Hallo Pit,
Wenn es so ist- wie ich in einem Buch über den Buddhismus gerade lese -, daß die Buddhisten überzeugt sind, daß man negatives Karma möglichst im nächsten Leben "ableisten" muss, die "Seele" in einen neuen Körper "wandert", aber sich nicht an das vorherige Leben erinnern kann -- welchen Sinn macht das Ganze dann?
Dann würde ich doch (mangels Erfahrung und Wissen) quasi wieder (vieleicht die selben) Fehler machen, Karma auf mich laden und wieder wiedergeboren werden usw. usw.? Oder?
Ich denke (das ist jetzt aber meine persönliche Meinung), dass frühere Leben sehr wohl auf der Seelenebene gespeichert sind.
Vielleicht kann man sich als ganz kleines Kind auch noch daran erinnern. Ich kann mich jedoch nicht mehr an meine ersten beiden Jahre erinnern. Irgendwo im Unterbewusstsein wirken die Erlebnisse, die ich in dieser frühen Zeit hatte jedoch noch immer in mein jetziges Leben hinein.
Für mich macht das allemal mehr Sinn als der Gedanke, dass Gott uns in eine mehr oder weniger miese Situation hineinerschafft, um uns dann später, je nach Benehmen in den Himmel oder in die Hölle oder ins Fegefeuer zu schicken.
Wenn sich jemand aufgrund seines geistigen Zustandes eine schlechtere Inkarnation ausgesucht hat, heisst das noch lange nicht, dass die, denen es besser geht, diesen schlecht behandeln sollten.
Das ist beim hinduistischen Kastenwesen sehr wohl der Fall.
Im Buddhismus kennt kein Kastenwesen.
Und soziales Handeln ist nicht religonsabhängig.
Auch Atheisten sind normalerweise soziale Menschen, die anderen in Not geratenen helfen.
Und - unabhängig vom hinduistischen Kastendenken - ist es nicht sogar fatalistisch, wenn ich die Überzeugung vertrete, daß ich Leid habe, weil ich im vergangenen Leben zu viel "nagatives" Karma auf mich geladen habe. Denn dann bin ich ja selber Schuld, muss die Schuld in diesem Leben "abtragen" und habe folglich keine Chance - un warscheinlich auch kein Interesse daran - gegen dieses "Schicksal" anzugehen.Oder?
Man könnte es auch so ausdrücken.
Jemand hat sich aufgrund schlechten Karmas einfach eine schlechtere Startposition in diesem Leben gewählt.
Wenn ich aufgrund "negativen" Karmas Leid erfahre, bin ich doch nicht automatisch gezwungen, in dieser misslichen Lage steckenzubleiben. Ich kann doch trotzdem das beste aus meinem Leben machen, so gut es mir nur möglich ist....
...und wenn es die Gesellschaft erlaubt.
Ich muss mich also nicht fatalistisch mit meiner Misere abfinden.
Alles was ich hier geschrieben habe hat übrigens keinen absoluten Wahrheitsanspruch.
lg königstochter