Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

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Torsten
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Torsten » Sonntag 28. September 2014, 13:47

Maurus hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Gut, meinetwegen. Ich bitte um entsprechende Belege.
Du meinst Beweise? Die kann ich dir nicht bieten.
Und Indizien?
Wo denkst du hin? Wo habe ich denn hier Indizien genannt? ..

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Maurus
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Maurus » Sonntag 28. September 2014, 13:53

Torsten hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:
Torsten hat geschrieben:
Maurus hat geschrieben:Gut, meinetwegen. Ich bitte um entsprechende Belege.
Du meinst Beweise? Die kann ich dir nicht bieten.
Und Indizien?
Wo denkst du hin? Wo habe ich denn hier Indizien genannt? ..
Gut, dann eben nicht. Demnach fehlt deiner Behauptung jedwede Grundlage. Schön, dass wir darüber gesprochen haben.

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Torsten
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Torsten » Sonntag 28. September 2014, 13:56

Maurus hat geschrieben:Schön, dass wir darüber gesprochen haben.
Hat mich ebenfalls gefreut.

Tritonus
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Sonntag 28. September 2014, 14:43

Etwas OT, aber immerhin geht es um Bundeswehrbestände:

Als es hieß, dass man den Kurden Waffen aus Bundeswehrbeständen liefern wird, haben sich die Kurden bestimmt gefreut. Zu früh, wie sich inzwischen herausstellte.

Soweit man hört, handelt es sich vor allem um Sturmgewehre G3 in der Standardversion und um Maschinengewehre MG42 (ja genau, in diesem Fall entspricht die Zahl dem Bau- bzw. Entwicklungsjahr! :breitgrins: ). Das Zeug galt schon als "etwas veraltet" und den Waffen der Konkurrenz weit unterlegen, als ich vor 35 Jahren beim Bund war.

Man hat also medienwirksam mit vdLs Auftritt das hier vor Jahren aus dem Verkehr gezogene Altmetall an die Kurden entsorgt (aus rein humanitären Gründen selbstverständlich ) samt einigen Ausbildern, die ihnen zeigen, wie sie mit den Antiquitäten umzugehen haben. Inzwischen haben die Kurden natürlich bemerkt, was man ihnen da angedreht hat -- so ein Gerümpel hatten sie auch schon vorher massenhaft selbst --, und beschweren sich laut hörbar öffentlich. Da wird vdL ihre Lieferung wohl erheblich nachbessern müssen, um das Gesicht nicht vollständig zu verlieren. (Hatte da jemand weiter oben im Thread etwas von "Lachnummer" geschrieben?)
Irakische Kurden bemängeln Qualität vom Westen gelieferter Waffen

Die Kurden im Irak haben die Qualität der vom Westen gelieferten Waffen bemängelt. Der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Masud Barzani, richtete am Freitag eine entsprechende Beschwerde an Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die zu einem Besuch im kurdischen Erbil weilte.

( http://de.ria.ru/security_and_military/ ... 56388.html )

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Maurus
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Maurus » Sonntag 28. September 2014, 15:06

Tritonus hat geschrieben:Soweit man hört, handelt es sich vor allem um Sturmgewehre G3 in der Standardversion und um Maschinengewehre MG42 (ja genau, in diesem Fall entspricht die Zahl dem Bau- bzw. Entwicklungsjahr! :breitgrins: ). Das Zeug galt schon als "etwas veraltet" und den Waffen der Konkurrenz weit unterlegen, als ich vor 35 Jahren beim Bund war.
Jo, aber mit dem G36 wollen die Kurden bestimmt auch nicht schießen. Es ist ja längst bekannt, dass die STAN-Waffe der Bundeswehr ziemlich mies ist: http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 7884.html
Schon als ich bei der Bw war, hatte keiner Lust auf das G36 und erklärte, im Fall des Falles lieber mit dem G3 ins Feld zu ziehen.

Was die gegen das MG haben, weiß ich nicht. Da ist Ria auch einem kleinen Irrtum aufgesessen: Das MG42 gibt es in der Bw nicht mehr, ist aber, bis auf den Verschluss und einige Kleinteile mit dem MG3 identisch, das mW nach wie vor das Standard-MG der Bw ist - zwar schwer, aber nahezug unverwüstlich und von einigermaßen erschreckender Feuerkraft. Aber gut, da müsste man jetzt vor Ort sein, um genaueres zu wissen.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Sonntag 28. September 2014, 15:28

Maurus hat geschrieben: Da ist Ria auch einem kleinen Irrtum aufgesessen: Das MG42 gibt es in der Bw nicht mehr, ...
Wir hatten jedenfalls umgerüstete MG42, da bin ich mir ziemlich sicher:
In Deutschland und Österreich wurden Altbestände des MG 42 auf die NATO-Patrone 7,62 × 51 mm umgerüstet (Lauf, Deckel, Gurtdeckel und Rückstoßfeder) und weiterhin als MG 42 bezeichnet.

( http://de.wikipedia.org/wiki/Maschinengewehr_42 )
Ist aber auch ziemlich egal, denn die technischen Änderungen von der "Hitlersäge" MG42 bis hin zum MG2 oder MG3 betrafen, wie Du schon schreibst, eher Kleinigkeiten.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 28. September 2014, 16:59

Tritonus hat geschrieben:Soweit man hört, handelt es sich vor allem um Sturmgewehre G3 in der Standardversion und um Maschinengewehre MG42
Wo oder von wem hast Du das gehört?
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Edi » Sonntag 28. September 2014, 19:02

http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 78486.html

Ich weiß ja nicht, ob das stimmt, was in dem Link steht zur Rückgabe von 1,5 Milliarden an das Finanzministerium, aber wenn es stimmt, dann zeigt es auf, daß das Geld gar nicht ausreichend für Instandhaltung ausgegeben wird.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von holzi » Sonntag 28. September 2014, 19:57

Wenn bei der Bundeswehr die Vergaberichtlinien genauso kompliziert sind wie in der übrigen Verwaltung dann wundert es mich nicht, dass die Verwaltungskosten explodieren.

Was da alles berücksichtigt werden muss, vom Klimaschutz über Gendergerechtigkeit bis zur Inklusion von schwulen behinderten Minderheiten. :motz:
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Sonntag 28. September 2014, 20:07

Sarandanon hat geschrieben:
Tritonus hat geschrieben:Soweit man hört, handelt es sich vor allem um Sturmgewehre G3 in der Standardversion und um Maschinengewehre MG42
Wo oder von wem hast Du das gehört?
Willst Du wissen, wer mir das erzählt hat? :roll: :umkuck: :kugel:

Da muss ich Dich enttäuschen, aber extra für Dich bin ich auf die Suche nach eher "linkfähigen" Quellen gegangen -- könnte ja sein, dass es sich schon rumgesprochen hat -- und bin über das folgende gestolpert ...
Man schießt deutsch

Bild

Das Produkt wiegt 4,8 Kilogramm, ist 1.23 Millimeter lang und wird in den Farben Grün, Schwarz oder Beige angeboten. Weltweit wird das G3 genutzt und nachgebaut, obwohl es gut 6 Jahre alt ist. Kofi Annan, der ehemalige UN-Generalsekretär, zählt dieses deutsche Erfolgsprodukt zu den "Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts". G3 steht für Gewehr 3, ein automatisches Sturmgewehr, das zu den Kleinwaffen zählt. Mit keiner anderen Waffenart werden heutzutage in den Kriegen mehr Menschen getötet.

( http://www.zeit.de/214/37/waffen-ruest ... mgewehr-g3 )
Kommt Dir die Knarre und ihr guter Ruf irgendwie bekannt vor? So bekannt, dass Du sie im Dunkeln locker in ihre fünf Hauptteile zerlegen, reinigen und wieder zusammensetzen kannst?

Weiter heißt es in dem Artikel:
[...]Dennoch hat die Bundesregierung nun entschieden, 8. G3 an die kurdischen Milizen im Nordirak zu liefern. Sie sollen mit den Waffen die Terroristen des Islamischen Staats (Isis) aufhalten.[...]
Reicht Dir das vorläufig als Beleg? Ganz am Rande erwähnt der Artikel außerdem folgendes:
Damit treffen die Kurden dann auf Gegner, die ebenfalls mit deutschen Waffen ausgerüstet sind. So wurden Milan-Panzerabwehrraketen, eine deutsch-französische Koproduktion, vor Jahrzehnten an das Assad-Regime geliefert. Die Islamisten haben einige dieser Waffen erbeutet. Zudem steht Katar im Verdacht, im Westen gekaufte Waffen an Isis und andere Gruppen weitergegeben zu haben. Die Islamisten könnten aber auch in den Besitz von Raketen gelangt sein, die 211 an Rebellengruppen in Libyen geliefert wurden, als der Westen diese gegen den Machthaber Muammar al-Gaddafi hochrüstete.


P.S. Oder man liest einfach die nichteuropäische Presse. Da steht es drin. Seit Tagen.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Sonntag 28. September 2014, 20:35

Edi hat geschrieben:http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 78486.html

Ich weiß ja nicht, ob das stimmt, was in dem Link steht zur Rückgabe von 1,5 Milliarden an das Finanzministerium, aber wenn es stimmt, dann zeigt es auf, daß das Geld gar nicht ausreichend für Instandhaltung ausgegeben wird.
Da würde mich vor allem einmal die Stellungnahme des zuständigen Amtes für die Beschaffung interessieren. Behörden, die Gelder verfallen lassen, sind eigentlich nur sehr schwer vorstellbar. Nicht umsonst spricht man gern vom "Dezemberfieber", wenn die Haushaltsreste noch - koste es was wolle - ausgegeben werden müssen.

Eine Erklärung könnte z.B. sein, das bestimmte Anschaffungen bereits geplant und bestellt waren/sind, die Auslieferung sich jedoch aufgrund unvorhergesehener techn. Probleme verzögert. So etwas scheint bei komplexen techn. Produkten (z.B. Airbus) nicht unüblich zu sein. Ich kann mir jedenfalls keinen (BdH-)Beamten vorstellen, der in einem solchen Fall die Zahlung genehmigen würde, um die Haushaltsmittel nicht verfallen zu lassen. Das wäre ein gefundenes Fressen für den Rechnungshof (incl. Regreßansprüche an den Beamten).

Leider wird man hier immer nur geschönte Berichte lesen können, denn das Auskunfts- und damit Informationsmonopol liegt beim zuständigen Ministerium. Die untergeordneten Stellen dürfen nicht mit der Presse sprechen und die tatsächlichen Gründe angeben. Insofern ist jede Darstellung mE einseitig und im Ministerium wird man besser mit dem Vorwurf "Sauhaufen Beschaffungsstelle" leben können, als eine Ministerin zu verlieren (die dann die Aufgabe hat, den "Sauhaufen" auszumisten...)

PS:
Ich habe in letzter Zeit immer so merkwürdige Gedanken: Bei de Maizière gab es als Verteidigungsminister die Drohnenaffäre; sein Stuhl wackelte bedenklich. Bei seiner Nachfolgerin von der Leyen taucht plötzlich die Mängelliste bei der Ausstattung auf ............. und beide wurden mal als mögliche Nachfolger der Amtierenden gehandelt. :hmm:

Wurden die Info's evtl. vom Kanzleramt an die Presse "durchgestochen" (um möglichen Nachfolgekandidaten zu signalisieren, wer Frau im Haus ist)? :hae?: :pfeif:

Wer käme denn jetzt noch in Frage, wenn die Amtierende (z.B. aufgrund einer schwerwiegenden politischen Fehlentscheidung) unter öffentlichen Druck geriete und man auch nach einem Nachfolger Ausschau halten würde? :achselzuck:
Jeder, der nur einmal als möglicher Nachfolger gehandelt wurde, ist beschädigt oder nicht mehr in der Politik - Koch, Wulff, Merz, Guttenberg und jetzt de Maizière und von der Leyen.

Merkwürdig - und jeden Fall kann man auch begründen .... - aber vielleicht hat man das bei der FDJ gelernt. :breitgrins:

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 28. September 2014, 20:43

Tritonus hat geschrieben:Da muss ich Dich enttäuschen, aber extra für Dich bin ich auf die Suche nach eher "linkfähigen" Quellen gegangen -- könnte ja sein, dass es sich schon rumgesprochen hat -- und bin über das folgende gestolpert ...
Na also, geht doch. Du bist doch sonst immer so flink mit Deinen Links 8) .

Die Kurden können froh sein, dass sie das G3 bekommen haben. Wundert mich trotzdem, dass diese Teile noch in den Depots rumliegen und nicht schon längst verscheuert wurden.

Eigentlich wollte ich aber wissen, wo denn das Gerücht MG42 her kommt. Naja, aber da ist wahrscheinlich tatsächlich das MG3 gemeint. Praktisch ist, dass man für beide Waffen die gleiche Munition verwendet.
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Sonntag 28. September 2014, 20:48

Sarandanon hat geschrieben: Die Kurden können froh sein, dass sie das G3 bekommen haben. Wundert mich trotzdem, dass diese Teile noch in den Depots rumliegen und nicht schon längst verscheuert wurden.
Die werden doch jetzt verscheuert - ob die bei den kurdischen Frontsoldaten ankommen oder nicht vorher verhökert werden - da bin ich mir nicht so sicher.
Schließlich läßt sich mit Waffen viel Geld verdienen und für 300TEURO erhält man mit Familie bereits eine Aufenthaltserlaubnis im EU-Land Zypern..... :breitgrins:

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 28. September 2014, 20:52

Caviteño hat geschrieben:Da würde mich vor allem einmal die Stellungnahme des zuständigen Amtes für die Beschaffung interessieren. Behörden, die Gelder verfallen lassen, sind eigentlich nur sehr schwer vorstellbar. Nicht umsonst spricht man gern vom "Dezemberfieber", wenn die Haushaltsreste noch - koste es was wolle - ausgegeben werden müssen.
Das ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Letztendlich könnte es aber sein, dass die 1,5 Mrd nicht aus dem Topf dieses Amtes stammt. Flexible Budgetierung gibt es nämlich nicht und alles was man zurück gibt, bekommt man im folgenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit nicht wieder.
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Sarandanon » Sonntag 28. September 2014, 20:53

Caviteño hat geschrieben:Die werden doch jetzt verscheuert - ob die bei den kurdischen Frontsoldaten ankommen oder nicht vorher verhökert werden - da bin ich mir nicht so sicher.
Schließlich läßt sich mit Waffen viel Geld verdienen und für 300TEURO erhält man mit Familie bereits eine Aufenthaltserlaubnis im EU-Land Zypern..... :breitgrins:
Ist wohl nicht auszuschließen.
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Sonntag 28. September 2014, 21:23

Sarandanon hat geschrieben:Eigentlich wollte ich aber wissen, wo denn das Gerücht MG42 her kommt. Naja, aber da ist wahrscheinlich tatsächlich das MG3 gemeint. Praktisch ist, dass man für beide Waffen die gleiche Munition verwendet.
Auf die Schnelle finde ich zum Thema "Hitlersäge" nur noch folgendes (und das deckt sich nicht vollständig mit meinen sonstigen Informationen, möglicherweise geht es also doch um eines der Nachfolgemodelle, was die deutschen Lieferungen betrifft):

Aus Armenien, vom 25.8.214:
[...] Außerdem unterstützte Berlin die Absicht der italienischen Regierung, den Kurden tausend deutsche Maschinengewehre MG42 zu liefern, die man bereits im Jahr 1963 an Italien verkauft hatte. [...]

[...] Помимо этого, Берлин поддержал намерение властей Италии передать курдам тысячу немецких пулеметов MG42, проданных Италии еще в 1963 году. [...]

( http://armtoday.info/default.asp?Lang=_Ru&NewsID=115932 )
---
Nachtrag. Die Information oben scheint tatsächlich ursprünglich aus dem Spiegel zu stammen. :motz: Und hier finde ich:
[...] Deutsche Maschinengewehre könnten jedoch rasch in den Nordirak gelangen. So ging in Berlin aktuell eine Bitte aus Italien ein. Rom möchte schnell 1 Maschinengewehre vom Typ MG42 an die Kurden liefern. Da Deutschland die Schnellfeuergewehre, die schon im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen, 1963 nach Italien verkauft hatte, muss Berlin der Lieferung zustimmen. [...]

( http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 87337.html )
ok, ich bin jetzt etwas verunsichert ... :heul:

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Montag 29. September 2014, 14:02

Die neuste Folge in der Pleiten-Pech-und-Pannenserie: "Gestrandet auf Malle" (oder so ähnlich ...).
In der Hauptrolle: Ursula van der Leyen als Flinten-Uschi (früher: Zensur-Ulla).
In den Nebenrollen: Einige bedauernswerte Bundeswehrsoldaten als Lachnummer.
Und nächste Woche sehen sie die Folge: "Mutti spricht Flinten-Uschi ihr 'vollstes Vertrauen' aus".

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 68776.html

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Montag 29. September 2014, 15:22

Den oa Artikel könnte man durchaus als Satire sehen:

D. meint immer "helfen" zu müssen und ist noch nicht einmal in der Lage, Fluggerät vorzuhalten, das ohne Defekte fliegen kann. Man spart an der eigenen Ausrüstung und Infrastruktur und fährt auf Verschleiß - Hauptsache, die Politiker können mal wieder auf einer intern. Konferenz das Scheckbuch zücken.
Schön, daß der Michel sich gut dabei fühlt.....

Meine Frau meint dazu schon seit Jahren: Wieso schickt Ihr immer Geld in andere Länder anstatt es für D. und seine Bürger auszugeben? :achselzuck:

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Raphael » Montag 29. September 2014, 16:06

Tritonus hat geschrieben:Die neuste Folge in der Pleiten-Pech-und-Pannenserie: "Gestrandet auf Malle" (oder so ähnlich ...).
In der Hauptrolle: Ursula van der Leyen als Flinten-Uschi (früher: Zensur-Ulla).
In den Nebenrollen: Einige bedauernswerte Bundeswehrsoldaten als Lachnummer.
Und nächste Woche sehen sie die Folge: "Mutti spricht Flinten-Uschi ihr 'vollstes Vertrauen' aus".

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 68776.html
Nun, UvdL hatte zu Beginn ihrer Amtszeit die Probleme der Truppe vollkommen korrekt erkannt:
Die Bundeswehr hat zu wenig Kindergärten! :narr:
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Torsten » Montag 29. September 2014, 16:23

Caviteño hat geschrieben:D. meint immer "helfen" zu müssen und ist noch nicht einmal in der Lage, Fluggerät vorzuhalten, das ohne Defekte fliegen kann.
Wie gesagt: In Richtung Afghanistan treten diese Probleme nicht auf. Man hört zumindest nichts davon.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Maurus » Montag 29. September 2014, 16:30

Torsten hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:D. meint immer "helfen" zu müssen und ist noch nicht einmal in der Lage, Fluggerät vorzuhalten, das ohne Defekte fliegen kann.
Wie gesagt: In Richtung Afghanistan treten diese Probleme nicht auf. Man hört zumindest nichts davon.
Letzteres dürfte eher der Fall sein, als das solche Defekte nicht auftreten. Die Probleme mit dem G36 sind jedenfalls in Afghanistan besonders aufgefallen (vorher waren Gefechte der Truppe ja auch selten). Auch über Probleme mit dem Tiger hat der Spiegel öfter berichtet, genau wie darüber, dass die Bewaffnung des Tiger für einen Einsatz wie Afghanistan kaum brauchbar sei. Auch ein Teil der in A. eingesetzten geschützten Fahrzeuge erwiesen sich als ungeeignet.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Torsten » Montag 29. September 2014, 16:34

Ja, es bezog sich auch mehr auf die Logistik. Wer weiß, vielleicht platzt demnächst die Bombe im Sinne von: Die Bundesregierung stellt 2 Milliarden zur Verfügung, um die Entwicklung des A400M endlich abzuschließen.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Maurus » Montag 29. September 2014, 16:53

Torsten hat geschrieben:Ja, es bezog sich auch mehr auf die Logistik. Wer weiß, vielleicht platzt demnächst die Bombe im Sinne von: Die Bundesregierung stellt 2 Milliarden zur Verfügung, um die Entwicklung des A400M endlich abzuschließen.
Damit ist ja der Bereich des Beschaffungswesens berührt. Da liegt vermutlich sogar noch viel mehr im argen, auch politischer Sprengstoff. Die meisten Rüstungsdeals der Bw muten ja wie Quersubventionierung der heimischen Rüstungsindustrie an. Das dann ausgelieferte Material ist nach einem altbekannten Dreisatz dann meistens zu spät, zu teuer und kann nicht das, was es soll. Teilweise werden den Streitkräften auch Geräte aufgezwungen, die diese nicht haben wollten und für den angedachten Einsatz von Anfang an ungeeignet waren. Da immer wieder hochrangige Beamte des BMVg in die Führungs- oder Beratungsetage von Rüstungsunternehmen wechseln, hat das ein gewisses Geschmäckle. Das sollte per Gesetz verboten werden.

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Montag 29. September 2014, 17:17

Caviteno hat geschrieben: Man spart ...
Ja. Es fragt sich nur, wo genau, denn der Verteidigungsetat pendelt seit über 2 Jahren um die 3 Milliarden Euro. Das klingt erst einmal nach einem (inflationsbedingten) Verlust, aber wenn man bedenkt, dass im selben Zeitraum die Mannstärke der Bundeswehr von einer knappen halben Million Mann auf ca. 18. Mann/Frau gesunken ist, also auf ein gutes Drittel, dann müsste doch eigentlich noch etwas Kleingeld für vernünftige Ausrüstung übrig sein, oder?

Einen interessanten Ansatz (bei oberflächlichem Hinsehen, gebe ich zu) habe ich gerade ausgerechnet bei Wikipedia gefunden. Vielleicht werde ich mir den kompletten Schrieb bei Gelegenheit mal ansehen:
„Sanierungsfall“
Abschlussbericht der Strukturkommission zur geplanten Reform der Bundeswehr im Oktober 21

Im August 21 bezeichnete Hans Heinrich Driftmann die Bundeswehr als „Sanierungsfall“. Driftmann ist DIHK-Präsident, Vize-Vorsitzender der Expertenkommission zur Reform der Bundeswehr und machte vor seinem Wechsel in die Wirtschaft bei der Bundeswehr und im Verteidigungsministerium Karriere.
[...]
Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) (85 Mitarbeiter) sei wesentlich größer als die Einkaufsabteilungen in deutschen Großunternehmen. Diese wickelten vergleichbare Volumen mit gerade mal 1 % des Personals ab. (Wegen der Entwicklungs- und weiteren Zuständigkeiten des BWB muss man in einen solchen Vergleich aber auch die entsprechenden Entwicklungs- und Forschungsabteilungen z. B. eines VW- oder Mercedes-Benz-Konzerns einbeziehen.)

Das Verteidigungsministerium könne man leicht halbieren. Die Führungsstäbe der Teilstreitkräfte gehörten nicht ins Ministerium.[73]

( http://de.wikipedia.org/wiki/Bundeswehr )
@Torsten
Vielleicht muss man etwas um die Ecke denken. Wie wäre es, wenn die massive und zielgerichtet erscheinende Pressekampagne über Mängel in der BW gar nicht so sehr an die deutsche Bevölkerung gerichtet wären ("Wir sind so arm, gebt uns mehr Geld für schönere Knarren"), sondern eher an unsere "Freunde und Verbündeten" ("Wir sind erst einmal ausgelastet, was Auslandseinsätze angeht")?

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Montag 29. September 2014, 17:23

Torsten hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:D. meint immer "helfen" zu müssen und ist noch nicht einmal in der Lage, Fluggerät vorzuhalten, das ohne Defekte fliegen kann.
Wie gesagt: In Richtung Afghanistan treten diese Probleme nicht auf. Man hört zumindest nichts davon.
Da flog man auch nicht mit eigenem Gerät, sondern hatte Antonovs (AN 124) bis Termez bzw. Duschanbe gechartert. Danach ging es dann weiter mit amerikanischen C 17 Flugzeugen.

http://www.bits.de/public/gast/dawidzinski7-1.htm

Die werden auch für den Rückzug - äähh das "redeploment" - des Bundeswehrkontingents genutzt.

http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal ... Xf-A9JJgPE!/

Tritonus
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Montag 29. September 2014, 17:33

Caviteño hat geschrieben:Da flog man auch nicht mit eigenem Gerät, sondern hatte Antonovs (AN 124) bis Termez bzw. Duschanbe gechartert. Danach ging es dann weiter mit amerikanischen C 17 Flugzeugen. [...]

Die werden auch für den Rückzug - äähh das "redeploment" - des Bundeswehrkontingents genutzt. [...]
Ja, wenn man sich ab sofort mit Sanktionen gegen Russland zurückhält. Sonst kann die BW eventuell zu Fuß durch Pakistan latschen und die Überlebenden und das Material, das es bis dorthin geschafft hat, in Karatschi auf Schiffe der Bundesmarine umladen. Ahoi.

Caviteño
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Montag 29. September 2014, 18:41

Tritonus hat geschrieben:
Caviteno hat geschrieben: Man spart ...
Ja. Es fragt sich nur, wo genau, denn der Verteidigungsetat pendelt seit über 20 Jahren um die 30 Milliarden Euro. Das klingt erst einmal nach einem (inflationsbedingten) Verlust, aber wenn man bedenkt, dass im selben Zeitraum die Mannstärke der Bundeswehr von einer knappen halben Million Mann auf ca. 180.000 Mann/Frau gesunken ist, also auf ein gutes Drittel, dann müsste doch eigentlich noch etwas Kleingeld für vernünftige Ausrüstung übrig sein, oder?
Nicht unbedingt - da empfiehlt es sich, einen Blick in die Haushaltspläne zu werfen. Leider sind die nur ab 2004 (Zahlen im Haushalt 2006) bis 2015 (Haushaltsplanung) im Netz abrufbar.

Der Dienstpostenumfang (einschl. Reservisten und Ausbildung) betrug:
2004: 320.000
2015: 194.000
Minderung somit 40%(!)

Die Personalausgaben betrugen:
für Berufs- und Zeitsoldaten in 2004 = 5,561 Mrden € - in 2015 = 6,056 Mrden Euro = Steigerung von 495 Mio € oder 8,9%
Wehrsold für Wehrpflichtige in 2004 = 562 Mio € - in 2015 (nur für Reservisten) = 21,5 Mio € = Minderung von ca. 540 Mio €

Wehrpflichtige sind natürlich viel, viel preiswerter als eine Berufsarmee - wie man an den obigen Zahlen sehen kann.
Die Verringerung der Bundeswehr führte bei den Gehältern/Sold kaum zu Einsparungen; diese dürften sich auf die Sachkosten (weniger Gebäude- und Materialunterhalt) beschränken. Beim Material besteht die Möglichkeit, daß die Verkleinerung der Bundeswehr zu "Kannibalismus" führte, indem Ersatzteile aus noch vorhandenem Gerät ausgebaut wurden, um andere Fahrzeuge usw. noch einsatzfähig zu halten. Zumindest lassen die jetzt veröffentlichten Berichte diesen Schluß zu.

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Torsten
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Torsten » Montag 29. September 2014, 18:42

Raphael hat geschrieben:Nun, UvdL hatte zu Beginn ihrer Amtszeit die Probleme der Truppe vollkommen korrekt erkannt:
Die Bundeswehr hat zu wenig Kindergärten! :narr:
Die "Biowaffe" der Zukunft gegen die islamistische Welle, die das Abendland zu überrollen droht. :narr:

Werter Raphael,

was könnte wichtiger sein für die Verteidigung als das? Und wenn wir diese - zukünftigen - Kinder, nicht nur als Kanonenfutter für unsere alten Konflikte sehen wollen, sondern als Ansporn der Entwicklung, in der wir sie nicht gefühlt auf den Mond oder auf den Mars und noch weiter schießen, sondern versuchen, ihnen eine Heimat zu bieten, dann ist statt dem führen von Kriegen das vorführen eines friedlichen und gerechten Lebens das Gebot der Stunde.

Und auch diese Stunde wird tatenlos vergehen. Aber der Glaube währt ewig.

Oh ja.

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Edi
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Edi » Montag 29. September 2014, 18:53

Caviteño hat geschrieben: Meine Frau meint dazu schon seit Jahren: Wieso schickt Ihr immer Geld in andere Länder anstatt es für D. und seine Bürger auszugeben? :achselzuck:
Wenn ich mich nicht irre, hängt das mit unserer Vergangenheit zusammen. Da fühlen sich alle heute lebenden Politiker und erst recht alle Kirchenfürsten der beiden Konfessionen mitverantwortlich. Das Merkel hat ja z.B. in Bezug auf Isreal gesagt, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsraison. Im Grundgesetz lese ich das aber nicht, was nicht heisst, daß ich deswegen gegen jegliche materielle Hilfe an Israel wäre.
Wir haben inzwischen direkt oder indirekt rund 100 Milliarden für Israel bezahlt und das Bezahlen gilt dann auch für andere Zwecke, nur viel weniger für die eigenen Belange.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

Tritonus
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Tritonus » Mittwoch 1. Oktober 2014, 00:53

@Caviteno

Was Du da rechnest, klingt erst mal einigermaßen plausibel.

Trotzdem erinnere ich daran: Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, um mit dieser Maßnahme eine Menge Geld einzusparen. Das war vor vier Jahren das Hauptargument (und nicht die zahlreichen nebenrangigen Argumente, wie z.B. die seit vielen Jahren nicht mehr vorhandene "Wehrgerechtigkeit"). Trommelfeuerartig regnete die Presse das Märchen (?) vom Sparen als Grund für die Aussetzung der Wehrpflicht auf den Leser herab. Nur zwei winzige Beispiele für die Flut von damals:
26. Mai 21

Sparminister Guttenberg

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat angesichts der desolaten Finanzlage harte Einschnitte bei der Bundeswehr angekündigt. Diskutiert wird auch die Aussetzung der Wehrpflicht.

Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat tiefe Einschnitte in die Struktur der Bundeswehr angekündigt, um die Sparvorgaben für die anstehenden Haushaltsverhandlungen zu erfüllen. Das symbolische Streichen einzelner Rüstungsprojekte werde ebensowenig ausreichen wie einfach eine geringere Stückzahl von gewissen Rüstungsgütern zu ordern.

Angesichts der nötigen Einsparungen werde die Wehrpflicht zur "Gretchenfrage" der Streitkräfte, sagte Guttenberg vor Kommandeuren der Bundeswehr in Hamburg. In den Streitkräften sei durchaus verbreitet die Forderung zu hören, die Wehrpflicht zumindest für einige Zeit auszusetzen, um dadurch kurzfristig im Etat viel Geld zu sparen.

( http://www.fr-online.de/politik/einschn ... 6536.html , Unterstreichungen von mir )
[...]Seine [d.h. Guttenbergs] Argumentation: Weil er sparen will, wird die Bundeswehr kleiner. Folglich fällt die Wehrpflicht weg. [...] Die Sparklausur des Bundeskabinetts am 9. Juni 21 nutzt er [d.h. Guttenberg] dazu, seine Pläne durchzudrücken. Wenn er sparen solle wie verlangt, dann müsse er die Wehrpflicht abschaffen, argumentiert der Freiherr. [...] Kritik an Guttenbergs Auftritt kommt nach der Sparklausur auch aus der CDU: Es heißt, Guttenberg habe kein durchdachtes Konzept und keine Zahlen vorgelegt. [...] Im August 21 wird deutlich, dass Guttenberg die Unterstützung der Kanzlerin hat. Im ZDF verkündet sie, dass es bei der anstehenden Debatte um die Reform der Bundeswehr keine Denkverbote geben dürfe, das gelte auch für "ein Neudenken der Rolle der Wehrpflicht". Die Wehrpflicht werde aber keinesfalls aus dem Grundgesetz gestrichen. Aussetzen statt abschaffen, lautet die Devise. Dass er die Kanzlerin auf seiner Seite hat, kann Guttenberg als Sieg für sich verbuchen. [...]

( http://www.sueddeutsche.de/politik/wie- ... -1.197741 , vom 16. Mai 211 , Unterstreichungen von mir )

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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 1. Oktober 2014, 09:46

Tritonus hat geschrieben:@Caviteno

Was Du da rechnest, klingt erst mal einigermaßen plausibel.

Trotzdem erinnere ich daran: Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, um mit dieser Maßnahme eine Menge Geld einzusparen. Das war vor vier Jahren das Hauptargument (und nicht die zahlreichen nebenrangigen Argumente, wie z.B. die seit vielen Jahren nicht mehr vorhandene "Wehrgerechtigkeit"). Trommelfeuerartig regnete die Presse das Märchen (?) vom Sparen als Grund für die Aussetzung der Wehrpflicht auf den Leser herab. Nur zwei winzige Beispiele für die Flut von damals:
Zwischen dem, was in der Presse steht und den tatsächlichen Haushaltsauswirkungen ergibt sich häufig eine Differenz.

Ich erinnere an diesen Beitrag von mir. Die Aussage, an der "inneren Sicherheit" wird nicht gespart, bedeutet z.B. nicht zwangsläufig, daß mehr Polizeibeamte eingesetzt werden, obwohl dieser Eindruck bei den allermeisten Zeitgenossen entstehen wird. Die von der Politik dann erwähnte Erhöhung des Haushaltsvolumens für diesen Bereich kann auch durch Gehaltserhöhungen bzw. Höhergruppierungen bedingt sein.

Ähnlich wird es bei der Bundeswehr gewesen sein: Die reinen Soldeinsparungen waren - im Verhältnis zur Höhe des Verteidungshaushaltes - marginal, wie aus den Haushaltsansätzen zu ersehen ist. Einsparungen lagen im Bereich der nicht mehr benötigten Infrastruktur (z.B. Kasernen, Übungsplätze) und der dann überzähligen Waffen. Schließlich kann - bei einer Verringerung auf ein Drittel - nicht jeder Soldat künftig mit drei Gewehren in's Gefecht ziehen... ;)
Die überzähligen Waffen(systeme) laden aber (sofern sie nicht verkauft werden können wg. der Exportbeschränkungen) zur Kannibalisierung ein: Es werden keine Ersatzteile mehr neu angeschafft, sondern die - überzähligen - Waffen werden ausgeschlachtet. Man kann also sparen - aber anders, als das in der Presse dargestellt wird. Dieser "Spareffekt" wird auch dann beibehalten, wenn die alten Waffen verwertet sind - ansonsten müßte man den Verteidigungshaushalt erhöhen. Dafür fehlt - angeblich - das Geld und es ist/war auch politisch fast nicht durchsetzbar (jedenfalls bis Ukraine und IS). Man wurschtelt immer weiter vor sich hin.

Ein anderer Aspekt des Themas Ersatzinvestitionen:
Die FAZ berichtet heute in einem Artikel (noch nicht online) über die Höhe der Infrastrukturinvestitionen in D., der EU und den USA und gibt dazu folgende Zahlen an:
D: 1,61% im Zeitraum 2007 - 2014
EU: 3,02 im obigen Zeitraum
USA: 4,19% im oben Zeitraum

Zwar müssen die Infrastrukturinvestitionen in einem Flächenstaat wie den USA höher sein als in D., gleichwohl ist die Differenz bemerkenswert und erklärt mE die hier verfallenden Brücken, Straßen und Schienenwege.

Caviteño
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Re: Fehlende Ersatzinvestitionen - Verschleiß überall

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 1. Oktober 2014, 18:22

Bereits in 21 wurde über die Probleme der Bundeswehr berichtet:
Der Luftwaffe geht wegen des Spardrucks im Bundeshaushalt offenbar das Geld für den laufenden Betrieb aus. Für das Haushaltsjahr 21 sei wegen unvorhersehbarer Kürzungen im Bundeswehr-Etat "de facto ein Beauftragungsstopp" für die Materialerhaltung verhängt worden, heißt es in einem Rundschreiben des Waffensystemkommandos der Luftwaffe an die Industrie, das Reuters am Donnerstag vorlag.
Notwendige Mittel etwa für Wartung und Reparaturen würden nur noch "mit dem Ziel der Sicherstellung der Einsätze und des parlamentarischen Lufttransports freigegeben". Die Flugbereitschaft der Luftwaffe ist zuständig für den Transport der Regierungsmitglieder.
Als Ursache für die Finanzprobleme nennt die Luftwaffe nicht vorhersehbare Kürzungen im Verteidigungsetat für 21 und die folgenden Jahre, die durch die Sparbemühungen im Bundeshaushalt und die Schuldenbremse ausgelöst worden seien.
(...)
Für 211 und die folgenden Jahre sei mit einer weiteren deutlichen Absenkung der Mittel für die Materialerhaltung zu rechnen, obwohl der Bedarf steige. "Dies wird nur durch umfangreiche Eingriffe in den Betrieb der fliegenden Waffensysteme der Bundeswehr durch Verkleinerung der Luftfahrzeug-Flotten, Reduzierung der Flug- und Betriebsstunden und Verringerung der Bevorratung/Kreislaufreserven aufzufangen sein", schreibt die Luftwaffe weiter. Dazu liefen bereits die Planungen im Verteidigungsministerium.
http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 19568.html

Wenn die Lage also der Presse bereits im August 21 bekannt war, wie der obige Artikel beweist, kann man die Frage stellen, warum es jetzt wieder noch oben gespielt wird. Ich bleibe dabei - es wurde auf Veranlassung des Kanzleramtes an die Presse durchgestochen, um die Ministerin zu schwächen.

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