Sonntags einkaufen?

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crucisalus
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von crucisalus »

Ich möchte nicht dazu verpflichtet werden an einem Sonntag zur Arbeit zu gehen.... ganz einfach.

Und deswegen bin ich für einen ganz normalen traditionellen Sonntag wie wir ihn bis dato kannten.

Juergen
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

crucisalus hat geschrieben:Und deswegen bin ich für einen ganz normalen traditionellen Sonntag wie wir ihn bis dato kannten.
Haste schonmal sonntags im Cafe gesessen oder bist im Restaurant essen gegangen oder hast getankt?
Gruß Jürgen

Dieser Beitrag kann unter Umständen Spuren von Satire, Ironie und ähnlich schwer Verdaulichem enthalten. Er ist nicht für jedermann geeignet, insbesondere nicht für Humorallergiker. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr.

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Yeti
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Yeti »

Petra hat geschrieben:Allianz für den freien Sonntag

Das heißt gegen die geschäftsoffenen Sonntage.
Ich unterstütze diese Initiative. Sollte die Entwicklung allerdings anhalten, bin ich für die Abschaffung des Sonntages als Ruhetag für alle Berufsgruppen, nicht nur für Verkäufer. Das wird aber nicht kommen, weil sonst niemand mehr einkaufen würde. Die Mehrheit der "metaphysischen Asylanten" hierzulande können sich von ihrer Sinnleere also noch einige Zeit ablenken.

Gruß, Yeti
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ar26
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von ar26 »

Petra hat geschrieben:Warum sollte das problematisch sein? Wenn sich erstmal auf einen Ruhetag geeinigt werden kann, dann müsste es der Sonntag sein. Teils aus Tradition, teils tatsächlich aus religiösen Rücksichten.
Das liefe aber wieder auf Bevorzugung der christl. Religion hinaus. Im übrigen dürfte es in Deutschland Kommunen geben, in denen am Freitag mehr Menschen religiösen Verpflichtungen nachkommen als am Sonntag. Dann ist Deine Argumentation futsch. Das ist eben der Pferdefuß von DH.

@ Jürgen
Klar ist vieles schon eingerissen. Hier müssen wir alle uns an die eigene Nase fassen. Sonntags Brötchen kaufen (außer beim Muselmann), tanken oder ins Restaurant gehen, muss nicht unbedingt sein. Du schlägst aber Kapitulation vor. Das geht nicht.
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obsculta
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von obsculta »

crucisalus hat geschrieben:Ich möchte nicht dazu verpflichtet werden an einem Sonntag zur Arbeit zu gehen.... ganz einfach.

Und deswegen bin ich für einen ganz normalen traditionellen Sonntag wie wir ihn bis dato kannten.

Dann solltest du auch bitte keine Krankenschwestern,Ärzte,Mtas,Personal auf
Tankstellen etc. und all die anderen armen Socken in Anspruch nehmen.

Ich habe so einen Sch...job und kann dieses Gerede vom
traditionellen Sonntag echt nicht mehr hören.
Wochenenden und freie Sonntage gibt es für ganze Berufsgruppen
nur als Phantasie.

Warum soll der Büromensch frei haben und die Verkäuferin nicht?

Und wer ist denn in diesem Land noch traditionell christlich?

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cantus planus
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von cantus planus »

obsculta hat geschrieben:Ich habe so einen Sch...job und kann dieses Gerede vom
traditionellen Sonntag echt nicht mehr hören.
Wochenenden und freie Sonntage gibt es für ganze Berufsgruppen
nur als Phantasie.
:ja:
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ar26
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von ar26 »

@ obsculta

Also in meinem Büro ist Sonntag (und auch Samstag) durchaus Betrieb. Freiberufler haben da auch so ihre Sorgen.

ar26 geht jetzt jedoch Samstag Vormittag ins Büro um am frühen Nachmittag raus zu sein. Damit entgeht er der Gefahr, seinem Vorgesetzten zu begegnen. Leider schränkt das den Freitagabend-Suff ein wenig ein :traurigtaps:
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Epiklese
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Epiklese »

"Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt."
http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_14.html
:ja:

So wie ich das sehe gibt es einen natürlichen Trend zur Unordnung, zum Chaos - und Kultur ist nichts anderes, als diesem Trend entgegen zu wirken. So ist es auch beim Sonntag. Ihn abzuschaffen heißt, einen gemeinschaftlichen Feiertag durch individualistisch zu konsumierende Freizeit zu ersetzen, d.h.: ein Volk zu einer Konsumgenossenschaft zu reduzieren.
Apropos Konsum: sobald die Frage gestellt wird, ob xy denn ökonomisch nicht sehr schädlich sei, sind die Würfel in der Regel schon gefallen. Aber der Sinn des Sonntags lag ja gerade auch darin, daß er eben nicht funktional ist, sondern der Funktionalität erst den Sinn und das Ziel gibt.
Wie in der Genesis, wo die Freude Gottes über seine getane Arbeit erst dessen Vollendung ist.

Was die gegenwärtige Lage anbelangt würde ich unterscheiden zwischen Menschen, die - äh: "am" Sonntag arbeiten und Menschen, die für den Sonntag arbeiten. Also ich meine: Priester, Organisten, Köche, Kellner usw. arbeiten auch dafür, daß der Sonntag für viele überhaupt erst zum Sonntag werden kann. Und dann ist ihre Arbeit auch gerechtfertigt. Und natürlich gibt es Gebäude, die auch am Sonntag beschützt werden müssen etc. pp.
Aber warum sollte man eigentlich hinnehmen, daß sich die Sonntagsarbeit immer mehr ausweitet? Wie gesagt: ich glaube, es gibt einen natürlichen Trend zur Unordnung, zum Chaos und zum Abbau von Strukturen, und der Sinn der Kultur ist es, dem entgegen zu wirken.
Und deswegen muss auch die Politik gelegentlich dem Verfall Einhalt gebieten - und ihn nicht befördern nach dem Motto "Dort geht mein Volk, ich muss ihm hinterher, denn ich bin ja sein Führer!"
Zuletzt geändert von Epiklese am Sonntag 29. November 2009, 21:33, insgesamt 1-mal geändert.
Orabo spiritu, orabo et mente; psallam spiritu, psallam et mente.

obsculta
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von obsculta »

ar26 hat geschrieben:@ obsculta

Also in meinem Büro ist Sonntag (und auch Samstag) durchaus Betrieb. Freiberufler haben da auch so ihre Sorgen.

ar26 geht jetzt jedoch Samstag Vormittag ins Büro um am frühen Nachmittag raus zu sein. Damit entgeht er der Gefahr, seinem Vorgesetzten zu begegnen. Leider schränkt das den Freitagabend-Suff ein wenig ein :traurigtaps:
Du hast sicherlich recht,ich war leicht in Rage.

Ich arbeite in einem evangelischen Haus und habe
gerade seit 1 Woche durchgehend Bereitschaft,wegen
Personalausfalls.
Christlich ist bei meinem Arbeitgeber gar nichts.Kein Leitbild,
keine Moral,die pure Ausbeutung und wenn ich den Herrn Pastor
vom Aufsichtsrat sehe,bekomme ich Brechreiz.

Der verkündet dann Sonntags hehre Reden.
Glaubwürdigkeit ist etwas anderes.

Juergen
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

ar26 hat geschrieben:@ Jürgen
Klar ist vieles schon eingerissen. Hier müssen wir alle uns an die eigene Nase fassen. Sonntags Brötchen kaufen (außer beim Muselmann), tanken oder ins Restaurant gehen, muss nicht unbedingt sein. Du schlägst aber Kapitulation vor. Das geht nicht.
Du kannst es Kapitulation nennen, ich nenne es einfach nur konsequent.

Es geht im Einzelhandel schon jetzt um ewiges Geschacher um Öffnungszeigen
Fiktives Gespräch:

Ich: Sag mal, Peter hat uns am Samstag vor dem 1. Advent eingeladen, was hast du für eine Schicht.?
Meine bessere Hälfe: Weiß ich noch nicht, der Geschätsleiter will bis 0.00 Uhr öffnen, der Betriebsrat muß aber noch zu stimmen. Die tagen nächste Woche.

Nächste Woche:
Ich: Wie siehts aus mit dem Samstag vor dem 1. Advent?
Meine bessere Hälfe: Betriebsrat hat getagt. Mitternachtsshopping an Adventssamstagen ist abgesagt. Meine Schicht kenne ich noch nicht.

Die Woche drauf.
Ich: Wie siehts aus mit dem Samstag vor dem 1. Advent?
Meine bessere Hälfe: Hab Spätschicht bis 22:30
Ich: OK, ich sage ab.

Und sowas zieht sich durch's ganze Jahr, weil immer irgendeine Aktion ist, daß mal bis 0:00 Uhr auf ist, mal nicht klar ist, ob der Laden die Sonntagsöffnung mitmacht etc.

:irritiert:


Wenn sich Planung mit Freunden und Bekannten nur noch daran orientieren, ob und wann und vielleicht und sowieso irgendwer irgendwann vielleicht oder auch nicht arbeiten muss, weil irgendwer noch nicht weiß was er will oder nicht will, da lobe ich mir doch eine klare Regelung und sei es die, daß immer alle Geschäfte auf haben. Dann lassen sich langfristig Arbeitspläne machen und man hat Sicherheit.

Epiklese hat geschrieben:Was die gegenwärtige Lage anbelangt würde ich unterscheiden zwischen Menschen, die - äh: "am" Sonntag arbeiten und Menschen, die für den Sonntag arbeiten. Also ich meine: Priester, Organisten, Köche, Kellner usw. arbeiten auch dafür, daß der Sonntag für viele überhaupt erst zum Sonntag werden kann....
Und für nicht wenige wird der Sonntag erst dann zum Sonntag, wenn sie sonntags durch die Geschäfte bummeln können...
Gruß Jürgen

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Raimund J.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Raimund J. »

obsculta hat geschrieben:
Ich habe so einen Sch...job und kann dieses Gerede vom
traditionellen Sonntag echt nicht mehr hören.
Es herrscht freie Berufswahl. Jeder macht doch das was er macht freiwillig, oder nicht? :pfeif:

Natürlich gibt es Berufsgruppen die am Sonntag arbeiten müssen aber die haben doch dafür an einem anderen Tag frei.
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

Raimund Josef H. hat geschrieben:Natürlich gibt es Berufsgruppen die am Sonntag arbeiten müssen aber die haben doch dafür an einem anderen Tag frei.
Das ist für Familien und das Familienleben ganz toll: Mutti und die Kinder haben den Sonntag für sich und Papi hat dann Mittwoch frei, wenn die Kinder bis 16:30 in der Schule sind. Da hat er wenigstens eine Ruhe.
Gruß Jürgen

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julius echter
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von julius echter »

stimmt aber der wird dann auch noch kaputt gemacht - siehe kirchenangestellte
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Raimund J.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Raimund J. »

julius echter hat geschrieben:stimmt aber der wird dann auch noch kaputt gemacht - siehe kirchenangestellte
Wie meinst Du das? Was wird kaputtgemacht?
Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

Insgesamt finde ich es aber sowieso interessant, daß sich sesselfurzende Partei- oder Gewerkschaftsfunktionäre, die spätestens freitags um 13:03 Uhr den Bleistift fallen lassen, sich so toll in die Gefühle und Begebenheiten jener "hineinspüren" können, die eben kein Wochenende haben...

:roll:
Gruß Jürgen

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julius echter
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von julius echter »

in dem an termine ansetzt wo der betreffende eigentlich frei hat oder seine gesetzliche ruhezeit und man erwartet dass der betreffende dienst schiebt- ist doch egal ob es silvester ist und man unbedingt um mitternacht die kirche offen sein muss und ist doch egal dass dre betreffende in nicht einmal 5 stunden wieder antreten darf für einen 12stunden tag und ist ja auch egal dass ein 13stunden tag hinter einem liegt; aber mehr möchte ich nicht dazu sagen, da ich zu sehr emontional aufgeladen bin
Zuletzt geändert von julius echter am Sonntag 29. November 2009, 22:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

nö das gilt nicht :blinker:

Erzähl mal. :streichel:
Gruß Jürgen

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julius echter
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von julius echter »

meinste mich?
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

Sicher das.
Gruß Jürgen

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Bernado
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Bernado »

Juergen hat geschrieben: Wenn sich Planung mit Freunden und Bekannten nur noch daran orientieren, ob und wann und vielleicht und sowieso irgendwer irgendwann vielleicht oder auch nicht arbeiten muss, weil irgendwer noch nicht weiß was er will oder nicht will, da lobe ich mir doch eine klare Regelung und sei es die, daß immer alle Geschäfte auf haben. Dann lassen sich langfristig Arbeitspläne machen und man hat Sicherheit.
Ja. Als ich einmal für länger in England war - leider schon länger her, so daß ich nicht weiß, wie aktuell das ist - habe ich das in der Praxis erlebt: Im Prinzip konnte jeder Einzelhändler z.B. öffnen, wann er wollte. Aber Angestellte länger als 50 Stunden in der Woche beschäftigen, durfte er nicht. Für durchgängigen Betrieb hätte er also drei Schichten gebraucht - sowas bremst.

Die Moslems hatten am Freitag zu, die Juden am Samstag, die meisten Engländer am Sonntag. Da fällt mir gerade der Schabbesgoj ein, den man früher auch in unseren Regionen kannte: Das war das christliche Dienstmädchen, der christliche Hausknecht, der im (großbürgerlichen) jüdischen Haushalt dafür sorgte, daß dort auch Samstags Feuer gemacht und auch sonst alles dem Frommen Verbotene erledigt wurde.

Natürlich gibt es das Problem der "gemeinsamen freien Zeit" - aber die gibt es in unserer 24/7 - Gesellschaft ohnehin nicht mehr, und das läßt sich auch gesamtgesellschaftlich nicht mehr zurückholen. Individuell vielleicht schon eher, und da wäre ich auch sehr dafür, dahingehende Rechtsansprüche und Mechanismen zu stärken: Niemand sollte am Sonntag arbeiten müssen, der das aus Gewissensgründen nicht will. Aber bei gesamtgesellschaftlich weniger als 10% praktizierenden Christen sehe ich auch nicht, wie man die Heiligung des Sonntags noch zur Aufgabe des Staates erklären kann, der sich längst von Aufgaben wie dem Schutz des Ungeborenen Lebens oder der Erhaltung von Ehe und Familie verabschiedet hat.
„DIE SORGE DER PÄPSTE ist es bis zur heutigen Zeit stets gewesen, dass die Kirche Christi der Göttlichen Majestät einen würdigen Kult darbringt.“ Summorum Pontificum 2007 (http://www.summorum-pontificum.de/)

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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von julius echter »

ich möchte nicht mehr dazu sagen

natürlich ist es richtig und wichtig dan sonntag frei zu halten und natürlich weiss ich dass ich als mesner einen job mache an dem der sonntag eben arbeitstag ist aber dann sollte man wenigstens solche tage oder besser gesagt abende wie silvester den mesner in ruhe lassen, denn die weihnachstzeit steht der mesner von morgens bis abends in der kriche und muss sich, zum teil, mit extrem missgelaunten menschen herumschlagen

ich empfinde für weihnachten nämlich von jahr zu jahr immer weniger und es bedeutet nur viel arbeit und ärger und ich freu mich immer auf die zeit nach weihnachten, wenn die möglichkeit besteht selbst endlich zur ruhe zu kommen
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von ar26 »

@ Bernado
Nur weil der Staat seine Pflichten nicht mehr erfüllt, heißt das nicht, es sei von selbigen entbunden. Jede staatliche Gewalt hat sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen, vgl. Quas Primas.

@ julius
Ich kann mir gut vorstellen, daß man irgendwann die Nase voll hat. Bedeutet es aber nichts, etwas zur höheren Ehre Gottes zu tun.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

ar26 hat geschrieben:Bedeutet es aber nichts, etwas zur höheren Ehre Gottes zu tun.
Damit könnte/konnte/kann die Kirche freilich jede Form vom Ausbeutung rechtfertigen.
Gruß Jürgen

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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Raimund J. »

julius echter hat geschrieben:ich möchte nicht mehr dazu sagen

natürlich ist es richtig und wichtig dan sonntag frei zu halten und natürlich weiss ich dass ich als mesner einen job mache an dem der sonntag eben arbeitstag ist aber dann sollte man wenigstens solche tage oder besser gesagt abende wie silvester den mesner in ruhe lassen, denn die weihnachstzeit steht der mesner von morgens bis abends in der kriche und muss sich, zum teil, mit extrem missgelaunten menschen herumschlagen

ich empfinde für weihnachten nämlich von jahr zu jahr immer weniger und es bedeutet nur viel arbeit und ärger und ich freu mich immer auf die zeit nach weihnachten, wenn die möglichkeit besteht selbst endlich zur ruhe zu kommen
Dafür gibt es arbeitsvertragliche Regelungen, Mitspracherechte bei der Dienstplanung und Mitarbeitervertretungen. Ich glaube nicht, daß die Kirche ein so schlechter Dienstgeber ist. Man kann die Leute abwechselnd einteilen (es gibt ja auch Leute denen ist Silvester schnurzpiepegal) und auf Familien Rücksicht nehmen. Desweiteren gibt es ja auch noch entsprechende Nacht- und Feiertagszuschläge. Wenn es sich um liturgische Erfordernisse handelt ist Dein Mesnerdienst auch eine gute und ehrenvolle Aufgabe. Wenn es sich allerdings um touristische und weltliche Dinge handelt, dann kann ich Deinen Unmut auch etwas nachvollziehen. Persönlich würde ich dafür plädieren, daß nach dem Jahreschlussgottesdienst am Silvesterabend die Kirche abgesperrt werden kann.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Bernado »

ar26 hat geschrieben:@ Bernado
Nur weil der Staat seine Pflichten nicht mehr erfüllt, heißt das nicht, es sei von selbigen entbunden. Jede staatliche Gewalt hat sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen, vgl. Quas Primas.
Ja. Ich habe das gerade an Frau Merkel weitergemailt und angekündigt, daß die deutsche Sektion der Partei "Die Christen" 2013 die Mehrheit im Bundestag stellen wird.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Juergen »

Raimund Josef H. hat geschrieben:Dafür gibt es arbeitsvertragliche Regelungen, Mitspracherechte bei der Dienstplanung und Mitarbeitervertretungen.
Wenn es das gibt, dann harterkämpft.
Raimund Josef H. hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß die Kirche ein so schlechter Dienstgeber ist.
Einer der schlechtesten überhaupt.
Bernado hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:@ Bernado
Nur weil der Staat seine Pflichten nicht mehr erfüllt, heißt das nicht, es sei von selbigen entbunden. Jede staatliche Gewalt hat sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen, vgl. Quas Primas.
Ja. Ich habe das gerade an Frau Merkel weitergemailt und angekündigt, daß die deutsche Sektion der Partei "Die Christen" 2013 die Mehrheit im Bundestag stellen wird.
Und wovon träumst Du nachts?
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Raimund J. »

Juergen hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß die Kirche ein so schlechter Dienstgeber ist.
Einer der schlechtesten überhaupt.
Kann ich für mich (im Vergleich zu Jahrzehnten als Angestellter in Handel u. Industrie u. auch als Selbständiger) hier nicht nachvollziehen.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von cantus planus »

Juergen hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß die Kirche ein so schlechter Dienstgeber ist.
Einer der schlechtesten überhaupt.
Kann ich leider nur bestätigen. Die Kirche weiss natürlich ganz genau, dass man nicht einfach nur einen Job erledigt, sondern dass man es aus Berufung tut. Daher ist man viel länger bereit, unmögliche Verhältnisse zu ertragen. Das wird gnadenlos ausgenutzt. Wer nicht mitmacht, wird fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Als Arbeitgeber ist die Kirche eine Firma wie jede andere auch.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Raimund J. »

cantus planus hat geschrieben:
Juergen hat geschrieben:
Raimund Josef H. hat geschrieben:Ich glaube nicht, daß die Kirche ein so schlechter Dienstgeber ist.
Einer der schlechtesten überhaupt.
Kann ich leider nur bestätigen. Die Kirche weiss natürlich ganz genau, dass man nicht einfach nur einen Job erledigt, sondern dass man es aus Berufung tut. Daher ist man viel länger bereit, unmögliche Verhältnisse zu ertragen. Das wird gnadenlos ausgenutzt. Wer nicht mitmacht, wird fallengelassen wie eine heiße Kartoffel. Als Arbeitgeber ist die Kirche eine Firma wie jede andere auch.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß viele Kolleginnen u. Kollegen in Kirchenkreisen leider nicht über grossartige Erfahrungen mit Arbeitsverhältnissen in der Privatwirtschaft verfügen. Ansonsten würden sie vielleicht manchmal etwas zufriedener sein.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von cantus planus »

Ich habe während des Studiums bei einem bekannten Kaffeeröster gearbeitet, in einem Kiosk, an der Tankstelle. Schlimmer als im Kirchendienst war's nie. Auch und vor allem stimmungsmäßig. Das ist für mich eigentlich das Schlimmste.
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Bernado »

Juergen hat geschrieben:
Bernado hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:@ Bernado
Nur weil der Staat seine Pflichten nicht mehr erfüllt, heißt das nicht, es sei von selbigen entbunden. Jede staatliche Gewalt hat sich dem Gesetz Gottes zu unterwerfen, vgl. Quas Primas.
Ja. Ich habe das gerade an Frau Merkel weitergemailt und angekündigt, daß die deutsche Sektion der Partei "Die Christen" 2013 die Mehrheit im Bundestag stellen wird.
Und wovon träumst Du nachts?
Davon, daß die Pampelmuse aufhören, so zu tun, als ob man in die Jahre vor 1790 zurückkehren könne - und die DBK von der Illusion abrückt, die Kirchen hätten als "Partner" der Politik noch nennenswertes Gewicht in die Wagschale zu werfen und könnten "Gesellschaftsverträge" abschließen.

Und daß beide sich mit der Frage befassen: Wie lebt man in einer gegenkulturellen Minderheit, ohne im Sektierertum zu versumpfen?
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Re: Allianz für den freien Sonntag

Beitrag von Raimund J. »

cantus planus hat geschrieben:Ich habe während des Studiums bei einem bekannten Kaffeeröster gearbeitet, in einem Kiosk, an der Tankstelle. Schlimmer als im Kirchendienst war's nie. Auch und vor allem stimmungsmäßig. Das ist für mich eigentlich das Schlimmste.
Meine Jobs die ich während der Semesterferien gemacht habe, waren auch stimmungsmässig die angenehmsten, das ist nicht vergleichbar mit Arbeitsverhältnissen nach dem Studium in denen Du Dich beweissen musst, Verantwortung übernimmst und weiterkommen willst. Ich habe berufsbedingt sehr viele Firmen und Organisationen kennengelernt. Gejammert wird wirklich überall fast gleich.
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