Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

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iustus
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Re: Papst Franziskus: Kinder schlagen

Beitrag von iustus » Samstag 7. Februar 2015, 08:18

Die Äußerung erinnert mich ein bisschen an die Kondom-Aussage von Papst Benedikt, nach dem Motto: "Wenn ein Vater sein Kind nicht ins Gesicht schlägt, sondern nur ein bisschen sonstwohin, dann kann das ein erster Schritt in Richtung einer Moralisierung sein. Denn der Vater zeigt dann ein Gespür für
Würde."

Wobei das schon eine sehr wohlwollende Interpretation ist, denn von einem "ersten" Schritt hat Papst Franziskus ja nicht gesprochen.
„Was den Gegenstand des Glaubens betrifft, hat sich das Konzil nichts Neues ausgedacht, noch hat es Altes ersetzen wollen." (Papst Benedikt XVI.)

PigRace
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Re: Papst Franziskus: Kinder schlagen

Beitrag von PigRace » Samstag 7. Februar 2015, 08:52

iustus hat geschrieben:Die Äußerung erinnert mich ein bisschen an die Kondom-Aussage von Papst Benedikt, nach dem Motto: "Wenn ein Vater sein Kind nicht ins Gesicht schlägt, sondern nur ein bisschen sonstwohin, dann kann das ein erster Schritt in Richtung einer Moralisierung sein. Denn der Vater zeigt dann ein Gespür für
Würde."

Wobei das schon eine sehr wohlwollende Interpretation ist, denn von einem "ersten" Schritt hat Papst Franziskus ja nicht gesprochen.
Das ging mir auch gestern Nacht durch den Kopf. Das könnte i.d.T. der einzige halbwegs glaubwürdige Spin zum positiven von Franziskus Aussage darstellen.

Und genauso hast recht, dass da eine ordentliche Packung Wohlwollen mit drinstecken würde. Hart an der Grenze des Erträglich (hinter welcher solche Versuche dann nur noch lächerlich wirken).

Vllt. ist das der Weg mit Franziskus Aussage halbwegs Frieden zu schließen...?

PigRace

Caviteño
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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Caviteño » Samstag 7. Februar 2015, 10:15

Interessanter Artikel zu Papst Franziskus aus der Schweiz:

Ein Papst, der leicht mißverstanden wird
«Franziskus hat von der ersten Sekunde an eine Zeichensprache gewählt, die eine mediale Öffentlichkeit bedient und vermitteln soll: Ich mache alles anders», analysiert der konservativ-katholische Schriftsteller Martin Mosebach. Gelernt hat er diese Bildersprache als junger Jesuit in Argentinien von der peronistischen Volkstheologie. Der Peronismus spielte gekonnt auf der Klaviatur der Volksmythen, die von Bauern, Gauchos und einfachen Leuten bevölkert sind. Papst geworden, inszeniert der frühere Peronist Jorge Mario Bergoglio ein wahres Bilder- und Gestenspektakel. Das sei sein ganzes Programm, sagt einer seiner einstigen Mitarbeiter aus Argentinien. Man müsse nicht immer nach Konsequenzen und Taten schielen.
(...)
Indem er lieber Zeichen als Tatsachen setzt und Bilder sprechen lässt, statt in Begriffen zu reden, gewinnt er die Massen und Medien für sich. Doch der Papst der Bilder wird häufig missverstanden. Die Suggestivkraft der Bilder verleitet zu falschen Interpretationen. Mehr als Begriffe sind Bilder Projektionsflächen – sie sind auslegungsbedürftig, mehrdeutig, widersprüchlich.
(...)
Nach dem Priesterpapst Benedikt regiert jetzt also ein Politpapst. Nach dem Kurienmann ein Erzbischof des Südens. Nach dem Doktrinär ein Seelsorger. Als solcher zerbreche er sich zurzeit den Kopf, wo und wem er am kommenden Gründonnerstag möglichst spektakulär die Füsse waschen wird. Mit solchen starken Zeichen will Franziskus die Sympathie der Menschen gewinnen und sie sich nicht durch Wiederkäuen traditioneller katholischer Positionen verscherzen. Dabei muss er sich endlich zu den heissen Eisen äussern, die Ratzinger den «Kanon der Kritik» nannte: nämlich zu Frauenpriestertum, Zölibat, Abtreibung, Verhütung, Wiederverheiratete und Homosexualität. Franziskus’ Anhänger monieren, er könne nicht aus dem Nichts heraus Reformen aufgleisen. Man müsse ihm einfach mehr Zeit lassen. Wie viel Zeit aber hat ein bald 80-Jähriger? Zudem werden die Debatten über die heissen Eisen seit Jahrzehnten ausgefochten, die Argumente hüben und drüben sind sattsam bekannt. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte schon vor 50 Jahren die Richtung gewiesen, wohin es mit der Kirche gehen soll: Richtung Mitsprache der Ortskirchen, der Laien und Frauen, Richtung Menschenrechte und Dialog der Religionen.
Zur Umsetzung des Konzils braucht es eine deutliche Sprache, klare Entschlüsse, kurz: eine päpstliche Realpolitik. Sonst wird der Reformstau die Kirche weiterhin lähmen und ihr einen nächsten Papst bescheren, der wieder ganz auf den ausgetretenen Wegen der Tradition wandelt. Gerade die Bischöfe von den Rändern Afrikas, Asiens und Osteuropas, die Franziskus aus Symbolgründen bevorzugt zu Kardinälen macht, opponieren am heftigsten gegen jede Reform der kirchlichen Doktrin. Mit Symbolpolitik allein wird Franziskus seine Kirche nicht erneuern.

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 10:21

Florianklaus hat geschrieben:
Gallus hat geschrieben:Dieser Papst verbringt sein gesamtes Pontifikat damit, zu verwirren. Daß die Verwirrung nicht von Gott kommt, wissen wir.
Was willst Du damit andeuten? Daß der Papst besessen ist?
aber nein einfach ein schlichtes Gemüt mit einem übersteigerten Ego (seht wie bescheiden ich bin)

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 10:23

Pit hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Wünschenswert wäre ein Katholik. Ob der aber nach den letzten Pontifikaten noch eine Chance hätte, bleibt abzuwarten.
...weil weder Johannes Paul II. noch Benedikt XVI. Katholiken waren?
beides waren modernistische Katholiken der letzte etwas konservativer

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 10:25

Vir Probatus hat geschrieben:Ich sehe die Problematik inzwischen irgendwie "hausgemacht".
Die Kirche lehrt, daß in einem Konklave eben nicht Menschen einen Papst wählen, sondern "der heilige Geist" oder gleich Gott selbst durch die Kardinäle seine Wahl trifft. Darüber hatte ich lange Diskussionen mit einem Vikar, als Benedikt XVI gewählt wurde. Der wollte von diesem Punkt nicht weg: Daß nämlich praktisch die Wahl etwas völlig unfehlbares sei.
Die Kirche lehrt auch, daß der Papst "unfehlbare Entscheidungen" trifft und daß er ausserhalb jeder Kritik zu stehen habe.
Mit solchen Aussagen reitet man sich dann in ein Dilemma, wenn man anschliessend einen solchen Wahlsieger hat.
Ich sagst hier nochmal Franz ist ein Papst so gott gewollt wie Bonifats VIII Alexander der VI Leo X . usw

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Raphael
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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Raphael » Samstag 7. Februar 2015, 10:55

Amanda hat geschrieben:
cantus planus hat geschrieben:Von der FSSPX wird es niemand, und das wäre auch nicht wünschenswert. Wünschenswert wäre ein Katholik.
Lautet der Umkehrschluss, dass die FSSPX-Leute keine Katholiken sind?
:pfeif:
Das wäre zumindest eine logisch korrekte Schlußfolgerung! :pfeif:

Und diverse FSSPX-Jünger hier im Forum liefern auch noch laufend Tatsachenbeweise! :roll:
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Papst Franziskus: Kinder schlagen

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 11:11

Pit hat geschrieben:Ein Problem,das ich zum Teil bei manchen Medienvertretern sehe ist bei der Berichterstattung über den Papst nicht,dass die Medien lügen sondern schon die Wahrheit bringen,nur nicht zwingend inhaltlich zusammenhängend.
alleine daß er das Beispiel als "positiv" siehst spricht bände das ist im Zusammenhang auch völlig unakzeptabel

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Libertas Ecclesiae » Samstag 7. Februar 2015, 11:30

Vir Probatus hat geschrieben:Ich sehe die Problematik inzwischen irgendwie "hausgemacht".
Die Kirche lehrt, daß in einem Konklave eben nicht Menschen einen Papst wählen, sondern "der heilige Geist" oder gleich Gott selbst durch die Kardinäle seine Wahl trifft.
viewtopic.php?f=1&t=15657&p=665119#p665119
„Die letzte Messe ist noch nicht gelesen.“
(Jelena Tschudinowa)

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Tinius » Samstag 7. Februar 2015, 11:40

Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass mit diesem Papst irgendwas nicht stimmt.

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 11:45

da stimmt gar nix

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Niels
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Re: Papst Franziskus: Kinder schlagen

Beitrag von Niels » Samstag 7. Februar 2015, 12:02

Der arme Pater Lombardi tut mir wirklich leid. Nahezu täglich muss er was geraderücken oder dementieren... dem ist die martyrerkrone wohl schon jetzt sicher... :koenig:

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Re: Papst Franziskus: Kinder schlagen

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 12:08

wie ich woanders schon geschrieben habe er kann zumindest den heroischen Tugendgrad sofort nach dem Tod bekommen ;D

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Sarandanon
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Re: Papst Franziskus: Kinder schlagen

Beitrag von Sarandanon » Samstag 7. Februar 2015, 12:18

iustus hat geschrieben:Seinen Gegnern innerhalb der möglicherweise Kirche schon, den Gegnern der Kirche keineswegs. Denn die Gegner der Kirche finden seine Äußerungen zum Kinderschlagen ja schlimm und sind nun enttäuscht von ihm, wohingegen sie bislang voll Hoffnung auf Neuerungen waren, die der Lehre Christi und seiner Kirche widersprechen. Ihnen wurde kein Dienst erwiesen, ganz im Gegenteil.
Naja, ich persönlich verstehe "Gegner der Kriche" schon als generelle Kirchenhasser oder auch Christen- oder Religionshasser. Die interssiert es auch nicht, dass ein Papst wie auch immer erneuerungswütig daherkommt.
Dich, o Herr, kann nur verlieren, wer dich verlässt.
(Augustinus Aurelius)

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Gallus » Samstag 7. Februar 2015, 13:13

Tinius hat geschrieben:Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass mit diesem Papst irgendwas nicht stimmt.
Martin Mosebach trifft das in dem oben verlinkten Beitrag schon sehr genau: Argentinischer, peronistischer Populismus, bei dem die eigene Person im Mittelpunkt stehen muß. Das führt dazu, daß einerseits die persönliche Eitelkeit immer wieder gefüttert werden muß. Andererseits steht gerade deswegen aber auch alles andere zur Disposition. Wie weit das geht, haben wir beim Versuch der Manipulation der Synode im Herbst gesehen.

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Niels » Samstag 7. Februar 2015, 13:21

Gallus hat geschrieben:
Tinius hat geschrieben:Ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass mit diesem Papst irgendwas nicht stimmt.
Martin Mosebach trifft das in dem oben verlinkten Beitrag schon sehr genau: Argentinischer, peronistischer Populismus, bei dem die eigene Person im Mittelpunkt stehen muß. Das führt dazu, daß einerseits die persönliche Eitelkeit immer wieder gefüttert werden muß. Andererseits steht gerade deswegen aber auch alles andere zur Disposition. Wie weit das geht, haben wir beim Versuch der Manipulation der Synode im Herbst gesehen.
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 14:45

Worin bestand die Manipulation deiner Meinung nach Nils?

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Gallus » Samstag 7. Februar 2015, 16:13

CIC_Fan hat geschrieben:Worin bestand die Manipulation deiner Meinung nach Nils?
Laut Kardinal Burke z.B. in einer verzerrten Darstellung der Diskussionen im Zwischenbericht:

http://rorate-caeli.blogspot.com/214/1 ... major.html

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von lutherbeck » Samstag 7. Februar 2015, 16:29

De Mensch lebt nicht vom Brot allein...


... es müssen auch mal Schläge sein!

:D :tuete:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 17:42

Gallus hat geschrieben:
CIC_Fan hat geschrieben:Worin bestand die Manipulation deiner Meinung nach Nils?
Laut Kardinal Burke z.B. in einer verzerrten Darstellung der Diskussionen im Zwischenbericht:

http://rorate-caeli.blogspot.com/214/1 ... major.html
es ist jedes votum mit stimmenzahl angegeben mehr kann man nicht verlangen es ist ja kein bericht aus dem ein dokument entsteht also was soll die Aufregung

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Gallus » Samstag 7. Februar 2015, 18:43

CIC_Fan hat geschrieben:es ist jedes votum mit stimmenzahl angegeben mehr kann man nicht verlangen es ist ja kein bericht aus dem ein dokument entsteht also was soll die Aufregung
Du meinst jetzt glaube ich den Schlußbericht, oder? Die Vorwürfe Burkes und anderer richteten sich aber gegen den während der Synode veröffentlichten Zwischenbericht, welcher den Eindruck erweckte, dass da breite Zustimmung zu Sachen herrschte, die so gar nicht von den Teilnehmern besprochen wurden (Wertschätzung von Homosexualität usw.).

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Samstag 7. Februar 2015, 18:55

auch den sog zwischenbericht zu manipulieren halte ich für nicht möglich den es muß ja ein Protokoll geben im übrigen ist nur knapp über ein drittel der synodenväter für die beibehaltung des status quo das hat die schlußabstimmung ergeben

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 8. Februar 2015, 11:31

das wird ja jetzt echt unterhaltsam
http://www.tt.com/home/961614-91/kinde ... -papst.csp

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Athanasius0570 » Sonntag 8. Februar 2015, 13:24

Gibt es den "anstößigen" Text in deutsch oder englisch? Hat der Papst wirklich, wie im letzten Link behauptet, über das Schlagen von Kindern gesprochen? Oder über deren Würde?
Die Würde eines Kindes kann auch ohne physische Gewalt verletzt werden.
Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus. (1 Thess 5, 16-18)

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 8. Februar 2015, 13:34

er hat als positives beispiel gebracht daß ein Vater wenn er sein Kind schlagen muß es "würdevoll" schlägt im konkreten Fall nicht ins Gesicht

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Athanasius0570 » Sonntag 8. Februar 2015, 13:46

Die kritisierte Passage ist mir bekannt, meine Frage zielt auf den Kontext, bzw. noch mehr auf die Zielrichtung seiner Ansprache.
Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus. (1 Thess 5, 16-18)

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von CIC_Fan » Sonntag 8. Februar 2015, 13:56

ich denke nicht daß es darum geht daß er so etwas als positives beispiel bringt ist unakzeptabel

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Siard » Sonntag 8. Februar 2015, 14:08

Die Äußerung des Papstes wurde auch auf Logo eines Berichtes gewürdigt.
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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Fridericus » Sonntag 8. Februar 2015, 14:15

CIC_Fan hat geschrieben:ich denke nicht daß es darum geht daß er so etwas als positives beispiel bringt ist unakzeptabel
Noch immer wiederholst du einfach deine Behauptung, ohne eine objektive Begründung für dein Urteil über die Aussage des Papstes zu liefern. Du hast dich bisher immer nur auf deine persönliche Arbeitserfahrung gestütz, objektive und stichhaltige Argumente für ein Züchtigungsverbot, das, wie angeführt, z. B. auch die Schweizer Rechtsordnung nicht kennt und welches sich auch im italienischen Recht nicht findet. In Italien wurde die Aussage des Papste lediglich mit einem Schulterzucken wahrgenommen, ja ein Großteil der Menschen, die in den letzten Tagen von den Medien in Umfragen nach ihrer Meinung gefragt wurden, geht damit konform.

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Athanasius0570 » Sonntag 8. Februar 2015, 14:24

CIC_Fan hat geschrieben:ich denke nicht daß es darum geht daß er so etwas als positives beispiel bringt ist unakzeptabel
Natürlich geht es darum! In jeder Kommunikation kommt es bekannterweise dazu, dass einerseits der "Sender" Informationen sendet, die der "Empfänger" nicht wahrnimmt, andererseits "hört" der Empfänger aus der Nachricht Informationen heraus, die der Sender nicht gemeint hat.
Am besten funktioniert Kommunikation also dann, wenn sich einerseits der Sender bemüht, möglichst klar zu sagen, was er meint und wie er es den konkreten Empfängern am besten übermitteln kann ( - das fällt bekanntlich bei Papst Franziskus weg), andererseits der Empfänger sich bemüht, herauszufinden, was der Sender eigentlich mitteilen wollte (- das fällt bekanntlich bei den meisten Journalisten und Papstkritikern unserer Zeit weg).
Wenn also der Papst sagt: "Wer ein Kind schlägt, soll es so tun, dass seine Würde möglichst wenig beschädigt wird." weil er mitteilen will, dass man die Würde eines Kindes nicht verletzen soll, dann hat er nicht mitbedacht, dass viele Rezipienten, oft auch aus persönlicher Betroffenheit heraushören, er würde das Schlagen von Kindern gutheißen.
(Wobei ich vermute, dass er als Angehöriger seiner Generation möglicherweise wirklich nichts Anstößiges an "maßvoller Züchtigung" findet, so wie vielen Eltern heute nicht bewusst ist, dass manches an ihrem Verhalten Kinder schwerer verletzt als es Schläge könnten.)
Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus. (1 Thess 5, 16-18)

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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Raphael » Sonntag 8. Februar 2015, 17:28

Athanasius0570 hat geschrieben:Natürlich geht es darum! In jeder Kommunikation kommt es bekannterweise dazu, dass einerseits der "Sender" Informationen sendet, die der "Empfänger" nicht wahrnimmt, andererseits "hört" der Empfänger aus der Nachricht Informationen heraus, die der Sender nicht gemeint hat.
DAS kann man gar nicht dick genug unterstreichen! :daumen-rauf:
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Edi
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Re: Malachias' Rache - Der weiße Mann in Rom

Beitrag von Edi » Sonntag 8. Februar 2015, 17:45

Raphael hat geschrieben:
Athanasius0570 hat geschrieben:Natürlich geht es darum! In jeder Kommunikation kommt es bekannterweise dazu, dass einerseits der "Sender" Informationen sendet, die der "Empfänger" nicht wahrnimmt, andererseits "hört" der Empfänger aus der Nachricht Informationen heraus, die der Sender nicht gemeint hat.
DAS kann man gar nicht dick genug unterstreichen! :daumen-rauf:
Ja, das ist genau so und wenn das in der Politik geschieht (da denke ich an die Ukrainekrise, wo der Westen überrascht über die Reaktion Rußlands war (Stichwort Krim), weil er eben weder Putin noch Medwedjew seit Jahren nicht zugehört hat), dann kann es zu schweren Konflikten bis hin zum Krieg kommen.

Was den Papst angeht, der ist selber grossteils schuld, wenn er mißverstanden wird. Warum spricht er oft nur so einseitig, wenn er doch wissen muss, daß es nicht das erste Mal zu Mißverständnissen gekommen ist.
Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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