"Rechtspopulist", "Rechtsextremist", "Nationalist".. in die Schublade wird man ihn schon stecken. Allerdings erst, wenn man ihn nicht mehr ignorieren kann. Interessant ist aber, dass in letzter Zeit wieder etwas Bewegung in die europäische Politikszene kommt. Immer wieder mit solchen "Quereinsteigern" wie in Finnland. Was meint ihr, wie lang wird's noch dauern, ehe wir auch in Deutschland so eine Bewegung erhalten?
Aber zum Threadthema - wer zufällig mal in der TAZ geblättert hat (ok, eher unwahrscheinlich, bin auch nur drauf gestossen worden...) findet ein ganz interessantes Interview zum Thema Finanzmärkte / Finanzkrise / Zentralbanken. Siehe hier:
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/ ... faehrlich/
Der Großteil dient der Pflege der eigenen Eitelkeit (bzw. der Klientel) aber diese Frage und Antwort waren recht interessant, beantwortet sie doch der "Ökonom" Simon Johnson vom MIT:
taz: Herr Johnson, die Deutsche Bank erwartet 211 einen Rekordgewinn von 1 Milliarden Euro. Ist die Finanzkrise vorbei?
Simon Johnson: Der deutsche Finanzsektor ist sehr problematisch, und die Deutsche Bank ist besonders gefährdet, sich selbst in die Luft zu jagen. Ihr Chef Josef Ackermann ist einer der gefährlichsten Bankmanager der Welt, weil er darauf besteht, eine Eigenkapitalrendite von 2 bis 25 Prozent zu erzielen. Ein so hoher Gewinn ist nur möglich, weil er genau weiß, dass die Deutsche Bank ein Systemrisiko darstellt und daher von den Steuerzahlern gerettet würde, falls ein Konkurs droht. Also wird auf Gewinn spekuliert - was dann auch die Boni der Manager maximiert.
Da kann man nur zustimmend nicken - auch wenn's ein wenig seltsam ist, wenn ein ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds sowas loslässt. Wenn die staatlichen Aufsichtsbehörden jetzt höhere Eigenkapitalquoten für die Banken fordern, dann werden das sicherlich wieder einige als "Beweis" interpretieren, daß "der Markt" eben reguliert werden müsse. Wieder nichts gelernt. Kann man nur entgegnen, daß es die Regulierer waren, die den Banken die niedrigen Quoten erlaubt hatten und die Banken "am Markt" bei diesen Quoten schon längst alle verschwunden wären.
Aber mir fällt gerade ohnehin keine Branche ein, die weniger mit "Kapitalismus" zu tun hat, als das moderne Bankwesen, obwohl deren Treiben ja besonders gerne als "Turbo-Kapitalismus" bezeichnet wird. Merke: Wichtig ist nicht der Inhalt, sondern die Verpackung!