Katastrophe in Japan

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Torsten
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Torsten » Sonnabend 6. August 2011, 13:15

Ich bin kein Atomphysiker. Aber ich weiß, dass eine Atombombe aus einem Uran- oder Plutoniumkern besteht, der durch eine konventionelle Explosion zur kritischen Masse zusammenkommt. Was die Kernspaltung auslöst. Die Hiroshima-Bombe bestand aus 64kg Uran, wobei wohl nur ca. 1 kg davon zur Spaltung gelangte. Der Rest hat sich verteilt und strahlt sicher immer noch ein wenig vor sich hin.
In Fukushima lagern hunderte Tonnen spaltbaren Materials, von denen etliche Tonnen unkontrolliert in gebrochenen Sicherheitsbehältern "kernreagieren" und dabei immer neue Horrorisotope entstehen lassen, die in die Atmosphäre, in den Boden und ins Meer gelangen. Fukushima stellt man sich am besten als Mittelpunkt eines 200km Durchmesser großen Kraters vor, in dem kein Mensch sich aufhalten sollte.

Caviteño
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Freitag 9. September 2011, 09:22

Die deutsche "Energiewende" könnte an europarechtlichen Bestimmungen scheitern. Davor warnte der EU-Kommissar Oettinger:
Die deutsche Energiewende stößt auf wachsende europarechtliche Bedenken. In bisher ungewohnter Deutlichkeit hat EU-Energiekommissar Günther Oettinger auf drohende Konflikte aufmerksam gemacht. Oettinger verwies auf die notwendigen EU-Genehmigungen für geplante Beihilfen zur Förderung der Energiewende und auf die Ambitionen kommunaler Stromversorger, die sich nach dem Atomausstieg auch überregional bessere Chancen gegenüber der privaten Konkurrenz ausrechnen. Er könne den Stadtwerken nur raten, Zurückhaltung an den Tag zu legen, um sich nicht, wie zuvor die Landesbanken, die Finger in Brüssel zu verbrennen, sagte Oettinger..
(...)
Zweifel äußerte der Kommissar auch an den Beihilfen für den Bau von Gaskraftwerken, die in sonnen- und windarmen Zeiten zur Deckung des Strombedarfs zugeschaltet werden sollen: „Solche Hilfen sind nicht zwingend europatauglich.“ Ohnehin stelle sich die Frage, ob Investoren neue Kraftwerke nicht besser in den Nachbarstaaten errichteten, wo sie nicht nur in Spitzenbedarfszeiten, sondern ganzjährig laufen könnten. In Deutschland fehlender Strom müsse dann eben importiert werden.
http://www.faz.net/artikel/C377/energ ... 83212.html

Womit wir wieder beim Thema des "Atomstrom"imports von Kraftwerken in Frankreich, der Slowakei oder Tschechien wären. :pfeif:

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Edi
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Edi » Freitag 9. September 2011, 21:49

Caviteño hat geschrieben:Wenn Hiroshima und Nagasaki inzwischen wieder von Millionen Menschen bewohnt werden (können), warum wird dann bei einem Reaktorunfall (GAU) von dauerhaft unbewohnbarem und verstrahltem Gebiet geredet? :achselzuck:

Uch versuche mal eine Antwort, bin aber auch kein Experte. Die Atombomben in beiden Städten enthielten nur wenige kg radioaktives Material, dessen Fall out nicht nur lokal niederging, sondern zudem noch durch den Wind weit verteilt wurde. Wogegen ein Reaktor tonnenweise radioaktive Elemente enthält, die nicht so weit und hoch in die Atmosphäre geschleudert werden, wie es mindestens teilweise auch bei Tschernobyl der Fall war. Hier haben wir in Westeuropa zwar auch Fall out bekommen, aber die meiste Radioaktivität ist nach wie vor in Tschernobyl und Umgebung vorhanden.
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Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
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die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 10. September 2011, 13:12

Es liegt aber wohl ein Unterschied zwischen dem in Atomkraftwerken zum Einsatz kommenden Uran und dem Uran für Kernwaffen vor:
Verwendung des angereicherten Urans

235U ist – wie einige andere Nuklide mit ungerader Neutronenzahl – durch thermische Neutronen relativ gut spaltbar und das einzige bekannte natürlich vorkommende Nuklid, das zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig ist. Während für Schwerwasser- und Graphit-moderierte Reaktoren auch Natururan zum Einsatz kommen kann, müssen Kernreaktoren der gängigsten Typen (Druckwasser- und Siedewasserreaktoren) mit Uran beschickt werden, dessen 235U-Gehalt auf mindestens etwa 3 % – in der Praxis bis zu 5 % – erhöht wurde. Für Kernwaffen ist eine sehr hohe Anreicherung erforderlich (typischerweise mindestens 85 %); dieses Urangemisch wird als hochangereichertes Uran (engl. highly enriched uranium, HEU) bezeichnet.
Insofern könnte sich mE der Hinweis auf die unterschiedlichen Uranmengen relativieren. :achselzuck:

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Edi » Sonnabend 10. September 2011, 16:12

Caviteño hat geschrieben:Es liegt aber wohl ein Unterschied zwischen dem in Atomkraftwerken zum Einsatz kommenden Uran und dem Uran für Kernwaffen vor:
Verwendung des angereicherten Urans

235U ist – wie einige andere Nuklide mit ungerader Neutronenzahl – durch thermische Neutronen relativ gut spaltbar und das einzige bekannte natürlich vorkommende Nuklid, das zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig ist. Während für Schwerwasser- und Graphit-moderierte Reaktoren auch Natururan zum Einsatz kommen kann, müssen Kernreaktoren der gängigsten Typen (Druckwasser- und Siedewasserreaktoren) mit Uran beschickt werden, dessen 235U-Gehalt auf mindestens etwa 3 % – in der Praxis bis zu 5 % – erhöht wurde. Für Kernwaffen ist eine sehr hohe Anreicherung erforderlich (typischerweise mindestens 85 %); dieses Urangemisch wird als hochangereichertes Uran (engl. highly enriched uranium, HEU) bezeichnet.
Insofern könnte sich mE der Hinweis auf die unterschiedlichen Uranmengen relativieren. :achselzuck:
Die Mengen in einem Reaktor sind in Relation zu einer kleinen Bombe trotzdem viel höher. In einem Reaktor befinden sich um die 159 t Uran, das ist viel mehr auch wenn es nicht so hoch angereichert ist. Zudem wird auch das nicht angericherte Uran und selbst andere Materialien im Betrieb radioaktiv, daher braucht u.a. auch der Abbau eines Reaktors viele Jahre.
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Gamaliel
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Gamaliel » Montag 12. September 2011, 20:07

Caviteño hat geschrieben:Womit wir wieder beim Thema des "Atomstrom"imports von Kraftwerken in Frankreich, der Slowakei oder Tschechien wären. :pfeif:

Nach Abschaltung von acht AKW: 50 Prozent mehr Strom aus Frankreich

Daraus:
In Folge der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im März 2011 sind die Stromeinfuhren aus Frankreich stark angestiegen, wie FOCUS unter Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das erste Halbjahr entnimmt. Demnach flossen zwischen Januar und Juni aus Frankreich 10,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom und damit 51 Prozent mehr elektrische Energie als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Nach FOCUS-Informationen wurde aus Frankreich in erster Linie Atom- und in geringerem Maße Kohle-Strom nach Deutschland importiert. Gleiches gilt für Stromeinfuhren aus Tschechien, die sogar um 673 Prozent gestiegen sind.
:pfeif:

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von taddeo » Montag 12. September 2011, 20:34

Ja, unsere lieben tschechischen Nachbarn ... wir hier können uns aussuchen, ob uns lieber Isar I um die Ohren fliegt oder Temelin. Ist beides ziemlich genau gleich weit weg, bzw. nah da. Über den Böhmerwald dauert's vielleicht ein paar Minuten länger, bis wir den Dreck abkriegen, als wenn er durch den brettlebenen Gäuboden herdüst.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Dienstag 13. September 2011, 12:54

Sieh es einfach positiv:
Damit vermindert sich der deutsche Handelsbilanz-Überschuß und der ist den Franzosen ja ein Dorn im Auge. ;D

Wenn man so alles zusammenzählt was Frau Merkel wirtschaftspolitisch erreicht hat.... :pfeif:

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sternchen
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von sternchen » Dienstag 20. September 2011, 12:18

Wenn die Welt euch haßt, dann wißt, daß sie mich schon vor euch gehaßt hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben.... "Joh 15,18 - 15,19"

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holzi
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von holzi » Dienstag 20. September 2011, 12:25

Die Zeit ist, bei Licht besehen, immer gleich gut und gleich schlecht am Ende vom Jahre wie am Anfange desselben, nur die besseren Menschen machen die Zeiten besser, und bessere Menschen macht nur das treu geübte Christentum.
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sternchen
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von sternchen » Dienstag 20. September 2011, 13:12

holzi kann ich Dir helfen? Oder geht' s noch
Strom-Export in Deutschland höher als der Import



Deutschland verkauft noch immer mehr Strom als das es einkauft. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 23,9 Terrawatt-Stunden (TWh) über die europäischen Stromnetze nach Deutschland eingeführt. Im gleichen Zeitraum führte Deutschland 27,9 TWh aus

Viele befürchteten das nach der Abschaltung der älteren Kernkraftwerke in Deutschland die Lichter ausgehen.
Das war ein Irrtum, Deutschland exportiert noch immer mehr Terrawatt-Stunden als es importiert.
Nein die Lichter in Deutschland gehen trotz der Abschaltung der älteren Kernkraftwerke nicht aus!
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Gamaliel
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Gamaliel » Dienstag 20. September 2011, 13:23

sternchen hat geschrieben:Nein die Lichter in Deutschland gehen trotz der Abschaltung der älteren Kernkraftwerke nicht aus!
Deutschland hängt am französischen Stromtropf

Daraus:
In Folge der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im März 2011 sind die Stromeinfuhren aus Frankreich stark angestiegen, wie FOCUS unter Daten des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das erste Halbjahr entnimmt. Demnach flossen zwischen Januar und Juni aus Frankreich 10,4 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom und damit 51 Prozent mehr elektrische Energie als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs.

Nach FOCUS-Informationen wurde aus Frankreich in erster Linie Atom- und in geringerem Maße Kohle-Strom nach Deutschland importiert. Gleiches gilt für Stromeinfuhren aus Tschechien, die sogar um 673 Prozent gestiegen sind.

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Reinhard
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Reinhard » Dienstag 20. September 2011, 13:49

Sternchen:
die Bildzeitungsartigen Schlagzeilen die Du bringst, sind ziemlicher Mist.

Zum Einen verbreitest Du damit das Image, dass die Kernkraftgegner und Alternativ-Denker nur Parolen-Schaumschläger wären. Das ist großer Mist !
Zum Andern war hektische Aufregung noch nie förderlich für klare Gedanken und Entscheidungen.

Natürlich ist die Kernkraft eine Technik, die völlig unverantwortlich ist. Aber doch nicht, weil die Reaktoren so unheimlich unsicher sind, sondern weil wir damit jedes Jahr tausende Tonnen hoch-radioaktiven Müll produzieren, der für viele Jahrtausende sicher gebunkert werden muss. (etwas das niemand garantieren kann)

Dagegen sind die Atomunfälle, die wir erlebt haben, echter Kleinkram und einigermaßen "beherrschbar" !
Ich lege Wert darauf, dass diese echten, großen Probleme nicht von einer Pseudodiskussion über Nebenschauplätze zugespült wird.

Oh ja, wir brauchen einen wesentlich verantwortlichern Umgang mit Energie, auf allen Ebenen.
- Eine bessere Energie-Ausnutzung, z.B. mit Wärme-Kraft-Kopplung: http://www.energiesparen-im-haushalt.de/?id=228
(beachte: die Hausheizung ist einer der größten Posten im Energiebudget !)
- Vernünftige Stromnetze, die nicht nur der Gewinn-Maximierung dienen, sondern die Energie gut verteilen.
- Autos, die keine "Energiesäue" mehr sind. ... usw.

Und zu Deinem "Strom-Export": Hast Du schonmal was von "Grundlast", "Mittellast" und "Spitzenlast" gehört ...?
Du kannst nicht Sommerbirnen mit Winteräpfeln vergleichen.

Die Atomunfälle sind schlimm genug. Aber wir brauchen danach jetzt die richtigen Handlungen und Entscheidungen. Dafür ist Panik schädlich.

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Protasius
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Protasius » Mittwoch 21. September 2011, 16:04

Reinhard hat geschrieben:tausende Tonnen hoch-radioaktiven Müll produzieren, der für viele Jahrtausende sicher gebunkert werden muss. (etwas das niemand garantieren kann)
Du bist aber genügsam; die Halbwertszeit einiger nicht so freundlicher Spaltprodukte ist eigentlich mehr im Bereich von Jahrmillionen...
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Melody
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Melody » Mittwoch 21. September 2011, 16:16

sternchen hat geschrieben:
holzi kann ich Dir helfen? Oder geht' s noch
Es ist die Frage, wer hier Hilfe nötig hat... :pfeif:
Ewa Kopacz: «Für mich ist Demokratie die Herrschaft der Mehrheit bei Achtung der Minderheitenrechte, aber nicht die Diktatur der Minderheit»

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sternchen
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von sternchen » Donnerstag 27. Oktober 2011, 13:07

Nukleare Verseuchung - Fukushima war schlimmer als Tschernobyl
[/url]

Wie schlimm war der Reaktorunfall von Fukushima?

Bei der nuklearen Katastrophe von Fukushima im März dieses Jahres wurde möglicherweise zweieinhalb Mal so viel radioaktives Edelgas Xenon-133 freigesetzt wie durch den Super-GAU von Tschernobyl. ....

Welche Gebiete zeigen die höchste Strahlenbelastung?

...ein weiterer Tag mit starken Emissionen war der 19. März. Ausgerechnet in dieser Zeit wurde die radioaktive Wolke über den östlichen Teil der japanischen Hauptinsel Honshu verdriftet, wo sich ein großer Teil des strahlenden Materials am Boden ablagerte.....Glück im Unglück hatten zunächst die rund 36 Millionen Einwohner des Großraums Tokio: Am 15. März zog die dichteste radioaktive Wolke über die Hauptstadt hinweg. An diesem Tag aber regnete es nicht. Zwischen dem 20. und 22. März wurden erneut radioaktive Nuklide über Honshu verfrachtet, von Gebieten nördlich des havarierten Atomkraftwerks bis Osaka im Süden. Starke Niederschläge wuschen praktisch das gesamte in den Wolken vorhandene Cäsium-137 aus.

Hingegen unsere Medien penetrant behaupteten das die Wetterlage die belasteten Wolken Richtung Ozean wehten.

Wann ist die Kernschmelze eingetreten?

Katastrophe begann früher als gedacht...Die Kerne der drei Unglücksmeiler schmolzen zumindest teilweise. Mehrere Wasserstoffexplosionen legten die Reaktorgebäude in Trümmer, was zur massiven Radioaktivitätsfreisetzung beitrug.

In der Berichterstattung der Systemmedien wurden die Wasserstoffexplosionen als Verpuffung von Wasserdampf verharmlost, tatsächlich setzten die Wasserstoffexplosionen massiv Radioaktivität frei.

Die Medien - auch die deutschen Medien - haben versagt und nur das berichtet was schon durch andere Quellen bewiesen war.
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von lifestylekatholik » Donnerstag 27. Oktober 2011, 13:22

Die Überschrift ist Mumpitz.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Protasius » Donnerstag 27. Oktober 2011, 16:11

Mag sein, daß stimmt, was im Artikel steht; die Xenon- und Kryptonisotope haben aber eine Halbwertszeit von etwa einem Tag bzw. von viereinhalb Stunden; wieviel da auch rauskommen mag, die Strahlung bleibt mit Sicherheit in der allernächsten Umgebung von Fukushima, weil die ruckzuck zu stabilen Isotopen zerfallen.
Der so genannte ‚Geist’ des Konzils ist keine autoritative Interpretation. Er ist ein Geist oder Dämon, der exorziert werden muss, wenn wir mit der Arbeit des Herrn weiter machen wollen. – Ralph Walker Nickless, Bischof von Sioux City, Iowa, 2009

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Freitag 2. März 2012, 12:02

Erstaunlich, was so alles möglich ist:
Japan läuft fast ohne Atomstrom

Daraus:
Ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami und der Atomkatastrophe in Fukushima sind in Japan von 54 Atommeilern nur noch 2 am Netz.
.........
Knapp 30 Prozent des Stroms in Japan haben vor dem 11. März 2011 die Atomkraftwerke des Landes produziert. Aktuell sind es noch 3 Prozent, Ende April wird es Atomstrom erst einmal nicht mehr geben.
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 3. März 2012, 02:02

Raphael hat geschrieben:Erstaunlich, was so alles möglich ist:
Japan läuft fast ohne Atomstrom
Danke Raphael, denn der Artikel beantwortet mir eine wichtige Frage.
Gestern beklagte sich meine Frau, daß der Preis für Gas (wird zum Kochen verwandt) innerhalb eines Jahres von 600+ PHP auf knapp 1.000 PHP gestiegen ist. Die Erklärung fand ich dann heute in dem Artikel.
Das Land ist gezwungen, mehr Öl, vor allem aber mehr Gas einzuführen.
Für Japan mögen die gestiegenen Öl- und insbesondere Gaseinfuhren wirtschaftlich verkraftbar sein. In vielen Ländern, die nicht so wohlhabend sind und wo die Bevölkerung nur die Wahl hat mit Gas oder Holz (Problem der Abholzung ganzer Landstriche) zu kochen, sieht es schon anders aus. Da hier dreimal täglich warm gegessen und Reis gekocht wird, ist der Gas- bzw. Holzverbrauch hoch.
Um eine Vorstellung zu geben: Eine Gasflasche hält bei uns zwischen 25 - 30 Tagen und das Gehalt eines Lehrers liegt bei ungefähr 15.000 PHP, die meisten Beschäftigten erhalten deutlich weniger. Wenn jetzt wieder mehr Familien aus Kostengründen vom Gas auf Holzkohle umsteigen, dürfte in der Ökobilanz kaum etwas gewonnen werden.

Böse Zungen können also behaupten, daß Japan sich seine Sicherheit auf Kosten ärmerer Länder erkauft und die Abholzung tropischer Regenwälder fördert.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Linus » Sonnabend 3. März 2012, 07:17

15.000 PHP pro was? Jahr, Monat, Woche, Stunde?

:achselzuck:
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Sonnabend 3. März 2012, 07:21

Sorry - Monat

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Melody » Sonnabend 10. März 2012, 00:41

Mir gefällt total dieser Artikel: Die Hirnabschaltung der Deutschen nach Fukushima.
Seit am 6. August 2011 Krümmel und Biblis, Neckarwestheim und Brunsbüttel, Isar und Phillippsburg für immer abgeschaltet wurden, importieren wir heimlich, still und leise unseren Atomstrom aus Osteuropa. Sozusagen Strom aus der Tschechdose. Und natürlich von unseren Nachbarn aus Frankreich.
Für den Fall, dass in Zukunft ein grenznahes französisches AKW hochgehen sollte, wird derzeit ein Gesetz verabschiedet, das es dem radioaktiven Fallout verbietet, die Grenze zu überqueren.
(...)
Obwohl man sie inzwischen mit etwa 100 Milliarden Euro subventioniert hat, macht Photovoltaik nur mickrige zwei Prozent des deutschen Energiemixes aus.
Rein von der Ökobilanz wäre es folglich effektiver gewesen, Langzeitarbeitslosen 100.000 Euro pro Jahr zu zahlen, damit sie ein, zwei Stündchen am Tag auf Ergometern für den deutschen Energiehaushalt strampeln. Ob es uns gefällt oder nicht, Photovoltaik ist und bleibt die ineffizienteste Art der Energieerzeugung. Und mit dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik kann man nun mal nicht verhandeln. Wenn Sie ein mittleres Kohlekraftwerk durch Sonnenkollektoren ersetzen wollen, brauchen Sie dafür etwa die Fläche von Düsseldorf. Zugegeben, der Kölner würde sagen: "Dat iss es mir wert..."
:kugel:
Da muss ich jetzt selbst als Düsseldorfer lachen... der Artikel ist einfach herrlich geschrieben... ;-)
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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Tritonus » Sonnabend 10. März 2012, 01:03

Melody hat geschrieben:...
... Wenn Sie ein mittleres Kohlekraftwerk durch Sonnenkollektoren ersetzen wollen, brauchen Sie dafür etwa die Fläche von Düsseldorf. Zugegeben, der Kölner würde sagen: "Dat iss es mir wert..."
:kugel:
Da muss ich jetzt selbst als Düsseldorfer lachen... der Artikel ist einfach herrlich geschrieben... ;-)
Das bringt nix. Sonnenkollektoren im Düsseldorfer Stadtgebiet wären völlig nutzlos, denn das Sprichwort lautet:
Über Köln lacht die Sonne - über Düsseldorf die ganze Welt!
Für die sinnvolle Nutzung Düsseldorfs schlage ich deshalb einige Kohlekraftwerke vor. (Von mir aus auch ein paar AKWs.)

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 13. Juni 2012, 03:30

Die als Folge des Fukushima-Unfalls beschlossene "Energiewende" könnte noch teurer werden als bisher gedacht. Das BVerfG nimmt offenbar die Verfassungsbeschwerden der Energiekonzerne sehr ernst. Diese machen Schadenersatzansprüche iHv rd. 15 Mrden € geltend:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 83254.html

Eine Entscheidung dürfte allerdings nicht vor der Bundestagswahl fallen.

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Mittwoch 13. Juni 2012, 08:18

Caviteño hat geschrieben:Die als Folge des Fukushima-Unfalls beschlossene "Energiewende" könnte noch teurer werden als bisher gedacht. Das BVerfG nimmt offenbar die Verfassungsbeschwerden der Energiekonzerne sehr ernst. Diese machen Schadenersatzansprüche iHv rd. 15 Mrden € geltend:

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/w ... 83254.html

Eine Entscheidung dürfte allerdings nicht vor der Bundestagswahl fallen.
Tja, im Gegensatz zur deutschen Regierung werden die Japaner wieder vernünftig:
Japan plant Neustart von Atomreaktoren
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Pit » Mittwoch 13. Juni 2012, 13:38

Raphael hat geschrieben: ...
Tja, im Gegensatz zur deutschen Regierung werden die Japaner wieder vernünftig:
Japan plant Neustart von Atomreaktoren
Ob das auf Dauer vernünftig ist?
Aber um die Folgen incl. atomarem Müll müssen sich ja "nur" die kommenden Generationen kümmern.
Und zum Thema Gefahren von Kernenergie sage ich nur eines:
Google mal nach "Kinder von Perm"!
carpe diem - Nutze den Tag !

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Mittwoch 13. Juni 2012, 13:42

Pit hat geschrieben:Aber um die Folgen incl. atomarem Müll müssen sich ja "nur" die kommenden Generationen kümmern.
Es gibt noch viel zu tun für die Naturwissenschaftler, bspw. hier: Transmutation!
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Pit » Mittwoch 13. Juni 2012, 13:56

Aber derzeit können wir das nicht und Fakt ist, dass wir z.B. in der Bundesrepublik nicht einmal ein zuverlässiges und sicheres Zwischen-geschweige ein Endlager haben.
carpe diem - Nutze den Tag !

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Mittwoch 13. Juni 2012, 14:11

Pit hat geschrieben:Aber derzeit können wir das nicht und Fakt ist, dass wir z.B. in der Bundesrepublik nicht einmal ein zuverlässiges und sicheres Zwischen-geschweige ein Endlager haben.
Ein Endlager hätte man haben können, wenn man politisch gewollt hätte!
Die Welt kann man nur verstehen, wenn man vor dem Kreuz von Golgatha kniet!

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von lifestylekatholik » Mittwoch 13. Juni 2012, 14:34

Raphael hat geschrieben:Ein Endlager hätte man haben können, wenn man politisch gewollt hätte!
Nee, kein sicheres.
»Was muß man denn in der Kirche ›machen‹? In den Gottesdienſt gehen und beten reicht doch.«

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Re: Katastrophe in Japan

Beitrag von Raphael » Mittwoch 13. Juni 2012, 14:45

lifestylekatholik hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Ein Endlager hätte man haben können, wenn man politisch gewollt hätte!
Nee, kein sicheres.
Die Techniker hätten das schon auf natürliche Weise sicher gemacht!

Es gibt übrigens auch natürliche Kernreaktoren: Naturreaktor Oklo
Kernspaltung ist also kein Teufelszeug ...............
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