Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

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Caviteño
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Freitag 17. Mai 2019, 21:22

Die Situation von Theresa May wird hier gut beschrieben:

Mays Betteln um drei Wochen

Interessant ist das Wahlverfahren für einen neuen Vorsitzenden der Tories: Zunächst werden von der Unterhaus-Fraktion alle Kandidaten ausgesiebt, bis zwei übrig bleiben. Dann entscheiden die Parteimitglieder per Briefwahl.
Unterstützung könnte einer der Kandidaten dann von unerwarteter Stelle bekommen: Trump besucht Anfang Juni GB. Dann sind die "Europa"-Wahlen vorbei und die vierte Abstimmung im Unterhaus steht an oder ist bereits erledigt. An einen Erfolg von May glaubt nach dem Rückzug von Labour niemand mehr.
Was der amerikanische Präsident über May und deren Brexit-Verhandlungskünste denkt, wissen die Briten, seit er Boris Johnson als den geeigneteren britischen Verhandlungsführer benannt hat. Es wird erwartet, dass Trump während seines Aufenthalts „Boris“ seine Aufwartung machen wird.

Caviteño
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 23. Mai 2019, 06:14

Am Abend vor den Wahlen zum EU-Parlament in GB der nächste Schlag für Theresa May:

Ministerin aus Mays Kabinett tritt zurück
Die britische Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom, ist zurückgetreten. Als Grund gab Leadsom in einem auf Twitter veröffentlichten Schreiben Bedenken gegen den jüngsten Brexit-Kurs der Regierung an. Unter anderem unterstütze sie das Angebot Mays nicht, das Parlament über die Möglichkeit eines Referendums über den Brexit abstimmen zu lassen.
Leadsom nahm als „Leader of the House of Commons“ eine zentrale Rolle im Kabinett der Premierministerin Theresa May ein.

Juergen
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Juergen » Donnerstag 23. Mai 2019, 15:01

Heute wählen die Briten bei der EU-Wahl mit. Gleichzeitig hört man was von „Rücktritt von May“ oder „neues Referendum“ oder „Mißtrauensvotum gegen May“ usw. – Es ist schon einigermaßen verrückt, was das in GB passiert.
Gruß
Jürgen
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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 23. Mai 2019, 16:29

Juergen hat geschrieben:
Donnerstag 23. Mai 2019, 15:01
Es ist schon einigermaßen verrückt, was das in GB passiert.
Vor allem, wenn man bedenkt, daß lt. Umfragen eine erst vor wenigen Wochen gegründete Partei deutlich und mit großem Abstand die meisten Stimmen erhalten könnte. Ein solcher Erfolg einer Parteigründung dürfte einmalig sein.

Wie sagte ihr Vorsitzender Farage treffend: "Uns dürfte es eigentlich nicht geben - (wenn Ihr Euren Job gemacht hättet)".
Man sieht: Die Wähler sind heute viel wechselbereiter als vor zehn, zwanzig Jahren. Das Phänomen neuer Parteien ist ja nicht nur in GB zu beobachten. Auch in IT, in ES oder jetzt in den NL sind Parteineugründungen erfolgreich und alle Neugründungen eint: Die kritische Distanz zur EU und zur Migration.

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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Freitag 31. Mai 2019, 15:07

Das ist keine leere Drohung von Nigel Farage und wird auch bei unschlüssigen Tories wirken:
Nigel Farage hat geschrieben: I promise that if we do not leave the EU on October 31st, I will lead The Brexit Party into the next general election and sweep away parties that have dominated British politics for over 100 years.
https://twitter.com/Nigel_Farage/status ... 3873768448

Sollte die brit. Parteienlandschaft durch Theresa May und ihre zögerliche Brexit-Politik umgestaltet werden - ähnlich wie Merkel es mit ihrer "Flüchtlings"politik in D. erreicht hat?

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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Sonntag 9. Juni 2019, 09:39

Damit könnte Boris Johnson Punkte im Rennen um den Parteivorsitz sammeln:

Boris Johnson gegen Ausstiegszahlungen an die EU

Er lehnt solche Zahlungen nicht grundsätzlich ab, sondern will Klarheit über das weitere Vorgehen haben. Verständlich, denn der Brexit-Vertrag regelt nur eine Übergangsfrist von zwei Jahren, in denen Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen GB und EU geführt werden sollen. Wie diese Beziehungen dann aussehen werden (von Zollunion bis vertragsfrei ist alles denkbar), ist ungeklärt.

Mal sehen ob die EU es auf einen "harten" Brexit ankommen läßt und das Paket noch einmal aufschnürt....

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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Montag 10. Juni 2019, 20:21

Die zehn Kandidaten für die Parteivorsitz der Tories - und damit auch für den Posten des künftigen Ministerpräsidenten:

Diese zehn Kandidaten kämpfen um die May-Nachfolge

Es fällt auf, daß die Brexit-Hardliner deutlich in der Überzahl sind. Das Ergebnis soll bis zum 22. Juli vorliegen.

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Re: Rule Britannia...Politik im (noch) Vereinigten Königreich

Beitrag von Caviteño » Dienstag 18. Juni 2019, 22:08

Lieber auf Schottland und Nordirland verzichten als auf den Brexit!
Eine neue Umfrage unter den Mitgliedern der Tories ist dennoch verblüffend: Sie zeigt eine politisch radikalisierte Partei, deren Anhänger fast jedes Opfer dafür in Kauf nähmen, wenn ihr Land nur ja die Europäische Union verlässt.
Dem Meinungsforschungsinstitut Yougov sagten zum Beispiel 61 Prozent der Befragten, sie würden akzeptieren, wenn die britische Volkswirtschaft erheblichen Schaden durch den EU-Austritt erleiden sollte. (...)
54 Prozent der Mitglieder würde es für den Brexit auch hinnehmen, wenn ihre eigene Partei am Streit um den EU-Austritt zerbrechen sollte.
Sogar das Vereinigte Königreich würden sie für den Brexit opfern: 59 Prozent gaben an, sie hielten ein Ausscheiden der Provinz Nordirlands aus der britischen Union eher für verschmerzbar als einen Verzicht auf den EU-Austritt. 63 Prozent würden eine Abspaltung des mehrheitlich proeuropäischen Schottlands in Kauf nehmen.
Damit dürfte wohl nur ein klarer Befürworter des Brexits als Nachfolger von May in Frage kommen, denn die Parteimitglieder haben das letzte Wort.

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