Arno-Breker-Ausstellung

Aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Weltgeschehen.

Soll man Werke von Künstlern, die für die Nazis gearbeitet haben, öffentlich ausstellen?

Auf jeden Fall! Das sind ja Geschichtsdokumente.
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52%
Das kommt auf die künstlerische Qualität an.
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Nur, wenn sich der Künstler später von den Nazis distanziert hat.
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Nein, auf gar keinen Fall!
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Bin mir nicht sicher. / Keine Meinung.
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sofaklecks
Beiträge: 2776
Registriert: Sonntag 28. Mai 2006, 16:29

Wagner

Beitrag von sofaklecks »

Wenn die Spitzen von Politik und Gesellschaft (oder die, die sich dafür halten) mit der grössten Bayreuthwilligkeit zu den Festspielen des erklärten Antisemiten Wagner pilgern, dann darf man auch Breker ausstellen. In Frankreich wird Antoine Bourdelle, der einen ähnlichen Stil pflegte, hoch geschätzt.

sofaklecks

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Ewald Mrnka
Beiträge: 7001
Registriert: Dienstag 30. November 2004, 11:06

Re: Wagner

Beitrag von Ewald Mrnka »

sofaklecks hat geschrieben:Wenn die Spitzen von Politik und Gesellschaft (oder die, die sich dafür halten) mit der grössten Bayreuthwilligkeit zu den Festspielen des erklärten Antisemiten Wagner pilgern, dann darf man auch Breker ausstellen. In Frankreich wird Antoine Bourdelle, der einen ähnlichen Stil pflegte, hoch geschätzt.

sofaklecks
Von Mozart kenne ich ein Beispiel von "Antisemitismus" (so würde man es heute interpretieren), auch bei Goethe und vielen anderen finden sich abfällige Äußerungen über Juden..

Damit muß man leben. Man muß versuchen die Dinge aus ihrer Zeit und aus ihrem geistigen Klima zu verstehen.

Mose, Josua & Co. wird ja auch niemand ernsthaft posthum als Kriegsverbrecher und Aufhetzer zum Völkermord vor das Tribunal von Nürnberg zerren wollen.

Es ist leider Mode geworden, daß man Leichen ausgräbt und schändet. Ich bin gespannt, ob es Ludwig Thoma auch noch anden Kragen geht.

Wenn man immerzu die Maximen der Gegenwart der Vergangenheit aufsetzen will, dann wird es verlogen, verkrampft und blöd.

Mich hatte es angewidert und bestürzt, als sich Johannes Paul II plötzlich für lange zurückliegende Ereignisse "entschuldigte"; ich hatte ihn für intelligenter oder zumindest für intellektuell redlicher gehalten. Das war schon recht infam, was er sich da herausgenommen hatte, aber es paßte in die politische Landschaft. Aber darüber diskutiere ich nicht; sogar für mich gibt es Schwerzgrenzen, quasi Tabus :mrgreen: .

Man muß mit der Vergangenheit, selbst wenn sie dunkel und fleckig war, gelassener umgehen; mit der Gegenwart sieht es schon wesentlich anders aus.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

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Athanasius2
Beiträge: 1066
Registriert: Donnerstag 18. Mai 2006, 13:47

Beitrag von Athanasius2 »

Vor allem Voltaire, Rousseau und Diderot waren heftige Antisemiten, auch wenn ihr Gedankengut später von der Judeo-Freimaurerei aufgelegt wurde. Das Bürgertum von vor 1945 war sowieso Träger des Antisemitismus, die bäuerliche Gegenden etwa Braunau am Inns und die katholische Gegende Bayern wohl kaum, wie es ja Adolf Hitler in 'Mein Kampf' selber schreibt (es habe keinen Antisemitismus in seiner Jugend gegeben und schon gar nicht von kirchlicher Seite). Es war nicht Adel oder Bauernstand oder Klerus, sondern die Mittelklasse und das Bürgertum die Antisemitismus betrieben.

Zum Weiteren: Ich liebe die Werke Arno Brekers und finde sowieso manche Faschismusarchitektur schön, wenn auch oft zu pompös. Die Nationalsozialisten wollten eindeutig klassisch-römisches auf Deutschland verpflichtend auferlegen. Die echte deutsche Kunst, die Gothik, wurde vernachlässigt. Denn mit der Frakturschrift (von den Nazis als Judenschrift denunziert, da im 13. Jh. von jüdischen Buchstellen entworfen) verwarf man auch das "klerikalische" Mittelalter. All towards the brave New World Order. Auch die NS-Diktatur, als Ideologischer Sprössling der Selbstdefinition des Bürgertums und des liberalen Nihilismus, wollte das. Nur in einer gewiss anderen Richtung als die Judeo-Freimaurerei heute versucht.

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