1. Weltkrieg: Wer war schuld?

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Pilgerer
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1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pilgerer »

Vor knapp 99 Jahren begann der große Weltkrieg, der Europa bis heute nachhaltig veränderte. Der Vertrag von Versailles lud auf Deutschland die gesamte Schuld am Krieg. Wie war es wirklich? Wer hatte eurer Meinung nach die meiste Schuld am Weltkrieg?
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Protasius
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Protasius »

Pilgerer hat geschrieben:Vor knapp 99 Jahren begann der große Weltkrieg, der Europa bis heute nachhaltig veränderte. Der Vertrag von Versailles lud auf Deutschland die gesamte Schuld am Krieg. Wie war es wirklich? Wer hatte eurer Meinung nach die meiste Schuld am Weltkrieg?
In der angespannten Situation der damaligen Zeit kann man meines Erachtens eigentlich nur von Auslösern sprechen und nicht von Schuldigen. Wir müssen dabei bedenken, daß nur ein paar Jahrzehnte zuvor Bismarck einen kleinen Krieg als willkommene Ablenkung und Hilfe bei der Einigung des Deutschen Reiches eingesetzt hat.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Pit
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pit »

Auch, wenn die Deutschen sicher die Hauptschuld trugen, so war doch der 1.Weltkrieg das Resultat mehrerer Komponenten,denn was wäre geschehen, wenn "Willem Zwo" nicht die Marie aufgerüstet hätte um so den Briten "Paroli zu bieten", was wäre passiert, wenn vorher die Kolonialpolitik anders verlaufen wäre?;usw.
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Pelikan
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pelikan »

Die meiste Schuld trug Frankreich, als einzige Großmacht mit konkreter Eroberungsabsicht in Kontinentaleuropa.

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Protasius
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Protasius »

Pelikan hat geschrieben:Die meiste Schuld trug Frankreich, als einzige Großmacht mit konkreter Eroberungsabsicht in Kontinentaleuropa.
Wenn man sich anschaut, wo das deutsche Heer im Frühjahr 1918 stand, war das aber ziemlich großmäulig.
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iustus
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von iustus »

Ich weiß nur noch, dass ich in der Oberstufe der Meinung war, dass Österreich schuld war. Ich weiß aber nicht mehr warum, habe mich seither nicht mehr damit beschäftigt.
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Juergen
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Juergen »

Erscheint der Thread hier jetzt zufällig zur gleichen Zeit wie:
http://www.radiohochstift.de/nachrichte ... asium.html

Das Paderborner Pelizaeus-Gymnasium hat sich gegen einen Brief von Rechtsradikalen mit allen Mitteln zur Wehr gesetzt. Zwei einschlägig bekannte Rechtsextreme aus Süddeutschland hatten bundesweit mehrere hundert Schulen - darunter das Pele - angeschrieben. In ihrem dubiosen Brief verklären die beiden Männer offenbar die deutsche Kriegsschuld. Das Paderborner Gymnasium informierte den Staatsschutz – der wiederum erstattete Anzeige wegen Volksverhetzung. Außerdem recherchierte der Leistungskurs Geschichte ausführlich zu den rechten Verfassern.
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.
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Protasius
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Protasius »

iustus hat geschrieben:Ich weiß nur noch, dass ich in der Oberstufe der Meinung war, dass Österreich schuld war. Ich weiß aber nicht mehr warum, habe mich seither nicht mehr damit beschäftigt.
Österreich hat den Krieg (mit einem deutschen Blankoscheck im übertragenen Sinne) angefangen, weil sie Serbien wegen der Ermordung des Thronfolgers in Sarajevo angegriffen haben. Das ist aber mehr ein Auslöser denn eine entscheidende Ursache gewesen.
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Peregrin
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Peregrin »

Protasius hat geschrieben: Wir müssen dabei bedenken, daß nur ein paar Jahrzehnte zuvor Bismarck einen kleinen Krieg als willkommene Ablenkung und Hilfe bei der Einigung des Deutschen Reiches eingesetzt hat.
Ja, vollkommen unprovoziert ist der Bösewicht über den armen Napoleon III. hergefallen. :D
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Peregrin
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Peregrin »

Pilgerer hat geschrieben:Vor knapp 99 Jahren begann der große Weltkrieg, der Europa bis heute nachhaltig veränderte. Der Vertrag von Versailles lud auf Deutschland die gesamte Schuld am Krieg. Wie war es wirklich? Wer hatte eurer Meinung nach die meiste Schuld am Weltkrieg?
Daß Frankreich eine von dezidiert antikatholischem Affekt getragene Einkreisungspolitik gegen die Donaumonarchie betrieben hat und dafür auch allerlei Terroristengesindel aufmunitioniert hat, läßt sich kaum bestreiten. Daß sie längst ihre Augen auf den linksrheinische Gebieten hatten, auch nicht. Ebensowenig, daß England schon länger auf eine günstige Gelegenheit gewartet hatte, dem Deutschen Reich eins auf die Mütze zu geben, damit sie aufhören, in ihrem Einflußgebiet (dh. außerhalb Deutschlands) herumzusegeln und -zudampfen. Was Deutschland und Österreich mit einem Weltkrieg hätten erreichen wollen, ist hingegen weit weniger klar.
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Nassos
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Nassos »

Pilgerer hat geschrieben:Vor knapp 99 Jahren begann der große Weltkrieg, der Europa bis heute nachhaltig veränderte. Der Vertrag von Versailles lud auf Deutschland die gesamte Schuld am Krieg. Wie war es wirklich? Wer hatte eurer Meinung nach die meiste Schuld am Weltkrieg?
Deutschland. Und danach auch. Dabei nicht außer acht lassen, dass es nicht schwarz und weiß gibt!
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Protasius
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Protasius »

Peregrin hat geschrieben:
Protasius hat geschrieben: Wir müssen dabei bedenken, daß nur ein paar Jahrzehnte zuvor Bismarck einen kleinen Krieg als willkommene Ablenkung und Hilfe bei der Einigung des Deutschen Reiches eingesetzt hat.
Ja, vollkommen unprovoziert ist der Bösewicht über den armen Napoleon III. hergefallen. :D
Ich hatte damit eigentlich auf die Kriege in den 1860ern (Königgrätz, Dänischer Krieg) anspielen wollen. Die Franzosen sprechen beim Krieg 1870/71 ja auch vom guerre franco-allemande, getreu ihrer Tradition den Angreifer zuerst zu nennen. Die Franzosen haben sich ein bißchen so wie unsere Bischofskonferenz verhalten: der geschickten hinterlistigen Diplomatie des Gegners durch ungeschickte eigene Diplomatie auf die Sprünge helfen (Emser Depesche).
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Pilgerer
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pilgerer »

Soweit ich weiß, war das persönliche Verhältnis zwischen dem deutschen Kaiser und dem russichen Zaren recht gut. Warum kam es dennoch zum Krieg?
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Protasius
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Protasius »

Pilgerer hat geschrieben:Soweit ich weiß, war das persönliche Verhältnis zwischen dem deutschen Kaiser und dem russichen Zaren recht gut. Warum kam es dennoch zum Krieg?
Schließt du das daraus, daß sie sich in persönlichen Briefen mit Nicky und Willy anredeten? Das halte ich bei Verwandten für nicht so ungewöhnlich.
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Wenzel
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Wenzel »

Der Balkan war seit dem Rückzug des Osmanischen Reiches ein Pulverfaß und Spielball der europäischen Mächte, gleichzeitig aber auch Machtvakuum, da die kleinen Staaten keine Macht darstellten.

Spätestens mit der Angliederung Bosniens und der Herzegowina, wurde Österreich-Ungarn als Feind der nationalen Selbständigkeiten der Balkanvölker gesehen. Rußland unterstützte die Balkanstaaten und zwar nicht uneígennützig, sondern um sich eine Machtposition in zentral Europa zu sichern. - Rußland unterstützte Serbien auch aus dem Grund heraus, daß Ö-U nicht Serbien als Einflußzone gewinnen konnte, wie es unter dem serbischen König Milan I. passierte, als sich Serbien verpflichtete, keine Außenpolitik und keine Propaganda gegen Ö-U zuzulassen und Serbien faktisch ein Vasall Ö-U war. Dies änderte sich nach dem Thronwechsel, Milans Nachfolger waren ehr Rußland zugewand.

Das Österreich-Ungarn nach dem Attentat auf den (unbeliebten) Thronfolger und seine Frau ein so scharfes Memorandum an die Serben schickte ließ dann eine Ketten von gegenseitigen Bündnispflichten auslösen. - Das Attentat war in diesen Bündniskonstrukten und bei diesem gegenseitigen Mißtrauen nur der gut gegebene Anlaß um endlich den Druck aus dem Kessel nehmen zu können.
Jede europäische Großmacht verspürte gegen einen Großteil der anderen Mächte Revanchegelüste und sicherte sich mit Bündnisverträgen und viel Militär ab.

Wer war also Schuld - das gegenseitige Mißtrauen, die Bündnisverpflichtungen, der Einfluß des Militärs auf die Politik der einzelnen Staaten und die Rachegefühle aus den verschiedenen Kriegen des 19. Jahrhunderts.
Pange, lingua, gloriosi corporis mysterium (Thomas von Aquin)
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Wenzel
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Wenzel »

Nassos hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Vor knapp 99 Jahren begann der große Weltkrieg, der Europa bis heute nachhaltig veränderte. Der Vertrag von Versailles lud auf Deutschland die gesamte Schuld am Krieg. Wie war es wirklich? Wer hatte eurer Meinung nach die meiste Schuld am Weltkrieg?
Deutschland. Und danach auch. Dabei nicht außer acht lassen, dass es nicht schwarz und weiß gibt!

Die Schuld allein Deutschland zuzuschreiben ist zu kurz gedacht, aber entspricht dem, was heute in der Schule geleert (sic) wird und was uns die Medien usw sicherlich zum 100. Jahrestag servieren werden
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civilisation
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von civilisation »

Pit hat geschrieben:Auch, wenn die Deutschen sicher die Hauptschuld trugen, so war doch der 1.Weltkrieg das Resultat mehrerer Komponenten,denn was wäre geschehen, wenn "Willem Zwo" nicht die Marie aufgerüstet hätte um so den Briten "Paroli zu bieten", was wäre passiert, wenn vorher die Kolonialpolitik anders verlaufen wäre?;usw.
Wenn ich sowas lese, kriege ich einfach die Krise. Wer sind "die Deutschen" in diesem Zusammenhang?

Vermutlich zählst Du Dich dazu. - Ich jedoch nicht.

Pilgerer
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pilgerer »

Welche Rolle hatte die völkische Bewegung in Russland (Panslawismus) und Deutschland (Germanenkult) auf die Entwicklung?
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San Marco
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von San Marco »

Man lese Fritz Fischer. Dann ist alles klar. Wer sich zudem aller politischen Optionen beraubt, keinerlei Alternativen im militärischen Planungssinne erarbeiten kann und bei jeder sich bietenden Gelegenheit ein reinigendes Gewitter herbeiredet.................ja, der ist schuld an einem Weltkrieg.

Demnach hatte das Deutsche Reich eine erhebliche Schuld an diesem Krieg. Zudem sprach die kaiserliche Regierung Kriegserklärungen gegen Frankreich und Russland aus, um den einzigen militärischen Plan durchführen zu können.

Der Historiker Heinrich August Winkler zog zur "Fischer-Kontroverse" vor wenigen Jahren Bilanz:

"Das Ziel, mit dem die deutschen Eliten in den Ersten Weltkrieg gezogen waren, hieß Hegemonie in Europa und Aufstieg zur Weltmacht. Am Ende stand ein Friedensvertrag, den die Deutschen als schreiendes Unrecht empfanden, obwohl er das Reich bestehen ließ und ihm die Möglichkeit einräumte, wieder zur Großmacht zu werden. Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit der deutschen Kriegsschuld fand nicht statt, obschon bereits im April 1919 eine interne Aktensammlung vorlag, die keinen Zweifel daran ließ, dass die Reichsleitung im Juli 1914 alles getan hatte, die internationale Krise zu verschärfen. In Abwehr der alliierten These, Deutschland und seine Verbündeten trügen die alleinige Verantwortung für den Kriegsausbruch, entstand eine Kriegsunschuldlegende, die ebenso viel Unheil stiftete wie ihre Zwillingsschwester die Dolchstoßlegende“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Peregrin
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Peregrin »

San Marco hat geschrieben:Man lese Fritz Fischer. ...
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Vielleicht noch, daß der Mann sein Ohr immer am Puls der Zeit hatte.
Ich bin der Kaiser und ich will Knödel.

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Pelikan
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pelikan »

San Marco hat geschrieben:Zudem sprach die kaiserliche Regierung Kriegserklärungen gegen Frankreich und Russland aus, um den einzigen militärischen Plan durchführen zu können.
25.7., Nachmittag: Generalmobilmachung Serbiens
25.7., Abend: Teilmobilmachung Österreichs gegen Serbien
29.7.: Teilmobilmachung Rußlands gegen Österreich
30.7.: Generalmobilmachung Rußlands
31.7.: Generalmobilmachung Österreichs
1.8.: Generalmobilmachung Frankreichs
2.8.: Generalmobilmachung Deutschlands

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Yeti
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Yeti »

Peregrin hat geschrieben:
San Marco hat geschrieben:Man lese Fritz Fischer. ...
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Vielleicht noch, daß der Mann sein Ohr immer am Puls der Zeit hatte.
Vielleicht auch noch, dass ich es schade finde, dass man diese Epoche in England, Frankreich, den USA und Russland nicht auch so engagiert analysiert. Dann würde man möglicherweise herausfinden, dass jeder dazu seine Pläne in der Schublade hatte und die Alleinschuldtheorie würde sich als ideologisches Konstrukt herausstellen.
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Yeti
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Yeti »

Pilgerer hat geschrieben:Welche Rolle hatte die völkische Bewegung in Russland (Panslawismus)
Wieso "hatte"? In der russischen Politik denkt man noch immer so. Gut, die Briten stecken auch im 19. Jahrhundert fest, aber sind das Vorbilder?
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Yeti
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Yeti »

Nassos hat geschrieben:
Pilgerer hat geschrieben:Vor knapp 99 Jahren begann der große Weltkrieg, der Europa bis heute nachhaltig veränderte. Der Vertrag von Versailles lud auf Deutschland die gesamte Schuld am Krieg. Wie war es wirklich? Wer hatte eurer Meinung nach die meiste Schuld am Weltkrieg?
Deutschland. Und danach auch. Dabei nicht außer acht lassen, dass es nicht schwarz und weiß gibt!
Wärst du Deutscher, würde ich dir ein gespaltenes Verhältnis zur Geschichte deines Volkes vorwerfen. So aber habe ich den Eindruck, dass Du einfach nicht weißt, worüber du sprichst.
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Pilgerer »

San Marco hat geschrieben:Demnach hatte das Deutsche Reich eine erhebliche Schuld an diesem Krieg. Zudem sprach die kaiserliche Regierung Kriegserklärungen gegen Frankreich und Russland aus, um den einzigen militärischen Plan durchführen zu können.
Welche Teile der Bevölkerung befürworteten die Politik, die zum Krieg führte? Wie stand die Reichstagsmehrheit zur Politik der wilhelminischen Regierung?
Bei den Kriegserklärungen ist zu berücksichtigen, dass sie erst geschahen, nachdem das Militär ohne die Regierung zu fragen mobilisiert hatte. War daher eher das Militär schuldig? Dieses hatte schließlich auch den "Schlieffen-Plan" entwickelt.

Welche Rolle spielte die Expansion Österreich-Ungarns im orthodoxen Bereich (Serbien, Bosnien) des Balkans? War das ein entscheidender Fehler, der zur Entfremdung gegenüber Moskau, Serbien, Griechenland etc. führte? Schon 1878 war das Dreikaiserbündnis am russisch-österreichischen Konflikt gescheitert, obwohl vorher Russland und Preußen Verbündete waren.
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Nassos
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Nassos »

Mein lieber Yeti,

wieso das denn?
Das Attentat von Sarajevo war der Funke. Ab da lese ich, dass Kaiser Wilhelm mit den Serben abrechnen wollte “und zwar bald“. Dass Bedenken dabei waren, weil man die Folgen wohl richtig einschätze, weiß ich auch.
Dann: Blankovollmacht. Daraufhin das Ultimatum, von dem es heißt, dass es - so wie es gestellt war - sowieso nicht erfüllbar war.

Meinetwegen die Mittelmächte. Ich weiß aber nicht, wie sich ÖU verhalten hätte, wäre das Bündnis mit Deutschland nicht gewesen.

Was ich schrieb, ist mein Verständnis, keine Provokation.
Vielleicht erklärst Du mir, warum ich dermaßen off bin. Aber bitte nicht Antideutschtum vorwerfen, denn das ist es nicht!

Danke und Gruß,
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Maurus
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Maurus »

Nassos hat geschrieben:Mein lieber Yeti,

wieso das denn?
Das Attentat von Sarajevo war der Funke.
Wirklich? Im Nachhinein. Letztes Jahr las ich aber, auch zu meinem Erstaunen, dass man das damals in Wien gar nicht so säbelrasselnd aufgenommen hat, zumindest, was die Bevölkerung angeht.


Ich glaube insgesamt, dass die europäischen Mächte und die Gesellschaft damals zu naiv waren. Man kann das ja bei Ernst Jünger, aber auch bei vielen anderen nachlesen, dass man sich irgendwie nach einem Abenteuer gesehnt hat. Da kam der Krieg gerade recht. Die Machthaber haben das ganze 19. Jh. durch ihre Streitfragen mit der Armee gelöst, nun also eben auch dieses Mal. Was man übersehen hatte war, dass der technische Fortschritt auch das Kriegswesen revolutionieren würde und das die eigen technischen Möglichkeiten genauso auch dem Gegner zur Verfügung stehen (außer dem schwach industrialisierten Russland). Irgendwann merkte man, dass das ein ganz anderer Krieg werden würde, als es die vorigen jemals gewesen waren. Da ist die Suche nach einem Schuldigen natürlich ein probates Mittel zur eigenen Reinwaschung. Aber es bleibt, dass alle naiv waren und auf naive Art und Weise die militärische Lösung gesucht haben. Eine intensive Diplomatie wie etwa vor dem II. Weltkrieg (da konnte man sich vorstellen, was kommen würde) hat es mW nicht gegeben.

Edit: Nächstes Jahr werden ja sicher etliche Bücher zu dem Thema erscheinen. Da ist vielleicht auch viel Erhellendes da. Zwecks Absatzförderung werden sicher auch neue Hypothesen aufgestellt werden.

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Nassos
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Nassos »

Hallo Maurus,

das mag sein. und ich bin der letzte, der nicht dazulernen will / interessiert ist.
Aber, dass ich nicht wissen soll, von was ich rede hat mich überrascht. wenn man mir sagte, ich unterliegte einer (falschen bzw. propagandistischen) Mainstreamhistorie, sei naiv und leichtgläubig - ok.

Aber ich hoffe auf Erhellendes von Yeti. Bisher war entsprechender Austausch immer konstruktiv bzw man konnte schnell klären.

Gruß,
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ar26
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von ar26 »

Ich glaube, es war der amerikanische Journalist John Reed, der kurz nach Ende des 1. Weltkrieges einen Vortrag zu dessen Ursachen halten sollte. Reed stellte sich vor das Auditorium und sagte genau ein Wort "Geld". Dann verabschiedete sich vom Auditorium und trat ab.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

Caviteño
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Caviteño »

Maurus hat geschrieben: Ich glaube insgesamt, dass die europäischen Mächte und die Gesellschaft damals zu naiv waren. Man kann das ja bei Ernst Jünger, aber auch bei vielen anderen nachlesen, dass man sich irgendwie nach einem Abenteuer gesehnt hat. Da kam der Krieg gerade recht. Die Machthaber haben das ganze 19. Jh. durch ihre Streitfragen mit der Armee gelöst, nun also eben auch dieses Mal. Was man übersehen hatte war, dass der technische Fortschritt auch das Kriegswesen revolutionieren würde und das die eigen technischen Möglichkeiten genauso auch dem Gegner zur Verfügung stehen (außer dem schwach industrialisierten Russland). Irgendwann merkte man, dass das ein ganz anderer Krieg werden würde, als es die vorigen jemals gewesen waren. Da ist die Suche nach einem Schuldigen natürlich ein probates Mittel zur eigenen Reinwaschung. Aber es bleibt, dass alle naiv waren und auf naive Art und Weise die militärische Lösung gesucht haben. Eine intensive Diplomatie wie etwa vor dem II. Weltkrieg (da konnte man sich vorstellen, was kommen würde) hat es mW nicht gegeben.
Das deckt sich auch mit der Darstellung des Deutschen Historischen Museums über die Ursachen:
Das Mächtesystem Europas ertrug den deutschen Nationalstaat gerade so lange, wie er bereit war, sich strikte Beschränkungen aufzuerlegen. Die ausgleichende Außenpolitik von Reichskanzler Otto von Bismarck war von seinen Nachfolgern jedoch nicht fortgesetzt worden; die europäischen Mächte empfanden das neue, weltpolitisch auftrumpfende Deutsche Reich als bedrohlichen Störenfried. Zudem versechsfachte Deutschland zwischen 1871 und 1914 seine industrielle Produktion und überflügelte damit Großbritannien.

194 legten Großbritannien und Frankreich ihre kolonialen Streitigkeiten bei und schlossen ein Bündnis, die Entente cordiale. Nachdem 195 der Versuch Kaiser Wilhelms II. gescheitert war, das alte deutsch-russische Bündnis zu erneuern, folgte zwei Jahre darauf ein britisch-russischer Vertrag, mit dem die beiderseitigen Rivalitäten im Mittleren Osten beigelegt wurden. Deutschland sah sich isoliert, abgesehen von dem Bündnispartner Österreich-Ungarn, der aber wegen seiner dauernden Verwicklungen auf dem Balkan eher eine Belastung darstellte. Das Gefühl, eingekreist zu sein, löste in Deutschland eine trotzige Stimmung des "Nun erst recht" aus, eine Steigerung des neurotischen Massennationalismus, wie er in der zunehmenden Agitation des Alldeutschen Verbands seinen Ausdruck fand. Auch die militärische Planung stellte sich auf diese Lage ein; der Chef des Großen Generalstabs, Alfred Graf von Schlieffen, plante seit 195 den Aufmarsch für den Fall des als unvermeidlich angesehenen Zweifrontenkriegs.

Angesichts wiederkehrender außenpolitischer Krisen um Einflusssphären und Absatzmärkte forcierten alle europäischen Großmächte ihre Rüstungsanstrengungen. Dank diplomatischer Übereinkünfte griffen Russland, Österreich-Ungarn, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zwar nicht direkt in die Balkankriege 1912/13 ein, jedoch führten die Kriege zu neuen internationalen Spannungen und verschärften den Rüstungswettlauf. In Kreisen hoher deutscher Militärs zeigte man sich seit Ende 1912 von der Unabwendbarkeit eines gesamteuropäischen Krieges überzeugt. Der Reichstag bewilligte 1913 die Erhöhung der Heeresstärke um 136. auf über 8. Mann. Gleichzeitig wurden dem Heer großzügigere finanzielle Mittel zu seiner Modernisierung bereit gestellt.
(Hervorhebung von mir)

http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/index.html

Es herrschte wohl in allen großen europäischen Ländern die Überzeugung, daß die "Probleme" nur durch einen Krieg gelöst werden könnten. Man rechnete mit einem relativ kurzen und klärenden Waffengang, war insofern "naiv". Die Vorstellung, daß der Krieg vier Jahre dauern und Millionen Tote fordern würde, war überhaupt nicht vorhanden.

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Yeti
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Yeti »

Nassos hat geschrieben:Mein lieber Yeti,

wieso das denn?
Das Attentat von Sarajevo war der Funke.
Dann ist doch die Kriegsschuldfrage gelöst: ÖU verlangte (zu Recht) die Aufklärung dieses Attentats und bestand dummerweise auf die Entsendung eigener Kriminalbeamter - man traute den serbischen Behörden offenbar nicht (die Verfolgung serbischer Kriegsverbrecher ist ja auch heute dort ein Problem). Dann erklärte ÖU Serbien den Krieg und aufgrund des Bündnissystems stiegen andere Staaten mit ein. Deutschland sehe ich da nicht als Hauptschuldigen.
Nassos hat geschrieben:Ab da lese ich, dass Kaiser Wilhelm mit den Serben abrechnen wollte “und zwar bald“.
Serbien war ja auch ein vehementer Unruhestifter auf dem Balkan vor dem ersten Weltkrieg. Die Kriegsbeteiligungen (Krieg mit Bulgarien - ÖU rettete den serbischen Staat übrigens damals vor der Vernichtung durch Bulgarien, den Balkankrieg gegen die Osmanen etc.) waren dazu angetan, die serbische Expansionspolitik nach einem "Großserbien" Vorschub zu leisten:



Einmischen wollte sich das deutsche Kaiserreich da von vornherein bestimmt nicht. Das Bismarck-Wort, dass der ganze Balkan "nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers" wert sei, ist ja bekannt.



Wahrscheinlich wäre es vorsichtiger gewesen. Der ÖU-Führung war ja bewusst, dass Serbien ein vitales Interesse daran hatte, den Vielvölkerstaat zu zerschlagen, es band ja dann auch Frankreich und England vor seinen Karren. Später wurde es selbst zum Opfer des Fluches seiner bösen Taten - der "Vielvölkerstaat" Jugoslawien ist nicht mehr. Ich bin hingegen der Meinung, dass ÖU ein recht gutes Modell für einen wirklichen Vielvölkerstaat war. Die einzelnen Volksgruppen hatten ihre eigene Kultur, ihre eigene Sprache, eine eigene und landessprachliche Verwaltung, landessprachliche Schulen und Universitäten, kurzum ein Modell dafür, wie ein geeinigtes Europa vielleicht dereinst aussehen könnte. Der slawische Nationalismus zerstörte das alles. Es war aber ein Staatenmodell, das nicht um jeden Preis als das Einzige hätte gelten können. Ich hätte, schon von vorneherein, nicht die kleindeutsche Lösung bei der deutschen Reichsgründung bevorzugt, wie es Bismarck leider getan hat. Wer weiß, welchen Weg die Geschichte dann genommen hätte.



Vielleicht nicht direkt, aber einen gewissen religiös motivierten Panslawismus meine ich doch öfter herauszuhören. Das soll kein Vorwurf sein, ich kann damit nur nicht umgehen. Ich denke ohnehin, dass politische und religiöse Themen viel zu oft miteinander vermischt bzw. verwechselt werden.

LG Yeti
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Yeti
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Re: 1. Weltkrieg: Wer war schuld?

Beitrag von Yeti »

ar26 hat geschrieben:Ich glaube, es war der amerikanische Journalist John Reed, der kurz nach Ende des 1. Weltkrieges einen Vortrag zu dessen Ursachen halten sollte. Reed stellte sich vor das Auditorium und sagte genau ein Wort "Geld". Dann verabschiedete sich vom Auditorium und trat ab.
Ein sehr weitsichtiger Mann.
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