Inflationsrate

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Kurt
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Beitrag von Kurt »

BaFin untersagt Leerverkäufe
Als Reaktion auf die Finanzkrise hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vorübergehend so genannte Leerverkäufe von Aktien bestimmter Unternehmen untersagt. Das Verbot gilt vom 20. September 2008, 00.00 Uhr, bis zum 31. Dezember 2008, 24.00 Uhr, wird jedoch laufend überprüft, wie die BaFin am Freitagabend mitteilte. Die Behörde begründete den Schritt mit den jüngsten Entwicklungen an den weltweiten Kapitalmärkten.
Von dem Verbot in Deutschland betroffen sind Aktien der Unternehmen Aareal Bank AG, Allianz SE AMB Generali Holding AG, Commerzbank AG, Deutsche Bank AG, Deutsche Börse AG, Deutsche Postbank AG, Hannover Rückversicherung AG, Hypo Real Estatet Holding AG, MLP AG, Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG. Bei Leerverkäufen wetten Anleger auf sinkende Kurse eines Unternehmens, um von fallenden Börsenkursen zu profitieren.
Das ist eine erstaunliche, aber ebenfalls wirksame Methode. Das nimmt nämlich der Abwärtsdynamik den Schwung.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Kurt hat geschrieben:
Das ist eine erstaunliche, aber ebenfalls wirksame Methode. Das nimmt nämlich der Abwärtsdynamik den Schwung.
Vielleicht die Dynamik, aber an der Richtung wird es nichts ändern können.

Das Dunkle Imperium wird nur noch durch ein Parallelogramm der Schwäche gehalten.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

Raphael

Beitrag von Raphael »

Ewald Mrnka hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Das ist eine erstaunliche, aber ebenfalls wirksame Methode. Das nimmt nämlich der Abwärtsdynamik den Schwung.
Vielleicht die Dynamik, aber an der Richtung wird es nichts ändern können.
Von welcher Richtung redest Du?
An der Börse geht es rauf und runter, die Richtung ändert sich also laufend.
Ewald Mrnka hat geschrieben:Das Dunkle Imperium wird nur noch durch ein Parallelogramm der Schwäche gehalten.
Du hast wohl zuviel Star Wars geguckt! ;)

Die zugeschriebene Schwäche erscheint derzeit nur oberflächlich Betrachtenden!

Die USA hat weiterhin viele Optionen offen, wie sie in Zukunft handeln kann. Eine davon wäre sicherlich, wie ein sterbender Drache in den letzten Zuckungen um sich zu schlagen. Eine andere wäre, sich auf alte Stärken zu besinnen (insbesondere energiepolitisch unabhängig zu werden) und die Rolle des Weltpolizisten aufzugeben.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Kurt hat geschrieben:BaFin untersagt Leerverkäufe
Es gibt Leute, die haben das bereits vor Jahren gefordert.
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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

@kurt
* Kredit gibt es nur noch bis max. 60% Beleihungswert.
Das ist utopisch und würde erst recht Familien treffen, denn die sind die klassischen Häuselbauer. Aber wie bauen?
Die Finanzkraft für den Kredit inkl. Förderung ist ja oft vorhanden. Nur mit der Miete im Hintergrund ist ein Ansparen von 40% Eigenkapital utopisch.
Ne diese Maßnahme verhindert keine faulen Kredite sondern eher das Glück im trauten Heim und schädigt die Wirtschaft.
* Kredit erhalten nur noch Bürger, die zuvor eine Prüfung bestanden haben und dies bestätigen. Vor Banken, die dagegen verstoßen, muß man öffentlich warnen.
Werden ja eh geprüft, diese Finanzscheiße ist ja eine importierte Krise, schau dir die mitteleuropäische Bankenlandschaft an gibts da riesengroße Probleme wegen fauler (einheimischer) Häuselkredite???? Komischerweise nö.

Man darf aufgrund amerikanischer Zustände, welche mit uns nicht vergleichbar sind nicht bei uns die lokal funtionierenden Strukturen ändern. In einem Wirtschaftraum wo die durchschnittliche Beschäftigungsdauer in einer Firma ein halbes Jahr beträgt musste es mal so kommen. Würdest du wenn du jedes halbe Jahr deine Anstellung wechselst einen Kredit erhalten?

LG
Fiore
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Gerhard
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Beitrag von Gerhard »

FioreGraz hat geschrieben:Das ist utopisch und würde erst recht Familien treffen, denn die sind die klassischen Häuselbauer.
Sind diese Zeiten nicht längst vorbei?
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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

Gerhard hat geschrieben:
FioreGraz hat geschrieben:Das ist utopisch und würde erst recht Familien treffen, denn die sind die klassischen Häuselbauer.
Sind diese Zeiten nicht längst vorbei?
Das klasssische Familienbild liegt sicher im sterben. Allerdings muß man dazusagen, daß es auch eine Erfindung des Bürgertums des 19. Jhdts. war und real nur in den 50 - 70er Jahren des letzten Jahrhunderts real existierte (zumindest teilweise). Das harmonische Familienbild der FKK Familie wie es hier gerne propagiert wird ist nichts anderes als ein Ideologie die kläglich gescheitert ist.

Aber du wirst bei den Eigenheimschaffern an erster Stelle Paare mit Kind(ern) finden, weil Kinder oft die Intialzündug geben. Dann kommen normale PAare und irgenwann unter ferner liefen Singels.

LG
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sofaklecks
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Leerverkäufe

Beitrag von sofaklecks »

1.
Das Verbot der Leerverkäufe kann keine Bank davor bewahren, von ihren Fehlern eingeholt zu werden.

2.
Wirksam wäre es nur, wenn den Banken die Leerverkäufe mit allen Aktien, nicht aber allen die Leerverkäufe mit Aktien der Banken unteragt würden. Aktuelles Beispiel sind die Stämme von Volkswagen, die vor dem Verfallstermin der Optionen am Freitag um 25% nach oben getrieben wurde (weil sich eine Bank eindecken musste) und gestern wieder 14 % nach unten fielen.

3.
Der Versuch, über ein Verbot der Leerverkäufe den Markt zu beruhigen ist etwa so aussichtsreich wie der Versuch, Vorurteile über Afrikaner durch das Verbot der Verwendung des Begriffs "Neger" zu beseitigen.

4.
Im Gegenteil: Die Aufnahme in die Liste der verbotenen Aktien indiziert deren Schieflage. Das ist so, als würde man den Brotpreis rationieren, um den Preis zu stabilisieren. Ein sofortiger Run auf alles, was Brot heisst wäre die Folge. Beimverbot der Leerverkäufe ist das genau umgekehrt.

5.
Die Professionalität des BAFin ist sprichwörtlich. Sie ist die Aufsichtsbehörde für die KfW, die 300 Millionen an die bankrotte Lehmann Bank überwies. Die Massnahme ist nichts anderes als der törichte Versuch, im Nachinein Handlungsfähigkeit zu beweisen. Wie sagte ein grosser Franzose? Unsere Fehler machen uns nicht halb so viel Schaden wie die törichten Versuche, sie ungeschehen zu machen.

sofaklecks

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ar26
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Beitrag von ar26 »

Ne Fiore, ich denke Kurt hat da nicht ganz unrecht, denn in Zeiten der Heuschrecken und der Krise ist es eben so, daß sich Familien mit Krediten stark übernehmen können. Die hiesigen Sparkassen und Genossenschaftsbanken vergeben nurmehr Kredite bis ca. 80 000 EUR, sollten nicht weitere außergewöhnliche Sicherheiten vorhanden sein. Ich denke mehr als diese Summe lässt sich durch die normale Mittelklasse-Familie (besonders mit einem Einkommen) auch kaum vernünftig tilgen.

Das Problem liegt mE nach zumindest in der Bundesrepublik (kenne die Rechtslage in RÖ nicht) in der unsinnigen und ökofaschistisch motivierten Trennung von Innen- und Außenbereich im Baurecht. In meinem Heimatort bekomme ich den m² Acker- oder Weideland für 3 EUR, den m² Bauland gibt es für 70 EUR. Und wer schöpft den Rahm ab? Die Kommunen.

maliems
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Beitrag von maliems »

Raphael hat geschrieben:
Die zugeschriebene Schwäche erscheint derzeit nur oberflächlich Betrachtenden!

Die USA hat weiterhin viele Optionen offen, wie sie in Zukunft handeln kann. ... Eine andere wäre, sich auf alte Stärken zu besinnen (insbesondere energiepolitisch unabhängig zu werden) und die Rolle des Weltpolizisten aufzugeben.
Das fände ich großartig. Ich habe allerdings nicht den Eindruck, dass diese Alternative überhaupt von den Polit-Profis erkannt, geschweige denn bedacht oder durchgeführt wird.

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

@ar26

Die 80.000 damit meinst du eher den Konsumkredit oder? Denn ein klasisches Bauspardarlehen ist schon glei mal 150.000 pro Person bei uns. Aber sie reinen Konsumkredite sind bei uns sogar in der Regel auf 50.000 beschränkt und das finde ich schon etwas zuviel.

Das man sich übernehmen kann hängt nicht von der KRedithöhe ab sondern von einem selbst und der Bankberatung. Es ist natürlich ein unterschied ob wie in AMiland jedem gleich der Geldkoffer ausgehändigt wird oder nicht.

Häuselbauen/kaufen/sanieren bei uns ist ja schwieriger da werden acuh stichprobenartig die Rechnungen verlangt (ob das Geld ja zum Häuselbauen verwendet wird).
Das Problem liegt mE nach zumindest in der Bundesrepublik (kenne die Rechtslage in RÖ nicht) in der unsinnigen und ökofaschistisch motivierten Trennung von Innen- und Außenbereich im Baurecht. In meinem Heimatort bekomme ich den m² Acker- oder Weideland für 3 EUR, den m² Bauland gibt es für 70 EUR.
Naja das hängt nicht mit der TRennung zusammen sondern Bauland wir immer teurer sein. Allerdings was mich hier stört sind die PReisdifferenzen z.B Stadt Land. Wir wollen uns ja auch ein HAus kaufen demnächst und im städtischen Bereich "unbezahlbar", fährt man 5 min weiter raus sind es schon wieder fast Spottpreise.
Hier sollte der Staat ala "Richtmietsätze" auch "Verkaufsrichtsätze" festlegen. Obwohl ich sagen muß mittlerweile gefällt mir die Vorstellung eines HAuses auf dem "Land" viel besser als in der Stadt.

Aber trotz allem ich finde die derzeitige Panikmache bei uns unverantwortlich.

LG
Fiore
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Kurt
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Re: Leerverkäufe

Beitrag von Kurt »

sofaklecks hat geschrieben:1.
Das Verbot der Leerverkäufe kann keine Bank davor bewahren, von ihren Fehlern eingeholt zu werden.
Natürlich nicht. Aber es kann verhindern, dass die Krise schlimmer wird, als sie ist. Wie gesagt, die Maßnahme ist ungewöhnlich, aber im Moment richtig, da sie einen Mißbrauch unterbindet.

Möglicherweise wird den Leerverkäufen auch insgesamt ein Riegel vorgeschoben, weil sein Nutzen (außer für den Leerverkäufer, der - sollte er pleite gehen - oft haftungsbeschränkt ist) zweifelhaft ist.
2.
Wirksam wäre es nur, wenn den Banken die Leerverkäufe mit allen Aktien, nicht aber allen die Leerverkäufe mit Aktien der Banken unteragt würden. Aktuelles Beispiel sind die Stämme von Volkswagen, die vor dem Verfallstermin der Optionen am Freitag um 25% nach oben getrieben wurde (weil sich eine Bank eindecken musste) und gestern wieder 14 % nach unten fielen.
Ich glaube, darüber muß man nachdenken.
3.
Der Versuch, über ein Verbot der Leerverkäufe den Markt zu beruhigen ist etwa so aussichtsreich wie der Versuch, Vorurteile über Afrikaner durch das Verbot der Verwendung des Begriffs "Neger" zu beseitigen.
Neger praktizieren aber auch heute schon Leerverkäufe, weil sie überwiegend Landwirtschaft betreiben.
Man muss bei der Geschichte etwas aufpassen, denn Leerverkäufe dienen nicht immer der Spekualtion. Meistens werden nur Kursrisiken abgesichert, das heisst, dass der Umfang des Geschäftes sich immer auf ein vorhandenes Portfolio bezieht. Im Währungsumfeld wäre es z.B. fatal, weil so Kursschwankungen ausgeglichen werden können.
4.
Im Gegenteil: Die Aufnahme in die Liste der verbotenen Aktien indiziert deren Schieflage.
Ja, das war auch mein erster Gedanke. Aber offenbar ist der daraus resultierende Schaden geringer als der erwartete durch Leerverkäufe. Es wird interessant sein, zu sehen, wie der Markt reagiert.
5.
Die Professionalität des BAFin ist sprichwörtlich. Sie ist die Aufsichtsbehörde für die KfW, die 300 Millionen an die bankrotte Lehmann Bank überwies. Die Massnahme ist nichts anderes als der törichte Versuch, im Nachinein Handlungsfähigkeit zu beweisen. Wie sagte ein grosser Franzose? Unsere Fehler machen uns nicht halb so viel Schaden wie die törichten Versuche, sie ungeschehen zu machen.
Auch dem vermag ich nicht richtig widersprechen zu können. Man darf nicht vergessen, dass in Deutschland nicht die privaten, sondern die staatlichen Banken ein Problem haben. Das spricht gegen eine Verstaatlichung. Es kann aber auch sein, dass die staatlichen Banken ihre Transparanzpflicht ernster nehmen.

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Robert Ketelhohn
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Re: Leerverkäufe

Beitrag von Robert Ketelhohn »

sofaklecks hat geschrieben:Die Professionalität des BAFin ist sprichwörtlich. [Es] ist die Aufsichtsbehörde für die KfW

Täusche ich mich, oder ist das ein Irrthum?
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Kurt
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Re: Leerverkäufe

Beitrag von Kurt »

Robert Ketelhohn hat geschrieben:
sofaklecks hat geschrieben:Die Professionalität des BAFin ist sprichwörtlich. [Es] ist die Aufsichtsbehörde für die KfW

Täusche ich mich, oder ist das ein Irrthum?
Das BaFin ist für alle Banken und Finanzdienstleister Aufsichtsbehörde.

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Ich dachte, die KfW unterstehe direkt dem Bundesminister für
Finanzen. Hm. – Gibt es da Unterschiede zu normalen Geschäfts-
banken (z. B. hinsichtlich Rechenschaftspflicht gegenüber BaFin
o. ä.)?
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Raphael

Re: Leerverkäufe

Beitrag von Raphael »

Kurt hat geschrieben:
Robert Ketelhohn hat geschrieben:
sofaklecks hat geschrieben:Die Professionalität des BAFin ist sprichwörtlich. [Es] ist die Aufsichtsbehörde für die KfW

Täusche ich mich, oder ist das ein Irrthum?
Das BaFin ist für alle Banken und Finanzdienstleister Aufsichtsbehörde.
Die KfW ist eine Sonderfall!
Für sie ist das BMF die Aufsichtsbehörde (§ 12 KfW-Gesetz).
Die Aufsicht wird im Benehmen mit dem BMWi ausgeübt.

Ob sich Ministerien benehmen können, sei jetzt 'mal dahingestellt ........

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Dacht’ ich’s doch.
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Korrektur

Beitrag von sofaklecks »

Richtig, ich habe die derzeitige Situation und die geforderte Änderung verwechselt.

http://www.financial.de/news/agenturmel ... ach-bafin/

Sorry.

Auf die Auflistung der Fehler des Bafin im Zusammnhang mit den Beinahepleiten der diversen Landesbanken im gleichen Zusammenhang verzichte ich jetzt aber ebenso wie auf die druckfrische Mitteilung vor einigen Tagen, die (in der Liste befindlichen) deutschen Versicherer hätten nichts zu befürchten.

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ar26
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Beitrag von ar26 »

@ Fiore
Ne, die 80 000 sind Baudarlehn. Weniger ist sicherer ;)

Das hängt schon mit der Trennung zusammen. Wenn es keinen Außenbereich gäbe, dann würde die materielle Baufreiheit überall greifen. Ergo es gäbe Bauland en masse, was unter Anwendung der Marktgesetze zu Preisverfall führte. Man müsste um zu bauen halt, die Erschließung sichern bzw. sich an vorhandene Erschießung dran hängen, was wiederum auch Bauen im tiefen Wald vereiteln würde.

Bei uns ist es heute so, daß Außenbereich generell nicht wohnbebaubar ist. Dies kann nur durch die Erstellung eines Bebauungsplanes geändert werden. Dieses "kommunale Baurecht" schafft die Kommune besonders dann ganz gerne, wenn es sich für sie lohnt. Das geht insbesondere durch das Rechtsinstitut der Umlegung. Die Wertsteigerung zwischen Ackerland und Bauland wird dann zu einem nicht unbeträchtlichen Teil von der Kommune abgegriffen (sog. Umlegungsvorteil).

PS: Warum rufst Du nach staatlicher Kontrolle? Ist doch super, wenn auf dem Land die Preise niedriger sind. Insbesondere für Familien mit Kindern.

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Gelten die MaRisk nicht für die KfW, wenn sie dem BMF unterstehen?

Raphael

Beitrag von Raphael »


Raphael

Beitrag von Raphael »

Kurt hat geschrieben:Gelten die MaRisk nicht für die KfW, wenn sie dem BMF unterstehen?
Meines Wissens gelten die MaRisk für alle Kreditinstitute, unabhängig davon, welche Aufsichtsbehörde zuständig ist.
Die Ausformulierung der MaRisk ist auch nicht ohne Diskussion in brancheninternen Arbeitskreisen abgelaufen. Sie sind als nicht per ordre de mufti erlassen worden.

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

Raphael hat geschrieben:Jetzt werden Zahlen genannt:
US-Regierung will Banken mit 700 Mrd. Dollar unterstützen
Entweder wird dieses Signal fatale Folgen haben, oder die ganze Chose transformiert letztlich zu einer Erkenntnis, die schon ein paar Tausend Jahre alt ist: das sog. | "Jubeljahr" (Levitikus Kapitel 25) |

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Robert Ketelhohn
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Beitrag von Robert Ketelhohn »

Die interessanteste Frage wäre, in welcher Tasche diese 700 Mrd.
eigentlich landen. Das ist leider sehr undurchsichtig. Jedenfalls aber
werden sie in Taschen landen, in welchen sie absolut nichts zu su-
chen haben.

Statt solcher Volksvermögensvernichtungsmaßnahmen müßte man
das Bankensystem einem geordneten Konkursverfahren unterzie-
hen. (Vielleicht wird man die 700 Mrd. dann auch noch brauchen.
Jedenfalls aber werden sie dann nicht verjubelt und unter den übel-
sten Geiern aufgeteilt.)
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ar26
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Beitrag von ar26 »

Ich will ja nicht mosern, Robert. Wenn man Banken einem geordneten Konkursverfahren unterzieht, dann schauen ziemlich viele Gläubiger dieser Banken in die Röhre. Allen voran normale Sparer und Bankkunden, die eben auch Gläubiger der Bank sind und nur eine niedrige Quote bekommen würden (unterstellt, daß US-Konkursrecht funktioniert ähnlich wie das dt. und es keine sonstigen Sicherungsmaßnahmen gibt).

Mit den 700 Milliarden werden, soweit ich das verstehe, den Banken die problematischen Assets zu guten Preisen abgekauft, so daß deren Bilanzen wieder in Ordnung kommen. Der normale Bankkunde lebt sicher weiter, muss aber durch Inflation und/oder höhere Steuern letztlich die Unzuverlässigkeit seiner Bank mitkompensieren. Ich denke, daß vor die Wahl gestellt, die meisten "kleinen" Bankkunden den Staatsinterventionismus begrüßen würden.

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

..tja, und was machen die Banken wieder mit dem grössten Teil jener 700 Mrd.? Sie stecken es in Aktien und dann gilt, was schon weiter oben gesagt wurde:

"...der Wert einer Aktie (..) ist gewissermaßen eine Vermutung, eigentlich eine Wette, auf die Zukunft..."
viewtopic.php?p=224907#224907

M.E. zeigt | Lk 16,19 ff | die (begrenzte) Pallette an Entscheidungsmöglichkeiten auf, ...ganz real:

Sie können also entweder auf das unwandelbare, ewige, göttliche Gesetz und die Propheten hören, ...

...oder auf das Gesetz der Ökonomie:
"Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur ob die Krise durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll, oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems" (Ludwig von Mises)
Zuletzt geändert von Paul Heliosch am Sonntag 21. September 2008, 00:27, insgesamt 1-mal geändert.

maliems
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Beitrag von maliems »

ar26 hat geschrieben:Der normale Bankkunde ... muss aber durch Inflation und/oder höhere Steuern letztlich die Unzuverlässigkeit seiner Bank mitkompensieren. Ich denke, daß vor die Wahl gestellt, die meisten "kleinen" Bankkunden den Staatsinterventionismus begrüßen würden.
so ist es (in bezug auf den kleinanleger, und deshalb finde ich die lösung demokratisch legitimiert, wenn auch nicht durch wahl erfolgt). aber die finanzpolitische handlungsfähigkeit der usa ist erheblich eingeschränkt.

diese entscheidung wird erheblichen einfluss haben auf die finanzierung der militärischen visionen im nahen osten (georgien, israel, syrien, iran, irak, afghanistan) in der ersten hälfte der kommenden präsidentschaft.

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ar26
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Beitrag von ar26 »

@ Paul
Die Frage, was die Banken damit machen, ist durchaus berechtigt. Dieses Geld soll ja dazu dienen, die Bilanzen wieder in Ordnung zu bringen. Daher muss das Geld also sinnvoll auf der Habenseiten positioniert werden. Bei einer niedrigen Inflationsrate wäre es wohl
das sinnvollste, es der Eigenkapitalreserve zuzuführen. Da dies nicht der Fall ist, müssen wohl andere Möglichkeiten gefunden werden.

PS: Robert, ich weiß ja, daß Deine Ausführungen dem Gerechtigkeitsgefühl geschuldet sind. Diejenigen, die die Misere verschuldet haben, kommen jetzt ungeschoren davon. Allerdings wären
bei einem Konkurs nicht nur deren Ärsche, sondern auch viele andere unschuldige mit in die Tiefe gerissen worden.

sofaklecks
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Mittelweg

Beitrag von sofaklecks »

Entschuldigt, wenn ich nochmal was dazu schreibe:

Robert's Lösung ist die richtige. Richtig deshalb, weil man nicht ein System fördern kann, solange man davon profitiert und ignorieren, wenn man die Zeche für Fehler zahlen soll.

Niemand hätte im übrigen den Staat daran gehindert, für Bankeinlagen bis zu einer bestimmten Grösse oder Lebensversicherte einen solchen Fonds unter Beteiligung aller Branchenmitglieder, die von der Rettung mittelbar in Zukunft profitieren, einzurichten. Das wäre erheblich billiger und sinnvoller als die Verwandelung von Luftforderungen in Staatsanleihen, vor allem, wenn man etwa für solche Kleinanleger Quotenvorrechte im Insolvenzverfahren einführt: Erst kriegen die Kleinleger ihr Geld zurück, dann die, die sich am Schwindel beteiligt haben. Dann leitet man das vorhandene Geld in die richtigen Kanäle.

Hübsch:

http://zeitenwende.ch/ronald-gehrt/wick ... en-banker/

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Beitrag von ar26 »

ex-ante Sicht? Heute nicht mehr realisierbar.

Du musst Dich im übrigen nicht entschuldigen, wenn Du was schreibst.
Es stört uns nicht ;D

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FioreGraz
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Beitrag von FioreGraz »

@ar26

Naja mit 80.000 lässt sich nicht viel machen und ich denke das führt dann in der Regel dazu das man undurchschaubare Kreditkonstrukte bekommt um solche Grenzen zu umgehen .......
Warum rufst Du nach staatlicher Kontrolle? Ist doch super, wenn auf dem Land die Preise niedriger sind. Insbesondere für Familien mit Kindern.
Ich rufe ja nicht nach staatlicher Kontrolle weil die Preise am Land niedriger sind, sondern weil sie z.B. in den Städten exorbitant hoch sind. Es ist das eine wenn so wie wir ohne Kinder in friedlicher Alleinlage (ein synonam für Pampa) bauen, und wenn Familien das tun. Familien brauchen wiederum mehr eine gute infrastruktur (Markt, Schule, Spielplatz, ....) kaum ist das da, sind die Preise exorbitant hoch.

LG
Fiore
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Beitrag von ar26 »

Das ist zwar ziemlich OT, aber wozu Spielplatz, wenn man eigene Scholle hat? Spielplätze sind was für Städter, sag ich jetzt mal als Dorfkind. Ansonsten braucht man natürlich ein Auto, klar. Ich halte diesen Gewinn an Lebensqualität, wenn man in der Pampa wohnt, für nahezu unbezahlbar.

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