel schlimmer gemacht haben, als sie dort vorher war? Und dass wir dort, übrigens mit tatkräftiger Islamistenhilfe (UCK usw.), einen Popanz von Staat mitaufgebaut haben, der für die eigene Bevölkerung ein Unglück und auf Dauer keinesfalls überlebensfähig ist, was eigentlich von Anfang an jedem hätte klar sein können?

Aus Sicht von CDUSPDFDPGrüne hilft da nur eines: Kein einziger Asylbewerber von dort darf anerkannt werden. Zack -- 1 Prozent Ablehnung für die glücklichen Bewohner unseres sonnigen Protektorats. Schafft uns bloß das undankbare Volk aus den Augen, das hier auftaucht und unsere Wohltaten nicht zu würdigen weiß!
Weil das "nation-building" im Kosovo nach Deiner Ansicht gescheitert ist, sind nicht sofort alles Bewohner des Landes Flüchtlinge i.S.d. Genfer Flüchtlingskonvention.

Jetzt kommen auch die Albaner selbst - und an eine Wiedereinführung der Visa-Pflicht scheint man nicht zu denken:
Anfang des Jahres kamen Zehntausende Kosovo-Albaner nach Deutschland, um Asyl zu beantragen, jetzt kommen Albaner aus Albanien selbst. Die neuesten Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg von Asylbewerbern aus dem Land der Skipetaren. Aber immer noch ist der konkrete Ausgangspunkt das Kosovo. Die meisten Asylsucher kommen per Bus, weil das am billigsten ist, aber da es keine direkte Busverbindung von der albanischen Hauptstadt Tirana zu den bei Migranten beliebteren EU-Ländern gibt, strömen die Wirtschaftsflüchtlinge in die nahe der Grenze liegende kosovarische Stadt Prizren. Von dort kann man direkt nach Deutschland fahren.
Teilweise ist die neue Welle vielleicht sogar eine Folge geschickter Werbung der kosovarischen Busunternehmen, die in Albanien mit billigen Direktverbindungen nach Deutschland auf Kundenfang gehen.
Anders als kosovarische Albaner haben Albaner aus Albanien selbst keine Visum-Probleme bei der Einreise. Mit einem albanischen Pass kann man problemlos in die Schengenzone, dank einer Visaliberalisierung, die im November 21 in Kraft trat. Die Migranten kommen also ganz legal.
Um aber langfristig bleiben zu können, beantragen viele von ihnen Asyl. Zwar wissen sie, dass das Gesuch abgelehnt werden wird, es spricht sich aber auch herum, dass Deutschland abgelehnte Bewerber nur sehr langsam und nicht massenhaft abschiebt. Bis dahin kann man auf dem Schwarzmarkt arbeiten und Sozialleistungen beziehen.
Warum kommen aber gerade jetzt so viele Albaner nach Deutschland? Ein kosovarischer Insider sieht einen Zusammenhang mit der Migrationswelle aus dem Kosovo vor wenigen Monaten. Es gibt enge Verbindungen und intensiven Austausch zwischen den Bevölkerungen beider Länder, und "die vielen Kosovaren, die jetzt in Deutschland sind, verbreiten auch nach Albanien hinein die Nachricht, wie gut es ihnen dort geht".
http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... nland.html
Ede hat geschrieben: Oben habe ich geschrieben: Wahrscheinlich ist so ein Vorschlag nicht immer gangbar, aber doch wenigstens in manchen Ländern machbar.
Wo dann machbar? Da wo es keine Verfolgung gibt. Inzwischen wird ja auch einigen Politikern klar, daß die meisten Asylanten z.B. vom Balkan nicht verfolgt sind. Rund 7 % bekommen schliesslich auch keine Anerkennung.
Der Vorschlag wäre insofern teilweise machbar, als in den nordafrikanischen Staaten, von denen ein großer Teil der "Flüchtlinge" kommt, entsprechende Auffanglager unter UNHCR Aufsicht errichtet werden, in denen die Asylbegehren geprüft würden. Wer sich trotz eines abgelehnten Asylbegehrens noch auf den Weg nach Europa macht, würde dann - ohne weiteres Verfahren - sofort wieder nach Nordafrika geschickt. Wahrscheinlich würde sich durch diese Abschreckungsmaßnahme auch die Zahl der "Bootsflüchtlinge" vermindern.

Mauritius
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Mauritius »

Wenn es nur Sachleistungen und eine warme Unterkunft gebe, würde wohl kaum jemand kommen und Asyl beantragen.

Es gibt sofort monatliche Geldzahlungen (erst seit Aufhebung Sachleistungsvorrang § 3 AsylbLG), teilweise erreichen diese fast die
Höhe eines Durchschnitts-Jahreslohns des Herkunftslandes (z.B. Eritrea). Per Smartphone weiß dann jeder in der Heimat welche
kurzfristigen Möglichkeiten sich hier bieten. In Deutschland Arbeit zu finden (Vollzeit) ist für die meisten utopisch. Im geringqualifizierten Beschäftigungsbereich kommt nicht mehr bei rum als ihnen nach AsylblG sowieso zusteht.
Da die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Abschiebung sehr gering ist, kann einiges zusammengespart werden. Das wäre in
der Heimat so gut wie unmöglich. Das Geld wird auch indirekt für die Zahlung der Schlepper verwendet.

Das ist möglicherweise der Grund des extrem hohen Zustroms nach Deutschland! Insbesondere Menschen vom Balkan
wollen noch auf den Zug aufspringen, bevor für sie die Grenzen dichtgemacht werden.

Tritonus
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Tritonus »

Caviteño hat geschrieben:
Tritonus hat geschrieben: [...] 100 Prozent Ablehnung [...]
[...] sind nicht sofort alles Bewohner des Landes Flüchtlinge i.S.d. Genfer Flüchtlingskonvention.
Das war klar. Von Dir mal wieder die gewohnte, relativ sinnlose Blendgranate.

Ich rede von 100 Prozent abgelehnter Asylanträge für Asylbewerber aus dem Kosovo, und Du antwortest darauf, dass man "nicht sofort alle Bewohner des Landes" als Flüchtlinge betrachten könne.

Du merkst aber schon, dass es zwischen null und hundert Prozent abgelehnter Asylanträge noch einige sinnvolle Zwischenstufen geben könnte, oder?

Mauritius
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Mauritius »

Politische Flüchtlinge kommen nicht nach Deutschland, weil ein nicht-vollständig souveräner Staat
keine Sicherheit bietet (siehe Edward Snowdon). Politische Flüchtlinge gehen nach London (reiche Russen, Ex-KGB Agenten, Salman Rushdie) oder Frankreich (Khomeini). Mittlerweile bietet auch Moskau sicheres Asyl für wirklich politisch Verfolgte und Israel bietet sicheres Asyl für Juden aus Frankreich.

Der Zuzug nach Deutschland hat einen rein sozio-ökonomischen Hintergrund und innenpolitische Ursachen.

Wenzel
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Wenzel »

Afrikanische Asylanten brüllen in Berlin: Wir werden euch Deutsche alle töten!

Das ist die herzliche-freundliche Art der Fremden, die uns doch so glorreich bereichern

https://www.netzplanet.net/afrikanische ... le-toeten/

Und natürlich, wie sollte es anderes sein, die mittelalte, aufgeputschte deutsche Weiblichkeit verteidigt das auch noch :tante: :patsch:
Pange, lingua, gloriosi corporis mysterium (Thomas von Aquin)
Westliche Wertegemeinschaft: Kinder- und Alten-Euthanasie, Genderwahn, Homoterror, Abtreibung, Ökowahn, Überwachungsmonströsität, political correctness ....

Caviteño
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Caviteño »

Tritonus hat geschrieben: Das war klar. Von Dir mal wieder die gewohnte, relativ sinnlose Blendgranate.

Ich rede von 1 Prozent abgelehnter Asylanträge für Asylbewerber aus dem Kosovo, und Du antwortest darauf, dass man "nicht sofort alle Bewohner des Landes" als Flüchtlinge betrachten könne.

Du merkst aber schon, dass es zwischen null und hundert Prozent abgelehnter Asylanträge noch einige sinnvolle Zwischenstufen geben könnte, oder?
Ablehnungsquote der sog. "Asylbewerber" aus dem Kosovo:
Zuletzt waren mehr als 99 Prozent der Asylanträge von Kosovaren abgelehnt worden.
http://www.welt.de/newsticker/news1/art ... hoben.html

Ob eine Abstufung von ,1% bis ,9% eine "sinnvolle Zwischenstufe" ist, mußt Du selbst entscheiden. Bzgl. der "sinnlosen Blendgranaten" verkneife ich mir mal einen Kommentar. Oder entscheidest Du inzwischen, wer als Flüchtling i.S.d. Genfer Kovention anerkannt werden muß?

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umusungu
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von umusungu »

Vielleicht werfen die ängstlichen Bedenkenträger mal einen realistischen Blick in die Welt.
Wir leben doch immer noch auf einer Insel der Glückseligen - auch jeder der hiesigen Foristen.
Flüchtlinge und Asylsuchende knabbern am Wohlstand - wollen wir nicht!

Andere Länder stehen vor ganz anderen Problemen - und meistern sie. Dabei sind sie auch bitter arm.

http://www.africa-live.de/50-000-mensch ... -geflohen/

Ich wiederhole noch einmal: 50.000 in drei Wochen!

Deutschland würde das nicht schaffen!

Mauritius
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Mauritius »

umusunga, frage nicht danach was andere für Flüchtlinge tun können, sondern was Du für Flüchtlinge tun kannst!

Ich bin ehrlich, ich tue nichts für Flüchtlinge, ich habe schon genug "Krisenfälle" in der eigenen Familie.

Was meistern die Nachbarländer von Burundi? Zahlen die auch 67% vom Hartz4-Satz, verteilen Smartphones und Fahrräder?
Achtung, das ist KEINE Ironie!

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Juergen
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Juergen »

In Burundi sind die Flüchtlinge aber nicht EU-Konform untergebracht. Ja, selbst die Stromversorgung, so es eine gibt, entspricht nicht den VDE-Normen. Die Wasserqualität entspricht nicht den Trinkwasserverordnung usw. Sowas geht ja alles gar nicht.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Hubertus
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Hubertus »

Mauritius hat geschrieben:Wenn es nur Sachleistungen und eine warme Unterkunft g[ä]be [...]
:ja:
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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mensch
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von mensch »

[quote="Wenzel"
Und natürlich, wie sollte es anderes sein, die mittelalte, aufgeputschte deutsche Weiblichkeit verteidigt das auch noch :tante: :patsch:[/quote]

Vermutlich lässt sich aus den Texten auf solchen Hetzseiten nicht eindeutig ableiten, ob es sich dabei tatsächlich um Asylbewerber handelt. Selbst wenn es welche wären, hätte das eine Aussagekraft über Flüchtlinge allgemein wie eine NPD Demo über Deutsche. Nämlich gar keine.

Fridericus
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von Fridericus »

Freilich hat das eine allgemeine Aussage über Flüchtlinge, sie zeigen nur in aller Deutlichkeit, was noch kommen wird.

Dass dieses Gesindel auch vor frechsten Forderungen nicht zurückschreckt, erlebt Italien Tag für Tag: https://www.facebook.com/salviniofficia ... =2&theater
https://www.youtube.com/watch?v=6_cW_JgYKTc

Und ebnedort zeigt sich auch, dass ein beträchtlich wachsender Teil der Bevölkerung nicht mehr bereit ist für die Durchfütterung dieser Menschen, teilweise nicht einmal mehr (und das sollte zunehmend erschrecken) für deren Rettung zu bezahlen. Die Solidarität der Menschen wurde in den letzten Jahren schon zu sehr strapaziert.

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umusungu
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Re: Die Flüchtlingsfrage

Beitrag von umusungu »

Fridericus hat geschrieben:Dass dieses Gesindel auch vor frechsten Forderungen nicht zurückschreckt, erlebt Italien Tag für Tag:
Deine abscheuliche Ausdrucksweise entlarvt dich.

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