Thema Islam

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Geronimo

Thema Islam

Beitrag von Geronimo » Montag 1. März 2004, 17:25

Soso...

Samstag 28. Februar 2004, 19:53 Uhr
Muslimischer Aktivist in Italien verklagt den Papst

Rom (AP) Ein muslimischer Aktivist in Italien hat Klage gegen Papst Johannes Paul II. sowie Kardinal Joseph Ratzinger und weitere Geistliche erhoben. Die Äusserungen dieser Vertreter der katholischen Kirche zur Überlegenheit des Christentums verstiessen gegen die italienische Verfassung, machte Adel Smith beim Einreichen seiner Klage geltend. Der Präsident der Muslimischen Union Italiens forderte eine gerichtliche Verurteilung der Äusserungen, verlangte aber keinen Schadensersatz.

Smith ist in Italien schon des öfteren mit spektakulären Prozessen gegen christliche Institutionen aufgefallen. In seinem jüngsten Rechtsstreit stützt er sich auf Äusserungen des Papstes in dem 1994 erschienenen Buch «Die Schwelle der Hoffnung überschreiten». Darin werde das Christentum als unmittelbare Offenbarung Gottes dargestellt, dem der Islam nichts entgegensetzen könne, bemängelte Smith. Kardinal Ratzinger wird beschuldigt, in einem Dokument aus dem Jahre 2000 behauptet zu haben, andere Religionen könnten den Gläubigen nicht dasselbe Heil bringen wie der Katholizismus. All dies seien Beleidigungen für Muslime, die zugleich zu Rassismus und religiösem Hass anstifteten, sagte Smith.



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Petra
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Beitrag von Petra » Montag 1. März 2004, 17:31

Hab irgendwo mal gelesen, dass die meisten muslimischen Gemeindeoberen Italiens mit Herrn Smith nichts zu tun haben wollen....keine Zeit zum Belegstellen Suchen...glaubts oder lasst es :roll:

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Beitrag von Geronimo » Montag 1. März 2004, 17:41

Glaub ich dir gern ... :mrgreen: ist ja wohl nicht grad ein Aushängeschild.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn » Montag 1. März 2004, 19:02

Hadschi Abd el-Sib Adel Smith ben Hadschi Mohte el-Gern ibn Hadschi Akbar el-Tîs, wie er mit vollem Namen heißt, ist ein Angehöriger der Sekte des Giaur ap-Ostasi vom Stamme der Beni Bilad Amirika.
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Beitrag von Geronimo » Montag 1. März 2004, 19:08

Heißt Giaur nicht Ungläubiger oder täuschen mich meine Erinnerungen an Karl May? :D :D :D

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Petra
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Beitrag von Petra » Montag 1. März 2004, 20:11

>Als Kläger in dem Streit trat Adel Smith auf, Vorsitzender einer islamischen Vereinigung, der allerdings außer ihm selbst nur ein paar weitere Mitglieder angehören.<

>Aber selbst die größeren Moscheevereine und islamischen Vereinigungen sind durchweg auf Distanz zu Smith gegangen und zeigen sich desinteressiert an einem Kruzifixstreit, von dem sie nur Schaden für ihre Sache befürchten.<

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Ralf
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Beitrag von Ralf » Montag 1. März 2004, 20:32

Geronimo hat geschrieben:Heißt Giaur nicht Ungläubiger oder täuschen mich meine Erinnerungen an Karl May? :D :D :D

Geronimo
Klar, er ist ja auch ein ap-Ostasi.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Beitrag von Erich_D » Montag 1. März 2004, 20:56

Ralf hat geschrieben:
Geronimo hat geschrieben:Heißt Giaur nicht Ungläubiger oder täuschen mich meine Erinnerungen an Karl May? :D :D :D

Geronimo
Klar, er ist ja auch ein ap-Ostasi.
Robert hat allerdings nur den Hauptstamm angegeben, nicht aber die spezielle Rotte, nämlich jener der Beni Bilad Usof Amirika.
"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern sing nicht ihre Lieder. Geh doch in die Oberstadt mach´s wie deine Brüder", so sprach die Mutter, sprach der Vater, lehrte der Pastor."

Biggi
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Beitrag von Biggi » Montag 1. März 2004, 21:13

Wow, seid ihr [Punkt] ;D :freude:

LG
Biggi *inehrfurchterstarrt*

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Beitrag von Linus » Dienstag 2. März 2004, 13:41

Also wie ist das jetzt mit den arabischen Namen?
warum sind die so lang????
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Beitrag von Edith » Dienstag 2. März 2004, 14:08

Linus hat geschrieben:Also wie ist das jetzt mit den arabischen Namen?
warum sind die so lang????
Nach meinen Karl-May-Erinnerungen müsste das heißen:

Hadschi Abd el-Sib Adel Smith (=Name)

ben (= Sohn des)
Hadschi Mohte el-Gern

ibn (=Sohn des/ also der Großvater)
Hadschi Akbar el-Tîs

Hadschi - steht jeweils dafür, daß der Namensträger die Hadsch, die Wallfahrt nach Mekka gemacht hat.


*auchtotalangeb*.... 8)
Edith Halef Omar, ibm Hadschi abdul abbas, ibn hadschi Dawud al Gossara. :D

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Beitrag von Robert Ketelhohn » Dienstag 2. März 2004, 20:15

Abul Abbas, nicht Abdul! :motz:
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Beitrag von Geronimo » Samstag 11. September 2004, 15:50

"Unverhüllte Patrioten

Frankreichs Muslime wehren sich gegen die Pervertierung ihrer Religion durch Terroristen. Die deutsche islamische Gemeinde ist noch zu zaghaft..."

Artikel unter:

http://www.zeit.de/24/38/Islam

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Samstag 11. September 2004, 18:44

Liegt vielleicht zum einen in der Person und den Persönlichkeiten ,die die diversen moslemischen und islamischen Orgs. vertreten.
Herr Dr. Elias, stammt aus Saudi-Arabien, wohnt wohl in Köln oder Umgebung.
Hat auch sehr gute Beziehungen zum Erzbistum Köln,seine Kinder besuchten seinezeit eine kath. geführte Schule, wie er vor kurzem in dieser Sendung aus der Hannoveraner Kirche die auf Phoenix gezeigt wird,sagte.Als er das erwähnte, strahlte er übers ganze Gesicht.
Dann der Stress mit der Saudi-Schule in Bonn der Faisalschule,wo jetzt der Zugang zu erschwert wurde.
Dann die Vielzahl der representativen Orgs die es in Deutschland gibt.
Die Integration der franz.Moslems ist meiner Beobachtung nach eine etwas andere als die in Deutschland.Infolge der ehemaligen Kolonien und vor allem bedingt durch Algerien ,sind auch etliche Moslems immer schon franz. und oder frankophon gewesen.
Deutschland hatte zwar auch schon zu Kaisers Zeiten eine moslemische Communnity und auch direkt nach dem Ende des 2.WK eine größere Gemeinde, doch sind die Moslems leider immer noch net so richtig Bestandteil der deutschen Gesellschaft.
Mittlerweile nach etlichen Generationen verbessert es sich etwas.Doch so eindeutige Reaktionen wie in Frankreich sind in Deutschalnd wohl kaum zu erwarten.
Es herrscht vermutlich auch sehr viel Angst, denn in vielen moslemischen Ländern leben noch Verwandte der Deutschen Moslems. Schwierigkeiten innerhalb der Clans, oder schnell des Glaubensabfalls geziehen werden, dürften nur einige der Gründe sein.
Und das Wort heiliger Krieger und ähnliches aus dem Bereich dieser Vokabulars wird vorsichtig genutzt.
Dann die Situation das es Suniten,Schiiten und dann noch die Gruppe der Alawiten gibt.
Vermutlich gäbe es massive Ausseinandersetzungen ,und bestimmt nicht sehr lange nur welcher verbaler Art, wenn sich an dem vorsichtigen Kurs den Herr Dr.Elias steuert etwas ändern sollte.
Wundere mich immer wieder, wenn Bischöfe und oder Kardinäle ,wie vor kurzem erst wieder von einem der hamburger Weihbischöfe recht forsch des morgens im DLF auch wieder auf diese Weise getrötet wurde.
Auch beim großen Vorsitzenden, dem schwarzen Grizzley,hörte ich schon so manches Wort in der Richtung,hat mich auch schon erstaunt,gerade von ihm solches zu vernehmen.Dachte der wüßte das besser.
Oder sind das nur für die Öffentlichkeit veranstaltete ,gegebene Aussagen, die intern völlig anders gesehen werden und besprochen werden.
Auch Vertreter des in Essen angesiedelten Instituts für Türkeistudien,werden wenn auch in fließenden Deutsch ,sehr schnell einsilbig in Interviews zum Thema Reaktionen der dt.Moslems zu Terror verursacht durch Bin Laden oder wie es seit neuestem heißt durch den BinLadenismus.

Gruß,
Elisabeth

max72
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Thema Islam

Beitrag von max72 » Montag 13. September 2004, 10:19

Hallo Leute,

ich weiss leider ganz wenig ueber den Islam. Auf einen kritischen Leserbrief ueber den Islam war heute in der Zeitung eine Antwort, die dem Kritiker Rassismus vorwirft. Der Islam sei nicht missionierend, da waere doch die Kirche viel schlimmer die "bewusst Unterdrueckung von Frauen, Kreuzzuege und anderes angeordnet habe". Letztens hatte in Norwegen ein sehr rechtslastiger Politiker den Islam kritisiert und bekam deswegen riesig Aerger. Zur gleichen Zeit stand in der Zeitung, dass eine islamische Schule wegen Lehrmaterialien, die zum Hass aufriefen, bekannt wurde wo die oeffentlichen Stellen nur sagten "das sind interne Angelegenheiten der Schule, da koennen wir uns nicht einmischen. Eine daenische Reportage interviewte Frauen und Maenner in Pakistan, und da wurde es mir schon anders, das klang nicht sehr friedliebend.

Einerseits moechte ich aus diesen Informationen kein Urteil faellen, aber mein Bild ist eher durch Skepsis gepraegt dadurch. Kennt den einer von Euch den Islam gut genug um da mal was dazu sagen zu koennen?

Gruss

Max

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cathol01
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Beitrag von cathol01 » Montag 13. September 2004, 10:46

Man muss in der Tat sehr aufpassen, nicht alles in einen Topf zu werfen. Viele Muslime denken wohl differenzierter als es auch der Koran hergibt. Es ist ja auch immer die Frage: Wie interpretiere ich den Koran?

Klar scheint jedoch, dass im Koran mit Entschiedenheit das Recht der Muslime betont wird, sich gegen ihre Feinde zur Wehr zu setzen und diese bis zur physischen Vernichtung bzw. bis zu ihrer Bekehrung (bei den Polytheisten) sowie bis zu ihrer Unterwerfung (bei den sogenannten Leuten der Schrift) zu bekämpfen. Der Koran verheisst den kämpfenden Muslimen eine Verheissung Gottes. Das klassische Rechtssystem teilt die Welt in zwei Gebiete auf: das Gebiet des Islam und das Gebiet des Krieges. Die Gemeinschaft hat die Pflicht, ihr eigenes Gebiet gegen die Angriffe der Feinde zu verteidigen. Darüber hinaus soll sie sich aktiv dafür einsetzen, dass auch im Gebiet der Nichtmuslime die Rechte Gottes zur Geltung kommen, d.h. sie soll sich darum bemühen, dass der islamische Machtbereich ausgebreitet wird. Das ist das, was mit dem Djihad (heiliger Krieg) gemeint ist.
"Das Wahre ist nicht sicherer als das Wahrscheinliche."
(Diogenes Laërcius)

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Reinhard Gonaus
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Beitrag von Reinhard Gonaus » Montag 13. September 2004, 11:14

max72 hat geschrieben: Einerseits moechte ich aus diesen Informationen kein Urteil faellen, aber mein Bild ist eher durch Skepsis gepraegt dadurch. Kennt den einer von Euch den Islam gut genug um da mal was dazu sagen zu koennen?

Gruss

Max
Ein bissel was weiß ich schon.
Erstens: Der Islam ist mindestens so vielschichtig und schillernd wie das Christentum. Da gibt's erst mal die beiden grundlegenden Richtungen der Sunniten und der Schiiten.
Die Sunniten bilden global die Mehrheit, sind eine quasi laizistische Religion, ohne Klerus oder dergleichen. Sie beachten -nicht neben, sondern nach dem Koran- die Sunna, die schriftlich überlieferte Tradition islamischer Gelehrter, die bis in die Zeit des Propheten zurückreicht.

Die Schiiten, global in der Minderheit, in bestimmten Regionen aber in der Mehrheit, sind aus dem innerislamischen Bürgerkrieg in seiner Frühzeit hervorgegangen und betrachten Mohammeds Schwiegersohn Ali als den allein rechtmäßigen 5. Kalifen (Daher Schia Ali = Partei Alis = Schiiten; Kalif = Kalifa Rasul Allah = Nachfolger des Propheten Gottes) Sie haben einen Klerus ausgebildet, der von Menschen gebildet wird, die teils in persönlicher verwandtschaftlicher Verbindung mit der Familie des Propheten stehen, teils nach Absolvierung entsprechender Studien allgemein Anerkennung gefunden haben. Innerhalb beider Gruppierungen gibt es zahllose Grüppchen und Unterabteilungen, Sekten, wie immer man sagen will. Manche von ihnen bewegen sich außerhalb dessen, was allgemein als rechtgläubig gilt. Und es gibt natürlich die Radikalen, Rabiaten, Fundamentalisten, wie überall. Im Islam sind sie möglicherweise etwas virulenter als sonstwo, weil's einen üppigen Nährboden an Armut, Frustration, ungerechten Verhältnissen, politischer Unordnung usw. gibt, dort, wo die Masse der Moslems daheim ist. Zum Teil ist das auch die Peripherie der islamischen Welt, wo Extremismen ja besonders gerne wachsen.

Wenn du dich über die religiösen Lehren genauer informieren willst, ist es empfehlenswert, sich eine gute Übersetzung des Koran zu beschaffen. Ich hab eine aus dem Goldmann Verlag, schon seit mehr als 30 Jahren. Im Internet wirst du auch fündig.

Wichtig ist folgender Punkt: Wir Christen betrachten die Bibel als das inspirierte Wort Gottes, glauben aber nicht, dass es quasi vollendet vom Himmel gefallen ist, oder dass Gott es den Schreibern wörtlich diktiert hätte. Wenigstens die meisten von uns.
Anders im Islam: Dort glaubt man, dass der Erzengel den Propheten in den Himmel entrückt hat, wo er das Urexemplar des Koran zur Abschrift bekam. Dazu musste Gott ein Wunder tun, denn Mohammed konnte vor und nach diesem Ereignis weder lesen noch schreiben. (Das ist allerdings nicht Bestandteil der Lehre, sondern fromme Überlieferung)

Während im Christentum die Mitte das Wort Gottes als Person ist, nämlich Jesus Christus, ist es im Islam ein Buch, der Koran.
Von daher betrachten viele Moslems unseren wissenschaftlichen Umgang mit der Bibel als Eingeständnis der Verfälschung, weil ihnen die Sache mit der historisch-kritischen Interpretation unbegreiflich ist.

Während die Bibel eine Unzahl verschiedener Literaturgattungen enthält, ist der Koran im Grunde eine Sammlung von Predigten, Lehrerzählungen und Handlungsanweisungen.

Als weitere Informationsquelle rate ich dir Institutionen, die als offizielle Repräsentanz des Islam gelten können. In Österreich ist das leicht: Bei uns ist der Islam eine gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaft, mit denselben Privilegien ausgestattet, wie die rk. Kirche und andere. Das hat zur Folge, dass es auch eine offizielle islamische Gemeinde gibt: www.moslem.at

Ich habe die Homepage eben erst selbst entdeckt. Sie scheint mir gut gemacht und informativ zu sein. Sogar eine Koran-Übersetzung scheint's zu geben. Stoß dich nicht an der Anmerkung "Ungefähre Bedeutung des Koran im Deutschen"! Für kultische Zwecke ist die Übersetzung verboten. Gott spricht Arabisch zu den Moslems. Jegliche noch so genaue Übersetzung gilt daher als "ungefähr".

Wenn du konkrete Fragen hast: Bitte.
Alles weiß ich aber auch nicht.
Reinhard
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Wir werden nie herausfinden, warum einer, der schnarcht,
sich selbst nicht schnarchen hören kann. (Mark Twain)

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Thema Islam

Beitrag von cathol01 » Montag 13. September 2004, 11:23

Früher bezeichnete man die Anhänger der islamischen Religion als Moslems. In neuerer Zeit allerdings hört man diese Bezeichung kaum noch, sondern man nennt sie Muslime. Kann jemand mir erklären, wieso?

Die Franzosen nennen sie übrigens Musulmanen...
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Beitrag von max72 » Montag 13. September 2004, 11:26

Reinhard Gonaus hat geschrieben:

Wenn du konkrete Fragen hast: Bitte.
Alles weiß ich aber auch nicht.
Danke fuer die Info. Die aktuellste Frage ist wohl das Verhaeltnis des Islams zu anderen Voelkern und Religionen. Der Islam erscheint heute vielen als aggressiv, der keine Kompromisse mit Andersdenkenden macht. Cathol schreibt ja aehnliches. Ist das eben wirklich Teil des Islams oder eine Verfaelschung der Lehre?

Gruss

Max

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Beitrag von Nietenolaf » Montag 13. September 2004, 11:44

cathol01 hat geschrieben:...Darüber hinaus soll sie sich aktiv dafür einsetzen, dass auch im Gebiet der Nichtmuslime die Rechte Gottes zur Geltung kommen, d.h. sie soll sich darum bemühen, dass der islamische Machtbereich ausgebreitet wird. Das ist das, was mit dem Djihad (heiliger Krieg) gemeint ist.
Das stimmt nicht. Dschihad ist in erster Linie der innere Kampf des Gläubigen gegen das Böse (großer Dschihad), und erst in zweiter Linie dann die Verteidigung gegen Aggressoren (kleiner Dschihad).
Koran, Sure 2 Vers 190 hat geschrieben:Fight in the way of Allah against those who fight against you, but begin not hostilities. Lo! Allah loveth not aggressors.
Das Verbot auf Aggression steht also im Koran; Dschihad ist damit per definitionem höchstens Verteidigung. S.a. meinen alten Schrieb hier.

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Beitrag von beatrice » Montag 13. September 2004, 11:45

Ich kann nicht bestätigen, daß die Muslime in Frankreich besser integriert wären als in Deutschland. Viele Franzosen sind nicht sehr gut auf die Algerier und Tunesier aus ihren ehemaligen Kolonien und Protektoraten zu sprechen.

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Beitrag von max72 » Montag 13. September 2004, 11:55

Nietenolaf hat geschrieben:
Koran, Sure 2 Vers 190 hat geschrieben:Fight in the way of Allah against those who fight against you, but begin not hostilities. Lo! Allah loveth not aggressors.
Das Verbot auf Aggression steht also im Koran; Dschihad ist damit per definitionem höchstens Verteidigung. S.a. meinen alten Schrieb hier.
Ich kenn den Koran zu schlecht, aber manche behaupten immer wieder es staende drin, dass eben gegen Unglaeubige irgendwie vorgegangen werden sollte?

"Fight in the way of Allah against those who fight against you..." Die gewalt wird ja damit begruendet, dass sie nur solange fortgesetzt werde, solange der Westen sich in islamische Laender einmische.

In der daenischen Reportage waren Frauen und Maenner, die meinten, sie hoffen ihre Soehne wurden Martyrer die im Kampf gegen Unglaeubige sterben. Allerdings erwiderte eine junge Frau gegen ihren Vater, dass sie "Dinge denkte die man nicht alle sagen kann" und zweifelte die Gewalt sehr an....

Auch hiess es, der Martyrer bekomme im Himmel eben die Jungfrauen. Die Frau "darf" an der Seite des Mannes sitzen, das sei ihre Ehre... Ob das alles nun so aus dem Koran folgt?

Gruss

Max

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Beitrag von Reinhard Gonaus » Montag 13. September 2004, 12:28

cathol01 hat geschrieben:Früher bezeichnete man die Anhänger der islamischen Religion als Moslems. In neuerer Zeit allerdings hört man diese Bezeichung kaum noch, sondern man nennt sie Muslime. Kann jemand mir erklären, wieso?

Die Franzosen nennen sie übrigens Musulmanen...
Moslem = Muslim. Das sind nur Wortvarianten. Arabisch, Türkisch, ... So ganz genau weiß ich da auch nicht Bescheid. Das Arabische ist eine Sprache in der der Wortinhalt durch die Konsonanten wiedergegeben wird. Die Vokale sind dabei relativ unwichtig: Mslm = Moslem oder Muslim
Ktb = Buch: Kitabe, Ketab, Katub, das ist egal.
ktbn = kitabun = lesen.

Ich kann aber keine von diesen Sprachen. Hab mir nur die Beispiele gemerkt.

Zur Wortbedeutung: Muslim = der sich (Gott) Unterwerfende, Hingebende
Nach muslimischer Auffassung sind auch Jesus, Moses, Abraham, ... Muslime.
Das Adjektiv muslimisch bezeichnet immer Menschen o der Menschengruppen. Wenn's um die Religion oder Kultur geht, heißt's islamisch.
Das Wort Islam bedeutet "die Hingabe, bzw. Unterwerfung (an Gott)"
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Montag 13. September 2004, 14:27

Den Koran in deutscher Sprache gibt es in allen Buchhandlungen ,entweder vorrätig oder ist bestellbar.

Im Web finden sich auch mittlerweile etliches Webseiten.
Eine winzige Auswahl.
Buttons mit Israelaufschritten auf solchen Seiten zu öffnen,dazu bedarf es manchmal schon einiger Nerven.
In Großbritannien finden sich die meisten arabischen-moslemischen Zeitungsverlage, in engl.Sprache diese nachzulesen.

http://www.muslim-markt.de
http://www.islam.de
http://www.quantara.de (Diesen Link hat auch Admin Ralf in seinem Weblog verlingt.)
Mir einigen moslemischen Weblogern hatte ich bereits zu tun. Amiro und Iranreoladed waren mir beim Erdbeben in Bam seinerzeit sehr behilflich, eine andere Weblogerin auf 20 six.de zu beruhigen,deren Pflegemutter gerade zu dieser Zeit im Iran weilte und die länger dann nichts mehr von ihr hörte.
Verweise auf die Linkliste moslemische Weblogs und die oben genannten Links.
Es bliebe noch den Ausführungen von Reinhard hinzuzufügen,daß es die Alawiten gibt,daß ist vor allem eine bei den Kurden vorkommende Galubendsrichtung,die auch wesentlich mehr Rechte für Frauen kennt.
Auch der Alkoholgenuss ist den Alawiten gestattet.
Jedoch sind auch andere Moslems sehr umgängliche Mitmenschen,mit denen man sehr gut auskommen kann.

Angst vor ihnen,oder die Befürchtung zum Islam bekehrt zu werden, braucht man im allgemeinen nicht zu haben.Viele haben so Kenntnisse der Bibel,manche sogar sehr umfassende Kenntnisse der Bibel.
Abraham und auch Maria wird mit sehr großem Respekt und Achtung begegnet.Das Jesus als Prophet betrachtet wird,ist ansonsten auch kein Problem sehr interessante Gespräche zu führen auch über Sichtweisen im jeweiligen Glauben und der Religion.
Moslems, insbesondere Türken sind als sehr hilfsbereit bekannt.Das auch türkische Jugendliche so ihre Macken haben können,wie deutsche Jugendliche ist wohl jedem klar.
Auch so manche "Sympathie" moslemische Halbwüchsige schon mal raus lassen,kund tun sollte man nicht unbedingt so ernst nehmen.

Im Koran gibt es auch Suren die sich mit der hl.Maria befassen,ferner gibt es eine Sure,die den Umgang mit den sog.Unläubigen vorschreibt.

Ich wurde oder werde von Moslems denn auch als "die christliche Frau bezeichnet",das bezieht sich darauf das ich katholisch bin.

Ein Link der auch sehr interessant ist .

http://www.memri.de
Dort finden sich sehr viele Übersetzungen aus der moslemischen Presse in der arabischen Welt.
Diese Seite ist kein moslemische Wbseite, den Link fand ich mal sehr versteckt auf hagalil.com Also nicht erschrecken wenn auf der amerikanischen Webseite immer noch die ganzen Hitler-Karikaturen als Postkarte zu sehen.
Im-n-tv-forum waren schon ziemlich ausgeprägte Diskussionen und Gespräche unter anderm auch mit Ulrich Sahn ,dem Jerusalem Korrespondent,wen er es denn noch ist.
Ich hab seinerzeit auch mal ne Email an die Israelische Botschaft gesschickt weil mich die amerikanische Webseite so geschockt hat von Memri. Doch die Zentrale von Memri befindet sich in Israel.
In Bagdad soll Memri auch schon gesichtet worden sein.
Möglichkeiten sich über Moselms zu informieren,bzw. mit ihnen per Weblog in Kontakt zu treten gibt es viele.

Einer meiner Richtlinien ist dieser.

Wie man über einen Menschen denkt so wird er.

Mag manchem vielleicht nicht so sehr gefallen,sei es so.

Gruß,
Elisabeth
[/url]

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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Montag 13. September 2004, 15:54

Nun das stimmt schon,es gibt Animositäten zwischen den verschiedenen Gläubigen .Auch die Situation in den sog.Banilloes,den Vorstädten in sehr simplen Hochhausgestaltung mit einer geringen Infrastruktur und einem hohen Anteil von Geringverdienern,und oder sozial Schwachen, Jugendgang und auch shcon mal der einen oder anderen "radikalen Moschee".
doch sollte man auch nicht vergessen,das Frankreich immer auch als Exilland für zahrlreiche Perser / Iraner und andere Exil-Moslems gegolten hat und gilt.
Nicht nur Kohmeini auch andere gemäßigtere Angehörige des iranischen Molems fanden ein Exilheim in Frankreich! Bani Sadr (? ermordert mittlerweile ) um nur den einen zu nennen.Nicht nur Hamburg ,London und Californien sind begehrte Exilgegenden für die Molems, auch Paris.
Es ist schon einige Zeit her, da war auf dem DLF von einem Mullah in Frankreich die Rede, der sehr moderat sei,und auch shcon sehr viele Bücher geschrieben hat.
Der Name fällt mir net eine,vielleicht weis jemand anders um wen es sich handelt.
Nun sit es jedoch auch von deutscher Seite recht einfach, von den Moslems Demos und ähnliches gegen Bin Laden zu verlangen,es wir jedoch selber auch ent tun.
Wenn man sich erinnert wie oft Franzosen ,allen voran mit ihrem Staatspräsidenten an der Spitze,jedenfalls bei F. Mitterand war das so,wenn franz.jüd.Friedhöfe und oder Synagogen geschändet wurden, dagegen in Grossdemos protestiert haben.Wann gab es so etwas schon mal in Deutschland,nur ein einziges mal bisher, vor wenigen Jahren.
Das das Klima in der hinsicht auch in Frankreich umgeschlagen ist,hat zu den kürzlichen Reaktionen seitens Sharon dem Bulldozer gegen Frankreich geführt.Alle Juden sollten Frankreich verlassen, wegen des sich verstärkenden Antisemitismus.
Das die moslemische Bevölkerung sehr stark wächst ,ist jedoch klar und bekannt.

Vermutlich sind es irgendwelche Ängste seitens der dt.Moslems die zu den sehr zurückhaltenden Reaktionen,zumal nie genau man weis,was in den Heimatländern so geschehen könnte (politisch),und der dorten noch lebenden Familien /Verwandten.


Gruß,
Elisabeth

Ralf
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Beitrag von Ralf » Montag 13. September 2004, 16:44

beatrice hat geschrieben:Ich kann nicht bestätigen, daß die Muslime in Frankreich besser integriert wären als in Deutschland.
Ich frage mich schon seit Jahren, warum noch an der Integrier-Illusion festgehalten wird. Das geht bei anderen Kulturkreisen eh nicht, hat auch nie funktioniert - es sei denn durch (oft zwangsweise) Assimilation.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Beitrag von Ralf » Montag 13. September 2004, 17:07

Erst einmal ein paar Kurzinfos: wie schon erwähnt gibt es die großen Gruppierungen der Sunniten und der Schiiten, wobei davon die sogenannte 12er Shi'a die größte und bekannteste Gruppe ist (bspw. sind die Iraner und die Mehrheit der Libanesen und Iraker Schiiten dieser Gruppe).

Im Gegensatz zu den Sunniten, die mit rund 85-90% die Mehrheit aller Muslime stellen, besitzen die Schiiten schon so eine Art Klerus, allerdings ist die Struktur desselben ganz anders gelagert als der katholische, insofern ist der Begriff des Klerus reichlich irreführend.

Neben dem schon erwähnten Schwiegersohn und Cousin des "Propheten" Muhammad, dem 4. Khalifen Ali (wenn man Muhammad nicht mitzählt, waren es nur drei bis Ali), spielt im schiitentum auch dessen Sohn (ich glaube es war der Sohn) Hussein eine große Rolle. Sowohl Ali als auch Hussein wurden von rivalisierenden musl. Gruppen ermordet - es gibt im schiitischen Islam daher eine große verehrung von Märtyrern, da man sich so Ali und Hussein enger verbunden glaubt.

Der große "Vorteil" des Schiitentums für Nichtmuslime ist der, daß man aufgrund der geistlichen Führer zumindest in etwa weiß, woran man ist. Es gibt auch durchaus reformorientierte geistl. Führer (siehe Al-Sistani im Irak), die allerdings derzeit im Iran nicht an der Macht sind.

Im Sunnitentum sieht es in praxi ganz anders aus. Es gibt keine geistl. Führer, der Imam ist strengenommen nur der Vorbeter und der, der predigt, ohne daß er irgendeine theologisch begründete religiöse Autorität wäre - diese leitet sich lediglich aus Respekt vor seinem Schriftgelehrtentum her.

Das hat den meines Erachtens garvierenden Nachteil (der Bischof von Oman, Algerien, sagte mal genau dasselbe), daß es eben keinen Ansprechpartner und keine religiöse Instanz gibt, die sagen kann, wo Islam anfängt und wo er aufhört. Jeder, der das sehr kurze islam. Glaubensbekenntnis spricht, ist Muslim. Die Einzelheiten ergeben sich lediglich aus der Tradition und aus einem gewissen Konsens - es steht jedoch grundsätzlich jedem frei, davon abzurücken.

Nochmal im Klartext: kein sunn. Muslim hat das Recht, einem anderen abzusprechen, ein Msulim zu sein oder zu behaupten, eine subjektiv religiös motiviert begangene Tat widerspräche dem Islam - weil es diese Rechtsinstanz, wie etwa unser Lehramt, im sunnitischen Islam einfach nicht gibt!

Sagt also ein Muslim, der Terror sei antiislamisch, so ist das eine Privatmeinung, selbst wenn es 98% aller Muslime weltweit sagen würden - es gibt keine Instanz, die über richtig oder falsch (also islamisch oder unislamisch) entscheidet, außer Gott selbst.

Gleiches gilt auch für die Bedeutung des Wortes "Dschihad", dies bedeutet erst einmal "Anstrengung". Ob diese, wie von der übergroßen Mehrheit der Muslime, als innere oder aber wie manche meinen als kriegerische äußere betrachtet wird, ist letztendlich eigene Entscheidung, in die einem niemand reinreden kann.

Und zu dem "Muslim" oder "Moslem". Keine Ahnung, wie man hier arab. Schriftzeichen reinbekommt (ich kann arabisch lesen und schreiben), aber da es im Hocharabischen weder "o" noch "e" gibt, ist Muslim korrekter. Nichtsdestotrotz würde man auch von Muslimen häufig "Moslem" hören, da Hocharabisch eigentlich nie gesprochen wird (außer bei den Nachrichten und bei offiz. Anlässen) ud die Dialekte sehr variieren.
Hier im Kreuzgang-Forum ist es weit verbreitet, Gericht über die Bischöfe als Hirten der Kirche zu halten. Manch einer dünkt sich besonders schlau und autoritativ. Man sollte das nicht allzu ernst nehmen.

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Fichtel-Wichtel
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Montag 13. September 2004, 20:07

Das dürfte dann auch der Grund sein,warum es recht einsilbige Reaktionen zum Thema Terror gibt,wie in dem anderen Thread erörtert wird.
@ Ralf!Frag doch mal den Technik Admin,wie arabische Schriftzeichen hier lesbar wären.

Gruß,
Elisabeth

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Beitrag von Nietenolaf » Montag 13. September 2004, 20:18

Fichtel-Wichtel hat geschrieben:@ Ralf!Frag doch mal den Technik Admin,wie arabische Schriftzeichen hier lesbar wären.
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Beitrag von Reinhard Gonaus » Montag 13. September 2004, 20:41

max72 hat geschrieben:
Reinhard Gonaus hat geschrieben:

Wenn du konkrete Fragen hast: Bitte.
Alles weiß ich aber auch nicht.
Danke fuer die Info. Die aktuellste Frage ist wohl das Verhaeltnis des Islams zu anderen Voelkern und Religionen. Der Islam erscheint heute vielen als aggressiv, der keine Kompromisse mit Andersdenkenden macht. Cathol schreibt ja aehnliches. Ist das eben wirklich Teil des Islams oder eine Verfaelschung der Lehre?

Gruss

Max
Das ist kaum zu beantworten. In Saudi-Arabien ist die Ausübung jeglicher anderer Religion verboten, und eine eigene Religionspolizei überwacht das. In der Türkei sind Religion und Staat getrennt, nach französischem Vorbild. Das in Europa heiß diskutierte Kopftuchverbot gibt's dort seit Atatürk. Überall sonst, außer in Ländern die nicht traditionell islamisch sind, sind halt Staat und Religion im Prinzip ununterscheidbar. Das hängt mit der Geschichte zusammen, in der der Islam von seinem Auftreten an staats- bzw. -reichsbildend war, während das Christentum erst mal mit einem feindlich gesinnten Staat zurechtkommen musste. Nachdem es diesen übernommen hatte, war's ja auch eine Zeit lang mit der Toleranz vorbei.

Ähnlich wie in Polen unter dem Kommunismus kristallisieren sich im Islam dort oder da nationale Hoffnungen, und in Gegenden, wo noch die Blutrache gilt und ein archaisches Stammesrecht, findet kaum jemand was dabei, auch für die Religion zum Schwert oder zur Kalaschnikow zu greifen.

Und bei uns ist halt ein Unterschied zwischen den Moslems türkischer oder exjugoslawischer Herkunft, die an die Minderheitensituation gewöhnt sind und die ntegrationsprobleme mit ihren christlichen oder ungläubigen Landsleuten teilen bzw. vertraut sind mit öffentlicher Zurückhaltung in religiösen Dingen, und den anderen, aus dem Iran, aus Pakistan, Algerien oder sonstwo, für die der Islam oder das, was sie dafür halten, oft die einzig verbliebene Stütze für ihre Identität ist.

Der Islam als solcher ist tendenziell nicht aggressiver oder weniger aggressiv als das Christentum. Im Koran finden sich Hinweise auf göttliche Geduld und göttliches Erbarmen neben mehr oder weniger blutrünstigen Erzählungen und Anweisungen für Kriegssituationen, nicht anders als in der Bibel.

Aber den Islam als solchen gibt's halt so wenig wie das Christentum als solches. Es wird nichts anderes übrigbleiben, als den konkreten Menschen in konkreten Situationen zu begegnen.
Reinhard
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Beitrag von Reinhard Gonaus » Montag 13. September 2004, 20:51

max72 hat geschrieben: Ich kenn den Koran zu schlecht, aber manche behaupten immer wieder es staende drin, dass eben gegen Unglaeubige irgendwie vorgegangen werden sollte?
Max
Klar. Die Suren des Koran sind zu bestimmten Gelegenheiten geoffenbart und enthalten häufig Anweisungen für eine ganz bestimmte, historisch fassbare Situation. Wenn grad Krieg war und eine Schlacht bevorstand, entstand eben auch mal eine Sure mit Vorschriften oder Empfehlungen für das Verhalten im Kampf. Ich kenn, weil ich sie öfters zitiert lese, eine Stelle, die sagt sinngemäß: Wenn sie euch angreifen, dann wehrt euch, und solang sie sich nicht ergeben, haut sie ungeniert nieder! Wenn sie sich aber ergeben, lasst sie am Leben und gebt sie gegen ein angemessenes Lösegeld frei! Ich kann sie jetzt nicht finden, weil ich sie zu ungenau im Kopf hab. Da greift die elektronische Stellensuche nicht.
Reinhard
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Beitrag von Fichtel-Wichtel » Montag 13. September 2004, 20:58

Hat von euch jemand Kontakt mit Moslems, als Nachbarn,Mitarbeiter,Kollege,Mitschüler usw. Wenn man mit "seinen" Moslems gut auskommt, dann kann man vielleicht mal die eine oder andere Frage stellen.
Gruß,
Elisabeth

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