Inflationsrate

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maliems
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Beitrag von maliems »

vorhin las ich irgendwo, dass die ein gouverneur aus texas die unze gold auf 500 dollar festschreiben will. hihihi.

und woanders las ich, dass die chinesen schon lange versuchen, aus ihren dollar-reserven auszusteigen und goldreserven anzulegen.

und ein gedanke von mir: was machen eigentlich die ganzen scheichs, wenn ihre petro-dollars nichts mehr wert sind?

vielleicht hat jemand kompetente einschätzungen und meinungen. auf jeden fall: seit sonntag ist es spannend geworden.

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

...die Scheichs haben schon lange mit der Transformation angefangen (und zwar mit Hilfe der heimlich still & leise AG) Es sieht nicht gut aus für Uncle-Sam.

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Linus
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Beitrag von Linus »

Paul Heliosch hat geschrieben:...die Scheichs haben schon lange mit der Transformation angefangen (und zwar mit Hilfe der heimlich still & leise AG) Es sieht nicht gut aus für Uncle-Sam.
Stichwort Burj al Arab (und der damit zusammenhängende Tourismus)
"Katholizismus ist ein dickes Steak, ein kühles Dunkles und eine gute Zigarre." G. K. Chesterton
"Black holes are where God divided by zero. - Einstein

Raphael

Beitrag von Raphael »

Paul Heliosch hat geschrieben:...die Scheichs haben schon lange mit der Transformation angefangen (und zwar mit Hilfe der heimlich still & leise AG)
Allerdings stellt sich die Frage: Geht die Transformation in die richtige Richtung?

Ein verarmter Westen kann auch nicht die Luxusreisen an den Persischen Golf bezahlen.
Auch die Investitionen in Fluggesellschaften werden sich nicht rechnen, wenn aufgrund eines weltweiten Wirtschaftsabschwungs die Reisetätigkeit zurückgeht.
Paul Heliosch hat geschrieben:Es sieht nicht gut aus für Uncle-Sam.
Abwarten, noch ist nicht aller Tage abend.

Die großen Gläubigernationen können sich ein Bankrott der USA gar nicht leisten.

Es ist wie so häufig: Hast Du ein bißchen Schulden, hast Du ein Problem. Hast Du viele Schulden, haben die Gläubiger ein Problem.
Und die USA hat viele Schulden!

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Linus
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Beitrag von Linus »

Naja, wer will kann da unten ja arbeiten. Mein Onkel macht das seit Jahren,(in der Hotelbranche) meine Cousine (als Sekretärin einer europäischen Computerfirma, die haben da unten ein Fortbildungscenter) seit 2en. Das Salär ist sehr ordentlich (sie bekommt etwa 150.000 $, dazu freie Kost, Logis und Auto (samt Benzin)
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Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

...also, Linus, den einzigen "wirklichen" Wert, den ich da erkennen kann, sind die Naturalien... 8) (...aber vielleicht ändert sich meine Sicht, wenn ich meine Sonnenbrille abnehme? )

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Raphael hat geschrieben:
Die großen Gläubigernationen können sich ein Bankrott der USA gar nicht leisten.
So ist es, und daher hält sich das System, weil alle viel verlieren wenn der Dollar stürzt.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

Dienstag, 16. September 2008, 15:27 Uhr

Reuters:
"Allein die Europäische Zentralbank (EZB) pumpte am Dienstag 70 Milliarden Euro in den Markt - mehr als doppelt so viel wie am Montag. (..) Die Nachfrage nach dem EZB-Geld war hoch, insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro fragten die Banken bei den Frankfurter Währungshütern nach. Das ist ein Zeichen dafür, dass anderswo kaum noch frisches Geld zu bekommen ist. Kreisen zufolge leihen sich Banken untereinander Dollar nur noch für einen zweistelligen Zinssatz - das ist mehr als fünfmal dessen, was die US-Notenbank Fed berechnet."

| Quelle |

(Meine Sonnenbrille lass' ich einstweilen auf 8) )

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ar26
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Beitrag von ar26 »

Kann mir jemand zwei Fragen ernsthaft beantworten?

1. Warum haben die Banken im EURO-Raum - ich vermute hier fallen auch normale Geschäftsbanken, wie meine Hausbank drunter - derzeit einen derartigen Liquiditätsengpass?

2. Woher nehmen die Zentralbanken eigentlich das Geld, daß sie jetzt in den Markt pumpen?

Raphael kennt sich hier doch gut aus :huhu:

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Edi
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Beitrag von Edi »

ar26 hat geschrieben:Warum haben die Banken im EURO-Raum - ich vermute hier fallen auch normale Geschäftsbanken, wie meine Hausbank drunter - derzeit einen derartigen Liquiditätsengpass?
Heute habe ich mit meiner Bank, der Volksbank, wegen einer bestimmten Angelegenheit gesprochen. Dabei haben wir auch kurz dieses Thema gestreift.

Der Bankmensch sagte mir, dass die Banken sich untereinander oder aber von der Zentralbank Geld leihen, denn die Einlagen der Bankkunden reichen für ihr Kreditgeschäft nicht immer aus. Bei der Zentralbank zahlen sie zwar geringere Zinsen als untereinander, müssen der Zentralbank aber Sicherheiten in Form von Wertpapieren z.B. bieten.
Nun aber trauen sich die Banken in so einer Krise gegenseitig nicht mehr so besonders und geben daher andern Banken weniger oder kein Geld mehr. Somit entstehen die genannten Engpässe, die es vor einiger Zeit schon einmal gab bis sich die Lage wieder entspannte.

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Edi hat geschrieben:
ar26 hat geschrieben:Warum haben die Banken im EURO-Raum - ich vermute hier fallen auch normale Geschäftsbanken, wie meine Hausbank drunter - derzeit einen derartigen Liquiditätsengpass?
Heute habe ich mit meiner Bank, der Volksbank, wegen einer bestimmten Angelegenheit gesprochen. Dabei haben wir auch kurz dieses Thema gestreift.

...
Nun aber trauen sich die Banken in so einer Krise gegenseitig nicht mehr so besonders und geben daher andern Banken weniger oder kein Geld mehr. Somit entstehen die genannten Engpässe, die es vor einiger Zeit schon einmal gab bis sich die Lage wieder entspannte.
Das ist ja auch nachvollziehbar: Beim Geldmarkt geht es um kurzfristige, aber sehr voluminöse Beträge. Wenn just in dem Augenblick, wo z.B. Lehman Brothers Gläubigerschutz beantragt, man in Höhe der halben Bilanzsumme Geld verliehen habt, dann hängt man richtig drin.
Mal sehn, ob sich eine richtige Spirale bildet.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

ar26 hat geschrieben:
2. Woher nehmen die Zentralbanken eigentlich das Geld, daß sie jetzt in den Markt pumpen?

:huhu:
Früher mußte alles gedruckt werden, aber heute wird das meiste elektronisch-virtuell generiert. Das ist kostengünstiger und weniger umständlich. So einfach ist das.

Und weil alle alles seit Jahrzehnten mit Fiat-money "finanzieren", steckt die "Welt" in der "Krise".
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

...zwischen "Welt" und € möchte ich da doch eine gewisse Differenzierung (durch meine Sonnenbrille) sehen 8) :

Dienstag, 16. September 2008, 20:30 Uhr

Reuters:
"In Europa seien die Kreditinstitute allerdings weniger von der Finanzkrise betroffen als die Institute in den USA, sagte der Notenbanker. Es gebe keine Anzeichen für eine Kreditklemme, die durch ein geringeres Angebot ausgelöst wurde. Auch deutsche Banken berichteten nicht über Liquiditätsengpässe, sagte Weber. Der deutsche Bankensektor sei stabil und habe in den vergangenen Jahren seine Widerstandskraft gegen Schocks von außen merklich verbessert. Diese strukturellen Errungenschaften trügen dazu bei, die gegenwärtigen Spannungen abzufedern, sagte der Bundesbank-Chef."

| Quelle |

Raphael

Beitrag von Raphael »

ar26 hat geschrieben:Kann mir jemand zwei Fragen ernsthaft beantworten?

1. Warum haben die Banken im EURO-Raum - ich vermute hier fallen auch normale Geschäftsbanken, wie meine Hausbank drunter - derzeit einen derartigen Liquiditätsengpass?

2. Woher nehmen die Zentralbanken eigentlich das Geld, daß sie jetzt in den Markt pumpen?

Raphael kennt sich hier doch gut aus :huhu:
Wie Ewald (In der Kürze liegt die Würze! :D ) schon ganz richtig anmerkte, ist das in den Markt gepumpte Geld bei den Zentralbanken als Buchgeld entstanden. Dieser Vorgang ist Teil des Geldschöpfungsprozesses innerhalb einer Volkswirtschaft.

Wenn man es ganz simpel und buchhalterisch ausdrücken will, und als bekannte Geschäftsbank in Deutschland die "Deutsche Bank" hernimmt, bucht die Zentralbank:
per "Forderungen Deutsche Bank" an "Giroverbindlichkeiten Deutsche Bank"
und verlängert damit ihre Bilanz

Dieser Buchung bei der Zentralbank geht jedoch in aller Regel ein aufwendiger Bietungsprozeß voraus, in dem genauestens festgelegt wird, zu welchen Konditionen das jeweilige Guthaben von der Zentralbank verliehen wird. Die Zentralbankguthaben der Deutschen Bank kann es daher in unterschiedlichen Arten geben:
- kurzfristiger/längerfristiger
- zu differenzierten Zinssätzen
- Arten der von der Deutschen Bank gestellten Sicherheiten usw.

Die "Giroverbindlichkeiten Deutsche Bank" in der Bilanz der Zentralbank sind Giroguthaben in der Bilanz der Deutschen Bank. Über dieses Giroguthaben bei der Zentralbank kann die Deutsche Bank dann zeitnah (d.h. tagesgleich) verfügen und sie zur Refinanzierung ihrer eigenen Verbindlichkeiten nutzen.


Insgesamt trägt diese Refinanzierung über die Zentralbanken dazu bei, daß die Geschäftsbanken sich überhaupt refinanzieren können, denn der Refinanzierungsprozeß ist bei den Geschäftsbanken der Kernprozeß an sich. In den Geschäftsbanken läuft dies unter dem Oberthema "Liquiditätssteuerung". Ganze Abteilungen beschäftigen sich damit, auf dem Kapitalmarkt Geld zu besorgen, daß die Banken dann - mit den üblichen Aufschlägen - weiterverleihen können. Wenn nun - aufgrund mangelnden Vertrauens und des damit einhergehenden höheren Risikopotentials - die Geschäftsbanken sich untereinander kein Geld mehr leihen, springt die Zentralbank "in die Bresche" und ersetzt diese mangelnde Bereitschaft der übrigen Marktteilnehmer durch eigene Kreditvergaben.

Irgendwann laufen dann die so geschöpften Kreditvolumina aus und das Buchgeld wird wieder vernichtet. Ein dauernder wirtschaftlicher Prozeß, der dazu dient, das in der Wirtschaft benötigte "Schmiermittel" (vulgo: Geld) herzustellen.

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Raphael hat geschrieben:Irgendwann laufen dann die so geschöpften Kreditvolumina aus und das Buchgeld wird wieder vernichtet.
Oder auch nicht. Denn im Falle eine Kreditausfalls bleibt das zusätzliche Geld im Markt ;)

Paul Heliosch
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Beitrag von Paul Heliosch »

Mittwoch, 17. September 2008

N-TV:
"Noch am Montag, als die Insolvenz bereits absehbar gewesen sei, habe die KfW 300 Mio. Euro an Lehman überwiesen, schrieb die Zeitung weiter. Es habe eine "fehlerhaft ausgelöste Swap-Zahlung am Montag" gegeben, "deren Umstände durch die Innenrevision geprüft werden", sagte ein KfW-Sprecher der "FAZ". "

| Quelle |

"fehlerhaft" :mrgreen: "Swap" :D

(Reminder: Die Insolvenz war nicht nur nicht am Montag "absehbar" sondern war vielmehr bereits am Sonntag beschlossene Sache - s.o.)

( ...diese U$-Finanz-Possen sind nur noch mitleiderregend )
Zuletzt geändert von Paul Heliosch am Mittwoch 17. September 2008, 10:06, insgesamt 1-mal geändert.

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ar26
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Beitrag von ar26 »

Danke Raphael, jetzt dämmerts bei mir wieder. Hatte das irgendwann schon einmal so gehört. Es bleiben aber Fragen. Wie Kurt schon angemerkt hatte, was bleibt bei Ausfall dieser Zentralbankkredite? Ich kann mir nicht so recht vorstellen, daß die immer ordentlich bedient werden. Vergrößerung der Geldmenge? > Inflation?

Kann man die derzeitige Situation am Finanzmarkt so verstehen, daß es einige Banken genügender Liquidität gibt, die aus Vertrauensgründen nichts verleihen wollen? Oder aber fehlt den Banken allgemein die Liquidität?

Raphael

Beitrag von Raphael »

Kurt hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Irgendwann laufen dann die so geschöpften Kreditvolumina aus und das Buchgeld wird wieder vernichtet.
Oder auch nicht. Denn im Falle eine Kreditausfalls bleibt das zusätzliche Geld im Markt ;)
:hmm:

Jein!

Wenn der Kredit ausfällt, heißt das ja zunächst: Er wird nicht mehr bedient, bleibt aber als Buchgeld in den Büchern der beteiligten Unternehmen bestehen!

Der Vernichtungsprozeß, der üblicherweise bei einer Tilgung des Darlehens geschieht, ist in diesem Falle erst abgeschlossen, wenn die Beteiligten den Ausfall des Kredites buchhalterisch nachvollzogen haben. D.h. der Kreditgeber bucht die Forderung aus (bzw. bildet eine Einzelwertberichtigung) und der Kreditnehmer die Verbindlichkeit. Letzteres kann aber erst geschehen, wenn entweder das Konkursverfahren abgeschlossen ist oder ein schriftlicher Forderungsverzicht des Gläubigers vorliegt.

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ar26
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Beitrag von ar26 »

Genau das meine ich ja. Ein Forderungsverzicht der EZB. Ist sowas vorstellbar?

Kurt
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Beitrag von Kurt »

ar26 hat geschrieben:Genau das meine ich ja. Ein Forderungsverzicht der EZB. Ist sowas vorstellbar?
Was soll denn die EZB machen, wenn die Kohle weg ist? Das ist doch genau der Grund, warum die EZB einspringt: Sie trägt das Risiko, welches die Banken im Interbankenhandel nicht eingehen wollen. Das Risiko heisst: Das Geld wird nicht oder nicht vollständig zurückgezahlt. Es ist aber nicht verschwunden, sondern nur "woanders" im Markt. Die EZB sieht nix mehr davon.

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Hier gibt es mal einen Bericht zu den Risiken bzgl. Lehman Brothers und wie die Deutschen drin hängen:

Nach der Kernschmelze

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Krebsschäden:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578638,00.html

Man sollte auch nicht verdrängen, daß die Kunst- und Schwindelwährung € ganz eng am $ hängt; beides sind Fiat-money-Währungen; den $ könnte man vergleichsweise als einfaches, den € als doppellagiges Toilettenpapier betrachten.

Eigentlich sind inzwischen alle Banken pleite - man hat sie nur noch nicht abgewickelt; das wird aber spätestens dann kommen, wenn ganz ganz viele Sparschweinchen an ihr Eingemachtes wollen.

Daher die Beruhigungspillen & Durchhalteparolen von Onkel Joe, Onkel Peer und alle ihren Helferlein.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
WEN und WAS darfst Du NICHT kritisieren?
WESSEN INTERESSEN verfolgt das System?

Raphael

Beitrag von Raphael »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Krebsschäden:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,578638,00.html

Man sollte auch nicht verdrängen, daß die Kunst- und Schwindelwährung € ganz eng am $ hängt; beides sind Fiat-money-Währungen; den $ könnte man vergleichsweise als einfaches, den € als doppellagiges Toilettenpapier betrachten.

Eigentlich sind inzwischen alle Banken pleite - man hat sie nur noch nicht abgewickelt; das wird aber spätestens dann kommen, wenn ganz ganz viele Sparschweinchen an ihr Eingemachtes wollen.

Daher die Beruhigungspillen & Durchhalteparolen von Onkel Joe, Onkel Peer und alle ihren Helferlein.
Nun, da gehst Du etwas zu weit! ;)

In der modernen Geldtheorie ist man sich dessen ganz klar bewußt, daß Geld lediglich bedrucktes Papier ist und damit keinen "inneren Wert" besitzt. Andererseits ist jedoch auch völlig klar, daß ein modernes, arbeitsteiliges Wirtschaftssystem ohne Geld als Tauschmittel nicht funktionieren kann.

Der Wert des Geldes hängt also zuallererst von den Erwartungen der Marktteilnehmer [Punkt]
Schlicht gesagt: Es geht um die Frage, ab Hänschen Müller noch morgen mit seinem 50,00 €-Schein zum Aldi einkaufen gehen und dort Waren erwerben kann oder eben nicht. :hmm:

Eine Hyperinflation wie Anfang der 20-er-Jahre des letzten Jahrhunderts ist - meiner bescheidenen Meinung nach - jedoch am Horizont nicht auszumachen.
Es könnte eher ein Szenario auftreten wie es die japanische Wirtschaft in den 90-er-Jahren des letzten Jahrhunderts durchlaufen hat: Wirtschaft Japans

Dies dann allerdings in der größten Volkswirtschaft der Welt USA mit den entsprechenden Streuwirkungen ............

Kurt
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Beitrag von Kurt »

Raphael hat geschrieben:Dies dann allerdings in der größten Volkswirtschaft der Welt USA mit den entsprechenden Streuwirkungen ............
Sicher, es wird wohl noch einiges den Bach runter gehen. Ich empfehle unverändert die Investition in Äcker, oder in absehbarer Zeit in us-amerikanische Immobilien.
Übrigens gab es in den 80er Jahren auch in GB einen gewaltigen Ausverkauf, nachdem Maggie T. aufgeräumt hatte. Anschließend ging es wieder bergauf.
Das sind alles dringendst notwendige Bereinigungen.

Protagoras
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Beitrag von Protagoras »

Raphael hat geschrieben:
Kurt hat geschrieben:
Raphael hat geschrieben:Irgendwann laufen dann die so geschöpften Kreditvolumina aus und das Buchgeld wird wieder vernichtet.
Oder auch nicht. Denn im Falle eine Kreditausfalls bleibt das zusätzliche Geld im Markt ;)
Jein!

Wenn der Kredit ausfällt, heißt das ja zunächst: Er wird nicht mehr bedient, bleibt aber als Buchgeld in den Büchern der beteiligten Unternehmen bestehen!

Der Vernichtungsprozeß, der üblicherweise bei einer Tilgung des Darlehens geschieht, ist in diesem Falle erst abgeschlossen, wenn die Beteiligten den Ausfall des Kredites buchhalterisch nachvollzogen haben. D.h. der Kreditgeber bucht die Forderung aus (bzw. bildet eine Einzelwertberichtigung) und der Kreditnehmer die Verbindlichkeit. Letzteres kann aber erst geschehen, wenn entweder das Konkursverfahren abgeschlossen ist oder ein schriftlicher Forderungsverzicht des Gläubigers vorliegt.
OK, aber ganz verstehe ich es nicht. Mit der Ausbuchung bei Zentralbank und Geschäftsbank ist deren Verhältnis geklärt. Aber die Geschäftsbank hat das Guthaben, das sie jetzt nicht zurückzahlen muss, doch vorher nicht auf der hohen Kante stehen lassen (sonst könnte sie es ja problemlos zurückzahlen), sondern an ihre Kreditnehmer (oder jetzt eher an ihre Gläubiger) weitergegeben. In deren Büchern ist es dann doch noch vorhanden. D.h. das Buchgeld ist mitnichten vernichtet, sondern es steht jetzt nur in anderen Büchern, und die Geldmenge bleibt aufgebläht, ohne dass die Vermehrung des Geldes durch irgendeinen realen Gegenwert gedeckt ist

Ich habe nie verstanden, wie man Geld produzieren kann, ohne die Produktion durch Rückkopplung an irgendwelchen realen Werte (z.B. Gold) nach oben hin zu begrenzen.

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Protagoras hat geschrieben: Ich habe nie verstanden, wie man Geld produzieren kann, ohne die Produktion durch Rückkopplung an irgendwelchen realen Werte (z.B. Gold) nach oben hin zu begrenzen.
Was gibt es da nicht zu verstehen? Das ist doch ganz einfach, man druckt eben Geldscheine oder "produziert" auf virtuelle Weise fiat money; damit steht dem Staat immer ausreichend "Geld" zur Verfügung mit dem er bequem Kriege oder andere "gesellschaftliche Umstrukturierungen" finanzieren kann.

Die antiquierte Bindung an Sachwerte wie z.B. an Edelmetalle, Waren oder Immobilien ist sehr hinderlich; der Erste Weltkrieg z.B. wäre schon nach wenigen Wochen zu Ende gewesen, wenn man nicht schlauerweise rechtzeitig auf Papierwährung umgestiegen wäre.

Papierwährung bedeutet Demokratie, Fortschritt & (fast)unbegrenzte Manipulation und das ist gut so; man muß eben nur freudig & ergeben darauf verzichten die Früchte seiner Arbeit einigermaßen sicher über die Jahre aufzubewahren, denn Papiergeld hat nun mal die Eigenschaft im Wert relativ rasch gegen Null zu tendieren (.s. Entwicklung von Dollar, Pfund, Mark, Euro und andere Luftnummern).

Berufsdemokraten haben indes die Probleme ihrer Untertanen nicht: Sie lassen sich vom Steuerzahler aushalten und der "Steuerbürger" schafft immer Werte, solange er sich das gefallen läßt und nicht etwa ein Umsturz dazwischen kommt.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
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Raphael

Beitrag von Raphael »

Protagoras hat geschrieben:OK, aber ganz verstehe ich es nicht. Mit der Ausbuchung bei Zentralbank und Geschäftsbank ist deren Verhältnis geklärt. Aber die Geschäftsbank hat das Guthaben, das sie jetzt nicht zurückzahlen muss, doch vorher nicht auf der hohen Kante stehen lassen (sonst könnte sie es ja problemlos zurückzahlen), sondern an ihre Kreditnehmer (oder jetzt eher an ihre Gläubiger) weitergegeben. In deren Büchern ist es dann doch noch vorhanden. D.h. das Buchgeld ist mitnichten vernichtet, sondern es steht jetzt nur in anderen Büchern, und die Geldmenge bleibt aufgebläht, ohne dass die Vermehrung des Geldes durch irgendeinen realen Gegenwert gedeckt ist
Nun das von mir dargestellte "Modell" war bewußt einfach gehalten, um die Vorgehensweise am Wesentlichen orientiert zu erläutern. In der geschäftlichen Realität läuft eine Vielzahl dieser Prozesse parallel ab.

Wie schon richtig erfaßt, dient der Zentralbankkredit zur Refinanzierung der eigenen Kreditvergabe der Geschäftsbank.
Wenn der Zentralbankkredit nicht mehr zur Verfügung steht, muß ([Punkt]) eben eine andere Refinanzierung gefunden werden. Und es ist ja nicht so, daß kein Geld am Kapitalmarkt vorhanden wäre. Es ist eher das Problem der Konditionen, zu denen sich die Geschäftsbanken untereinander Geld leihen. Wenn eine Bank - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr in der Lage ist, sich zu refinanzieren, wird von der Bankenaufsicht in Deutschland (BaFin) ein Moratorium ausgesprochen. Das ist rechtlich zu vergleichen mit dem Chapter 11, welchen Lehman Brothers jetzt in Anspruch genommen hat.
Faktisch bedeutet das, daß Vermögens- und Schuldpositionen der Bank eingefroren werden, bis sich die "Nebelschwaden" unklarer Refinanzierungsmöglichkeiten verzogen haben. Es kann also - muß aber nicht - zu einem Konkurs kommen. Ein bekannterer Fall in der deutschen Bankengeschichte ist die: Herstatt-Bank.

Und wenn man - wie im obigen Beispiel - auf der Ebene der Zentralbankkredite anfängt, ist ja nur ein kleiner Ausschnitt des wirtschaftlichen Geschehens erfaßt. Im Prinzip jedoch läuft der gleiche Prozeß ab, wenn ein Häuslebauer zu seiner Hypothekenbank geht und eine Finanzierung beantragt.
In diesem Moment wird schnell klar, daß täglich Tausende dieser Neuvergabe-Prozesse ablaufen und täglich Tausende alte Kreditvergaben im Bestand bearbeitet werden; sprich Zinsberechnung erfolgen, Annuitäten werden eingezogen etc. Geldwirtschaft eben ...............

Protagoras hat geschrieben:Ich habe nie verstanden, wie man Geld produzieren kann, ohne die Produktion durch Rückkopplung an irgendwelchen realen Werte (z.B. Gold) nach oben hin zu begrenzen.
Die Rückkopplung ist mittlerweile nicht irgendein bestimmtes Metall, sondern alle möglichen materiellen und auch immateriellen Vermögensgegenstände. Bspw. wird ja auch die geistige Leistung, die bei einer Software-Programmierung erbracht wird, letztlich monetär erfaßt und bewertet.
Der Wegfall der Bindung an einen bestimmten Bestand von Goldvorräten hat natürlich zu einer möglichen Ausweitung der Geldmenge geführt, die von der Zentralbank durch verschiedene Instrumente gesteuert werden soll.
Geschieht die Steuerung nicht oder fehlerhaft, kommt es eben zu Inflation, womit wir wieder genau beim Thema dieses Threads wären. ;)

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Mal sehen, ob die Verluste der ehrenwerten Firma auch verstaatlicht werden; groß genug ist ja der Laden.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/195727

Hier hat man die fälligen Tribute einfach zu offensichtlich verschoben; da merkt man die Absicht und selbst Onkel Peer & Co. spielen verschnupft und schauspielern Empörung:

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/195713
http://www.ftd.de/unter…5.html


Wenn man als "Steuerzahler" für diese korrupte Bande nicht haften müßte, könnte man über die schäbigen Possen lachen.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
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Beitrag von Paul Heliosch »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Mal sehen, ob die Verluste der ehrenwerten Firma auch verstaatlicht werden; groß genug ist ja der Laden.

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/195727

...
Überraschung: Morgan Stanley dienert sich mit 49% den Chinesen an... :shock:
...angeblich um "Unabhängigkeit" zu "retten" :hmm:
(m.E. in Wirklichkeit um den U$-Staat zum Eingreifen zu erpressen)

maliems
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Beitrag von maliems »

unabhängig ist gut :ikb_gathering:

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Ewald Mrnka
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Beitrag von Ewald Mrnka »

Schnaps für alle:
http://www.faz.net/s/R….html


die Börse reagiert prompt positiv; erste konkrete Auswirkungen der Hyperinflation zu der sich jetzt alle offen bekennen.

Bezeichnende Schlagzeile:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/09/19/939792.html

Abwarten, wann "der Staat" fürsorglich-regulierend-abkassierend in dieses Geschäft eingreifen wird. Gegenwärtig dürfte der Markt für derlei anachronistische(?) Spiele noch zu klein & zu unbedeutend sein.
Wer die wirklichen Herrschenden identifizieren will, braucht sich nur zwei Fragen zu stellen:
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Kurt
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Beitrag von Kurt »

Ewald Mrnka hat geschrieben:Schnaps für alle:

http://www.faz.net/s/R….html

die Börse reagiert prompt positiv; erste konkrete Auswirkungen der Hyperinflation zu der sich jetzt alle offen bekennen.

Bezeichnende Schlagzeile:
http://www.abendblatt.de/daten/2008/09/19/939792.html

Abwarten, wann "der Staat" fürsorglich-regulierend-abkassierend in dieses Geschäft eingreifen wird. Gegenwärtig dürfte der Markt für derlei anachronistische(?) Spiele noch zu klein & zu unbedeutend sein.
Das beste, was der Staat machen könnte, wäre die faulen Kredite der Häuser ablösen, und dafür die Häuser ins Eigentum nehmen; und zwar auf freiwilliger Basis. Damit wäre die Krise sofort gestoppt.
Der Staat könnte die Häuser in wenigen Jahren sukzessive verkaufen.
Gleichzeit muss der den Kreditgebern einen Riegel vorschieben:
* Kredit gibt es nur noch bis max. 60% Beleihungswert.
* Kredit erhalten nur noch Bürger, die zuvor eine Prüfung bestanden haben und dies bestätigen. Vor Banken, die dagegen verstoßen, muß man öffentlich warnen.

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