Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar? [1]

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Fragesteller
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Fragesteller »

Tinius hat geschrieben:
Marcus hat geschrieben:Gauland sagt "Volkskirchen" den Kampf an:

http://www.faz.net/aktuell/politik/flue ... 564.html
Das ist entlarvend, war aber zu erwarten. Das ist genau das, was Kritiker dieser deutschtümelnden Nationalpartei vermuteten.
Das Christentum spielt für sie keine Rolle, ist als "Kulturchristentum" nur ein Anzug, den man eben irgendwie anhat.

Wenn Herr Gauland nicht gläubig ist und nur als Kulturchrist seine Beerdigung ohne freien Prediger haben will, ist das beschämend.
Konsequent austreten. Fertig.

Hier zeigt sich das antikirchliche, diabolische Wesen einer Bewegung, die nur Hass, Missgunst und das Herausbrüllen von Assislogans zu bieten hat.
Was die kulturchristliche Mehrheit angeht, ist der Rest des Parteienspektrums von Schwarz bis Grün auch nicht anders aufgestellt. Auf der Ebene lässt sich insofern schlecht argumentieren.

maliems
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von maliems »

Ich finde seine Begründung nicht schlecht. Er kritisiert, dass die "Kirchen" der Mode hinterherlaufen.

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ar26
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 »

Ich will ja nicht verhehlen, daß sich Gauland mit diesem Beitrag jetzt auch nicht unbedingt bei mir empfohlen hat. Allerdings scheint dieser Zwist zum einen am Thema Katholikentag entzündet und zum anderen in seiner protestantischen Denomination begründet, die mich nicht tangiert. Da mich auch der Katholikentag nicht repräsentiert, selbst wenn ich dort - fasst schon gezwungenermaßen - offizielle wie inoffizielle Veranstaltungen besuchen werde, könnte es mir eigentlich wurscht sein. Wenn die ZdKler allerdings die Kommunisten einladen, die meine Familie jahrzehntelang unterdrückt haben, die AfD wegen angeblicher Unmenschlichkeit nicht, dann ist das nur lächerlich und spricht über den Verein Bände.

Lächerlich ist allerdings auch Gaulands abwegige Idee, man könne den Islam mit ein bisschen Heimat-Romantik (die an sich ja nichts schlechtes ist) aufhalten. Seit Houellebecqs Soumission spätestens weiß man, wie das ausgeht. Bereits in der frühen Neuzeit war der Islam auf dem Vormarsch. Da durch die Reformation die innere Auflösung des Christentums drohte, konnte er zunächst kaum aufgehalten werden. Erst durch das Konzil von Trient und die Gegenreformation gelang die Wende. Wer das nicht versteht, wird untergehen oder sich gen Mekka auf Pilgerfahrt begeben.

PS: Was die "Christlichkeit" der Partei angeht, so haben die Mitbewerber mit mehr als 100.000 toten Kindern pro Jahr seit 1976 die Messlatte so hochgelegt, das schafft die AfD eh nicht mehr.
Zuletzt geändert von ar26 am Dienstag 24. Mai 2016, 23:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Tinius
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Tinius »

maliems hat geschrieben:Ich finde seine Begründung nicht schlecht. Er kritisiert, dass die "Kirchen" der Mode hinterherlaufen.
Ja. Und er ist nicht gläubig. Toller U-Boot-Christ. Mit dem Taufschein winken, wenn es "six feet under" geht. Sonst kein Christ sein.
:kotz: :kotz: :kotz: :kotz: :kotz:


@ar26

Ich pflichte dir zum Thema Islam voll bei. Luther wäre es sche.....egal gewesen, wenn die Osmanen Wien besetzt hätten. Hauptsache, er hatte seine Endzeitstimmung im geschenkten Haus samt Völlerei.

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ar26
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ar26 »

Tinius hat geschrieben: (...)

@ar26

Ich pflichte dir zum Thema Islam voll bei. (...)
Jetzt ist aber wirklich das Ende der Welt gekommen :breitgrins: . Habe die Ehre und wünsche allseits eine gute Nacht.
Zuletzt geändert von ar26 am Mittwoch 25. Mai 2016, 00:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Niels
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Niels »

Huch, so kennen wir Dich ja gar nicht,Tinius ...
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Yeti
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Yeti »

ar26 hat geschrieben:Wenn die ZdKler allerdings die Kommunisten einladen, die meine Familie jahrzehntelang unterdrückt haben, die AfD wegen angeblicher Unmenschlichkeit nicht, dann ist das nur lächerlich und spricht über den Verein Bände.
Robert hat hier mal etwas über Fälle von in Stasi-Aktivitäten verstrickte westdeutsche (!) IM's in Kirchenverwaltung und Klerus gepostet. Wie die meisten ehemals westdeutschen Amtsträger wurden auch Kirchenleute, egal ob Laien oder Klerus, nicht auf Stasi-Kontakte "durchleuchtet", obwohl gewisse links-68-er-Sympathien nicht einmal versteckt wurden (und werden). Hier hab ich's: "IM Antonius war sicher der wertvollste Stasi-Agent in der katholischen Kirche in Westdeutschland" Man möchte hinzufügen: "...von denjenigen, deren IM-Tätigkeit bislang bekannt ist...". Wieviele davon werden in den Ordinariaten, bei der Caritas etc. noch im Amt sein?
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Edi
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Edi »

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Niels
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Niels »

Urks. Da tun sich Abgründe auf... :panisch: :(
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Niels
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Niels »

Edi hat geschrieben:http://kath.net/news/55300
Der Autor, Michael Inacker (Kleinmachnow bei Potsdam), ist Vorsitzender der Internationalen Martin Luther Stiftung sowie Vorstandschef der Unternehmensberatung WMP AG.
Kann die Stiftung sich keine Bindestriche leisten? :hmm:
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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Niels hat geschrieben:
Edi hat geschrieben:http://kath.net/news/55300
Der Autor, Michael Inacker (Kleinmachnow bei Potsdam), ist Vorsitzender der Internationalen Martin Luther Stiftung sowie Vorstandschef der Unternehmensberatung WMP AG.
Kann die Stiftung sich keine Bindestriche leisten? :hmm:
Nein, Protest-Tanten sind da eher spartanisch orientiert! :roll:
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Niels
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Niels »

Ein (Zitronen-?)Falter spricht über die AfD: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... werte.html
"AfD-Potenzial um einiges größer als die Umfragewerte"
Ui.
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Siard
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Siard »

Außer-Dem werden die Binde-Striche jetzt anders-wo gebraucht.
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Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño »

Niels hat geschrieben:Ein (Zitronen-?)Falter spricht über die AfD: http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... werte.html
"AfD-Potenzial um einiges größer als die Umfragewerte"
Ui.
Die Demoskopen erwiesen sich bei ihren bisherigen Voraussagen hinsichtlich der AfD nicht als besonders treffsicher. Ob man - wie weiland Allensbach bei den Republikanern - Politik machen will und die Zahlen daher bewußt zu niedrig ansetzt oder "Schamschweiger" ihre Wahlintention nicht offenlegen, ist für das Ergebnis unbeachtlich.
Das von Falter angesprochene Potential ist sicherlich höher als die Umfragewerte, denn keine der Altparteien spricht sich für einen Rückbau der EU und eine Überprüfung des Euros aus bzw. bezeichnet die von Merkel verordnete "Flüchtlingspolitik" als Fehler. Diese Themen hat die AfD "besetzt" - und sie werden künftig in der gesellschaftlichen Diskussion eine große Rolle spielen. Oder glaubt jemand, daß sich die Eurokrise in den nächsten Jahren in Wohlgefallen auflöst und sich eine Million junger, muslimischer, überwiegend gering gebildeter Männer problemlos in den Arbeitsmarkt integrieren lassen?

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Niels
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Niels »

Caviteño hat geschrieben:Oder glaubt jemand, daß sich die Eurokrise in den nächsten Jahren in Wohlgefallen auflöst und sich eine Million junger, muslimischer, überwiegend gering gebildeter Männer problemlos in den Arbeitsmarkt integrieren lassen?
Frau Dr. Merkel scheint offenbar darauf zu hoffen.
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Niels
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Niels »

Siard hat geschrieben:Außer-Dem werden die Binde-Striche jetzt anders-wo gebraucht.
Her-Damit.

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Yeti
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Yeti »

Offener Brief an Herrn Mazyek von Beatrix von Storch
"Sehr geehrter Herr Mazyek, Ihre beleidigenden Äußerungen über die AfD erschweren einen persönlichen Dialog. Das ist aber bei weitem nicht die schwierigste Hürde. Die größte Bedrohung für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat geht heute vom politischen Islam aus. Entscheidend ist deswegen etwas anderes: Ihr ungeklärtes Verhältnis zum politischen Islam und zur Scharia." [...]
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taddeo
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von taddeo »

Yeti hat geschrieben:Offener Brief an Herrn Mazyek von Beatrix von Storch
"Sehr geehrter Herr Mazyek, Ihre beleidigenden Äußerungen über die AfD erschweren einen persönlichen Dialog. Das ist aber bei weitem nicht die schwierigste Hürde. Die größte Bedrohung für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat geht heute vom politischen Islam aus. Entscheidend ist deswegen etwas anderes: Ihr ungeklärtes Verhältnis zum politischen Islam und zur Scharia." [...]
Die Fragen, die da zum "politischen Islam" gestellt werden, müßte man im Grunde genauso dem "politischen Katholizismus" stellen - wenn es ihn denn überhaupt (noch) gäbe. Daß diese Fragen aber gar nicht an uns gerichtet werden, ist ein sicheres Zeichen, daß mit unserem Katholizismus etwas nicht (mehr) stimmt, besonders mit jenen Gremien, die eigentlich die Speerspitze eines politischen Katholizismus sein sollten, wie das ZdK.
Jedenfalls steht ein Katholik, der strikt die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche vertritt, genauso in der Gefahr des Widerspruchs zum Grundgesetz wie ein Moslem. Und der Frau Storch muß man den Vorwurf machen, ihre Fragen einseitig nur auf Moslems zu fokussieren, anstatt sie grundsätzlich zu stellen.

Fragesteller
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Fragesteller »

Wo genau siehst Du da Reibungspunkte?

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taddeo
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von taddeo »

Fragesteller hat geschrieben:Wo genau siehst Du da Reibungspunkte?
Die Frage ist doch eher, wo gibt es keine Reibungspunkte?
Aber nimm nur als zwei Beispiele die Abtreibung und die Rechtsstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Sag da einmal in der Öffentlichkeit (zB als Abgeordneter eines Parlaments), daß du persönlich die diesbezüglichen Lehraussagen der Kirche teilst und für richtig hältst. Du verläßt das Rednerpult schon nicht mehr als Abgeordneter und kriegst keinen Fuß mehr auf den Boden, menschlich und politisch.

Tinius
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Tinius »

taddeo hat geschrieben:
Fragesteller hat geschrieben:Wo genau siehst Du da Reibungspunkte?
Die Frage ist doch eher, wo gibt es keine Reibungspunkte?
Aber nimm nur als zwei Beispiele die Abtreibung und die Rechtsstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Sag da einmal in der Öffentlichkeit (zB als Abgeordneter eines Parlaments), daß du persönlich die diesbezüglichen Lehraussagen der Kirche teilst und für richtig hältst. Du verläßt das Rednerpult schon nicht mehr als Abgeordneter und kriegst keinen Fuß mehr auf den Boden, menschlich und politisch.

:klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch: :klatsch:

Prima.

Nebenfrage:
Könnte es sein, [...] dass diese Gruppierung hasserfüllt gegen jede Religion zu Felde zieht, so sie nicht in ihr dumpfes Schema passt?
Auch de[n] Katholizismus?
[...]
Zuletzt geändert von Hubertus am Samstag 28. Mai 2016, 08:38, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Unterstellung entfernt.

Fragesteller
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Fragesteller »

taddeo hat geschrieben:
Fragesteller hat geschrieben:Wo genau siehst Du da Reibungspunkte?
Die Frage ist doch eher, wo gibt es keine Reibungspunkte?
Aber nimm nur als zwei Beispiele die Abtreibung und die Rechtsstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Sag da einmal in der Öffentlichkeit (zB als Abgeordneter eines Parlaments), daß du persönlich die diesbezüglichen Lehraussagen der Kirche teilst und für richtig hältst. Du verläßt das Rednerpult schon nicht mehr als Abgeordneter und kriegst keinen Fuß mehr auf den Boden, menschlich und politisch.
Das ist klar. Aber das ist ja weniger das Grundgesetz als seine gegenwärtige Auslegung. Dieses selbst wurde ja von einer gewissen Strömung des politischen Katholizismus wesentlich mitverantwortet. Man kann sich freilich auf den Standpunkt stellen - was Freunde wie Feinde der Kirche bisweilen tun - dass eine liberale Verfassung und eine Religion mit Absolutheitsanspruch sich grundsätzlich ausschließen. Bin nicht sicher, was man dazu sagen müsste, hätte aber eher nicht vermutet, dass Du so grundsätzlich argumentieren willst.

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Yeti
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Yeti »

Vorsitzender Meuthen: Die AfD ist nicht kirchenfeindlich
„Die AfD hat keine kirchenfeindliche Haltung, dazu haben wir auch zu viele gläubige Christen in unseren Reihen“, sagte Meuthen der Deutschen Presse-Agentur. Der Vorsitzende des bayerischen AfD-Landesverbandes hatte den Kirchen unterstellt, über ihre Wohlfahrtsverbände „unter dem Deckmantel der Nächstenliebe“ ein Milliardengeschäft mit der Flüchtlingskrise zu machen. „Das ist schon so“, bestätigte Meuthen die Sicht seines Parteifreunds. Da sich die Kirchen „nicht gerne in die Bücher schauen lassen“, sei es aber schwer, an detaillierte Informationen zu den Aktivitäten der kirchlichen Verbände zu kommen, sagte Meuthen, der auch Vorsitzender der AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag ist. Die Kirchenführer mischten sich für seinen Geschmack auch zu stark in politische Fragen ein, „und verstehen davon zu wenig“.
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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

taddeo hat geschrieben:
Yeti hat geschrieben:Offener Brief an Herrn Mazyek von Beatrix von Storch
"Sehr geehrter Herr Mazyek, Ihre beleidigenden Äußerungen über die AfD erschweren einen persönlichen Dialog. Das ist aber bei weitem nicht die schwierigste Hürde. Die größte Bedrohung für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat geht heute vom politischen Islam aus. Entscheidend ist deswegen etwas anderes: Ihr ungeklärtes Verhältnis zum politischen Islam und zur Scharia." [...]
Die Fragen, die da zum "politischen Islam" gestellt werden, müßte man im Grunde genauso dem "politischen Katholizismus" stellen - wenn es ihn denn überhaupt (noch) gäbe.
Nö!
taddeo hat geschrieben:Daß diese Fragen aber gar nicht an uns gerichtet werden, ist ein sicheres Zeichen, daß mit unserem Katholizismus etwas nicht (mehr) stimmt, besonders mit jenen Gremien, die eigentlich die Speerspitze eines politischen Katholizismus sein sollten, wie das ZdK.
Ein "politischer Katholizismus" wäre keine Gefahr für das Grundgesetz, weil das Grundgesetz prinzipiell mit dem Naturrecht übereinstimmt. Lediglich in Einzelfragen - wie bspw. der Abtreibung - gibt es häßliche Dissensen.
taddeo hat geschrieben:Jedenfalls steht ein Katholik, der strikt die Glaubens- und Sittenlehre der Kirche vertritt, genauso in der Gefahr des Widerspruchs zum Grundgesetz wie ein Moslem.
Ersteres liegt jedoch mehr an der informellen Macht des Imperiums als bei Zweiteren, weil dort der Dissens auf der prinzipiellen Ebene existiert.
taddeo hat geschrieben:Und der Frau Storch muß man den Vorwurf machen, ihre Fragen einseitig nur auf Moslems zu fokussieren, anstatt sie grundsätzlich zu stellen.
Wenn Du das so schreibst, blendest Du 'mal locker die letzten 500 Jahre Geschichte aus, in denen sich das Verhältnis Staat zu Kirche zu dem hinentwickelt hat, wie wir es heute vorfinden.
Diese Entwicklung kennt der Islam nämlich nicht und wird sie auch niemals kennenlernen, weil der "politische Arm" des Islam zum Wesen des Islam gehört.
Die Wahrheit hat tausend Hindernisse zu überwinden, um unbeschädigt zu Papier zu kommen, und von Papier wieder zu Kopf.
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Tinius
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Tinius »

Ich möchte an den Threadtitel erinnern und die Frage beantworten:

Die AfD ist von einem gelebten und sozial orientierten Christentum so weit entfernt, dass es für einen wirklichen Christen schon einem Verbrechen am eigenen Gewissen nahekommt, diesen Rattenfängern nachzulaufen oder sogar sich mit deren einem Faschismus gleichkommenden Gedankenmodellen überhaupt auseinanderzusetzen.

Entweder man entscheidet sich für den Teufel oder für Gott. Beides geht nicht! Man muss sich schon entscheiden. Wobei die Entscheidung ja auch gar nicht schwer fallen dürfte, wenn man sich die unterliegenden Ideen und Gedanken des AfD-Parteiprogramms durchliest. Christsein heißt sozial denken und stets dem Anderen das zukommen lassen, was man für sich selbst wünscht. AfDsein heißt Rassismus und Ausgrenzung Anderer. Das ist jetzt sehr vereinfacht, aber die Richtung stimmt. Die AfD ist im ganzen Kern eine unchristliche und unsoziale Verbindung, deren Ursprung der Hass ist.

Damit ist dieser Thread für mich abgeschlossen.
Besonders faschistoide Äußerungen hier sind ohnehin widerlich und abstoßend.
Zuletzt geändert von Tinius am Samstag 28. Mai 2016, 17:42, insgesamt 1-mal geändert.

Fragesteller
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Fragesteller »

So sehr ich Dir in der Sache zustimme: Wer solche Feinde hat, braucht keine Freunde mehr. Im Gegensatz zu echten Argumenten beweist diese Denunziation per Schlagwort gar nichts; mutatis mutandis kann sie auch von den AfDisten selbst angewandt werden (wird sie auch). Obendrein macht sie das Anliegen lächerlich, für das geworben werden soll.

[Das Vorposting enthielt zum Zeitpunkt der Antwort nur die ersten beiden Absätze. Gilt aber immer noch].

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Rumkugel
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Rumkugel »

Welchen Dödel meint der Präsi?
Wikipedia hat geschrieben:Dödel ist:
eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Trottel
im norddeutschen Raum eine umgangssprachliche Bezeichnung für den Penis
ein beim Schiffbau verwendeter Weichholznagel, siehe Liste seemännischer Fachwörter
Möglicherweise die zweite Bedeutung… der alte Schwerenöter…

Joachim Gauck nennt AfD-Mitglieder "Dödel"
Wenn um Rumkugeln Rumkugeln rumkugeln,
kugeln um Rumkugeln Rumkugeln rum.

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ziphen
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von ziphen »

Rumkugel hat geschrieben:Welchen Dödel meint der Präsi?
Wikipedia hat geschrieben:Dödel ist:
eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Trottel
im norddeutschen Raum eine umgangssprachliche Bezeichnung für den Penis
ein beim Schiffbau verwendeter Weichholznagel, siehe Liste seemännischer Fachwörter
Möglicherweise die zweite Bedeutung… der alte Schwerenöter…

Joachim Gauck nennt AfD-Mitglieder "Dödel"
Was'n los, Dicker, Entzugserscheinungen? :detektiv:
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das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

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martin v. tours
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von martin v. tours »

Tinius hat geschrieben:Ich möchte an den Threadtitel erinnern und die Frage beantworten:

Die AfD ist von einem gelebten und sozial orientierten Christentum so weit entfernt, dass es für einen wirklichen Christen schon einem Verbrechen am eigenen Gewissen nahekommt, diesen Rattenfängern nachzulaufen oder sogar sich mit deren einem Faschismus gleichkommenden Gedankenmodellen überhaupt auseinanderzusetzen.

Entweder man entscheidet sich für den Teufel oder für Gott. Beides geht nicht! Man muss sich schon entscheiden. Wobei die Entscheidung ja auch gar nicht schwer fallen dürfte, wenn man sich die unterliegenden Ideen und Gedanken des AfD-Parteiprogramms durchliest. Christsein heißt sozial denken und stets dem Anderen das zukommen lassen, was man für sich selbst wünscht. AfDsein heißt Rassismus und Ausgrenzung Anderer. Das ist jetzt sehr vereinfacht, aber die Richtung stimmt. Die AfD ist im ganzen Kern eine unchristliche und unsoziale Verbindung, deren Ursprung der Hass ist.

Damit ist dieser Thread für mich abgeschlossen.
Besonders faschistoide Äußerungen hier sind ohnehin widerlich und abstoßend.
Würdest Du das selbe auch über PDS-Wähler schreiben ?
Vielleicht etwas zum nachdenken für dich:
http://www.kath.net/news/55337
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Sempre
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Sempre »

Tinius hat geschrieben:Christsein heißt sozial denken und stets dem Anderen das zukommen lassen, was man für sich selbst wünscht.
Linksgrün verblödete Einfalt ohne Ende. Von Christentum keinen Schimmer. Wir leben ja in der schönen neuen Welt, aber einer, der solch eine Ladung Soma abgekriegt hat, war mir noch nicht begegnet.
Niemals sei gesagt es werde je zugelassen, daß ein zum Leben prädestinierter Mensch sein Leben ohne das Sakrament des Mittlers beendet. (St. Augustin, Gegen Julian, V-4)

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Hubertus
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Hubertus »

Gauland: Christentum als 'Metapher'
„Wir wollen nicht das Christentum im religiösen Sinne verteidigen.“ Die Wähler der AfD wollten aber, dass man für „ihr So-Sein“ kämpfe, für alles, „was man von den Vätern ererbt“ habe. „Das Christentum ist dafür dann eine Metapher.“
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Raphael
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Raphael »

Hubertus hat geschrieben:Gauland: Christentum als 'Metapher'
„Wir wollen nicht das Christentum im religiösen Sinne verteidigen.“ Die Wähler der AfD wollten aber, dass man für „ihr So-Sein“ kämpfe, für alles, „was man von den Vätern ererbt“ habe. „Das Christentum ist dafür dann eine Metapher.“
Gauland versteht Christentum offenbar rein kulturell und möchte die religiöse Dimension gerne ausgeblendet wissen. Dieses Phänomen ist häufig im Kulturprotestantismus (sic!) anzutreffen. :pfeif:

Solche Leute müßten sich eigentlich einer erneuten christlichen Inkulturation unterziehen ...............
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