Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

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umusungu
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von umusungu » Samstag 30. Januar 2016, 15:36

Caviteño hat geschrieben:Die Sache mit der Spendenbescheinigung kann dann allerdings hakelig werden. Wenn die Kollektenbons als Geldersatz dienen (und wie will man das verhindern?), können sie auch zu anderen Arten von Geschäften genutzt werden. Ich kaufe für 100 € Kollektenbons und bezahle damit einen Schwarzarbeiter..... Dann würde ich das auch noch von der Steuer absetzen.... - aus Schwarz mach Weiß, Geldwäsche mit Kollektenbons - faszinierend!
dieser so Bezahlte muss dann aber auch diese Bons annehmen - und sie in der Kirche einsetzen.....

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Protasius
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Protasius » Samstag 30. Januar 2016, 15:46

umusungu hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:Die Sache mit der Spendenbescheinigung kann dann allerdings hakelig werden. Wenn die Kollektenbons als Geldersatz dienen (und wie will man das verhindern?), können sie auch zu anderen Arten von Geschäften genutzt werden. Ich kaufe für 100 € Kollektenbons und bezahle damit einen Schwarzarbeiter..... Dann würde ich das auch noch von der Steuer absetzen.... - aus Schwarz mach Weiß, Geldwäsche mit Kollektenbons - faszinierend!
dieser so Bezahlte muss dann aber auch diese Bons annehmen - und sie in der Kirche einsetzen.....
Es gibt genug Möglichkeiten eines Geldersatzes; man denke nur an die Zigarettenwährung nach dem Krieg. Oder wie ich in einem Roman, der zur Zeit des Jugoslawienkrieges spielt, las: "Wir tauschen Fisch gegen Gemüse. Fisch unterliegt wenigstens nicht der Inflation."
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Hubertus
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Samstag 30. Januar 2016, 16:18

Caviteño hat geschrieben:In dem Zusammenhang:

Was passiert dann eigentlich mit dem "Klingelbeutel"? ;D

Dann werden die Spender aus ihrer Anonymität geholt....
aber man kann ja auch per smartphone spenden... :breitgrins: Zur Opferung holt dann jeder sein smartphone und spendet einen Betrag. Dort wo früher mal der Hochalter stand, ist jetzt eine Lichtsäule, die ähnlich wie bei "Hau den Lukas" noch oben schießt und den Betrag anzeigt....
Genau diese Frage habe ich mir auch schon vorgelegt.
Man kann auch einfach ein Kartenlesegerät herumreichen. :breitgrins:
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Protasius » Samstag 30. Januar 2016, 16:24

Hubertus hat geschrieben:
Caviteño hat geschrieben:In dem Zusammenhang:

Was passiert dann eigentlich mit dem "Klingelbeutel"? ;D

Dann werden die Spender aus ihrer Anonymität geholt....
aber man kann ja auch per smartphone spenden... :breitgrins: Zur Opferung holt dann jeder sein smartphone und spendet einen Betrag. Dort wo früher mal der Hochalter stand, ist jetzt eine Lichtsäule, die ähnlich wie bei "Hau den Lukas" noch oben schießt und den Betrag anzeigt....
Genau diese Frage habe ich mir auch schon vorgelegt.
Man kann auch einfach ein Kartenlesegerät herumreichen. :breitgrins:
Oder es läuft dann so wie ich aus den USA gehört habe, da werden bei der Gabenbereitung Scheckbücher gezückt und im Klingelbeutel landen Schecks.
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Dienstag 2. Februar 2016, 22:22

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von lutherbeck » Mittwoch 3. Februar 2016, 19:27

Damit wird der zahlende Bürger vollends zum Glasbürger...

:kotz:
"Ich bin nur ein einfacher demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn".

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 3. Februar 2016, 19:42

Im Kampf gegen das Schwarzgeld sollen alle büßen

Immerhin regt sich Widerstand. Ein Leser ("MICHAEL OELKERS",03.02.2016 17:18) bspw. schreibt:
Es geht um nichts weniger, als den Versuch die vollständige Kontrolle über jede Bürgerin und jeden Bürger zu erlangen. [...] Die Herrschaften wollen Negativzinsen, sie wollen den direkten Zugriff auf unser Geld, z.B. zur Bankenrettung oder zur Heilung sonstwelcher Fehlspekulationen irgendwelcher Kapitalbesitzer.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Donnerstag 4. Februar 2016, 20:18

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Freitag 5. Februar 2016, 05:37

Hubertus hat geschrieben:Salami-Taktik?

"EZB bereitet Abschaffung des 5-Euro-Scheins vor"
Nein..... :breitgrins:
Ein Konjunkturprogramm für die Hersteller von Banktresoren..... :D

Erst werden keine neuen 5 € Scheine mehr gedruckt, dann verlieren die alten ihre Gültigkeit und dann stellt man fest, daß auch der 2 € Schein abgeschafft werden kann.

Wie will die EZB denn Negativzinsen durchsetzen, wenn die Möglichkeit besteht, sein Geld im Safe zu lagern? Es geht ja nicht nur um die relativ geringen Beträge der "Reichen", wichtiger sind die Barbeträge, die die Kapitalsammelstellen vorhalten müssen. Hier ein Bericht über die Pensionskassen in der Schweiz, wo die Nationalbank gegenwärtig Negativzinsen iHv ,75% erhebt.
Den Pensionskassen, die in dem dreisäuligen System der Altersvorsorge in der Schweiz eine tragende Rolle spielen, gehen die Negativzinsen enorm gegen den Strich. Sie haben ein Vermögen von insgesamt 73 Milliarden Franken zu verwalten. Davon werden 5 bis 6 Prozent liquide vorgehalten, unter anderem, um die Renten auszahlen zu können. In absoluten Zahlen sind das mehr als 4 Milliarden Franken – das ist nach Lesart der Pensionskassen die Summe, die mit Negativzinsen belastet werden könnte.
(...)
Rein organisatorisch und technisch ist es kein Problem, größere Mengen Bargeld zu horten. Dafür gibt es Dienstleister, die Hochsicherheitstresore besitzen, in denen Kunden Gold, Silber oder eben auch Bargeld lagern können. Einer von diesen Anbietern ist die Swiss Gold Safe AG. Das Unternehmen aus dem Kanton Uri erlebt infolge der Negativzinsen gerade einen ungeahnten Nachfrageschub: „Wir haben zahlreiche Anfragen von institutionellen Anlegern aus der Schweiz. Vor allem Pensionskassen und Versicherer zeigen großes Interesse an der Einlagerung von Bargeld“, sagt Swiss-Gold-Sprecher Ludwig Karl.
In dem Artikel wird ausgeführt, daß die Lagerkosten (einschl. Versicherung bei Brand und Diebstahl) bei einem Drittel der gegenwärtigen Negativzinsen von ,75% liegen. Insofern können Negativzinsen nicht schrankenlos eingeführt werden - jedenfalls solange die Möglichkeit besteht Bargeld zu horten

Bei der Schweiz kommt hinzu, daß sie den weltweit wertmäßig größten Geldschein mit 1. CHF hat. Dementsprechend benötigt man, um den Wert von 1 Mrde USD zu lagern nur wenig mehr als eine Kiste von einem Kubikmeter. Beim Euro muß man mehr als zwei Kisten haben. Das dürfte sich mehr als verdoppeln, wenn statt der 5'er Euronote die größte Stückelung der 2 Euroschein ist.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaft ... en-ld.4911

Neben der Gefahr des "gläsernen Bürgers" sehe ich ein weiteres und vielleicht wichtigeres Ziel in der Einführung und Beibehaltung von Negativzinsen (finanzielle Repression). Die EZB will mit aller Macht die Inflationsrate erhöhen. Sie entscheidet - und nicht der Finanzminister, der "Begünstigter" ist......

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Freitag 5. Februar 2016, 08:34


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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Sonntag 14. Februar 2016, 13:38

Der lesenswerte Artikel stellt eine Verbindung zwischen der geplanten Einschränkung der Bargeldnutzung und der Eurokrise her:

Bargeld-Verbot und Schmelz-Euro
Nein, es geht nicht um Mafia und Terroristen: Das drohende Bargeldverbot ist nur eines der Krisensymptome des Euro. Auch die Bankenkrise und Negativ-Zinsen sind Ausdruck der sich zuspitzenden Währungskrise.
(...)
Aber Tatsache ist: Wenn Geld erst auf dem Konto liegt, kann nicht mehr frei darüber verfügt werden. Bank und Regierung entscheiden dann, wieviel noch ausbezahlt wird.
Beispiel? Griechenland im vergangenen Sommer. Monatelang waren nur noch 5 Euro am Tag aus dem Geldautomaten erlaubt, dann kam nur noch ein leises Summen, aber kein Geld. Auch alle Überweisungen wurden untersagt. Da kannst du 1., 1. oder eine Million haben – du verhungerst am langen Arm, weil die Regierung entscheidet, ob du dein Geld benutzen darfst.
Beispiel Zypern vor zwei Jahren: Wer mehr als 1. Euro auf dem Konto hatte – zahlt Strafsteuer. 2 Prozent. Einfach so. Das sind bittere Erfahrungen.
“Bank-Geld” ist daher weniger wert als Bar-Geld. Weil die Entscheidung darüber, ob man überhaupt darüber verfügen kann, verlagert wird: auf den Staat. Das ist der Traum der sozialistischen Wirtschaftspolitik in Europa, der eigentlich nur Deutschland und Großbritannien entgegenstehen, nie aber Frankreich und Italien: Die Steuerung unseres Ausgabeverhaltens. Und zwar möglichst präzise.
(...)
Aber dahinter steht etwas anderes: Der Euro als Währung ist grandios gescheitert, man mag es drehen, wie man will. Das Bargeldverbot ist nur ein Krisensymptom. Die derzeitige Krise der Banken, die neue Finanzkrise, ein weiteres. Diesmal sind nicht die Banken die bösen Buben.
Aber Banken leben davon, dass sie Sparern Zinsen bezahlen und von Kreditnehmern höhere Zinsen kassieren. Diese Zinsmarge geht bei Null- oder Negativzinsen logischerweise gegen Null. Banken können nicht mehr verdienen.
(...)
Die bisherige Rettungspolitik des Euro hat seine Probleme nicht gelöst, sondern vielfach verschlimmert. Jetzt kommen die Folgen in Form von schleichendem Bargeldverbot, damit Konsumenten-Steuerung, Entzug der Verfügungsmacht über Geld und einer neuen Finanzkrise wieder an den Tag.
Wie gut, dass wir die Flüchtlingskrise haben. – Da redet keiner mehr über Geld.
(Hervorhebung von mir)

Viele trauen den Versprechungen nicht mehr und flüchten ins Gold:
Entsprechende Bewegungen lassen sich im Augenblick an den Märkten beobachten. Entscheidend für den Goldpreis sind dabei vor allem die Bewegungen bei Wertpapieren rund ums Gold im großen Stil, von überzeugten Gold-Fans gern „Papiergold“ genannt. „Allein am Donnerstag sind die Gold-ETF-Bestände um circa 16 Tonnen gestiegen – ein starker Zufluss“, sagt UBS-Goldfachmann Staunovo. Seit Jahresanfang hätten die Zuflüsse ungefähr 11 Tonnen betragen.
(...)
Weniger entscheidend für den Goldpreis hingegen sind die Käufe von Münzen und Barren durch deutsche Privatanleger. Obwohl auch die – wohl durch Krisengefühle – deutlich zugelegt haben, allerdings schon im vergangenen Jahr. Die deutschen Goldhändler haben nach eigenen Angaben 215 so viele Barren und Münzen verkauft wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Weltweit ist die Goldnachfrage 215 laut „World Gold Council“ nur leicht auf 4258 Tonnen gestiegen (plus 3,5 Prozent), allerdings mit einem relativ starken Anstieg im letzten Quartal 215.
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/dev ... ageIndex_2

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Dienstag 16. Februar 2016, 10:36

Zwei Top-Ökonomen - beide warnen vor dem Kurs der EZB zur Bargeldabschaffung.

Interview mit Prof. Sinn:

„Diese Politik ist extrem gefährlich“
Sollen die deutschen Kontoinhaber und Sparer damit einen zusätzlichen Zwangsbeitrag zur Ankurbelung der Wirtschaft in Südeuropa leisten?

Ja, die EZB will die europäische Wirtschaft erklärtermaßen inflationieren. Die Inflationsrate soll auf knapp zwei Prozent angehoben werden.
Ich sehe darüber hinaus starke Verdachtsmomente, dass sie den überschuldeten Staaten der Eurozone eine Entschuldung gewähren will, indem sie die Sparer zwingt, nicht nur auf Zinseinnahmen zu verzichten, sondern ihren Schuldnern sogar selbst Zinsen zu zahlen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern verführt die Schuldner auch dazu, noch mehr Schulden zu machen.
Diese Politik ist extrem gefährlich für die Stabilität des Eurosystems. Sie gefährdet das friedliche Zusammenleben der Völker Europas, denn bisher mündete die Überschuldung immer im Streit.
Interview mit Jürgen Stark:

"Das alles dürfte im Chaos enden"
Die Welt: Was bleibt den Herren des Geldes also noch?

Stark: Folgen die Zentralbanken ihrer bisherigen Logik, würden sie sich nicht scheuen, noch innovativer zu werden und die Belastbarkeit neuer Instrumente zu testen. Das heißt insbesondere: die Ausweitung der "mengenmäßigen Lockerung" der Geldpolitik und Negativ-Zinsen auf breiter Front durchzusetzen.
Dafür gibt es aber Grenzen der Akzeptanz und erhöht den Anreiz zur verstärkten Bargeldhaltung, was wiederum ganz offensichtlich die Zentralbankpolitik ins Leere laufen lassen würde. In letzter Konsequenz führt dies zur Abschaffung des Bargelds und zur Entmündigung der Bürger. Das alles dürfte im Chaos enden.
Selbst die Professoren, die vor der Einführung des Euros gewarnt hatten, konnten sich ein solches Szenario nicht vorstellen. Negative Zinsen, durch die Vorsorge bestraft wird - man kann es nicht glauben.

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 2. März 2016, 12:58

Bargeld und die Phantasie der Notenbanker
Da trifft es sich, dass der Präsident der Deutschen Bundesbank, Weidmann, der krimineller Umtriebe gänzlich unverdächtig ist, Zweifel anmeldet, ob Terroristen oder Kriminelle an illegalen Taten gehindert werden, weil Bargeldzahlungen ab einem bestimmten Betrag verboten oder große Scheine abgeschafft werden. Er erinnert auch daran, welche wichtige Rolle der 500er in der Finanzkrise spielte, als es fast zu einem Run auf die Banken gekommen wäre.
Was wäre damals ohne Bargeld passiert? Die Pläne für begrenzte Barzahlung und Abschaffung des größten Scheins untergraben das Vertrauen in den Euro. Wer soll noch an den Euro glauben, wenn überlegt wird, ob der größte Schein irgendwann seine Gültigkeit verliert? Wen soll man dann noch davon überzeugen, dass die Währungsunion Bestand haben wird?
Aber auch diese Warnungen werden nicht gehört werden. Draghi "hat fertig" - er und die EZB wissen nicht mehr, was sie z.B. im Falle einer Rezession noch machen können. Anleihen im Wert von sieben Billionen haben inzwischen negative Renditen. Der Bürger wird versuchen, bei einer Abschaffung des Bargeldes auszuweichen. Ob es sich bei den Ersatzwährungen dann um Zigaretten und Schnaps wie nach dem Krieg handelt, oder ob amazon-Gutscheine die neue Handelswährung werden :achselzuck:

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von overkott » Mittwoch 2. März 2016, 13:12

Caviteño hat geschrieben:Bargeld und die Phantasie der Notenbanker
Da trifft es sich, dass der Präsident der Deutschen Bundesbank, Weidmann, der krimineller Umtriebe gänzlich unverdächtig ist, Zweifel anmeldet, ob Terroristen oder Kriminelle an illegalen Taten gehindert werden, weil Bargeldzahlungen ab einem bestimmten Betrag verboten oder große Scheine abgeschafft werden. Er erinnert auch daran, welche wichtige Rolle der 500er in der Finanzkrise spielte, als es fast zu einem Run auf die Banken gekommen wäre.
Was wäre damals ohne Bargeld passiert? Die Pläne für begrenzte Barzahlung und Abschaffung des größten Scheins untergraben das Vertrauen in den Euro. Wer soll noch an den Euro glauben, wenn überlegt wird, ob der größte Schein irgendwann seine Gültigkeit verliert? Wen soll man dann noch davon überzeugen, dass die Währungsunion Bestand haben wird?
Aber auch diese Warnungen werden nicht gehört werden. Draghi "hat fertig" - er und die EZB wissen nicht mehr, was sie z.B. im Falle einer Rezession noch machen können. Anleihen im Wert von sieben Billionen haben inzwischen negative Renditen. Der Bürger wird versuchen, bei einer Abschaffung des Bargeldes auszuweichen. Ob es sich bei den Ersatzwährungen dann um Zigaretten und Schnaps wie nach dem Krieg handelt, oder ob amazon-Gutscheine die neue Handelswährung werden :achselzuck:
Wenn real die Einlagen keine Zinsen mehr bringen, besteht für die Banken die Gefahr, keine Einlagen mehr zu bekommen. Die Verbraucher möchten nicht, dass sie die Banken dafür bezahlen, sich mit ihrem Geld eine goldene Nase zu verdienen und Verluste auf eine Bad Bank und damit wiederum auf die Verbraucher abzuwälzen.

Der Staat kann die Verbraucher nur dadurch zwingen, ihr Bargeld bei den Banken abzuliefern, indem er das Bargeld abschafft. Denn sonst könnte es eine Deflation im Sparstrumpf oder Kopfkissen überwintern.

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von overkott » Mittwoch 2. März 2016, 14:11

Reale Deflation ist ein Ausdruck von Überproduktion.

Zum Beispiel von Strom. Dann bildet die Börse nicht nur die Grenzkosten, sondern vor allem den Grenznutzen ab: Jede zusätzliche Kilowattstunde Strom findet immer weniger Interesse, so dass die Preise immer weiter sinken.

Man kann die Überproduktion durch die Ausweitung der Geldmenge kaschieren. Dann wird die reale Deflation durch eine nominale Inflation überdeckt.

Aber real sinken entweder die Löhne oder die Vermögen oder beides, während die Löhne erhöht werden und auf dem Konto noch Zinsgutschriften erscheinen.

Muss man deswegen gegen sinkende Preise sein? Keineswegs. Sie sind Ausdruck eines funktionierenden Marktes, während die reine Ausweitung der Geldmenge eine ineffiziente Überproduktion befeuert und damit das Problem verschärft.

Wenn der Markt funktioniert, gibt es nach einer Konjunktur eine befürchtete Rezession. Wer in der Konjunktur gespart hat, kann in der Rezession Geld ausgeben. Denn wer im Frühling Kartoffeln gepflanzt hat, kann im Winter Pommes essen. Das ist antizyklische Konjunkturpolitik. Daher muss man den Stromüberschuss als Methan speichern, um ab einem bestimmten Maß, die Windräder abzuschalten, zum Beispiel indem die Antriebswelle vom Generator ausgekuppelt wird.

Politiker aber wollen nicht in der Konjunktur sparen, vor allem nicht nach einer Rezession. Sie wollen die Konjunktur nicht dämpfen, sondern immer weiter befeuern. Am liebsten schieben sie das Problem vor sich her. Dafür türmen sie Schuldenberge an, zum Beispiel über die EEG-Umlage, aus der sie die Überproduktion finanzieren.

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Niels » Mittwoch 2. März 2016, 15:30

Bezug zum Thema? :detektiv: :hmm:
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von overkott » Mittwoch 2. März 2016, 16:00

Treffen sich ein Franzose und ein Engländer in Frankfurt. Sagt der eine: Wir bringen ohne Ende Geld in Verkehr, erheben aber für unsern Nachttresor Gebühren. Sagt der andere: Sollen auch unsere Kunden ihr Geld selbst behalten?

Kommentiert ein Oldenburger: Seit dem Italiener in Frankfurt funktioniert unsere Wirtschaft auch ohne Gewinne.

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Donnerstag 31. März 2016, 15:13

Thema "Bargeld(abschaffung)" heute abend in 3sat:

um 20:15 Uhr: Bye, bye Bargeld

um 21:00 Uhr: scobel - Ohne Bargeld in die Zukunft?

Passend dazu:

Die 1.000 Franken-Note ist gefragt wie nie
Nur Bares ist Wahres, so sagt der Volksmund. Dass es sich dabei nicht bloss um ein Lippenbekenntnis handelt, zeigen die Statistiken unserer Schweizerischen Nationalbank (SNB). Wie diese Statistiken nämlich verraten, hat die Nachfrage nach 1000-Franken-Noten einen neuen Höhepunkt erreicht.
Erhebungen der Commerzbank zeigen, dass sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen Noten seit Ausbruch der Finanzkrise in den Jahren 2007/08 mehr als verdoppelt hat.
(...)
Da 1000-Franken-Noten im alltäglichen Leben kaum Verwendung finden, gibt es den Experten zufolge nur zwei mögliche Erklärungen für dieses Phänomen: Entweder werden die Scheine zunehmend für unlautere Zwecke (z.B. Geldwäsche) genutzt, oder aber als Wertaufbewahrungsmittel verwendet. Da die Nachfrage in den letzten Jahren vor allem während Phasen der Unsicherheit sowie mit der Einführung negativer Einlagezinsen durch die SNB gestiegen ist, lasse ganz klar auf letzteres schliessen.
:ja:
Dazu kommt, daß der CHF noch nicht so einen Vertrauenseinbruch wie der Euro (Bruch der Maastricht-Kriterien) erlitten hat und die SNB eben nicht wie die EZB politisch agieren muß.

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Hubertus
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Dienstag 26. April 2016, 21:12

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 27. April 2016, 21:59

Passend dazu:
Die Bargeld-Nachfrage steigt stark, ungeachtet sinkender Barzahlungsquoten. Das zeigen Zahlen der Bundesbank, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Donnerstagsausgabe) vorliegen. Noch nie gab es so viel Bargeld wie jetzt. Nach den Bundesbank-Daten hat sich der Euro-Banknotenumlauf seit der Einführung der Euro-Scheine Anfang 22 wertmäßig verfünffacht. Er stieg von 221 auf rund 11 Milliarden Euro. Die jährliche Wachstumsrate betrug damit mehr als 1 Prozent. Zuletzt hat sich das Wachstum der Banknotennachfrage zwar abgeschwächt, doch ist es noch immer mehrfach höher als das Wirtschaftswachstum. Der Euro-Notenumlauf ist auch schneller gewachsen als der Dollar-Umlauf, der bis Ende 215 auf 138 Milliarden Dollar geklettert ist. Als Hauptgrund für die stark gestiegene Banknotennachfrage nennt die Bundesbank, dass Bürger im Euroraum, aber auch auf der ganzen Welt einen Teil ihres Vermögens in Euro-Scheinen aufbewahren.
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/f-a ... 3475.html

1,1 Billionen € Banknotenumlauf. Natürlich wird nicht alles gehortet, aber wie soll die steigende Nachfrage nach Scheinen bei sinkenden Barzahlungsquoten anders als mit wachsenden Hortungsbeträgen erklärt werden? :achselzuck: :hmm:
Wahrscheinlich fühlen viele Bürger instinktiv, daß die gegenwärtige Politik der "Eurorettung", der wachsenden Verschuldung in vielen Euroländern, der Negativzinsen nicht mehr lange funktionieren wird. Sie fürchten einen direkten Zugriff der Regierungen auf ihre Sparguthaben und meinen, diese in Sicherheit bringen zu können, indem sie Bargeld horten. Ob dieser Weg im Fall der Fälle funktionieren würde? Daran kann man durchaus Zweifel haben...

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von ziphen » Mittwoch 27. April 2016, 23:25

Und das wird bestimmt noch mehr werden. Wenn jetzt schon die Sparkassenoberen in der Glaskugel die Negativzinsen für Privatkunden sehen...
http://www.heute.de/sparkassentag-negat ... 7784.html
Die Geldinstitute würden "alles tun, um die privaten Sparer vor Negativzinsen zu schützen - in Teilen auch zu Lasten der eigenen Ertragslage", betonte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, auf dem 25. Sparkassentag. Wenn die aktuelle Niedrigzinsphase aber lange andauere, würden die Sparkassen die Kunden nicht davor bewahren können.
Wenn böse Zungen stechen, / mir Glimpf und Namen brechen, / so will ich zähmen mich; /
das Unrecht will ich dulden, / dem Nächsten seine Schulden / verzeihen gern und williglich.

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Mittwoch 4. Mai 2016, 20:40

Jetzt scheint es offiziell zu sein: Aus für 5-Euro-Schein

http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/ ... google.de/
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Freitag 6. Mai 2016, 19:57

Die Attacke auf unser Geld ist da

Gedanken von Wolfram Weimer
Die Frankfurter Geldhüter hüten das Geld nicht mehr, sie fluten Europa damit. Sie verschenken das Geld zinslos, kaufen selbst Staatsanleihen wie allerlei Wertpapiere und wollen eine Inflation erzwingen, die sie eigentlich zu verhindern haben. Mit dieser Politik organisiert die EZB eine der größten Enteignungen der Geschichte – von Sparern zu Schuldnern, von Bürgern zu ihren Staaten, von Nordeuropa nach Südeuropa.
(...)
Dreistellige Milliardenbeträge entgehen den Bundesbürgern also, nur weil man in Frankfurt meint, Konjunkturpolitik zu betreiben und die überschuldeten Staaten wie Banken Südeuropas zu entlasten. Da aber die Konjunktur Europas nicht unter Geldmangel leidet sondern unter strukturellen Wettbewerbsschwächen, wirkt die Geldmengeneskalation nicht.
(...)
Insbesondere das Bargeld ist den Frankfurtern inzwischen ein Dorn im Auge. Denn damit lassen sich Strafzinsen umgehen. Also wird über allerlei Varianten zur Abschaffung des Bargeldes diskutiert. Bargeldkäufe von mehr als 5000 Euro könne man verbieten – oder aber größere Geldscheine einfach vom Markt nehmen. Genau das ist nun mit der schrittweisen Abschaffung des 500-Euro-Scheines beschlossen worden.
(...)
Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins ist also ein weiterer Schritt der EZB mitten hinein in die Portemonnaies der Deutschen. Der nächste könnte dann die – bereits diskutierte – Einführung einer Obergrenze für Bargeldgeschäfte werden. So soll Bargeld schrittweise unattraktiv gemacht werden.
Aber das sollte "uns" der Euro und "Europa" doch wert sein.... - Schade, das darüber niemals eine offene Diskussion im Parlament stattgefunden hat. Man muß sich vor "Euro" und "Europa" verneigen, will man nicht als "Anti-Europäer" oder "Populist" gelten.

PS: Man kann sicher sein, daß die AfD eine Diskussion über die Abschaffung der 500 €-Note im Bundestag gefordert hätte, wäre sie nicht knapp an der 5%-Klausel gescheitert. Aber für die Zukunft besteht ja noch Hoffnung, daß die sog. "politische Elite" nicht nur schweigen oder beschwichtigen kann. Sie wird sich den Fragen der Bevölkerung stellen müssen. :ja:

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Donnerstag 26. Mai 2016, 20:45

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

Caviteño
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Freitag 12. August 2016, 14:33

Nach einem halben Jahr gibt es ein Zwischenergebnis vom "Rundungsversuch" in Kleve:

Kleingeldabschaffung ohne Durchschlagskraft

Vir Probatus
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Vir Probatus » Samstag 13. August 2016, 06:53

Caviteño hat geschrieben:Nach einem halben Jahr gibt es ein Zwischenergebnis vom "Rundungsversuch" in Kleve:

Kleingeldabschaffung ohne Durchschlagskraft
Es gibt genug Länder im Euro-Raum und auch sonst, wo das Runden Normalität ist. Beispielsweise Australien.
Dabei aber immer nur beim Endbetrag, also ein Mal je Kunde und Kassiervorgang.
Eine rundende Waage, wie im Artikel erwähnt, habe ich noch nicht erlebt.
Es interessant, daß nicht Eichamtliche Vorschriften dagegen sprechen.

Das wäre eine Möglichkeit für bestimmte Naturen, wenn man im Selbstbedienungsbereich von Obst und Gemüse gezielt bspw. jede Tomate einzeln abwiegt und so bis zu 3 Cent je Tomate einsparen kann.
„Die Kirche will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.“ (J.W. von Goethe)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Samstag 13. August 2016, 09:29

Vir Probatus hat geschrieben:
Es gibt genug Länder im Euro-Raum und auch sonst, wo das Runden Normalität ist. Beispielsweise Australien.
Daran sieht man doch sehr schön, daß die Mentalitäten in den Ländern unterschiedlich sind. Wenn die Australier oder z.B. die Finnen kein Problem mit dem "runden" haben, können sie das ja gern machen. Warum muß es dann auch in D. eingeführt werden? :achselzuck:

Aber es paßt irgendwie ins Bild: Erst führt man den Euro ein - gegen den Willen der Bevölkerung - und natürlich auch mit 1 und 2 Cent-Münzen. Nach einigen Jahren denkt man über deren Abschaffung nach. Solch eine Diskussion wäre bei der DM nie aufgekommen.....

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Juergen » Samstag 13. August 2016, 12:00

Vor der Einführung des Euro wurde die Maltesische Lira in 100 Cent oder 1000 Mils unterteilt. Als Münzen gab es neben den Centmünzen auch Münzen zu 2, 3 und 5 Mils geprägt. Münzen zu 1 Mil gab es m.W. nicht. Außen den Wert 1 Mil, läßt sich mit den drei Münzen jeder Mil-Wert von 2 bis 9 zusammensetzen.
Auf Kassenbons waren drei Nachkommastellen abgedruckt. Ich habe aber nie irgendeinen Preis gesehen, bei dem der Mil-Wert nicht Null war – außer vielleicht bei Benzinpreisen. Geprägt wurden die Münzen auch nur bis in die 1980er Jahre hinein.
1 Maltesisches Pfund war damals, als ich Mitte der 90er dort wohnte, rund 4,50 DM wert. Somit entsprach 1 Cent etwa 4,50 Pfennig und 1 Mil demnach 0,45 Pfennig. Ein 2 Milstück hätte also etwa dem Wert eines DM-Pfennigstücks entsprochen.
Im Umlauf befanden sich die Milmünzen damals aber schon nicht mehr.
Der kleinste Wert, der im Umlauf war, war 1 Cent (=4,50 Pfennig; bzw heute: 2,3 Euro-Cent).

Da hatte sich also (vom Volk ausgehend) eine „Rundung“ durchgesetzt. Das ist allerdings was ganz anderes wie eine verordnete Rundung.
Gruß
Jürgen
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Hubertus » Sonntag 18. September 2016, 20:48

"Star-Ökonom für Minuszinsen von bis zu sechs Prozent"

Passenderweise fordert er auch gleich die weitestgehende Abschaffung des Bargelds - natürlich wegen Kriminalität und Steuerhinterziehung...
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Montag 19. September 2016, 15:01

Hubertus hat geschrieben:"Star-Ökonom für Minuszinsen von bis zu sechs Prozent"

Passenderweise fordert er auch gleich die weitestgehende Abschaffung des Bargelds - natürlich wegen Kriminalität und Steuerhinterziehung...
Das dürfte spätestens in der Schweiz aufgrund eines Volksentscheides scheitern. Die hat im übrigen mit der 1.000 Frankennote auch den wertvollsten Geldschein. Der würde dann mit Aufpreis "gehandelt". :D

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Raphael
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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Raphael » Montag 19. September 2016, 17:04

Hubertus hat geschrieben:"Star-Ökonom für Minuszinsen von bis zu sechs Prozent"

Passenderweise fordert er auch gleich die weitestgehende Abschaffung des Bargelds - natürlich wegen Kriminalität und Steuerhinterziehung...
Das wäre dann nicht nur die "kalte Enteignung", die unmerklich durch Inflation geschieht, sondern das wäre 'ne echte Enteignung der Geldvermögensbesitzer; wenn auch nur peu à peu.
Sozialisierung mit kapitalistischen Mitteln, paradox aber wahr! :roll:
Wenn der Humanismus den Menschen an die erste Stelle setzt,
dann ist der Anti-Humanismus eine gerechtfertigte Ideologie!

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Re: Abschaffung des Bargelds - letzter Schritt z. Versklavung

Beitrag von Caviteño » Samstag 24. September 2016, 10:18

Wie ein Professor erfindet, was er soll - Falsche Zahlen zur Bargeldgeldabschaffung
Das geschätzte finanzielle Volumen der nicht gemeldeten Verdachtsfälle sei erheblich, heißt es dabei unter Berufung auf eine Studie von Professor Kai-D. Bussmann von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg für das Finanzministerium. Es dürfte allein im Nicht-Finanzsektor 20 Milliarden bis 30 Milliarden Euro umfassen. “Das gesamte Geldwäschevolumen des Finanz- und Nicht-Finanzsektors Deutschlands zusammengenommen dürfte daher 50 Milliarden Euro übersteigen und sich wahrscheinlich in der Größenordnung in Höhe von über 100 Milliarden Euro jährlich bewegen.”
(...)
Die gekaufte Bussmann-Studie genügt keinerlei wissenschaftlichen Ansprüchen; sie ist eher in der Abteilung „Agitation und Propaganda“ anzusiedeln. Peinlich für Kai.-D. Bussmann, dessen wissenschaftliches Renommee bislang unbescholten war.
Der Hauptvorwurf: Zunächst hat Bussmann nur 68 Verdachtsfälle ausgewertet. Aus 68 Fällen eine Gesamtaussage abzuleiten – das ist ein mutiges Unterfangen. Mit Wissenschaft hat es nichts zu tun. Bussmann hat damit als so halbseiden zu gelten wie die von ihm fiktional erfundenen Geldwäscher.
Zudem: „Verdachtsfälle“ sind, wie der Name sagt: Verdachtsfälle. Aus Verdächtigungen auf tatsächliche Vergehen zu schließen, ist nichts weniger als eine Vorverurteilung ohne Fakten. Aber was schert das schon einen Professor, wenn das Bundesfinanzministerium Wünsche äußert und honoriert?
Trotz dieser schmalen Zahlenbasis aber reichten die Ergebnisse nicht für die vom Auftraggeber gewollte Sensation, die man als Munition für die schrittweise Abschaffung des Bargelds so dringlich wünschte.
Also verdoppelte Bussmann die Zahlen einfach, und schwupp wurden aus den rund 25 Milliarden vermuteter Geldwäsche einfach 50. So einfach kann Wissenschaft sein.
(...)
Bussmann ging gleich noch weiter. Weil alles so unerklärlich unerklärlich ist, verdoppelte er seine Zahlen noch mal. Schwuppidiwupp, der Professor kommt auf 100 Milliarden.
(...)
Mittlerweile rückt sogar das Bundesfinanzministerium von der gekauften Studie ab; auch die von Schneider genannte Zahl von 16,0 Mrd. Euro und 26,5 Mrd. Euro als Summe der Geldwäschereien in den beiden Jahren 2012 und 2013 reiche ja schon für die schrittweise Bekämpfung des Bargeldes.
(...)
Vor allem aber hat das Bundesfinanzministerium ein weiteres Argument erfunden. „Die Terrorismuskeule“, wie Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, das neue Argumentationsmuster nennt. Immer wieder ist dabei von den „Fakten“ die Rede und von Forderungen Frankreichs und Brüssels, endlich dem Spuk mit dem Bargeld in Deutschland einen Riegel vorzuschieben. Aber auch hier lässt Kriminalitätsexperte Schneider Luft aus dem ministeriellen Heißluftballon: Die neue Form des Terrorismus, wie er sich in Brüssel und Paris, aber auch in Würzburg und Ansbach gezeigt habe, sei „ökonomisch gesehen billig“. Ein Axt, ein paar billige Chemikalien, ein paar Kalaschnikows – „dafür braucht mein keine komplizierte Geldwäsche, das kann man unauffällig auch mit jeder Kreditkarte erledigen.“
Vor allem – mittlerweile ist ja die enge Einbindung deutscher Flüchtlingsheime in den Terrorismus nicht mehr aus der Welt zu leugnen. Statt endlich die Identifizierung von Flüchtlingen voranzutreiben und deren massenweise gefälschten Identitäten zu prüfen – soll für 81 Millionen unbescholtene Bürger das Bargeld abgeschafft werden.

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