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"Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 12:11
von Pilger
War Jesus ein Kapitalist oder spiegelt der Finanzkapitalismus die Traditionslinie des Opferkults wieder.

Jesus ein Kapitalist

Christina von Braun "Der Preis der Geldes"
Wird Gott in Gleichnissen als Kapitalist symbolisiert?

Der Evangelist Markus schreibt in Kapitel 10

.....20 Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. 21 Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! 22 Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. 23 Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! 24 Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! 25 Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.....

Natürlich nicht ... die These "Jesus, der Kapitalist" ist eine Häresie.

Es ist wie es war .. der Mensch möchte sich nicht vom Reichtum trennen....
Eigentlich ist das eine kristallklare Ansage, aber der Mensch der sich nicht von seinem Reichtum trennen möchte interpretiert das gesagte gerne so, das er dennoch glauben kann, das er gerettet wird.

Ich denke eine wirtschaftsliberale Interpretation der heiligen Schrift die nur die Freiheit des Individuums betont ist zwar auch eine Art "Befreiungstheologie" aber mit Sicherheit eine gefährliche Irrlehre.

Re: "Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 12:56
von Torsten
http://www.kath.net/detail.php?id=3787

An keiner Stelle der Bibel verurteilten Jesus und seine Apostel materiellen Reichtum an sich, schreibt Grözinger. „Im Gegenteil: Sie feierten gerne, viel und ausgiebig.“
Sie feierten gerne, viel und ausgiebig. Und forderten gleichzeitig Lohnverzicht, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit? Jesus kann kein Kapitalist sein, weil die dort gepredigten Werte und der Reichtum abstrakter Natur sind. Es ist etwas dem Menschen übergeordnetes und lebloses. Es ist der Mammon. Jesus hat mit Sicherheit nichts gegen ein Leben in Fülle. Nur die Art der Fülle und der Weg dorthin, nämlich über das Reich Gottes, unterscheidet sich ja wohl grundlegend vom Dienst am Mammon, der den Planeten ruiniert, die Menschheit mit einem Krieg nach dem anderen überzieht und die überwiegende Mehrheit im absoluten Elend versinken lässt.

Mir scheint, dieser Ökonom klammert sich an den letzten Strohhalm, um noch einen Sinn in dem zu finden, was er mal studiert hat, woran er glaubt. Dabei verkauft er sich selber für dumm. Man sollte ihm dabei nicht noch Bestätigung zukommen lassen, in dem man das Buch erwirbt.

Re: "Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 13:06
von cantus planus
Ich kann über Kath.net dieser Tage nur den Kopf schütteln. Schlagseiten hatten die ja immer schon, aber im Moment setzt auch der gesunde Menschenverstand aus.

Re: "Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 13:46
von Niels
cantus planus hat geschrieben:Ich kann über Kath.net dieser Tage nur den Kopf schütteln. Schlagseiten hatten die ja immer schon, aber im Moment setzt auch der gesunde Menschenverstand aus.
Vielleicht haben die Mühe, neben KNA- und Idea-Meldungen überhaupt Artikel zusammenzukriegen, die sie dann posten können.

Re: "Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 13:57
von Edi
kath.net befürwortet ja auch sehr Paul Ryan, den von Romney vorgesehenen Vizepräsidenten. Der ist zwar im Gegensatz zu Romney, dem Wendehals. schon immer gegen Abtreibung gewesen, aber will noch mehr aufrüsten und die Steuern trotz hoher Verschuldung der USA, die auch durch Bush mitverschuldet wurde, weiter senken, was weigehend nur den Reichen zugute kommt. Bei den Sozialkosten will er kürzen. Passt nicht sonderlich zur Soziallehre der Kirche.
Man hat auch nichts davon gehört, dass er gegen die wahnsinnig teuren Bushkriege war als Haushälter im Abgeordentenhaus.

Re: "Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 13:58
von Torsten
Torsten hat geschrieben:Mir scheint, dieser Ökonom klammert sich an den letzten Strohhalm, um noch einen Sinn in dem zu finden, was er mal studiert hat, woran er glaubt.
Das nehme ich zurück. Der Mann meint das ernst und aus völliger Überzeugung..
eigentuemlich frei hat geschrieben:„Erde bei Nacht“: Leuchtfeuer des Kapitalismus
von Robert Grözinger

Individuelle Freiheit führt zu einer Vorahnung dessen, was Christen das Reich Gottes nennen
http://ef-magazin.de/autor/robert-groezinger

Re: "Der Preis der Geldes"

Verfasst: Donnerstag 23. August 2012, 19:19
von Pilgerer
Die Marktwirtschaft (nicht gleichzusetzen mit Kapitalismus) kann durchaus ein Weg sein, durch die Gott die Gesellschaft lenken kann. Denn hier werden durch den Markt die Menschen gezwungen, ein gewisses moralisches Niveau einzuhalten und Gutes für ihre Nächsten zu tun (im Tausch gegen etwas).
Der moderne Kapitalismus hat zwei Nachteile: Große Unternehmen (Gefahr von Monopolen, Oligopolen, Kartellen) und die Trennung Kapital/Arbeit. Die alte klassische Marktwirtschaft war dagegen noch von der Einheit von Kapital und Arbeit geprägt, d.h. die Unternehmer arbeiteten im eigenen Betrieb mit (z.B. Schmiede, Schuster, Müller, ...) und hatten nur wenige Angestellte.
Gefährlich ist momentan der Finanzkapitalismus, d.h. das Geldverdienen mit der reinen, hemmungslosen Spekulation. Hier werden immer wieder Blasen angehäuft, die von der Realwirtschaft entkoppelt sind.