Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

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Edi
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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Edi » Dienstag 18. Juni 2019, 19:56

CSU-Maut und damit auch Merkel-Maut gescheitert, es drohen Schadensersatzforderungen.

https://www.stern.de/politik/deutschlan ... o6enn0czMQ

https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... d8ZmCsrdcE
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Caviteño
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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 19. Juni 2019, 09:36

Hintergründe zu ganzen Verfahren:

Zurück auf Los bei der Pkw-Maut – Der Schaden ist groß

Da wurde von Dobrindt und Scheuer gemauschelt, was das Zeug hielt. Toll Collect wurde verstaatlicht, ein Sonderkündigungsrecht nicht wahrgenommen - hohe Kosten fallen an.

Man darf sicher sein, daß diese Figuren weiter an maßgeblicher Stelle sitzen werden - der Grund ist der allseits beklagte Fachkräftemangel....

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Edi
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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Edi » Mittwoch 19. Juni 2019, 20:32

Als damals über die Maut diskutiert wurde, die die CSU durchsetzen wollte, aber Merkel nicht wollte, war ich der Meinung, wenn schon Maut, dann sollte man die Dinge rechtlich lange genug prüfen, bevor man etwas in Gang setzt. Das aber war der CSU nicht so wichtig. Ob es nicht besser wäre zu versuchen die KFZ-Steuer europäisch mehr anzugleichen, weiss ich nicht, aber Maut braucht ja viele Dinge bis sie klappt. Die jetzige Maut zahlt ja auch niemand anders als der Verbraucher, man kriegt sie ja auf den Rechnungen der Speditionen und der Lieferanten ausgewiesen.
Anders gesagt, die CSU hat mal wieder Mist gebaut samt der Merkel, die ursprünglich gegen die Maut war und das auch im Wahlkampf ausdrücklich gesagt hat. Mit mir wird es keine PKW-Maut geben, hat sie wörtlich gesagt. Das ist nicht das erste Mal, dass sie gelogen hat. Heute bedauert sie die fehlenden Mauteinnahmen! Heil Merkel ! https://www.youtube.com/watch?v=7PUR_WPj0JM
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Juergen
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Juergen » Montag 24. Juni 2019, 10:26

HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 6. März 2019, 14:50
Die evangelische Kirche verbreitet die frohe Botschaft. Oder so etwas Ähnliches...

Evangelische Petition für Tempolimit 130 km/h startet

Da bilden sich doch ganz neue Allianzen:



Wenn die Kirche die Menschen mit dem Reden von und über Gott nicht mehr erreicht, wendet sie sich weltlichen Themen zu. Das Wenige, was ich vom Kirchentag gehört habe, zeigte auch den Trend. Damit gibt sie sich selbst als Glaubensgemeinschaft auf und wird zu einer politischen Partei. Das scheint mir gerade zu passieren. In den evangelischen Glaubensgemeinschaften ist der Trend stärker als in der katholischen Kirche, doch auch letztere bewegt sich (in Deutschland) in die Richtung.
Gruß
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Petrus
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Petrus » Montag 24. Juni 2019, 18:33

Juergen hat geschrieben:
Montag 24. Juni 2019, 10:26
Wenn die Kirche die Menschen mit dem Reden von und über Gott nicht mehr erreicht, wendet sie sich weltlichen Themen zu. Das Wenige, was ich vom Kirchentag gehört habe, zeigte auch den Trend. Damit gibt sie sich selbst als Glaubensgemeinschaft auf und wird zu einer politischen Partei. Das scheint mir gerade zu passieren. In den evangelischen Glaubensgemeinschaften ist der Trend stärker als in der katholischen Kirche, doch auch letztere bewegt sich (in Deutschland) in die Richtung.
Leider (die lutherische Kirche ist meine ursprüngliche Heimat) muß ich Dir voll und ganz zustimmen. Und: diesen Trend gibt es schon jahrzehntelang. Zur politischen Partei wird sie nicht, sie löst sich einfach "in die Welt" auf, ist nicht mehr erkennbar, und verschwindet irgendwann. Schade.

Wobei - aber das wäre ein anderes Thema in einem anderen Unterforum -

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taddeo
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von taddeo » Freitag 28. Juni 2019, 13:10

Wenn ich mich mal als Prophet versuchen sollte, würde ich voraussagen, daß es in spätestens 25 Jahren die deutschen Premium-Autohersteller in dieser Form wie heute nicht mehr geben wird. Jeder, der heute auf Elektro- und autonom fahrende Autos setzt, wird unweigerlich untergehen.

Caviteño
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von Caviteño » Freitag 28. Juni 2019, 21:23

taddeo hat geschrieben:
Freitag 28. Juni 2019, 13:10
Wenn ich mich mal als Prophet versuchen sollte, würde ich voraussagen, daß es in spätestens 25 Jahren die deutschen Premium-Autohersteller in dieser Form wie heute nicht mehr geben wird. Jeder, der heute auf Elektro- und autonom fahrende Autos setzt, wird unweigerlich untergehen.
Punkt 1 - das befürchte ich auch
Punkt 2 - da widerspreche ich aber ganz deutlich

Der Elektroantrieb ist von der Politik gewollt, wobei mE weniger die Bundesregierung als vielmehr die chin. Regierung hier das Heft des Handelns in der Hand hat.
Wenn China vorschreibt, daß die Flotte eines Herstellers dort zu einem steigenden Anteil aus Elektrofahrzeugen bestehen muß, haben die deutschen Hersteller keine andere Wahl als entweder auf den Markt zu verzichten oder mitzumachen.
In Europa ist es ähnlich. Auch hier will die Politik den Verbrenner abschaffen. Dazu wird man ein ganzes Instrumentarium nutzen: von den Kaufprämien, über Steuererleichterungen und Vorzugsbehandlungen z.B. Parken uä bis hin zu einer drastischen Verteuerung von Benzin und Diesel - die frühere bench-mark der Grünen (5 DM/l) würde dann deutlich überschritten.
Die Politik gibt keine Fehler zu, deswegen wird man den Bürger zwingen, entsprechend zu konsumieren, d.h. auf Elektro- (oder ggfs. Brennstoffzelle)Autos umzusteigen und dafür positive und negative Anreize setzen.

Bis 2044 wird man auch überwiegend autonom fahrende Autos haben. Vor 25 Jahren (1994) wäre jeder belächelt worden, der vorhergesagt hätte, daß man heute die Zieladresse eingibt und dorthin gelotst wird. Heute eine Selbstverständlichkeit.

Warum wird die deutsche Automobilindustrie dann Schwierigkeiten haben?
Man geht in den Vorhersagen davon aus, daß in der mittleren Zukunft Autos nicht mehr gekauft sondern nur noch bei Bedarf gemietet werden. Außerdem ist ein Elektroantrieb technisch weniger anspruchsvoll als ein Verbrenner. Konkurrenten aus China, Indien oder anderen Ländern werden auf den Markt drängen und mit preisgünstigen Angeboten versuchen, Marktanteile zu gewinnen.

Ein Auto für die Familie - mal als Kleinwagen zum Einkaufen bzw. zur Arbeit oder als Familienkutsche in den Urlaub und bezahlt wird nur die Nutzung. Keine Parkplatzsorgen, die eigene Garage kann als Stauraum genutzt werden.....
Zuletzt geändert von Hubertus am Samstag 29. Juni 2019, 12:24, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Durch Moderationsmaßnahme obsolet gewordene Inhalte entfernt.

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holzi
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Re: Die »Alternative für Deutschland«: für Christen wählbar?

Beitrag von holzi » Samstag 29. Juni 2019, 14:07

Caviteño hat geschrieben:
Freitag 28. Juni 2019, 21:23
[...]
Bis 2044 wird man auch überwiegend autonom fahrende Autos haben. Vor 25 Jahren (1994) wäre jeder belächelt worden, der vorhergesagt hätte, daß man heute die Zieladresse eingibt und dorthin gelotst wird. Heute eine Selbstverständlichkeit.
[...]
Da widerspreche ich etwas: ich kann mich gut erinnern, 1994 mit einem Vertreter geplaudert zu haben, der damals eines der ersten, damals noch sündteuren Blaupunkt TravelPilot im Auto hatte. Er schwärmte davon und meinte, dass das die Zukunft wäre. Also: ich behaupte, 1994 war das schon absehbar. Schreib 1984 und wir sind uns einig. Da war das echt noch Zukunftsmusik. Aber auch da bilde ich mir ein, schon in den 80ern bei Peter Lustigs Löwenzahn eine Folge zu dem Thema gesehen zu haben. Der Prototyp war ein kompletter Kastenwagen voll mit Großrechnertechnik.
Diese Nachricht wurde CO²-neutral, umweltfreundlich, aus wiederverwerteten Buchstaben von weggeworfenen E-Mails geschrieben und ist digital voll abbaubar.

Caviteño
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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Caviteño » Samstag 29. Juni 2019, 14:50

Da wirst Du wohl Recht haben, GPS war seit Mitte der 90'iger Jahre voll funktionsfähig.

Ich kann mich nur noch erinnern, daß Gorbatschow mal in D. war und Mercedes besuchte. Da erklärte man ihm mit Modellen, die die Erde und die sie umkreisenden Satelliten darstellten, wie Navigation künftig funktioniere wird.
Ich dachte nur: "Was soll das? Gibt doch Karten..."

Ich will auch nur sagen, daß die Entwicklung schneller voranschreitet, als wir uns das vorstellen. Mobilität ist -weltweit gesehen- ein Billionenmarkt und somit ist es nur natürlich, daß neue Wettbewerber auf den Markt kommen, zumal die Politik regulierend eingreift und den Verbrennungsmotor aussteuern will.
Verstärkt wird das noch durch den Klimahype, der entfacht wurde. Das ist es ziemlich einfach, die Steuern für fossile Brennstoffe drastisch zu erhöhen (ist ja für einen "guten Zweck") und so schon aus wirtschaftlichen Gründen den Übergang zum Elektroantrieb zu beschleunigen. Die sog. Energie"wende", die zu den höchsten Strompreisen in Europa führte, kann da als Beispiel dienen.

Wenn es ums Klima geht, gibt es kein "pillepalle" mehr - sagte die Kanzlerin. Man kann das auch als Drohung oder Angriff auf die Geldbörsen der Bürger verstehen.

Wohin der Weg geht, zeigt dieses Interview mit einem Stadtrat der Grünen in Berlin:
Autos verstopfen die Stadt an so vielen Stellen. Sie nehmen so viel Raum ein, dass andere Verkehrsformen, aber auch Aufenthalt und Begegnung im öffentlichen Straßenland zu wenig Platz haben.
(...)
Darum ist es sinnvoll, dass die Menschen nur noch selten Autos benutzen und wenn, dann ein Carsharing-Fahrzeug.
Ein einziges davon ersetzt nach einigen Untersuchungen acht, nach anderen sogar 19 Pkw.
(...)
Diese notwendigen Autoverkehre sollten natürlich alle möglichst bald mit erneuerbaren Energien fahren. Und wer sein eigenes Auto, auch nicht mehr mit Verbrennungsmotor angetrieben, behalten will für einen Familienausflug oder größere Besorgungen, der stellt es eben ein Stück vor der Stadt ab und pendelt dorthin mit Bus oder Bahn.
https://www.welt.de/politik/deutschland ... w4qmCTqQIk

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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Caviteño » Sonntag 7. Juli 2019, 16:57

Die größte Satellitenflotte der Welt betreiben weder die USA noch Russland oder die EU sondern ein Privatunternehmen mit dem Namen "Planet". Man hat 150 Satelliten im Einsatz, die täglich ein Bild der ganzen Erde machen.
Planet erstellt jeden Tag ein Bild der gesamten Landoberfläche der Erde mit einer Auflösung von drei Metern. Die meisten Satelliten heißen „doves“, Tauben. Das passt, denn sie fliegen als Schwarm um die Erde und die Größe kommt auch ungefähr hin. Es sind Satelliten in Schuhkartongröße. Planets Tauben sind sehr einfach konstruiert: eine Kamera, ein Funksystem und Solarzellen für die Stromgewinnung. Die Minisatelliten fliegen sehr günstig als Trittbrettfahrer ins All, wenn ein traditioneller großer Satellit gestartet wird, und in der Rakete noch Platz ist.
https://www.deutschlandfunk.de/satellit ... _id=442017

Der Einsatz der gelieferten Daten ist praktisch unbegrenzt:
BASF und Bayer sagen den Farmern, wann sie wässern oder düngen müssen, Versicherungen können Schäden abschätzen, selbst die Belegung von Parkflächen, Containersammelstellen usw. kann überprüft werden.
Die Satelliten selbst kosten nicht viel, viele Komponenten wurden selbst entwickelt:
„Wir haben viele zentrale Komponenten selbst entwickelt“, sagt Marshall, „die Funkantennen, die Teleskope, die Steuerungssoftware.“
Auf kleinstem Raum bringt Planet Technik unter, die noch vor wenigen Jahren den Raum eines Kühlschranks belegte. Zusätzlich spart das Unternehmen Baukosten, indem es anstelle teurer Spezialelektronik Chips und Sensoren nutzt, wie sie billig für Handys hergestellt werden.
Nach drei Jahren werden die Satelliten erneuert, weil es dann bessere Komponenten gibt.

Erstaunlich, was inzwischen alles möglich ist, vor allem wenn man die Anfänge noch miterlebt hat....

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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Juergen » Dienstag 9. Juli 2019, 18:07

Laserscanner-Messverfahren in Bielefeld und Gütersloh im Einsatz
Gericht: Laserblitzer-Fotos nicht verwertbar – Aus für »Bernhard« und »Nico«?

Saarbrücken/Bielefeld/Gütersloh (dpa/WB/acl). Ein Urteil im Saarland könnte nun auch Auswirkungen auf Bielefeld und Gütersloh haben. Zumindest für Autofahrer. Denn der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes hat entschieden, dass Messungen mit aktuellen Laserscannern – wie sie auch in Bielefeld und Gütersloh eingesetzt werden – nicht verwertbar seien.


Nach einer Expertenanhörung kamen auch die Verfassungsrichter zu dem Schluss, dass die derzeit gespeicherten Daten »keine zuverlässige nachträgliche Kontrolle des Messergebnisses« erlauben.

Die Speicherung der Rohdaten sei aber technisch ohne großen Aufwand möglich. Insofern seien die Grundrechte des Beschwerdeführers auf ein faires Verfahren und eine effektive Verteidigung verletzt
Gruß
Jürgen
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Benedikt
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 1. August 2019, 14:19

Juergen hat geschrieben:
Montag 24. Juni 2019, 10:26
HeGe hat geschrieben:
Mittwoch 6. März 2019, 14:50
Die evangelische Kirche verbreitet die frohe Botschaft. Oder so etwas Ähnliches...

Evangelische Petition für Tempolimit 130 km/h startet

Da bilden sich doch ganz neue Allianzen:



Wenn die Kirche die Menschen mit dem Reden von und über Gott nicht mehr erreicht, wendet sie sich weltlichen Themen zu. Das Wenige, was ich vom Kirchentag gehört habe, zeigte auch den Trend. Damit gibt sie sich selbst als Glaubensgemeinschaft auf und wird zu einer politischen Partei. Das scheint mir gerade zu passieren. In den evangelischen Glaubensgemeinschaften ist der Trend stärker als in der katholischen Kirche, doch auch letztere bewegt sich (in Deutschland) in die Richtung.
Im Straßenverkehr kommen innerhalb von fünf Jahren mehr Menschen um als beim Holocaust. Die Reduzierung der Verkehrsunfalltoten auf möglichst Null ("Vision Zero") ist daher kein bloßes politisches Thema, sondern zuvorderst ein Moralisches. Ich begrüße diese Petition daher und habe sie unterschrieben.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Siard
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Siard » Donnerstag 1. August 2019, 16:53

Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 14:19
Im Straßenverkehr kommen innerhalb von fünf Jahren mehr Menschen um als beim Holocaust. Die Reduzierung der Verkehrsunfalltoten auf möglichst Null ("Vision Zero") ist daher kein bloßes politisches Thema, sondern zuvorderst ein Moralisches. Ich begrüße diese Petition daher und habe sie unterschrieben.
Das irritiert mich etwas. Wo kommen in fünf Jahren mehr Leute um, als bei der Shoa?
In Merkeldeutschland doch wohl nicht. Und die meisten Länder haben entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen, also dürfte die Auswirkung eines Tempolimits in der BR D gering sein.
Wobei ich die Begrenzung auf 130 sinnvoll finde – aber die Begründung sehe ich so nicht.

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Benedikt
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Benedikt » Donnerstag 1. August 2019, 21:49

Siard hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 16:53
Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 14:19
Im Straßenverkehr kommen innerhalb von fünf Jahren mehr Menschen um als beim Holocaust. Die Reduzierung der Verkehrsunfalltoten auf möglichst Null ("Vision Zero") ist daher kein bloßes politisches Thema, sondern zuvorderst ein Moralisches. Ich begrüße diese Petition daher und habe sie unterschrieben.
Das irritiert mich etwas. Wo kommen in fünf Jahren mehr Leute um, als bei der Shoa?
In Merkeldeutschland doch wohl nicht. Und die meisten Länder haben entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen, also dürfte die Auswirkung eines Tempolimits in der BR D gering sein.
Wobei ich die Begrenzung auf 130 sinnvoll finde – aber die Begründung sehe ich so nicht.
Weltweit. Im Jahr 2016 kamen 1,35 Mio. Menschen im Straßenverkehr ums Leben: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_c ... death_rate

Natürlich haben andere Länder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ein Tempolimit ist ja nur ein Baustein zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Wichtiger als das Tempo 130 ist das Tempo 30 innerorts. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein "Weichziel" bei Tempo 50 ums Leben kommt, ist weitaus höher als bei Tempo 30.

Daher gilt: Verkehrssicherheit ist ein moralisches Thema, und daher kann die Kirche sich auch dazu äußern, auch wenn sie lange dem Töten zugesehen hat.
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Hubertus » Freitag 2. August 2019, 16:26

Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 21:49
Siard hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 16:53
Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 14:19
Im Straßenverkehr kommen innerhalb von fünf Jahren mehr Menschen um als beim Holocaust. Die Reduzierung der Verkehrsunfalltoten auf möglichst Null ("Vision Zero") ist daher kein bloßes politisches Thema, sondern zuvorderst ein Moralisches. Ich begrüße diese Petition daher und habe sie unterschrieben.
Das irritiert mich etwas. Wo kommen in fünf Jahren mehr Leute um, als bei der Shoa?
In Merkeldeutschland doch wohl nicht. Und die meisten Länder haben entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen, also dürfte die Auswirkung eines Tempolimits in der BR D gering sein.
Wobei ich die Begrenzung auf 130 sinnvoll finde – aber die Begründung sehe ich so nicht.
Weltweit. Im Jahr 2016 kamen 1,35 Mio. Menschen im Straßenverkehr ums Leben: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_c ... death_rate

Natürlich haben andere Länder Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ein Tempolimit ist ja nur ein Baustein zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Wichtiger als das Tempo 130 ist das Tempo 30 innerorts. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein "Weichziel" bei Tempo 50 ums Leben kommt, ist weitaus höher als bei Tempo 30.

Daher gilt: Verkehrssicherheit ist ein moralisches Thema, und daher kann die Kirche sich auch dazu äußern, auch wenn sie lange dem Töten zugesehen hat.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein "Weichziel" bei Tempo 30 ums Leben kommt, ist weitaus höher als bei Tempo 0.
Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Straßenverkehr

Beitrag von Radulf Thoringi » Samstag 3. August 2019, 21:44

Benedikt hat geschrieben:
Donnerstag 1. August 2019, 14:19
Im Straßenverkehr kommen innerhalb von fünf Jahren mehr Menschen um als beim Holocaust. Die Reduzierung der Verkehrsunfalltoten auf möglichst Null ("Vision Zero") ist daher kein bloßes politisches Thema, sondern zuvorderst ein Moralisches. Ich begrüße diese Petition daher und habe sie unterschrieben.
Hallo alle hier
und dann auch noch ein Ossi :huhu:. In der Sache sehe ich den diskutierten Sachstand aber ganz anders. Es ist nicht Aufgabe der Kirche die Straßenverkehrsordnung auszulegen. Da hilft nach meiner Meinung auch kein abstrakter Verweis auf Menschenleben. Mit der gleichen Begründung könnte sich die Kirche auch der Revision der Fahrstuhlsicherung, der Prüfung von Arzneimitteln oder von Druckreaktoren annehmen. Der Phantasie bleibt ein weites Feld. Ein Christ kann sicher für wie gegen Tempo 130 sein, ohne daß dies ein Thema für die Beichte wäre ;D. Die Kirche sollte ihre Schäfchen zu einer Menge Dinge anhalten, auch im Straßenverkehr :heiligenschein:, aber nicht den Staat. :nein:

Bei genannter Aktivität der EKM kommt noch sehr erschwerend hinzu, daß diese Petition durch einen leitenden Kirchenbeamten entgegen einem anderslautenden Beschluß der Synode plaziert wurde. Warum dann keine Distanzierung durch die EKM erfolgte, ist auch wieder so eine Sache...

PS: Der Vergleich von Verkehrstoten mit dem Holocaust sollte aber bitte unterbleiben. :regel:
"Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott."
Werner Heisenberg

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Benedikt
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Re: Litfaßsäule

Beitrag von Benedikt » Sonntag 4. August 2019, 18:32

Nein, der unterbleibt nicht. Die weiteren Folgen des Autowahns sind ja noch viel größer (gesundheitliche Folgen, Verfettung und soziale Verarmung der Gesellschaft). Es ist Zeit, da die Reißlinie zu tun. Die Kirche hat in diesem Bereich viel zu lange geschwiegen, das hat sich erst mit Papst Franziskus etwas geändert (Laudato Si 153). Wer sich nicht gegen den Autowahn einsetzt, macht sich an diesen ganzen Todesopfern mitschuldig.
"Kommt ihm der Staatsumwälzer nicht wie Sisyphus vor? Die Last wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der Höhe schwebend erhält." - Novalis: Europa

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Edi
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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Edi » Sonntag 8. September 2019, 13:17

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Re: Alles zum Thema Straßen-, Schienen- u. Luftverkehr

Beitrag von Caviteño » Montag 9. September 2019, 14:20

Herrlich - da weiß das Handelsblatt wirklich nicht, was es will:

Der SUV-Wahnsinn – Warum die Autoindustrie sehend in eine Falle tappt

So, so... man tappt also in eine Falle, weil:
„Wenn Sie sich anschauen, wohin die Trends in der Automobilindustrie gehen, da sehen Sie: SUVs wachsen, wachsen, wachsen, wachsen“, doziert Lohscheller. Allein bei Opel stehen solch wuchtige Karossen bereits für 30 Prozent des Gesamtabsatzes. Bei Volkswagen, Daimler und BMW sieht es ähnlich aus.
Klassische Kompaktwagen finden dagegen immer weniger Käufer. Und auch Limousinen wie das Opel-Flaggschiff Insignia werden zu Ladenhütern in den Autohäusern.
Da haben die Automobilfirmen mal einen Trend erkannt und sind erfolgreich, aber das ist auch nicht recht. Denn -angeblich- wächst das Umweltbewußtsein (sieht man an den steigenden Verkaufszahlen :breitgrins: ) und außerdem drohen ab dem nächsten Jahr Strafzahlen durch die EU-Vorgaben. Das würde die Gewinne mindern - Gewinne, die man jetzt durch den hohen Verkauf von SUVs erzielt.
Was ist, wenn die Kunden bereit sind, auch höhere Preise für einen SUV mit Dieselantrieb zu zahlen, weil sie partout kein E-Auto haben wollen? :hmm:
Sicherlich kann man sich auf die SUVs einschießen - da haben Greenpeace & Co auch ausreichend Erfahrung. Aber was ist, wenn sie trotzdem gekauft werden, ähnlich wie "Flugscham" auch nicht zu einer Verminderung der Flugreisen geführt hat?

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