Der Islam gehört zu Deutschland

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Moderator: Hubertus

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offertorium
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von offertorium » Mittwoch 4. Mai 2016, 06:35

Siard hat geschrieben: Sondern?
Saudi-Arabien z.b. ist eine Monarchie. Ob man denen "islamisch" abnimmt, hängt von den Interessen ab. Ein Staat mit Sharia ist vor allem erstmal verpflichtet, sich um die Grundversorgung seiner Bürger zu kümmern. Erfüllt er das nicht, darf er nicht einmal ein islamisches Strafsystem anwenden, weil er seinen Pflichten nicht nachkommt. Wenn man mal einen Blick nach Saudi-Arabien wirft und schaut, wie sich das Königshaus selbst bereichert und wieviele Menschen dort in Armut leben, dann dürfte Saudi-Arabien so islamisch sein wie die Grünen eine christliche Partei sind. Ein Blick in deren Geschichte zeigt auch, dass sich das System erst im 19. JH gegründet hat und dort gezielt etwas geschaffen wurde, um die Macht des Königshauses zu sichern. Von daher kann man 1:1 zusammenzählen.

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offertorium
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von offertorium » Mittwoch 4. Mai 2016, 06:35

Siard hat geschrieben: Sondern?
Saudi-Arabien z.b. ist eine Monarchie. Ob man denen "islamisch" abnimmt, hängt von den Interessen ab. Ein Staat mit Sharia ist vor allem erstmal verpflichtet, sich um die Grundversorgung seiner Bürger zu kümmern. Erfüllt er das nicht, darf er nicht einmal ein islamisches Strafsystem anwenden, weil er seinen Pflichten nicht nachkommt. Wenn man mal einen Blick nach Saudi-Arabien wirft und schaut, wie sich das Königshaus selbst bereichert und wieviele Menschen dort in Armut leben, dann dürfte Saudi-Arabien so islamisch sein wie die Grünen eine christliche Partei sind. Ein Blick in deren Geschichte zeigt auch, dass sich das System erst im 19. JH gegründet hat und dort gezielt etwas geschaffen wurde, um die Macht des Königshauses zu sichern. Von daher kann man 1:1 zusammenzählen.

Siard
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Siard » Mittwoch 4. Mai 2016, 17:10

offertorium hat geschrieben:
Siard hat geschrieben: Sondern?
Saudi-Arabien z.b. ist eine Monarchie. Ob man denen "islamisch" abnimmt, hängt von den Interessen ab. Ein Staat mit Sharia ist vor allem erstmal verpflichtet, sich um die Grundversorgung seiner Bürger zu kümmern. Erfüllt er das nicht, darf er nicht einmal ein islamisches Strafsystem anwenden, weil er seinen Pflichten nicht nachkommt. Wenn man mal einen Blick nach Saudi-Arabien wirft und schaut, wie sich das Königshaus selbst bereichert und wieviele Menschen dort in Armut leben, dann dürfte Saudi-Arabien so islamisch sein wie die Grünen eine christliche Partei sind. Ein Blick in deren Geschichte zeigt auch, dass sich das System erst im 19. JH gegründet hat und dort gezielt etwas geschaffen wurde, um die Macht des Königshauses zu sichern. Von daher kann man 1:1 zusammenzählen.
Die Armen dürften keine Staatsbürger sein. Ich sehe kein Argument dagegen Saudi-Arabien islamisch zu nennen, sie sind mindestens so islamisch, wie Franziskus katholisch.

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Juergen
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Juergen » Mittwoch 4. Mai 2016, 17:15

Bei Saudi Arabien muß man allerdings auch sehen, daß sich z.B. die Arbeitslosenzahlen erst in den letzten 10 Jahren geradezu explosionsartig erhöht haben.
wie sich das Königshaus selbst bereichert und wieviele Menschen dort in Armut leben,
Das Königshaus hat da aber meines Wissens vor rund fünf Jahren reagiert und einige Milliarden locker gemacht, um Arbeitslosengeld einzuführen.
Gruß
Jürgen

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Hubertus
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Hubertus » Sonnabend 16. Juli 2016, 13:39

Der Kult ist immer wichtiger als jede noch so gescheite Predigt. Die Objektivität des Kultes ist das Größte und das Wichtigste, was unsere Zeit braucht. Der Alte Ritus ist der größte Schatz der Kirche, ihr Notgepäck, ihre Arche Noah. (M. Mosebach)

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Dieter » Dienstag 26. Juli 2016, 17:07


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offertorium
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von offertorium » Dienstag 26. Juli 2016, 20:49

Gut auf den Punkt gebracht. In letzter Zeit zeigten auch immer mehr als liberal geltende Moscheen ihre Verflechtungen mit extremistischen Predigern. Auch gibt es immer wieder Angehörige des IS, die zuvor hier "normale" Moscheen besuchten oder, nachdem sie Rückkehrer waren, hier betreut werden. Insgesamt stellt es sich so dar, dass der Terrorismus stärker mit der islamischen Community verwoben ist als es ihr lieb ist. Der erste Schritt wäre, das einzusehen. Da aber das nicht passiert, bleibt es bei dem beschriebenen Schweigen.

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umusungu
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von umusungu » Dienstag 26. Juli 2016, 20:55

Hass-Kommentare fallen auf fruchtbaren Boden:

http://www.thueringen24.de/weimar/artic ... Juden.html

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Edi
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Edi » Dienstag 2. August 2016, 09:10

Es lebt der Mensch im alten Wahn.
Wenn tausend Gründe auch dagegen sprechen,
der Irrtum findet immer freie Bahn,
die Wahrheit aber muss die Bahn sich brechen.

Die meisten Leute werden immer schmutziger je älter sie werden, weil sie sich nie waschen.

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Yeti
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Yeti » Dienstag 2. August 2016, 15:06

#gottmensch statt #gutmensch

Caviteño
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Caviteño » Dienstag 2. August 2016, 17:07

Die Träumereien von einem "Euro-Islam" werden immer Träumereien bleiben. Die Glaubensinhalte werden in Saudi-Arabien, in Ägypten und vielleicht noch in Teheran für die Schiiten festgelegt und nicht an europ. Universitäten oder Regierungsbüros.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von RomanesEuntDomus » Dienstag 2. August 2016, 17:18

Caviteno hat geschrieben:Die Glaubensinhalte werden in ..., in ... und vielleicht noch in ... festgelegt und nicht an europ. Universitäten oder Regierungsbüros.
Nun ja, das gilt sinngemäß auch für das Christentum. Hoffe ich jedenfalls.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Caviteño » Dienstag 2. August 2016, 18:51

RomanesEuntDomus hat geschrieben:
Caviteno hat geschrieben:Die Glaubensinhalte werden in ..., in ... und vielleicht noch in ... festgelegt und nicht an europ. Universitäten oder Regierungsbüros.
Nun ja, das gilt sinngemäß auch für das Christentum. Hoffe ich jedenfalls.
Deswegen wäre es auch absurd, wenn man plötzlich in Asien einen Katholizismus einführen wollte, bei dem wesentliche Teile der Lehre nicht mehr mit Rom abgestimmt wären, sondern sich nach den örtlichen Wertvorstellungen - (die nicht mit der christlichen Lehre übereinstimmen) - richten würde.
Euro-Islam ist ein Begriff, der 1991 von Bassam Tibi in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt wurde und eine bestimmte säkularisierte Form des Islam beschreibt, die sich dadurch herausbilden soll, dass in Europa lebende Muslime Pflichten und Prinzipien des Islam mit Werten der modernen europäischen Kultur kombinieren.
(...)
Bassam Tibi versteht unter Euro-Islam eine europäisch-islamische Synthese im Rahmen der Europäisierung des Islam und darüber hinaus auch den Abschied von der Scharia und Dschihad, welche die Integration von Muslimen in Europa behindern.[3] Euro-Islam bedeutet für ihn, dass in Europa lebende Muslime die Trennung von Religion und Staat akzeptieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Euro-Islam

Man kann es drehen und wenden wie man will: Einige gesellschaftliche Vorstellungen des Islams sind mit der westlichen Lebensform nicht kompatibel - da hilft auch nicht die Hoffnung auf einen "aufgeklärten" oder "Euro"-Islam.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Siard » Dienstag 2. August 2016, 23:34

Caviteño hat geschrieben:Man kann es drehen und wenden wie man will: Einige gesellschaftliche Vorstellungen des Islams sind mit der westlichen Lebensform nicht kompatibel - da hilft auch nicht die Hoffnung auf einen "aufgeklärten" oder "Euro"-Islam.
Bassam Tibi hat ja auch inzwischen gesagt, daß es keinen Euro-Islam geben wird.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Caviteño » Mittwoch 3. August 2016, 10:50

Siard hat geschrieben: Bassam Tibi hat ja auch inzwischen gesagt, daß es keinen Euro-Islam geben wird.
Was Politik und Medien aber nicht daran hindert, noch immer darüber zu schwadronieren.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Siard » Mittwoch 3. August 2016, 13:29

Leider. In Deutschland aber viel mehr, als hier, wie mir scheint.

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Juergen
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. August 2016, 17:43

http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... esdiensten

23.000 Muslime in katholischen Gottesdiensten
Auch in Italien Solidaritätsbekundungen für ermordeten französischen Priester
Wie auf dem Bild zu sehen ist, behalten die ihre Kopfbedeckung auf.
Das heißt also im Umkehrschluß, daß die Christen, wenn sie eine Moschee besuchen, auch die Schuhe anbehalten dürfen – oder?

:hmm:
Gruß
Jürgen

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umusungu
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von umusungu » Mittwoch 3. August 2016, 17:57

Juergen hat geschrieben:Das heißt also im Umkehrschluß, daß die Christen, wenn sie eine Moschee besuchen, auch die Schuhe anbehalten dürfen – oder?
Ich käme nicht auf die Idee, in einer Moschee die Schuhe anzubehalten - allein schon wegen der Teppiche.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Juergen » Mittwoch 3. August 2016, 18:04

umusungu hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Das heißt also im Umkehrschluß, daß die Christen, wenn sie eine Moschee besuchen, auch die Schuhe anbehalten dürfen – oder?
Ich käme nicht auf die Idee, in einer Moschee die Schuhe anzubehalten - allein schon wegen der Teppiche.
In Deiner Pfarrkirche liegen auch Teppiche.
Zelebrierst Du ohne Schuhe nur in Socken?
Gruß
Jürgen

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Yeti » Mittwoch 3. August 2016, 19:43

Juergen hat geschrieben:
http://www.katholisch.de/aktuelles/aktu ... esdiensten

23.000 Muslime in katholischen Gottesdiensten
Auch in Italien Solidaritätsbekundungen für ermordeten französischen Priester
Wie auf dem Bild zu sehen ist, behalten die ihre Kopfbedeckung auf.
Das heißt also im Umkehrschluß, daß die Christen, wenn sie eine Moschee besuchen, auch die Schuhe anbehalten dürfen – oder?

:hmm:
Hervorragend. Ich nenne so etwas einen "Toleranztester". Trennt schnell die Schwätzer von denen, die es ernst meinen.
#gottmensch statt #gutmensch

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umusungu
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von umusungu » Mittwoch 3. August 2016, 20:38

Juergen hat geschrieben:
umusungu hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:Das heißt also im Umkehrschluß, daß die Christen, wenn sie eine Moschee besuchen, auch die Schuhe anbehalten dürfen – oder?
Ich käme nicht auf die Idee, in einer Moschee die Schuhe anzubehalten - allein schon wegen der Teppiche.
In Deiner Pfarrkirche liegen auch Teppiche.
Zelebrierst Du ohne Schuhe nur in Socken?
an diesen wichtigen Aspekt hatte ich nicht gedacht......

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Yeti
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Yeti » Freitag 5. August 2016, 22:09

Bassam Tibi über den Euro-Islam: "Bejahung der säkulären Demokratie"
Bassam Tibi über den IslamunterrichtMuslimbrüder im Klassenzimmer?
Der liberale Muslim Bassam Tibi: "Für mich ist das Grundgesetz so wichtig wie der Koran"
Was Bassam Tibi selbst zum Euro-Islam und zur Integrationsfähigkeit eines nicht aufgeklärten Islam in Deutschland geschrieben hat, ist in online frei verfügbaren Quellen leider nicht nachzulesen. Teilweise zitiert auch (wie hier) der Deutschlandfunk nur selektiv einige Passagen daraus, die ihm in irgendeiner Weise "entschärft" erscheinen. Tibi hat im "Cicero" aber geschrieben, weshalb er das Projekt des Euro-Islam als gescheitert ansieht: "Warum ich kapituliere" - er beschreibt das Problem "von außen nach innen" - wie das Schälen einer Zwiebel: Quelle: In: "Cicero - Magazin vor politische Kultur", Nr. 6: Juni 2016, hier: S. 115-119
Was ich beanstande, ist die doppelte Natur einer bestimmten Form der Verschleierung. Ein Kopftuch kann eine Volkstracht sein oder ein Ausdruck von Religiosität - so war es auch bei meiner Mutter in Damskus der Fall. Beides ist nicht zu beanstanden. Beanstandet wird eine islamistische Uniform. Die doppelte Funktion des Kopftuchs besteht darin, einerseits eine Scharia-Weltanschauung zum Ausdruck zu bringen und andererseits eine ausdrückliche zivilisatorische Abgrenzung gegenüber allem, was als westlich-europäisch-säkular gilt. Der Kopftuch-Islam ist eine Abschottung, wohingegen der Euro-Islam darum bemüht ist, Brücken zu schlagen. Das Jahr 2015 markiert das Ende meiner Hoffnung auf eine Europäisierung des Islam. 2015 sind mehr als anderthalb Millionen Flüchtlinge aus der Welt des Islam, überwiegend aus meiner Heimat Syrien, nach Europa gekommen, unter denen ich keine einzige europäisch gekleidete Frau gesehen habe. Ich sehe bärtige Islamisten und Frauen in islamistischer Uniform und resigniere. [...] Der große islamische Gelehrte und Jurist Said al Ashmawi hat dies in seinem Buch "Haqiqat al Hijab" (Die Wahrheit über das Kopftuch) nachgewiesen. Er beweist, dass das Kopftuchtragen eine politische Parteinahme einschließt. Bezogen auf die Diasporamuslime bringt diese Parteinahme eine Präferenz zum Ausdruck, zugunsten des Lebens in Enklaven und Parallelgesellschaften. Der Euro-Islam hingegen drückt die Hoffnung aus, dass europäische Migranten Bürger, Citoyens einer Zivilgesellschaft werden können. Insofern könnte man die Durchsetzung des Kopftuch-Islam als einen Sieg der Verweigerung der Integration und eine Parteinahme gegen den Euro-Islam deuten.
Nun erklärt Tibi die Grundvoraussetzungen für einen Euro-Islam:
1. Trennung von Religion und Politik im Rahmen der Privatisierung des Glaubens. 2. Aufgabe der islamischen Konzepte von Dschihad und Scharia, die jede Integration behindern. 3. Islamische Akzeptanz der säkularen Demokratie als Werteorientierung für ein Gemeinwesen, in dem Muslime und Nichtmuslime als Citoyens leben. 4. Toleranz im Sinne der europäischen Aufklärung und nicht das, was Muslime unter Toleranz verstehen, nämlich Duldung von Christen und Juden als Dhimmi, untergeordnete Gläubige; diese Auffassung widerspricht der Grundidee Europas. 5. Aufgabe des islamischen Anspruchs auf Siyadat, Vorherrschaft und religiöse Überlegenheit der Muslime, zugunsten eines Pluralismus der Religionen. 6. Bestimmung der in Europa lebenden Muslime als Individuen, nicht als Umma-Kollektiv, im Rahmen von individuellen Menschenrechten; Geschlechtergleichheit und Glaubensfreiheit gelten für Bürger einer Zivilgesellschaft als Individuen in einem demokratischen Gemeinwesen, nicht für ethnisch-religiöse Kollektive.
Warum der "Kopftuch-Islam" (Tibi) über den Euro-Islam gesiegt hat:
Gesiegt hat der Kopftuch-Islam mit Unterstützung des deutschen Staates, der weltanschaulich neutral sein will, aber bisher nur die Verbände des organisierten Islam fördert und Euro-Muslime marginalisiert. Neben europafeindlichen Islamisten und orthodoxen salafistischen Muslimen ist dieses deutsche Modell hauptverantwortlich für das Scheitern des Euro-Islam. Das deutsche Religionsmodell ist christlich und geht von einer organisierten Religion aus, getragen von der Institution Kirche. Deutsche Politiker glauben allen Ernstes, dieses dem Islam fremde Modell auf den Islam übertragen zu können. Das wird niemals gelingen, weil dieses spezifisch deutsche christliche Modell der gesamten Geschichte des Islam und seinen Glaubenssätzen widerspricht.
Nun zum organisierten Islam in Deutschland:
In Frankreich und Großbritannien gibt es eine islamische Mittelschicht, die in das Gemeinwesen einigermaßen integriert ist. Das gilt noch nicht für Deutschland. 70 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime interessieren sich nicht für Politik, sondern streben ein besseres Leben in Europa an. Der in Deutschland organisierte Islam kann sich maximal auf 10 Prozent der hier lebenden Muslime stützen. Islamfunktionäre sprechen stets von "wir" und "uns" und beanspruchen, die gesamte Islamgemeinde zu vertreten. Auf Widerspruch reagieren sie selbstherrlich und stumpf. Der organisierte Islam beruht auf einer lautstarken Minderheit. Zu den beiden Gruppen der Mehrheit der Traditionsmuslime und der Minderheit des organisierten Islam kommt eine Subkultur islamischer Jugendlicher, die in Deutschland geboren wurden, sich aber nicht als deutsche Bürger begreifen. Diese Subkultur umfasst 15 bis 20 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime. Schließlich gibt es noch eine Minderheit von circa 5 Prozent islamischer Mittelschicht, hochgebildeten, oft beruflich erfolgreichen Muslimen, die auf individueller Ebene einen europäischen Islam leben. (...) Zurzeit gibt es in Deutschland türkische (überall), kurdische (etwa in Celle) und libanesische (v.a. in Berlin) Parallelgesellschaften. In naher Zukunft werden diese um syrische, afghanische und irakische beziehungsweise somalische Parallelgesellschaften erweitert, deren Emblem das islamistische Kopftuch ist. Die Hoffnung auf einen Euro-Islam muss ich vor diesem Hintergrund begraben.
Dazu gab es auch eine Gegenrede von Aktham Suliman. In: "Cicero - Magazin vor politische Kultur", Nr. 7: Juli 2016, hier: S. 103-104 Diese will ich kurz zusammenfassen:
Laut Suliman begreife Tibi den Euro-Islam als "Zivilisierung" des Islam, der Euro-Islam sei ein Rettungsring, doch er frage sich, wovor der Islam gerettet werden solle, denn er habe gar keine Rettung nötig. An der Separierung der in Europa lebenden Muslime trage die westliche Außenpolitik, allen voran diejenige der USA und Israels, die Hauptschuld. Aktham nun selbst: "Nein, die Islamisten haben nicht gesiegt, lieber Bassam. Alle anderen haben aber verloren im Nahen Osten. DIe Rettung der Region kann nicht aus Europa kommen, nur aus der Region selbst oder gar nicht. Bis dahin können deutsche und europäische Politiker tagsüber im Inland Wasser predigen über Muslime und deren fehlende Integration und nachts im Ausland Wein trinken mit dem König von Saudi-Arabien und dem Sultan aus der Türkei. Sie können, wie Du richtig festhältst, Muslime weiterhin ignorieren und in Islamisten investieren." "Ihr habt Eurofighters, wir haben unseren Islam, und den tragen wir sichtbar auf dem Kopf".
Wenn ich es richtig sehe, ziehen sich Muslime also in ihre "innere Burg" ihres Islam zurück, um die "Kränkung" durch die westliche Außen- und Sicherheitspolitik zu kompensieren. Damit bestätigt Aktham - ohne es zu wollen - Tibi: Der Euro-Islam ist die Schere, welche die Nabelschnur der Bürger muslimischen Glaubens zu ihrem (ehemaligen) Heimatland durchtrennt. Wandel also doch - wie Tibi es meint - durch Aufklärung, nicht durch Annäherung. Dafür allerdings waren die Verbände offenbar von Anfang an die falschen Ansprechpartner. Hier sollte man schnellstens umsteuern.
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Freitag 5. August 2016, 23:46

Ich könnte vermutlich großen Teilen von Sulimans Kritik an der westlichen Nahostpolitik teilen, verstehe aber nicht, wie er daraus doch sehr direkt die Islaminterpretation europäischer Muslime ableiten will, zumal diese einzelne Ereignisse durchaus nicht einheitlich bewerten, je nach Herkunftsland und sozialen Status der Herkunftsfamilie . Auch frommen Muslimen ist ihre Religion viel mehr als nur Politik.

Tibi hängt die Meßlatte des Euroislams sehr hoch. Warum sollten gerade Muslime einen Grad an Bewußtsein für die eigenen und deutschen Traditionen und Verantwortungsgefühl für die Gesellschaft, in der sie leben, aufbringen, wenn die meisten anderen das auch nicht tun? Sehr viel an Anpassung und Individualisierung gerade unter Türken geschieht meiner Beobachtung nach, ohne dass sich darüber Rechenschaft abgelegt wird. Oft ist da schlechtes Gewissen oder zumindest Unsicherheit dabei, unter Jugendlichen oft auch blanke Unkenntnis.
Schäuble hat sich mit seiner Islamkonferenz doch wirklich Mühe gegeben und Muslime aller möglichen Ausrichtungen zusätzlich zu den Verbandsvertretern eingeladen. Mittlerweile hat sich diese Konferenz totgelaufen und weder spätere Innenminister noch Verbandsvertreter haben Interesse gezeigt.

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Yeti
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Yeti » Sonnabend 6. August 2016, 21:28

Suliman meint wahrscheinlich eine Art gekränktes Kulturbewusstsein der betroffenen Muslime. Nach rationalen Argumenten sucht man da vermutlich vergeblich; der - sicher authentische - Spruch ("Ihr habt Eurofighters, wir haben unseren Islam, und den tragen wir sichtbar auf dem Kopf") drückt das eigentlich recht griffig aus. Es ist sicher richtig, dass frommen Muslimen ihre Religion mehr ist als Politik (dabei müsste man berücksichtigen, dass fromme Muslime sicher nicht nur ein anderes Religionsverständnis als selbst fromme nichtmuslimische Westeuropäer haben, sondern auch ein anderes Politikverständnis; nämlich in dem Sinne, dass Politik für einen frommen Muslim im üblichen Sinne selten mehr ist als die Realisierung religiöser Ziele - übrigens eine Sichtweise, welche der durchschnittliche europäische Mensch des Mittelalters sicherlich geteilt hätte). Eine Ausnahme bilden dabei natürlich die sog. säkularen Muslime oder überhaupt die Ex-Muslime. Was beide - Tibi und Suliman - aber nicht ansprechen, ist das Phänomen, dass seit Jahrzehnten hier lebende und selbst hier geborene Muslime ihr Herkunftsland (bzw. das Herkunftsland ihrer Eltern oder Großeltern) als "Heimat" betrachten; wahrscheinlich weniger im Sinne eines Nationalstolzes, sondern eines Kulturbewusstseins, welches mehrheitlich offiziell von einer Art religiöser Vorstellung vom Islam getragen wird, welche in Wirklichkeit nicht unbedingt mit dem kulturellen Kontext der Abstammungsregion übereinstimmen muss: Das, was von den Betroffenen als "Islam" vertreten wird und mit seinen (vermeintlichen) Grundsätzen begründet wird, stammt oft weniger aus einer religiösen Strömung des Islam selbst, sondern von der gesellschaftlichen Kultur der Herkunftsregion bzw. der sozialen Herkunftsschicht. Der französische Politikwissenschaftler Olivier Roy drückt das so aus:
Der Spiegel hat geschrieben:"Er hat als Erklärungsmodell das Konzept einer "islamisierten Radikalität" entwickelt: Der Dschihad ist darin Ausdruck einer Gewaltkultur, die bereits seit Jahrzehnten existiert und narzisstische Ausprägungen hat. Roy vergleicht die Anziehungskraft des sogenannten heiligen Krieges mit der Faszination der Roten Brigaden in ihrer Anfangsphase oder auch mit der RAF. Auch Kleinkriminelle und Kiffer, so Roy, wollten ihre Allmachtsphantasien ausleben und das eigene Versagen verbrämen. Und deshalb "islamisierten" sie die Gewalt, die sie ausüben, um ihre Sache zu erhöhen, um sie religiös und ideologisch zu veredeln." Quelle: "Der Spiegel", 30/2016; hier: S. 79
Diese Einschätzung würde auch zu dem Befund passen, dass solche Jugendlichen oder jungen Erwachsenen häufig selbst im besten Fall nur Halbwissen über ihre eigene Religion besitzen. Ein anderer Autor, Simon Jacob, plädiert deshalb dafür, den Schwerpunkt der Untersuchung auf die migrantische Kultur zu setzen und möchte dadurch auch die Intention Tibis (für einen Euro-Islam) stützen (wenn er auch dazu rät, diese Form des Islam nicht so zu nennen). Jacob ist aramäischer/chaldäischer Christ, geboren in der südöstlichen Türkei; seit 1980 leben er und seine Eltern in Deutschland; mittlerweile ist er Integrationsbeauftragter der syrisch-orthodoxen Kirche und Friedensbotschafter des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland. Das Kernproblem von Migranten und nicht oder unzulänglich integrierten Migrationsstämmigen sieht er in der importierten Kultur, ganz speziell im überlieferten Patriarchat und den Clanstrukturen, die für ihn ein und dasselbe Ziel verfolgen:
Simon Jacob hat geschrieben:"Islamisten führen, wie es ebenfalls durch Bassam Tibis Werke gut belegt ist, einen Krieg gegen den weiblichen Teil der Gesellschaft. Genauer gesagt: gegen die Frau und für jene drei Funktionen, die allein der Frau zugeordnet werden, die Mütter, die Tochter und die Ehefrau. Die so verstandene Frau hat im Sinne des Patriarchats und der Clanstruktur, wie sie intensiv im Nahen Osten ausgelebt wird und wie sie durch die Flüchtlingswelle nun zu uns gelangt, die Ehre der Gesellschaft, des Clans, der Familie zu bewahren. Die Clanstruktur ist gemäß dem Prinzip von "haram/unrein" und "halal/rein" eng gebunden an das sexuelle Verhalten des weiblichen Teiles der Gesellschaft. Die Frau wird reduziert auf ein Ding, eine Sache, ein materielles Gut oder im schlimmsten Fall auf eine Kriegsbeute, wie es der "Islamische Staat" zu tun pflegt. (...) Der kulturelle Code des Nahen Ostens ist an die Sexualität der Frau gekoppelt. In islamischer Perspektive kann die Abwertung der Angehörigen anderer Religionen hinzutreten, die bestenfalls Dhimmis sind oder Kuffars. Dasselbe System entwickelt Abneigungen gegenüber Homosexuellen, vom Glauben Abgefallene oder Atheisten. Die patriarchale Denkweise wird durch Clanstrukturen verfestigt und durch eine bestimmte Strömung des Islam untermauert. All das kumuliert im "Islamischen Staat". Dieselbe Sicht verbreiten die Wahhabiten in Saudi-Arabien, zu denen der Westen beste Geschäftsverbindungen pflegt. Dieser Islam oder besser gesagt diese Lebenskultur steht in ihrer Gänze im Konflikt mit dem Westen und der Sexualität der Frau. Da kann keine Integration gelingen." Quelle: In: "Cicero - Magazin vor politische Kultur", Nr. 8: August 2016, hier: S. 117-118
Es scheint sich also um einen für die Integration tödlichen Kreislauf zu handeln: Im Clan sozialisiert, geringe Bildungschancen, schlechte Ausbildungschancen, Abdriften in kleinkriminelle und religiös verbrämte Kreise, Endstation. Soviel ist aber bereits seit Jahren bekannt - wenn man wollte. Der Ruf nach mehr Polizei ist sicher gerechtfertigt (wird aber so schnell nicht realisierbar sein, wenn Herr Maas die Schuldenbremse dagegen anführt s. "Der Spiegel" 32/2016, S. 22), der Ruf nach mehr Prävention ist verfehlt, wenn sich die Methodik bisheriger Sozialarbeit nicht ändert (s. "Der Spiegel" 32/2016, S. 28-31), welche hartgesottene Dschihadisten in keiner Weise beeindruckt:
Der Spiegel hat geschrieben:"Deradikalisierung ist ein langer Prozess". Die Betroffenen brauchten Zeit, um den Wert von Liebe, Respekt, Selbstachtung und gesunden sozialen Beziehungen für sich zu entdecken. Man dürfe nicht erwarten, dass ein Islamist von heute auf morgen erkläre: "Jetzt bin ich wieder derselbe Loser wie zuvor".
Solange nicht glasklar gemacht wird, dass der Betroffene sich von seiner Kultur trennen muss - notfalls auch von seiner integrationsbehindernden Verwandtschaft (meine Hoffnung sind diesbezüglich die minderjährig unbegleiteten Flüchtlinge; da könnte man ganz neu anfangen!) - wird es keine Integration von bisherigen Integrationsversagern geben. Nur, was genau mit diesen geschehen sollte, darüber schweigen sich alle aus, obwohl es auf der Hand liegt: Die Gesellschaft muss vor ihnen geschützt werden. Klar, dass das Gefängnis wenig zur Resozialisierung beiträgt. Aber das kann bei solchen Fällen auch nicht die Priorität sein. Das Recht der Vielen überwiegt das Recht eines Einzelnen. Es wäre deshalb ein Fortschritt, solchen gewaltbereiten Individuen gar nicht erst den Nimbus eines "Dschihadisten" zu verleihen, sondern sie als das zu bezeichnen, was sie tatsächlich sind: Gewöhnliche Kleinkriminelle.

Bassam Tibi sieht das Problem sicher aus einer akademischen Perspektive; das könnte in diesem Fall auch ein Manko sein. Aber nicht nur. Ich stimme dir darin zu, dass es auch für Migranten schwer ist, etwas zu erfüllen, was ein gewisser Teil der Bevölkerung nicht mehr leistet. Nur, was ist das, was wir an Erwartungen an unser Wesen als Nation und Volk hegen? Was ist überhaupt deutsch?
Heiko Maas hat geschrieben:"Deutschland ist meine Heimat und die meiner Familie. Es ist das Land, in dem wir leben, ich bin hier zu Hause. Deutsch ist die Sprache, mit der ich aufgewachsen bin." s. "Der Spiegel" 32/2016, S. 24
Setze für "deutsch" und "Deutschland" andere Nationalitäten wie "neuseeländisch", "algerisch", "chinesisch" oder "hawaiianisch" ein - es ändert sich nichts. Das ist erbärmlich. Der alte Satz "Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun" beschreibt es viel besser und nennt das Desiderat des deutschen Wesens - den Deutschen Idealismus (Maas hätte in diesem Zusammenhang als Sozialdemokrat auf August Bebel, Feuerbach und Wilhelm Liebknecht verweisen können, aber das war vermutlich eine intellektuelle Überforderung)- und schließt niemanden aus ethnischen Gründen aus. Es würde auch Migranten neben einem sicher gebührenden "Willkommen!" auch eine andere wichtige Botschaft vermitteln: Integration heißt vor allem Arbeit an sich selbst. Und ich würde hinzufügen: Wer ein Land verlässt und nichts zurücklässt, bevor er neu ankommt, wird niemals ankommen. Und den brauchen und wollen wir auch nicht.
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 13. August 2016, 08:22

Ich stelle den Film mal in diesen Strang, obwohl der Bericht aus England ist:
https://www.gloria.tv/video/1J81VnVF42S4S5LbGc7M5K1uX
Offensichtlich suchen viele Menschen etwas geistig nahrhaftes mit Kraft und Substanz. Wenn ihnen von den westlichen Kirchen nur noch labbriges Toastbrot angeboten wird, suchen sie eben woanders.Traurig !
Andererseits wundert es mich doch sehr, das in einem links/atheistischem Sender wie dem WDR mit soviel Empathie und verständnisvoll über so etwas berichtet wird.
Man stelle sich denselben Bericht vor, wenn diese Menschen zu strengen traditionellen Katholiken würden.
Die untergriffigen und zynischen Bemerkungen dazu kann man sich denken.
Nach dem sie nicht erreicht hat, daß die Menschen praktizieren, was sie lehrt, hat die gegenwärtige Kirche beschlossen, zu lehren, was sie praktizieren.
Nicolás Gómez Dávila

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Sempre
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Sempre » Sonnabend 13. August 2016, 08:51

martin v. tours hat geschrieben:Ich stelle den Film mal in diesen Strang, obwohl der Bericht aus England ist:
https://www.gloria.tv/video/1J81VnVF42S4S5LbGc7M5K1uX
Offensichtlich suchen viele Menschen etwas geistig nahrhaftes mit Kraft und Substanz. Wenn ihnen von den westlichen Kirchen nur noch labbriges Toastbrot angeboten wird, suchen sie eben woanders.Traurig !
Andererseits wundert es mich doch sehr, das in einem links/atheistischem Sender wie dem WDR mit soviel Empathie und verständnisvoll über so etwas berichtet wird.
Man stelle sich denselben Bericht vor, wenn diese Menschen zu strengen traditionellen Katholiken würden.
Die untergriffigen und zynischen Bemerkungen dazu kann man sich denken.
Die Berichterstattung ist – wie zu erwarten – ein Angriff gegen die Reste der einstmals herrschenden Werte, die die Herrschenden gänzlich beseitigen wollen. Der Bericht ist aber dennoch interessant. Es sind ja ähnliche Gründe, die (Taufschein-) Katholiken zu allen Arten von Sekten getrieben haben oder treiben. Viele sehen sich nicht selbst in der Lage, zu entscheiden, was nun wahr ist, sondern entscheiden nach dem äußeren Anschein und subjektiven Gefühlen, danach, wo man sich aus dem Bauch heraus am besten aufgehoben fühlt. Im Bericht ist das der Islam. Ansonsten betrifft das auch diverse Arten sogenannt christlicher Sekten. Die Gemeinschaft mit den Vätern, Päpsten und Heiligen lässt sich kaum irgendwo greifbar erleben.
Die Lehren der Kirche zu glauben mag manch einem Schwierigkeiten bereiten. Sie aber nach eigenem Gutdünken nachzubessern und das Resultat dann für wahr zu halten, ist infantil.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Dieter » Sonnabend 13. August 2016, 11:39

Türkei erlaubt Sex mit Kindern

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Bisher war Sex mit Kindern unter 15 Jahren in der Türkei strafbar - doch im Juli wurde dieses Gesetz vom türkischen Verfassungsgericht gekippt. Die Begründung: Kinder zwischen zwölf und 15 Jahren könnten die Bedeutung eines sexuellen Aktes durchaus verstehen und daher ihre Zustimmung geben. Kinderrechtsorganisationen schlagen Alarm: Sexueller Missbrauch von Minderjährigen könnte so in der Türkei de facto straffrei werden.
http://www.krone.at/welt/tuerkei-erlaub ... ory-524446

Da werden also demnächst islamische Männer mit ihren 12-jährigen "Ehefrauen" nach Deutschland kommen und Sozialhilfe beantragen.

Schon heute zahlt der deutsche Staat für mehrere Ehefrauen von Moslems Sozialhilfe. Deutschland wird also auch für minderjährige "Ehefrauen" zahlen.

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Niels
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Niels » Dienstag 16. August 2016, 14:47

Ein lustiger Bursche weniger: http://www.welt.de/regionales/bayern/ar ... oetet.html
"Jemand, der in aller Öffentlichkeit die Gräueltaten der Terrormiliz Islamischer Staat gutheißt, das Köpfen von Journalisten rechtfertigt und nicht davor zurückschreckt, seine eigene Familie zu töten, wenn sie sich nicht an die islamischen Gesetze hält, hat bei uns nichts zu suchen. Es gibt keinen anderen Weg, als ihn in sein Heimatland abzuschieben"
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
in dir uns all verbinden,
dass Hand und Mund zu jeder Stund'
dein' Freundlichkeit verkünden,
bis nach der Zeit den Platz bereit'
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von guatuso » Dienstag 16. August 2016, 15:04

Niels hat geschrieben:Ein lustiger Bursche weniger: http://www.welt.de/regionales/bayern/ar ... oetet.html
"Jemand, der in aller Öffentlichkeit die Gräueltaten der Terrormiliz Islamischer Staat gutheißt, das Köpfen von Journalisten rechtfertigt und nicht davor zurückschreckt, seine eigene Familie zu töten, wenn sie sich nicht an die islamischen Gesetze hält, hat bei uns nichts zu suchen. Es gibt keinen anderen Weg, als ihn in sein Heimatland abzuschieben"
Ja, und das ist der beste Satz aus dem Artikel:
"Im bayerischen Landtag machte jetzt nach dem Tod A.s der Fraktionschef der Grünen, Ludwig Hartmann, der CSU schwere Vorwürfe. Man hätte A. nicht abschieben dürfen, so Hartmanns Bilanz"

Kann man den Ludwig nicht auch abschieben? Offensichtlich will er ja den Terror in Deutschland haben. (Haette nie gedacht, dass die Gruenen wirklich so gemeingefaehrlich sind)

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Niels
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Niels » Dienstag 16. August 2016, 15:08

Dann aber deren Wähler gleich mit... :pfeif:
O Herr, verleih, dass Lieb' und Treu'
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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Caviteño » Dienstag 16. August 2016, 15:53

guatuso hat geschrieben:]
Ja, und das ist der beste Satz aus dem Artikel:
"Im bayerischen Landtag machte jetzt nach dem Tod A.s der Fraktionschef der Grünen, Ludwig Hartmann, der CSU schwere Vorwürfe. Man hätte A. nicht abschieben dürfen, so Hartmanns Bilanz"
Ich finde einen anderen Satz in dem Artikel bezeichnend:
Ein weiterer deutscher Dschihadist ist in Syrien gefallen:
Da habe ich mich doch gefragt, wie ein Deutscher abgeschoben werden kann. Die Lösung: Es war ein Türke, der in D. lebte, hier Abitur machte und ein Studium anfing.
Ein gutes Beispiel, wie man trotz scheinbar gelungener Integration (Abitur, Studium) noch radikalisiert und eine Gefahr für die aufnehmende Gesellschaft werden kann.

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Re: Der Islam gehört zu Deutschland

Beitrag von Juergen » Freitag 9. September 2016, 15:55

https://beta.welt.de/politik/deutschlan ... ckeln.html

ISLAMWISSENSCHAFTLER
„Lage in Europa soll sich zu Bürgerkrieg entwickeln“

Die dritte europäische Dschihadisten-Generation hofft auf Radikalisierung der Muslime und will auf Europas Ruinen ein Kalifat errichten. Was der französische Islamwissenschaftler Gilles Kepel rät.

Der Terror in Europa ist nach den Worten des französischen Islamwissenschaftlers Gilles Kepel nicht in erster Linie Ausdruck eines Krieges zwischen dem Westen und dem Islam. „Der Terrorismus ist vor allem Ausdruck eines Krieges innerhalb des Islam“, sagte er im Deutschlandfunk.
Gruß
Jürgen

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