Sonntags einkaufen?

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Joseph
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Joseph »

Melody hat geschrieben:Hier geht es doch bloß darum, indirekt die Löhne zu kürzen?! :hae?: :achselzuck:
Ja natürlich, was denn sonst? Und um endlich die ganze Scheinheiligkeit der Massen von un- oder gar antichristlichen Heuchlern ans Tageslicht zu zerren.
Oder bekommen Buddhisten an deren Feiertagen, sollten sie arbeiten müssen, auch Doppelgelder? Wer einen säkularen Staat fordert sollte auch konsequent alle christlichen Feiertage, einschließlich den Sonntagen, aufheben. Die Industrie und die Menschen können sich dann individuell arrangieren...

Warum soll jemand der nicht an die Auferstehung unseres Herrn glaubt, zwei Tage auf der faulen Haut liegen können, oder sollte er arbeiten müssen, für sein Erscheinen doppelt bezahlt werden? Entweder oder.... alles andere ist verlogen.

Ich könnte das noch weiter spinnen..... aber lassen wir's.

Gruß
Joseph
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Clementine
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Clementine »

Joseph hat geschrieben:Wer einen säkularen Staat fordert sollte auch konsequent alle christlichen Feiertage, einschließlich den Sonntagen, aufheben. Die Industrie und die Menschen können sich dann individuell arrangieren...
:daumen-rauf:

Bin ich auch dafür. Bei der Diskussion in diesem Jahr über Karfreitag, dass es nicht mehr in unsere Kultur passe, dass es sich um einen - wie heißt es nochmal? - stillen Feiertag handelt, habe ich mich auch sehr geärgert. Wenn es nicht mehr in unsere Kultur passt, dass keine Tanzveranstaltungen an Karfreitag gesetzlich erlaubt sind - dann passt eben der ganze Feiertag nicht mehr in unsere Kultur und gehört abgeschafft.
Es gibt drei Arten von Menschen: Haie, Haifischfutter und Menschen, die es gelernt haben mit den Haien zu schwimmen ohne gefressen zu werden.

Halte Deine Stadt sauber! Iß täglich eine Taube!

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Joseph
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Joseph »

Clementine hat geschrieben:.......Wenn es nicht mehr in unsere Kultur passt, dass keine Tanzveranstaltungen an Karfreitag gesetzlich erlaubt sind - dann passt eben der ganze Feiertag nicht mehr in unsere Kultur und gehört abgeschafft.
Verstehe ich Dich recht, daß Tanzveranstaltungen am Karfreitag erlaubt waren und jetzt nicht mehr? Oder, daß der Karfreitag abgeschafft gehört weil an ihm nicht mehr getanzt werden darf?

Mir persönlich ist das vollkommen Wurscht was jemand am Karfreitag macht. Wer sich unbedingt austanzen will, soll er's machen. Ich glaube nicht, daß er sich ansonsten, ohne Tanzgelegenheit, aus Langeweile in die Kirche begibt. Laß sie alle tanzen. Sodom und Gomorrah tanzte sich auch weg.

Tatsache ist, daß der säkulare Staat ALLES abschaffen sollte, Tanzen, Karfreitag, Feiertage, das Christentum, doppel Bezahlung, die öffentliche Moral und sich selbst.

Eine Frage habe ich aber noch, kannst Du mir bitte erklären was "unsere Kultur" heute ist? Ausser einer hedonistisch-dekadenten, sterbenden "Spaßkultur" sehe ich da nämlich keine.... (mehr)

Gruß
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Clementine
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Clementine »

Joseph hat geschrieben: Eine Frage habe ich aber noch, kannst Du mir bitte erklären was "unsere Kultur" heute ist? Ausser einer hedonistisch-dekadenten, sterbenden "Spaßkultur" sehe ich da nämlich keine.... (mehr)
Da der Spruch nicht von mir kam, kann ich Dir nicht erklären, was mit "unserer Kultur" gemeint war.
Es gibt drei Arten von Menschen: Haie, Haifischfutter und Menschen, die es gelernt haben mit den Haien zu schwimmen ohne gefressen zu werden.

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Katholik43
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Katholik43 »

Gelobt sei Jesus Christus!

Tausend Tische für den Sonntag - Shoppst Du noch oder feierst Du schon? Eine Aktion der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Düsseldorf. Vielleicht auch eine Idee für die Christinnen und Christen in anderen Städten?

HP: http://www.tausendsonntagstische.de/
Videobericht: http://www.medien-tube.de/mediadetails. ... %26quot%3B

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Joseph
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Joseph »

Clementine hat geschrieben: Da der Spruch nicht von mir kam, kann ich Dir nicht erklären, was mit "unserer Kultur" gemeint war.
Wenn der Spruch nicht von Dir kam, dann solltest Du folgendes beachten:
1) Fremdes Gut zeigt man damit an, daß man es als Zitat markiert.
2) Fremdes Gut welches man nicht erklären kann sollte man auch nicht zitieren....

Ich bin nicht daran interessiert zu sehen wo Du, und was, borgen kannst, sondern daran was Du selbst zur Sache zu sagen hast. So, was hast Du zu sagen? Dein obiger Post war für mich nicht verständlich (und wie es scheint auch nicht für Dich).

Wo stehen wir nun?

Gruß
Joseph
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Joseph
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Joseph »

Katholik43 hat geschrieben: Vielleicht auch eine Idee für die Christinnen und Christen in anderen Städten?
Was sind Christinnen?
Oder meinst Du mehrere Christine-n? Oder Christianienen? Oder durchgegenderte Anhänger_Innen der christlichen Religion?

Lieber Katholik43, dies ist die Sakristei wo man die Orthodoxen zwar nicht auf freier Wildbahn bewundern, aber doch, wie im Steichelzoo, betätscheln darf. Sei Dir aber immer bewußt ein Orthodoxer, auch im Käfig, ist immer eine ungezähmte Bestie die, wenn man sie läßt, Katholiken zum Frühstück verzehrt. Ein ganz besonderer Leckerbissen für sie scheinen aber PC gemästete und durchgegenderte, weicheierige Katholiken zu sein... da kann man schon mal mit Freude zusehen wie sie deren überaus üppige Weichteile genüßlich zermalen...

Gruß
Joseph
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Niels
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Niels »

Nee, wir sind im Brauhaus, lieber Klassenclown... :blinker:
Nolite timere pusillus grex, quia complacuit Patri vestro dare vobis regnum.

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Joseph
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Joseph »

Niels hat geschrieben:Nee, wir sind im Brauhaus, lieber Klassenclown... :blinker:
Was? :panisch: Da kann man mal sehen, wenn man nicht aufpaßt rennt so ein Orthodoxer doch geradewegs ins falsche Scheunentor.... tsk. Wildebeasts also wirklich....
Gruß
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Moser
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Moser »

Die Stadt Siegen macht Nägel mit Köpfen und hat verkaufsoffene Sonntage für 212 komplett abgelehnt:

http://www.evangelisch.de/themen/wirtsc ... gs-zu52617

Das ist zweifelsohne ein starkes Signal für den Sonntag.

Allerdings muss man sich fragen, inwieweit durch eine solche radikale Regelung Gräben innerhalb der Stadtbevölkerung aufgerissen oder vertieft werden. Das klingt in dem Artikel ja auch an. Daher kann ich mit einer Ausnahme- und Kompromissregelung, die eine gewisse Zahl an verkaufsoffenen Sonntagen erlaubt, durchaus auch leben, eine Höchstgrenze von 4 pro Stadt/Jahr (pro ganzer Stadt, nicht pro Stadtbezirk) ist da glaube ich angemessen. Bei uns hier im Ort gibt es meines Wissens 2 pro Jahr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass an 5 nach wie vor geschlossen ist. Ich denke mit einem solchen Verhältnis kann man leben.

civilisation
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von civilisation »

Gestern in der Landesschau ein Kurzbericht zu 5 Jahre Ladenschlussgesetz:

http://swrmediathek.de/tvshow.htm?show= ... 199916cf68

Wenzel
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Wenzel »

Moser hat geschrieben:Die Stadt Siegen macht Nägel mit Köpfen und hat verkaufsoffene Sonntage für 212 komplett abgelehnt:

http://www.evangelisch.de/themen/wirtsc ... gs-zu52617

Das ist zweifelsohne ein starkes Signal für den Sonntag.
:klatsch: :daumen-rauf:
Entscheidungen in Siegen haben bestimmt keine überregionale Signalwirkung - aber es ist eine Möglichkeit "Leuchtturm" zu sein für die Sonntagsruhe !
Pange, lingua, gloriosi corporis mysterium (Thomas von Aquin)
Westliche Wertegemeinschaft: Kinder- und Alten-Euthanasie, Genderwahn, Homoterror, Abtreibung, Ökowahn, Überwachungsmonströsität, political correctness ....

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ad-fontes
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von ad-fontes »

Moser hat geschrieben:Daher kann ich mit einer Ausnahme- und Kompromissregelung, die eine gewisse Zahl an verkaufsoffenen Sonntagen erlaubt, durchaus auch leben
Schon klar.
Moser hat geschrieben:Ich denke mit einem solchen Verhältnis kann man leben.
:nein: (Muß).
Christi vero ecclesia, sedula et cauta depositorum apud se dogmatum custos, nihil in his umquam permutat, nihil minuit, nihil addit; non amputat necessaria, non adponit superflua; non amittit sua, non usurpat aliena. (Vincentius Lerinensis, Com. 23, 16)

Stephen Dedalus
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Stephen Dedalus »

Moser hat geschrieben:Die Stadt Siegen macht Nägel mit Köpfen und hat verkaufsoffene Sonntage für 212 komplett abgelehnt:

http://www.evangelisch.de/themen/wirtsc ... gs-zu52617

Das ist zweifelsohne ein starkes Signal für den Sonntag.

Allerdings muss man sich fragen, inwieweit durch eine solche radikale Regelung Gräben innerhalb der Stadtbevölkerung aufgerissen oder vertieft werden. Das klingt in dem Artikel ja auch an. Daher kann ich mit einer Ausnahme- und Kompromissregelung, die eine gewisse Zahl an verkaufsoffenen Sonntagen erlaubt, durchaus auch leben, eine Höchstgrenze von 4 pro Stadt/Jahr (pro ganzer Stadt, nicht pro Stadtbezirk) ist da glaube ich angemessen. Bei uns hier im Ort gibt es meines Wissens 2 pro Jahr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass an 5 nach wie vor geschlossen ist. Ich denke mit einem solchen Verhältnis kann man leben.
Ich bin kein so großer Freund von derlei Ausnahmegenehmigungen. M. E. wird damit suggeriert, daß es etwas ganz besonders Tolles ist, am Sonntag einkaufen gehen zu können. Hier im UK, wo es kein Ladenschlußgesetz gibt, sieht man sehr gut, wie die offenen Geschäfte am Sonntag den Charakter des Tages selbst dann verändern, wenn man selbst gar nicht einkaufen geht. Und diese Entwicklung ist fürchterlich.
If only closed minds came with closed mouths.

Caviteño
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Caviteño »

Stephen Dedalus hat geschrieben: Ich bin kein so großer Freund von derlei Ausnahmegenehmigungen. M. E. wird damit suggeriert, daß es etwas ganz besonders Tolles ist, am Sonntag einkaufen gehen zu können. Hier im UK, wo es kein Ladenschlußgesetz gibt, sieht man sehr gut, wie die offenen Geschäfte am Sonntag den Charakter des Tages selbst dann verändern, wenn man selbst gar nicht einkaufen geht. Und diese Entwicklung ist fürchterlich.
:daumen-rauf: :klatsch:

Das stelle ich auch hier auf den Philippinen fest und sehne mich nach einem schönen und ruhigen Sonntag morgen in Deutschland.

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overkott
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von overkott »

Die Frage der gesetzlichen Sonn- und Feiertagsruhe ist ein Beispiel für Subsidiarität im föderalen Staat und Wettbewerbsschutz in der sozialen Marktwirtschaft. Aktuell wird sie aufgeworfen durch Streitereien zwischen großen Handelshäusern und Arbeitnehmervertretern.

Berührt werden durch die Frage nicht nur die kulturelle Vielfalt in unterschiedlichen Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und der Bundeshauptstadt. Vielmehr geht es auch darum, ob Lobbyisten von Partikularinteressen stets den Konsens des Grundgesetzes in Frage stellen müssen.

Dabei hat das Grundgesetz eine Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern von Außen und Innen vorgenommen, wobei die Länder nicht nur die ausführende Verwaltung darstellen, sondern in Parlamenten sogar eigene Entscheidungen treffen können. Offenbar aus Parteiraison tendiert die Bundesregierung zur zentralstaatlichen Übergriffigkeit in die Belange der Länder. Noch wird der grundgesetzliche Rahmen der Sonn- und Feiertagsruhe von den Ländern unterschiedlich gefüllt.

Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen. Die Sonn- und Feiertagsruhe ist auch eine Frage der Siedlungspolitik und der Vermeidung eines Ballungszentreninfarktes.

Caviteño
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Caviteño »

overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 11:32
Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen.
Inzwischen wird die Forderung nach mehr offenen Verkaufssonntagen vorwiegend mit dem Wettbewerbsvorteil des Versandhandels begründet. Dort kann man auch am Sonntag einkaufen.....
Bei den rasanten Wachstumsraten kann man das sogar verstehen und wenn amazon jetzt auch noch im Lebensmittelhandel aktiv wird, könnte es auch in dieser Branche schwierig werden.

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ar26
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von ar26 »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 14:58
overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 11:32
Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen.
Inzwischen wird die Forderung nach mehr offenen Verkaufssonntagen vorwiegend mit dem Wettbewerbsvorteil des Versandhandels begründet. Dort kann man auch am Sonntag einkaufen.....
Bei den rasanten Wachstumsraten kann man das sogar verstehen und wenn amazon jetzt auch noch im Lebensmittelhandel aktiv wird, könnte es auch in dieser Branche schwierig werden.
Der Qualität bevorzugende Verbraucher wird weiter in den Biomarkt o.ä.stapfen. Die Gefahr, dass Amazon einst Lidl, Aldi & Co. verdrängt, wäre für mich kein Grund, den Tag des Herrn zu opfern. Im übrigen sollte der Einzelhandel selbst anfangen, die Chancen des Internets mehr zu nutzen. Es gibt bereits genügend Pioniere die abseits des ungeliebten Amazon einen Teil ihres Umsatzs mit einem Webshop machen.
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overkott
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von overkott »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 14:58
overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 11:32
Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen.
Inzwischen wird die Forderung nach mehr offenen Verkaufssonntagen vorwiegend mit dem Wettbewerbsvorteil des Versandhandels begründet. Dort kann man auch am Sonntag einkaufen.....
Bei den rasanten Wachstumsraten kann man das sogar verstehen und wenn amazon jetzt auch noch im Lebensmittelhandel aktiv wird, könnte es auch in dieser Branche schwierig werden.
Realistisch betrachtet kommen Käufe im Internet außer bei Ausnahmen wie Streamingdiensten am selben Tag gar nicht zustande. Einigung und Übergabe erfolgen an unterschiedlichen Tagen. Von daher ist der Einzelhandel mit dem Versandhandel nicht vergleichbar. Die großen Handelshäuser rechnen damit, dass die Kunden einen freien Sonntag haben. Ohne Sonn- und Feiertagsruhe würde sich der erwartete Zusatznutzen gar nicht einstellen, weil es sich quasi um einen üblichen Werktag mit allen Vor- und Nachteilen handeln würde.

Caviteño
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Caviteño »

overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 15:36
Realistisch betrachtet kommen Käufe im Internet außer bei Ausnahmen wie Streamingdiensten am selben Tag gar nicht zustande. Einigung und Übergabe erfolgen an unterschiedlichen Tagen. Von daher ist der Einzelhandel mit dem Versandhandel nicht vergleichbar. Die großen Handelshäuser rechnen damit, dass die Kunden einen freien Sonntag haben. Ohne Sonn- und Feiertagsruhe würde sich der erwartete Zusatznutzen gar nicht einstellen, weil es sich quasi um einen üblichen Werktag mit allen Vor- und Nachteilen handeln würde.
Die Kunden nehmen nun einmal in Kauf, daß man bei einer Bestellung im Netz die Sachen nicht sofort mitnimmt, sondern sie später - allerdings tlw. sogar am gleichen Tag - geliefert werden. Natürlich sind Einzel- und Versandhandel vergleichbar, denn beide verkaufen die gleichen Güter. Der Kunde entscheidet, ob er einen Gegenstand bei amazon oder beim örtlichen (Fach)Händler kauft, und da ist die sofortige Mitnahme nur ein Kriterium von vielen.

Es ist für mich schon nachvollziehbar, wenn der stationäre Handel über die Abwanderung der Kunden zum Versandhandel besorgt ist. Einige Branchen sterben bereits aus, z.B. das Reisebüro. Natürlich versucht man gegenzusteuern. Bei uns ist der verkaufsoffene Sonntag immer mit einem "Ereignis" verbunden; gestern gab es z.B. spanische Musik und tapas auf der Einkaufsstraße.

@ar26:
amazon hat gerade die größte Bio-Ladenkette in den USA erworben Whole Foods Market. Auch amazon weiß, das Geld heute mit hochwertigen Lebensmitteln und nicht mit Massenware verdient wird. Bei dem bekannten guten Service von amazon und dem umfangreichen Angebot könnten auch die BIO-Läden hier in Schwierigkeiten kommen, sofern sie nicht auf einer ganz ausgeprägten Kundenbindung bauen können.

In D. hat amazon jedenfalls für die Lebensmittel-Lieferung einen Vereinbarung mit der Deutschen Post getroffen:

Amazon Fresh kommt: Deutsche-Post-Tochter Allyouneed Fresh liefert aus

Die Auslieferung soll am gleichen Tag erfolgen und zu dem Geschäftsvolumen heißt es in dem oa Artikel:
Der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist rund 200 Milliarden Euro schwer. Bislang liegt der E-Commerce-Anteil hier bei gerade einmal einem Prozent. Branchenexperten rechnen damit, dass in den nächsten fünf Jahren immerhin ein Anteil von 10 Prozent realistisch sei.
Im übrigen geht mir so gerade durch den Kopf: Fällt die Auslieferung von Waren eigentlich unter den Sonntagsschutz? :hmm:

Stabilitas loci
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Stabilitas loci »

ar26 hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 15:15
Caviteño hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 14:58
overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 11:32
Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen.
Inzwischen wird die Forderung nach mehr offenen Verkaufssonntagen vorwiegend mit dem Wettbewerbsvorteil des Versandhandels begründet. Dort kann man auch am Sonntag einkaufen.....
Bei den rasanten Wachstumsraten kann man das sogar verstehen und wenn amazon jetzt auch noch im Lebensmittelhandel aktiv wird, könnte es auch in dieser Branche schwierig werden.
Der Qualität bevorzugende Verbraucher wird weiter in den Biomarkt o.ä.stapfen. Die Gefahr, dass Amazon einst Lidl, Aldi & Co. verdrängt, wäre für mich kein Grund, den Tag des Herrn zu opfern. Im übrigen sollte der Einzelhandel selbst anfangen, die Chancen des Internets mehr zu nutzen. Es gibt bereits genügend Pioniere die abseits des ungeliebten Amazon einen Teil ihres Umsatzs mit einem Webshop machen.
Den Tag des Herrn muß man ja nicht aufgeben aber in einer plurllistischen Gesellschaft kann man nicht relgiös argumentieren erst sagte mir ein Jude was interessiert mich der christliche Sonntag ,am shabbes sind die Geschäfte hier auch offen ?:-) Auch gebe es hier Revolution wenn man Sonntag Vormittag in der Bäckerei nicht einkaufen könnte

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ar26
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von ar26 »

Stabilitas loci hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 08:55
ar26 hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 15:15
Caviteño hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 14:58
overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 11:32
Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen.
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Bei den rasanten Wachstumsraten kann man das sogar verstehen und wenn amazon jetzt auch noch im Lebensmittelhandel aktiv wird, könnte es auch in dieser Branche schwierig werden.
Der Qualität bevorzugende Verbraucher wird weiter in den Biomarkt o.ä.stapfen. Die Gefahr, dass Amazon einst Lidl, Aldi & Co. verdrängt, wäre für mich kein Grund, den Tag des Herrn zu opfern. Im übrigen sollte der Einzelhandel selbst anfangen, die Chancen des Internets mehr zu nutzen. Es gibt bereits genügend Pioniere die abseits des ungeliebten Amazon einen Teil ihres Umsatzs mit einem Webshop machen.
Den Tag des Herrn muß man ja nicht aufgeben aber in einer plurllistischen Gesellschaft kann man nicht relgiös argumentieren erst sagte mir ein Jude was interessiert mich der christliche Sonntag ,am shabbes sind die Geschäfte hier auch offen ?:-) Auch gebe es hier Revolution wenn man Sonntag Vormittag in der Bäckerei nicht einkaufen könnte
Die "pluralistische Gesellschaft" interessiert mich einen Scheiß. Ich verteidige, was Kaiser Konstantin uns geschenkt hat.
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Lilaimmerdieselbe
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Lilaimmerdieselbe »

Ärgerlich finde ich, jetzt auch wieder in NRW, dass es immer die CDU ist, die einkaufsfreie Sonntage abbaut.

Pilgerer
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Pilgerer »

Unter der Woche finde ich eine Liberalisierung der Öffnungszeiten für vertretbar bis hin zu 24 Stunden am Tag. Es geht den Staat eigentlich nichts an, wie lange ein Unternehmer seinen Laden öffnen will.

Am Sonntag hingegen sollte arbeitsfrei sein, damit noch ein Rest des christlichen Erbes erhalten bleibt. Dazu ist es auch für die Arbeitnehmer notwendig, wenigstens einen Tag in der Woche wirklich frei zu haben. Allerdings wird dies in vielen Unternehmen jetzt schon ausgehöhlt, wo es Maschinen gibt, die auch sonntags laufen müssen oder wo es andere Gründe gibt, weshalb der Sonntag ein normaler Arbeitstag geworden ist.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

Stabilitas loci
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Stabilitas loci »

ar26 hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 09:39
Stabilitas loci hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 08:55
ar26 hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 15:15
Caviteño hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 14:58
overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 11:32
Die kulturelle Erfahrung über Jahrhunderte hat die religiös tradierte Sonn- und Feiertagsruhe als vernünftig erwiesen. Auflösungserscheinungen des vernünftig begründeten religiösen Kontextes kollidieren mit weiteren Zielen des Staates wie Abwehr von Wettbewerbsverzerrungen zwischen Stadt- und Landgemeinden sowie zwischen großen und kleinen Einzelhändlern. Sollten die großen Handelshäuser an Sonntagen Kundschaft vom Land den kleinen Einzelhändlern dort abwerben, käme dies einer Wettbewerbsverzerrung gleich. Diese Wettbewerbsverzerrung träfe kleine Einzelhändler und Arbeitnehmer gleichermaßen.
Inzwischen wird die Forderung nach mehr offenen Verkaufssonntagen vorwiegend mit dem Wettbewerbsvorteil des Versandhandels begründet. Dort kann man auch am Sonntag einkaufen.....
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Der Qualität bevorzugende Verbraucher wird weiter in den Biomarkt o.ä.stapfen. Die Gefahr, dass Amazon einst Lidl, Aldi & Co. verdrängt, wäre für mich kein Grund, den Tag des Herrn zu opfern. Im übrigen sollte der Einzelhandel selbst anfangen, die Chancen des Internets mehr zu nutzen. Es gibt bereits genügend Pioniere die abseits des ungeliebten Amazon einen Teil ihres Umsatzs mit einem Webshop machen.
Den Tag des Herrn muß man ja nicht aufgeben aber in einer plurllistischen Gesellschaft kann man nicht relgiös argumentieren erst sagte mir ein Jude was interessiert mich der christliche Sonntag ,am shabbes sind die Geschäfte hier auch offen ?:-) Auch gebe es hier Revolution wenn man Sonntag Vormittag in der Bäckerei nicht einkaufen könnte
Die "pluralistische Gesellschaft" interessiert mich einen Scheiß. Ich verteidige, was Kaiser Konstantin uns geschenkt hat.
dann viel spaß im geistigen Amish-Land bei so einer Haltung darf man nicht erwarten daß einem die Gesellschaft zur Kenntnis und das ist völlig richtig den das ist eine Geisteshaltung wie wir sie bei den Zeugen Jehovas finden, nicht vom Inhalt her sondern vom psychischen Muster

Caviteño
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Caviteño »

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 10:48
Am Sonntag hingegen sollte arbeitsfrei sein, damit noch ein Rest des christlichen Erbes erhalten bleibt. Dazu ist es auch für die Arbeitnehmer notwendig, wenigstens einen Tag in der Woche wirklich frei zu haben. Allerdings wird dies in vielen Unternehmen jetzt schon ausgehöhlt, wo es Maschinen gibt, die auch sonntags laufen müssen oder wo es andere Gründe gibt, weshalb der Sonntag ein normaler Arbeitstag geworden ist.
Es sind ja nicht nur die Maschinen, die am Sonntag laufen. Wer geht denn nicht gern am Sonntag in Restaurant, um dort zu essen? Wer fährt (bzw. läßt sich mit Bus und Bahn fahren) nicht mit der Familie raus und erwartet, daß Notdienste, Tankstellen und Polizei im Fall des Falles zur Verfügung? Wer hat noch nicht am Sonntag im Netz eingekauft?
Vielleicht mit Ausnahme des letzten Beispiels geht man davon aus, daß die "Grundversorgung" (also einschl. Mittagessen und Tankstelle) funktioniert und man dort auf Beschäftigte trifft, die eben keinen freien Sonntag haben.

Ich schätze und befürworte die bisherige Regelung auch, vor allem weil ich das Gegenbeispiel aus den PH kenne. Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob sich die bisherigen Regeln noch sehr lange halten werden. Nicht nur der Druck der Handelsverbände auch die Änderung in der Bevölkerungszusammensetzung (weniger Christen, steigender Anteil anderer Religionen bzw. von Religionslosen) wird langfristig zu einer Aushöhlung führen.
Das wird in Form der bekannten Salamitaktik bestehen - s. NRW, wo jetzt die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage von 4 auf 8 verdoppelt wurde.

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overkott
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von overkott »

Caviteño hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 17:06
overkott hat geschrieben:
Montag 19. Juni 2017, 15:36
Realistisch betrachtet kommen Käufe im Internet außer bei Ausnahmen wie Streamingdiensten am selben Tag gar nicht zustande. Einigung und Übergabe erfolgen an unterschiedlichen Tagen. Von daher ist der Einzelhandel mit dem Versandhandel nicht vergleichbar. Die großen Handelshäuser rechnen damit, dass die Kunden einen freien Sonntag haben. Ohne Sonn- und Feiertagsruhe würde sich der erwartete Zusatznutzen gar nicht einstellen, weil es sich quasi um einen üblichen Werktag mit allen Vor- und Nachteilen handeln würde.
Die Kunden nehmen nun einmal in Kauf, daß man bei einer Bestellung im Netz die Sachen nicht sofort mitnimmt, sondern sie später - allerdings tlw. sogar am gleichen Tag - geliefert werden. Natürlich sind Einzel- und Versandhandel vergleichbar, denn beide verkaufen die gleichen Güter. Der Kunde entscheidet, ob er einen Gegenstand bei amazon oder beim örtlichen (Fach)Händler kauft, und da ist die sofortige Mitnahme nur ein Kriterium von vielen.

Es ist für mich schon nachvollziehbar, wenn der stationäre Handel über die Abwanderung der Kunden zum Versandhandel besorgt ist. Einige Branchen sterben bereits aus, z.B. das Reisebüro. Natürlich versucht man gegenzusteuern. Bei uns ist der verkaufsoffene Sonntag immer mit einem "Ereignis" verbunden; gestern gab es z.B. spanische Musik und tapas auf der Einkaufsstraße.

@ar26:
amazon hat gerade die größte Bio-Ladenkette in den USA erworben Whole Foods Market. Auch amazon weiß, das Geld heute mit hochwertigen Lebensmitteln und nicht mit Massenware verdient wird. Bei dem bekannten guten Service von amazon und dem umfangreichen Angebot könnten auch die BIO-Läden hier in Schwierigkeiten kommen, sofern sie nicht auf einer ganz ausgeprägten Kundenbindung bauen können.

In D. hat amazon jedenfalls für die Lebensmittel-Lieferung einen Vereinbarung mit der Deutschen Post getroffen:

Amazon Fresh kommt: Deutsche-Post-Tochter Allyouneed Fresh liefert aus

Die Auslieferung soll am gleichen Tag erfolgen und zu dem Geschäftsvolumen heißt es in dem oa Artikel:
Der Lebensmittelmarkt in Deutschland ist rund 200 Milliarden Euro schwer. Bislang liegt der E-Commerce-Anteil hier bei gerade einmal einem Prozent. Branchenexperten rechnen damit, dass in den nächsten fünf Jahren immerhin ein Anteil von 10 Prozent realistisch sei.
Im übrigen geht mir so gerade durch den Kopf: Fällt die Auslieferung von Waren eigentlich unter den Sonntagsschutz? :hmm:
Wer aus christlicher Verantwortung aufgeklärt eine Entscheidung treffen möchte und nicht lediglich Lobbyist einer Partikulargruppe ist, verschafft sich einen Überblick und begnügt sich nicht mit einem persönlichen Statement hier und einem Beispiel da.

Grundsätzlich dient regelmäßige Erholung der öffentlichen Gesundheit und ist damit nicht nur ein Stück Lebensqualität, sondern auch mit gesellschaftlichen Kosten verbunden, denen ein echter gesellschaftlicher Nutzen gegenübersteht. Das gilt nicht nur für die Nachtruhe und Frühstückspause. Der Sonn- und Feiertagsschutz schützt auch die Sozialversicherungen und die Wirtschaft im Ganzen, selbst wenn einzelne Player nur an ihrem persönlichen kurzfristigen Nutzen interessiert sind.

Um das Allgemeinwohl und besondere Problemlagen - etwa im Hinblick auf das Anfahren von Kraftwerken und anderen technischen Großanlagen - in Einklang zu bringen, gibt es Ausnahmen. Der freie Sonntag und Jahresurlaub dient nicht nur der Erhohlung und Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit, sondern ist Teilhabe am Wohlstand durch technischen Fortschritt und Wirtschaftswachstum, was sich in Zeitersparnis und monetären Gewinnen ausdrückt.

Darüber hinaus muss man Wünsche großer Handelshäuser branchenbezogen debattieren. Jeder Kunde muss selbst wissen, ob er Kleidung lieber im Geschäft anprobiert und sofort kauft oder lieber drei Mal hin- und herschickt. Wenn aber am Samstagabend im Geschäft niemand mehr einkauft, weil alle schon am Nachmittag gekauft haben, warum sollten sie das in der nächsten Woche tun? Das ist kein Grund, einer Wettbewerbsverzerrung das Wort zu reden.

Im Lebensmittelhandel wird Amazon preislich mit Lieferungen von Sonntagsbrötchen inklusive drei Scheiben Salami am Sonntag nur eine winzige Nische erreichen, kaum konkurrenzfähig sein gegenüber dem normalen Lebensmittelhandel und die Branche daher nicht gefährden. Vielmehr sollten die Lebensmittelhändler ihre Kunden nicht durch groteske Parkgebühren abschrecken. Wer möchte denn noch bei Aldi Produkte ein paar Cent teurer einkaufen als bei der Konkurrenz, wenn er anschließend von irgendeinem privaten Parkhai im Auftrag von Aldi auch noch richtig teuer abgezockt wird?

Pilgerer
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Pilgerer »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 12:18
Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob sich die bisherigen Regeln noch sehr lange halten werden. Nicht nur der Druck der Handelsverbände auch die Änderung in der Bevölkerungszusammensetzung (weniger Christen, steigender Anteil anderer Religionen bzw. von Religionslosen) wird langfristig zu einer Aushöhlung führen.
Das wird in Form der bekannten Salamitaktik bestehen - s. NRW, wo jetzt die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage von 4 auf 8 verdoppelt wurde.
Aus der Allianz aus Mammon- und Mohammed-Anhängern könnte das tatsächlich hervorgehen. Davor könnte eine Zusammenarbeit der Kirchen mit den Gewerkschaften schützen, um aus einer "christlich-sozialdemokratischen" Motivation heraus den Sonntag zu erhalten. Es gibt gute säkulare Gründe für den Sonntag auch für die, die nicht in die Kirche gehen.
10 Die Erlösten des HERRN werden wiederkommen und nach Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen, und Schmerz und Seufzen wird entfliehen. (Jesaja 35,10)

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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von ar26 »

Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 12:18
Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 10:48
Am Sonntag hingegen sollte arbeitsfrei sein, damit noch ein Rest des christlichen Erbes erhalten bleibt. Dazu ist es auch für die Arbeitnehmer notwendig, wenigstens einen Tag in der Woche wirklich frei zu haben. Allerdings wird dies in vielen Unternehmen jetzt schon ausgehöhlt, wo es Maschinen gibt, die auch sonntags laufen müssen oder wo es andere Gründe gibt, weshalb der Sonntag ein normaler Arbeitstag geworden ist.
Es sind ja nicht nur die Maschinen, die am Sonntag laufen. Wer geht denn nicht gern am Sonntag in Restaurant, um dort zu essen? Wer fährt (bzw. läßt sich mit Bus und Bahn fahren) nicht mit der Familie raus und erwartet, daß Notdienste, Tankstellen und Polizei im Fall des Falles zur Verfügung? Wer hat noch nicht am Sonntag im Netz eingekauft?
Vielleicht mit Ausnahme des letzten Beispiels geht man davon aus, daß die "Grundversorgung" (also einschl. Mittagessen und Tankstelle) funktioniert und man dort auf Beschäftigte trifft, die eben keinen freien Sonntag haben.

Ich schätze und befürworte die bisherige Regelung auch, vor allem weil ich das Gegenbeispiel aus den PH kenne. Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob sich die bisherigen Regeln noch sehr lange halten werden. Nicht nur der Druck der Handelsverbände auch die Änderung in der Bevölkerungszusammensetzung (weniger Christen, steigender Anteil anderer Religionen bzw. von Religionslosen) wird langfristig zu einer Aushöhlung führen.
Das wird in Form der bekannten Salamitaktik bestehen - s. NRW, wo jetzt die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage von 4 auf 8 verdoppelt wurde.
Versuche mich hier zu beschränken und am Sonntag nach Möglichkeit keine dieser Dienstleistungen zu nutzen. Beim Spätshop um die Ecke mache ich eine Ausnahme, weil der von der Antifa betrieben wird und die religionskritisch sind.
...bis nach allem Kampf und Streit wir dich schaun in Ewigkeit!

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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Stabilitas loci »

ar26 hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 16:23
Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 12:18
Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 10:48
Am Sonntag hingegen sollte arbeitsfrei sein, damit noch ein Rest des christlichen Erbes erhalten bleibt. Dazu ist es auch für die Arbeitnehmer notwendig, wenigstens einen Tag in der Woche wirklich frei zu haben. Allerdings wird dies in vielen Unternehmen jetzt schon ausgehöhlt, wo es Maschinen gibt, die auch sonntags laufen müssen oder wo es andere Gründe gibt, weshalb der Sonntag ein normaler Arbeitstag geworden ist.
Es sind ja nicht nur die Maschinen, die am Sonntag laufen. Wer geht denn nicht gern am Sonntag in Restaurant, um dort zu essen? Wer fährt (bzw. läßt sich mit Bus und Bahn fahren) nicht mit der Familie raus und erwartet, daß Notdienste, Tankstellen und Polizei im Fall des Falles zur Verfügung? Wer hat noch nicht am Sonntag im Netz eingekauft?
Vielleicht mit Ausnahme des letzten Beispiels geht man davon aus, daß die "Grundversorgung" (also einschl. Mittagessen und Tankstelle) funktioniert und man dort auf Beschäftigte trifft, die eben keinen freien Sonntag haben.

Ich schätze und befürworte die bisherige Regelung auch, vor allem weil ich das Gegenbeispiel aus den PH kenne. Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob sich die bisherigen Regeln noch sehr lange halten werden. Nicht nur der Druck der Handelsverbände auch die Änderung in der Bevölkerungszusammensetzung (weniger Christen, steigender Anteil anderer Religionen bzw. von Religionslosen) wird langfristig zu einer Aushöhlung führen.
Das wird in Form der bekannten Salamitaktik bestehen - s. NRW, wo jetzt die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage von 4 auf 8 verdoppelt wurde.
Versuche mich hier zu beschränken und am Sonntag nach Möglichkeit keine dieser Dienstleistungen zu nutzen. Beim Spätshop um die Ecke mache ich eine Ausnahme, weil der von der Antifa betrieben wird und die religionskritisch sind.
Also kein Restaurant Kino Taxi ect? nur damit ich es verstehe

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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von overkott »

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 16:01
Caviteño hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 12:18
Allerdings wage ich zu bezweifeln, ob sich die bisherigen Regeln noch sehr lange halten werden. Nicht nur der Druck der Handelsverbände auch die Änderung in der Bevölkerungszusammensetzung (weniger Christen, steigender Anteil anderer Religionen bzw. von Religionslosen) wird langfristig zu einer Aushöhlung führen.
Das wird in Form der bekannten Salamitaktik bestehen - s. NRW, wo jetzt die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage von 4 auf 8 verdoppelt wurde.
Aus der Allianz aus Mammon- und Mohammed-Anhängern könnte das tatsächlich hervorgehen. Davor könnte eine Zusammenarbeit der Kirchen mit den Gewerkschaften schützen, um aus einer "christlich-sozialdemokratischen" Motivation heraus den Sonntag zu erhalten. Es gibt gute säkulare Gründe für den Sonntag auch für die, die nicht in die Kirche gehen.
Franziskaner halten an solchen Besitzständen wie den freien Sonn- und Feiertagen nicht zwanghaft fest, sondern teilen grundsätzlich die Meinung aller Menschen, die Sonn- und Feiertage aus diversen Gründen für sinnvoll halten. Die Gelegenheit zum Kirchgang ist eine Möglichkeit, diese geschenkte Zeit zu nutzen.

Der technische Fortschritt bedeutet zunächst, dass nicht mehr Arbeitszeit erforderlich ist, sondern die gewonnene Zeit im Sinne von Wohlstand für alle sinnvoll verteilt werden sollte. Da die geregelte Ruhe bei Ausnahmen auch mit höheren Löhnen gekoppelt ist, würde eine Aufweichung einen Verlust an Freizeit für die einen und einen Verlust an Einkommen für die anderen bedeuten.

Natürlich könnte man statt an einem Sonntag, auch an einem Freitag oder Samstag die Arbeitszeit verkürzen. Gegen Stoßzeiten an den Kassen hat es im Handel eine Verteilung der Einkäufe durch verlängerte Öffnungszeiten gegeben. Bei gleichem Umsatz verringert sich dadurch natürlich der Umsatz pro Stunde. Das geht entweder zu Lasten des Gewinns oder verteuert die Preise und verringert dann tendenziell den Kundenstamm.

Wenn als Folge ein Unternehmen wie Aldi auch noch durch groteske Parkregeln die Kunden verschreckt, darf es sich nicht beschweren. Das Groteske liegt übrigens darin, dass Stammkunden plötzlich mit Kleingedrucktem gegängelt werden und neuerdings formal ins Unrecht gesetzt werden, obwohl sie wie bisher geparkt haben. Die Parkhaie schreiben mitunter falsche Zahlungsaufforderungen und drangsalieren die Kunden über Wochen mit Drohungen. Der gewaltige Imageschaden wird durch die Parkeinnahmen wahrscheinlich nicht aufgefangen.

Caviteño
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Re: Sonntags einkaufen?

Beitrag von Caviteño »

Pilgerer hat geschrieben:
Dienstag 20. Juni 2017, 16:01
Aus der Allianz aus Mammon- und Mohammed-Anhängern könnte das tatsächlich hervorgehen. Davor könnte eine Zusammenarbeit der Kirchen mit den Gewerkschaften schützen, um aus einer "christlich-sozialdemokratischen" Motivation heraus den Sonntag zu erhalten. Es gibt gute säkulare Gründe für den Sonntag auch für die, die nicht in die Kirche gehen.
Ich finde den Sonntag als Ruhetag ja auch gut und möchte ihn nicht missen. Aber schau Dir doch mal die beiden Partner der angedachten Zusammenarbeit an: Kirche und Gewerkschaften - beide befinden sich auf dem absteigenden Ast, haben mit sinkenden Mitgliederzahlen und damit verbunden mit sinkendem Einfluß zu kämpfen. Ob sie noch einmal 70 Jahre Widerstand leisten können wissen wir nicht Ein ständig wachsender muslimischer Bevölkerungsanteil wird - mit Wahlrecht ausgestattet - auch darauf drängen, das seine Vorstellungen berücksichtigt werden. Viele christliche Feiertage und kein muslimischer Festtag? An Sonntagen zur Ruhe verdammt und ohne Einkaufsmöglichkeit? Da könnte eine stufenweise Abschaffung (ähnlich wie bei den Ladenöffnungszeiten) eine gemeinsame Lösung sein.
Selbst wenn es den Muslimen nicht viel bringt, zumindest hat man eine Bastion des Christentums in diesem Land geschleift.

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